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Meine "Schwägerin" kotzt

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Miss_Marple, 27 Dezember 2006.

  1. Miss_Marple
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    nicht angegeben
    Die Schwester meines Freundes ist Bulimikerin.
    Früher war sie (wie die ganze Familie) überschlank, war dann aber ein Jahr im Ausland und hat ein bisschen zugelegt (dick war sie nicht).
    Zurück zu Hause, hat sie zunächst mit viel Sport ein paar Pfunde abgenommen, aber dann wurde sie immer extremer und ihr Essverhalten immer gestörter.
    Anfangs hat sie nur nach Fressanfällen erbrochen, inzwischen aber auch nach ganz normalen Mahlzeiten, wie jetzt an Weihnachten (war wirklich nicht übermäßig opulent).
    In der Familie wird das Problem scheinbar tapfer ignoriert, auch wenn es sehr offensichtlich ist: übermäßige Begeisterung fürs Kochen und Backen (für andere), nach dem Essen schnell noch drei Stück Torte runtergewuchtet und dann Verschwinden ins Bad, dann rote Augen, kleine Reste in der Toilette und "saure Bröckchen" am Klopapier. Wenn ich meinen Freund drauf anspreche, fragt der auch nur "Was soll ich denn da machen?!"

    Mein Verhältnis zu seiner Schwester ist gut, aber nicht so eng, dass ich sie ohne weiteres direkt drauf ansprechen könnte.
    Aber einfach mitignorieren kann ich das auch nicht.

    Wie spricht man ein so sensibles Thema an?
     
    #1
    Miss_Marple, 27 Dezember 2006
  2. Decadence
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    nicht angegeben
    ich finde man sollte sowas direkt ansprechen und dein freund sollte das mal ernsthaft machen und zu einer ärztlichen behandlung raten! alles andre wäre verantwortungslos von ihm. zur not solltest dus vielelicht selber machen oder die eltern einschalten. will sie jedoch gar keine hilfe..dann muss sie selber sehen..ich meine hilfe bekommt wer welche will oder annimmt.
     
    #2
    Decadence, 27 Dezember 2006
  3. Kitara
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    Du solltest sie auf jeden Fall drauf ansprechen! Und wenn sie die Hilfe nicht will, kannst du immernoch zu einer Beratungsstelle gehen, wo man dir sagt, wie du ihr am besten helfen kannst. Am besten einfach dran bleiben und nicht abwimmeln lassen. Denn bei solchen Fällen muss man manchmal hartnäckig bleiben
     
    #3
    Kitara, 27 Dezember 2006
  4. Gravity
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    nicht angegeben
    Wenn sie nicht will sie nicht.

    Du kannst es ansprechen, dann aber direkt ohne umschweife. Wenn sie aber nicht darüber reden will, dann lass es. Wenn sie nicht will, dann wird jeder Druck ihre Abwehr verstärken. Zwing sie vor allem zu nichts, dass macht es nur noch schlimmer. Ich halte es immernoch für das beste, wenn man Bulimiker einfach machen lässt. Biete ihr die Option zu reden, aber lass sie ansonsten auch in Ruhe. Nur Dinge, die aus ihrem eigenen Antrieb kommen, haben Chancen auf Erfolg.

    Ich hab eine Freundin, die ebenfalls Bulimikerin ist. Ihr hilft auch nichts. Zwar redet sie drüber, aber das wars dann auch. Sie war auch schon mal in Therapie und für 4 Monate in einer Klink für Eßstörungen - aber es hat nicht geholfen. Sie hängt noch immer über dem Klo.
     
    #4
    Gravity, 27 Dezember 2006
  5. SexySellerie
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    Single
    Ich habe keine Erfahrung, wie man mit essegestörten Menschen umgeht.
    Aber auch wenn sie dir nicht soooo bekannt ist, ich würd's mal ganz direkt angesprechen. Ich würd ihr sagen: "Ich weiß, dass deine Familie das Problem gekonnt ignoriert, aber ich merke, dass du bulimisches Verhalten aufweist. Bist du wirklich zufrieden mit dir?"
    Vielleicht wird sie das Gespräch abwürgen, aber sie wird sicherlich erstmal über das Gesagte nachdenken und vielleicht spätr auf dic zurückkommen.

