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meine Ma hat Krebs =(

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von MsThreepwood, 7 Oktober 2006.

  1. MsThreepwood
    2.424
    Vor einem Jahr kam die Diagnose: Meine Ma hat Krebs
    Die Ärzte haben ihr relativ geringe Chancen eingerechnet, da die Überlebensrate bei der Art und dem Organ (Bauchspeicheldrüse) bisher nur 3% beträgt. Sie hat sich jedoch tapfer durchgekämpft und im März schien es, als hätte sie es geschafft. Doch im Juli kam der Einbruch. Sie bekam eine härtere Chemotherapie, hat bis Ende Ausgust komplett ihre Haare verloren. Dazu kommt, dass ihr Lebensgefährte sie und mich wie den letzten Dreck behandelt, aber uns beiden fehlen das Geld und die Kraft zum Ausziehen. Ich ziehe mich immer mehr zu meinem Vater zurück (meine Eltern haben immer noch guten Kontakt) auch wenn ich so gern bei ihr sein will. Bis vor kurzem hab ich das ganze recht gut überstanden, aber ich Moment bin ich total fertig. Klar, ich kann mit Freunden darüber reden, aber das hilft mir auch nicht 100%ig.
    Wer von euch hat so etwas schon einmal persönlich erlebt und hat Tipps wie man das Ganze übersteht?
     
    #1
    MsThreepwood, 7 Oktober 2006
  2. N3sb1t
    Gast
    0
    Oh das is hart.
    Tut mir sehr leid für dich fühl dich gecknuddelt.

    Davor das mir sowas passieren könnte hab ich tierische panick.
    Ich denk dass das sinvollste währe wegzugehen aber in der Situation isses halt schwierig.
    Wie is ihr Lebensgefährte?
    Red mal mit ihm. Klingt doof is aber das einigste was du im Moment eigentlcih tun kanns.
     
    #2
    N3sb1t, 7 Oktober 2006
  3. xikitito
    xikitito (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    Hey, EnfantDuSang!

    Ich kann dich echt gut verstehen. Meine Mum hat auch Krebs. Allerdings hat es uns nicht so harte getroffen, sie hat "nur" Brustkrebs und die Heilungschancen stehen recht gut.
    Eigentlich sagt man ja immer, dass solche schweren Krankheiten die Familie zusammenschweißen und den Zusammenhalt stärken. Aber das ist ja leider bei euch nicht ganz der Fall...
    Der Lebensgefährte deiner Mum ist ja der letzte Arsch. In dieser sehr schweren Zeit braucht sie doch erst recht Zuspruch, Liebe, Hilfe und eine starke Schulter, an der sie sich einmal ausweinen kann, wenn alles zu viel wird.
    Lässt sich denn das finanzielle Problem nicht lösen (zum Vater ziehen?), damit sie sich von ihm trennen kann? Ein gutes, intaktes Umfeld, das hinter ihr steht, erleichtert ihr es sehr mit der Krankheit zu leben.

    Dass man durch die Chemo die Haare verliert, hat meine Mum auch ziemlich mitgenommen. Ich hoffe, dass ich ihr insofern helfen konnte, dass ich ihr gezeigt habe, dass ihre Perücke echt gut aussieht (mein ich auch wirklich) und ich sie trotzdem lieb habe, ob mit oder ohne Haare :smile:
    Ohne Haare habe ich sie allerdings noch nie gesehen, möchte meine Mum wohl auch nicht. Entweder trägt sie die Perücke oder ein Kopftuch.
    Ansonsten sei einfach für deine Mum da. Wenn sie nach der Chemo besonders fertig ist, dann zeige oder sage ihr einfach, dass du immer für sie da bist und ihr hilfst!
    Mir selber wurde in diesem Forum der Tipp gegeben (Wortlaut stimmt net ganz, denk ich): "Sei ein kleiner Sonnenschein für sie und muntere sie auf, wenn sie traurig ist! Natürlich wirst du selber auch manchmal sehr traurig sein, dann schreibe hier ins Forum oder rede mit Freunden/..."

    Ich hoffe, dass dir mein Beitrag ein klein wenig hilft und wünsche dir und deiner Mum alles Gute!
    P.S.: Wie stehen denn z.Z. die Genesungschancen?
     
