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Meine Geschichte

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Beat13, 19 September 2007.

  1. Beat13
    Beat13 (36)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Heute kam der Anruf. Es ist nicht so, dass ich es nicht erwartet hätte - Nur... ich glaubte, ich dachte, er käme nicht so verfrüht. Es ist die Sorte von Telefonaten, die man ungern führt, jedoch führen möchte. Das ist ein Widerspruch, aber ein logischer: Denn, so denke ich, sind geklärte Verhältnisse Grundlage für geordnete Neubeginne.

    Ich schreibe meine Geschichte hier in dieses Forum, um die Gedanken in meinem Kopf schriftlich zu fixieren und sie mit anderen zu teilen. Mein Gewissen soll Sorge dafür tragen, dass Objektivität gewahrt bleibt. Wenn dies mir so gelingt, dann hilft es vielleicht, das Erlebte besser zu verarbeiten. Was sind schon Gedanken wert, die man nicht mitteilen kann oder möchte...

    Meine Geschichte ist jung, sie begann vor vier Monaten. So jung wie sie ist, so kompliziert, so moralisch verwerflich beginnt sie auch. Genau genommen, begann aber meine Geschichte bereits vor neun Jahren. Da war ich 17 - Noch nicht mal einen Führerschein besaß ich. Aber einen besten Freund, ebenfalls 17 Jahre alt. Und der, ich nenne ihn hier Mark, hatte eine 16 jährige aufgerissen. Sie möchte ich hier Sarina nennen. Aufgerissen trifft es in der Tat; wie man das in einer Disco eben so macht als Jugendlicher.

    Ich heiße... Stefan. Und es begab sich zu damaliger Zeit, dass man im Freundeskreis eine Party besuchte. Ich lernte Sarina kennen - Und schätzen. Während dieser Zeit hat sich Mark besoffen. Wie man das eben so macht, als Jugendlicher. Stunden später liegen nicht Mark und Sarina zusammen im Bett, sondern Sarina und Stefan. Helfend kam hinzu, dass auf Video 'Titanic' lief. Erschwerend kam hinzu, dass wir - also Sarina und ich - nicht alleine im Zimmer waren. Aber man küsste sich, man berührte sich vorsichtig. Man erkannte, dass da mehr war als... schätzen und geschätzt werden.

    Ich kehrte am nächsten Tag mit einem guten Gefühl nach Hause zurück. Weniger die Erwartung an eine anstehende Beziehung ließ mich glücklich sein - schließlich wusste ich, dass mein bester Freund (noch) die Nr. 1 sein musste. Vielmehr war es schön zu wissen, dass die eigene Person attraktiv oder gar begehrenswert - und sei es nur für diese eine kurze Nacht - war. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass ich locker, cool reagierte, als mich Sarina eine Woche später zur Seite nahm und mir klar machte, dass sie mit Mark zusammen sei - schließlich war er der Erste und dahingehend fühlte sie sich gebunden - und die Nacht mit mir schön, aber, überspitzt ausgedrückt, bedeutungslos war. Meiner guten Stimmung an diesem Abend tat dies aber keinen Abbruch! Über acht Jahre später werde ich erfahren, dass ihre damalige Entscheidung, also pro Mark und contra Stefan, mit der simplen Begründung, auch endlich einen Freund gegenüber Mitschülerinnen vorweisen zu können, zu erklären ist. Wie das eben so ist, als Jugendliche...

    In den vielen Jahren zwischen damals und im April 2007 änderte sich viel - Oder wenig. Wie mann es nimmt. Aus Mark und mir wurden junge Geschäftsleute. In der Hochphase meiner Geschichte werde ich meinem besten Freund Worte schreiben, die selten so einen Wahrheitscharakter besitzen: "Das Schicksal des Einen ist an das des Anderen gebunden." Aus Sarina und Mark wurde eine feste Beziehung - Man darf von Lebenspartnerschaft sprechen. Der nächste Beziehungsschritt konnte nur eine Ehe sein. Aus mir wurde aber auch eine Persönlichkeit, die nur schwer feste Beziehungen findet - Ein Umstand, der bis zum heutigen Tag anhält. Aus Mark wurde aber auch ein Lebenspartner, der den Wert seiner Beziehung nicht richtig einschätze - Dies wird sich, sollte er dazugelernt haben, künftig ändern. Aus Sarina wurde aber auch eine fleißige Studentin, die den Wert einer Beziehung im Fortschreiten derselben definierte. Also Ehe, dann Haus, dann Kinder, dann...