    Ansonsten sollte aber eigentlich die Familie doch etwas dagegen tun. Sagt dein Freund GAR NIX? Ich mein, die müssen sichdoch mal mit ihrer Tochter/Schwester auseinander setzen und ihr Hilfe anbieten. Was letztlich wirklich von ihrer Seite aus kommt(und sie muss ja wollen,alles andere bringt eh nix), das wird man sehen. Aber die können doch nicht zugucken,wie die in ihr Unglück rennt.

    Abgesehen davon hört sich dieses überaus auffällige Verhalten für mich nach einem Hilfeschrei an. Sonst würde sie's doch viel eher verstecken, meinst du nicht?
     
    #5
    SexySellerie, 27 Dezember 2006
  6. Miss_Marple
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    nicht angegeben
    Ich auch nicht, das ist ja das Problem.:schuechte_alt:
    Hab mal auf bulimie-online.de gesucht, aber die Tipps, die es da gibt, finde ich alle wenig nachvollziehbar (zB. Sprechen Sie das Thema Gewicht nicht an! Hä?!)

    In der Familie herrscht ohnehin ein recht rigides Idealbild, Fett anzusetzen gilt dort schon als Versagen, über dicke Menschen wird sich lustig gemacht. (Ich mag die Familie meines Freundes sehr, aber das ist ein Punkt, der mir sehr aufstößt). Ich denke, dass dort schon großer Wert darauf gelegt wird, dass die Tochter auch wieder möglichst schlank wird - die Methoden, mit denen sie das erreicht, sind dann fast zweitranging :kopfsch_alt:. Aber das ist Spekulation, ich weiß es nicht.

    Also die Mutter glaubt immer noch, sie ginge nach dem Essen rauchen...
    Und alle finden es toll, dass sie zwar einerseits diszipliniert is(s)t, aber andereseits auch so super entspannt an Weihnachten mitgegessen und so viel gekocht und gebacken hat :wuerg_alt:.
     
    #6
    Miss_Marple, 27 Dezember 2006
  7. Immortality
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    Das ist echt ein übles Verhalten. Die Familie ist wahrscheinlich einfach hemmungslos überfordert und will sich die Wahrheit nicht eingestehen...

    Entweder dein Freund redet mal mit ihr, weil er als Bruder sicher noch besser an sie rankommt. Oder wenn nicht, beiß in den sauren Apfel und rede du mit ihr. Wenn das sonst keiner macht... Die Frage ist nur, wie da die richtige Wortwahl aussieht...
    Man sollte sie ja auch nicht zu sehr vor den Kopf stoßen... :ratlos:
     
    #7
    Immortality, 27 Dezember 2006
  8. User 48753
    User 48753 (31)
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    Verheiratet
    Das ist echt eine blöde Geschichte. Du kannst ihr da wohl auch nicht viel helfen, so lange sie es selbst nicht will.

    Doch du solltest wohl wirklich mal offen mit ihr darüber reden oder auch mit ihrer Famile (wohl besser alle getrennt voneinander).
     
    #8
    User 48753, 27 Dezember 2006
  9. Gravity
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    nicht angegeben
    Ich habe bereits mehr als nur eine Freundin mit Eßstörungen gehabt. Ich kenne mich sehr gut aus mit den Eßstörungen und vor allem mit den Menschen, die davon betroffen sind.

    Ich weiß, dass Du das nicht hören willst, aber Du kannst so direkt nichts tun. Was Du von ihrer Familie beschrieben hast, bestärkt mich noch viel mehr dazu. Wie willst Du gegen das ganze Familiensystem angehen? Willst Du ihr erzählen, dass sie aufhören soll zu kotzen (was für sie abnehmen bedeutet)? Glaubst Du, Du kommst gegen das Familiensystem an, was sie die ganze Zeit auf Abnehmen und Schlanksein indoktriniert? Wie oft, musst Du mit ihr reden, wenn sie 24h vorgelebt bekommt, dass man schlank sein muss und dick sein nicht unattraktiv ist, sondern total peinlich und beschämend ist?