    #3
    xikitito, 7 Oktober 2006
  4. MsThreepwood
    2.424
    es haben ihr schon mehrere Leute (darunter auch ich) geraten, mit meinem Vater wieder zusammen zu ziehen. Ich will das nicht aus dem "heile Familie"-Grund, da ich meine Eltern nur getrennt kenne. Ich sehe einfach dass er ihr sehr gut tut. Mein Vater entlastet uns schon sehr, er bezahlt meine Klassenfahrten, gibt mir Taschengeld und steckt auch ihr unter der Hand etwas Geld zu. aber sie steht der Sache etwas skeptisch gegenüber, da mein Dad in der Ehe auch viel Mist gemacht hat

    Ihr Lebensgefährt ist -pardon für den Ausdruck- das größte Arschloch was ich kenne. Gestern abend kam er zB nach 8 Stunden Trinkgelage von einem Freund nach Hause, macht im ganzen Haus lärm, reißt das Schlafzimmerfenster auf, obwohl er weiß dass jede Erkältung für meine Ma tödlich enden könnte. Er ist sehr oft weg, bei Freunden, nimmt meine Ma aber nie mit, obwohl sie die Leute auch sehr gut kennt. Trotz ihrer Erkrankung arbeitet sie noch und gibt ihm Spritgeld etc. Das Problem dabei ist, dass er schnell agressiv wird und wir rein körperlich keine Chance gegen ihn hätten

    aber ich danke euch schon mal für die aufmunternden Beiträge

    ps: im moment stehen ihre Heilungschancen nicht sehr gut, sie muss extrem viel tabletten nehmen und liegt ca 3 Tage bis nach der Chemo (einmal pro woche) flach
     
    #4
    MsThreepwood, 7 Oktober 2006
  5. xikitito
    xikitito (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Klare Sache, sie muss sich trennen von ihm!!!
    Neben der psychologischen Belastung durch seine Gleichgültigkeit ist er ja wohl auch echt körperlich eine Bedrohung...
    Wie kann man nur so gefühlskalt sein, ich werd hier echt wütend.
    Sorry, aber sojemand müsste mal so eine schlimme Krankheit bekommen und dann solche Leute, die sich einen Dreck um einen kümmern, um sich haben... nenene...

    Hier können dir bestimmt auch viele User Adressen von Vereinen/Organisationen geben, die bei häuslicher Gewalt helfen.
     
    #5
    xikitito, 7 Oktober 2006
  6. MsThreepwood
    2.424
    er hat uns noch nie geschlagen oder so, aber die bedrohung ist da- vor allem wenn er getrunken hat
    er geht zb auch wenn ich nicht da bin in mein zimmer und wirft meiner ma vor, wenn es nicht aufgeräumt ist
     
    #6
    MsThreepwood, 7 Oktober 2006
  7. brainforce
    brainforce (33)
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    nicht angegeben
    finde es auch schlimm und vor allem eben bedrohlich bzw. gefährlich das deine Mutter mit so jemanden zusammen leben "muss".:schuechte

    Weiß das dein Vater? bzw. hat er mal mit deiner Mutter gesprochen (weil du sagst das die beiden sich noch gut verstehen).

    Sicher ist so ein Lebensgefährte nicht gerade förderlich für deine Mutter (und für dich).
     
    #7
    brainforce, 7 Oktober 2006
  8. Fördefeger
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    nicht angegeben
    Direkt betroffen war ich noch nicht (und ich hoffe, es bleibt auch dabei), aber die Mutter meiner Ex-Freundin hatte Brustkrebs. Durch eine OP konnte der Krebs glücklicherweise (zunächst) gestoppt werden. Meine Freundin hat damals sehr darunter gelitten, leider steht man dieser Situation selbst ziemlich machtlos gegenüber. Ich denke, Du solltest Deiner Mama gegenüber ganz normal gegenübertreten, auch wenn es Dir sehr schwer fällt. Sie möchte Dich ganz sicher nicht leiden sehen. Sei einfach für sie da, aber "belaste" sie damit nicht. Nur eine Frage: Warum ist der Typ, von dem Du redest, noch "Gefährte", wenn er Deine Mum wir Dreck behandelt!? Ist Euch bewusst, dass er auch Schuld an der derzeitigen Situation haben kann!? Ich kann nur raten, sich von diesem Typen zu entfernen...

