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Meine Sprache - meine Behinderung und null Hilfe...

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Drachengirlie, 5 November 2009.

  1. Drachengirlie
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    Hallo Leute,

    ich weiß, ich habe eigentlich eine normale bis gute Sprache, wenn ich Texte verfasse. DA merkt man normalerweise nicht, dass ich eine Hörbehinderung habe. (ich bin zur Zeit im 3. Semester, Psychologie B.Sc.)

    ABER wenn es um die Klausuren und Berichte in der Uni geht, oder auch um Hausarbeiten, dann bin ich irgendwie nicht mehr gut genug. Ich hatte eine Klausur im 1. Semester mit ner 3,7 abgeschlossen. Das peinliche: Die Fragen, die gestellt wurden, waren genau die Fragen, die ich auch zum üben hatte. Ich kannte also alle Antworten und hätte logischerweise eine 1,xx, schlechtestens eine 2,0 bekommen dürfen. Aber nein, ich erhalte eine 3,7, meine Reaktion: Schock. Ich gehe zur Klausureinsicht und stelle fest, dass ich inhaltlich fast immer richtig geantwortet habe. Aber sprachlich wurden mir immer wieder Wörter unterstrichen und an den Seitenrand ein Fragezeichen notiert. Ergo: Meine Klausur ist scheisse geworden, weil meine Sprache anscheinend scheisse war.

    Und so zieht sich das durch mein Studium. Zwar war diese eine Klausur meine schlechteste und ich hab einen Schnitt von 2,9. Dennoch bin ich ziemlich unzufrieden, weil ich ganz genau weiß, dass ich besser sein könnte, wenn meine Sprachformulierung und mein Sprachverständnis besser wären.

    Nun bin ich deswegen schon im 2. Semester zu einer Behindertenberatung der Asta gegangen. SIe luden mich zu einem Gespräch ein. Ich erfuhr dort nur, dass man mir nicht weiterhelfen kann und sich das Ganze mit der Zeit einrenkt und ich schon noch besser werde. Das man nicht weiß, wie man Hörbehinderten weiter helfen könne und dass in einer Stunde ein Meeting mit chronisch Kranken abgehalten werde, da die ja Hilfe benötigen würden blabla. Das Gespräch wurde einfach ein Alltagsplausch und ich hatte das Gefühl, ich wäre einfach nur noch eine Überbrückungsperson um die 1 Stunde Lücke in ihrem Terminkalender zu füllen. Nun gut, das war letztes Jahr.

    Ich schrieb eine E-Mail an den Behindertenbeauftragten, wegen der FM-Anlage. Dass die Krankenkasse die Kosten von 6.600€ nicht übernehmen will, dass das Sozialamt, Integrationsamt und was weiß ich was es noch gibt, dass die sich alle weigern die Kosten für diese FM-Anlage zu übernehmen. Das ironische: Laut ihrer (hier meine ich die Ämter) Aussage, würden sie die Kosten übernehmen, wenn ich in der Schule oder in einer Ausbildung stecken würde... :hmm: Ich bin doch in einer Ausbildung?! Oder ist ein Studium neuerdings keine Ausbildungsform mehr? -.-** Ich benötige diese FM-Anlage um den Dozenten besser zu verstehen. Der Dozent trägt dann ein Mirkofon und das Gesagte von ihm wird dann sofort auf mein CI übertragen und ich höre es dann ohne irgendwelche Nebengeräusche. Super Sache. Ich habe die FM-Anlage jetzt seit 2 Semestern auf "Probe" von den Hörakustikern bekommen. Aber langsam machen die auch schon Druck, dass sie das Teil wieder haben möchte, wenn die Kosten nicht bald übernommen werden... Und ohne dieses Teil bin ich hilflos und kriege so gut wie gar nichts mehr mit von den Dozenten (wie ich gestern feststellen durfte, weil ich meine FM-Anlage vergessen hatte). Jetzt kämpfen ich und meine Eltern also um die Kostenübernahme und im Moment sieht es einfach scheisse aus. 6.600€ können wir nicht einfach ausgeben, woher das Geld nehmen, wenn nicht stehlen? *seufz*

