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Meiner Tochter wurde heute das Leben gerettet.

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Poly-Esther, 9 Mai 2007.

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  1. Poly-Esther
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    Hallo Forum,

    ich erwarte nicht, dass das jemand liest, aber ich muss einfach mal irgendwo meine Gefühle niederschreiben, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

    Meine jüngste Tochter (7) ist vor drei Tagen auf der Straße mit einem rüpelhaften Radfahrer zusammengestoßen. Außer ein paar Schrammen schien erstmal nichts passiert zu sein. Der Radfahrer jedenfalls hat sie einfach liegen gelassen und ist abgehauen. Sie kam nach Hause und erzählte nur, sie habe irgendwas in den Bauch bekommen und daher auch Bauchweh, aber es sei auszuhalten und ginge wohl wieder vorbei. Ich habe ihre Schrammen verarztet, sie hat sich auf das Sofa gepackt und gut.

    Vorgestern ging es ihr eigentlich recht gut, gestern klagte sie dann wieder über Bauchweh. Dann gingen sie wieder weg, so dass sich auch ziemlich vergnügt war und sogar mittags noch gekocht hat, heute morgen hatte sie Bauchkrämpfe und konnte kaum gerade sitzen, hat auch mehrfach gespuckt. Ich habe beim Kinderarzt angerufen, der wollte zwischen 14 und 15 Uhr mal vorbeikommen.

    Um 13 Uhr sah sie im Gesicht aus wie eine Leiche, musste sich wieder übergeben, es roch sehr unangenehm, kalter Schweiß und sie krümmte sich vor Schmerzen. Ich habe sie ins Auto verfrachtet und bin mit ihr ins nächste Krankenhaus gefahren. Erst mussten wir warten, aber als sie dann nochmal spucken musste, kamen wir sofort dran.

    Man hat sie abgehorcht und abgetastet, dann sollte eine Darmspiegelung gemacht werden. Ich habe Null Ahnung davon, wurde rausgebeten, musste unterschreiben, so, und dann saß ich auf dem Flur und dachte nur: Hoffentlich hat mein kleiner Wurm das bald hinter sich. Aber glücklicherweise schlief sie ja und bekam nichts mit.

    Dann kam eine Schwester raus und ging in das Zimmer nebenan, kam sofort mit einem Arzt wieder raus, der sie zu meiner Tochter begleitete. Ich dachte nur: 2 Ärzte? Oh jee, entweder was schlimmes oder nichts eindeutiges. Und dann steppte der Bär. Erst kam eine Schwester im Laufschritt, dann kamen zwei Pfleger, die einen Wagen mit allen möglichen Koffern drauf dort hinein schoben, dann kam eine Ärztin im Laufschritt den Flur runtergelaufen mit wehendem Kittel, alle wollten zu meiner Tochter rein. Ich saß wie gelähmt auf meinem Stuhl. Ein, zwei Minuten vergingen, dann ging erneut die Flurtür auf und ein weiterer Arzt kam im Laufschritt auf seinen Birkenstockschuhen den Gang entlang. Im Vorbeilaufen sah ich nur das Namensschild: Professor Sowieso. Wir sind Kassenpatienten... Und als er in das Zimmer ging, wagte ich einen Blick um die Ecke. Alles grell erleuchtet, drei Leute standen in der Ecke und guckten nur, drei Infusionen baumelten herum, über dem Gesicht hatte sie eine Sauerstoffmaske, auf der Erde lag jede Menge blutverschmierter Zellstoff und Verpackungen von allem möglichen. Es sah aus als hätte eine Bombe eingeschlagen. Eine Schwester kam raus mit einigen Ampullen voll Blut und brachte sie im Laufschritt weg, der erste Arzt kam schweißgebadet raus, Hemd blutverschmiert, ging nur an mir vorbei, ich fragte ihn, was denn los ist, und er meinte nur: "Warten Sie, Ihre Tochter ist in guten Händen." Dann ging er weg.

