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Meine Mum (leider ziemlich lang)

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von GiRL83, 25 Dezember 2002.

  1. GiRL83
    Gast
    0
    Nun sitze ich doch schon eine ganze Weile vor dem PC und weiß nicht so recht, ob ich dies veröffentlichen soll oder nicht. Ich weiß auch nicht, ob mir jem. helfen kann, aber ich weiß ( oder besser gesagt ich HOFFE), dass sich doch der eine oder andere dies hier durchlesen wird und dafür bin ich schon einmal sehr dankbar. Wäre auch sehr nett, wenn ihr zu diesem Thema etwas wüsstet. Ach ja, es könnte sein, dass es doch etwas länger wird, also habt Geduld, wenn ihr etwas länger mit dem Lesen braucht :engel:

    Tja, wo soll ich nur anfangen. :eek:

    Mir fällt es nicht leicht darüber zu reden und wenn ich ganz ehrlich sein darf, habe ich bis jetzt mit niemandem darüber geredet.
    Es geht um meine Mutter.

    Nein, nein, nicht das was ihr jetzt denkt. Wir hatten keinen Streit.

    Also folgendes:

    Meine Mum hatte KEINE schöne Kindheit. Ihre Mutter hatte fast nie Zeit für sie und in ihrer Familie hat sie nicht sehr viel Anerkennung geschenkt bekommen. Ihr Bruder hingegen war immer Omas "Liebling" und Ein und Alles. Als es um das Erbe ging, hieß es, dass nur ihr Bruder alles bekommt und meine Mum gar nichts. Wisst ihr, ich kann mir gut vorstellen, wie sehr das schmerzt zu wissen, dass man nie etwas Wert ist, dass immer nur der Bruder der größte ist.

    Meine Mum besuchte das Internat und sie hielt es dort aber nie länger als ein paar Tage, Wochen oder Monate aus. So wechselte sie sehr häufig die Schule. Wenn sie am WE zu Hause war, kümmerte sich niemand um sie. Ihre Mutter, also meine Großmutter, war immer mit Freunden unterwegs. Als meine Mum 14 oder 15 Jahre alt war, lernte mein Großvater eine andere Frau kennen und er verliebte sich in diese Frau so sehr, sodass er sich von meiner Oma scheiden ließ. Ganz toll! Er ist ein solches Arschl***. Wie kann er das nur meiner Oma antun und viel schimmer ist doch: wie kann er das seinen eigenen Kindern antun? Die haben doch genug andere Probleme ... Probleme mit dem Erwachsen werden, etc.

    Faktum war, der Opa liebte eine andere und man kann sich vorstellen, dass dies für die Kinder ein Schock gewesen sein muss. Mal sehen sie ihren Vater und dann mal wieder deren Mutter.

    Bei meiner Oma war es nichts Abnormales, dass es zu Mittag statt Limo oder Wasser Wein oder Bier gab. Und man kann sich dann vorstellen, dass die Erwachsenen am Abend ein klein wenig "betrunken" waren. Überhaupt meine Oma, die ja so gut wie gar nichts verträgt.
    Wenn sie Kuchen aßen und es gab dazu noch Kaffe, dann war es meistens Kaffe mit Rum oder Tee mit Rum.

    Meine Mum kannte also nichts anderes, als dass es normal ist, schon zu Mittag Alkohol zu trinken und so schaute man auch nicht blöd, wenn die Tochter mit den Erwachsenen "mittrinkt"!! Meine Mum hätte wissen müssen, dass der Alkohol meiner Oma geschadet hat ... sie war dann nämlich ein komplett anderer Mensch. Sie, also meine Oma, war einmal im Keller und natürlich wieder voll besoffen und dann kam meine Mutter zu ihr in den Keller und meine Oma wusste nicht einmal, wer meine Mum war! :drool: Sie sagte nur: Mein Wein ... oder soetwas in der Art und beachtete meine Mutter überhaupt nicht. :drool: Meine Mum fing demzufolge weinen an und meine Oma bemerkte es nicht oder sie zeigte keine Reaktion darauf!! Jede normale Mutter würde in einer solchen Situation das Kind in den Armen nehmen und versuchen es zu beruhigen. Aber meine Oma tat nichts dergleichen! :angryfire Sie trank einfach weiter.

    Da meine Mum nichts anderes kannte, als dass es normal ist, zu Mittag Alkohol zu trinken, fing sie ab einem gewissen Alter (ich glaube sie war damals 16-17 Jahre alt) auch mit dem Trinken an. Meine Mum ist nicht sehr groß gewachsen (sie ist nur 157cm groß) und von daher verträgt sie fast gar keinen Alkohol.

