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  • FlinkerFred
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    23 Mai 2005
    #1

    Meine Arbeit ist schrecklich!

    Hallo.

    Ich muss hier unbedingt mal ein Problem loswerden. Es geht um meine Arbeit.
    Eigentlich sollte man ja froh sein Arbeit zu haben, aber ich bin dort alles andere
    als froh...

    Ich arbeite jetzt seit fast einem Jahr in einer Firma als Anlagenbediener.
    Das heisst, ich muss dort Produzieren und wissen wann ich welchen Knopf
    zu drücken habe. Also jetzt mal grob beschrieben. Es ist eigentlich schon sehr
    komplex und anspruchsvoll.

    Das Problem an der Sache ist, mir ist der Druck dort viel zu stark. Wegen jeder
    Kleinigkeit muss man sich beim Chef rechtfertigen. Und das ist echt ein Arschloch! Das ist son Typ vor dem echt jeder angst hat, ich eingeschlossen. Seit dem ich dort arbeite, habe ich mindestens 2x die Woche Alpträume. Man arbeitet 8 Stunden pro Schicht und hat keine geregelte Pause. Es ist oft so, das ich keine Zeit zum Essen habe. Allerdings ist die Bezahlung echt OK. Ausserdem werde ich da immer noch angelernt, obwohl die dafür vorgesehene Zeit eigentlich nur ein halbes Jahr beträgt. Ich fasse da einfach irgendwie kein Fuss. Ich kriegs da einfach nicht hin. Manchmal denke ich, ich bin dumm. Obwohl mein Facharbeiterbrief was ganz anderes sagt.

    Ende Juni läuft mein Vertrag dort aus. Und ich hoffe, er wird NICHT verlängert.
    Aber das sieht schlecht aus. Die brauchen da ihre Leute. Aber ich will und
    kann das nicht mehr machen. Ich bin nicht faul und auch kein schwieriger
    Mensch. In allen anderen Firmen in den ich bis davor gearbeitet habe, hat
    es mir eigentlich immer Spass gemacht. Aber hier ist es so, das ich echt jeden Tag mit "Bauchschmerzen" da hin gehe und kotzen könnte.

    Ich hab mich auch schon auf andere Stellen beworben, so das ich noch Hoffnung habe, sagen zu können "Nein ich unterschreibe hier keinen Vertrag". Aber was sicheres hab ich noch nicht. Man muss sich ja auch lt. Gesetz 3 Monate vor Vertragsende beim Arbeitsamt Arbeitssuchend melden. Hab ich natürlich gemacht. Dann bekommt man da son Zettel für den Arbeitgeber, wo er dann irgentwelche Sachen ankreuzen muss, falls mein Vertrag nicht mehr verlängert wird.

    Das Problem was ich jetzt habe ist, was passiert wenn ich den Vertrag nicht unterschreibe und dann von mir aus wieder arbeitslos bin? Ich habe dann ein volles Jahr gearbeitet und habe somit Anspruch auf Arbeitslosengeld. Bekomme ich dann trotzdem Arbeitslosengeld oder bin ich dann gleich in Hartz IV, wegen eigenverschulden? Ich wünsche mir echt nichts sehnlicher als dort nicht mehr hin gehen zu müssen.

    Was würdet Ihr machen? Vielleicht kennt sich auch jemand mit dem rechtlichen Kram aus mit Arbeitslosengeld und so. Wär nett wenn mir jemand ein paar Tips geben könnte. Ach ja, danke fürs lesen!
     
  • jackey21
    Gast
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    23 Mai 2005
    #2
    Hey!
    Ich würde dir raten den Vertrag erst mal zu unterschreiben. Du kannst dich ja nebenbei noch bei anderen Firmen bewerben und hast vielleicht Glück. Dann könntest du dein Arbeitsverhältnis nahtlos wechseln. Später für den Lebenslauf (gerade in der heutigen Zeit) macht sich das immer gut!
    Wegen dem Arbeitslosengeld... hhhhmmm, so genau weiß ich nicht bescheid. Ich denke aber das du rein rechtlich zuerst ein volles Jahr das normale Arbeitslosengeld und nach einem Jahr Hartz IV bekommst.
    Ich denke du bist ja schon über 2 Jahre in einem festen Arbeitsverhältnis, oder? Sonst bekommst du nämlich vom Arbeitsamt keinen Cent!