    Nunja, zurück zu meiner Sprache: Weil ich mich nicht damit zufrieden geben will, dass meine Klausurnoten schlechter ausfallen, weil ich nicht gut formulieren kann, bin ich heute zu einer "Ausländerberatung" gegangen. Ja, ich weiß, ich bin keine Ausländerin, aber eigentlich habe ich ja das gleiche Problem wie sie: Die Sprache. Also hab ich gehofft, dass sie mir irgendwie helfen würden. Nach einer E-Mail letzte Woche, erhielt ich am Montag die Antwort, dass ich doch heute zu einem Gespräch vorbei kommen solle. Gut, ich freute mich, ich ging früher aus der Vorlesung raus um pünktlich zu erscheinen... Als ich dann da ankam, hab ich sofort einen "seltsamen" Blick einfangen dürfen. Ich wusste direkt am Anfang, dass dieses Gespräch ins Leere verlaufen würde und dem war auch FAST so. Sie wird mir zwar bei meinem Bericht helfen, aber ansonstens nichts. Kein Sprachtraining, kein gar nichts. Lediglich die Aussage, dass ich doch einfach mehr Bücher lesen solle, bekam ich zu hören. Hallo?! Ich lese wöchentlich in mind. 3 Bücher. Ich bin trotzdem in Sachen Formulierung nicht gut genug. Und die MPC-Fragen verstehe ich dadurch trotzdem nicht besser...

    Es regt mich einfach nur noch auf..
    Und ich weiß nicht, an wen ich mich denn noch wenden soll?!
    Ich habe jetzt alle Möglichkeiten ausschöpfen können, was man meines Wissens hat tun können...

    Vielleicht habt ihr Tipps, wie ich meine Sprache einfach wissenschaftlicher hinkriege?! Kennt ihr Sprachprogramme? Kommt mir nicht mit lesen, ich lese genügend und es wird trotzdem nicht besser...

    Und ja, ich klinge hier auch wieder sprachlich top. Aber die Alltagssprache ist einfach eine andere Sprache als die Fachsprache bzw die Wissenschaftssprache!

    Sorry, für den ganzen Chaos, aber ich bin einfach nur frustriert und musste das mal raus lassen.

    Drache

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 23:08 -----------

    edit: Ich war heute sogar so weit, dass mir die Tränen während dem Gespräch mit der Frau in die Augen stiegen und als ich dann aus dem Gespräch draussen war, am heulen war... Es belastet mich viel mehr, als ich es überhaupt gedacht habe. Und das will ich nicht zulassen. Ich will da was tun, um einen Teil der Last von mir wieder abzuschütteln. Ich heule selten, um das mal anzumerken...
     
    #1
    Drachengirlie, 5 November 2009
  2. User 42876
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    Hallo, das klingt wirklich nach frustierendem Ärger :kopfschue

    Habt ihr euch schon Mal Rat suchend an eine Organisation wie den VDK oder sonstige Wohlfahrtsverbände gewandt?
    Die haben da eigentlich genug Erfahrung wie man mit widerspenstigen Ämtern/Behörden/Organisationen umgehen muss und könnten vielleicht auch dir helfen.

    Mehr fällt mir auf Anhieb leider auch nicht ein, aber ich hoffe und drücke die Daumen, dass du bald eine Lösung findest!
     
    #2
    User 42876, 5 November 2009
  3. Drachengirlie
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    Ja, wir haben uns schon an den Förderverband für Hörbehinderte gewandt. Und die meinte auch, dass das schwierig wird und so. Aber sie gaben Tipps und kämpfen mit uns gemeinsam und diese Anlage. Dennoch sieht es im Moment nicht rosig aus... :frown:
     
    #3
    Drachengirlie, 5 November 2009
  4. User 42876
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    Ich hab noch ein bißchen im Netz recherchiert. Vielleicht lohnt es sich eine Anfrage bei dieser Stiftung zu stellen?
     
