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Mein Leben - Ein einziger Wettkampf?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Subway, 30 März 2009.

  1. Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    Vor ein paar Tagen ist es mir wieder aufgefallen: Mein Leben ist ein Wettkampf und wenn ich so in die Vergangenheit blicke, dann ist es das auch schon ziemlich lange.

    Ich weiß eigentlich sogar noch ziemlich gut, wann das alles angefangen hat. Es war auf dem Berufskolleg, nach der Realschule. Denn mit dem Wechsel auf die neue Schule kamen auch die ersten, ernsthaften Erfolge: Gute Noten, die Leute wollten meine Hilfe und ich konnte sie ihnen auch geben. Es war ein schönes Gefühl. Man konnte anderen helfen, hatte dazu noch die Erfolge von sich und den Respekt der anderen Mitschüler. Ich war nicht überall der beste Schüler, aber es gab eine feste Spitze von einigen Personen und zu der gehörte ich dazu.
    Das ganze ging in der Ausbildung weiter. Ich konnte in der Ausbildung machen was mir Spaß machte, nämlich das, was auch zu meinem Beruf wurde. Schnell wurde ich vom Chef zum "besten Pferd im Stall" gekührt, bekam die Leitung einzelner Projekte übertragen und stach damit auch Mitazubis aus den höheren Jahrgängen aus. Ich war Anlaufpunkt für Fragen und hatte Verantwortung.

    Dafür könnte ich jetzt noch andere Beispiele aufzählen: Sport, Hobbys, Beruf. Wenn mir etwas Spaß macht, dann gehöre ich meist auch zu den besseren und damit fängt für mich dann auch wieder der Wettkampf an. Ich genieße es zu "gewinnen", herauszustechen aus der Masse, wegen meiner Leistung respektiert zu werden.

    "Will der Angeber uns zeigen, wie toll er doch ist?", so oder so ähnlich kann ich schon einige Stimmen hören.

    Aber das ist es nicht, denn wo es Licht gibt, da gibt es auch Schatten. Bei mir sind es zwei Schatten:

    1. Die Arbeit dahinter und den Verlust von Spaß
    Das ist etwas paradox, wenn ich an etwas Spaß habe, dann beschäftige ich mich damit und hebe damit Sport oder Hobby schon fast auf ein semi-professionelles Niveau. Ich eigne mir Hintergründe an, lerne z.B. die Mathematik dahinter, obwohl die den 0815 Spieler nicht interessiert und er sie auch nicht brauch. So spielen meine Freunde z.B. gemütlich um ein paar Cent Poker und haben ihren Spaß, bei mir ging es hingegeben bald um 4-stellige Summen im Monat.
    Nur wisst ihr, was dann immer passiert? Um meine Fähigkeiten in einem Bereich zu trainieren, schließe ich mich Leuten an, die die Sache eben wirklich professionell machen. Es folgen Verpflichtungen, regelmäßige Trainings und der Spaß geht schnell flöten. Das hat sich schon von einfachen Computerspielen bis hin zur Aufgabe meines Postens als Team Captain eines jungen und recht erfolgreichen Sportteam gezogen. Viele Hobbys wurden aufgegeben, weil sie mir zu viel wurden, zu viel Ernsthaftigkeit bei etwas, das eigentlich Spaß machen sollte. Nur auch den Weg zurück schaffe ich nicht. Einmal Höhenluft geschnuppert verliere ich das Interesse am "normalen".

    2. Ich kann nicht verlieren
    Nach außen hin bin ich wohl ein ziemlich guter Verlierer. Kaum einer wird es merken, wenn ich mich bei einem Verlust ärgere. Allerdings ist es auch nicht der Verlust eine einzelnen Spiels der mich ärgert oder wenn ich $200 am Tag durchs Pokern verliere. Es ist der Verlust von Respekt, der Verlust der Fähigkeit anderen helfen zu können. Oder auch einfach nie an diese Stelle zu kommen, an die Stelle an der man den Respekt und den Verdienst bekommen sollte.

