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Mein Referatproblem

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von *PennyLane*, 11 Dezember 2008.

  1. *PennyLane*
    0
    Hallo :smile:,

    ich hab ein großes Problem mit Referaten. Ich hab es noch nie gemocht welche halten zu müssen, und in der Uni kommt das natürlich öfter vor. Vor ein paar Wochen musste ich seit längerer Zeit mal wieder einen Vortrag halten und ich war wirklich gut vorbereitet, konnte den Text fast auswendig. (Zusätzliche Schwierigkeit: immer alles auf Englisch) Ich hab ihn mir tausendmal vorgelesen, meinen schönen englischen Akzent trainiert, hatte auf viele mögliche Fragen Antworten ausgearbeitet, usw. Ich war mir alles in allem ziemlich sicher, dass es gut gehen musste.

    Naja, und dann war ich dran und musste nach vorne. Und in dem Moment war einfach alles weg. Ich stand da und hatte weder Stimme noch Luft, noch wusste ich noch irgendwas über den Text den ich vorbereitet hatte. Auch wenn ich geatmet habe - beim nächsten Wort war die Luft wieder weg und ich klang so, als würde ich jeden Moment anfangen zu weinen. Außerdem hab ich am ganzen Körper gezittert, ich konnte nicht mal mehr von meinen Karten ablesen weil ich so gezittert hab. Mein Akzent war total weg, ich hab amerikanisches und britisches Englisch total durcheinander geworfen, ich glaub ich klang einfach nur noch deutsch. (Wir müssen uns für eine Variante entscheiden.) Meine Intonation war völlig für den A...
    Ab und zu hab ich gehustet um wenigstens noch ein bisschen Luft zu kriegen.

    Als ich fertig war, war ich total am Ende, hab am ganzen Körper gezittert und bin den Rest des Tages gar nicht mehr runter gekommen. Und: In dem Kurs war ich die einzige mit dem Problem. Alle anderen haben einfach konsequent ihre Sachen erzählt, ganz locker. Das war mir so peinlich! :geknickt:

    Jedenfalls hab ich jetzt gerade in einem anderen Seminar wieder ein Referat bekommen, schon für nächsten Donnerstag. Ich hab da so eine Panik vor, dass ich jetzt schon keine Luft mehr kriege wenn ich daran denke.

    Ich kenne ja diese "Tricks" wie dass man sich die Leute nackt vorstellen soll, aber das hilft absolut nicht. Dass ich ausgeruht und gut vorbereitet bin ist eigentlich selbstverständlich. Ein Rhetorikseminar will ich schon ewig besuchen. Aber in diesem Semester hat es wieder nicht in meinen Stundenplan gepasst, und davor hab ich es immer verschlampt. :-(

    Hat vielleicht noch jemand Tipps wie ich sicherer werden kann, und nicht immer meine Stimme verliere? Oder hat jemand das gleiche oder ein ähnliches Problem und kleine Tricks die es besser machen?
    Dafür wär ich wirklich dankbar...
     
    #1
    *PennyLane*, 11 Dezember 2008
  2. capricorn84
    Beiträge füllen Bücher
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    Verheiratet
    Tja als erstes hätt ich gesagt stell dir alle nackt vor :grin: aber das klappt ja offensichtich nicht.

    Wie wärs damit: Du stellst dich nach vorne und vergisst einfach die ganzen Menschen die dir zuhören und zusehen? Du tust einfach so wie wenn du bei dir zuhause wärst und dir oder deiner Familie das Referat vorhältst. Vielleicht klappt das?

    Weißt wie ich meine?

    Als ich früher Referate gehalten habe in der Schule ging ich immer mit einem "scheiß drauf" Einstellung nach vorne. Das hat meistens geklappt. :zwinker:
     
    #2
    capricorn84, 11 Dezember 2008
  3. it's true
    Verbringt hier viel Zeit
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    103
    1
    nicht angegeben
    Den Referatstext auswendig zu lernen ist weniger zu empfehlen. Wenn du dann rauskommst, ist es oft viel schwerer wieder den Faden zu finden, als wenn du dir von vornherein nur ein paar Stichpunkte machst und frei sprichst.