    #4
    User 42876, 5 November 2009
  5. brainforce
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    eben weil es nicht rosig ausschaut ist es wichtig sich jeden Strohhalm zu ergreifen der einem evtl. weiterhelfen könnte dazu zählen z.B. evtl. auch das VDK - evtl. gibts bei irgendeiner Organisation eine Person die sich tatsächlich in die Sache "reinkniet"! Oft ist es am Besten an genau so eine Person/Organisation zu geraten.
    ...hmm das hat dir nicht weitergeholfen. Aber wenn dir die Sache wirklich wichtig ist könntest du auch hier nochmal ansetzen - manchen Leuten muss man erst auf die Nerven gehen bevor sie mal ihren "Arsch" hochbekommen!
     
    #5
    brainforce, 5 November 2009
  6. aiks
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    Ich weiss ja nicht wie das an deiner Uni ist, aber bei uns gibt es fakultätsübergreifende Kurse für wissenschaftliches Schreiben. Und wenn es die bei euch nicht gibt, wird es sicher in der Hauptbibliothek Bücher darüber geben. In solchen Büchern gibts zwar viel Blabla aber auch sehr wertvolle Tipps.
    Ich hab das Problem auch in meinen ersten Semestern extrem gehabt - und da ich Germanistik studiere hab ich das ganz ganz schnell lernen müssen, weil die mir immer die Hölle heiß gemacht haben.

    Also ich hab halt geübt geübt geübt und am besten immer auch in die Sprechstunde der Professoren nach einer Prüfung gehen. Die erklären die was sie genau an den Formulierungen gestört haben und geben manchmal auch noch wertvolle Tipps.

    Eine Professorin hat mir z.B. den Tipp gegeben eine Termini-Liste zu führen -> also immer wenn du Fachliteratur liest und es eine besonders gefinkelte Formulierung gibt und einen sehr guten Ausdruck, das man sich den rausschreibt. Anschließend kannst du auch noch ein Exzerpt von dem Text machen, in dem du die Ausdrücke einbaust.
    Bei mir haut das zumindest sehr gut hin -> man lernt dadurch den Inhalt sehr gut und es ist auch eine gute Vorbereitung für Arbeiten.
     
    #6
    aiks, 5 November 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 2
  7. ThirdKing
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    Okey, kenn ich aus eigener Erfahrung.

    schonmal über eine Behandlung nachgedacht? Ich hatte früher das Problem, dass ich kein "Sp" aussprechen konnte und das immer durch ein "t" ersetzt habe. Hab also "tielen" anstat "speielen" gesagt... und zusätzlich noch extrem gelisbelt.
    Mein Kinderartzt hat dann gesagt, dass das wahrscheinlich irgendwie am Gehöhr liegt. Hab dann als Maßnahme eine Sprachtherapie bekommen. Meine Aussprahce ist heute absolut fehlerfrei.
    Wenn du gegen dir Ursache nichts tun kann, versuch mal die Symptome zu bekämpfen. I.d.R. Zahlt sowas auch die Krankenkasse.

    Sowas darfst du dir nicht einfach so gefallen lassen. Die Krankenjasse will niemals irgendwas übernehmen. Lass deine Ansprüche prüfen und dann leg denen die Rechung vor. Wenn du Anspruch darauf hast, müssen die auch zahlen.

    Als Student bist du kein Auszubildender und kein Schüler. Du bist Student.
    Aber das ändert nichts an deinen Ansprüchen. Lass dich vom Verband beraten und leg deiner Krankenkasse eine Zahlungsaufforderung vor. Keine Anfrage- eine Aufforderung.

    Die Ausländerberatung ist für dich nicht zuständig. Eine Sprachtherapie bzz Sprachtraining läuft über die Kranekenkasse. Sowas müssen die auch zahlen.

