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Mein Freund und seine extremen Aggressionen!

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Mrs. Fox, 6 Dezember 2017.

  1. Mrs. Fox
    Mrs. Fox (24)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    nicht angegeben
    Liebes Forum!

    Ich habe ein riesengroßes Problem, das ich nicht bewältigen kann. Hier im Forum habe ich schon öfters von den Problemen zwischen meinem Freund (35) und mir (24) geschildert. Ich bin Borderlinerin und schon lange in einer sehr guten Therapie, mache riesen Fortschritte und bin fähig die vergangenen Probleme gut zu regulieren. Von meiner Symptomatik merke ich immer weniger und bin auf einem sehr guten Weg (worauf ich sehr stolz bin :smile: )

    Vor kurzem hatte ich eine gemeinsame Sitzung mit meinem Freund bei meinem Therapeuten, wo wir konkret Kommunikationsmmöglichkeiten und Wege um eine Eskalation zu verhindern entwickelten, unser Verhalten reflektierten und allgemein daran arbeiteten uns besser zu verstehen. Die Sitzung war für alle sehr angenehm und hilfreich, danach fühlten wir uns beide sehr motiviert und erleichtert, es herrschte tagelang Frieden.

    Wichtig war unter anderem mein Problem, dass ich meinen Freund aus Paranoia und Angst mit Fragen durchbohre und er angespannt wird. Aus diesen Situationen bildet sich immer ein Konflikt. Nun ist es aber nicht meine Aufgabe eindach nicht mehr zu bohren, sondern zu schauen was dahinter steckt. Bei diesem Problem handelt es sich nämlich um eine Inszenierung, die unbewusst durch solche Dinge hervorgerufen wird (Fragen, Zweifel, Vorwürfe), um eine komforme Situation aus meiner Kindheit zu simulieren, denn ich wurde von meinem Vater oft sehr laut angeschrien oder er wurde handgreiflich. Sobald irgendein Trigger mich unsicher fühlen lässt oder ich den Bezug zu mir verliere, versuche ich durch eine bekannte Situation wieder Ruhe zu bekommen. Das ist natürlich alles nicht bewusst und erkennt man oft erst später. Der Schlüssel ist aber nur mein Bedürfnis nach Nähe und Liebe, dieses kann ich in dem Moment jedoch weder erkennen noch äußern. Da das ganze so schematisch und vorhersehbar ist, ist es also nicht schwer darauf einzugehen.

    Also beschlossen wir in der Therapie, dass es die Aufgabe meines Freundes ist meinen Zustand an meinem Verhalten zu erkennen und die Inszenierung zu verhindern; wenn sie begonnen hat kommt man nämlich nicht mehr raus. Zum Beispiel das ängstliche Kind umarmen etc. Ich selbst erkenne diesen Zustand nicht, weswegen ich mir erst später selbst Sicherheit geben kann. (Natürlich habe ich dadurch keinen Freifahrtschein.)

    Zum eigentlichen Problem: Wir reden sehr oft darüber und er hat es auch Begriffen, er war von der Sitzung begeistert und motiviert. Aber irgendwie. Funktioniert es nicht!
    Das ganze kehrt sich um! Er erkennt den Zustand nie und geht auf die Inszenierung ein. Er wird extremst wütend, aber ich (obwohl ich durch meine Krankheit mit extremer Wut zu kämpfen habe) bleibe total ruhig! Mein Erwachsenen-Ich ist so gut therapiert, dass es sich nicht verliert. Ich versuche ihn zu beruhigen und bekomme es wirklich gut hin, meine eigenen Gefühle zu regulieren. Ich gehe weder auf Provokationen ein noch reagiere ich auf seine Beleidigungen und Vorwürfe.

    Es endet dann so: Er schreit rum, behauptet immer jeder halte ihn für das größte Arschloch, er mache alles falsch (alles Dinge die ich nie sage, aber so reagiert er immer wenn ich ihn darauf hinweise wenn er sich mal falsch verhält und ihm auch klarmgache dass Fehler machen okay ist und ich auch fehler mache). Er prügelt um sich, macht mir Vorwürfe, obszöne Gesten, wirft Gegenstände nach mir, sagt ich sei an allem Schuld und ich sei das Problem und die Ursache, dass er sich immer Scheiße fühlen muss.