    Du müsstest die Familie und deren Verhalten ändern, damit Du überhaupt eine Chance hast an sie heran zu kommen. Mach Dir darüber keine Illusionen. Es kann sogar sein, dass die Familie sehr wohl weiß, was da los ist - aber es kann nicht sein, was nicht sein darf!

    "Unsere Tochter hat keine Eßstörung!"

    Das sagen viele Eltern und verdrängen tapfer alle gegenbeweise. Und sie sehen auch nicht den Einfluss, den sie auf ihre Sprößlinge haben. Gerade dann wenn sie ...

    Was also glaubst Du kannst Du dagegen tun?


    Und jetzt mal ein perspektiven Wechsel: Was glaubst Du, wie kommt die Fragen nach ihrem Gewicht bei ihr an? Denk mal an die Tipps von bulimie-online...
    Glaubst Du, dass sie dann denkt, "oh toll, so dick bin ich gar nicht" oder wird das eher ein Schrecken sein, dass sie schon wieder dick genug ist, dass man was sieht? Alles was mit Gewicht und Essen zu tun hat, wird nur noch auf die Frage gerichtet "bin ich schon wieder zu dick?".
    Wie fühlt man sich, wenn einem die Leute im täglichen Leben ständig erzählen, man muss schlank sein und alles andere ist lächerlich? Glaubst Du nicht, dass man da Angst bekommt, dass man sofort ausgestoßen und ausgelacht wird, sowie auch nur ein bißchen was über den Hosenbund quillt (da reichen Milimeter)?


    Das Problem liegt nicht nur ihr allein, sondern ist in ihrer gesamten Umgebung zu suchen. Solange sie in diesem System drin ist, wirst Du nicht nur nichts bewirken können, sondern es sogar schlimmer machen. Du machst es schlimmer, weil Du den Druck erhöhst, in dem Du scheinbar ebenfalls so auf ihr Gewicht und ihre Figur achtest. Verstehst Du das? Solange die Aufmerksamkeit auf ihrem Gewicht, ihrer Figur und ihrem Eßverhalten liegt, wird es immer schlimmer.

    Sie hat nur reale Chancen aus der Eßstörung heraus zu kommen, wenn sie von zu Hause auszieht. Erst dann kommt sie aus dem System raus. Erst dann hat sie die Chance mal was anderes zu hören und eigene Werte zu entwickeln - und vor allem diese Werte auch zu stabilisieren.
     
    #9
    Gravity, 28 Dezember 2006
  10. Immortality
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Mh, und bringt es dann vielleicht was, mit den Eltern zu reden (nicht mit ihr selbst), oder dass der Freund das macht? Ich glaube kaum, dass sie an der Essstörung ihrer Tochter schuld sein wollen, wenn sie sich das erst mal eingestehen, dass sie eine hat..
     
    #10
    Immortality, 28 Dezember 2006
  11. Miss_Marple
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    nicht angegeben
    @Gravity: Danke! :smile: Das ist ein sehr schöner und aufschlussreicher Beitrag, auch wenn er mir nicht wirklich weiter hilft.

    Ans Ausziehen als einzige wirkliche Chance habe ich auch schon gedacht. Schließlich hatte sie während ihres Auslandsjahres auch überhaupt kein Problem damit, zugenommen zu haben. Das störte erst, als sie wieder hier (in ihrer gertenschlanken und sportvernarrten Familie) war.

    Es macht mich alles so rasend, vor allem weil ich von Anfang an protestiert und gewarnt habe, wenn mein Freund oder sein Bruder blöde Kommentare über ihre Figur abgelassen haben.
     
    #11
    Miss_Marple, 28 Dezember 2006
  12. SexySellerie
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    Single
    Auch wenn dir da shier nicht weiterhilft.
    Ich bin entsetzt und wirklich bestürtzt, wie deine Schwiegerfamilie mit dem Mädel um geht und dass die sie, anders kann man's nicht sagen, regelrecht in eine Essstörung getrieben haben.

