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Meine Situation kotzt mich an!

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von KleineJuli, 9 Mai 2010.

  1. KleineJuli
    Gast
    0
    Hallo.
    Ich bin gerade mal wieder alleine und muß es loswerden, vielleicht beruhigt es mich ja oder jemand hat einen Rat für mich.

    Wie in meinen anderen Threads erwähnt, bin ich in psychotherapeutischer Behandlung, die mir sehr gut hilft. Wegen Ängsten und Unsicherheit.

    Ich mache eine Ausbildung und gehe einmal die Woche in die Berufsschule. Im Dezember habe ich Abschlussprüfung.

    Ich habe richtig Angst, in die Schule zu gehen :geknickt:
    Ich werde nicht gemoppt, aber komisch behandelt - ich wurde in meiner gesamten Schullaufbahn gemoppt und habe deswegen einen "Schaden" (Angst, Unsicherheit, verkrampft sein) und habe Angst, es könnte wieder passieren.

    Ich habe dort in meiner Klasse mit niemanden was zu tun, man unterhält sich zwar, aber nur oberflächlich und mit niemand bestimmtem. Man hat einfach keine Interesse an mir, und ich laufe niemanden nach.

    Ich will mit den anderen auch keinen Kontakt. Ich habe ebenso an niemandem Interesse. Die "Wellenlänge" stimmt bei vielen einfach nicht. In der vorigen Klasse war es ganz anders! Da mochte ich sehr viele und umgekehrt! (Die Klasse wurde dann aber aufgeteilt)

    Ich benehme mich nicht als "Aussätziger". Ich sage immer "Hallo" oder "Guten Morgen", aber niemand sagt es zurück - da komme ich mir auch bescheuert vor!
    Wenn ich was erzähle, hört mir keiner zu. Deswegen habe ich es schon gelassen.
    Oder sage ich irgendwas zu einer Sache, interessiert es niemanden.

    Im Unterricht ist es ja eh egal, aber in der Pause versuche ich immer, bei irgendwelchen zu stehen, um nicht als "Außenseiter" auszusehen.
    Aber da komme ich mir so blöd vor! Wenn ich bei Gesprächsthemen was dazu sage, nimmt mich ja eh keiner ernst.
    Ich weiß nicht, was los ist! Das war schon immer so, seit letztes Jahr!
    Einmal wurde ich bewußt ignoriert, ich habe jemanden was gefragt und die Person läuft einfach an mir vorbei!

    Mittlerweile rede ich nur noch das Nötigste, was soll ich dann noch groß reden.
    Mit den meisten würde ich Privat zwar nichts zu tun haben wollen, weil ,wie gesagt, die Wellenlänge nicht stimmt. Aber wenn man ziemlich ignoriert wird, wenn man von selbst Versuche macht, kommt man sich so dämlich vor und ich will niemanden "hinten rein kriechen", um nicht "alleine" zu sein. Da bin ich lieber alleine.

    Diese "Angst" ist, daß ich mich dort total unwohl fühle. Man könnte über mich reden, man würde merken, daß ich nicht selbstbewußt bin und man es mit mir machen kann. Und das "meiden" von mir, das Desinteresse und Ignorieren.

    Es ist mir eigentlich herzlich egal, (weil die meisten ja eh unsympathisch sind), aber wenn ich dort bin und man mich so "ignoriert", komme ich mir so minderwertig vor. Man fühlt sich dann bescheuert!
    Aber nur immer in der Situation, Zuhause ist es dann vergessen.

    Die Hälfte meiner Klasse hat in 1 Woche Prüfung, der Rest mit mir erst Dezember. Nur noch morgen mit der Klasse "alleine" und danach kommen wir (ca. 5 Personen) in eine neue Klasse. Da werde ich versuchen, neue Kontakte zu knüpfen und bin nicht auf den "Rest" angewiesen.

    Muß es aber einfach mal niederschreiben, weil es einfach ein verdammtes Unwohlsein ist, wenn man echt ignoriert wird und es keinen gibt, mit dem man mal reden kann, und man nie weiß, ob über einem schon geredet wird! Man kommt sich echt wie der letzte Mist vor!

    Ich habe schon mal geschwänzt, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, das war nicht zu ertragen! Mir "macht" niemand was, aber das ist fast genauso schlimm!

    Am liebsten würde ich den letzten Tag in der Klasse auch schwänzen, aber ich muß wissen, wo danach meine neue Klasse ist, deswegen versuche ich mich zusammenzureißen.
    Und ich hasse es, deswegen Fehlstunden oder gar Tage zu haben!!! Nicht aus Faulheit, sondern einfach aus "Angst", diese "Beklommenheit", weil ich sowas nicht aushalte!! Man ist unter Anspannung, achtet immer genau, was man sagt und tut!! Kommt sich von allen Seiten beobachtet vor!!

    Ich mußte das mal niederschreiben, weil es mich gleichzeitig ankotzt und aufregt, weil ich jedem "in den Hintern" kriechen müßte, aber eh nichts kommt, und diese "Angst", weil es in dem Moment des Gemieden-werdens nicht aushalte und ich mir ungewollt bescheuert und blöd vorkomme!!!!

    In der neuen Klasse wird es hoffentlich besser, aber trotzdem :mad:
    Werde dann wohl auch einen Zug später nehmen, weil ich den "Rest" aus der Klasse trotzdem sehen müßte und habe keine Lust, auf dem Hinweg zur Schule bewußt ignoriert zu werden!!