    Wow. und selbst das differenziere ich. Ich werde nicht wütend und wehre mich nicht, ich werde eigentlich nur traurig darüber. Er versteht einfach nie, dass es nicht darum geht zu sagen was er darf und was nicht, dass er alles falsch macht oder irgendwie scheiße sei. Es ist einfach nur so: Ich bin im Unsicherzustand und stelle eine Frage - er geht darauf ein - Inszenierung startet - Wutausbruch über Fragen - Wutausbruch darüber es nicht geschafft zu haben es zu erkennen - er wird zynisch und aggressiv gegenüber mir. Eigentlich ein Verhalten das aus meiner Krankheit entspringt. Aber ich habe es erfolgreich ablegen können :frown: Wenn es sich dann legt ist er extrem beschämt und zweifelt selbst an sich und seinem Verhalten.

    Mir bleibt dann nichts als weinen. Dann bin ich traurig, aber ich weiß dass es weder meine noch seine Schuld ist. Es hängt nur an diesem kleinen Ding. Ich bekomme meine Hausaufgaben super hin. Aber er seine null! Das ist ein riesen Problem! Ich bleibe bis zum Schluss ruhig, aber immernoch bedürftig nach Nähe, denn dann merke ich das ja wieder.

    Ich fühle mich dadurch enorm geschwächt und habe auch Angst. Was soll ich nur tun? Auf ewig Opfer seiner Aggressionen sein? Darauf warten dass er endlich seine Aufgabe versteht? Wie oft sollen wir das noch reflektieren? Wieviel Verständnis, Geduld und Stärke muss ich noch aufbringen?

    Was denkt ihr zu dem ganzen Thema?
     
    #1
    Mrs. Fox, 6 Dezember 2017
    • Lieb Lieb x 1
  2. pipilotta
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    Findest du, dass dein Freund dir die nötige Stabilität gibt und dir gut tut?
     
    #2
    pipilotta, 6 Dezember 2017
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  3. Tahini
    Tahini (46)
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    in einer Beziehung
    Ich habe den Eindruck, das, was Dich stabilisiert hat, hat Deinen Freund destabilisiert.
    Nochmal zurueck in die Werkstatt, vielleicht?
     
    #3
    Tahini, 6 Dezember 2017
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  4. User 122781
    Planet-Liebe ist Startseite
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    nicht angegeben
    ich hab eher das gefühl dein freund hat ein massives aggressionsproblem, dass er vielleicht mal für sich (therapeutisch) angehen sollte.
     
    #4
    User 122781, 6 Dezember 2017
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  5. User 123446
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    Verheiratet
    Ich denke, dass ihr euch in einer typischen BPS-Situation befindet. Ich empfehle deinem Freund "Schluss mit dem Eiertanz" zu lesen und sich, wenn ihr diese Beziehung halten wollt, selbst in Therapie zu begeben.
    Es gibt da übrigens sehr interessante psychologische Theorien dazu, wie - gerade bei Borderline - der Partner das Verhalten des BPS-Partners übernimmt. Wenn man deinen Thread vom Oktober ansieht, könnte man meinen dass das gerade passiert.
    Und es ist nicht der Job von deinem Freund, dich zu therapieren bzw. Hausaufgaben aus deiner Therapie mitzumachen.
    Es ist nett, wenn er das macht. Nicht mehr.

    (Bezeichnend weiterhin, dass du immer wieder Problemthreads (siehe Blut kotzen, Beziehungsthread, Clean-Eating...) aufmachst, in denen dir Leute ausführlich antworten, woraufhin du dann keine Antwort mehr gibst...)
     
    #5
    User 123446, 6 Dezember 2017
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  6. User 162226
    Öfters im Forum
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    nicht angegeben
    Ich muss da Eswareinmal zustimmen.
    Das ist nicht die Aufgabe deines Freundes. Es kann nicht seine Aufgabe sein. Er sollte in einer Beziehung liebender Partner sein und nicht Therapeut.

    Dass das Teile seines Verhaltens nicht rechtfertig, steht auf einem anderen Blatt. Da könnte ihm eine Therapie helfen.
     
    #6
    User 162226, 6 Dezember 2017
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  7. User 18741
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Dein Freund hat selber eigene Probleme und ist mit der zusätzlichen Verantwortung, Dein Therapeut sein zu müssen, überfordert.
    Ich finde diesen Ansatz bei euch seltsam.
    In einem Buch ("Missbrauchs-Traumata gemeinsam überwinden: Sexueller Missbrauch in der Kindheit - Auswirkungen und Folgen im Erwachsenenalter - Die Rolle des Partners im Heilungsprozess") wird explizit mehrfach davon abgeraten, den Partner zum Therapeuten zu machen.
    Dies gefährde die Beziehung und schade dem Partner enorm, nicht selten müssen die (dann) Expartner am Ende der Beziehung selbst in Therapie.
     
