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Mehr Studienabbrecher in Bachelorstudiengängen

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von User 15499, 14 Februar 2008.

  1. User 15499
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Brach vor der Umstellung auf Bachelor und Master jeder fünfte Student sein Studium ab, so ist es seit der Umstellung jeder vierte, an den Fachhochschulen sogar jeder dritte Student!
    Gründe sind, daß trotz verkürzter Studiendauer die Stoffmenge nicht reduziert wurde, daß vermehrt Anwesenheitspflicht besteht, was Arbeiten neben dem Studium erschwert und die eingeführten Studiengebühren.

    Mehr als jeder vierte Bachelorstudent bricht ab

    Ich studiere im 1. Semester in einem Bachelorstudiengang Informatik und von den genau 80 Studenten, die wir zu Beginn waren, sind vielleicht noch 60 dabei, jedoch haben nicht mal 30 Studenten alle Klausuren mitgeschrieben! Ich bin mir sicher, zum nächsten Semester wird unser Jahrgang weiter geschrumpft sein!

    Da hat Deutschland wohl ein fettes Eigentor geschossen, als sie das Diplom fast flächendeckend abgeschafft und diesen Bachelor eingeführt haben!
     
    #1
    User 15499, 14 Februar 2008
  2. kitzi
    Gast
    0
    Der Bachelor-Studiengang ist schon an sich ne gute Sache, den er ist Europaweit anerkannt und das ist mir sehr wichtig ! Gerade bei einem Informatik Studium ist das doch auch von Bedeutung, oder?

    Ich glaube eher die Studenten müssen sich den Unis anpassen und nicht umgekehrt! Man kriegt nichts geschenkt...
     
    #2
    kitzi, 14 Februar 2008
  3. User 15499
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Ich glaube eher, daß man als (deutscher) Diplom-Ingenieur international mehr Annerkennung hatte, als mit diesem Bachelor!
    Ich fürchte eher, daß Unternehmen statt eines Bachelor-Absolventen lieber einen Fachinformatiker nehmen, der eine fast 3jährige Ausbildung durchlaufen hat. Der kostet nämlich weniger und hat bereits Arbeitserfahrung...

    Und wie meinst du das mit: man soll sich den Unis anpassen?
     
    #3
    User 15499, 14 Februar 2008
  4. kitzi
    Gast
    0
    Mehr Erfahrung bietet doch ein Studium an einer Fachhochschule ! Oder?
    Bei Diplom studiengang war die Dauer 4 Jahre, oder?


    Wenn die Unis mehr Lernstoff anbieten, aber weniger Zeit zum Lernen, können die Studenten leider nichts dagegen tun und sie müssen sich anstrengen um den Anschluss nicht zu verlieren !!
     
    #4
    kitzi, 14 Februar 2008
  5. Chimaera
    Chimaera (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Ich bin ja auch gottesfroh, dass ich noch in einem schönen kuscheligen Magister-Artium-Studiengang bin... Wüsste auch gar nicht was ich mit einem BA in Geschichte anfangen sollte. Und dann auch nur ein Nebenfach. Ist ja todeslangweilig.

    Im Allgemeinen ist das ganze doch genau so ein Thema wie es auch die Euro-Einführung schon war, wir senken unseren Standard auf Europa Niveau :tongue: . Nee ernsthaft.

    Deutsche Hochschulausbildungen waren/sind nicht nur in Europa sondern auch global gesehen so schlecht nicht und durchaus mehr als anerkannt. Also unbedingt nötig war diese Umstellung nicht. In vielen Teilen zudem nicht sinnvoll. Und bei dem was man umgestellt hat, hat man übelste Fehler gemacht.

    Wie bereits gesagt, der Dipl-Ing. war/ist natürlich anerkannter als so ein halbfertiger, völlig überfrachteter Bakkalaureus. Der einzige große Vorteil besteht ja wohl wirklich im auf die Wirtschaft ausgerichteten Turbo-Studium (auch ein Jura oder Medizin BA ist ja wohl recht sinnlos). Das dann witzigerweise genauso lange dauert wie eine Lehre. Oder ein Grundschullehrer-Studium.
    Wobei, nicht über Grundschullehrer. Die können auch nichts dafür.

