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Meine Oma ist im Hospiz (und ich weiß nicht was ich tun soll)

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von DieDa, 26 Dezember 2008.

  1. DieDa
    DieDa (29)
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    vergeben und glücklich
    Hallo allerseits,
    an Heiligabend habe ich von meinen Eltern erfahren, dass meine (Stief-) Oma das nächste Jahr wohl nicht mehr erleben wird. Seit einem Jahr hat sie gegen den Krebs gekämpft (warum sie das nicht shcon vor dem Tod meines Opas getan hat weiß keiner) doch jetzt gibt es wohl keine Hoffnung mehr und die Ärzte sind der Meinung, dass sie noch maximal eine Woche zu leben hat.
    Nun ist sie vom betreuten Wohnen hier in der Nähe in ein Hospiz in Norddeutschland verlegt worden (bei ihrem Lieblingssohn).

    Unser Verhältnis war nie von besonderer Herzlichkeit geprägt, sie war des Öfteren ungerecht und gemein zu mir, auch wenn meine Mutter meint, dass sie das wohl selbst nie so empfunden hat. Sie hat halt ihre eigenen Enkelinnen und Enkel bevorzugt (mein Vater hatte einen Bruder und zwei Stiefbrüder).
    Nachdem sie mir auf der Beerdigung meines Opas vorgeworfen hat, dass ich mich seit 2 Jahren nicht gemeldet hätte (was nicht stimmt, zumal ich zu dem Zeitpunkt noch eine Woche vorher angerufen hatte weil ich am Tag der Trauerfeier eigentlich meinen Geburtstag feiern wollte), habe ich dann beschlossen, das tatsächlich nicht mehr zu tun, weil sie es offensichtlich nie wahrgenommen hat.
    An ihrem Geburtstag in diesem Jahr war sie plötzlich ganz anders, und ich habe mir vorgenommen, nicht nachtragend zu sein. Ich habe sie zu uns (meinem Freund und mir) eingeladen, aber nie eine Rückmeldung erhalten.

    Nun regt sich mein schlechtes Gewissen, ich würde ihr gerne noch irgendetwas mitgeben. ICh stelle mir den Lebensabend im Hospiz ziemlich schrecklich vor und hatte überlegt, eine Weihnachtskarte mit einem Foto von meinem Freund und mir meinem Vater mitzugeben, der sich morgen mit seinem Stiefbruder trifft. Andererseits weiß ich nicht, ob sie sich darüber freuen würde... Ich habe auch Angst, sie anzurufen, weil sie wegen der Medikamente laut meiner Mutter sehr verwirrt ist. Eigentlich ängstigt mich die gesamte Situation :geknickt:

    Auch dem anderen Stiefonkel geht es nicht besonders gut, er hat auch nur noch wenige Monate zu leben. Da er vor seiner Krebserkrankung kein besonders angenehmer Mensch war, bedrückt mich das allerdings weniger. Ich habe allerdings Angst, dass meine Cousine, die bisher ihren Vater und ihre Oma gepflegt hat daran zerbricht :cry: und ich weiß nicht, wie und ob ich sie unterstützen kann.

    Ich bin momentan sehr verwirrt und habe ein schlechtes Gewissen, weil mir das alles weniger wehtut, als es müsste. Aber es ist einfach schwierig, über das jahrelang weniger gute Verhältnis hinwegzusehn, der Verlust ist einfach weniger krass als bei den Menschen, von denen man sich mehr geliebt fühlt.

    Andererseits würde ich gerne ein bisschen Trost spenden (wenn das überhaupt möglich ist), aber ich bin mir einfach nicht darüber im Klaren, ob ihr zB. so eine Karte etwas bedeuten würde :cry:

    Mein Freund und ich werden anfang des Jahres zu ihr fahren, wenn sie bis dahin noch lebt. Kurzfristig ist das aufgrund des Fahrtweges von 5-6 Stunden eher nicht möglich...

    Was würdet ihr tun? War schonmal jemand in der Situation?
     
    #1
    DieDa, 26 Dezember 2008
  2. brainforce
    brainforce (33)
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    Selbst wenn du von deiner Oma keine direkte Rückmeldung von deinen Karten, Bildern, Einladungen bekommst so solltest du das nicht allzu negativ sehen.

    Besuche sie, schicke ihr Fotos etc. - alles was du in Gedanken vorhast.

    Schaden tust du ihr damit sicherlich nicht, höchstens eine Freude bereiteten.

    Dich kostet es nicht viel aber für sie kann es eine große Bereicherung sein auch wenn sie vielleicht nicht in der Lage ist das aus welchen Günden auch immer zu zeigen. Man sollte dies letztlich auch nicht mehr hinterfragen.

    Es ist deine bzw. eure letzte Chance! Dir ist bewusst das ich eure Lebensweg unweigerlich in naher Zukunft trennen werden. Einen Versuch ist es wert und ich bin mir sicher das sie sich insgeheim über alle aufmundernten Dinge freuen wird.
     
    #2
    brainforce, 26 Dezember 2008
  3. User 11345
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Es scheint als sei deine Großmutter dir nicht ganz so gleichgültig.
    Wenn sie das kommende Jahr mit guter Wahrscheinlichkeit nicht mehr erlebt, dann solltest du dir auch die Fahrtstrecke auf dich nehmen.
    Du hast die letzte Chance dich nochmal mit ihr zu versöhnen. vielleicht freut sie sich. Dann hast du deinen Frieden. Und sie vielleicht auch ihren. Dann hat sie dich nochmal gesehen.

    Oder sie versöhnt sich nicht mit dir. Dann weißt du, dass du es nochmals versucht hast. Wenn sie darauf nicht einsteigt kannst du dir nachher keine vorwürfe machen.

    Wenn du nicht hinfährst wirst du dir Vorwürfe machen. Vielleicht hätte sie dir doch verziehen?

    5-6 Std. Fahrt sind in Anbetracht des Ereignises nicht zu viel.
     
    #3
    User 11345, 26 Dezember 2008

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