    Halt uns auf dem Laufenden wie du dich entschieden hast!

    Lieben Gruß,
    Jackey
     
  • FlinkerFred
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    23 Mai 2005
    #3
    Nein, also am 30.06. hätte ich dann genau ein Jahr ununterbrochen gearbeitet. Aber das reicht schon aus um Anspruch auf arbeitslosengeld zu haben. Das Problem was ich habe, wenn ich den neuen Vertrag unterschreibe, ist die Kündigungsfrist von 4 Wochen. Das ist nämlich doof, weil a) viele Firmen für sofort suchen und b) wenn ich dem Chef sage, ich hab da Stelle ich kann da morgen anfagen, wird er sagen, Du hast noch 4 Wochen Kündigungdfrist. Dann ist die Stelle weg und danach kann er mich dann ja auch einfach so rausschmeissen. Der ist sehr grob mir Abmahnungen verteilen...
     
  • Chefbienchen
    0
    23 Mai 2005
    #4
    Sperrzeit

    Rein rechtlich gesehen, solltest du nie kündigen/ den Vertrag nicht unterschreiben, du würdest zwar ein Jahr Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, aber zunächst 'ne Sperrzeit (also nix) kriegen, wegen Eigenverschulden. Ich würde mich auch lieber nebenbei bewerben, wie Jackey geraten hat oder schlimmstenfalls kündigen lassen.
    Viel Glück bei der Suche nach einem besseren Job, mit besserem Arbeitsklima.
     
  • jackey21
    Gast
    0
    23 Mai 2005
    #5
    So wirds dir aber dein Leben lang gehen, wenn du deinen Job kündigen möchtest. Meine Güte, dann musst du halt 4 Wochen durch. Du musst ja auch bedenken das du ein paar Tage (zwar nicht viel) Anspruch auf Urlaub hast. Dann sinds eh nur noch 3,5 Wochen. Das ist wirklich auszuhalten.
    Ich wäre wirklich vorsichtig - ich wurde vom Arbeitsamt so in Kenntnis gesetzt, dass ich erst nach 2 Jahren Arbeit Anspruch auf volles Arbeitslosengeld habe. (Bei mir gabs so ne Vertragsgeschichte, war aber kein eigenes Verschulden von mir und mein Chef wollte mich auch nicht gehen lassen). Es ging bei mir nochmal gut, aber pass echt auf was du machst! Am Schluß stehst ohne einen Cent da - und leben musst ja auch von irgendwas!
     
  • FlinkerFred
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    23 Mai 2005
    #6
    Das heisst, ich würde nach der Ablauf der Sperrzeit, mein Arbeitslosengeld bekommen? Ehrlichgesagt, ich würde das in Kauf nehmen...
    Das ist jetzt wieder sone Entscheiden zwischen Vernunft und Gefühl. Und ich bin mir sicher das es mir besser gehen würde, wenn ich da nicht mehr hin muss. Also psychisch besser.

    Aber schonmal danke für die Antworten. Muss jetzt zum Arzt, werd mich auf jeden Fall nochmal heute Abend blicken lassen.
     
  • User 20976
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    vergeben und glücklich
    23 Mai 2005
    #7
    ein hinweis:

    nach sechs stunden arbeit MUSST du laut arbeitszeitgesetz eine ruhepause von 30 minuten einlegen. du darfst nicht länger als sechs stunden am stück arbeiten.

    dein arbeitgeber MUSS dir diese pause gewähren. was du in dieser pausenzeit machst, ist deine sache, nur arbeiten darfst du nicht (also auch nicht brot essen und nebenbei weiter knöppe drücken). du kannst rausgehen und handstand machen oder was auch immer, ist zur freien verfügung. aber diese pause ist PFLICHT. sie ist unbezahlt, aber sie ist pflicht. zu deinem schutz.

    gibts einen betriebsrat? wie ist es mit den kollegen?