    Gehts di um die Aussprache oder die Wotwahl. Ich habs jezt so verstanden, dass es dir, wegen deinem Höhrfehler, eher um die Aussprache geht... wobei "wissenschaftlich" eher am Vokabular festzumachen ist.

    Wie wärs mit laut lesen? Wobei, wenns richtung lesen geht, ich wieder den Eindruck kriegem dass das ganze nichts mit deinem Höhrfehler zu tun hat.

    Auch wenn dus jetzt nicht höhren willst: Lies wissenschaftliche Literatur. Es gibt Zeischriften, die sich nur mit neuen Publikationen deines Fachbereichs beschäftigen. Die kannst du dir normalerweise inner Unibibliothek leihen, brauchst sie also nicht selber kaufen. Lies die und guck dir beim Sprachstil nen bisschen was ab.

    ThirdKing
     
    #7
    ThirdKing, 5 November 2009
  8. User 505
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    Bist du dir sicher, das das Problem bei deiner Hörbehinderung liegt? Im Alltag schreibst du ja "normal", man merkt dir die Behinderung nicht an. Was dir schwer fällt ist die "Fachsprache", von der du aber momentan genau so viel zu hören scheinst wie deine Kommilitonen. Ich sehe da nicht zwingend die Verbindung zu deiner Hörbehinderung.


    Zur FM-Anlage: Erkundige dich, ob dir ein Ersatz zusteht, ein Gebärdendolmetscher eventuell. Die Krankenkasse muss ja Gründe für die Ablehnung nennen, also muss sie entweder eine Alternative bieten oder der Meinung sein, du würdest das Gerät nicht brauchen. Durch das CI kannst du ja bis zu einem gewissen Grad hören, trägst du es denn schon so lange, dass es perfekt eingestellt ist? Gibt es die Möglichkeit ohne die Anlage auszukommen? Eventuell indem du dich ganz nach vorn setzt und / oder den Prof drum bittest lauter bzw. mehr in eure Richtung zu sprechen? Vielleicht gehts auch mit normalen Kopfhören? Eine meiner Schülerinnen hatte ein normales Headset, der Lehrer hat ein Mikro getragen. Allerdings war sie nur sehr schwerhörig, nicht taub.
     
    #8
    User 505, 6 November 2009
  9. brainforce
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    nicht angegeben
    Ich sehe hier auch zwei voneiander unabhängige Probleme!

    1. die fehlende "Fachsprache" oder der "schwache" Ausdruck hat in dem Fall wohl wenig mit der Hörbehinderung zu tun - hier schreibst du ja auch sehr verständlich - allerdings ist "Fachvokabular" etwas "gehobener" als "private Briefe" - sicher gibt es einige Studenten denen der Unterschied schwerfällt...

    2. das zweite Problem scheint dieses FM-Gerät... scheinbar kannst du eines "leihen" aber ohne bist du aufgeschmissen - hier musst du wirklich schnell handeln und hartnäckig sein...
     
    #9
    brainforce, 6 November 2009
  10. GreenEyedSoul
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    Du schriebst zwar in deinem Beitrag, dass du es nicht hören möchtest, aber ich kann der Tante aus der Ausländerberatung nur zustimmen: Lesen, lesen, lesen.

    Es geht um eine wissenschaftliche Ausdrucksweise und dass man die nicht von vornherein beherrscht ist überhaupt nicht schlimm. Den einen liegt es mehr, den anderen weniger. In der Regel gibt es dafür aber Kurse an den Hochschulen. Bei mir gibt es z.B. unter anderem eine Schreibberatung. Vielleicht habt ihr das auch?

    Vielleicht hilft es dir auch, Zuhause ein bisschen mit Worten zu spielen. Du machst dir ja sicherlich Notizen zu Texten und könntest dann einfach mal bei Wörtern, die dir zu umgangssprachlich erscheinen, nach Synonymen suchen (Es gibt Synonym-Wörterbücher). Das mache ich auch immer, wenn ich Hausarbeiten schreibe und dadurch klingen so manche Sätze gleich viel besser.