    Der Auslöser, wegen dem ich mir überhaupt mal ernsthaft Gedanken darüber gemacht hab waren zwei Dinge. Einer davon war hier im Forum, die Wahl des Mr. PL. Wieder ein "Wettkampf", bzw. natürlich eher schon die Siegerehrung. Die Top 3 regelmäßig von anderen belegt, oft die gleichen, die bekannte "Spitze" (die Elite, Top Gun... ach nein, das war was anderes :zwinker:). Ungewohnt für mich, in etwas, dass mir Spaß macht bin ich nicht oben mit dabei. Das ist natürlich in diesem Fall nichts schlimmes (wobei ich hier meine Meinung ändern werde, falls es doch ein Preisgeld gibt. :grin:), vor allem da ich weiß, dass ich oft eine eher nüchterne und analytische (anders ausgedrückt: kalte und herzlose) Meinung von Dingen habe und einer Diskussion nie aus dem Weg gehe. Wie gesagt, das ist natürlich nichts schlimmes in diesem Fall, aber das kurze Unwohlgefühl hat mich irgendwie auf diesen Wettkampf Gedanken gebracht.
    Die andere, aktuelle Situation wäre mein Beruf. In meiner Firma läuft es nicht (was nichts mit meinen Fähigkeiten zu tun hat, sondern eher mit der aktuellen Lage), also muss etwas neues her, denn ständige Weiterentwicklung und Schulung der eigenen Fähigkeiten sind in meinem Beruf wichtig, im Moment stehe ich still, erledige "niedere" Arbeiten, lerne nichts. Wie das ganze in einer neuen Firma ablaufen wird weiß ich jetzt schon. Ich muss mich neu beweisen, muss wieder zeigen was ich kann, ganz von Null das Vertrauen in mich aufbauen. Alles hier geleistete wird nur noch ein Satz in meinem Zeugnis sein, die Zahlen auf meinen Bewertungen, nicht mehr. Wieder müsste man kämpfen, besser sein als die anderen um voran zu kommen...

    Noch bin ich in meiner aktuellen Firma, hoffe auf eine Besserung von alleine. Aber die wird nicht kommen und die Jobsuche ist im Gange. Manchmal beneide ich Leute die mir sagen: "Du kriegst Geld fürs (fast) nichts tun? Super, das hätte ich auch gern!"

    Sorry, das war lang. Und noch viel schlimmer: Es gibt keine Frage, die mir irgendwer beantworten könnte. :zwinker: Aber vielleicht möchte ja doch der/die ein oder andere etwas dazu schreiben.
     
    #1
    Subway, 30 März 2009
  2. Tornadin
    Benutzer gesperrt
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    vergeben und glücklich
    Keine Antwort? Überrascht mich doch ein wenig.

    Kann das durchaus nachvollziehen, mir geht es ähnlich wie dir.
    Ich denke, es geht gar nicht wirklich um den Erfolg. Es geht um die Anerkennung, die damit verbunden. Und wenn es nur darum geht, die hohen Erwartungen anderer zu erfüllen.
    Du schreibst, dass du an allem schnell den Spaß verlierst. Gibt es vielleicht etwas, wo das nicht der Fall ist?

    Ich denke, wir tendieren einfach dazu, Kleinigkeiten manchmal etwas zu hoch zu bewerten. Ob man jetzt deutscher Meister in irgendeinem Sport wird oder 50.000 Euro beim Pokern verliert oder gewinnt, dann ändert das nicht wirklich die Welt. Da draußen sind eigentlich 1000 Möglichkeiten, jeden Tag zu leben und wir nutzen kaum welche davon. Vielleicht solltest du einfach mal alle Erwartungen vergessen und einfach etwas tun, was du schon immer mal tun wolltest.
     
    #2
    Tornadin, 31 März 2009
  3. Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter
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    Verheiratet
    hmmm... fällt mir gerade nichts ein. Manche Dinge haben sich zwar lange gehalten (~4 Jahre), aber länger hat es noch nichts geschafft.