    Gegen die Nervosität hilft am ehesten die innere Einstellung. Wenn ich ein Referat halte, mache ich alles genauso, als würde ich den Sachverhalt einem guten Freund erklären. Nur dass mich eben ein paar Augenpaare mehr anschauen und mir zuhören. Vielleicht hilft es dir, wenn du deinen Vortrag als eine Art "Generalprobe" vor ein paar Leuten, die du kennst, hältst.
     
    #3
    it's true, 11 Dezember 2008
  4. Chérie
    Chérie (30)
    Meistens hier zu finden
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    Verliebt
    Vielleicht bereitest du dich auch ein bisschen ZU sehr vor? Ich weiß jetzt nicht, wie gut du im Englischen bist, aber ich sage mir ein Referat maximal zweimal auf. Das erste mal um zu testen, wie es mit der Zeit und allem anderen hinkommt, und das zweite Mal dann als Abschluss.

    Die Situation vor dem Kurs ist dann sowieso wieder ganz anders, als zu Hause. Und wenn du zu Hause dich schon so sehr darum kümmerst und dich vorbereitest und damit die ganze Referatssache schon so "aufblähst" dann steigerst du dich ja eigentlich noch darin, dass du es als etwas Schlimmes und Anstrengendes und Aufregendes ansiehst.

    Die anderen werden tief in sich auch nicht so easy und locker gewesen sein, wie du es vielleicht empfunden hast. Aber sie können es einfach besser überspielen. ;-)
     
    #4
    Chérie, 11 Dezember 2008
  5. Beelion
    Beelion (29)
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    Single
    üben üben und noch mehr üben! :smile:

    ich weiß das ist ein großer berg der da vor dir liegt aber nur so geht es...


    dazu will dir mal ne kleine geschichte erzählen ;-)

    bei mir in der ausbildung musste ich ein abschlussprojekt machen. sprich nen ausführlichen vortrag über mein thema (ausbildung im IT-bereich) halten, und das vor 5 salopp gesagt besserwisserischen alten säcken...
    da ich auch nie gut reden konnte hatte ich davor große probleme. mein chef hat dann den holzhammer ausgepackt :ratlos:
    er hatt sämtliche abteilungsleiter (in deren abteilungen ich mal war) geholt und mir vor die nase gesetzt.
    das sind fast alles naja "gescheite männer" also recht derbe sprüche usw nicht irgendwelche softies.
    das war sooo schlimm am anfang... ich habe ungefähr 20 mal wieder angefangen.
    tja irgendwann sind die hemmungen bisschen gefallen und es gib besser und immer besser.
    2 tage später nochmal das ganze und ich war fit! :zwinker:

    also überwinde dich...!
    auch wenn es zB vor freunden unangenehm ist... das ist die beste übung! da lacht dich ekiner aus und du kannst super üben.
     
    #5
    Beelion, 11 Dezember 2008
  6. glashaus
    Gast
    0
    Mir hilft es, kontrolliert zu atmen, und das auch schon bevor ich anfange zu sprechen. Tief einatmen und ruhig wieder ausatmen.

    Wenn ich sehr aufgeregt bin und mir das Herz bis zum Hals pocht, halte ich auch mal kurz die Luft an oder trinke ein Glas sehr kaltes Wasser, dann beruhigt sich der Puls.
     
    #6
    glashaus, 11 Dezember 2008
  7. Fuchs
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    398
    3.287
    Single
    Hi!

    Ich glaube, du wirst selbst herausfinden müssen, wie du am besten vorträgst. Einige Leute brauchen diese Sicherheit, ihren Text förmlich auswendig und perfekt zu können. Andere gehen einfach nach vorne und erzählen etwas. Wenn du aber merkst, dass du mit deiner eifrigen Vorbereitung, wie ja einige hier schon erwähnt haben, nicht gut klar kommst, solltest du diese Dinge vielleicht ändern.

    Wenn ich einen Vortrag halten muss, hilft es mir, gut im Stoff zu stehen. Wenn mich ein Thema interessiert, arbeite ich mich rein und merke mir Details, weil sie mich einfach interessieren und ich hoffe, ich kann diese Begeisterung dann vermitteln. Auswendig lernen mache ich nicht - bestenfalls die ersten paar Sätze, um einen Einstieg zu haben. Alles, was danach kommt, mache ich spontan. Einen Tag vor den Vortrag nehm ich mein Headset, stell hier auf record und laber meine Blumen zu :zwinker:
    Danach höre ich mir das an und gucke, wo ich Zeit verliere und was ich vielleicht besser machen könnte.

