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Mein Nachbar raubt auch...

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Schlurfrakete, 1 Februar 2008.

  1. Schlurfrakete
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verliebt
    Ich möchte auch gerne mal einen Thread über meinen Nachbarn aufmachen. :zwinker:

    Er ist alkoholkrank und kann, weil es sich eben um eine Krankheit handelt, deswegen nicht aus der Wohnung geworfen werden. Nach einer bereits gefällten Gerichtsentscheidung nach einer fristlosen Kündigung durch den Vermieter darf er aus Gründen seiner Alkoholkrankheit nicht gekündigt werden. Eine Selbsthilfegruppe (es waren nicht die anonymen Alkoholiker, sondern irgendetwas von der Diakonie) hat ihn dabei massiv unterstützt.

    Bevor sich jemand aufregt: Meinetwegen kann jeder das tun und lassen, was er will, solange er niemanden belästigt. Wenn sich jemand aus Spaß ständig was auf die Lampe gießt, soll er das machen, wenn jemand Alkoholiker ist, respektiere ich das und sehe auch durchaus den Krankheitswert dabei. Damit will ich sagen: Ich mache mich weder darüber lustig noch denke ich, dass er das einfach so abschalten kann (bzw. es schon getan hätte, wenn es so einfach wäre).

    Dennoch bin ich der Meinung, dass auch ein kranker Mensch sich bemühen muss, seine Umwelt nicht mehr als nötig zu belasten. Zum Beispiel, indem ein Schwerhöriger sich einen Kopfhörer kauft, statt nachts um 1 den Fernseher bis zum Anschlag aufzudrehen. Natürlich immer alles soweit es möglich ist.

    Das Problem bei meinem Nachbarn ist jedoch, dass er zwar alkoholkrank ist, dass aber meines Erachtens die Dinge, die so massiv stören, gar nichts mit seinem Alkoholismus zu tun haben und er seine Krankheit als Ausrede dafür gebraucht, dass er nebenan regelmäßig die Sau rauslässt.

    So ist es mir unerklärlich, warum jemand morgens um halb fünf eine Waschmaschine anstellen muss, die dann um halb sechs schleudert. Diese Waschmaschine hat zu allem Überfluss ein defektes Lager und steht direkt an der Küchenwand, die an meine Wohnung grenzt, so dass sich das beim Schleudern anhört, ... naja, beim ersten Mal dachte ich, bei mir auf der Terrasse steht ein Bautrupp mit einem großen Stampfgerät und rüttelt die Pflastersteine fest.

    [​IMG]

    Hinzu kommt, dass er sich im Suff immer mit seiner Stereoanlage unterhält. Er hat eine Maxi-CD von Conny Froboess, auf der sich das Lied "Zwei kleine Italiener" befindet und das dudelt in einer Endlosschleife. Dazu steht er bei geöffnetem Küchenfenster am Herd, brät sich irgendwas in der Pfanne, singt mit und gröhlt dann jedes Mal: "Ey Conny, das hast du aber wieder schön gesungen." Oder vergleichbares.

    In seiner Wohnung liegt (wie in allen Wohnungen) ein Alter Parkettboden. Aber noch so einer mit einer richtigen Unterkonstruktion, der so richtig schön mitschwingt, wenn einer drüber läuft. Der eignet sich super zum Tanzen, kein Teller geht kaputt, wenn er runterfällt. Nur: Wenn der Nachbar im Vollrausch seinen Metall-Schirmständer (danach klingt es) umfallen lässt und der dann über das Parkett poltert oder erstmal ein halbes Dutzend leere Bierflaschen über den Boden kullern, mach ich hier kein Auge mehr zu.

    Was haben wir noch? Duschen nachts um 4, nachts um halb 3 nach Hause kommen und mit der Stehlampe streiten, Arien mit falscher Stimme singen, lautes Rülpsen üben, Türen schmeißen, rumpöbeln, abends spät noch Staub saugen (mit einem Staubsauger vom Flohmarkt - als er den zum ersten Mal angestellt hat, habe ich aus dem Fenster in den Himmel geschaut, weil ich vermutete, ein Airbus 380 könnte seine Weihnachtsbeleuchtung mit der Befeuerung einer Landepiste verwechselt haben).