    Nenn mich fantasielos, aber Dinge die ich einfach tun möchte, die...

    ... mache ich einfach.

    ... sind mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden.

    ... kann ich nicht machen, weil ich in einer Beziehung stecke. :zwinker:

    Aber im großen und ganzen bin ich in dem Bereich wohl doch eher fantasielos oder habe kein Interesse, weil ich es als sinnlos erachte.
     
    #3
    Subway, 31 März 2009
  4. User 10802
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    nicht angegeben
    Das ist aber schwer hier was Sinnvolles zu zu schreiben...

    Ich denk das Tornadin richtig liegt mit seiner Kurzanalyse. Dir scheint es mehr zu bedeuten, Anerkennung zu ernten, als einfach Spaß dabei zu haben es zu tun. Ich nenn's mal "Alpha-Männchen-Syndrom". Woher das kommt und wie man das etwas einbremst, kann ich Dir aber auch nicht sagen. Man könnte jetzt versuchen, rauszufinden ob Du versuchst irgendwas zu kompensieren, aber ws bist du einfach der Typ der diesen Drang hat.

    Dein großer Ehrgeiz sorgt auch dafür, dass Du zwar immer besser wirst, aber der Aufwand eben auch immer größer wird - Du bist wohl wirklich mit zu viel Ernst bei der Sache. Wie man davon abkommt und nur den Spaß am tun wiederfindet...? Schwierig. Irgendwie müsste da die Erkenntnis kommen, dass es im Prinzip wurst ist, ob Du die Nummer Eins oder die Nummer fünfzehn bist, solange es Spaß macht - einfach lockerer dabei zu sein und nicht immer 100Prozent zu wollen. Wie man da hinkommt kann ich Dir aber nicht wirklich sagen.

    Ich denke auch, das einzige was vielleicht hilft ist Dinge und Hobbys zu finden, die Dir einfach nur beim "Machen an sich" Spaß machen - und wenig Wettkampfpotential haben, Dich dran zu erinnern was Dir am machen im Moment Spaß macht - Es geht doch nicht immer ums Ergebnis. Das blöde ist: Wenn man will, kann man wirklich aus ALLEM einen Wettkampf machen.

    In einem gewissen Maß ist es aber auch einfach normal, dass einen manche alte Hobbys irgendwann langweilen und man sich neue Herausforderungen sucht. Und das "nur rumsitzen" beim Job auf Dauer recht frustrierend ist, kann man auch sehr gut nachvollziehen.

    War jetzt ws gar keine Hilfe, aber mehr fällt mir grad echt nicht ein,

    Greetz,
    Brainie

    Off-Topic:
    Ich muss Dir jetzt aber nicht aus Mitleid meinen letzten Vote in der Mister-Wahl hier verpassen, oder? :-D
     
    #4
    User 10802, 31 März 2009
  5. metamorphosen
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Das ist ja eine recht normale männliche "Krankheit", auch wenn sie bei Dir recht stark ausgeprägt scheint.

    Das Du nach einer gewissen Zeit das Interesse verlierst ist ja auch schon ein deutlicher Hinweis. Es geht ganz offensichtlich nicht im Eigentlichen um die Sache. Es ist nicht das "Haben" es ist das "Erreichen". Also eigentlich nur Mittel zum Zweck.

    Man kennt das ja eigentlich schon aus dem Kindergarten: Den höchsten Turm aus Bauklötzen gebaut. Und jetzt? Klar, einstürzen lassen und auf zur nächsten Sache.

