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Mein langer Weg zum Sex

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von alter, 25 Februar 2009.

  1. alter
    alter (64)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Verheiratet
    Hallo, ich bin neu hier und weiß gar nicht, ob ich an der richtigen Stelle mit meinem Anliegen bin.

    Ich wurde Anfang der 50iger Jahre des vorigen Jahrhunderts geboren, bin also jetzt fast 60 Jahre alt.

    Ich habe, was Sexualität und Liebe angeht, eine recht eigenartige wenn nicht sogar krankhafte Entwicklung durchgemacht, die mich mein ganzes Leben lang belastet hat. Jetzt endlich bin ich so weit, dass ich Liebe und Sex genießen kann. Den langen Weg dorthin möchte ich gern irgendwie loswerden. Ich muss mir das einfach mal von der Seele schreiben. Ein Grund ist auch, dass ich darstellen will, wie schädlich eine falsche "Aufklärung" und Moralvorstellungen sein können.

    Es wird ein langer Text in mehreren Teilen. Aber es ist ja niemand gezwungen das hier zu lesen. Vielleicht kann es für den einen oder anderen sogar hilfreich sein, von mir zu erfahren, wie es mir erging:

    Ich wuchs in einer intakten Familie auf: Vater, Mutter, Schwester und sogar die Großeltern in unmittelbarer Nähe. Kein größerer Streit in der Familie, alles harmonisch. Aber ich habe niemals erlebt, dass meine Eltern oder Großeltern irgendwelche körperlichen Zärtlichkeiten ausgetauscht hätten. Kein Kuss, kein Streicheln, nicht einmal an die Hand fassen vor uns Kindern. Auch ich selbst bekam zwar eine gute Erziehung und viel emotionale aber fast keine körperliche Zuwendung. Ich glaube damit fing meine Fehlentwicklung schon an.

    Nachdem ich etwa 9 Jahre als geschlechtsloses Wesen gelebt hatte, bekam ich meine ersten Erektionen und begann zu onanieren. Allerdings hatte ich dabei noch kein Interesse an Mädchen.

    Zu Beginn der fünften Klasse kam ich in eine neue Schule, da meine Eltern in einen anderen Ort umgezogen waren. Und hier begann das Drama:

    In der neuen (5.!) Klasse gab es einige Jungen, die in den Pausen die Mädchen sexuell belästigten. Sie fassten an den Busen und zwischen die Beine der Mädchen, wobei sie auch unter die Kleidung griffen. Dabei wurden die Mädchen z. T. von andern Jungen festgehalten. Die Mädchen wehrten sich gegen diese Übergriffe, aber nicht eine machte Meldung bei den Lehrern. Selbst eine versuchte Vergewaltigung gab es. Ein Mädchen wurde auf den Lehrertisch gelegt, festgehalten und ein Junge versuchte ihr seinen Penis einzuführen.

    Ich fand dieses Treiben sexuell sehr erregend und machte fleißig mit dabei. Allerdings habe ich es bei Berührungen belassen und auch niemals ein Mädchen von anderen festhalten lassen, während ich sie berührte. Lieber ließ ich mich von meinem Opfer kratzen und beißen. Aber ich spürte starke sexuelle Erregung dabei und machte es immer wieder. Natürlich waren wir uns im Klaren darüber, dass wir etwas Verbotenes taten. So wurde der Grundstein bei mir gelegt, dass ich noch Jahre später jede körperliche Zärtlichkeit als etwas Schlechtes, Verbotenes empfand.

    Interessant ist folgende Begebenheit: Ich bemerkte eines Tages, dass ein Mädchen, als ich ihr die Hand in das T-Shirt (damals sagte man noch Nikki) steckte und den wirklich hübschen kleinen Busen streichelte, sich nicht wehrte. Ich war total irritiert und fasste sie nun nicht mehr an. Kurz darauf begannen die Ferien und ich erhielt von ihr aus dem Ferienlager einen Brief in dem sie schrieb, dass sie sich in mich verliebt hat und mit mir gehen möchte. Und nun meine Reaktion: Ich verachtete sie dafür und habe sie nie mehr angesehen! Wie konnte sich ein Mädchen an den Busen fassen lassen ohne sich zu wehren? Das war für mich total unverständlich. Dabei war sie wirklich ein liebes und noch dazu hübsches Mädchen. Was hätte ich mit ihr für schöne erste Erfahrungen sammeln können! Aber dafür war ich schon zu stark geschädigt.