    Ich denke auch, dass das nicht unbedingt etwas mit deiner Hörbehinderung zutun hat, sondern viel mehr eine Sache der Übung ist.
     
    #10
    GreenEyedSoul, 6 November 2009
  11. brainforce
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    nicht angegeben
    Irgendwie ist es halt auch eine "Talentsache" und der Tipp "lesen, lesen, lesen" ist nicht immer der Weisheit letzer Schluss...
    Off-Topic:

    Hatte mal einen Klassenkameraden der schlechte Aufsätze schriebt - der hat sich reingekniet, Bücher gelesen, zig Std. investiert und trotzdem war er "schlechter" als manch anderer der kaum was getan hat...
     
    #11
    brainforce, 6 November 2009
  12. Drachengirlie
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    Was ist denn das VDK? Hmmm... grad gesehen, ein Sozialverband. Werd ich mir morgen mal genauer anschauen, jetzt bin ich zu müde um herauszufinden, was die genau sind! ^^

    Ja, ich werd die wohl nochmal alle anschreiben, aber ich werde nicht schon wieder meine Zeit verschwenden und auf Beratungsgespräche gehen, wo am Ende nur wieder rauskommt, dass eben nichts rauskommt! :rolleyes:

    Bei uns gibt es keine fächerübergreifende Kurse, außer eben jetzt dieses Seminar, wo ich das eine Bericht anfertigen muss. Wir führen eine Untersuchung durch und müssen dann alleine 15 Seiten einen Bericht verfassen, was auch als Vorbereitung für die Bachelor-Arbeit dient. Aber dieser eine Bericht wird halt auch benotet und ich will da ne gute Note kriege und nicht schon wieder an meinen mangelnden Sprachkenntnissen scheitern.

    Sorry, aber ich kann normal sprechen und meine Aussprache hat ja auch nichts mit den Klausuren zu tun! ^^ Mir geht es um die Formulierungen schriftlicherseits!

    Ja, wir geben ja auch mit der Krankenkasse nicht auf und werden auch so schnell nicht aufgeben. Kämpfen tun wir schon seit mehr als nem halben Jahr, genauer gesagt seit Januar. Bezahlen werden die Summe erst mal noch nicht, weil wir genau wissen, einmal bezahlt, hat man erst recht keine Chancen mehr.

    Sorry, aber ich lese doch schon jede Woche in drei verschiedenen Büchern, die sich mit meinem Fach beschäftigen und dementsprechend wissenschaftlich formuliert sind. Wieviel soll ich denn noch lesen um meine Sprache zu verbessern! :ratlos: Wie gesagt, lesen alleine reicht nicht.

    Ja, ich bin mir sicher, dass das an meiner Hörbehinderung liegt, weil das in der Hörbehindertenwelt ein weit verbreitetes Problem ist. Nur weil ich im Alltag gut schreibe, heißt das noch lange nicht, dass ich das auch in der Fachliteratur kann.

    Mir geht es hier nicht um Fachbegriffe, die man drauf haben muss, wenn man ein bestimmtes Fach studiert. Als in diesem Fall nicht um psychologische Fachbegriffe. Da ist mir schon klar, dass ich da genauso gut wie die anderen lernen muss.

    Mir geht es um die "Fachsprache", die ihr wahrscheinlich gar nicht als solches nennt! ^^ Einfach die gehobenere Sprache...

    Sorry, ich bin hörbehindert, und da reicht es nicht einfach, irgendwie das CI "perfekt" einzustellen. Man kann ein Hörgerät/CI niemals perfekt einstellen! Und ich habe schon eine sehr gute Einstellung und bin trotzdem eingeschränkt. Nicht umsonst bin ich "behindert"! Wäre ich nicht behindert und wäre ich nicht eingeschränkt, würde ich auch keine Hilfe suchen, oder? :zwinker: Ich trage mein CI im übrigen schon 11 Jahre!