    Es dauerte und dauerte, dann ging wieder diese automatische Flurtür auf und die Frau von der Information kam mit zwei Sanitätern, die eine Trage schoben, im zügigen Schritt bis zu dem Zimmer. Einer der beiden klopfte an der Tür, wo meine Tochter drin lag. "Rettungsdienst" stand auf seiner Jacke, ich stand auf und wollte mit rein, sehen, was mit meiner Tochter ist. Was sollte der ganze Aufriss und wieso holen die einen Rettungswagen? Drinnen fing meine Tochter an zu schreien wie am Spieß. Als der Sanitäter die Tür aufmachte, lagen drei Leute auf meiner Tochter und hielten sie fest, während der Professor ihr einen durchsichtigen Plastikschlauch, eine Nasensonde, durch die Nase einführte und immer nur "Schlucken, schlucken, schlucken" rief. Neben ihr ein Plastikeimer, in den sofort eine eklige braune Flüssigkeit ablief, als die Sonde weit genug drin steckte. Mir wurde ganz anders. Der Sanitäter machte die Tür wieder zu und fragte mich, ob ich die Mutter sei. "Das sieht ganz gut aus", meinte er. Ich fragte ihn, ob er wegen meiner Tochter gekommen sei und er meinte: "Ja, sie soll verlegt werden in ein Kinderkrankenhaus. Mehr weiß ich auch nicht. Der Notarzt kommt aber gleich auch noch."

    "Der Notarzt?" - "Ja, es soll während der Fahrt ein Arzt dabei sein." Kaum hatte er den Satz beendet, kam eine Frau in schwarzen Springerstiefeln, roter Hose mit reflektierenden Streifen und weißem Poloshirt durch die Flurtür. Braungebrannt, langer Bauernzopf, ungeschminkt. Sie sah, dass ich mich mit dem Sanitäter unterhielt, sie kam sofort auf mich zu, gab mir die Hand, stellte sich vor und fragte, ob ich die Mutter sei. Ich musste zu heulen anfangen, sie legte die Hand auf meine Schulter und setzte sich mit mir hin, für einen Moment dachte ich, ob sie für mich oder für meine Tochter gekommen war. Dann sagte sie, sie würde mal schauen, wie es meiner Tochter jetzt ginge und wann wir losfahren können.

    In dem Moment ging die Tür auf und der Professor kam raus, gab mir die Hand und erklärte mir, dass bei dem Unfall bei meiner Tochter der Darm verletzt worden wäre und sich Darminhalt in die Bauchhöhle ergossen hätte. Dadurch wäre es zu einer Blutvergiftung gekommen und zu einer Anschwellung anderer Darm-Abschnitte, so dass der Darm komplett zugeschwollen sei. Dadurch hätte sie auch die Schmerzen und das Erbrechen gehabt. Man habe ihr jetzt eine Sonde gelegt, damit alles, was noch an Brei und Flüssigkeit im Verdauungstrakt ist, ablaufen kann. Sie sei bei Bewusstsein, aber ihr Zustand sei sehr kritisch. Man würde sie sofort in eine Kinderklinik verlegen, weil die die besseren Möglichkeiten hätten. Sie müsste sofort operiert werden und vermutlich auch zwei oder drei Blutkonserven bekommen. Auf dem Weg dorthin würde sich die Notärztin um sie kümmern, damit sie die ganze Zeit unter ärztlicher Aufsicht sei. Die Kinderklinik sei informiert, man erwarte meine Tochter. In 5 Minuten seien die Papiere fertig, dann können wir losfahren, ich dürfte im Rettungswagen mitfahren. Ich wollte nur zu meiner Tochter und der Professor meinte: "Geben Sie den Schwestern zwei Minuten zum Aufräumen, dann dürfen Sie rein."

    Dann durfte ich rein, die Notärztin kam mit, meine Tochter grinste mich an, mit Schlauch in der Nase, und sagte: "Mach Dir keine Sorgen, Mama, mir geht es schon wieder besser. Die Bauchschmerzen sind weg. Aber ich soll mit einem Krankenwagen in ein anderes Krankenhaus gebracht werden, weil ich noch ein Kind bin und das hier ein Krankenhaus für Erwachsene ist. Wusstest Du das nicht?" Am liebsten hätte ich sie umarmt. Ich hatte einfach das nächste Krankenhaus genommen. War das ein Fehler? Die Notärztin gab meiner Tochter die Hand und erklärte ihr, dass sie gleich mit ihr mitfährt. Dann wurde die Trage reingefahren und meine Tochter musste sich rüberlegen und irgendwie schien es mir, als wenn sie das alles mehr spannend als schlimm fand. Vielleicht hat man ihr aber auch irgendwas gegeben, was sie beruhigt, ich weiß es nicht.