    Aufgeregtheit bekämpfen ist schwierig und geht wohl auch nur über Zeit. Vermutlich solltest du versuchen, die Lage zu "de-eskalieren" indem du bereits besagte "scheiß egal"-Einstellung an den Tag legst oder dir bewußt machst, dass das Referat vermutlich ohnehin in die Hose geht und du die Sache nur machst, um dich genau darin zu verbessern (Druck wegnehmen, neue Motivation schaffen).

    Wenn du mit den Leuten Probleme hast, kannst du versuchen, nur für eine einzige Person dein Referat zu halten. Such dir jemanden, der sympathisch ist im Publikum (irgendeine Kommilitonin von dir bspw.), fixiere sie mit deinen Blick und rede einfach zu ihr. Positiver Nebeneffekt: Für alle anderen wirkt es so, als ob du direkt zum Publikum sprichst und du strahlst mehr Selbstbewußtsein aus, als wenn nur auf den Zettel, aus dem Fenster oder wild hin und her blickst (diese Technik kommt übrigens aus dem Theater).

    Wenn du zitterst, solltest du deinen Zettel dabei nicht in der Hand halten, sondern besser auf einen Tisch packen. Es kann helfen, wenn du versuchst, deine Nervosität durch Bewegungen zu kompensieren. Eine zitternde Hand fällt weniger auf, wenn sie sich zu deinen Worten bewegt (sowohl dir als auch dem Publikum). Und auch hier hast du den positiven Effekt, das dein Vortrag automatisch besser - da lebhafter - wird.

    Was das Atmen anbelangt kann ich nicht viel dazu sagen, da ich das Problem so nicht kenne. Eventuell gibt sich das, wenn du erst einmal aufhörst, zu verkrampfen.
     
    #7
    Fuchs, 11 Dezember 2008
  8. physicist
    physicist (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    56
    93
    12
    Single
    Bis nächsten Donnerstag hilft das zwar nicht, aber du könntest dir eine ganze Menge Übung verschaffen, wenn du dir als Hiwi-Job ein Tutorium besorgst, falls es bei euch sowas gibt. Der Vorteil daran wäre: Du hast regelmäßig Leute, vor denen du reden kannst/musst, aber niemanden, der dich beurteilt, sondern du bist der "Chef". (und "nebenbei" verdienst du sogar Geld dabei)
    Besagte scheiss-egal-Einstellung entwickelt sich dabei von ganz alleine, weil man es in der Regel einfach nicht schafft, sich jede Woche aufs Tutorium ausführlich vorzubereiten, und dann muss es auch mal einfach so laufen, und das tut es auch mit ein bisschen Übung.

    Ansonsten würde ich auch sagen, dass du deinen Text besser nicht auswendig lernen solltest, sondern nur Stichpunkte aufschreiben. Wenn du dazu neigst, zittrige Hände zu bekommen, nimm relativ kleine Karteikarten und keine großen Papierblätter dazu, dann ist das nicht so deutlich sichtbar. Und dann passiert es dir vielleicht auch nicht so leicht, dass du es selber siehst und denkst "oh, scheisse, meine hände zittern schon wieder", was es dann vielleicht nurnoch schlimmer machen würde.
    Als Rettungsanker kannst du ja auf die Rückseite deiner Karteikarten den Inhalt deines Referats ausführlich draufschreiben, aber auf die Vorderseite, auf die du normalerweise schaust, wirklich nur Stichpunkte.
    Ich mache es meistens so, dass dich mir meine Stichpunkte auf ein bis zwei A4-Blätter schreibe, die ich dann aber nicht in die Hand nehme, sondern irgendwo auf einen Tisch lege. Während des Vortrags gehe ich da dann hin und wieder hin und schaue nach, dass ich nichts vergesse. Das geht aber natürlich nur, wenn es an einer halbwegs passenden Position einen Tisch gibt.
     