    Eine weitere Besonderheit hat zu meiner sexuellen Fehlentwicklung beigetragen: Ich fuhr jedes Jahr mit meinen Eltern an die Ostsee in Urlaub. Dort badeten wir fast ausschließlich am FKK-Strand. Sogar schon zu Zeiten als FKK noch verboten war! Da ich dadurch von Kindheit an an den Anblick nackter Frauen gewöhnt war, hat dieser Anblick für mich wesentlich weniger Reiz als für andere Männer. Aber schlimmer für mein Sex-Leben war, dass es am FKK-Strand natürlich ein absolutes nogo (wie man heute sagt) ist, eine Erektion zu bekommen.

    Ich lernte also, die schönsten Frauen (und da gab es manchmal wirklich was zu sehen) zu betrachten, ohne eine sexuelle Regung zu verspüren. Danach war es mir auch sonst immer peinlich, eine Erektion zu bekommen und ich habe mich selbst in meiner Ehe jahrelang vor meiner Frau geschämt, wenn sie meinen steifen Penis zu sehen bekam. Durch den Aufenthalt am FKK-Strand wurde meine Einstellung, dass Sexualität und sexuelle Erregung etwas Schlechtes seien, noch weiter bestärkt.

    Dann kam der „Aufklärungsunterricht“: Wir wurden zu einer Veranstaltung zum Thema „sexuelle Aufklärung“ eingeladen. Was dort mit uns gemacht wurde, war unter aller Kanone: Es wurde vorausgesetzt, dass wir alles schon wissen. Es ging nur darum, Sexualität schlecht zu machen. Natürlich wurde das Märchen, das Selbstbefriedigung krank macht, erzählt und ansonsten wurden nur „Tipps“ gegeben, wie man seine Sexualität unterdrücken kann und immer wieder betont, dass wir uns von Mädchen fernhalten sollen und dass Mädchen, die sich mit Jungens abgeben, Schlampen sind.

    Und dabei wusste ich mit 15 nichts, aber auch gar nichts über Sex!! Ich wusste nicht, dass es normal ist, dass ein Mann einer Frau seinen Penis in die Vagina einführt. Ich hielt das für ein schlimmes Verbrechen. Ich wusste nicht, dass Frauen ebenfalls sexuelle Bedürfnisse haben und Spaß am Sex haben können. Ich dachte, jede körperliche Berührung insbesondere an den Brüsten oder gar an der Vagina wäre für Frauen eine schlimme Belästigung. Geschweige denn, dass ich etwas über erogene Zonen, weibliche Orgasmen usw. erfahren hätte.

    Dieser „Aufklärungsunterricht“ war der endgültige Todesstoß für mein Sexualleben.

    Und doch verliebte ich mich mit 15 in ein Mädchen aus einer Parallelklasse. Sie war die Hübscheste aus dem gesamten Jahrgang (zumindest in meinen Augen). Und ich kam mit ihr zusammen. Wir trafen uns in der Freizeit, gingen zusammen Wandern, ins Theater (nicht ins Kino – wir waren ja gebildete junge Leute) usw. usf.

    Allerdings war ich immer sehr darauf bedacht, sie ja niemals zu berühren. Ich liebte sie ja und wollte ihr deshalb nichts „Schlechtes“ antun. Das gipfelte in Folgendem: Wir saßen nach einem Theaterbesuch allein in einem unbeleuchteten Zugabteil (der Schaffner musste erst kommen, die Gaslampen in den uralten Wagen anzünden) und ich verspürte ein großes Verlangen, sie in den Arm zu nehmen. Aber ich war „stark“. Ich unterdrückte mein Verlangen und berührte sie nicht einmal mit den Fingerspitzen. Wie stolz war ich, mich so gut beherrschen zu können! Ich dachte, sie müsse mich deshalb besonders stark lieben!