    #7
    User 18741, 6 Dezember 2017
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  8. Mrs. Fox
    Mrs. Fox (24)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    nicht angegeben
    Falls es nicht deutlich ist: es geht hier NICHT darum, dass mein Freund verantwortlich dafür ist dass eine Inszenierung hervorgerufen wird und NICHT darum, dass er meinen Therapeuten ersetzen soll.

    Seine Aufgabe ist es einfach seinen Teil (darauf eingehen und damit Öl ins Feuer zu gießen) nicht noch draufzugeben wenn dieses Schema wieder anfängt aufzutreten und STATTDESSEN auf meine Unsicherheit eingehen soll. Wenn man versteht dass das hibter meinen Fragen steckt sollte man auch erkennen dass das das eigentliche Thema ist und darauf statt auf eine vorhersehbare Inszenierung einzugehen hat NICHTS mit therapieren zu tun. Das habe ich nicht nötig.
    Wenn er mir Vorwürfe macht, provoziert, beleidigt kann ich auch dahinterschauen weil es auch ein gewisses Schema ist was da abläuft. Dann gehe ich auf sein Gefühl ein und spiele da nicht noch mit. Und genauso sollte es sein.
    Und genau das ist das Problem! Dass er es nie durchschaut und schlussendlich nicht auf das wesentliche eingeht, obwohl man es schon so oft thematisiert hat und er es im Grz1nde auch versteht. Aber es passiert nie.
     
    #8
    Mrs. Fox, 7 Dezember 2017
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  9. User 107106
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    Dann passt ihr nicht zusammen.
    Selten sage ich soetwas so deutlich, aber ihr tut euch nicht gut, du erwartest von jemandem mit einer Impulskontrollstörung dir gegenüber stets korrekt zu reagieren. Wie soll das gehen?
    Und ja, du erwartest von ihm etwas, was selbst ein gesunder Mensch nicht schaffen kann. Ich finde den Ansatz deines Therapeuten schlicht falsch - oder du hast es falsch verstanden.
    Selbstverantwortung ist das Stichwort. Bl ziehen so schon viele Leute mit in den Abgrund, ein Unding den Partner da noch mehr zu involvieren, anstatt ihn zu schützen und ihm Grenzen beizubringen.
     
    #9
    Zuletzt bearbeitet: 7 Dezember 2017
    User 107106, 7 Dezember 2017
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  10. User 123446
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    Verheiratet
    Es geht nicht darum, dass er deinen Therapeuten "ersetzt", sondern dass er eine Hausaufgabe aus deiner Therapie übernimmt. Das ist einfach NICHT seine Aufgabe. Du erwartest zuviel.
    Es ist DEIN Job, die Inszenierungen zu erkennen und da rauszufinden.
    Es ist DEIN Job, mit deiner Vergangenheit aufzuräumen.

    Dein Freund kann dich insofern unterstützen, dass er dich liebt und es dir zeigt, aber du erkennst leider so gar nicht an, in was für ein Gefühlschaos du auch ihn stürzt mit deinen Ausbrüchen.
    Und ja, er hat scheinbar durchaus auch psychische Probleme. Er kann dir nicht noch zusätzlich eine Stütze sein, v.a. nicht in dem Maß, in dem du das erwartest. Sonst ist er nämlich selbst bald reif für die Klapse, was in BPS-Beziehungen ja nun nichts ungewöhnliches ist.

    Wenn ihr euch nicht gut tut, weil er sich durch dich wieder scheiße und als Versager fühlt - was vermutlich in SEINEM Leben, seinem Wesen, seiner Vergangenheit begründet liegt (und davon berichtest du schon in deinem Thread von vor einem Jahr) - und du aber Dinge von ihm erwartest, die er als Partner nicht leisten kann und dadurch in deiner Störung bestärkt wirst, dann haut das mit euch so, wie es ist, einfach nicht hin.

    Ihr habt euch volles Rohr in ein Problem reinmanövriert, und das wurde dir letzten Dezember durchaus auch schon zurückgemeldet (als du beschrieben hast, dass du ihm vorwirfst, du würdest wegen ihm leiden und er deshalb immer wieder Ausraster hatte).
    Du bist ja echt auch nicht ohne:
    Das war im Oktober. Das ist nicht mal ein halbes Jahr her... meinst du echt, ein Partner steckt solche Situationen einfach mal so weg?
    Ebenfalls Oktober:
    Krass, welchen Belastungen du deinen Freund aussetzt und dann von ihm offenbar erwartest, dass er dich auch noch auffängt.
    Eine gesunde Beziehung sieht anders aus.

    Und du übernimmst leider keine Verantwortung für dich. Du schreibst immer wieder, deine Therapie würde so fruchten, aber im Endeffekt hat sich scheinbar nicht viel geändert.
     
    #10
    User 123446, 7 Dezember 2017
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