    Wenn man dann gerade dieses Konzept eines minderwertigen, abgespeckten Diplom-Studienganges befolgen will, ist es doch nur logisch, dass man dabei den Stoff zusammenkürzen muss. Und den Rest, der dann noch fehlt muss mit dem Master nachgeholt werden.
    Ich bin jetzt kein BA/MA Experte, aber ist es nicht auch so dass es bei den MA Studiengängen viel zu viele spezialisierte Wahlmöglichkeiten gibt? Da sollte es dann wohl insofern Einschränkungen geben, als das man einen Teil des Grundwissens eben mit in den Master packt und dafür weniger Spezialisierung bietet? Oder?
     
    #5
    Chimaera, 14 Februar 2008
  6. Prof_Tom
    Prof_Tom (28)
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Natürlich ist der BA nich gleichwertig mit dem Diplom, das ist ja der MA. Der dauert ja dann auch genauso lange ( idr 10 Sem BA+MA). Aber es ist halt viel straffer.
     
    #6
    Prof_Tom, 14 Februar 2008
  7. Chimaera
    Chimaera (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Das ist leider nicht wirklich richtig. Wirklich nicht. Ausser du möchtest chinesische Verhältnisse. Wenn ich mir anschaue was unsere IBWLer oder IVWLer in ihren normalen dipls schon machen und an Belastung haben, muss man da beim kreiieren von noch kompakteren Studiengängen schon vorsichtig sein. Zudem willst du ja nicht nur bestehen sondern auch noch passable Zensuren haben. Ich hatte da auch so ne Bekannte, IBWL mit Chinesisch die auch jeden Tag vor 23:30 oder so nicht mit lernen fertig war (ist mir als Geisteswissenschaftler peinlich). Soviel ich weiss hat das unsere WiWi Fakultät bei den BAs nicht noch verschlimbessert, aber ein enormer Aufwand ist bestimmt noch da.

    Sorry, aber ich find dieses "Tut, was ihr faulen Studenten" -Argument einfach nur daneben. Klar es gibt solche und solche (und ich selbst bin wohl eher ein solcher), aber einfach mal alle über einen Kamm zun scheren ist schon unterste Schublade. Zumal da diesen überforderten BAs alles über den Kopf wächst und sie nicht mehr wissen woher sie die Zeit zum lernen nehmen sollen. Wo nichts ist, kann man nichts hernehmen.
     
    #7
    Chimaera, 14 Februar 2008
  8. twinkeling-star
    Sehr bekannt hier
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    Single
    Genau das ist der Punkt ein deutscher Dipl. gerade noch im Ing. Bereich war im Ausland sehr beliebt, sind sie immer noch.
    Aber der bachelor eben nicht. Aussage einer ausländischen Personalabteilung: Wenn wir keine deutschen Dipl. Ing. mehr bekommen können, dann nehmen wir unsere eigenen Leute, Bachelor Abschlüsse brauchen wir uns nicht aus dem AUsland holen.
    Genau diese Aussage ist absolut bezeichnend für das was jetzt vonstatten geht.
    Und in der Wirtschaft ist es das gleiche.

    Die Politik hat versucht der deutschen Bevölkerung weiß zu machen, das der Dipl. im Ausland nicht anerkannt ist, dem ist aber eben nicht so. Der Dipl. hatte seinen Standard und genau dieser Standard war und ist überall bekannt.
    Nur der kleingeistige Bürger hat der Politik mal wieder geglaubt.


    Es gibt bereits heute Studien in Deutschland, das die meisten Bachelor-Absolventen gleich den Master hinterherschieben, weil sich mit einem Bachelor keine adäquaten Stellen finden lassen. Nur mit dem Master ist man wieder bei 4-5 Jahren Studium. Soviel zur erwarteten Studienzeitverkürzung.