    Kurz darauf gingen wir gemeinsam im Wald spazieren. Da fasste sie einfach meine Hand, zog mich zu einer Bank, setzte sich auf meinen Schoß und küsste mich. Sie wollte Zungenküsse und suchte mit ihrer Zunge nach meiner, die ich aber ängstlich vor ihr versteckte. Wie konnte sie nur so etwas Unanständiges mit mir machen??

    Das ganze irritierte mich schon sehr. Außerdem war ich der Meinung, dass es mir als 15-jährigem überhaupt nicht zustünde, ein Verhältnis mit einem Mädchen zu haben. Ich verleugnete meine Liebe zu ihr vor allen und stritt ab, irgendetwas mit ihr zu haben. Als Junge gibt man sich doch nicht mit Mädchen ab – hatte ich im Aufklärungsunterricht gelernt.

    Sie muss mich wirklich sehr geliebt haben, denn sie hielt dieses unmögliche Verhalten von mir über ein Jahr lang aus, ehe sie Schluss machte und sich einen richtigen Freund suchte.

    Doch was machte ich? Ich lernte überhaupt nichts daraus. Ich hielt sie für verdorben und war stolz auf meine Standhaftigkeit. Dann kam der nächste Sommerurlaub. Ich war 16. „Natürlich“ fuhr ich mit den Eltern. Heute ist es mir absolut unklar, wie ein junger Mann mit 16 noch mit seinen Eltern in Urlaub fahren kann.

    In unserem Urlaubsquartier wohnte noch eine Familie, die eine ebenfalls 16-jährige Tochter hatte. Diese Tochter war das schönste Mädchen, das ich je gesehen habe. Einfach ein Traum! Und sie begann sofort, sich mit mir anzufreunden! Wir tobten am Strand und im Garten, waren den ganzen Tag zusammen, aber ich verliebte mich nicht in sie. Dazu war sie viel zu schön! Und außerdem war da wieder mein Stolz: Ich war stolz darauf, sie nicht ein einziges Mal berührt zu haben, oder bei ihrem Anblick sexuelle Erregungen verspürt zu haben.

    Nach dem Urlaub schrieb sie mir regelmäßig Briefe und ich besuchte sie mehrmals. Sie wohnte etwa 50 km entfernt. Also keine unüberbrückbare Entfernung. Wir verbrachten ganze Tage gemeinsam, ich war bei ihr zu Hause gern gesehen und alle dachten, wir seien zusammen. Nur für mich kam das überhaupt nicht infrage.

    Dann der nächste Sommer! Wir beide 17! Und wieder beide mit den Eltern in Urlaub! Wie ich mich heute dafür schäme! Wieder im gleichen Haus. Jetzt übernahm sie aber die Initiative und küsste mich. Weil es doch gar zu schön war, ließ ich mich auf die Küsserei ein. Sogar mit Zunge! So etwas wurde doch manchmal im Fernsehen gezeigt und da konnte es ja nicht gar zu schlimm sein.

    Als sie mich dann aber bei einer wilden Knutscherei aufforderte, doch endlich einmal ihre Brüste zu streicheln, da konnte ich das einfach nicht. Es war mir absolut unmöglich, einem Mädchen, dass ich sehr gern hatte und der ich nur Gutes wünschte, an die Brust zu fassen. Sie fragte mich dann, ob ich schon einmal richtig mit einem Mädchen zusammen gewesen sei und alles mit ihr gemacht hätte. Sie wollte also wissen, ob ich schon einmal Geschlechtsverkehr hatte und damit natürlich andeuten, dass sie gern mit mir schlafen wollte. Und ich? Ich verstand ihre Frage überhaupt nicht! Ich wusste nicht, was sie von mir wissen wollte! Ich wusste mit 17(!!!) immer noch nicht, was Geschlechtsverkehr ist und das Frauen so etwas genauso gern machen, wie Männer.