    Ja, mir ist klar, dass ich hier sehr verständlich schreibe, aber ich nutze hier ja auch kein Fachvokabular, oder? :zwinker:

    Wie gesagt, lesen lesen lesen, bringt bei mir nichts. Ich lese eh schon viel und ich bin trotzdem nicht besser, da weiß ich nicht, wieviel ich da noch lesen soll in euren Augen, damit ich besser werden soll?! :ratlos: Lesen bringt nichts, ich brauch einen Kurs und den krieg ich nicht, sondern nur die Ausländer, was ich im übrigen total scheisse finde! An meiner Uni kriegen die Ausländer so viel Unterstützung und ich, als deutsche Behinderte, gar keine bis null. Ich bin nicht gegen Ausländer, ich verstehe auch warum die Unterstützung brauchen, aber warum kriege ich keine??

    Es hat was mit meiner Hörbehinderung zu tun, aber auch mir ist klar, dass ich da mit guter Übung auch besser werde. Die Frage ist: Wie?? Hier wird mir ja nicht geholfen, Bücher lesen bringt mir nichts, also wie soll ich jetzt noch besser werden? Das ist der Punkt, woran ich verzweifle.

    Meinst du mit Synonym-Wörterbücher Fremdwörterbücher?
     
    #12
    Drachengirlie, 6 November 2009
  13. brainforce
    brainforce (33)
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    nicht angegeben
    ohne dir nahetreten zu wollen so verwundert es mich doch das du Verbände wie den VDK nicht kennst.:ratlos: Wenn du dich eingehend mit deinen Rechten beschäftigst bzw. darum kämpfst stolperst du doch automatisch da drüber?
    hmm du warst einmal vor einem Jahr dort - wenn einem etwas wirklich wichtig ist muss man sich manchmal eben auch reinknien! Auch wenn es am Ende teilweise evtl. verschwendete Zeit ist - "ohne Fleiß kein Preis"...
     
    #13
    brainforce, 6 November 2009
  14. GreenEyedSoul
    0
    Nein, Synonyme sind Wörter mit gleicher/ähnlicher Bedeutung.
    Z.B. bei dem Wort "wichtig": bedeutungsvoll, belangvoll, bedeutsam, gewichtig, wesentlich, essenziell, substanziell, relevant, signifikant.
    Online Synonym-Wörterbuch | Synonyme (Thesaurus), Fremdwörter und Antonyme (Gegenteile)
    Mir bringt das viel, vielleicht hilft es dir auch.


    Und ich glaube trotzdem, dass es an deiner Hochschule auch Kurse für dich gibt. Ob es extra Kurse für Hörgeschädigte gibt, weiß ich nicht, und bezweifle ich auch. Aber es werden bestimmt Sprachtrainings angeboten.
    Dass du dafür keinen Schein erwerben kannst ist schon klar. Aber es gibt nicht nur das Angebot im Vorlesungsverzeichnis.
    Bei uns werden solche Kurse von einem Kompetenzzentrum und der Bibliothek angeboten.

    Vielleicht fragst du auch einfach mal in einem anderen Fachbereich nach (Sozialwissenschaften, Germanistik), ob es dort Kurse zum wissenschaftlichen Arbeiten gibt. Denn Studenten dieser Studiengänge schreiben ständig Hausarbeiten und müssen das lernen. Da gibt es mit Sicherheit Unterstützung.
     