    Nun ja und jetzt schreiben wir das Jahr 2002 und sie hat ein echtes Problem mit dem Alkohol. Ich will nicht sagen, dass sie eine Alkoholikerin ist, aber sie greift doch sehr gerne und auch sehr oft zur Flasche. :drool: Und das Komische an der ganzen Sache ist, dass sie meistens nur dann richtig betrunken ist, wenn mein Dad und ich nicht zu Hause sind. Früher als ich noch Schirennen fuhr, waren wir den ganzen Sonntag nicht zuhause und kamen spät am Nachmittag heim und meistens war sie dann immer total betrunken. Vergebens versuchten wir sie zu überreden, dass sie mal mit uns mit fahren könnte und wir ein bisschen Schi fahren könnten.
    Mir geht es ja nicht darum, dass sie mit uns Schi fahren gehen soll, sondern mir tut es nur so weh, wenn ich sie dann so sehe ... ja wir kommen heim und sie sitzt/liegt im Katzenfutter und sie rührt sich nicht mehr. Manchmal glaube ich echt, sie ist tot ... ja wirklich! Sie zeigt ja keine Reaktion oder sonst etwas, sie liegt nur auf dem Boden. Ach und was ihr alles passieren hätte können. Sie hätte von der Stiege runter fallen können oder auf eine Kante fallen können und sich dabei am Kopf verletzen können. Ich habe eine solche Angst, dass es einmal nicht gut ausgeht und dass ihr wirklich etwas Schlimmes zustößt. Ich will sie ja noch länger haben! Ich brauche sie ja!
    Noch ein Beispiel: Meine Eltern und ich wurden zum Essen eingeladen und meine Mutter meinte, sie kann nicht mit uns mitgehen, da es ihr nicht so gut ginge (und ich weiß, es ging ihr an diesem Abend wirklich sehr schlecht, sie lag schon um 18Uhr im Bett). Nun ja, mein Vater und ich gingen aber dann trotzdem weg, wir wollten ja die Einladung auch nicht so kurzfristig absagen. Und ich hatte aber schon von anfang an ein ungutes Gefühl bei der ganzen Sache. Ich sagte immer wieder zu meinem Dad, dass wir bald heim fahren sollen ... er wusste ja warum, aber wie ihr vielleicht auch wisst, kann man auch nicht sofort nach dem Essen abhauen. Das wäre ja den Gastgebern gegenüber auch sehr unhöflich. Nun ja, als wir dann endlich zuhause waren, hatte meine Mum zunächst den Riegel, den man ja nur von innen vorschieben kann, vorgeschoben und wir kamen nicht ins Haus. Wir klopften und klopften und schon wusste ich, dass etwas nicht stimmt. Nach einer Weile dann - endlich - meine Mum hat uns gehört und versuchte uns die Tür zu öffnen, aber sie wusste nicht einmal mehr, wie man den Riegel hinterschiebt. Supa, echt!! :drool: Irgendwie dann schaffte es dann meine Mum die Tür doch zu öffnen.
    Ach ich könnte noch soviele Beispiele erwähnen, aber lieber doch nicht :rolleyes2.

    Was ich auch so schrecklich an der Trinkerei finde ist, dass sie dann ein ganz andere Mensch ist. Sie wird dann richtig aggressiv und wehe ich widerspreche ihr, poooah, dann macht sie mir Vorwürfe und macht uns richtig schlecht. Alles was sie dann tut, ist okay, wenn nicht super, und alles was wir machen, also mein Vater und ich, ist scheiße! Und sie verdreht dann immer alles und natürlich nur zu ihrem Guten! :angryfire
    Was haben wir denn gemacht? Wir können ja nicht immer zu Hause bleiben und quasi auf unsere Mutter aufpassen.

    Meine Mum hat mir versprochen, dass sie bis zum Abschluss der Matura keinen Tropfen Alkohol mehr anrühren wird und ich will ihr diese Chance geben und ihr zeigen, dass ich hinter ihr stehe und dass ich ihr dabei unterstützen werden, so gut ich nur kann.

    Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen. Vor ein paar Monaten hatte meine Mum wieder einen "Rausch" und dann redeten wir halt über sie und dem Trinken. Ich war so geschockt, als ich folgendes sagen hörte: "Ich brauche das, ich brauche diesen Kick, nämlich so richtig zua zu sein und nicht mehr zu wissen, was ich tue, weil das Leben ansonsten langweilig wäre!"