    Heute frage ich mich, wieso ich das nicht wusste? Es müsste doch in Biologie behandelt worden sein. Ich war immerhin in der 11. Klasse! Entweder wurde es wirklich nicht behandelt, oder ich hatte es verdrängt. Jedenfalls war mir jede Berührung des weiblichen Körpers weiterhin total suspekt. Einerseits sehnte ich mich unheimlich danach, sie zu streicheln und ihre Brüste zu berühren. Ich stellte mir das beim Onanieren bildlich vor. Und gerade deshalb war es für mich etwas total Schlechtes und unmöglich in die Praxis umzusetzen.

    Trotz dieses unglaublichen Verhaltens hielt sie an mir fest. Schrieb mir weiterhin Briefe, sagte ihren Eltern, dass sie mich heiraten wolle usw. Für mich kam eine Beziehung mit ihr (ob mit oder ohne Sex) aber überhaupt nicht infrage, da sie wirklich außergewöhnlich attraktiv war und ich mich für grundhässlich hielt (und auch heute noch halte).

    Dann wurde ich 18, machte Abitur und es kam der Abschlussball. Es war das erste mal, dass ich eine Tanzveranstaltung besuchte. Ich hatte mich vorher immer von solchen „unmoralischen“ Veranstaltungen fern gehalten. Hier ließ es sich aber nicht vermeiden. Und es kam, wie es kommen musste: Ein Mädchen, mit dem ich vorher keine drei Worte gesprochen hatte, schnappte sich mich, zog mich nach draußen vor die Tür und küsste mich! Sie war zwar auch recht hübsch, hatte aber keine gute Figur und wirkte nicht gerade attraktiv auf mich.

    Das war der Grund, dass ich mich auf eine Beziehung mit ihr einließ. Wir trafen uns öfter, sie stellte mich ihren Eltern als ihren Freund vor und jetzt brachte ich es sogar fertig, ihr an den Busen zu fassen und ihren Körper zu streicheln. Ich war mir bewusst, dass ich sie nie lieben würde. Daher hatte ich auch weniger Hemmungen, Körperkontakt mir ihr zu haben.

    Aber immer noch hatten wir keinen Geschlechtsverkehr, obwohl ich inzwischen 19 war. Ich wusste immer noch nicht, was das ist. Woher auch? Pornographie gab es in der DDR nicht. Und Sexualität war im öffentlichen Leben tabu.

    Dann musste ich zur Volksarmee…

    Bis hierher heute. Falls ihr nichts dagegen habt, schreibe ich demnächst den zweiten Teil und stelle ihn hier ein.

    Der zweite Teil ist weiter unten unter # 17, der dritte unter #37, der vierte unter #50 und der Schluss unter #68 gespeichert
     
    #1
    alter, 25 Februar 2009
  2. FreeMind
    Gast
    0
    Sehr gerne, du hast einen gut lesbaren Schreibstil und ich bin "gespannt" wie es weitergeht.
     
    #2
    FreeMind, 25 Februar 2009
  3. Camabaso
    Camabaso (28)
    Verbringt hier viel Zeit
    215
    101
    0
    nicht angegeben
    Ich finde deine Geschichte sehr interessant und würde gern weiter lesen. Nur mal so als feedback.
     
    #3
    Camabaso, 25 Februar 2009
  4. Jolle
    Jolle (29)
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    vergeben und glücklich
    Oh ja, schreib schnelle den nächsten Teil, ich bin ganz gefesselt :smile:
     
    #4
    Jolle, 25 Februar 2009
  5. schneewante
    Verbringt hier viel Zeit
    213
    103
    4
    vergeben und glücklich
    ich schließe mich den beiden an, bin sehr gespannt auf deinen zweiten teil...!
     
    #5
    schneewante, 25 Februar 2009
  6. LittleFlower
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    Ich habe deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen! Ich bin gespannt wie es weiter geht.
    Ich bin auch sehr betroffen, was dir passiert ist.. Dass Sexualität früher so unter den Tisch gekehrt worden ist.. und es tut mir auch ehrlich leid :frown:
     
    #6
    LittleFlower, 25 Februar 2009
  7. User 85539
    User 85539 (33)
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    vergeben und glücklich
    schließe mich an :smile: bitte weiterschreiben!
     