    Dabei gebe ich mich weder eingebildet noch arrogant. Ich bin eigentlich immer offen und rede gerne und mache Blödsinn mit. Wie alle anderen.

    Das mußte ich mal auskotzen!!! Weil man sich echt wie der letzte Depp vorkommt!!! Obwohl die meisten dagegen echt "bedeppert" sind.

    Scheiß Berufsschule!
     
    #1
    KleineJuli, 9 Mai 2010
  2. donmartin
    Gast
    1.903
    Kopf hoch KleineJuli, ....!

    Da du ja auch in Behandlung bist, wird es mit Sicherheit auch dort Gespräche dazu geben.

    Das "Auskotzen" ist schon richtig, wo du es machst ist letztlich egal, Hauptsache, du läufst nicht wie ein "Pulverfass" durch die Gegend UND rastest dann mal vor denen aus, die dich so kennen, wie du bist. Jetzt.
    Ich denke du "meinst" es nur. Du hast wenig Selbstvertrauen, na Und? Die anderen kennen dich nicht anders und anscheinend kommt es auch nicht so zur Geltung - sonst würden sie dich nicht in Ruhe lassen. Es sind wahrscheinlich weitaus mehr "Erwachsene" in deiner Klasse, als Dummys, die nur spüren brauchen, wenn jemand Schüchtern und Zurückhaltend ist - um ihn dann zu "Mobben".

    Wohl aber spüren deine Klassenkameraden, dass du Angst hast - dass du so darin gefangen bist, dass du nicht mehr "natürlich" rüberkommst.

    Verstehe es nicht falsch, SIE wissen nicht, wie es IN DIR aussieht. Sie spüren, "dass etwas nicht stimmt", du glaubst sie ignorieren dich, dabei haben sie unterbewusst Angst, weil sie nicht wissen woran sie an dir sind.

    Du schreibst , dass du keinen Kontakt WILLST. Hast du schonmal von jemandem einen freundlichen, aber doch ablehnenden "Guten Morgen" gesagt bekommen ?
    Das funktioniert genauso, wie ein "offener Gruß", jeder Mensch sendet Signale aus, und du wirst vielleicht unterbewusst "Ablehnendes und Ängstliche Signale" aussenden, die andere aufnehmen, aber nicht zuordnen können.

    Ok, das ist ein langer Prozess - abzulegen, zu denken was andere Denken oder machen über einen selber. Und sich "unnatürlich", auf Grund dieser Meinung zu Verhalten.
    Aber genauso lange und/aber auch Effektiv ist es, an sich zu arbeiten und vor Allem Selbstvertrauen aufzubauen und sich so zu Verändern, das man sich nicht verstellen braucht.

    Glaub mir, die anderen merken nicht, was in deinem Inneren vorgeht, sie spüren aber, dass du versuchst es (etwas) zu kaschieren....

    Ich habe 25 Jahre mein wahres ICH verstecken wollen......Bin introvertiert, schüchtern und niemand, der SmallTalk halten kann usw. Ich habe als Junge, wenn mir ein Mädchen aus der Klasse entgegen kam, die Strassenseite gewechselt......Kein Selbstvertrauen! Absolut nix.
    Das habe ich 25 Jahre versucht zu kaschieren. Mit Alkohol. Was mir das gebracht hat? Haste bestimmt gelesen in dem Einen oder Anderen Thread. Bestimmt KEIN Selbstvertrauen - sondern dann erstrecht die Ablehnung und Ignoranz der Anderen.

    Man kann alles lernen, man kann einen Raum betreten und vor 300 Leuten sprechen. Oder auch garnichts sagen! Ich kann mich heute 5 Stunden hinsetzen und NICHTS sagen. Mit niemandem Reden. Darum sage ich nicht, "die ignorieren mich", weil ich es nicht kann oder will. Das und SO bin ich. Das ist so und es ist ehrlich.
    Mir und den Anderen gegenüber.
    Vielleicht ist es bei Dir auch ein wenig so. Scher dich nicht darum, was andere für dich/über dich/ und weil du da bist denken könnten......Hauptsache du "zwingst" sie nicht dazu, was sie denken sollen....

    :zwinker:
     
    #2
    donmartin, 9 Mai 2010
  3. KleineJuli
    Gast
    0
    Hallo Donmartin, ich danke dir für deinen Post. Natürlich verstehe ich, was du meinst.

    Also mir hat noch nie jemand einen guten Morgen oder sowas gewünscht, wenn dann ich. Ich weiß nicht, wie ich auf andere wirke, aber zumindest will ich nicht das Bild der Einzelgängerin abgeben, die mit niemanden redet und deswegen ignoriert wird - werde ich aber.

    Naja, morgen ist eh der letzte Tag, hoffe, dann ist es angenehmer zu ertragen. In der neuen Klasse sind wir (die 5 Personen) alle neu, denke, die werden eh unter sich bleiben, aber nicht nur ich werde dann als Neue beäugt.

    Ich hasse es einfach nur. Ich mache mir auch nichts draus, es ist mir total egal, aber ich hasse dieses Gefühl, minderwertig zu sein, was dann kommt und ich nicht abstellen kann.

    Ich mache den Thread auch nur gerade auf, weil ich es morgen nochmal vor mir habe, die ganze Woche habe ich nicht daran gedacht.