    Puuuah, jetzt könnt ihr aufatmen, ich bin nämlich mit meinem Thread fertig. :blablabla

    PS: Meine Mum geht seit 3-4 Wochen zu einem Psychiater, weil sie doch eingesehen hat, dass es so nicht weiter gehen kann.
     
    #1
    GiRL83, 25 Dezember 2002
  2. Sabrina
    Sabrina (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    1.560
    123
    1
    Verheiratet
    Hmm...das is nun mal eine Sache wo ich nicht sagen kann dass ich es kenne.

    Was soll ich dazu sagen ich finds gut dass sie sich behandeln lässt denn dass sie sagte sie braucht diesn Kick...also das ist schon hart. Und ich kann mir vorstellen wie schlimm es ist eine Mutter so zu sehen du traust dich ja garnicht mehr weg zu gehen.

    Aber freu dich dass sie aufhören will.
     
    #2
    Sabrina, 25 Dezember 2002
  3. May-Britt
    Gast
    0
    Wenn jemand Alkoholprobleme hat, ist das vor allem für die Familie am schlimmsten!! Meine Mutter hatte auch ne beschissene Kindheit (muss man mal so offen sagen); sie war die jüngste von drei Kindern und völlig unerwünscht. Was sie auch machte, es war ihren Eltern egal! Mein Opa war Koch und oft auf REisen und wenn er heimkam hatte er grad sein Geld bekommen und dafür wurde Alkohol gekauft und wenn das Geld nicht reichte, wurde das Kindergeld genommen. Meine Oma und mein Opa waren also fast jeden Tag betrunken und haben ihre Kinder richtig mies behandelt. Meine Mutter hat dann irgendwann die Schule einfach abgebrochen und hat das Jobben angefangen (hat ja keinen interessiert). Ihre ELtern haben sich dann irgendwann mal scheiden lassen, mein Opa ist betrunken ertrunken und meine Oma und meine Tante (allerdings später) haben sich wegen Alkoholproblem das Leben genommen.
    Meine Mutter allerdings hat kein Alkoholproblem in dem Sinn, sondern eher mit Menschen die Alkohol konsumiern oder süchtig sind. wenn jemand was getrunken hat, ist sie richtig sensibel dafür.
    Wir haben auch im Psychologie-Grundkurs darüber gesprochen und zwar hilft es nicht z.B. die Flaschen auszuschütten oder mit ihnen zu reden, weil sie es dann verneinen, dass die süchtig sind oder sie geben es zu, greifen aber wieder zur Flasche weil sie nicht anders können.
    Es ist aber schon ein Schritt, dass deine Mutter zum Psychiater geht, dann will sie es auch selber. Ihr müsst sie aber auch ermutigen und unterstützen, wenn es darum geht, dass sie dahin geht. Und wenn sie mal betrunken ist und eure Hilfe (auf ifgendeine Art und Weise) bräuchte, helft ihr nicht!!! Sonst weiss sie ja, dass ihr geholfen wird, auch wenn sie betrunken ist. Ihr müsst sie dann im Stich lassen, so böse es auch klingt. Aber das ist wenigstens eine rabiate Methode und sollte dazubeitragen, dass sie merkt, dass sie von diesem Mistzeug abkommen muss.

    Sie sagt zwar,dass sie bis zu deiner Matura nichts mehr trinken wird, ich glaube, zwar eher nicht, dass sie das ganz alleine schafft, aber geb ihr trotzdem die Chance.
    Was deine Mutter braucht, ist professionelle Hilfe, denn ihr Alkoholprob hängt ja auch schon mit ihrer Kindheit zusammen!!!

    Tut mir leid, wenns ein bissi konfus geschrieben ist, aber ist ja schon spät ;-)
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie auf jeden Fall viel Glück und das alles bald wieder in Ordnung ist!!!!
     
    #3
    May-Britt, 25 Dezember 2002
  4. User 2404
    Verbringt hier viel Zeit
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    So wie ich es sehe schämt sich eure Mum schon ein bissl,weil sie nur trinkt wenn ihr ned da seid.
    Die gründe dass sie es tut können vielfältig sein.Vielleicht sind es probleme in der Partnerschaft weil es nicht so läuft wie sie leben möchte,fühlt sich eingeengt oder so.Keine ahnung.
    Das wird aufgabe der Therapeutin sein es aufzuarbeiten.Ein ganz grosser schritt ist es die Probleme zu sehen und eine Behandlung anzufangen.Ich wünsche euch dass sie durchhält und loskommt vom Alkohol.

    Es ist nicht immer so dass die Kinder auch trinken ,wenn es ihre Eltern getan haben.Manche sagen sich so will ich nie sein,andere fangen schon früh auch damit an und versuchen so den Problemen zu entkommen.