    #7
    User 85539, 25 Februar 2009
  8. User 53748
    User 53748 (28)
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    in einer Beziehung
    Ich möchte auch wissen wie es weitergeht. Ich kann das irgendwie kaum fassen, das ist als wär das was du erlebt hast nicht hier passiert, sondern auf einem anderen Stern. Klar weiß ich, das das Thema Aufklärung früher ganz anders behandelt wurde als heute und die Menschen oft einen anderen Bezug zum Sex hatten, aber einen so "persönlichen" Eindruck habe ich davon noch nie gewonnen. Echt unmenschlich was euch erzählt wurde und merkwürdig auch, was bei euch damals in den Klassen vor sich ging. So ein Umgang mit Mädchen ist doch heutzutage in den Klassen fast undenkbar. Und wenn, dann weiß jeder dass es sich dabei um sexuellen Missbrauch oder gar Vergewaltigung handelt und keines falls "normal" ist...
     
    #8
    User 53748, 25 Februar 2009
  9. User 18780
    User 18780 (33)
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    Verheiratet
    Interessant zu lesen. Ich warte auf weitere Teile! :smile:
     
    #9
    User 18780, 25 Februar 2009
  10. alter
    alter (64)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    Verheiratet
    Schön, wenn mein Geschreibsel euer Interesse findet.

    Ich bitte aber, meine Erfahrungen nicht zu verallgemeinern. Bei mir trafen bestimmt mehrere ungünstige Faktoren, die ich beschrieben habe, zusammen, um diese Fehlentwicklung auszulösen.

    Und natürlich kam meine grenzenlose Dummheit auf diesem Gebiet hinzu. Wie konnte ich nur so blöd sein? Die meisten meiner Altersgenossen wussten doch auch Bescheid. Aber ich habe ja auch mein Abi mit einer glatten "1" gemacht. Da konnte ich mich um solche Dinge nicht kümmern …

    Ich sitze gerade am zweiten Teil.
     
    #10
    alter, 25 Februar 2009
  11. Zuckerherz
    Zuckerherz (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    194
    103
    7
    Single
    Wenn ich mir das hier so durchlese, könnte ich mir das auch gut als Film vorstellen. Als Biographie-Film oder so. Fände ich auf jeden Fall interessant. Es zeigt Seiten des Lebens, mit denen man noch nicht konfrontiert worden ist.
    Schließe mich den anderen an und erwarte den zweiten Teil! :smile:
     
    #11
    Zuckerherz, 25 Februar 2009
  12. Hasipupsi
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    133
    47
    vergeben und glücklich
    Wow...ich hing regelrecht am Bildschirm^^
    Bin auch gespannt, wie es weitergeht!
     
    #12
    Hasipupsi, 25 Februar 2009
  13. Blue Eye
    Gast
    0
    Wow echt interessant. Ich hoffe es geht bald weiter :smile:
     
    #13
    Blue Eye, 25 Februar 2009
  14. MySelf1984
    Gast
    0
    Auch ich bin sehr gespannt wie es weitergeht. Sehr interessant.
     
    #14
    MySelf1984, 25 Februar 2009
  15. fornix
    fornix (37)
    Verbringt hier viel Zeit
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    16
    nicht angegeben
    Auch von mir ein dickes Kompliment. Liest sich sehr gut und bin gespannt auf Teil 2.
    Ohne dir zu nah treten zu wollen. Ich finde es erschreckend, wie man fast sein komplettes Leben lebt ohne sich dabei selbstkritisch zu betrachten.
    Hast du vorher nie das Erlernte mal in Frage gestellt?
     
    #15
    fornix, 25 Februar 2009
  16. Zuckerherz
    Zuckerherz (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    194
    103
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    Single
    Wie soll er es denn kritisch betrachten. Er kannte doch nichts anderes. Es gab keine Information... Und warum sollte man denken, dass es falsch ist, was die Eltern und die Schule einem beibringt...
     