    Die meisten machen sich mit Sicherheit keine Gedanken, ob sie mich "unangebracht" behandeln würden, sie haben schlichtweg keine Interesse, und ich auch nicht. Als Außenseiter will ich trotzdem nicht dastehen. Ich habe aber meinen Stolz, deswegen renne ich niemanden nach und versuche mich anzuhängen, wenn eh null Interesse da ist.
    Wenn ich mit meine Tischnachbarin nicht einmal angesprochen hätte, hätten wir in den 8 Stunden kein Wort gewechselt!
    Das meiste ist wohl nicht böswillig gemeint, aber das Interesse fehlt, und mir ist das egal. Ich hasse nur dieses "Gefühl", wenn man alleine ist.

    Ach, ich hasse es.
     
    #3
    KleineJuli, 9 Mai 2010
  4. donmartin
    Gast
    1.903
    Off-Topic:
    Wenn ich mit meine Tischnachbarin nicht einmal angesprochen hätte, hätten wir in den 8 Stunden kein Wort gewechselt!


    Ihr habt aber! Und das auf Deine Initiative hin. Es muss ja etwas den Anstoß gegeben haben, du hast dich nicht wohl gefühlt oder es war unangenehm nicht zu Reden.
    Es ist doch irgendetwas in dir, dass du das Gefühl abstellen möchtest - auch wenn alle Alarmglocken klingeln und etwas anderes dir sagt, "dich interessiert das nicht" und du möchtest keinen Kontakt.

    Ja, es ist der Stolz, der einem "verbietet" über den Schatten zu springen. Aber eben dieser Stolz lässt einen schnell Arrogant wirken. Unnahbar.

    Niemand hält dich für "Minderwertig"! Das glaubst du. Dadurch, dass du dich selber hasst, glaubst du, die anderen machen es auch. dann schreibst du etwas von "Stolz".....Also eine "stolze Minderwertige"?

    Besinne dich auf das, was du wirklich willst. Es werden dir in deinem Leben noch eine Menge "Klassen" oder Menschen begegnen. Denke mal einen Schritt weiter.

    Wenn ich in einen Baumarkt gehe und eine Bohrmaschine kaufen möchte - was möchte ich wirklich?
    Primär keine Maschine, sondern ich möchte ein Loch (bohren).
    Das sollte ich dem Verkäufer auch sagen, ihm nicht erzählen, dass ich eine "Maschine kaufen möchte, die man an Strom anschließt und die sich dreht"........Sondern, "ich möchte ein Loch" - brauche mich sonst nicht zu wundern, wenn er mir einen Deckenventilator empfielt......

    Es gibt tausende Situationen, im Leben, da fühlt man sich nicht wohl und glaubt Alle hätten sich gegen sich verschworen. Da nutzt es wenig, zu sagen - ich hasse es - das Gefühl. Sonst rennt man nur weg und kommt nie weiter. Andere Menschen können einem sehr gut helfen - sich selber zu mögen. Du darfst nicht davon ausgehen, dass es morgen oder in 3 Wochen vorbei sein wird - wenn du nicht selber etwas dafür machst und nicht die Anderen dafür Verantwortlich machst, dass du dich selber nicht magst......

    Ich habe lange nicht in einen Spiegel schauen können! Die Reaktionen kannste dir denken. Auf meine Umwelt habe ich gewirkt wie ein Muffel und Idiot, mit dem man erst was anfangen kann, wenn er einen im Tee hat....:zwinker: Erst meine Psychotherapeutin hat mir da die Augen geöffnet.

    Da wirst du mit Sicherheit auch hinkommen. Es dauert, braucht Geduld und Willen.......Und das hast du ja.
     
    #4
    donmartin, 9 Mai 2010
  5. Mìa Culpa
    Gast
    0
    ....
     
    #5
    Mìa Culpa, 9 Mai 2010
  6. KleineJuli
    Gast
    0
    Mìa Culpa, ich danke Dir sehr für deinen Beitrag :smile:
    Es tut gut zu wissen, daß ich nicht alleine mit dieser blöden Erfahrung bin.

    Habe eben auch mit meiner Freundin telefoniert und jetzt geht es mir eh etwas besser.

    Ja, auf Biegen und Brechen will ich eh nicht machen, habe ich ja geschrieben, weil mir sowas zu blöd ist.

    Danke, daß du mir wünscht, daß ich da besseren Anschluss finden werde. Hoffe ich. Dann macht es das einfach erträglicher.

    Warum hast du denn 4-mal die Schule gewechselt, wenn ich fragen darf?
    Das habe ich auch hinter mir, weil ich in meiner alten Schule gemoppt worden bin.

    Naja, aber eines habe ich gelernt, daß ich mir selbst treu bin und mich nicht für andere verstelle.
     
    #6
    KleineJuli, 9 Mai 2010
  7. Mìa Culpa
    Gast
    0
    ....
     
    #7
    Mìa Culpa, 9 Mai 2010
  8. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    Du sagst doch selbst, dass du mit den Leuten aus deiner Klasse nicht viel zu tun haben willst, weil du mit ihnen nicht auf einer Wellenlänge liegst.
    Aber wenn sie dann auch nichts mit dir zu tun haben wollen, gefällt dir das nicht.
    Das passt doch irgendwie nicht wirklich zusammen.

    Wenn du nichts mit den Leuten zu tun haben willst, sollte es dir doch gerade recht sein, wenn sie genau so wenig mit dir zu tun haben wollen.