    #8
    physicist, 12 Dezember 2008
  9. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    2.055
    vergeben und glücklich
    Stichpunkte und Halbsätze übersichtlich auf Karteikarten schreiben. Zweimal vorher den Vortrag üben - aber lieber nicht mit ausformulierten und auswendiggelernten Sätzen, sondern lieber "frei". Mal zu stocken ist überhaupt nicht schlimm. Auch Aufregung ist kein Drama. Ggf. kurz eine Pause, in die Notizen schauen und eventuell den letzten Punkt noch einmal wiederholen, wenn Du "rausgekommen" bist.

    Nachteil bei ausformuliertem "Aufsagen" ist, dass Du bei Reaktionen oder Nachfragen eventuell "rauskommst" und den Faden verlierst, außerdem wirkt es schnell unnatürlich.

    Du hast Dein Thema, hast Dich vorbereitet und willst den Inhalt nun Deinen Mitstudenten erzählen. (Ja, der Dozent hört auch zu, aber wichtig ist doch, dass Deine Kollegen den Stoff präsentiert bekommen und dadurch Neues und Interessantes lernen...) Zu Beginn ein paar banale Sätze und Auskunft über die Gliederung Deines Vortrags, um die erste Minute schon mal überstanden zu haben.
    Orientiere Dich dann an Deiner Gliederung und den Stichworten und formulier anhand der Stichpunkte, was Du sagen willst. Klar hast Du das vorher schon mal beim Üben gemacht und ggf. nutzt Du eine sehr ähnliche Formulierung - aber man merkt einfach, ob etwas vorgelesen oder auswendig aufgesagt wird - oder eben vorgetragen anhand Deiner notierten Gliederung.

    Den Tip mit dem "Zuschauerangucken" finde ich auch gut - das sind ja nicht Deine Feinde, sondern Mitstudenten, die die Situation ja auch kennen. Such Dir ein-zwei "Sympathisanten", die Du anschaust, zwischendurch natürlich auf Deine Karteikarten. Nimm Dir eine Flasche Wasser und ein Glas mit, das Du zu Beginn füllst, es ist völlig in Ordnung, mal einen Schluck zu trinken. Auch die Zuhörer sind für eine kurze Atem-und-Nichtzuhörpause dankbar.

    Wenn der Seminarraum nicht permanent abgeschlossen ist, sondern auch mal leersteht, dann üb doch mal "am Tatort". Das ist noch anders als zuhause in der Küche :zwinker:.

    Es ist in einer Fremdsprache, da fühlst Du Dich vermutlich nicht so frei wie in Deiner Muttersprache. Aber ich denke, Du solltest Dich nicht zu sehr aufs "Schönklingen" konzentrieren...
    Wenn Dir der Atem fehlt, dann sprich langsamer und mach Pausen zwischen den Sätzen.
     
    #9
    User 20976, 12 Dezember 2008
  10. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
    20.750
    698
    2.618
    Verheiratet
    Ich vermute auch, dass du dich zu sehr vorbereitest.
    Lieber nicht den ganzen Text kennen, alles im Kopf haben, einen Plan zurechtlegen.
    Besser ein paar wenige Stichpunkte machen und spontan ausformulieren.
    Klingt nach einer verrückten Idee, aber ich denke es wäre einen Versuch wert. :smile:
     
    #10
    xoxo, 12 Dezember 2008
  11. GreenEyedSoul
    0
    Mir hilft es sehr, wenn ich hinter einem Tisch oder sogar einem Rednerpult stehe, damit ich mich darin festhalten kann. Irgendwie fühle ich mich dadurch sicher und auch von dem Publikum abgegrenzt.
    Denn komischerweise habe ich immer Angst vor dem Publikum, dass sie lachen oder etwas besser wissen als ich (obwohl ich mir darüber im Klaren bin, dass ich den Stoff sehr gut drauf habe).
    Diese "Schutzgrenze" zwischen Publikum und mir hilft mir total.

    Außerdem bringt es mir sehr viel, wenn ich den Text ausformuliert vor mir liegen habe.
    Mit Karteikarten konnte ich noch nie viel anfangen, die benutze ich höchstens zum Lernen.
    Wenn ich dann den gesamten Text vor mir liegen habe, fühle ich mir viel sicherer, weil ich dann immer denke "Falls du rauskommst, suchste einfach schnell die Stelle und liest im Notfall ab".