    In der Quelle steht, das dies explizit für die Ing. Studiengänge gilt.
    Ich kann jetzt nur für meinen Fachbereich sprechen, BWL, an der Hochschule wo ich war, ist die Stoffmenge schon gekürtzt worden, zum Teil sind Fächer ersatzlos gestrichen worden. Was in meinen Augen gerade bei einem allumfassenden Überblick erhebliche Lücken aufweist.
    Kleines Beispiel: Diplom Studiengang. Innenfinanzierung 1stündige Klausur. Außenfinanzierung, Investition 2 stündige Klausur.
    Bachelor: Außenfinanzierung und Investition 2 stündige Klausur.
    Erstes Fach ersatzlos gestrichen.
    Steuerlehre: von 2 Semesterwochenstunden im Semester und 4 SWS im folge Semester und 4 stündiger Klausur ist noch 2SWS mit 2 stündiger Klausur übergeblieben.
    Und so zieht sich das fröhlich weiter durch.
    Und die genannten Fächer sind die ehemaligen Grundstudiumsfächer.

    Ich sehe beim Bachelor und der Abbrecherquote noch ganz andere Gründe.
    Es zählt von Anfang an jede Klausur in die Endnote. Viele fallen bei uns absichtlich durch, damit sie keine schlechte Note im Endzeugnis stehen haben, Folge Studienverlängerung.
    Andere ziehen sich von Anfang an die schlechten Noten mit rein und stehen nach 2 Semestern auf einem Schnitt um die 3. Die fragen sich zum Teil, was soll ich mit einem Bachelor mit Abschlußnote 3? Der nützt mir gar nichts, also Abbruch und alternativ arbeiten, Ausbildung etc.

    Die Ing. Studiengänge hatten zum Teil vorher schon erhebliche Abbrecherquoten. Da dort der Stoff nicht gekürzt wurde ist eine höhere Abbrecherrquote keine Verwunderung.
    Nur es gibt eben einfach Studiengänge, da kann man nicht so durchkürzen, weil sonst elementare Fachwissen fehlt.

    Wie meinst du das denn? Wegen einen Pflichtpraktikum.
    Hust. also bei Dipl. Studiengang mag das noch stimmen, beim Bachelor ist auch das gekippt.
    Ein dipl. Studiengang sah zwei Praxissemester von um die 18 bis 20 Wochen vor. (Länger natürlich immer möglich).
    der bachlor sieht noch eines vor, ich glaube von 16 Wochen. Da verlängert auch so gut wie kein Student mehr, denn sonst geht die ganze Studienplanung über den Haufen. Man will ja in den 6 Semestern fertig werden.
    Wo ist denn da die höhere Erfahrung?
     
    #8
    twinkeling-star, 14 Februar 2008
  9. Ich_Tarne_Eimer
    Verbringt hier viel Zeit
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    Es ist kompliziert
    Ich vergleich das immer gerne mit meinen Mitbewohnern die alle noch Diplom machen. Wir sind alle jetzt im dritten Semester aber studieren halt was anderes. Einer von den dreien war dieses Semester mehr in der Mensa als in Vorlesungen und hat jetzt am Ende seine paar Klausuren geschrieben und wähnt sich als fleißiger Student der später einmal ein tolles Diplom in Händen hält - was natürlich mehr Wert ist als ein Bachelor, den ich mache.

    Ich hingegen bin leider in einem Bachelorstudiengang und wie es so ist, muss ich anwesend sein und ich muss immer ungefähr 10 Leistungen pro Semester abschließen - ich muss - ansonsten dauert das Studium länger und kostet mehr. Außerdem gibt es nur sehr selten Klausuren die nicht benotet werden, wo also das Prinzip 4 gewinnt zählen könnte - was beim Diplom anscheinend in den ersten Semestern viel häufiger vorkommt.

    Fazit aus meiner subjektiven Erfahrung:
    -> Diplom: Kein Zwang, freie Gestaltung, weniger Leistungsabschlüsse (dafür aber mit vielleicht umfangreicheren Themen, die aber auch einen tieferen Einblick bieten), definitiv mehr Freizeit und am Ende ein höherwertiger Abschluss als der Bachelor

    -> Bachelor: Zwang zur Anwesenheit, Zwang zum Abschluss von ca. 10 Leistungen pro Semester, nahezu alle Arbeiten haben kein Prinzip "Vier gewinnt", was jemanden der guten Noten haben will, zwangsweiße ständig unter Druck setzt.