    Mir war es vergönnt, den Wert von Beziehungen zu erkennen - Schließlich konnte ich selbigen oft und objektiv an dem Glück Anderer bemessen. Das konnte Mark nicht. Er schätze seine Beziehung mit Sarina falsch ein, verkannte, dass Fortschritte verlangt wurden; dass auch nach außen hin "mehr Beziehung" ersichtlich sein sollte. So kam es vor einem Jahr zum ersten Bruch der beiden. Sarina zog aus. Und kam bald wieder zurück. Aber Versprechungen, es werde sich was ändern, wurden faktisch nicht erfüllt.

    Hier beginnt meine Geschichte.

    Was heißt meine Geschichte? Es ist unsere Geschichte. Sie gehört zu gleichen Teilen Sarina und Mark. Jeder hat Schuld, jeder das Recht auf Glück. Jeder moralische Verpflichtungen.

    Aus einem Urlaub im Frühsommer diesen Jahres kehrte Sarina frühzeitig zurück - Aus Studiumsgründen. Mark blieb noch vier Tage. Als Freund holte ich Sarina vom Flughafen ab, um sie wie besprochen mit zu meinem Elternhaus zu nehmen. Dort würde sie lernen können und nicht alleine in ihrer Wohnung bleiben müssen. Es waren zwei Sätze, die in der Fahrt nach Hause heute maßgebend erscheinen: Der erste kam von mir: "Ich hab' mich heute schon richtig auf die gefreut"! Der zweite kam von ihr: "Ich bin seit einem Jahr nicht mehr glücklich gewesen".

    Die vier Tage, welche ich mit Sarina verbracht habe, kann ich rückwirkend nur sporadisch beschreiben. Zu viele Emotionen müssten in Worte gefasst werden, um ein ganzheitliches Bild wiedergeben zu können. Ich und Sarina waren in einer Seifenblase "gefangen", schwebend, von innen sicher erscheinend, jedoch von außen leicht zu zerstören, wie sich später heraustellte. Wir ließen weniger unseren Gefühlen freien Lauf; vielmehr erkannten wir, dass ein Teil von uns noch immer im Bett einer Bekannten liegt, "Titanic" auf Video vor uns läuft und wir... nicht miteinander abgeschlossen haben. Ich habe mich auf Sarina gefreut. Und ich wollte sie glücklich machen. Ich sah mich dazu auch in der Lage.

    In den vier Tagen kamen wir uns emotional näher als neun Jahre zuvor. Und als sie endeten, diese bis heute wunderschönen vier Tage, da zerplatzte die Seifenblase. Schlagartig. Aber jeder von uns nahm etwas mit. Sowohl die Gewissheit, dass da mehr war als "nur" die freundschaftliche Zuneigung zueinander, als auch das beschädigte Gewissen gegenüber Mark.

    Meine Person konnte sich nicht in Schweigen hüllen; ich erzählte meinem besten Freund von den Ereignissen während seiner Abwesenheit, verschaffte mir ein reines Gewissen. Am selben Tag schrieb ich in einer persönlichen Email an Sarina, dass ich Mark erzählte, was vorgefallen war, dass ich dies tun musste, um mein Spiegelbild offenen Auges sehen zu können, dass es mir Leid tut, was ich ihr damit zufüge (schließlich bewahrte Sie die Geschehnisse für sich, was sich wiederum negativ auf sie auswirkte), dass ich einen Fehler machte, der, wenn ich ihn nicht offen kommuniziere, zu weiteren Fehlern führen würde. Es war diese Email, in der ich auch die Schicksalsfrage mit Mark analysierte.

    Sarina war nicht glücklich über meine Unterhaltung mit Mark.

    Man möchte nun meinen, Mark wäre entsprechend hart mit mir umgegangen. Würde mir den Umgang mit seiner Freundin, seiner Lebensgefährtin, verbieten. Hätte mir zu verstehen gegeben, welchen moralischen Fehltritt ich mir erlaubt habe. Das geschah nie! Er gab Sarina die Schuld - Sie hätte es nicht soweit kommen lassen dürfen. Er stellte sie zur Rede. Sie sagte ihm, sie liebe ihn noch immer...

    In den folgenden Wochen traf man sich, zu dritt. Man ging ins Kino oder verbrachte zu dritt den Abend. Man bemerkte, dass die Beziehung zwischen Mark und Sarina einem Bruch zusteuerte. Wie in 'Titanic'...