    Nicht, dass die Wände hier besonders dünn sind, das sind 15 cm roter Massivstein aus den späten Fünfzigern. Und ich bin sicher nicht lärmempfindlich.

    Meine Klage auf Mietminderung ist übrigens durchgekommen. Fünf Prozent der Kaltmiete darf ich einbehalten. Das Geld für einen Umzug habe ich nicht. Normalerweise würde ich zumindest tagsüber laut Musik anmachen, um den Krach von nebenan zu übertönen. Aber das mag ich meinem Nachbarn auf der anderen Seite nicht zumuten. Den hört man nämlich nie.

    Der laute Nachbar hat auf der anderen Seite auch noch eine Nachbarin. Die ist über 70 und geht regelmäßig nachts in den Keller, um seine Hauptsicherung rauszudrehen. Nach ihren Angaben hat sie in der Küche schon den Putz von der Wand geschlagen, weil sie immer gegen die Wand wummert, wenn es zu dolle Formen annimmt.

    In Verbindung mit dem anderen heute erstellten Thread über die laute Familie nebenan frage ich mich, ob die Rechte der Mieter untereinander in einem vernünftigen Verhältnis sind und ob eine Krankheit wirklich für alles herhalten darf. Was meint ihr?
     
    #1
    Schlurfrakete, 1 Februar 2008
  2. *_Nordlicht_*
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    also ich denke mal, egal ob krankheit oder nicht, er muss sich dennoch an uhrzeiten und nachtruhe halten. das hat ja auch nix damit zutun dass er nicht gekündigt werden darf, sondern damit, das jeder mensch ein recht auf nachtruhe hat.

    Hast du schonmal versucht mit dem mann zu reden oder lässt sich da gar nix machen?
    klar, er weiß natürlich dass ihm so gesehen nix passieren kann wegen seiner alkoholsucht.. aber dennoch würde ich mal mit ihm reden und versuchen, ihm klar zu machen das es andere einfach als störend empfinden, denn vielleicht merkt er es ja einfach nicht, wie sehr störend das ist, was er da macht.
     
    #2
    *_Nordlicht_*, 1 Februar 2008
  3. User 53463
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    vergeben und glücklich
    ....
     
    #3
    User 53463, 1 Februar 2008
  4. many--
    many-- (32)
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    In so einem Fall bleib einem eigentlich nur eines: sich einen professionellen Rechtsbeistand suchen und gucken, was der machen kann.
    Das kostet natürlich, insofern kann ich schon verstehen, dass man es erst mal anders versucht. Aber letztendlich wird es darauf hinauslaufen: du musst dich entweder wehren, das ganze hinnehmen oder wegziehen.
    Wehren bedeutet hier natürlich, innerhalb des gesetzlich gegebenen Rahmens gegen die störende Person vorgehen - und diesen Rahmen kann dir nunmal nur ein Profi erläutern. Also würde ich sagen: deine Alternativen sind zum Anwalt gehen oder wegziehen, wenn du die Sache nicht aussitzen willst (was ich persönlich zB nicht machen würde). Da musst du dich letztendlich dann fragen, was du dir eher leisten kannst.
     
    #4
    many--, 1 Februar 2008
  5. Sanityandgrace
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    :mad: Macht dem Arschloch klar, daß in der Psychiatrie jederzeit ein Plätzchen für ihn frei werden könnte. Polizei, Amtsarzt...

    Na gut, ich hab's gelöscht. Aber der Amtsarzt ist langfristig tatsächlich eine Möglichkeit, den Nachbarn durch Betreuung etwas zu disziplinieren oder sogar per Zwangseinweiseung (wenigstens vorübergehend mal) loszuwerden.
     