    Alles Gute Euch!!

    Scheiss Alk, kann ich in diesem Zusammenhang nur sagen..., meine Mutter hatte diesbezüglich leider auch immer die Scheisse an den Hacken...:angryfire lasst Euch das nicht gefallen!
     
    #8
    Fördefeger, 7 Oktober 2006
  9. MsThreepwood
    2.424
    wir wohnen in einem kleinen Kaff und wollten schon vor der Diagnose nach Magdeburg ziehen (ca 50km von uns entfernt) da dort meine Schule, Freunde, etc sind. da ich aber nächstes jahr im april mein abi mache würde es sich kaum lohnen, für 6 monate eine wohnung zu mieten, einzurichten und so weiter

    er war schon früher (seit ca 2 jahren) so, aber das hat sich jetzt noch verschlimmert. und die ärzte haben auch gesagt, dass es bei ihr großteils durch stress ausgelöst ist

    mein dad weiß von den ganzen sachen, vor allem durch mich, und er versucht auch ständig meine ma dort weg zu holen. aber letztendlich ist es ja doch ihre entscheidung

    das schlimme ist, dass ich schon seit längerer zeit psychische probleme hab (wurde in meiner alten schule fertig gemacht, hasse mich selbst im prinzip wie nichts gutes, wurde von meinem exfreund sexuell misbraucht, betrogen und ebenfalls fertig gemacht und andere sachen) und sehr labil bin. daher fällt es mir schwer vor ihr stark zu sein, obwohl mir das bisher immer gelungen ist. ich hab zb noch nie vor wem anders geweint deswegen (bis auf neulich bei nem konzert)

    mich kotzt meine eigene hilflosigkeit in der sache so an
     
    #9
    MsThreepwood, 7 Oktober 2006
  10. N3sb1t
    Gast
    0
    Wenn der Lebensgefährte so ein Arsch is würd ich auf jeden Fall deinen Vater mal um Hilfe bitten vieleicht kann er dir ja helfen.
     
    #10
    N3sb1t, 7 Oktober 2006
  11. User 7157
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    nicht angegeben
    Ich kann dir ein wenig nachfühlen. Mein Vater hat auch Krebs, die Diagnose kam erst vor ein paar Monaten... ist also auch noch ziemlich frisch. Überlebenschancen liegen bei dieser Krebsart (Mundboden- und Zungenkrebs) bei ca. 60 %, wenn es operiert wurde, und das wurde es bei meinem Vater. Aber was sagt so eine Prozenzahl schon aus.

    Aber was bei dir ja noch erschwerend hinzukommt, ist der terror des Lebensgefährten. Das geht so wirklich überhaupt nicht! Deine Mutter braucht jetzt alle Kraft für ihre Krankheit! Das ist si schon hart genug, ohne dass der Typ euch die Hölle heiß macht. Sowohl für deine Mutter, als auch für dich. Vor allem, weil du jetzt auch in eine Position gedrängt wirst, die eigentlich nicht angemessen ist für eine 17 jährige. Es ist ganz ganz wichtig, dass ihr von diesem Typen wegkommt! Das schwächt sie doch alles noch mehr. :-(

    Auch wenn das jetzt ziemlich hart für dich ist, denke ich dass DU versuchen solltest euer Schicksal in die Hand zu nehmen. geh zum Jugendamt, vielleicht mit deinem Vater. Erkundigt euch beim Sozialamt, ob ihr von denen finanziell unterstützt werden könntet, mach ihre Freundinnen oder anderen Leuten, die einen Einfluss auf sie haben, mobil, dass sie sie überzeugen, dass sie von dem kerl weg muss. Ist es vielleicht möglich, dass sie stationär ins Krankenhaus kommt? Selbst das wäre besser, als weiter in dieser Umgebung zu bleiben. Und du kannst dann zu deinem Vater. Oder gibts es einen (behandelnden) Arzt eures Vertrauens? Du könntest ihm die Lage schildern, denn diese Umstände sind ja nun wirklich nicht grad gesundheitsförderlich, und er könnte ein ernstes Wörtchen mit deiner Mutter reden. Manchmal wirkt sowas mehr, wenn man das von einem Außenstehenden gesagt bekommt, vor dem man auch noch großen Respekt hat. Und es gibt auch psychologische Dienste in Krankenhäusern, vielleicht können die dir noch Tips geben, oder Selbsthilfegruppen für Angehörige Krebserkrankter. Ich weiß, dass ist dir wahrscheinlich alles zu viel, aber ich finds ganz wichtig, dass was getan wird. Deine Mutter scheint ja im Moment weder körperlich, noch psychisch in der Lage zu sein die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