    Zum Anderen suche ich mir immer einen Bekannten im Raum, den ich beim Reden immer wieder suche. Es ist zwar wichtig, dass man auch andere Leute im Publikum anschaut, aber wenn ich ehrlich bin, "sehe" ich die gar nicht. Ich gucke sie zwar an, aber blende in dem Moment total aus, dass ich sie angucke.
    Was mir früher in der Schule geholfen hat, war, dass ich die hintere Wand fixiert habe.

    Viel, viel Erfolg! Du schaffst das schon! :knuddel:
     
    #11
    GreenEyedSoul, 12 Dezember 2008
  12. *PennyLane*
    0
    Hallo, und erst einmal ganz vielen Dank an alle!

    Ich werde das mit dem 'freieren Vortragen' auf jeden Fall ausprobieren. Bei dem letzten Vortrag war es nur so, dass ich mich eigentlich so sicher gefühlt hatte. Ich konnte es im Grunde auch frei erzählen, nur die Tatsache dass es da ausformuliert auf meinen Karteikarten stand hat mir eben Sicherheit gegeben. Als ich da stand war eben alles weg, meine Sprache, mein Wissen, alles, so dass mir nichts anderes übrig blieb als abzulesen. Im Laufe der Rede konnte ich zwar auch regelmäßig jemanden anschauen, aber naja...toll war das trotzdem nicht.

    Deswegen habe ich eben ein bisschen Sorge, mir nur die Stichworte aufzuschreiben. Ich habe Angst dass ich sonst die richtigen Worte nicht finde. Und diese Angst muss ich eben irgendwie bekämpfen, so eine Scheißegal-Einstellung, nicht ganz extrem, aber immerhin was die Meinung der anderen über meine Person angeht, wäre ja gut, aber ich hab wirklich Probleme damit. Ich hab kein großes Selbstbewusstsein, wahrscheinlich ist das der Punkt. Und vor den Vorträgen bin ich auch wirklich locker, und ich kann mir so viele positive Gedanken machen wie ich will. Sobald ich aufstehen muss spielt mein Körper völlig verrückt, ohne dass ich was dagegen machen kann.

    Zur Sprache - das Problem ist, dass das bei uns auch ein Bewertungspunkt ist. Wir werden nach den Vorträgen kritisiert, wobei dann sowas gesagt wird wie "An dem Akzent müssen sie aber noch arbeiten", oder "Durcheinanderwerfen geht aber gar nicht...". Die Dozentin letztens war auch noch Amerikanerin - und der am Donnerstag ist Engländer, also keine Chance dass sie vielleicht auch nicht zu 100% flüssig sprechen. Ich war immer der Meinung, dass mein Englisch ganz gut sei. Aber scheinbar ist es das doch nicht, jedenfalls nicht flüssig genug wenn ich keine Zeit habe darüber nachzudenken. Und ich weiß auch nicht, wie ich mehr Übung kriegen sollte. Einen Auslandsaufenthalt kann ich mir zur Zeit (zeitlich und finanziell) nicht mehr leisten. Ich gucke Englische Filme und lese Bücher, aber da rede ich ja nicht bei.

    Einen Bekannten im Raum zu finden ist leider auch schwer. Ich muss ein Seminar nachholen, was ich damals nicht machen konnte, und stehe da nur vor Menschen aus einem anderen Semester, d.h. ich kenne da keinen. Beim Vortrag vor ein paar Wochen haben mir meine Freundinnen zugelächelt und den 'Daumen hoch' gezeigt - aber ich konnte nicht anders als trotzdem dauernd die andere Seite des Raums zu fixieren, wo die saßen, die IMMER tuscheln und lästern.

    Ein Rednerpult hatte ich da auch. Aber das hat leider auch nichts gebracht, obwohl ich das vorher gedacht hatte. Jetzt am Donnerstag wird es das nicht geben, und es gibt auch keine vordere Tischreihe. :geknickt:

    Vielen Dank fürs Mut zusprechen :smile:. Irgendwie wird es ja vorbeigehen, aber diese Woche bis dahin ist für mich jetzt schon wieder der Horror. Ich versuche, mich da nicht so reinzusteigern. Aber irgendwie passiert das ganz automatisch.
     