    Aber ich kenne so etwas auch in etwas schwächerer Form:
    In meinem früheren Sportverein gab es einige Mädels, die mich völlig ignoriert haben. Wenn ich ins Training kam, sagte ich eben zu jedem, der mir über den Weg lief, Hallo. - Aber von den besagten Mädels kam nie ein Wort zurück. Aber zum Glück ging es nicht nur mir, sondern auch einigen anderen Sportkameraden genau so, so dass ich mir ziemlich sicher sein kann, dass es nicht an mir lag.
    Trotzdem kommt man sich da ziemlich blöd vor.
    Auch sonst gibt es in diesem Verein 3 Gruppen, die kaum etwas miteinander zu tun hatten... innerhalb einer Gruppe oder zusammen mit einer anderen Gruppe wurde immer über die unbeteiligte dritte Gruppe hergezogen, während man im Kontakt mit besagter Gruppe, über die man vor 5 Minuten noch heftig gelästert hat, auf ein mal wieder ganz nett war oder über die dann unbeteiligte Gruppe hergezogen ist.
    Früher war das noch nicht so. - Aber mit der Zeit hat sich die ganze Sache so entwickelt, so dass ich mich dort nicht mehr wohl gefühlt habe.

    Zum Glück habe ich vor einiger Zeit (nicht nur aus diesem Grund) den Verein gewechselt und bin jetzt in einem Verein gelandet, in dem ich als Neuling sofort sehr nett aufgenommen wurde und wo ich mit allen Leuten, die ich dort bisher kennen gelernt habe, gut zurecht komme.
    Natürlich bin ich auch dort nicht mit Jedem auf einer Wellenlänge. - Aber auch wenn wir nicht auf einer Wellenlänge sind, können wir trotzdem ganz normal Hallo sagen und z.B. ganz normal über irgendetwas zu unserem Sport reden.
    Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich mich dort viel wohler fühle als in meinem alten Verein, in dem ich sehr lange war.


    Allerdings ist es ganz wichtig, den Leuten in der neuen Umgebung überhaupt die Gelegenheit zu geben, dich gut aufzunehmen.
    Ich kam gut gelaunt und mit der Vorfreude darauf, neue Leute kennen zu lernen und mit ihnen zusammen Spaß beim Sport zu haben, in den Verein. Ich habe mich den Leuten vorgestellt, habe angefangen, mich mit den Leuten zu unterhalten oder in Gesprächen mitzureden. Ich habe mich sogar zum Feiern nach dem Training quasi selbst eingeladen (mit der Frage: "Na, was macht ihr denn jetzt noch nach dem Trianing?" und einem anschließenden "Kann ich mich da mit anschließen?").
    Ich habe den Leuten also signaisiert, dass ich dazu gehören will und habe aktiv den Kontakt gesucht, obwohl mir das mit meiner eher schüchternen und zurückhaltenden Art nicht ganz leicht gefallen ist. (Vor allem das selbst einladen. - Da hatte ich doch gewisse Bedenken, dass das evtl. zu viel des Guten ist. Aber irgendwie konnte ich meinen Zweifelnden Kopf ausschalten)

    Deshalb mein Tipp für dich:
    Freue dich auf die neue Klasse! - Freue dich darauf, neue Leute kennen zu lernen und hoffe darauf, ein paar Leute zu finden, mit denen du gut zurecht kommst.
    Und versuche, alle Befürchtungen, dass es genau so blöd sein könnte wie in der alten Klasse, über Bord zu werfen. Vielleicht hilft dir dabei auch die Einstellung, dass es ja sowieso kaum schlechter werden kann, so dass du lockerer das eine oder andere Wagnis in Sachen Kontaktaufnahme eingehen kannst.
     
    #8
    User 44981, 9 Mai 2010
  9. KleineJuli
    Gast
    0
    Okay, werde ich so machen.

    Vielen Dank, Banane :smile:
    Und auch Mìa Culpa :smile:

    Ich habe auch irgendwie "Vorfreude", weil ich auch denke, daß es schlechter nicht sein kann.
    Es gibt bei uns auf der Berufsschule schon "asoziale" Klassen, weil die meisten auf der Hauptschule waren (will niemanden über den Kam scheren, aber so fallen die Klassen gewissermaßen aus, leider), weil es schon Fälle gab, bei dem einem Mädchen die Haare angezündet wurden ... und ich hoffe, daß ich da noch eine "gute" Klasse erwische. Meine letzte Klasse war echt erste Sahne, die war lieb und freundlich.

    Ich versuche den Tag morgen irgendwie durchzustehen, im Unterricht machen wir eh kaum noch was, weil die Hälfte in 1 Woche Prüfung hat.

    Werde dann auch so nett und offen und locker sein, wie ich es sonst immer war. Bei dieser jetzigen Klasse war das ja kaum mehr möglich!

    Wenn der Tag morgen endlich vorbei ist, kann ich ja dann mal berichten, falls es Euch nicht nervt ... es kann vielleicht niemand nachvollziehen, aber ich habe einfach diese "Angst" und dann quäle ich mich wahnsinnig durch die Schulstunden ... das war vorher nie so, da verlief es flüssig ...

    Danke, daß ihr meine Beiträge lest und mich nicht "alleine" laßt, das tut gut. Danke.
     