    Wirklich ganz traurig, wie manche mit dem Leben anderer Menschen umgehen... sogar in so einer Situation. :kopfschue
     
    #11
    User 7157, 8 Oktober 2006
  12. MsThreepwood
    2.424
    es wäre sicherlich eine möglichkeit dass sie ins krankenhaus kommt, allerdings wird sie dort depressiv, da sie schon so lange dort war. außerdem hat sie einen "wasch-zwang", deswegen ist sie lieber zu hause, wo sie alles unter kontrolle hat

    ich hab auch schon mehrere schritte unternommen, damit wir ausziehn, aber ich kann sie ja schlecht am arm aus dem haus ziehen :kopfschue
     
    #12
    MsThreepwood, 8 Oktober 2006
  13. User 7157
    User 7157 (33)
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    nicht angegeben
    Ich könnt mich grad wirklich aufregen, dass sie a) sich das selbst antut und b) dich damit ja auch total fertig macht. Vor allem, weil es ja die "vollkommen einfach" Lösung gäbe, dass sie vorerst (!) zu deinem Vater zurückgeht. Was langfristig passiert, kann man immer noch gucken.

    Hast du mal an ihr Verantwortungsbewußtsein appeliert? Ihr gesagt, dass sie grad alles dafür tut den Krebs NICHT zu besiegen, eine 17 jährige Tochter zurückzulassen, die mit der jetzigen Situation natürlich auch total überfordert ist?

    Naja, im Endeffekt sind dir natürlich die Hände gebunden. Du kannst sie nicht zwingen. Leider. Aber versuche auf jeden Fall alle Register zu ziehen.
     
    #13
    User 7157, 8 Oktober 2006
  14. MsThreepwood
    2.424
    sie kommt mir öfter mit argumenten wie "das lohnt doch eh alles nicht mehr, ich kann auch gleich mit der chemo aufhören..."

    versteht das bitte nicht falsch, ich LIEBE meine mutter und würde alles für sie tun, aber im moment bin ich an einem punkt anglangt wo ich einfach nicht mehr kann
     
    #14
    MsThreepwood, 8 Oktober 2006
  15. User 7157
    User 7157 (33)
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    nicht angegeben
    Sie hat sich wohl schon komplett aufgegeben. Das ist hart. Ich will darüber auch gar nicht urteilen. Ich kann ja nicht mal sagen, wie ich mit so einer Stuation umgehen würde, in der sie jetzt steckt. Aber ich kann nicht verstehen, dass sie nicht mal mehr den Willen hat ihre Tochter aus der scheiße rauszuziehen. :kopfschue

    Und klar... natürlich verstehe ich dich. Bei dir kommen ja auch noch deine eigenen psychischen probleme dazu... das allein wär für manch anderen schon Grund genug um zusammenzubrechen.

    Tja... was soll ich dir raten.. Ich bin grad auch mit meinem Latein am Ende. Sieh irgendwie zu, dass DU mit der Situation irgendwie klarkommen kannst. Verflüchtige ich zu deinem Vater, wenn dir danach ist und nimm dir den Abstand den du brauchst, aber versuch gleichzeitig deine Mom nicht ganz hängen zu lassen.

    Halt die Ohren steif!
     
    #15
    User 7157, 8 Oktober 2006
  16. brainforce
    brainforce (33)
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    5.415
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    nicht angegeben
    was verständlich ist...