    #12
    *PennyLane*, 12 Dezember 2008
  13. Lenny84
    Gast
    0
    Du machst dir zu viele Gedanken über deinen "Auftritt" da vorne. Und da liegt auch schon das Problem: Ein Referat ist kein Auftritt, du betrittst keine Bühne und in der Regel klatscht am Ende niemand. Klopfen ist ja mehr ein Ritual als ein ernst zu nehmendes Kompliment. Du sollst deinen Kommilitonen lediglich einen Sachverhalt schildern.

    Der zweite Punkt ist die Ausformulierung von Sätzen. Das kann absolut in Ordnung sein, wenn du bspw. ein geschichtliches Thema, History of the Enlish language, vorträgst. Ich weiß aber nicht, ob du überhaupt irgendeinen Zettel mit nach vorne nehmen darfst, wenn du alles auswendig lernst?
    Jedenfalls, wenn du dir schon einen Text formulierst, solltest du das immer mit 1,5 oder sogar 2-fachem Zeilenabstand ausdrucken. Übersichtlich. Wichtige Aspekte/Stichworte vielleicht fett drucken. Der Computer gibt einem da ja viele Möglichkeiten. Ansonsten würde ich Karteikarten mit kurzen Stichworten empfehlen oder gar nur Stichworte, deren Bedeutung du dann auswenig lernst und vorträgst. Dann hast du für die Seminararbeit/Klausur schonmal viel auf dem Kasten.

    Um noch einige "kleine" Unsicherheiten auszubügeln: Den Akzent trainieren kann ganz nett sein, aber gesprochen auch albern wirken. Dann lieber einen Tag lang die Lieblingsmukke mitsingen und den Wortfluss aus diesen Songs mit in die Sprache nehmen. Ich möchte niemanden angreifen, aber ich habe immer das Gefühl, von denen, die ein Jahr im Ausland waren, besonders "beobachtet" zu werden. Wenn das auch dein Problem ist: Von 10 Leuten, die ihrer Meinung nach einen tollen Akzent und Wortschatz haben, sind meiner Meinung nach bestenfalls fünf richtig gut, der Rest hat sich irgendwelche grammatischen Fehler oder ein colloquial English mit nach Deutschland gebracht. Und die anderen Studenten sprechen, Begabung mal ausgenommen, nicht viel besser als du.

    Insgesamt kenne ich dein Problem, ich stottere. Komischerweise hab ich das unter Kontrolle, wenn ich "dran denke". Im Referat ist man aber aufegeregt, evtl. unsicher oder fühlt sich einem Druck ausgesetzt und da hab ich auch ab und an Schwierigkeiten. Am Anfang meines Studiums war es da so wie bei dir, da klingt man, als heule man gleich los. Aber du gehst schon den absolut richtigen Weg, ich hab mir irgendwan auch gesagt, dass es so nicht weitergehen könne. Gut so! Die Sicherheit kommt von allein, klingt jetzt doof, aber "Tschakka, du schaffst es" kann wirklich beflügelnd wirken.

    Viel Erfolg!!!
     
    #13
    Lenny84, 12 Dezember 2008
  14. glashaus
    Gast
    0
    Wenn es dir ums Sprechen geht, gibt es bei euch an der Uni vielleicht die Möglichkeit, einen Tandem-Partner zu finden? Also jemanden, der muttersprachlich englisch spricht und gerne deutsch lernen möchte?
     
    #14
    glashaus, 12 Dezember 2008
  15. Fuchs
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    Single
    Okay - wenn das mit den Vortragen für dich doch ein so ernstes Problem ist, was dich im Verlauf deines Studiums eventuell noch weiter beeinträchtigen wird, dann solltest du dir da vielleicht Hilfe besorgen.

    Gegen "Blackouts", Stress vor Klausuren und Lernproblemen bietet die zentrale Studienberatung in den Universitäten oftmals psychologische Hilfe an. Seltsamerweise wird dieses Angebot von den wenigsten Studenten wahrgenommen, höchstwahrscheinlich weil sie sich in gewisserweise schämen (?) oder dergleichen. Dort kannst du dir aber auf jeden Fall professionellere Ratschläge holen, wie du mit der psychologischen Komponente umgehen kannst.