    Ich fühle mich echt wie in der Schule und habe auch schon bemerkt, dass viele wieder abgebrochen haben. Ein Dozent hat anfang dieses Semester treffend gesagt "Sie wissen ja garnicht was studieren bedeutet. Das ist ja jetzt hier mehr ein höheres Gymnasium geworden" und da muss ich ihm leider zustimmen. Ich kann häufig mehr Parallelen als Unterschiede zur Schule festellten.


    Passenderweiße gab zu meinem Studiengang gerade eine Evaluation mit dem Ergebnis, dass selbst Lehrende der Meinung sind, dass der Studiengang in dieser Form unstudierbar sei, es sei denn, man studiert nicht mit der gebotenen Sorgfalt und Muße.
    Und genau das ich auch mein Eindruck. Ich habe während des Semesters keine Zeit irgendwelche Sachen mal aus eigenem Interesse heraus zu lesen - es steht immer irgendwo ein Dozent hinter, der mit einer Note winkt. Das fördert weder das selbstständige Arbeiten aus eigenem Antrieb, noch die Entwicklung für das zielgerichtete Arbeiten auf eine Leistung die erst später erfolgen soll. Und motiviert ist man manchmal erst recht nicht, wenn man zu manchen Sachen "gezwungen" wird. Wo sind wir denn. Die Leute machen das doch freiwilig aber durch diesen Zwang wird einem jegliche Flexibilität und auch Möglichkeit zur eigenen Gestaltung und damit auch Entwicklung einer eigener Organisationsfähigkeit genommen.


    Auf der einen Seite begrüße ich das Leistungsprinzip halt schon, da das ganze ja kein Zuckerschlecken sein soll aber auf der anderen Seite sage ich gerne nocheinmal: unstudierbar, es sei denn . Und dieses "es sei denn" ist der Unterschied der mich manchmal gewaltig ankotzt.
     
    #9
    Ich_Tarne_Eimer, 14 Februar 2008
  10. User 24257
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Es geht ja nicht nur um die Unternehmen im Ausland, bei denen ein Abschluß anerkannt ist.
    Vielmehr geht es um die Überführbarkeit der Studiengänge ineinander. Es kann mit dem neuen System viel leichter auch für eine längere Zeit ins Ausland gegangen werden (z.B. der Master im Ausland gemacht werden). Deshalb gibt es ja die Credits und die Standardisierung.

    Außerdem gibt es regelmäßig auch lobende Worte für das neue System. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,519073,00.html

    Und es bleibt nochmal zu betonen, daß der Bachelor nicht äquivalent zum Diplom ist und sein soll. Das soll dann erst der Master werden. Der Bachelor ist höchstens mit einem FH-Diplom vergleichbar. (aber selbst das nur eingeschränkt)

    Und daß die Gründe für die erhöhte Abbrecherquote nicht grundsätzlich auf den Abschluß zurückzuführen sind, hast du ja selbst geschrieben. Vielmehr geht es vermutlich um die Umsetzung oder um Gründe, die davon unabhängig sind, also vermutlich Studiengebühren.

    Vielleicht sollte man auch nicht vergessen, daß wir uns da in einer Umstellungsphase befinden. Vieles ist für alle neu und deshalb gibt es natürlich einige Probleme
     
    #10
    User 24257, 14 Februar 2008
  11. Flowerlady
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    vergeben und glücklich
    Och bin im letzten Diplom-Durchgang von Wirtschaftswissenschaften an meiner Uni.
    Meine Meinung: Das Deutsche Diplom hat nahezu überall auf der Welt noch das Qualitätssiegel "Made in Germany" (obwohl der tatsächliche Wert des Diploms zu bezweifeln ist, von Uni zu Uni unterschiedlich ist etc, sprich 2 Absolventen mit Diplom und gleicher Note (und gleicher Fächerbelegung) sind oftmals nicht ansatzweise ähnlich qualifiziert. ABER: Das Diplom ist TROTZDEM positive Werbung, auch wenn man kaum was kann :grin: ). Wie jemand mit Bachelor-Abschluss angesehen wird, das ist bisher noch offen. Dieser Abschluss muss seinen Ruf noch erarbeiten und das tut er, wenn die ersten Bachelor-Absolventen aus der Uni purzeln. Dann erst wird sich entscheiden, was inländische und ausländische Unternehmen vom Bachelor halten. Und wenn es dann heißt "Bachelor aus Deutschland ist nicht zu gebrauchen" -> dumm gelaufen! :grin:

    Bei uns (Wiwi) im Bachelorstudiengang ist es übrigens so:
    - 4 Versuche pro Klausur, die alle direkt im Anschluss ans Semester abgeleistet werden können und müssen (Diplom hatte 4 Versuche, aber nur 2 Möglichkeiten pro Semester, d.h. man konnte die Vorlesung nach 2 misslungenen Versuchen nochmal anschauen und hatte auch zwischen den Versuchen mehr Zeit zum Lernen, die Bachelor-Studenten haben weniger Zeit zum Lernen und auch keine Chance, die Vorlesung nochmal zu hören)
    - Fächer bauen aufeinander auf. Wenn man im 1. Semester Klausur X nicht bestanden hat (und dank Krankschreibung einen Versuch gerettet hat), kann man im 2. Semester die Klausur Y noch nicht mitschreiben. Verlängerung des Studiums um 1 Jahr. Würde Sinn machen, wenn es tatsächlich inhaltlich aufeinander aufbaut (denn dann sollte man erst das eine ordentlich gelernt haben, bevor man das andere macht), aber oft liegt das Durchfallen am Professor. Ich habe eine "aufbauende" Klausur gut bestanden obwohl mir die Grundlagenklausur noch fehlte. Das man alle 4 Versuche direkt nach dem Semester hat macht dann auch schon mehr Sinn, denn man MUSS die Klausur ja bestehen, wenn man weiter Studieren will.
    ABER: Nach 4 gescheiterten Versuchen ist Schluss mit dem Studium. Wenn man zwischen den Versuchen kaum Gelegenheit hat, das ganze nochmal vertieft zu lernen (mit Vorlesung, Tutorien, Arbeitsgruppen oder Nachhilfe, wenn mans immer noch nicht verstanden hat), dann ist es sehr leicht, sein Studium schnell zwangsweise abzubrechen.

    Bei uns war es damals so, dass viele nach dem 1. Semester gegangen sind, weil es anders war als erwartet oder weils ihnen zu schwer war. Dafür waren es aber im Laufe des Studiums nur wenige, die "gegangen wurden", weil sie zu oft durchgefallen sind. Bei den Bachelor-Studenten scheitern dagegen viele an den Klausuren und müssen vielleicht sogar im 4. Semester gehen, obwohl vorher alle Klausuren gut liefen und sie dort einfach einen Professor erwischt haben, der Studenten "aussieben" will.
    Kann das so richtig sein?

    Und sorry aber das mit dem Auslandsstudium kann ich so auch nicht bestätigen. Wir Diplom-Studenten (in unserem Studiengang, in anderen ist das anders) rechnen AUCH schon in Creditpoints und ausländische Studenten können bei uns studieren und wir im Ausland und wir bekommen die Leistungen anerkannt (sofern vorher abgesprochen wurde, was wir belegen wollen... natürlich kann man nicht jeden Quatsch begelegen, aber das kann man als Bachelor ja auch nicht). Das funktioniert seit Jahren bestens, dafür bräuchte man keinen Bachelor-Studiengang. Es erfordert einfach nur Koordination zwischen den Unis. Und bei uns gabs die.

    Standardisierung? Das ich nicht lache! Also bei uns hat sich an den Vorlesungen zwischen Diplom und Bachelor nichts geändert. Auch deshalb, weil Diplomer die noch Wiederholungsversuche haben, die Veranstaltung nochmal besuchen können müssen. Wollt ihr mir jetzt erzählen, dass im Laufe der Standardisierung alle deutschen und europäischen Unis sich uns angepasst haben? Die ziehen alle ihr eigenes Ding durch, teilweise unter anderem Namen, aber mit vollkommen unterschiedlichen Inhalten. Ist das Sinn der Sache?
     