    Aber ich glaube deine Mutter ist im Moment kaum in der Lage sich aus ihrer Situation selbst zu befreien...
    Finde die Tipps von "Sunbabe" wirklich sehr gut, du solltest alles in deiner Macht stehende tun um deine Mutter aus diesem Umfeld herauszuholen v.a. da sie sicher ja im Moment in einer "hilflosen" Lage befindet.

    Ich denke es ist auf jeden Fall wichtig das du mit anderen Leuten drüber sprichst - Vater, Arzt etc.

    Wünsch dir gutes Gelingen...
     
    #16
    brainforce, 8 Oktober 2006
  17. MsThreepwood
    2.424
    danke für euren Tipps und aufmunternden worte

    ich werd natürlich hier bescheid sagen wenn ich etwas erreicht habe
     
    #17
    MsThreepwood, 8 Oktober 2006
  18. XhoShamaN
    XhoShamaN (31)
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    123
    1
    vergeben und glücklich
    Hmm, sogar schon hier im Forum gibts Leute, welche das gleiche Schicksal erfahren - schon beängstigend!

    Das ewige Schlecht-sein (gesundheitlich) nimmt meiner Mutter momentan sämtliche Kraft - sie tut noch was sie kann, aber sie hat mir schon gesagt, dass sie den Tod nahen spürt. Sie hat keine Chance mehr auf Heilung, Leberkrebs mit inzwischen Ablegern in fast allen Organen. Sie wird wohl in den nächsten Tagen ins Spital eingeliefert, weil's ihr so schlecht geht.

    Ich tat was ich tun konnte, war für sie da, fragte ob sie was brauche ... und sprach und diskutierte oft mit ihr. Ich geb dir einen wertvollen Tipp: Als gesunder Mensch kannst du dich NIE in die Lage eines Krebskranken hineinversetzen. Die ganze Krankheit ist als Unbetroffener sehr schwer fassbar. Darum, lass sie machen. Lass sie einfach das machen, was sie will, wo sie will und was sie will. Sag ihr nicht, was sie tun soll - auch wenn ihre Entscheidungen oder Ansichten noch so fremd sein mögen.

    Ich wünsch dir viel Kraft! - und grübel nich zu viel :smile:
     
    #18
    XhoShamaN, 8 Oktober 2006
  19. Hummelchen18
    Verbringt hier viel Zeit
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    91
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    Single
    Was ich mich frage, wie geht ihr, die es direkt miterleben, mit der Situation um, es könnte der letzte Tag sein, den ich mit meiner Mum oder meinem Dad verbringen kann. Für mich ist das ziemlich schwer zu begreifen, nicht nur weil ich es noch nicht in dem ausmaß erlebt habe, ich kann mir einfach nicht vorstellen zu wissen, dass man erfährt, wie lange ein sehr guter angehöriger noch zu leben hat...
    Mein opa hatte zungenkrebs, aber das war beiweitem nicht so schlimm,wurde operiert bekam chemo und ihm geht es wieder bestens...
    Ich drück allen die in einer so krassen situation stecken die Daumen und haltet durch!!!:knuddel_alt:
     
    #19
    Hummelchen18, 8 Oktober 2006
  20. betty boo
    betty boo (29)
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    hey... vielleicht ist es nicht gerade das, was du jetzt gebrauchen kannst, aber ich möchte dir gern mal erzählen, wie es bei uns war/ist.