    Klar bekommt man Anerkennung dafür, wenn man etwas besonders gut kann. Aber das ist nicht alles. Es gibt ja auch Untersuchungen die zeigen, dass Leute die sonst alles immer "perfekt" machen in der Sympathie tatsächlich steigen, wenn sie einen dummen Fehler machen. :tongue:

    Weniger Verbissenheit ist oft mehr. Muss man sich immer mal vor Augen führen. :zwinker:

    Gruß

    m
     
    #5
    metamorphosen, 31 März 2009
  6. Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter
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    Verheiratet
    Ich bin für jeden Kommentar dankbar und werde mir alles durch den Kopf gehen lassen. :smile:

    Off-Topic:
    Nein, in dem Fall bedeudet mir die Meinung von Männern irgendwie nicht sonderlich viel. :zwinker:
     
    #6
    Subway, 31 März 2009
  7. Luc
    Luc (29)
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    108
    nicht angegeben
    Sehr viele Leute denken, sie müssten leisten, um geliebt zu werden. Also so als Grundmotiv.Das wird uns auch oft von Eltern beigebracht.
    Dies ist ein typischer Irrtum in unserer sozialen Konstruktion. :zwinker: Vielleicht bist auch daran betroffen? Wenn ja, kannst du dir bewusst machen, dass alle, ob sie nun erfolgreich sind oder nicht, so in Ordnung sind, wie sie sind. :smile:
     
    #7
    Luc, 31 März 2009
  8. Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter
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    Verheiratet
    Ich hoffe mal nicht, dass sich mein Chef oder meine Sportkollegen in mich verliebt haben. :grin:

    Menschlich in Ordnung. Klar. Keine Widerworte.

    Aber wer wird in der Berufswelt weiter kommen, der der seine Arbeit überdurchschnittlich gut erledigt, oder der, der nur das nötigste macht?
    Wer wird beim Sport eher aufgestellt? Der Torschützenkönig der letzten 4 Spiele oder der, der nicht mal versteht, wie man den Ball in einer Kurve fliegen lässt?
     
    #8
    Subway, 31 März 2009
  9. Mitbewohner
    Sorgt für Gesprächsstoff
    273
    43
    11
    in einer Beziehung
    Ja gut, aber nicht jeder will überdurchschnittlich gut sein. Nicht jeder muss unbedingt Torschützenkönig sein.
    Und das ist auch okay so, denn nicht jeder mag Leistungsdruck.

    Du willst immer so gut sein, aber beschwerst dich, wenn das aufwendig, teuer, Fleißarbeit ist? Sorry, aber da musst du was an deinen Prioritäten ändern.
    Du solltest mal lernen, etwas zufriedener mit niedrigerem Niveau zu sein.
    Wenn dir das nicht gerade viel Spaß bzw. Probleme bereitet, wie du jetzt die Sachen anpackst, solltest du halt mal weniger Zeit und Fleiß in die Dinge stecken.
    Man kann nicht immer der beste sein und kann auch beim Verlieren Spaß haben.

    Ich habe es zum Beispiel am liebsten, wenn ich zu 0% unter Druck stehe.
    Ich möchte Sport machen, aber keine Turniere gewinnen, Spaß haben und verlieren.
    Für mich hört der Spaß auf, wenn jemand was von mir erwartet.
     
    #9
    Mitbewohner, 31 März 2009
  10. Kaya3
    Kaya3 (33)
    Sehr bekannt hier
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    292
    nicht angegeben
    Also dass geliebt werden hier wahrscheinlich gleichbedeutend mit gemocht-werden, Anerkennung bekommen, etc gemeint war, dürfte ja wohl klar sein.
    Ich find auch, dass der Ansatz in die richtige Richtung geht. Vielleicht willst du nicht nur anderen, sondern auch einfach dir selbst beweisen, dass du´s "drauf hast". Die Frage ist: warum macht es dich nicht glücklich, wenn du es dir bewiesen hast?

    Vielleicht geht das einfach nicht, weil du gleichzeitig die Maßstäbe immer höher setzt, immer mehr erwartest oder dir selbst einfach die Anerkennung nicht zugestehst.
    Vielleicht solltest du also mehr daran arbeiten, dich selbst zu lieben und zu achten (ja, ich weiß, das klingt kitschig) unabhängig davon, was du erreichst. Auf diese Erfolge kannst du dann zusätzlich stolz sein.

    Ich würd dir raten, einerseits da anzusetzen und andererseits mal etwas bewußt zu tun, ohne dabei nach Erfolg zu streben, sondern einfach, weil es Spaß macht.