    Wir gingen zum Krankenwagen. Ich sollte mich vorne hinsetzen, hinten durfte ich nicht, aber ich könne durch ein Fenster die ganze Zeit meine Tochter sehen und auch mit ihr reden. Meine Tochter wurde eingeladen und ich musste unbedingt die Ärztin ansprechen und ihr sagen, dass sie unbedingt gut auf meine Tochter aufpassen muss. Mir ging es so scheiße in dem Moment, dass ich erstmal zu heulen angefangen hab. Die streichelte nur meinen Arm und sagte: "Ich habe zwar schon fünf Kinder zu Hause, aber ich verspreche Ihnen, ich passe auf Ihre Tochter auf, als wäre es mein sechstes."

    Da musste ich richtig anfangen zu heulen. Ich saß auf dem Beifahrersitz, meine Tochter lag hinten drin und machte die Augen zu. Dann wurden die ganzen Infusionen, die man ihr beim Transport auf den Bauch gelegt hat, angehängt, dann sagte die Notärztin: "So, Abflug. Und gib mir mal das Handy nach hinten." Der Rettungswagen wendete in der Einfahrt und erst jetzt sah ich einen Kleinbus, der auf der Rampe bereits auf uns wartete. Mit dem war offenbar die Notärztin gekommen und der Rettungswagen parallel dazu. Als wir vom Gelände fuhren, recht langsam, telefonierte die Notärztin und ich konnte nur verstehen, dass sie die Blutgruppe durchgab und endlose Fachausdrücke. Dann fuhren wir vom Krankenhausgelände und der Kleinbus vor uns schaltete sein Blaulicht ein. Auch wir fuhren mit Blaulicht, wie ich in den Scheiben, in denen sich das im Vorbeifahren spiegelte, sehen konnte. Ich musste erst recht heulen, denn es musste ihr ja sehr schlecht gehen, wenn man sogar mit Blaulicht fährt.

    Und dann kam ich ins Grübeln, aber im wesentlichen über eine Sache: Wenn ich mir den Berufsverkehr in der Großstand anschaue, wie idiotisch und egoistisch die meisten Leute fahren, es kann einem nur schlecht werden. Jeder ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, kaum einer lässt dem anderen mal Vortritt. Aber in einem Punkt gibt es dann doch noch eine Ausnahme. Dieser Notarzt-Kleinbus fuhr in gewissem Abstand vorweg und fegte quasi die Straßen frei. Die dicksten Bonzen fuhren ihre Luxuskarren vor den roten Ampeln links und rechts die Bordsteine hoch, damit meine Tochter, der es nun wirklich dreckig ging, "sehr kritisch" hatte der Professor gesagt, schnellstmöglich geholfen werden konnte. Alle fuhren beiseite, Fußgänger blieben an ihren grünen Ampeln stehen, Busse und Lastwagen hielten an, nur, um meine Tochter durchzulassen. Letztlich fuhren wir nicht schneller als 50, aber weil wir überall sofort durchkamen und nirgendwo warten mussten, waren wir sehr schnell.

    Knapp 15 Kilometer mussten wir fahren. Ich wagte einen Blick nach hinten, irgendein Gefühl sagte mir, dass ich nach meiner schlafenden Tochter gucken musste. In dem Moment sagte die Ärztin von hinten: "Fahr mal ein bißchen zügiger, bitte." Ich fragte sofort: "Ist irgendwas mit ihr?" Die Notärztin sah nicht glücklich aus und antwortete: "Der Stress, dieses Geschaukel, macht ihr sehr zu schaffen." Aber ich hatte es im Gefühl, dass da was nicht stimmt. Keine zwei Minuten später sagte sie, er soll anhalten. Und das taten wir auch. Mitten im dicksten Berufsverkehr auf einer zweispurigen Straße blieben wir einfach stehen. Der Kleinbus kam im Rückwärtsgang zu uns zurück. Alle Autos mussten um uns rumfahren. Es entstand sofort ein Stau. Meine Tochter bekam nicht genug Sauerstoff und atmete unregelmäßig. Sie schlief, die Ärztin bat mich, wegzugucken. Ich guckte den Fahrer an. Der sagte, man würde ihr einen Schlauch in die Lunge legen, damit sie genug Sauerstoff bekommt und das ginge nur, wenn das Fahrzeug steht. Fünf Minuten später ging es weiter. Meine Tochter hatte einen Schlauch im Mund, wie im Fernsehen in billigen Krankenhausserien. Ich heulte immernoch und fing nun schon an, im Stillen zu beten, dass sie das alles überleben möge.