    Ich rede mir noch heute gerne ein, dass bis auf mein Handeln in den vier Tagen meine Person nichts mit dem Beziehungsende zu tun hatte. Das ist aber so nicht wahr. Ich hoffte insgeheim, ich würde die Chance erhalten, mit der Freundin meines besten Freundes selbst eine Beziehung anzufangen; dazu ist der Bruch unerlässlich. Weiterhin suchte ich die Nähe von Sarina, ungeachtet der Anwesenheit von Mark. Unbewusst habe ich in eigener Sache gearbeitet - Gegen meinen besten Freund, egoistisch gehandelt.

    Ich rechtfertige diese meine Handlungen nicht! Ich versuche es erst gar nicht... Aber ich stelle fest, dass ich von Seiten Marks mit den Worten, "du tust das Richtige. Und wenn sie (Sarina) einen anderen für besser hält, dann werde ich (Mark) ihr (Sarina) nicht im Wege stehen", alleine gelassen wurde. Und ich möchte und werde mich nicht für Gefühle entschuldigen, die faktisch existierten (existieren?).

    Die Beziehung zwischen Mark und Sarina, welche über acht Jahre andauerte, ging zu Bruch. Sarina zog zu ihren Eltern. Ich war nicht glücklich über diese Entwicklung. Aber auch nicht bestürzt, was ich wohl hätte sein sollen. Ich war in den folgenden Tagen und Wochen nicht für meinen besten Freund da, habe ihn nicht gestützt. Ich war beschäftigt, mit mir selbst, mit meiner Hoffnung auf eine eigene Beziehung. Nicht eine Sekunde meines Handelns möchte ich bereuen - Obwohl ich mich für einen moralischen Menschen halte.

    Die eigene Beziehung. Rückblickend betrachtet habe ich auch eine zweite Chance gesehen. Was wäre gewesen, wenn ich damals vor neun Jahren mehr getan hätte, als nur cool auf die Zurückweisung von Sarina zu reagieren? Jene zweite Chance, so muss ich heute feststellen, war mein Lebensinhalt der vergangenen vier Monate.

    Mir ist gelungen, wovon ich nicht träumen gewagt habe: Ich bekam die Chance und... eine Beziehung mit Sarina. Mark ging es entsprechend schlecht bei dem Gedanken, Sarina wäre nun mit mir zusammen. Viele Gespräche habe ich mit ihm darüber geführt. Er erhielt die Zusicherung, meine Beziehung sei eine "frühen Stadiums", gleichzusetzen mit "näherem kennenlernen". Auf keinen Fall würde er eine "feste Beziehung" in den nächsten Monaten vorfinden. Aber er habe sich mit dem Faktum abzufinden, dass nun nicht mehr er der Erste für Sarina ist, sondern ich.

    Ich habe auch viel mit Sarina über die Geschehnisse und die Zukunft gesprochen. Wir waren uns einig, dass unser beider Handeln doch sehr überstürzt war, wir uns besser mehr Zeit gelassen hätten. Was aber nicht mehr zu ändern war in Anbetracht der Tatsache, wie sehr wir voneinander partizipierten. Es ist sicherlich richtig, dass Sarina häufig darauf hinwies, wie es um ihre Gefühlslage bestellt sei; eine feste Beziehung wolle sie nicht, gleichwohl könnte es sein, dass sie in kürzester Zeit die Beziehung aus den unterschiedlichsten Gründen abbrechen würde. Sogar erwähnte sie, dass sie mich wahrscheinlich emotional schwer verletzen würde. Aber zu keinem Zeitpunkt schien dies auch nur im entferntesten einzutreffen.

    Vieles habe ich mit Sarina in den drei Monaten unserer (losen?) Beziehnung unternommen. Wir sind im Sommer sogar nach Salzburg gefahren, haben ein Mozartkonzert besucht. Sie sagte daraufhin zu mir - ich werde es nie vergessen - sie sei glücklich. Ich strengte mich in den Monaten unserer Beziehung an, ein guter Partner zu sein. Ich möchte voller Stolz behaupten, dass mir dies auch gut gelungen ist! Schließlich kannte ich den Wert von Beziehungen aus objektiver Sicht.

    Sie sagte zu mir, sie liebt mich. Ich hab' mich immer nach diesen Worten gesehnt. Ich wünschte, sie hätte sie nie zu mir gesagt...