    #5
    Sanityandgrace, 1 Februar 2008
  6. User 29904
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    #6
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 1 Februar 2008
  7. wundera
    Gast
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    Off-Topic:
    ...nicht nur "nicht ganz legal" sondern ganz schön bescheuert, erbärmlich, primitiv... hach mir fallen gar keine Worte mehr ein, bin einfach zu gut gelaunt :smile:
     
    #7
    wundera, 1 Februar 2008
  8. Tinkerbellw
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    nicht angegeben
    Ich würde dem netten Nachbarn auch regelmäßig die Polizei vorbeischicken.
     
    #8
    Tinkerbellw, 1 Februar 2008
  9. Sanityandgrace
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    Single
    :smile: Ja, ebenso erbärmlich, primitiv und bescheuert wie der beschriebene Mensch - offensichtlich kennst du solche Menschen nicht in natura, ich schon und konnte (wie die übrigen Bewohner unserer Straße) jahrelang überlegen, wie ich heil zur Bushaltestelle komme, ohne von diesem Individuum bedroht zu werden. Trotzdem ist das mit den "Gesellen" natürlich nicht praktikabel (schon weil sie sich strafbar machen würden), aber wünschen tut man sie sich definitiv.
     
    #9
    Sanityandgrace, 1 Februar 2008
  10. wundera
    Gast
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    @Sanityandgrace
    Nein, da hast Du recht, das habe ich in so einem Maß noch nie persönlich erlebt. (Das Einzige,was ich vorweisen kann ist "Erfahrung" mit Alkoholikern...) Ich kann auch verstehen, dass man sich was-weiß-ich wünscht, damit der Terror endlich aufhört.
    Allerdings glaube ich, dass eine Schläger(androh)truppe abgesehen von den moralischen Aspekten garnichts bringen würde.
    So wir der Ts den Mann beschrieben hat, scheint er ja wirklich einen Knall haben, im besten Fall wäre nach so einer Aktion eine Nacht Ruhe, am nächsten Tag wird er die Drohung wieder vergessen haben.
    Im schlimmsten Fall ist er so klug und macht eine Anzeige und dann käme der TS als Urheber dieser Drohung doch recht schnell in Betracht und hätte letztendlich nur noch mehr Probleme als vorher.

    Ich würde auch als ganz naiver Laie immer die Polizei rufen, wenn es nachts Lärm gibt.
    Hast Du das schon versucht, Schlurfrakete?
    (Oder würde das nichts bringen außer dass Du irgendwann mit den Beamten auf "Du" bist?)

    LG, wundera
     
    #10
    wundera, 2 Februar 2008
  11. Phoebe82
    Phoebe82 (34)
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    Also ich würde immer wieder die Polizei anrufen, denn dann kann man nach ein paar Einsätzen von denen nachweisen, dass man versucht hat, etwas gegen diese Ruhestörung zu tun. Und ein guter Rat, schließe unbedingt eine Rechtschutzversicherung ab. Die kann wirklich nur von Vorteil sein, ich spreche da aus eigener Erfahrung... Und die ist auch garnicht so teuer :smile: Dann kannst du zur Not einen Anwalt eischalten...
     
    #11
    Phoebe82, 2 Februar 2008
  12. twinkeling-star
    Sehr bekannt hier
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    Single
    grundsätlich sind Rechtsschutzversicherungen schon sehr gut und kann ich jedem nur empfehlen.
    Das Problem in diesem Fall ist, sie wird nicht greifen. Das Problem liegt schon bei Abschluß der Versicherung vor und ist nachweisbar und damit greift die Versicherung nciht mehr.

    Ansonsten hilft bei diesem netten Nachbarn wirklich nur, wenn er es nachs zu bunt treibt. Polizei anrufen, das ganze wird damit protokolliert und wenn dies zu häufig vorkommt, dann hat das ganze auch irgendwann mal Konzequenzen, nicht in Form einer Wohnungskündigung, aber evtl. Haft, Therapie oder ähnliches.

    Ansonsten, die 70jährige Dame ist cool. Einfach die Sicherung rausdrehen. :grin:
     
    #12
    twinkeling-star, 2 Februar 2008

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