    Einen Vortrag gut vorbereiten, sich seine Stichpunkte machen und ein sauberes Englisch zu quasseln ist die eine Seite der Medaille, aber wenn du gegen Angstgefühle und Nervosität ankämpfen musst, dann ist das etwas ganz anderes. Von daher solltest du dieses Angebot einfach einmal wahrnehmen, denn schaden kann es sicherlich nicht und die Leute beschäftigen sich halt ständig mit diesen Problemen (ich hoffe, dass deine Uni soetwas anbietet - bei den Unis, die ich so kenne, ist das aber so).

    Ferner solltest du deinen Dozenten dieses Problem mitteilen. Herrje - es gibt nun einmal Leute, die bekommen diese blackouts - jeder hat irgendwo Probleme und oftmals zeigen die Dozenten dann auch Verständnis (man sieht ja, dass du dich vorbereitet hast anhand deiner Stichpunkte oder deiner Ausarbeitung - du musst also keine Angst haben, irgendwie als "Drückeberger" dazustehen).

    Wenn du an deiner Aussprache bzgl. des Englischen arbeiten möchtest, kannst du dich einmal umhorchen, ob es soetwas wie einen englischen Debattierclub an deiner Uni gibt (soetwas gibt es bspw. an meiner Universität). Das hätte den positiven Nebeneffekt, dass du gleich das Sprechen vor anderen Menschen übst. Wenn es das nicht gibt, kannst du ja auch erst einmal mit einem deutschen Debattierclub vorlieb nehmen, wenn dir soetwas gefällt.

    Eine weitere Möglichkeit, die mir einfallen würde, wäre sich im Bereich des Auslandsstudium an der eigenen Universität zu engagieren. Es gibt Hochschulgruppierungen, die sich speziell um die ausländischen Studierenden an deiner Uni kümmern und die müssen natürlich auch in Englisch kommunizieren. Typischerweise redest du dann aber mit Leuten, die meist ein sehr schlechtes Englisch sprechen (sind wenig Muttersprachler dabei) und du musst auch nicht argumentieren wie bspw. in solch einem Debattierclub. Ist also weniger optimal, aber vielleicht dennoch eine ganz gute Übung :smile:
     
    #15
    Fuchs, 12 Dezember 2008
  16. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
    1.035
    121
    1
    nicht angegeben
    Off-Topic:
    Genau, komm zu uns!:cool1:
     
    #16
    Daucus-Zentrus, 12 Dezember 2008
  17. 2Moro
    2Moro (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    2.138
    123
    15
    nicht angegeben
    Habe jetzt nicht alles gelesen (dafür ist es mir grade zu viel :zwinker:)
    Wenn's schon mal erwähnt wurde sorry, aber was mir dazu noch einfällt ist:
    Karteikarten schreiben mit Stichworten
    Und da du geschrieben hast, Angst davor zu habe, gar nichts mehr zu wissen, einen Text, wo alles mehr oder weniger Ausformuliert ist auch noch dabei zu haben.
    So mach ich das immer und mittlerweile klappt es ganz gut.
    Hatte auch sehr große Probleme Referate zu halten. Das klappt jetzt gut (Nur Texte vorlesen klappt nicht :zwinker: ich denk zu viel)

    Hoffe das hilft dir etwas. VIEL GLÜCK!!!! Du schaffst das schon!
     
    #17
    2Moro, 12 Dezember 2008
  18. LiLaLotta
    LiLaLotta (31)
    Sehr bekannt hier
    3.686
    168
    335
    vergeben und glücklich
    hey. ich kenne dein problem nur allzu gut. ich selbst hab auch tierische probleme mit referaten. das letzte mal wurde mir schwarz vor augen und ich konnte noch nicht mal mehr die sätze auf meinem blatt ablesen. und das, obwohl die hälfte der zuhörer zu meinem direkten freundeskreis gehörte :ratlos: ich hab gezittert, wurde knallrot, bekam kaum luft, hatte herzrasen und fühlte mich, als wär ich gar nicht mehr anwesend.
    das war so der moment, in dem mir klar wurde, dass das nicht normal sein kann und diese üblichen methoden zur angstbewältigung nicht mehr helfen würden. hab dann ne kurzzeit-therapie gemacht, wo ich in einer gruppe üben musste, vor leuten zu sprechen. zum teil hat es echt geholfen, aber leider war das alles zu kurz, aber die denkanstöße waren nicht schlecht.

    hast du denn auch sonst probleme im umgang mit fremden, irgendwelche ängste? bist du schüchtern?
     