    Entgegen den Rat einer guten, beziehungstechnisch erfahrenen Bekannten von mir, ließ Sarina den Kontaktgesuchen von Mark zu. Anfänglich waren diese Treffen mit Mark belastend für Sarina: Mark agierte vorwufsvoll, stellte unsinnige Kontrollfragen. Am liebsten hätte ich ihm geholfen, Tipps gegeben, vermutlich um mein angeschlagenes Gewissen zu entlasten. Ich tat es richtiger Weise nicht. Ich unterstützte Sarina bei der Aufarbeitung mit der Trennung mit Mark so gut es ging. Auch, wenn es zu Lasten meiner Beziehung mit ihr führte. Ich war damals selbstsicher - auch in Bezug auf die Worte von Sarina. Heute stellte sich heraus, dass ich erneut in einer Seifenblase lebte. Es ist eine Frage der Zeit, bis selbige zerplatzt. Das habe ich schon erlebt; aber daraus gelernt habe ich nicht. Es ist vermutlich schwierig zu erkennen, wann man sich in einer befindet...

    Mark besserte sich, zeige Verständnis für die Bedürfnisse Sarinas. Auch die Beziehung zwischen Sarina und mir wurde "fühlbarer", nicht intensiver, aber empfindlicher.

    Es kam der Tag, an dem ich zum ersten Mal nicht "der Liebe" war, sondern versuchte, meinen Kopf durchzusetzen. Es war etwas banales: Beach-Volleyball. Es fand sich, trotz anfänglicher Zusagen verschiedener Freunde und Bekannter, zum Schluss keiner mehr, der auch beachen wollte. Entsprechend schlecht gelaunt zog ich von dannen. Ich war für fünf Stunden schlecht gelaunt. Mir wird heute zum Vorwurf gemacht, ich wäre beleidgend gewesen. Das empfinde ich nicht so. Vielmehr denke ich, dass zu diesem Zeitpunkt, an diesem Tag, das Negative in mir gesucht und gefunden wurde, um spätere Entscheidungen leichter zu begründen. Letztlich steht auf dieser Beziehungsbilanz drei Monate auf der Aktiv-Seite. Dagegen werden fünf Stunden passiva gebucht. Wenn das mal keine Erfolgsgeschichte ist...

    Sarina zog aus beruflich-studentischen Gründen ca. 2,5 Autostunden weg. Vor, während und nach dem Umzug gab es minimalistische Verwerfungen zwischen Sarina und mir. So wollte ich beispielsweise Bücher, welche bei mir gelagert wurden, so schnell als möglich bei ihr vorbeibringen. Mir wird dies heute zum Vorwurf gemacht. Es gibt sicherlich zwei Seiten zu erzählen. Ich kann hier nur meine Version vertreten: Es wurde das Negative in meinem Handlungen gesucht, bis man welche fand. So ließe sich dieser Text auch auf grammatikalische Fehler hin überprüfen, welche mir dann zur Last gelegt werden könnten. Am Tatbestand führt dies jedoch weit vorbei.

    Jedenfalls wurde ich schon zu diesem Zeitpunkt während des Umzuges nicht an dem Vorhaben beteiligt. Man denkt sich seinen Teil dazu - Wieso sollte ausgerechnet der Partner bei einem solchen Vorhaben nicht helfend zur Seite stehen? Das war vor drei Wochen.

    Die Telefonate mit Sarina verliefen ab diesem Zeitpunkt sehr schlecht. Ich wurde mit den ominösen fünf Stunden konfrontiert. Gleichwohl fand ich keinen Zugang mehr zu Sarina. Sie sagte mir in einem letzten persönlichen Gespräch, dass die glücklich sei, wegzukommen. Die vergangenen Monate seien sehr schwierig für sie gewesen - schließlich gab es da zwei Menschen in ihrem Leben, sie wisse nicht, was... wie... wann... wer...

    Die Zeit wollte ich ihr geben. So sagte ich ihr auch zu, sie habe keine SMS-Bomben oder Telefonterror von mir zu befürchten. In der Zwischenzeit herrschte reger Kontakt zwischen Sarina und Mark. Er hat sie auch schon in der neuen Umgebung besucht. Ich durfte nicht...

    Heute kam der Anruf! Sarina kann nicht ohne Mark. Sie konnte nach der Trennung nicht ohne ihn, sie kann es jetzt nicht. Sie musste auch während unserer Zeit mit ihm in Kontakt stehen.

    Sie werden wieder zusammen finden.

    Vielleicht ist auch ihr Schicksal an das von Mark gebunden. Ich dachte immer, der zentrale Punkt in dieser Geschichte wäre Sarina. Aber es scheint doch Mark zu sein...