    #9
    KleineJuli, 10 Mai 2010
  10. Aeldran
    Aeldran (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verlobt
    Du sagst, du kommst nicht arrogant oder so rüber. Da dachte ich auch bei mir. Aber leider lässt Unsicherheit sich oft nur durch Unnahbarkeit ausdrücken und das wirkt auf andere arrogant!
    Das was du schreibst, den ganzen Mist habe ich auch genau so mitgemacht. Allerdings in einer Klasse, erst gemobbt, dann ignoriert. Ich hab dann sogar die Schule gewechselt.
    Und das war das beste, was meine Familie machen konnte. Wir haben einen Neuanfang gemacht. Und letzendlich bist du jetzt auch vor genau der Situation.
    Du musst nicht mit deinen neuen Mitschülern "best friends" werden, aber ein bisschen Kontakt erleichtert das Leben ungemein. Sie kennen dich noch nicht, okay, bis auf die vier anderen, das ist deine Chance dein "Ich WILL keinen Kontakt" etwas zu lockern. Gerade jetzt ist deine Unsicherheit normal und du kannst versuchen, das lockerer zu sehen, denn jeder weiss, dass du jetzt unsicher bist und wird es wohl nicht als Unnahbarkeit ansehen. Allerdings musst du versuchen, auf "Kontaktwünsche" (kling doof, ich weiß^^) einzugehen. Neue Leute in der Klasse sind immer interessant, und die normale Neugier deiner Mitschülerinnen wird dazu fürhren, dass sie auf dich zugehen. Wenn du sonst für jeden Scheiß zu haben bist, mach da einfach mit. Wie gesagt, es geht nicht um die Freundschaft fürs Leben, du willst nur einen Tag in der Woche GERNE zur Berufsschule gehen... Also, schlimmer kann es nicht werden und du hast nichts zu verlieren, im Gegenteil :smile:
    Ich halte dir sämtliche Daumen für deinen letzten Tag, dass er nicht ganz so schlimm wird und wünsche dir einen schönen Anfang mit der neuen Klasse :smile:
     
    #10
    Aeldran, 10 Mai 2010
  11. KleineJuli
    Gast
    0
    Wow Aeldran, vielen Dank, du machst mir wirklich Mut :smile: Ich danke Dir :smile:

    Ich danke euch allen, daß ihr mich da ernst nehmt! Es klingt so Pille palle, aber ich habe damit echt zu kämpfen, weil ich sofort auf "Flucht" gestellt bin.

    Ich danke euch fürs Zuhören und Mutmachen :smile:
     
    #11
    KleineJuli, 10 Mai 2010
  12. munich-lion
    Planet-Liebe ist Startseite
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    nicht angegeben
    Hallo du,

    im Prinzip weißt du selber, dass es kaum einen Menschen gibt, der gerne als "Außenseiter" gelten möchte, weil man sich in einer Position befindet, die von einem nicht selber gewählt wurde, (nicht zu verwechseln mit Einzelgänger, die sich durchaus bewusst entscheiden quasi mit sich alleine zu sein) sondern von anderen "nach außen" gedrängt und verdrängt wird/wurde.
    Da kannst du noch so viel schreiben, dass es dir eigentlich egal ist, die anderen sowieso doof sind und du mit ihnen eh nichts zutun haben willst.
    Das stimmt einfach nicht und deine Beiträge sprechen auch überhaupt nicht dafür, sondern drücken durchaus Schmerz, Verzweiflung - gepaart mit Resignation aus, weil dir diese Situation unheimlich weh tut, da du ein Mensch bist, der eigentlich schon "gut" ankommen möchte, Anerkennung, Harmonie und Wohlbefinden benötigt sowie ein gewisses soziales Umfeld, das ihm Sicherheit bezüglich der eigenen Unsicherheiten und Ängste gibt.
    Findest du das nicht im ausreichenden Maße vor, stellst du dich selber immer wieder in Frage und zweifelst, ob es nicht erstrebenswert und lohnend ist, dich besser und näher kennenzulernen um zu zeigen, was wirklich in dir steckt, welche vielseitigen Interessen du besitzt und wie viel du doch anderen Menschen geben könntest (an Informationen, wertvollen und nützlichen Tipps, Hilfe, weil du eigentlich gerne helfen möchtest, da du eine sehr einfühlsame und auch mitfühlende junge Frau bist, netten Anekdoten, tolle Erzählerin, stille Zuhörerin, als amüsante Gesprächspartnerin, die durchaus gesellig sein kann) - wenn sie dich nur lassen würden.

    Als erstes fände ich es wichtig, dass du dich nicht schlechter vorkommst als die anderen, die in deinen Augen ständig und schnell voll integriert werden und es viel leichter haben wie du, weil ihnen quasi alles so "zufliegt".
    Aber du weißt selber, dass die Gesellschaft oftmals sehr oberflächlich reagiert.
    Da werden z. B. Menschen, die viel Party machen, unzählige Freunde und Bekannte besitzen, sich gerne in den Mittelpunkt drängen, viel zu erzählen haben und ständig gut drauf sind als "stärkere" und "bessere" Menschen angesehen.
    Die sozialen Fähigkeiten dieser Menschen sind aber nicht automatisch besser aber sie sind robuster als die der Menschen, die Interessen haben, die vielleicht nicht auf die übliche Gesellschaft zutreffen, denn damit verlassen sie die Masse und wissen es auch.
    Genau wie die "Starken" wissen, dass sie sich den gesellschaftlich anerkannten Prinzipien entsprechend verhalten.
    Das gibt positives Feedback und die Rückkopplung aufs eigene Ego bewirkt eine positive Entwicklung.
    Bist du nun aber nicht auf die Gesellschaft "richtig" eingestimmt, wirst du nur negatives Feedback bekommen.