    Ungeheuerlich wie unsensibel und penetrant man mit den Gefühlen und der Gesundheit seiner Familie umgehen kann
     
    #12
    SexySellerie, 28 Dezember 2006
  13. Miss_Marple
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    nicht angegeben
    Ich glaube nicht, dass ihnen auch nur im Ansatz bewusst ist, was sie angerichtet haben.
    Schlank und sportlich zu sein ist dort das normalste der Welt. Vater und Söhne müssen auch nicht viel dafür tun - die können futtern ohne Ende und nehmen nicht zu. Und die Mutter, naja, die hat sich da wohl leider angepasst :kopfschue
    Aber anstatt die neue, weiblichere Figur der Schwester und Tochter zu akzeptieren (und vielleicht sogar zu loben, denn sie sah wirklich toll aus mit den Zusatzkilos), wurde das Mädel weiter an ihrem alten Gewicht gemessen.

    Ach Mensch, weiß grad auch nicht. Wahrscheinlich red ich nochmal mit meinem Freund. Seine Ex, mit der ich sehr gut befreundet bin, hatte ein vertrauteres Verhältnis zu seiner SChwester. Die frag ich auch mal.
     
    #13
    Miss_Marple, 28 Dezember 2006
  14. Miss_Marple
    Meistens hier zu finden Themenstarter
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    nicht angegeben
    Kurzes Update:
    ich hab nochmal mit meinem Freund geredet. Die Eltern wissen es bereits, nehmen es aber hin.
    Klar, weder sie noch sonstwer kann dem Mädel Hilfe aufzwingen, aber das so gar nichts passiert und alles schön totgeschwiegen wird... :wuerg_alt:
    Sie hat längst wieder ihre alte (sehr, sehr schmale) Figur, hört aber nicht auf, weder mit dem Hungern noch mit der Kotzerei.

    Was meint ihr, ist es besser sie direkt anzusprechen oder ihr vielleicht besser zu schreiben?
     
    #14
    Miss_Marple, 9 Januar 2007
  15. metamorphosen
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    vergeben und glücklich
    Ich hab auch nur rudimentäre Erfahrungen mit Eßstörungen. Ich denke aber, man kann durchaus sagen, dass die Familie in extrem vielen Fällen eine entscheidende Rolle spielt.

    Das es um Gewicht, Abnehmen etc. geht, scheint auf den ersten Blick offensichtlich zu sein. Ich halte das aber für einen Trugschluß. Oft geht es doch um ganz andere Dinge, die sich nur in diesem Aspekt manifestieren.

    Inwieweit ihre Familie da bereit sein könnte, aktiv an der Verbesserung der Situation mitzuhelfen, kann man schlecht beurteilen. Es dürfte eher üblich sein, der Aufrechterhaltung des guten Scheines den Vorrang zu geben und das Problem zu ignorieren. Dadurch lässt sich das Eingestehen von Fehlern, auch eigenen Fehlern, vermeiden.

    Vielleicht ist zumindest Dein Freund ja in der Lage und bereit dazu, einen ersten Anstoss zu geben und vielleicht kannst auch Du selber, als Teil des erweiterten Familienkreis etwas dazu beitragen.

    Ihr das Gefühl zu vermitteln, dass sie der Zuneigung ihrer Familie gewiß sein kann, ganz unabhängig davon, ob sie die an sie gestellten Anforderungen erfüllt und die Anerkennung für das was sie ist und kann, dürften ihr wesentlich mehr helfen, als irgendetwas anderes.

    Dann könnten ein paar Kilo mehr oder weniger wieder zu dem werden, was sie eigentlich sind. Eine Nebensächlichkeit.

    Das mag jetzt alles etwas vereinfacht un verkürzt sein, aber vieleicht verdeutlicht das ein paar Dinge, die zur Lösung beitragen könnten.
     
    #15
    metamorphosen, 9 Januar 2007
  16. glashaus
    Gast
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    Ich hatte auch schon bulimische Phasen. Wenn du es ansprechen willst, sag es ihr ins Gesicht. Geschriebenes landet nach dem Lesen der ersten Zeilen oft ganz schnell im Papierkorb.
     
    #16
    glashaus, 9 Januar 2007

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