    #14
    GreenEyedSoul, 6 November 2009
  15. User 29290
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    Wissenschaftliche Ausdrucksweise hat aber an sich nichts damit zu tun, wie gut man hoeren kann. Die Ausdrucksweise lernt man in der Regel durch's Lesen und lesen kannst du doch nicht schlechter als jemand, der nicht hoerbehindert ist, oder irre ich mich da? Ich verstehe schon, dass du mit der wissenschaftlichen Ausdrucksweise Probleme haben kannst, aber das faellt auch vielen Studierenden schwer, die nicht hoerbehindert sind. Wenn meine Studis damit Probleme haben, sage ich ihnen, sie sollen viele Artikel und Fachliteratur lesen, um sich an- und abzuschauen wie man das macht. Vorlesungen sind ja oft auch allgemeinsprachlicher als es die wissenschaftlichen Arbeiten sein muessen.
     
    #15
    User 29290, 6 November 2009
  16. brainforce
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    nicht angegeben
    ich kannst trotzdem nicht nachvollziehen das du deine Hörbehinderung für deine "fehlende schriftliche Fachsprache" verantwortlich machst?

    Du hörst doch "normale Sprache" genauso gut/schlecht wie "Fachsprache". Lesen tust du auch beides gleichermaßen sowohl "normale Bücher" als auch "Fachbücher"...

    Nur im schreiben tust du dir offenbar bei "normaler Schreibweise" leicht und bei "Fachsprache" schwer!

    Jetzt frag ich mich natürlich warum du deine Hörbehinderung dafür verantwortlich machst - zumal du doch momentan einen FM hast und somit alles "gut" hören kannst?

    Ist echt nicht böse gemeint aber irgendwie fehlt mir hier das Verständnis für dich bzw. dafür das du (zumindest meiner Meinung nach) das Problem auf deine Behinderung "schiebst".:ashamed:
     
    #16
    brainforce, 6 November 2009
  17. Drachengirlie
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    Ehrlich gesagt kümmern sich meine Eltern um die FM-Anlage, weil halt alles telefonisch abläuft und ich nicht telefonieren kann. Es kann also sein, dass da schon was von VDK kam, aber ich hab da keine Ahnung, sorry. Ich kann nur Mails an meine Uni schreiben und die verweisen mich immer wieder auf das Sozialamt. Die Asta hat keine Ahnung, also lass ich meine Uni jetzt einfach aus dem Spiel. Meine Mutter telefoniert schon rum wie bekloppt, da kann ich eigentlich nicht mehr viel tun.

    Danke für den Tipp @ Green, werde mir das Teil mal zu Herzen nehmen, weil genau da auch oft Probleme bei mir sind.

    Ihr könnt noch so oft eure Verwunderung aussprechen, es hat auch was mit der Hörbehinderung zu tun, dass man da nicht so gut ist. Das ist genauso wie in Englisch, wir sind auch im Schnitt sehr viel schlechter in Englisch, auch wenn wir von Anfang Englisch in der Schule hatten. Es HAT was mit dem Hören zu tun!
     
    #17
    Drachengirlie, 6 November 2009
  18. User 20579
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    Hm, also ich würde auch sagen, dass man Fachsprache unabhängig lernen muss - auch wenn es dir vielleicht schwerer fällt. Und zwar nicht nur durch Lesen, sondern vor allen Dingen durch Verwenden. Es hilft dir nichts, wenn du nur liest - du denkst dann, ja, alles klar, verstanden, gute Formulierung - und *zack*, weg ist sie.

    Was da mir geholfen hat, ist Schreiben. Schnapp dir deine alten Klausuren und versuche, die Antworten mit den Lehrbüchern neu zu verfassen. Versuche, gezielt diese Formulierungen einzusetzen, damit sie dir geläufig werden. Versuche, Systeme und Aufbauschemate zu basteln und dort gezielt diese Formulierungen einzubauen. Tabellen, Mindmaps, Übungsklausuren.

    Wenn du nette Komilitionen hast, lass dir ihre Klausren geben und lese, wo die Unterschiede sind. Lass sie vielleicht auch mal deine Klausuren Korrektur lesen. Schreib Sachen am Computer und suche Synonyme.