    (ich weiß, dass du vermutlich jetzt sagst "aber das geht nicht, das ist halt so". mag sein. aber dein arbeitgeber missachtet geltendes recht, und zwar elementares recht. wenn er diese pause nicht gewährt und bekannt wird, kann das für den arbeitgeber konsequenzen haben.

    ich jobbe selbst abends und hab da oft temrindruck - und meist lass ich die pause sausen, weil ich nach sechs stunden keine lust habe, eine halbe stunde pause zu machen, um dann noch mal 30 minuten zu ende zu arbeiten...aber das hat schon einen sinn, und wenn du immer achtstündige schichten hast, dann ist das schon wichtig mit den pausen und du solltest was dafür tun, diese pausenzeit zu bekommen.)
     
  • Scrat
    Scrat (37)
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    Single
    23 Mai 2005
    #8
    ....
     
  • FlinkerFred
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    23 Mai 2005
    #9
    @ Scrat:

    Geil! Du sprichst mir aus der Seele. Und zu Deinen Fragen: Ja, ich habe eine Freundin, aber wir wohnen noch nicht zusammen. Und ich wohne auch noch bei meinen Eltern. Also es wär jetzt nicht so das ich den Hungertod sterben würden, wenn ich ein, zwei Monate überhaupt kein Einkommen hätte. Aber trotzdem hast Du natürlich recht mit Deiner Aussage.
     
  • darksilvergirl
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    23 Mai 2005
    #10
    damit hast du vollkommen recht. und? wenn man wählen kann zwischen pause durchsetzen und arbeitslos oder halt weiterarbeiten und job haben, was wählt man?
    nein, die können einen nicht deswegen rausschmeissen. aber sie finden immer nen grund einem da das leben schwer zu machen oder einen zu feuern. schön blöd, wer in der heutigen zeit noch auf sowas besteht wenn er nen job behalten will.

    topic: spar dir deinen urlaub auf, in so nem fall musste dann vielleicht noch eine woche arbeiten und nicht vier, das sollte klar gehen.
     
  • User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    23 Mai 2005
    #11
    deswegen sagte ich auch, dass es ein hinweis ist. sein recht kennen sollte man, und ich wusste nicht, ob der fragesteller das so weiß.

    im übrigen schlauchen acht stunden (oder länger) dauerdruck enorm, und könnte ja sein, dass er sich eher traut, seine pause zu machen, wenn er weiß, dass anspruch besteht - dann wär der arbeitstag vielleicht einen tick besser erträglich.

    dass theorie und praxis nicht übereinstimmen, weiß ich auch aus eigener erfahrung. nun, wenn er eh nicht dort bleiben wird auf lange sicht, wäre es nicht völlig abwegig, zumindest auf den pausenanspruch hinzuweisen und zu klären, ob sich das einrichten lässt. arbeitnehmer arbeiten mit pausenzeit besser und machen weniger fehler.

    deswegen auch die frage nach betriebsrat, als einzelner ist man da immer dümmer dran.

    gruß
    m
     
  • FlinkerFred
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    23 Mai 2005
    #12
    Das ist ne interessante Sache! Ich weiss dass man Anspruch auf Pause hat. Was ich sehr Seltsam finde ist, die Firma gibt es seit ca. 6 Jahren. Ich bin jetzt knapp ein Jahr dabei. Andere schon halt 6 Jahre. Ich frage mich, warum das niemand Vorher mal erfragt hat. Ich hab auch mal einen vom Betriebsrat gefragt. Allerdings kann ich mich nicht mehr an die Antwort erinnern. Ich werd morgen vielleicht nochmal fragen. Was mich am Meisten daran wundert ist, das wir einen IG Metall Tarifvertrag haben. Aber ich wette da wird irgendeine Hintertür ausgenutzt. Sowas wie "Wenn die Anlage läuft kann man doch Pause machen". Aber wir haben da nichmal nen Pausenraum, weil die Anlage ja eigentlich ununterbrochen laufen soll.
     