    #11
    Flowerlady, 14 Februar 2008
  12. Papier
    Gast
    0
    Ich bin erleichtert das ich noch den Diplomgang erwischt habe, was unsere Bachelor Leute für ein eingeschränktes und völlig chaotisch aber angeblich durchgeplantes System haben...ne danke. Bachelor ist nie vergleichbar mit einem Diplom, ich kann nur jedem Bachelor anraten einen Master zu machen, das ist dann gleichwertig mit dem deutschen Diplom.
     
    #12
    Papier, 14 Februar 2008
  13. Flowerlady
    Verbringt hier viel Zeit
    1.273
    123
    1
    vergeben und glücklich
    Offiziell schon. Obs letztendlich von der Welt als gleichwertig angesehen wird, ist aber eine ganz andere Frage! Das Diplom hat seinen guten Ruf und auch wenn der vielleicht oft nicht mehr gerechtfertigt ist, wird er nicht so schnell zerstört. Bachelor und Master haben ihren Ruf noch nicht so recht erarbeitet und gefestigt und wenn der Master genauso qualifizierte Absolventen hervorbringt wie das Diplom, wird der Ruf schlechter sein.


    edit: bei uns sagt man auch zum Bachelor "Studienabbruch mit Abschluss" :zwinker: und das ist auch das einzig Positive daran: Man ist schon nach 2 (bzw je nach Studiengang X :zwinker: ) Jahren fertig und kann dann aufhören, wenn man gemerkt hat, dass es doch nix für einen ist und hat trotzdem einen Abschluss. Mit Vordiplom habe ich keinen Abschluss (wird aber trotzdem von manchen Unternehmen gern genommen)
     
    #13
    Flowerlady, 14 Februar 2008
  14. Starla
    Gast
    0
    Genau das sehe ich auch das als das große Manko, mit dem universitären Gedanken hat das nicht mehr so viel zu tun und das finde ich entsetzlich.
     
    #14
    Starla, 14 Februar 2008
  15. betty boo
    betty boo (29)
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    ich hab in meinem bio-bachelor-studiengang z.b. nur 3 versuche pro klausur: die eigentliche prüfung, dann eine nachschreibklausur und wenn das nicht klappt, darf man nächstes jahr wieder bei der prüfung dabei sein.
    und es ist traurig, wenn man z.b. wegen einem general studies-fach zwangsweise sein studium abbrechen muss, weil man die klausuren einfach nicht schafft...

    meiner meinung nach ist die einführung dieses ach so genialen systems gründlich nach hinten losgegangen. wir sind jetzt der dritte schwung bachelorstudenten in biologie und noch immer gibts chaos bei den stundenplänen, weil sich noch immer wichtige veranstaltungen überschneiden, viele profs machen immer noch dasselbe wie im diplom und kommen gar nicht auf die idee ihren stoff zusammenzufassen, usw... und womit die uns ständig abspeisen, wenn wir uns wieder mal beschweren müssen: "der studiengang befindet sich noch im umbruch, das dauert seine zeit." aber wie lange denn? 5 jahre? 10 jahre?
    das ist ja wie als wenn man ein buch rausbringt, das noch nicht mal zu ende geschrieben ist...
    sicher, kleine verbesserungen hier und da sind in ordnung, aber im moment läuft alles noch ziemlich katastrophal ab.

    und noch was zum thema "faule studenten". im diplom konnte es manch einer sicher etwas entspannter angehen, was ich auch gar nicht mal so schlimm finde, dann hat man nämlich nebenbei z.b. noch zeit zum arbeiten oder für ein hobby (z.b. sport). wir kommen gerade mal damit hinterher, die vorgeschriebenen arbeiten pro woche zu erledigen. vor- und nacharbeiten von vorlesungen ist da gar nicht mehr zeitlich drin (was aber bei fächern wie zellbiologie ziemlich wichtig wäre). nebenbei arbeiten kann sowieso vergessen und für hobbys bleibt auch kaum bis keine zeit. ist eben kein zuckerschlecken, aber man kann doch nicht nur für die uni leben?!
    der uni-betrieb geht bis eine woche vor den klausuren normal weiter, da hat man auch kaum zeit, früh mit dem lernen für die prüfungen anzufangen. und dann muss man den großteil eben in wenigen tagen irgendwie in seinen kopf kriegen. das ist doch auch nicht sinn der sache.
     