    Ich wünsch dir sehr dass ihr eure Probleme in den Griff kriegt.
     
    #4
    User 2404, 26 Dezember 2002
  5. Beastie
    Beastialische Beiträge
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    also ich denke, du kannst deiner mutter nicht helfen.. du kannst es einfach nicht! sie muss alleine den willen haben und du kannst sie nur unterstützen.. dass sie jetzt eine therapie macht, ist doch ein riesen fortschritt.....

    das einzige was ihr vielleicht tun könnt: raus mit dem alkohol aus dem haus... ich weiß nich, ob es wirklich richtig is, aber versuchen würde ich es...

    geh zu einer beratungsstelle für alkoholkranke.. die werden dir sicherlich besser helfen können als wir...

    ich wollt noch was zu deinem opa sagen: ich finde, er hat genau das richtige getan... gefühle kann man nich steuern.. er hatte keine gefühle für deine oma mehr und hat sich in eine andere verliebt.. und ich denke, er hat genau das richtige getan... und ich find es eigentlich ziemlich unverschämt von dir ihm da vorwürfe zu machen
     
    #5
    Beastie, 26 Dezember 2002
  6. GiRL83
    Gast
    0
    Vielen, vielen vielen herzlichen Dank für eure Antworten und auch für eure Ehrlichkeit --> (Beastie)


    @ May-Britt:

    Also so habe ich das noch nie betrachtet, aber wer weiß, vielleicht wäre das gar nicht einmal so eine schlechte Idee. Sie weiß ja immer, dass wir sie helfen und wer weiß, vielleicht macht sie es deshalb immer und immer wieder, weil sie weiß, dass wir dann für sie da sind. :drool:

    @Benno:

    Nun ja, ich weiß nicht genau, welche Gründe es für ihre Trinkerei geben könnte. Aber ich habe da einmal so meine Vermutungen.
    Wir ja schon ein paar von euch gesagt haben, hängt das alles mit ihrer Kindheit zusammen. Und ja, es hängt auch mit der Kindheit zusammen. Meine Mum musste schon sehr früh ins Ineternat und sie wurde dort aber nie so richtig gemocht. Und zuhause aber auch nicht! :drool: ... ihr schob man immer den schwarzen Peter zu. Meine Mum durfte in ihrer Jugendzeit nicht viel tun, also ihr wurde sehr viel verboten. Sie musste immer alles aufessen und wehe sie tat das nicht, oh mann da wurde der Opa vielleicht böse :angryfire. Sie durfte auch nicht allzu oft ausgehen, fragt mich aber nicht warum. Man könnte sagen, ihr wurde so ziemlich alles verboten. Vor kurzem sagte meine Mum, dass sie dann all das tat, was ihr verboten wurde ... Rauchen, ausgehen, mit Männer unterwegs sein ... einfach alles!


    @ Beastie:

    Nun ja, das ist leider nicht so einfach. Meine Mum und mein Dad sind "Weinkenner" und haben einen ganzen Raum nur mit Weinflaschen voll. Also von daher ist das nicht möglich.


    Ich gebe ja zu, dass es mir nicht zusteht, wenn ich da jetzt meinem Opa Vorwürfe mache. Aber wenn ich mir so überlege, was er meiner Mum alles angetan hat, also da könnte ich echt wütend werden.

    Also, nochmals vielen Dank für eure Antworten. :engel:
     
    #6
    GiRL83, 27 Dezember 2002
  7. gaggels
    Gast
    0
    Wenn Deine Mutter keine Alkoholikerin ist, wen soll man dann als Alkoholiker bezeichnen?

    Sie sollte in eine Therapie gehen.

    Bei meiner Grossmutter im Altersheim war eine Frau, die wohnte dort seit sie anfangs vierzig ist, die hatte vorher so oft gesoffen dass sie jetzt nicht mehr zurecnungsfähig ist... da sieht man mal wo die legale Droge Nummer 1 so hinführen kann...
     
    #7
    gaggels, 27 Dezember 2002
  8. Erdbeere2
    Gast
    0
    kenn mich mit alkoholproblemen leider (oder besser gesagt zum glück) nich so gut aus, aber ich wünsche deiner mum auf jeden fall ganz viel glück, dass sie es schafft, und dir weiterhin so viel kraft wie bisher!!

    *daumendrück*


    beeri
     
    #8
    Erdbeere2, 27 Dezember 2002
  9. Beastie
    Beastialische Beiträge
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    @ girl: ich meinte jetze auch nur, dass er deine oma bzw seine familie verlassen hat
     
    #9
    Beastie, 29 Dezember 2002

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