  • darksilvergirl
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    23 Mai 2005
    #13
    ist bei meinem freund auch so, auch ig metall, variable arbeitszeiten, oft genug keine zeit für pause (wie auch, wenn was kaputt ist muss es repariert werden) aber er ist (nach allem was ich mitkriege) trotzdem zufrieden mit seiner arbeit. läuft auch alles 24 stunden am tag, schichtarbeit.

    tja, wer auch immer damit anfängt, er muss damit rechnen seinen job zu verlieren, und ich nehme an genau das ist der grund wieso keiner damit anfängt.
     
  • Kathi1980
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    23 Mai 2005
    #14
    Wenn Du wegen Alpträumen / Magenbeschwerden in ärztlicher Behandlung bist, könntest Du Dir auch eine Bescheinigung vom Arzt holen, dass er Dir rät, zu kündigen. Normalerweise gibt es dann keine Sperrzeit.
     
  • FlinkerFred
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    23 Mai 2005
    #15
    Also ich bin wegen meiner Arbeit nicht in ärztlicher Behandlung. Aber als ich heute beim Doc war, hab ich das Thema mal kurz angeschnitten. Aber er meinte nur "Ja schade um den schönen Job, aber wenns nicht geht, dann gehts nicht". Hab auch kurz von Stress und Schlafstörungen geredet, Aber er mich dann wieder wegen der eigentlichen Sache behandelt...
     
  • DerKeks
    DerKeks (36)
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    23 Mai 2005
    #16

    Das stärkste Druckmittel heißt, Betriebsbedingte Kündigung das ist bei großen Unternehmen die kleine Hintertür durch die man unbeliebte Angestellt schnell aus dem Betriebsklima entfernen kann. Klingt nach schlecht informierter Aussage ist aber durchaus keine Theorie. Wenn ein grösseres Unternehmen, das ansich einige hundert Leute beschäftigt mal eben 20 auf die Straße setzen will, dann wird der Produktionsbetrieb eben "betriebsbedingt" verkleinert, um wieder Kostendeckend arbeiten zu koennen. Das man für die 20 gefeuerten Facharbeiter 50 ungelernte Teilzeitkräfte einstellt interessiert niemanden. Und nun protestiert nicht gleich das man sowas nicht einfach so machen koenne; genauso machen es nicht wenige Großunternehmen.

    So und zum Thema, die gesetzliche Lage ist peng, da schaut keiner nach und es interessiert niemanden wenn man eigentlich Recht auf eine Stunde Pause hat oder als Azubi pünktlich um 17:00h Feierabend haben müsste. In meinem Fall ist es so das ich eine komplette Arbeitskraft ersetzen soll. (Harte aber effiziente Schule) Ansich ein Witz wenn man bedenkt das ich nichtmal ein Drittel von dem verdiene was eine ausgelernte Kraft verdient. Aber um es kurz zu halten, der erfüllen des gesetzlichen SOLLs gilt aus Sicht des Arbeitgebers leider leider schon sehr oft als Minderleistung!
     
  • tangoargentino
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    23 Mai 2005
    #17
    XXX gelöscht XXX
     
  • Touchdown
    Touchdown (38)
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    vergeben und glücklich
    24 Mai 2005
    #18
    Ich würd auf keinen Fall kündigen, bevor ich den neuen Job sicher hab. Heutzutage weiß man ja nicht, ob man was bekommt.
     
  • darkride
    darkride (41)
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    26 Mai 2005
    #19
    Hmm, ich mime halt jetz einfach mal den Buhmann aber ich finde dieser Thread beschreibt vielleicht die Gesamtsituation BRD ganz gut:

    Irgendwie kommts mir so vor als würden viele Arbeitnehmer ihre Rechte in jeglicher Form (und seien die Fallbeispiele noch so kompliziert) auswendig im Schlaf runterbeten können, aber von den Pflichten will irgendwie keiner was wissen?!
    Hat hier überhaupt noch wer Bock auf Arbeit (statt Jammern)?

    Gruß

    darkride
     

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