    mein papa bekam seine krebsdiagnose (leberkrebs mit metastasen in anderen organen)vor ca. 6 jahren, die ärzte gaben ihm nur noch wenige monate. damals war ich noch zu klein um das richtig zu verstehen. ich wusste nur, dass papa von da an viele tabletten nehmen musste... naja, zuerst haben die verschiedensten therapien (von chemo bis naturheilverfahren) auch angeschlagen und die kommenden 4 jahre hatte er auch ganz gut gemeistert.
    die letzten 2 jahre wurde es aber wieder schlechter, er musste oft ins krankenhaus, die therapien haben nicht mehr angeschlagen. da habe ich dann auch erst erfahren, wie krank mein papa wirklich war... aber da haben wir alle noch gedacht: ach, das wird schon wieder. wir probieren es einfach wieder mit neuen medikamenten." aber der krebs hatte sich schon viel zu schnell ausgebreitet, als das er noch wirksam behandelt werden konnte (mittlerweile kam auch noch bauchspeicheldrüsenkrebs hinzu)...
    das letzte halbe jahr war dann richtig schlimm. mein papa wusste schon, dass es nicht mehr lange "gut" gehen würde und fing an, alles mögliche noch zu regeln, solange er noch konnte (die nebenwirkungen der neuen medikamente waren auch ganz schön heftig)... für uns war das natürlich ziemlich hart.
    seine letzte chance bekam er dann vor 1 1/2 monaten, wo man ihn endlich in eine spezialklinik aufnahm. wir waren total glücklich und dachten, dass er es jetzt schaffen könnte. zuerst lief auch alles gut, seine hohen werte (u.a. leberwerte) waren etwas zurückgegangen und man wollte ihn dan weiter behandeln. doch nach einigen tagen verschlechterte sich sein zustand wieder und man schickte uns wieder nach hause mit der begründung, dass man hier nichts mehr für ihn machen könnte :cry:
    die 2 wochen danach lag er nur noch zu hause im bett, konnte sich kaum noch bewegen, konnte nichts mehr essen, wir mussten ihn pflegen, waren ständig bei ihm. erst ab da haben wir richtig über unsere gefühle und ängste miteinander gesprochen... sogar seine ganze familie ist extra nochmal aus italien gekommen um ihn noch ein letztes mal zu sehen und sich zu verabschieden :cry:
    tja, und vor ca. 3 wochen ist er dann friedlich in seinem bett eingeschlafen. mein ma, mein bruder und ich waren in seinen letzten minuten noch bei ihm, haben uns verabschiedet.... das war wirklich das schlimmste :cry:

    das letzte halbe jahr hab ich oft um papa geweint, war sehr traurig und wollte nicht, dass er von uns geht. aber ich wollte auch nicht, dass er noch weiter so leiden musste. darum war es eigentlich auch gut, dass er endlich von seinen leiden erlöst ist. es ist bloß verdammt schwer jemanden zu verlieren, den man so gern hat/hatte... aber komischerweise ist uns allen danach ein stein vom herzen gefallen, wir sind in gewisserweise erleichtert. natürlich sind wir noch sehr traurig, aber ich habe das gefühl, dass ich mit der neuen situation ganz gut zu recht kommen werde...


    ich will dich damit nicht entmutigen, aber ich möchte dir sagen, dass es auch danach noch weitergehen wird. für mich ist es auch nicht so, dass mein papa ganz weg ist, denn in unseren herzen ist er immer noch. oft rede ich auch noch in gedanken mit ihm...
    als es mir seelisch noch viel schlechter ging, hat es mir erheblich geholfen, mit meinem freund und freunden darüber zu reden und mal was schönes zu unternehmen, damit ich auch mal an was anderes denken konnte... und was ich dir auch noch sagen möchte, ist, dass du nicht vor deiner mama die starke spielen musst. wenn dir danach ist zu weinen, dann mach es, wenn du sie in arm nehmen und ihr sagen willst, dass du sie lieb hast, dann tu es. ich hätte es auch gern früher gemacht... ich wünsche dir natürlich nicht, dass deine ma auch bald das gleiche schicksal wie mein papa trifft, aber damit rechnen sollte man doch irgendwie...

    vllt. könnten du mit deiner ma auch bei deinem papa oder bei anderen verwandten in der nächsten zeit unterkommen, damit ihr von diesem arsch" wegkommt? denn wirklich gut ist das für deine ma in ihrem zustand echt nicht! und versuch noch in der nächsten zeit viel mit ihr zu machen (solange sie noch kann), beschäftigt euch mit schönen dingen, die sie gerne macht. genießt die zeit, die ihr noch zusammen habt, es kann nämlich ziemlich schnell zu ende sein... :cry:

    ich wünsche dir für die nächste zeit viel kraft! du schaffst das schon, ich kriegs ja auch hin (und dabe ich bin emotional und psychisch ganzn schön labil)
    lass dich ma drücken :knuddel:


    Off-Topic:
    wenn du jmd. zum reden brauchst, meld dich ruhig bei mir.
     
    #20
    betty boo, 8 Oktober 2006

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