    Meines Erachtens hilft es nicht, nur zu lesen- man muss diese Sprache auch aktiv verwenden. Wenn es möglich ist, mach eine Lerngruppe auf und erklärt es auch gegenseitig (sofern das bei dir möglich ist) - wenn du keine Lerngruppe findest, dann sag es dir selber laut auf (sofern das geht - wenn nicht, dann weiter schreiben).

    Bei mir hat es letztlich nur so geholfen - schreiben, notieren, Listen machen - Mindmaps, Poster an der Wand. Gezielt MIT der Fachsprache. Mach dir auch Karteikarten und lerne die Formulierungen, die da drauf sind - nicht die, die du aus dem Hausgebrauch verwenden würdest. Eben auch mal auswendig lernen, wenn es sein muss - eine ausländische Freundin von mir macht das so, damit es im Zweifel auch schneller geht und man einen gutgeformten Satz hat. Ich würde auch bestimmte Einleitungen lernen, bestimmtes Vokabular, damit man "Satzgerüste" hat, die man im Zweifel fachlich füllen kann.

    Ich denke, dass es so klappen sollte.
     
    #18
    User 20579, 6 November 2009
  19. brainforce
    brainforce (33)
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    nicht angegeben
    und warum bist du dann in "normaler Sprache" bzw. "Schrift" genauso gut/schlecht wie jeder Nichthörbehinderte?

    Wie gesagt ich will keine Rechtfertigung - aber mir geht deine Begründung einfach nicht schlüssig in den Kopf.:ratlos:
     
    #19
    brainforce, 6 November 2009
  20. Drachengirlie
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    vergeben und glücklich
    Es ist halt so, wenn ich "live" ein Fremdwort höre, also zum Beispiel in einer Vorlesung, dann kenne ich die Bedeutung nicht. Oftmals kann ich auch nicht richtig entziffern, was er jetzt genau gesagt hat. Ich verstehe also nur die Hälfte des Fremdwortes und so kann ich auch nicht wirklich lernen.

    Wieso darf ich es nicht auf meine Behinderung schieben, wenn es wirklich so ist?
    Nur weil ich hören kann, heißt das nicht, dass ich genauso gut höre wie ihr und das bei mir die Prozesse genauso ablaufen wie bei euch. Ich brauche in allem länger als ihr. Ich verstehe nicht alles auf Anhieb, auch wenn ich die FM-Anlage besitze kompiniere ich mir Sätze öfters mal aus reiner Logik zusammen. Wenn dann ein Wort auftaucht, dass ich nicht kenne, dann ist das, als ob eine andere Sprache gesprochen wird.

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 01:20 -----------

    Weil ich hörend auf die Welt gekommen bin und tja - keine Ahnung... Meine Lehrer haben das darauf zurückgeführt, dass ich zu Beginn noch gehört habe, allerdings war ich mit 2 1/2 Jahren schon langsam ertaubt und mit 6 vollkommen taub. Also keine Ahnung,wieso ich das so gut kann. Aber ich würde sagen, es liegt hier dann wirklich an den Büchern, ich habe früher wie heute viel gelesen und mich früher sehr bemüht gut Deutsch zu können. Ich bin in einer deutschsprachigen Familie aufgewachsen und so kommt dann alles zusammen. Das Fachvokabular hingegen hörst du aber nicht im Alltag, sondern liest du nur in Büchern oder ab und zu mal in den Vorlesungen/Seminaren, wobei da ja auch wieder mehr die Alltagssprache angewendet wird.

    Aber heute hilft es mir nicht mehr, einfach nur Fachliteratur zu lesen. Natürlich lerne ich nebenbei auch. Aber ich muss es auch aktiv lernen, das heißt schreiben und so... In nem Kurs oder so was und dazu brauche ich Tipps. @Hexe13, danke für deine Tipps.
    Aber was die Klausuren angeht: Die kann ich nicht wieder nehmen oder von anderen Kommis einsammeln, die sind unter Verschluss und ich kann die nur noch bei der Klausureinsicht einmal sehen.
     
    #20
    Drachengirlie, 6 November 2009

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