    Ich äußerte ihr meine Empfindungen, meine Traurigkeit über den Verlauf der Dinge, meiner enttäuschten Hoffnungen. Ich übte mich in Selbstkritik, konnte aber nicht vollkommen vorurteilsfrei disskutieren. Sie zum Glück auch nicht! Wie gerne hätte ich meine Chance genutzt, wie gern wäre ich in einer Beziehung mit Sarina gewesen. Sarina sagt, es liege nicht an mir, sondern nur an ihr. Ich hasse diesen Text. Ich hasse diesen Text! Ich will nicht glauben, dass es nie eine Chance gab. Lieber ist mir das Scheitern an der Sache, als die Unsinnigkeit meiner Handlungen und Hoffnungen.

    Sarina hat recht, wenn sie sagt, wir wussten, worauf wir uns einlassen. Aber auch ich will mir recht geben wenn ich sage, dass mir andere Andeutungen zu verstehen gegeben wurden. Auf die Frage, wie ich denn bitteschön ihre Wortwahl "ich liebe dich" zu verstehen habe kam eine denunzierende Begründung von ihr: Ich wurde für die dem Zeitpunkt der Aussage zugrunde gelegten Handlungen geliebt. Das sollte damit bekundet werden. In meiner Welt bedeuten diese Worte weit mehr. Auch in der ihren, da bin ich mir sicher. Ich bin demzufolge nicht liebenswert, es sind meine Handlungen. Ich empfinde dies als Denunzierung.

    Einst sagte ich zu ihr, dass, wenn sie trotz aller Erwartungen wieder mit Mark zusammen komme, und sie einen besseren Menschen als zuvor vorfinde, sie glücklich bis an ihr Lebensende werde, alles richtig gemacht habe. Ich stehe zu dieser Aussage - Auch heute.

    Ich habe für mich selbst einmal eine Win-Win-Situation beschrieben: Ich war in einer Beziehung mir Sarina, es ist mir ungeachtet des jetzigen Situation gelungen. Und wenn das Schicksal es anders möchte, wie jetzt eingetroffen, dann finde ich eine geordnete Welt vor, in der moralische Verwerfungen nicht zum Freundschaftsbruch führten und der Status-Quo hergestellt werden würde; mit dem Vorteil behaftet, dass ich wunderschöne vier Monate verleben durfte.
    Ich weiß noch nicht, ob ich damit recht habe. Zu tief sitzen Gefühle in meinem Bauch, die anderes von mir verlangen, als hier zu sitzen und hier zu schreiben. Sie verlangen von mir, Sarina zu schreiben. Um sie zu kämpfen. Einst sagte ich Mark, dass dies sein Recht sei - Er nur so Frieden vor seiner Selbst findet. Warum soll mir nicht gleiches Recht zustehen?
    Der Verstand in meinem Kopf suggeriert mir anderes: Es gelang dir nicht vor neun Jahren. Es ist dir nicht vor vier Monaten gelungen. Und: Willst du wirklich erneut - und diesmal mit offenem Visier - gegen deinen besten Freund antreten. Mit dem Risiko behaftet, sowohl die Freundschaft zu verlieren, als auch Sarina nicht zurück zu gewinnen? Moralisch erneut zu scheitern?
    Ich habe nicht gewonnen, was ich gewinnen wollte. Wenngleich ich alles andere als nur einen Trostpreis erhalten habe.

    Es gibt aber eine Erkenntnis, eine Lehre, die ich gerne mitnehme: Ich finde mich nun in der Situation wieder, in der ich einst Mark zurück gelassen habe. Mir wäre es erspart geblieben, wäre ich für meinen besten Freund - von Anfang an - da gewesen. Wenn ich ihm gegenüber ethisch richtig gehandelt hätte.

    Noch liebe ich Sarina...

    Stefan
     
    #1
    Beat13, 19 September 2007
  2. cassy-anna
    cassy-anna (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    71
    91
    0
    nicht angegeben
    Uiiii... das nenn ich mal eine gelungene Abhandlung über ein so schwieriges Thema!! Wirklich... schön geschrieben... Wenn es auch nicht gerade die schönste Geschichte ist.
     
    #2
    cassy-anna, 25 September 2007
  3. sternschnuppe83
    Verbringt hier viel Zeit
    1.105
    121
    0
    Verheiratet
    Ich musste diese traurige Geschichte einfach bis zum Ende lesen. Sie hat mich gefesselt und ist wirklich wunderschön geschrieben.

    Ich wünsch dir viel Kraft für die nächste Zeit.
     
    #3
    sternschnuppe83, 25 September 2007
  4. User 77157
    User 77157 (28)
    Verbringt hier viel Zeit
    2.512
    123
    6
    vergeben und glücklich
    ein sehr schwieriges und kein schönes thema sehr schön in eine geschichte gepackt-respekt:zwinker: .

    alles gute für deine zukunft:smile:
     
    #4
    User 77157, 25 September 2007

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