    Gruß,
    Kaya
     
    #10
    Kaya3, 31 März 2009
  11. Luc
    Luc (29)
    Meistens hier zu finden
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    108
    nicht angegeben
    Das meine nicht, dass sich deine Sprtskollegen und dein Ches sich in dich verliebt, sondern unbewusst elterlich. Also wenn du erfolg hast, bist du gut, wenn nicht, bist du schlecht.

    Klar müssen alle etwas leisten, aber nicht nur. Man kann im Leben auch Spass haben, wenn man auch mal irgendwo unter dem Durchschnitt liegt. Man muss ja nicht ewig Erfolg haben und bei Sport bejubelt werden, sondern man kann sich auch so gut fühlen.

    Wenn andere von mir oder ich mir selber immer die hohen Erwartungen habe, dann hört der Spass im Leben auf. Dann wird man Torschützenkönig. Wow... na und? :ratlos: Dann verlieren Erfolge immer mehr den Wert und wenn man mal kein Erfolg hat, bricht gleich die ganze Welt zusammen.
     
    #11
    Luc, 31 März 2009
  12. User 10802
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    nicht angegeben
    Ich denk die Kunst liegt darin, ein gesundes Mittelmaß zwischen Ehrgeiz und "Just for Fun" hinzukriegen, mit dem man selbst glücklich und zufrieden ist. Das kann je nach Typ mal mehr in die eine oder andere Richtung tendieren. In den Extremen wird's vermutlich immer irgendwann Probleme geben. Antriebslosigkeit seh ich genauso kritisch wie krankhaften Ehrgeiz.

    In einigen Dingen die ich tue bin ich auch recht ehrgeizig, zum Beispiel im Job - daran seh ich aber auch nichts Schlechtes. Ich neide anderen nicht ihre Erfolge und kann auch mal "verlieren". Bei anderen Dingen geht's mir dafür primär drum Spaß zu haben. Wenn ich ne Runde Badminton oder Beachvolleyball spiele muss ich nicht unbedingt gewinnen und der King im Ring sein - ich hab einfach nur Spaß am Spiel an sich.

    Wie meta richtig sagt: Oft macht einen grade die Tatsache dass man auch mal Fehler macht, nicht perfekt ist, mal verliert und "trotzdem" gut und locker damit umgehen kann, erst richtig sympathisch.
     
    #12
    User 10802, 31 März 2009
  13. Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter
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    Verheiratet
    Ich muss glaub ich meine Beispiele etwas verdeutlichen.

    In einem Spiel zu verlieren, damit hab ich keine Probleme. Egal in welchem. Auch eine Partie Badminton oder Beach-Volleyball im Schwimmbad spiele ich ganz normal und habe natürlich meinen Spaß daran, egal ob gewonnen oder verloren oder ob überhaupt um Punkte gespielt wird.
    Aber das sind ja eben auch keine Hobbys von mir. Das ist dann wirklich etwas, das man Just-4-Fun macht.

    Würde mich Beach Volleyball jetzt aber so faszinieren, dass ich es regelmäßig spielen würde, also auch in einen Verein gehen würde, dann wäre es wieder was anderes.

    Soll hier halt jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass ich keine Aktivitäten hab, die ich wirklich nur zum Spaß machen kann. :smile:
     
    #13
    Subway, 31 März 2009
  14. Trauerklops
    Verbringt hier viel Zeit
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    103
    2
    nicht angegeben
    Wertvoll sind in Wirklichkeit die kleinen Dinge im Leben.

    Ich kenne das von Dir beschriebene Phänomen – ich bin ebenfalls ein loM (leistungsorientierter Mensch). Meines Erachtens liegt es daran, dass man sich aktiv zu wenig Zeit nimmt über seine Erfolge zu freuen. Man rast quasi von einem Höhepunkt der Arbeit zur nächsten und merkt gar nicht dabei was man für Dinge in seinem Leben schafft.