    Jetzt auf deine Situation bezogen: Es kann dir momentan nichts Besseres passieren, dass du die Klasse wechselst, denn deine jetzigen Klassenkameraden haben ein Bild von dir im Kopf und du hast ein Bild von ihnen im Kopf, das du nur schwer ignorieren kannst.
    Deshalb ist es auch fast unmöglich, dass du mit dieser Gemeinschaft noch irgendwie auf einen gemeinsamen Nenner kommst, denn sie finden dich womöglich "komisch" bzw. arrogant und du hast dir eine Haltung zugelegt, die lautet "eigentlich könnt ihr mich alle mal".
    Dabei solltest du nie vergessen, dass gewisse Dinge einfach auch ihren Lauf nehmen und viele Menschen, die einen angeblich nicht wohlgesonnen selber nur verunsichert sind und nicht wissen, wie sie sich dir gegenüber "richtig" verhalten sollen, denn den anderen die alleinige Schuld an der Misere zu geben, wäre zu einfach und auch nicht wirklich korrekt sowie sinnvoll.

    Deshalb ein Rat an dich ist: Denke positiv, denke mitfühlend und gib allen Menschen denen du neu begegnest eine Chance, denn wenn du ihnen vorurteilsfrei begegnest, kannst du mit ihm zusammen bei 0 anfangen und eine ganz neue Beziehung entstehen lassen, die du von dir vielleicht noch nicht einmal kennst.
    Dazu musst du nicht mit Gewalt versuchen, dich beliebt zu machen, aber es ist wichtig den anderen gleich von Beginn an zu signalisieren "hey, ich stehe nicht gerne alleine da".
    Es braucht nämlich manchmal schon ein wenig Zeit, sich in eine Gemeinschaft einzufügen und dazu sind Beobachtungen, aber auch hin und wieder Anpassungen nötig.
    Das heißt nicht unbedingt, dass du dich anbiedern oder komplett gegen deinen Willen verbiegen musst, aber wer sich integrieren möchte, der muss dafür auch bereit sein, mitarbeiten, ggf. in "Vorleistung" gehen, hin und wieder über seinen eigenen Schatten springen und dringend versuchen, die Fehler aus der Vergangenheit als unterstützende Hilfe für eine neue Struktur im Umgang mit den anderen heranzuziehen.
    Und begehe nicht den Fehler, dass du jeden Menschen tief ergründen musst und umgekehrt genauso.
    Es müssen nicht immer hochtrabende Gespräche sein, um zu "wirken" - ein bisschen Smalltalk hier, ein bisschen Austausch, eine kleine Frage und Gaudi dort und schon fühlt man sich nicht mehr ausgegrenzt - auch wenn es für wirkliche Freundschaften nicht reichen sollte.
    Aber mal ehrlich: Hast du wirklich immer Lust und Zeit, dich mit allen Menschen näher befassen zu müssen?

    Mit Offenheit, Freundlichkeit, Unvoreingenommenheit, Neutralität, dosierter Zurückhaltung, aber gleichzeitiger Offensive wirst du sicherlich eine gute Grundlage schaffen und wenn du es hinbekommst, mit 1 oder 2 Personen den Kontakt etwas auszubauen und den Rest einfach so akzeptieren und respektieren, wie er nunmal ist, wirst du dich mit Sicherheit auch nicht mehr unwohl fühlen.
    Außerdem ist die Schule groß und man kann sich auch noch außerhalb der Klasse Menschen suchen, mit denen man ins Gespräch kommt.
    Versuche deine Einstellung zu verändern, auch wenn du dafür sicherlich Geduld benötigst, weil das natürlich nicht von heute auf morgen gelingt.
    Wenn du mit positiven Gedanken (ich weiß, dass ist nicht leicht) hingehst, aber nicht allzuviel erwartest, wird das auch auf dein Umfeld wirken.
    Es ist wirklich so, dass deine innere Haltung auf dein Umfeld Einfluß hat. Sei Dir dieser "Macht" mal bewußt.
    Dadurch erhältst du auch immer mehr Kraft, um immer neue Dinge zu tun und Wege zu gehen, denn du wirst positives Feedback bekommen, denn dein Verhalten ist maßgeblich daran beteiligt wie du von anderen behandelt wirst.
    Lass dich auch nicht durch Rückschläge entmutigen, denn nicht jeder Mensch kann einem wohlgesonnen sein, aber wenn ich mit keinem irgendwie "warm" werde oder ständig ausgegrenzt werde, dann liegt das mit Sicherheit auch an einem selbst.
    Und wenn du über die Leute nur schlecht denkst, wirst du auch meist nur Schlechtes erfahren, denn deine Handlungen gehen mit deinen Gedanken einher. Nichts ist im Menschen getrennt.

    Alles Gute in der neuen Klasse und Kopf hoch, denn es ist ein Neuanfang und so etwas kann oftmals unglaublich beflügeln und dich in ein ganz anderes Licht rücken lassen.
     
    #12
    munich-lion, 10 Mai 2010
  13. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Das sehe ich aber ganz anders:
    Wenn man als Neuling in eine bestehende Gruppe, wie z.B. eine Schulklasse kommt, wird man sicherlich zuerst mal als Neuling beachtet. - Aber gleichzeitig gehört man auch einfach nicht dazu.
    Wenn man dann nur darauf hofft, dass die neuen Mitschüler auf einen zugehen, kann man sich auch ziemlich stark täuschen. Je nach dem, wie die Leute drauf sind, muss man auch selbst aktiv werden und auf die Leute zugehen, um Anschluss zu finden.
    Das Interesse an der Neuen verfliegt ziemlich schnell, wenn die Neue uninteressant erscheint. - Und schon wird aus der Neuen wieder ganz schnell die Außenseiterin, mit der niemand so wirklich etwas zu tun hat, weil sie einfach nicht dazu gehört.

