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meine Freundin hat Depressionen

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Piratin, 21 August 2006.

  1. Piratin
    Piratin (38)
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    Hallo Leute,

    habe grad so ein Problem an dem ich schon die ganze Zeit rumknabber. Vielleicht hat ja jemand Ahnung von der Materie.

    Eine gute Freundin von hat schwere Depressionen und muss in der Psychiatrie behandelt werden. Wir haben uns im ersten Semester an der Uni kennengelernt und ich kenne quasi ihre ganze "Leidens"geschichte: zu dick, kein Selbstbewusstsein, kein Freund......mit Ende 20 hat sie dann mal kurz einen Freund gehabt, der sie aber auch wieder verlassen hat, weil er es alles andere als ernst meinte....

    Jetzt ist sie 30 und meldete sich auf einmal eeewig nicht (obwohl wir normalerweise einmal pro Woche stundenlang telefonieren) und ging nicht an ihr Handy und ihr Uniwohnheimstel war auf einmal abgemeldet und sie reagierte nicht auf sms oder Mails. :cry:

    Ich bin bald verrückt geworden vor Sorge.

    Irgendwann kam die lapidare sms dass sie in einer Klinik sei, da sie an Depressionen leide, zudem auch noch etwas Schlimmes passiert sei und sie nicht drüber reden könne. Es ginge ihr da aber gut.

    Seitdem höre ich gar nichts mehr.

    Ich kenne mich auch gar nicht mit Depressionen aus. Was fühlt man denn da? Warum will sie keinen Kontakt mit mir? Wie läuft es so in so einer Klinik ab? Was kann ich tun, um ihr zu helfen? Ich trau mich grad gar nix....

    Vielen Dank für Eure Hilfe,

    Piratin :geknickt:
     
    #1
    Piratin, 21 August 2006
  2. Salesha
    Salesha (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Konkret kann ich die jetzt leider nichts dazu sagen, obwohl mein bester Freund auch depressiv ist.

    Aber um etwas in die "Materie" einzusteigen, schau mal unter www.depressionen-verstehen.de
    das ist eine sehr gute Seite, finde ich.
    Helfen kannst du ihr, indem du für sie da bist, aber auch bereit bist, ihr Ruhe zu geben, wenn du siehst, dass sie die braucht. Heftigster Aktionismus hilft nicht wirklich was, belastet sie eher, und dich mit der Zeit auch.
    Sei für sie da, aber gib ihr auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen.

    Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute!
     
    #2
    Salesha, 21 August 2006
  3. Ginny
    Ginny (35)
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Ich kann jetzt nichts zu der Klinik-Situation sagen, da werden andere hier besser Bescheid wissen. Aber was die Depressionen angeht ... ich kenne es selber, dass man da zeitweise niemanden um sich haben will. Nicht, weil man demjenigen böse ist, das können die besten Freunde sein, sondern weil alleine das Reden unglaublich anstrengt. Man spürt genau, dass der andere nicht wirklich nachempfindet wie man fühlt und man weiß gleichzeitig, dass man mit bloßen Worten das Denken und Fühlen nicht so rüberbringen kann. Und jedes Wort bedeutete Anstrengung. Man könnte stundenlang einfach da sitzen und eine Wand anstarren, die Gedanken sind irgendwo in anderen Sphären, manchmal merkt man nichtmal, dass man denkt. Und jeder Anflug von Smalltalk weckt fast schon Ekelgefühle. Weil man wie in sich gefangen ist und für andere Dinge keinen Kopf hat. Man könnte einfach da sitzen und die Zeit passieren lassen. Freunde können ja selten etwas sagen, das einen weiterbringt, meist fürchtete man Floskeln, die alles nur noch schlimmer machen, auch wenn sie lieb gemeint sind. Ich hatte Phase, in denen ich wochenlang kein Bedürfnis hatte, mit meinen besten Freundinnen zu reden. Über was auch, dachte ich mir ... schien mir alles so sinnlos.
     
    #3
    Ginny, 21 August 2006
  4. Ich_Tarne_Eimer
    Verbringt hier viel Zeit
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    Es ist kompliziert
    Ich kann halt nur für mich sprechen...
    Als depressiver steckt man in einer sehr schlimme Krise die einen total verändert. Auch auf die Abschnitte danach...
    Man fühlt sich zu nichts mehr bereit, hat keine Lust irgendwas anzufangen und möchte, so war es bei mir, nur schlafen oder garnicht mehr da sein.
    Man sieht einfach keinen Sinn mehr in dem bisherigen Handeln und fühlt sich selber auch minderwertig (Was bei mir eng mit der Depressione einher ging)
    Es ist schwer mit jemandem zu reden da man selber eine gewisse überforderung verspürt, die, so glaubt man, andere sowieso nicht nachempfinden können. Und Floskeln als Antwort, so denkt man dann, sind nur die typische Leier "der anderen" die man nicht hören will.

    Wie es in so einer Klinik abläuft ist sehr verschieden. Ich kann es nur von meiner Erfahrung heraus erzählen und Vermutungen aufstellen..
    Da etwas schlimmes passiert sei, da dachte ich zuerst daran, sie hätte versucht sich zu verletzen. Dies könnte zur Folge haben, dass sie in einer geschlossenen Abteilung (hört sich schlimmer an als es ist) wo autoagressive Patienten auch behandelt werden, ist. Dort waren bei mir Handys nur unregelmäßig auf Nachfrage, und auch dann nicht immer, zur kuzen Benutzung erlaubt.
    Aber vielleicht weiss sie auch einfach selber nicht was sie dir schreiben soll.
    Ansonsten wird sie dort vielleicht einen Therapieplan haben der sich aus Gesprächestherapien, medikamentativer Behandung, Kunstherapien(?), Gruppengespräche und einfach nur Beschäftigung zusammensetzt (Wie gesgat, gillt alles nur für mich, aber teile werden wohl gleich sein)

    Es ist ansonsten wie in einem normalen Krankenhaus gewesen. Es gab bei mir nen Aufenthaltsraum wo auch gegessen wurde. Es gab einmal pro Woche eine Visite vom Oberarzt usw.

    Wenn du was genaueres wissen willst, frag einfach nach..Wobei es bei ihr natürlich alles anders sein kann...
     
    #4
    Ich_Tarne_Eimer, 21 August 2006
  5. Piratin
    Piratin (38)
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    Verheiratet
    Nee, sie kann jederzeit raus, ist aber fast nur da.
     
    #5
    Piratin, 21 August 2006
  6. Neo2001
    Neo2001 (36)
    Verbringt hier viel Zeit
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    19
    nicht angegeben
    Dass sie im Moment keinen Kontakt will, kann auch daran liegen, dass die Situation in so einer Klinik für den Patienten auch ziemlich demütigend sein kann (war zumindest bei jemandem aus meinem erweiterten Bekanntenkreis so):

    Stell dir mal vor, du müsstest da die ganze Zeit im Nachthemd rumlaufen, dein Geisteszustand würde angezweifelt und die Pfleger würden dich nicht wirklich für voll nehmen (ohne böse Absicht natürlich). Würdest du in so einer Situation gerne von einem Menschen besucht werden, an dessen Meinung dir etwas liegt? Oder würdest du ihn lieber erst wiedersehen, wenn du nach der Lösung deiner Probleme als "neuer Mensch" entlassen wirst?
     
    #6
    Neo2001, 22 August 2006

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