    #15
    betty boo, 14 Februar 2008
  16. C++
    C++
    Gast
    0
    Löschen des Acc. ist nicht möglich.
     
    #16
    C++, 14 Februar 2008
  17. Starla
    Gast
    0
    Das kann ich ehrlich gesagt auch nicht mehr hören.

    Wenn ich mein Studium in der Regelstudienzeit fertigbekommen möchte, dann ist mein Stundenplan auch vollgepackt, nebenbei arbeiten ist für mich jedenfalls nicht drin (studiere auf Diplom).

    Sicher gibt es auch jetzt noch Studenten, die es locker angehen lassen können, weil sie vllt auch nicht begriffen haben, dass sie die Zeit auch dazu nutzen könnten, fachverwandte Veranstaltungen zu besuchen, eine Fremdsprache zu lernen oder etwas anderes tun, was ihren Lebenlauf aufpoliert.

    Wer diese Chance verstreichen lässt, ist selbst schuld, und es kann nicht "Lösung" sein, einen zeitraubenden Bachelor einzuführen, damit die "faulen" Studenten an die Hand genommen werden und besser Fuß in einem Beruf fassen können.

    Dafür ist eine Universität nicht da und wer das Studium nicht schafft, hat Pech gehabt.

    Aber ich bin ja schon froh, dass ich nicht Pädagogik oder so studiere, das wird ja noch mehr belächelt als Bachelor :mad:

    Zum Nacharbeiten sind auch die Semesterferien gedacht, ich glaube kaum, dass jemand es schafft, alle Vorlesungen während des Unibetriebs nachzuarbeiten, ich kenne jedenfalls niemanden! :rolleyes:
     
    #17
    Starla, 14 Februar 2008
  18. wanci
    Gast
    0
    Ehrlich gesagt find ich es nicht so toll, sein gesamtes Studium dazu zu verwenden nur um möglichst zu brillieren und einen tollen Lebenslauf aufzubauen. Es geht da auch um andere Dinge. Nur zählt das wohl nicht, wenn selbst an Unis schon irgendwelche Firmen mitmischen. Find ich ehrlich gesagt :wuerg: Und dann das ganze gerede von wirtschaftsnaher Ausbildung. Als ob es nichts anderes als diese scheiß Wirtschaft geben würde.

    Wie soll das denn gehen? Klausuren zu den Fächern sind direkt nachhdem die Fächer stattgefunden haben. Danach die VL nachzubereiten hat so gut wie keinen Zweck mehr. Außerdem sind in den Ferien eh Praktika angesagt.
     
    #18
    wanci, 14 Februar 2008
  19. betty boo
    betty boo (29)
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    eigentlich sind es ja keine semesterferien, sondern es ist die vorlesungsfreie zeit :tongue: nur das problem ist, ich schreibe ja jetzt schon in der ersten woche der "semesterferien" die ersten klausuren. ich brauche die vorlesungen ja schon für die prüfungen, also kann ich sie auch nur jetzt nacharbeiten, weil vorher keine zeit dafür war. aber ich machs eben nur mit dem ziel, die prüfung zu schaffen und nicht, um mir das wirklich intensiv beizubringen und das finde ich echt schade, weil mich vieles wirklich interessiert.
    und bei einigen prüfungen bin ich auch nur drauf aus, überhaupt zu bestehen. fließt ja alles schon mit in die endnote ein, aber das nehm ich in kauf. man kann einfach nicht in ein paar wochen ein fach beherrschen, was man überhaupt nicht leiden mag und auch schon immer schecht darin war.
     
    #19
    betty boo, 14 Februar 2008
  20. Starla
    Gast
    0
    Ja, da gebe ich Dir sowieso recht.


    Es geht ja nicht nur um die kurzsichtige Vorbereitung auf eine Prüfung, sondern (in meinem Fall) die mittelfristige Vorbereitung auf die Vordiplomsprüfungen.

    Aber okay, wenn es dann nur darum geht, sich das Wissen schnell für eine Klausur reinzuschaufeln, ist mein Vorschlag natürlich sinnlos.
     
    #20
    Starla, 14 Februar 2008

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