    Deshalb bin ich der Meinung, dass man seine Chancen, in der neuen Klasse Anschluss zu finden, mit ein wenig Eigeninitiative deutlich erhöhen kann.
    Mit dieser Eigeninitiative zeigt man ganz deutlich, dass man dazu gehören will. - Wenn man einfach nur da ist und darauf hofft, dass die Anderen auf einen zukommen, kann das auch ganz schnell so interpretiert werden, dass die Neue überhaupt nicht dazu gehören will.

    Also: Wenn du nicht angesprochen wirst, sprich jemanden an, der dir sympathisch erscheint. - Dass man dich als Neue nicht anspricht, ist nämlich nicht gleich gegen dich gerichtet... die Anderen wissen vielleicht auch einfach nicht, wie sie dich jetzt ansprechen sollen.
    Wenn sich ein paar Leute über ein Thema unterhalten, bei dem du mitreden kannst und willst, dann rede mit und warte nicht drauf, um deine Meinung gefragt zu werden. - Woher sollen die Leute denn wissen, dass du mitreden willst und eine Meinung zu diesem Thema hast?
    Und wenn du nicht zu irgendwelchen anderen gemeinsamen Aktivitäten eingeladen wirst, dann frage nach, ob du mitmachen kannst, wenn du von einer Aktivität erfährst. (Natürlich nur wenn es solche Aktivitäten gibt und wenn du Lust darauf hast.) Denn wenn du nicht eingeladen wirst, heißt das nicht, dass man dich nicht dabei haben will. - Die Leute laden eben aus Gewohnheit die gleichen Leute ein wie immer - und zu diesen Leuten gehörst du eben noch nicht. Vielleicht denken sie auch einfach in dem Moment überhaupt nicht an dich oder wissen nicht, ob du überhaupt Lust dazu hast, etwas mit ihnen zu unternehmen.

    Und selbst wenn das Gesprächsthema nicht dein Lieblingsthema ist oder die geplante Aktivität genau deinen Geschmack trifft, kannst du ja mal mitmachen. - Es geht ja für dich erst mal nicht wirklich um das Gesprächsthema oder die Aktivität an sich, sondern darum, neue Kontakte zu knüpfen.
     
    #13
    User 44981, 10 Mai 2010
  14. Maxx
    Sehr bekannt hier
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    623
    Single
    Ich kann mir vorstellen, dass das damit zusammenhängt, weil man gerade als unsichere Person dazu neigt sich selbst im Spiegel seiner Mitmenschen kritisch zu betrachten. Dabei geht es nicht in erster Linie um das Gemeinschaftsgefühl, das man sich wünscht zu erlangen, dadurch, dass man in eine Gruppe integriert wird, sondern um das missliche Gefühl der eigenen sozialen Inkompatibilität. Das Gefühl "anders" zu sein, als Aussenseiter oder gar als Freak zu gelten, das kann selbst dann an einem nagen, wenn man mit der Gruppe oder der Klasse allgemein eigentlich gar nicht viel am Hut hat/haben will. Es ist ein Gefühl der sozialen Inkompatibilität, welches einem eine Gruppe oder eine Klasse mit zufällig zusammengewürfelten Personen vor Augen führen kann, in welche man sozial nicht richtig integriert wird oder sich integrieren will. Das geschieht aber vor allem dann, wenn man das Gefühl eh schon hat, dass man sozial nirgendwo hineinpasst.

    Dabei kann es durchaus auch an der Gruppe liegen, dass man da nicht hineinpasst, da die Gruppenmentalität nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, da z.B. alle Personen deutlich jünger oder älter sind und die meisten komplett andere Interessen haben und/oder rein charakterlich anders gestrickt sind.

    Es gibt einen gewissen Punkt, da ist es die Gewissheit sich meistens nicht auf der gleichen Wellenlänge wie andere Leute zu befinden, die einem wirklich einsam fühlen lässt und nicht so sehr die Tatsache, dass man ausgeschlossen ist und wenig Sozialkontakte hat. Letzteres könnte man zumindest rein theoretisch ändern, indem man sich immer wieder versucht irgendwo anzuschliessen, bis man das Gefühl hat, dass man in einer Gemeinschaft ankommt. Je mehr man allerdings verhaltensmässig von der Norm abweicht oder sogar freakige Eigenschaften an den Tag legt, desto schwieriger ist es nun mal eine soziale Nische zu finden, in der man sich wohl fühlt.

    Ein ähnlich vergleichbares Problem stellt sich bei mir z.B. im Umgang mit Nachbarn. Ich habe im Grunde nichts gegen sie, aber ich vermeide es dennoch ihnen auf dem Hausflur zu begegnen, da ich lieber nicht auffalle und die meisten Nachbarn mich bestimmt für einen komischen Kauz halten, ohne sich je näher mit mir unterhalten zu haben. Das liegt z.T. an meinem Auftreten, obwohl ich die Leute aus Höflichkeit natürlich begrüsse, wenn ich ihnen unfreiwillig dennoch auf dem Flur begegne. Es ist mir jedoch unangenehm bei dem Gedanken, dass sie im Anschluss sich dann wohl denken, dass da der komische Freak wieder durch die Korridore schleicht, dem es bereits im Gesicht geschrieben steht, dass ihm soziale Begegnungen höchst unangenehm sind. Eigentlich könnte mir das ja egal sein, da ich kein Bedürfnis danach habe von einem Nachbarn auf ein Bier eingeladen zu werden und mit ihm Smalltalk zu halten. Dennoch ist es unangenehm durch andere Leute, wenn auch nur indirekt durch den Spiegel, vor Augen gehalten zu bekommen, dass man ein Aussenseiter oder sogar ein Freak ist. Und das liegt wie gesagt nicht daran, dass ich keinen persönlichen Kontakt zu den Leuten pflege, sondern daran, dass mich bereits zufällige Begegnungen nervös machen und ich da nicht so locker wie andere Leute mit umgehen kann.