    #16
    Zuckerherz, 25 Februar 2009
  17. alter
    alter (64)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    262
    43
    5
    Verheiratet
    Natürlich hast du Recht. Das frage ich mich jetzt auch. Aber damals war für mich alles so logisch und passte so gut zusammen:

    - Eltern und Großeltern führen eine harmonische Ehe und streiten sich kaum, da sie sich körperlich nie berühren;

    - Fasst man Mädchen an und berührt ihre primären oder sekundären Geschlechtsorgane, gibt es mächtigen Ärger und sie zeigen deutlich dass ihnen das äußerst unangenehm ist;

    - Man kann von einer ganzen Menge nackter Frauen und auch gleichaltriger Mädchen umgeben sein, ohne die geringste sexuelle Erregung zu verspüren;

    - Der Lehrer im Aufklärungs-Kurs bestätigt, dass man mit seinen Auffassungen richtig liegt;

    Wieso sollte ich an meiner Auffassung zweifeln, dass man einem geliebten Mädchen seine Liebe am besten dadurch zeigen kann, dass man jede körperliche Berührung vermeidet?

    Hier der zweite Teil meiner Geschichte:

    Ich war nun Soldat im Grundwehrdienst bei der Nationalen Volksarmee der DDR und hatte deshalb kaum Gelegenheit, Mädchen kennen zu lernen. Unsere Einheit lag in einem gottverlassenen Nest, weitab jeder Stadt. Also gab es auch im Ausgang höchsten eine handvoll Mädchen in der Umgebung der Kaserne, die alle natürlich längst vergeben waren.

    Aber ich hatte ja noch meine Freundin vom Abi-Ball. Sie schrieb mir eines Tages, dass sie für ein Wochenende allein in der Wohnung ihres Onkels sei, der nicht allzu weit von meinem Standort entfernt wohnte. Ob ich sie nicht einmal besuchen wolle? Natürlich wollte ich! Ich reichte also Urlaub ein und bekam einen Tag Urlaub genehmigt. Wir mussten damals monatelang in der Kaserne bleiben und konnten nicht wie heute jedes Wochenende nach Hause fahren.

    Ich fuhr zeitig früh los und kaufte auf dem Hauptbahnhof der Stadt, in der ich umsteigen musste, einen Blumenstrauß. Hier übersah ich eine Streife der Militärpolizei und grüßte sie nicht vorschriftsmäßig. Jetzt wäre es fast schon vorbei gewesen, mit dem Besuch, denn sie hätten mich zurück in die Kaserne schicken können. Aber nach vielen Entschuldigungen meinerseits begnügten sie sich mit einem Vermerk auf dem Urlaubsschein.

    Blumen hatte ich nun, aber keine Kondome. Wieso nicht? Weil ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht hatte, wozu eigentlich diese komischen Automaten auf allen öffentlichen Toiletten gut sind. Und selbst dort etwas kaufen? Völlig unmöglich!

    Ich kam in der Kleinstadt an, sie holte mich vom Bahnhof ab und wir gingen in die Wohnung des Onkels. Dort haben wir den ganzen Tag mit wirklich tollem Petting auf dem Sofa zugebracht. Wir küssten uns endlos und streichelten uns fast überall. Fast! Das ist das Problem. Denn wir ließen beide den Slip (wir sagten natürlich noch Schlüpfer bzw. Unterhose) an und ich dachte nicht im Traum daran, ihr zwischen die Schenkel zu fassen. Meine nun doch nicht zu vermeidende Erektion konnte ich einigermaßen in der Unterhose verstecken.

    Wir brauchten nichts zu Essen oder zu Trinken, wir waren uns gegenseitig vollkommen genug! Ich dachte nun, den Gipfel des Sex erreicht zu haben und alles, was es auf diesem Gebiet zu erleben gibt, erlebt zu haben. Dass das Ganze eigentlich nur das Vorspiel war – woher sollte ich das wissen?