    #18
    LiLaLotta, 12 Dezember 2008
  19. schnitte_27
    Sorgt für Gesprächsstoff
    36
    31
    0
    Single
    hallo, versuch es mit einer spitzenmäßigen vorbereitung, übe vorm spiegel...sei selbstbewußt...dann klappts sicherlich!

    viel glück:smile:
     
    #19
    schnitte_27, 12 Dezember 2008
  20. *PennyLane*
    0
    Ehrlich gesagt wusste ich das gar nicht. Da werde ich mich auf jeden Fall mal schlau machen, vielen Dank!!!

    Den gibt es leider bei uns nicht :-(. Es gibt eine Theatergruppe und eine "Film Society", aber da sind auch nur deutsche Studenten drin. Ich schreibe zwar für die Institutszeitschrift auf Englisch, aber beim Schreiben hab ich ja auch kein Problem. Und ich hab auch gar nicht mehr viel Zeit für noch mehr Engagement. :geknickt: Wobei ich die Zeitschrift für etwas, was mir mehr bringen würde, auf jeden Fall etwas runterschrauben würde.

    Also, das ist noch mal eine tolle Idee. Es gab schon oft Erasmus-Infoveranstaltungen wo ich allerdings nie hingegangen bin, weil das für mich sowieso nicht mehr in Frage kommt. Aber eigentlich ist das wirklich wahr - diese Leute suchen ja wahrscheinlich Anschluss, und da wir mehrere englische Partnerunis haben...hmmm! Wirklich gut, danke!

    Ja, genau, genau, genau! Also so eine Therapie klingt schon einmal hilfreich, auch wenn das leider zu kurz ist. Ich habe bald auch wegen anderer Sachen einen Gesprächstermin bei einer Psychologin, wahrscheinlich sollte ich das dabei auch ansprechen.
    Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Was für Denkanstöße hast du denn bekommen?

    Ich bin schon sehr schüchtern in unbekannten Situationen mit fremden Menschen um mich herum. Wenn ich merke dass da jemand ist der mich mag lege ich die Schüchternheit aber schnell ab. Vorne vor dem Kurs ist es aber trotzdem vorbei. :geknickt: Das Problem ist wohl eher mein Selbstbewusstsein, das nicht vorhanden ist. Ich hab mein Leben lang gesagt bekommen, dass ich ja sooo intelligent (im dem Sinne, dass ich gute Gedankengänge habe, usw.) sei (von Lehrern, meinen Eltern, anderer Familie, usw.), aber ich selber weiß, dass das nicht so ist. Ich meine - auf unserem Wald und Wiesen-Gymnasium war ich vielleicht ganz gut. Aber in der Uni sind alle mindestens genauso gut wie ich. Eher besser. Und von allen Seiten heißt es: Ach, das dürfte doch gar kein Problem für dich sein. Und ich selber denke das eben auch, weil ich es immer gesagt bekommen habe, und tatsächlich ist es so, dass ich oft da sitze und denke: "Äh...ich kann nicht folgen?!"

    Außerdem habe ich riesige Angst davor mich zu blamieren. Ich bin halt ziemlich groß und blond und allein dadurch schon auffällig. Ich bin jetzt auch nicht superdünn und hab immer das Gefühl zwischen den anderen kleinen Rehaugen-Fadenmädchen wie ein riesiger Bernhardiner im Porzellanladen zu wirken. Ich bin einfach extrem unsicher, und wenn ich einmal raus bin, dann rede ich wirklich ganz großen Unsinn. Davor hab ich einfach ziemliche Angst. :geknickt:

    Ohje, so wie das klingt ist die Sache mit der Therapie vielleicht nicht die Falscheste.
     
    #20
    *PennyLane*, 13 Dezember 2008

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