    In einer Schulklasse stellt sich die Sache natürlich noch einmal schwieriger dar, da man ja tagtäglich oder in einer Berufsschule zumindest ein bis zweimal wöchentlich mit den gleichen Personen in einer Klasse sitzt. Die Kunst besteht darin die richtige Balance zu finden und zu den Leute, sofern man keinen näheren Kontakt wünscht, die notwendige Distanz zu wahren, ohne dabei zum Aussenseiter oder sogar zum potentiellen Mobbing-Opfer zu werden. Das kann man dadurch erreichen, wenn man trotz Distanz versucht eine gewisse Souveränität an den Tag zu legen und vor allem auszustrahlen, so dass andere bemerken, dass man trotz Einzelgängertum und weitgehender Selbstisolation von der Gruppe, sich anpassen und integrieren kann, wenn es darauf ankommt. Bei einer solchen souveränen Verhaltensweise besteht allerdings die Gefahr, dass man arrogant und unnahbar wirkt. Deshalb gilt es das richtige Mass zu finden. Zum Beispiel indem man der Gruppe oder Klasse zu verstehen gibt, dass man am üblichen Klassen-Tratsch und an den Albernheiten innerhalb einer jungen Mädchengruppe z.B. keinerlei Interesse hat, dass man aber dennoch freundlich bleibt, die Leute begrüsst und sich hilfsbereit zeigt, wenn es um ernstere Angelegenheiten geht und jemand ein Problem hat.

    Sich so ähnlich zu verhalten, dass man das gewünschte Ergebnis bei seinen Mitmenschen erzielt, ist aber keineswegs einfach, da einem eine solche Verhaltensweise auch gegeben sein muss und weil es u.U.ein schmaler Grat ist, wenn man quasi versucht zu erreichen, dass man irgendwie dazugehört, ohne wirklich dazuzugehören. Ob das gelingt hängt zu einem grossen Teil von einem selbst, aber eben auch von der Mentalität der Klasse ab.
     
    #14
    Maxx, 10 Mai 2010
  15. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
    9.405
    248
    657
    nicht angegeben
    Eigentlich ist ja von meinen Vorredner alles gesagt worden, deshalb jetzt einfach mal aus eigener Sache:

    Ich finde mich in Deinem Thread zu einem grossen Teil wieder. In Klassen, wo ich nicht gemobbt worden bin, wurde ich auch mehr oder weniger ignoriert.
    Ich muss aber zugeben, dass ich damals noch sehr schüchtern war, aber vom Wesen her ein ziemlich freakiger Typ war. D.h. ich war nur mit den Wenigesten auf einer Wellenlänge. Ich hatte kein Interesse an dem, was meine Klassenkameraden taten, umgekehrt konnten diese nichts mit meinen Interessen anfangen.
    Fazit: Ich konnte nicht bei ihren Gesprächen mitreden. Fussball und Autos interessierten mich nun mal nicht.

    Eine wesentliche Rolle spielte dabei allerdings, dass ich mich nie einem Gruppenzwang untergeordnet hatte, weder bin ich mit anderen nach der Schule in die Kneipe gegangen noch hatte ich sonst was mit ihnen gemacht - einfach weil ich kein Interesse daran hatte.
    Zwar hatte ich mich damit nicht unbeliebt gemacht, war daher als Klassenkamerad "geduldet", aber nicht in die Gemeinschaft integriert.
    Mir ist auch schon mal Arroganz unterstellt worden. Aber das wird wohl bei Jedem angenommen, der für andere als "unnahbar" erscheint.

    Wollte Dir damit sagen, dass Du mit dem Problem nicht alleine bist, geht/ging vielen so ähnlich.
     
    #15
    User 48403, 11 Mai 2010
  16. KleineJuli
    Gast
    0
    Hey. Ich danke euch für eure Beiträge. Jedem Einzelnen :smile:

    Ich hoffe, daß es in der neuen Klasse auch angenehmer wird, denn es gibt nichts schlimmeres (außer wirkliches Mobbing), wenn man nirgends ernst genommen und ignoriert wird, und das wird einem bald zu blöd.

    Ich habe ja Freunde, an mir allein kann es auch nicht liegen. Die Wellenlänge stimmt einfach nicht. Aber da fühlt man sich so unwohl und ich werde verkrampfter.

    Ein Mädchen, daß auch in meiner Klasse war und mit in die neue geht, ist ja noch in Ordnung, und ich fragte sie, ob wir uns zusammensetzen wollen, da ich mit den anderen nicht viel zu tun hätte, und sie hatte nichts dagegen. Zumindest wäre ich dann nicht völlig alleine.

    Und klar werde ich auch auf andere zugehen, bin ja nicht auf den Mund gefallen.

    Ich danke euch jedenfalls sehr für eure Beiträge. Ihr seid super :smile:
     
    #16
    KleineJuli, 11 Mai 2010

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