    Sie brachte mich zum Bahnhof, machte aber keinen so ganz glücklichen Eindruck dabei. Ich musste nun dringend auf der Zugtoilette das viele angestaute Sperma loswerden…

    Als ich wieder in der Kaserne war, schrieb ich ihr natürlich, wie schön es mit ihr war. Es kam aber nicht allzu viel zurück. Heute weiß ich warum… Wenige Wochen später kam ein Brief von ihr. Sie schrieb, dass sie schwanger sei. Aber nicht von mir. Wie denn auch? Sie hatte sich nach unserm Petting-Tag einen richtigen Mann gesucht, der aber in Sachen Verhütung genauso blöd wie ich gewesen sein muss.

    Da war meine Dummheit also mal für etwas gut gewesen.

    Nach der Entlassung von der Armee begann ich ein Studium und wohnte in der Großstadt im Internat. Nun wollte ich doch gern eine richtige Freundin haben und verguckte mich auch in die eine oder andere Kommilitonin. Andere Frauen lernte ich nicht kennen, denn außer dem Studium gab es für mich nichts. Kneipenbesuche, Disco usw. kamen für mich überhaupt nicht in Betracht.

    Dieses gezielte Suchen spüren aber alle Frauen sofort und es macht den Mann total unattraktiv. Es war also klar, dass ich von allen, die ich anbaggerte, einen Korb bekam. Ich bezog das natürlich wieder auf mein unattraktives Äußeres und meinte, dass ich nun gar keine mehr abbekommen würde.

    Besonders betroffen machte mich eine Kommilitonin, mit der ich gemeinsam eine große Belegarbeit geschrieben habe. Wir waren uns dabei schon sehr nahe gekommen, hatten Tage- und Nächtelang gemeinsam gearbeitet und ich dachte „Mit der muss es was werden!“.

    Doch dann kam der Hammer: Ich hatte bei einem Gespräch mit einigen männlichen Kommilitonen durchblicken lassen, dass ich mir mit ihr mehr als nur gemeinsames Arbeiten vorstellen könne. Das hat ihr jemand zugetragen. Am nächsten Tag sage sie mir „Du willst mich doch nur ins Bett haben!“ und brach jeden Kontakt zu mir ab.

    Inzwischen war mir durch Gespräche mit den Kommilitonen irgendwie doch klar geworden, was Geschlechtsverkehr ist und das es lohnenswert ist, danach zu streben. Allerdings wollte ich gerade bei der, die mir das unterstellte, keinen Geschlechtsverkehr, denn für mich galt immer noch, dass man so etwas mit einem Mädchen, das man liebt, nicht macht.

    Und nun sprang ich wirklich über meinen Schatten und tat etwas für mich Ungeheuerliches: Ich ging am nächsten Samstag in den Studentenclub in die Disco. Damals noch eine ganz neue Erfindung. Es wurden vom Disc-Jockey noch richtige Vinyl-Schallplatten aufgelegt. Aber ansonsten war es schon wie heute: Laut, heiß, halbdunkel…

    Kaum dass ich dort war, sprach ich das erste beste Mädchen an, dass ich niedlich fand und tanzte mit ihr. Natürlich wurde uns warm, wir gingen nach draußen und dort nahm ich sie in den Arm und küsste sie einfach. Es lief also alles so ab, wie auch heute noch bei den meisten Discobesuchern. Ich glaube da war ich das erste Mal in meinem Leben einigermaßen normal.

    Das sollte aber nicht sehr lange anhalten. Warum nicht, schreibe ich im dritten Teil.
     
    #17
    alter, 25 Februar 2009
  18. salgi
    Sorgt für Gesprächsstoff
    66
    31
    0
    nicht angegeben
    musste ich wieder löschen...
     
    #18
    salgi, 25 Februar 2009
  19. alter
    alter (64)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    262
    43
    5
    Verheiratet
    Nanu, warum denn das?

    Verstehe - für so viel Blödheit gibt es keine Worte, um das zu kommentieren. :kopf-wand
     
    #19
    alter, 25 Februar 2009
  20. Jolle
    Jolle (29)
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    vergeben und glücklich
    Ich habe eigentlich überhaupt kein Interesse am Lesen, aber das hier fesselt mich total. Wenn du mal ein Buch schreiben solltest, dann sag bescheid. Ich würds mir glatt holen :smile:
     
    #20
    Jolle, 25 Februar 2009

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