    Ich zum Beispiel habe beruflich mit meinen knappen 35 Jahren so ziemlich alles erreicht was ich wollte. Wesentlich höher kann es für mich nicht mehr gehen. Ich habe mich innerhalb von 8 Jahren in eine Situation hochgearbeitet, die für mich nicht mehr besser werden kann. In den acht Jahren habe ich so ziemlich alles getan für meine Arbeit, jeder Erfolg wurde registriert – aber nicht wirklich aktiv wahrgenommen. Mir kommt es immer noch vor, als ob diese Jahre nur so verfolgen sind – aber kein Wunder, wenn man nicht mehr aktiv lebt, sondern nur noch funktioniert. Mittlerweile weis ich, dass Erfolg nicht alles im Leben ist, das man Geld auch nicht essen kann und Gesundheit bekommst Du auch nicht für Geld. Was nutzt einen in jungen Jahren ein tolles Einkommen, ein schnelles und tolles Auto – wenn man aber vergisst zu leben … dann sind all diese Werte nichts – aber auch gar nichts wert.

    Ich habe versucht wieder zurück wahre Leben zu kommen. Da wo ich mich freuen kann, wenn ich einen schönen Sternenhimmel sehe, wenn der Schmetterling vorbei fliegt und einfach nur toll aussieht und und und. Ich gebe Dir den Tipp niemals den Blick für die kleinen Dinge im Leben zu verlieren. Sie machen meines Erachtens das Leben lebenswert.

    Es kommt auch nicht immer darauf an als erster im Ziel zu sein, sondern ich ziehe es vor, als Gruppenleader meine Gruppe erst über die Ziellinie zu treiben und dann selbst zu folgen. An statt immer vorauszustürmen nehme ich mir gezielt Leute raus und trainiere sie, damit sie mit mir zusammen einen gute Basis bilden. Seit dem ich aufgehört habe stets zu versuchen der Erste zu sein, lebe ich aktiver und besser. Mein Team steht hinter mir und ich weis das ich mich auf jeden einzelnen verlassen kann – weg vom „ich – Erfolg“ und hin zum „Gruppen – Erfolg“ – für mich war das zielführend. Warum? Ganz einfach – jeder in meinem Team freut sich, wenn er seine Ziele erreicht hat, er kommt freudestrahlend zu mir, um seinen Erfolg mitzuteilen. Ich freue mich mit ihm, er hat seinen Job gut gemacht – und durch seine Arbeit komme auch ich als Leader weiter. Meine Aufgabe ist es meine Leute positiv zu motivieren. Und ein Leader, der nicht selbst absolut positiv motiviert ist kann einfach seinem Team nicht wirklich helfen. Man kann also sagen, lerne andere zu motivieren und Du wirst feststellen, dass diese Motivierung auch Dir weiterhelfen wird.
     
    #14
    Trauerklops, 31 März 2009
  15. Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit Themenstarter
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    Verheiratet
    @Trauerklops: Danke für deinen Beitrag... klingt wirklich ähnlich. Wobei ich mich bei den beruflichen Erfolgen ungern verzichten würde und eher deinem Beispiel folgen würde.

    Hier muss ich ja allerding sagen, dass das doch irgendwie nur der nächste Schritt ist!? Wenn man sich als besonders gut in seiner Fachrichtung beweist, dann ist Führung und Training anderer ja eigentlich schon der nächste Erfolg. Quasi die offizielle Beförderung zum Alpha-Männchen (um den Ausdruck mal zu übernehmen :smile:).

    Naja, einfach mal schauen. Das ganze lag mir einfach vor ein paar Abenden irgendwie schwer im Bauch und ich wollte mal hören, was andere so dazu sagen.
    Im großen und ganzen ist es ja nichts schlimmes. Ich hab ja Spaß an den Erfolgen und mag es voran zu kommen. Zur Not muss ich mir halt jedes Jahr ein anderes Hobby suchen. :zwinker:

    Mehr Kommentare und Erfahrungsberichte sind natürlich gern gesehen.
     
    #15
    Subway, 31 März 2009

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