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meine beste Freundin ist nicht mehr die gleiche...

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von baerin, 16 Februar 2006.

  1. baerin
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallo alle,
    ich hab ein recht schwieriges Problem, wie ich finde. Eine meiner besten Freundinnen hat vor ein paar Jahren die Diagnose Schizophrenie bekommen. Sie hat seitdem eine echt schlimme Zeit durchgemacht und ich hab alles direkt mitbekommen, war mit ihrem Freund die einzige Person, zu der sie noch Vertrauen hatte. Mittlerweile ist sie mit Medikamenten gut eingestellt, aber sie ist einfach nicht mehr "die Alte". Es ist nur noch wenig von dem da, was vor der Krankheit ihre Persönlichkeit ausgemacht hat.

    Ich treffe mich regelmäßig mit ihr, weil sie vor ihrer Krankheit eben meine beste Freundin war, aber ich tu es oft nur noch aus dem Gefühl der Verpflichtung heraus. Ich weiß, dass sie außer mir keine richtigen Freundinnen mehr hat (und halt noch ihren Freund, was aber auch eine problematische, aber doch recht stabile Beziehung ist). Durch die Schizophrenie passiert es oft, dass das soziale Netzwerk stark leidet, und sie hat auch große Probleme, neue Leute kennenzulernen und Freundschaften aufzubauen.

    Ich weiß, dass ihr sehr viel daran liegt, sich mit mir zu treffen und mich als Freundin zu behalten, aber wenn ich mich mit ihr treffe, geht es mir nachher oft schlechter als vorher, weil es mich tierisch runterzieht, zu sehen, wie sie die Krankheit verändert hat. Wir haben auch kaum noch Themen um uns zu unterhalten, meistens dreht es sich um ihre (wirklich massiven) Probleme, die sich in allen möglichen Lebensbereichen durch die Krankheit ergeben habe. Oft weiß ich auch gar nicht, was ich ihr erzählen soll, weil ich weiß, dass ihr gedanklich die Kapazitäten fehlen, auf das einzugehen, was mich bewegt.

    All dies soll nicht so klingen, als würde sie sich nicht bemühen. Aber es ist nun mal eine Scheißkrankheit und ihr fällt alles so viel, viel schwerer als mir. Und das ist so schwer mitanzuschauen, auch dass ich ihr nicht wirklich helfen kann - außer damit dass sie sich gut fühlt, wenn sie mit mir reden kann, was ja eigentlich gar nicth so wenig ist.

    Aber wie gesagt, habe ich oft keine Lust mehr, mich mit ihr zu treffen, weil es mich so runterzieht. Sie hat auch keine Lust, was zu unternehmen, also sitzen wir meist zusammen und trinken Kaffee und ich höre mir an, wie schwer ihr alles fällt - was ich absolut verstehe, denn ich habe einige Menschen mit Schizophrenie kennengelernt und gesehen, wieviel schwerer einem das Leben mit dieser Krankheit fallen kann.

    Ich weiß nicht wirklich eine Lösung, willl sie eigentlich auch als Freundin behalten, schon alleine weil wir vor ihrer Krankheit eine wirklcih schöne Zeit zusammen hatten. Weil ich sie mag, und weiß was ihr die Freundschaft bedeutet, weil sie sonst kaum noch jemanden hat.

    Vielleicht hat hier jemand Erfahrung mit Freundschaften mit Menschen, die sich durch Krankheiten sehr verändert haben...
     
    #1
    baerin, 16 Februar 2006
  2. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    erstmal schön, dass du so eine gute freundin für sie bist. denn das biste, selbst wenn du jetzt nicht sicher bist, ob du dich weiter treffen sollst und manchmal keine lust zu treffen hast. du machst dir ja schließlich einige gedanken ihretwegen, es ist nicht aus reiner bequemlichkeit, dass du "nicht mehr willst" - eher "kannst" du nicht mehr.

    ich direkt habe mit psychosen bzw. menschen mit dieser erkrankung keine erfahrungen - aber der freund meiner schwester hatte neulich einen psychotischen schub und ging für ne woche ins krankenhaus. noch ist unklar, wie es da weitergeht, ob er neuroleptika nehmen wird oder nicht. schwer auch für meine schwester, aber mal schaun. in dem zusammenhang hab ich etwas zu dem thema herumrecherchiert und kam schnell auf hilfreiche seiten - unter anderem www.bapk.de.

    www.bapk.de ist die seite vom bundesverband angehöriger psychisch kranker mit vielen links und ratschlägen. vielleicht guckst du dich dort mal um? denn du bist auch ne angehörige...

    dass du deine freundin nicht im stich lassen willst, aber selbst probleme hast aufgrund ihrer veränderung etc, ist halt son typisches dilemma...

    ich finde gut, dass du eigentlich gern ihre freundin bleiben willst und dich bemühst - aber natürlich ist es auch ne belastung für dich. neuroleptika (oder welche medikamente sie nimmt) haben oft wirkungen, aufgrund welcher man den patienten "kaum wiedererkennt". aber wer schizophren ist oder unter einer anderen psychose leidet, kommt manchmal um solche medikamente nicht herum - und zwar oft über jahre hinweg... schwierig.

    ich rate dir, dich mal bei "experten" schlauzumachen: darüber, wie du als "angehörige" besser klarkommen kannst.
     
    #2
    User 20976, 16 Februar 2006
  3. User 29904
    Beiträge füllen Bücher
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    #3
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 16 Februar 2006

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