    Kurz darauf kamen wir im Krankenhaus an. Direkt in die Notaufnahme. Meine Tochter wurde reingeschoben, das ging alles recht zügig. Die Notärztin übergab die ganzen Papiere und mehrere Leute nahmen sie schon in Empfang. Noch während wir reingeschoben wurden, düste ein Audi Kombi mit Blaulicht heran, ein Typ in Weiß stieg aus und holte eine Kiste aus dem Kofferraum. Er ging an uns vorbei zur Schwester und sagte: "Die Konserven. Schneller ging es nicht." Aus dem Fenster sah ich an der Aufschrift auf der Fahrzeugtür, dass er aus einem Nachbarort, 35 km von hier, gekommen war. Die Schwester sagte: "Sie sind trotzdem der Erste." Ich bekam schon wieder das Heulen bei dem Gedanken dran, was der Mann gegeben haben muss, um die 35 km in der kurzen Zeit zurückzulegen. Kaum war er auf dem Rückzug, ich überlegte noch, ob ich mich bei ihm bedanken sollte, fuhr ein Streifenwagen der Polizei mit Blaulicht vor. Eine Polizistin sprang heraus und brachte ebenfalls so eine Kiste rein. Ich wäre der vor Dankbarkeit am liebsten um den Hals gefallen. Aber ich saß nur in einer Ecke, heulte und wartete.

    Nach 90 Minuten kam ein junger Arzt zu mir, fragte mich, ob ich die Mutter sei, sagte mir, er habe meine Tochter operiert und es sei alles gut verlaufen. Sie sei auf die Intensivstation verlegt worden, weil sie eng überwacht werden müsse. Ich war die ganze Zeit bei ihr, heute abend war man mit ihren Blutwerten schon wieder sehr zufrieden. Wenn alles gut geht, würde sie morgen früh wieder ansprechbar sein und den Beatmungsschlauch entfernt kriegen. Auf der Intensivstation war die Ärztin ebenfalls sehr nett und die Schwester dort auch, insgesamt möchte ich eins sagen: Heute haben insgesamt mindestens 30 Menschen sehr aufopfernd für das Leben meiner Tochter gekämpft. Hunderte haben im Straßenverkehr durch ihr sofortiges Handeln (Beiseitefahren oder Warten) dazu beigetragen, dass ihr schnell geholfen werden konnte. Kein einziger von ihnen hatte davon einen persönlichen Vorteil. Im Gegenteil.

    Ich habe heute erfahren, dass es Menschen gibt, die zwar einen Job machen wie jeder andere, die aber trotzdem für ihre tägliche Leistung meinen tiefsten Respekt und meine größte Hochachtung verdienen. Ohne diese Menschen, ohne jeden einzelnen von ihnen, wäre meine Tochter jetzt vermutlich tot.
     
    #1
    Poly-Esther, 9 Mai 2007
  2. anna2293
    anna2293 (23)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    Ersteinmal wuensche ich dir und natuerlich auch deiner Tochter sehr viel Glueck und Kraft fuer jetzt und auch spaeter. Das deine Tochter doch so gut alles ueberstanden hat zeigt das sie scheinbar einen guten Schutzengel hat.
    Ich habe zwar keine Kinder, aber ich denke ich haette genau so reagiert, bestimmt haette ich noch nicht mal so sehr die Ruhe bewart wie du es getan hast.
    Reife Leistung das du das selbst so gut ueberstanden hast, keine Sorge, deine Tochter wird schon bald wieder topfitt sein.
    Wie gesagt, viel Glueck euch beiden! :herz:
     
    #2
    anna2293, 9 Mai 2007
  3. wildchild
    wildchild (32)
    Verbringt hier viel Zeit
    865
    101
    0
    nicht angegeben
    Ich freu' mich für euch, dass letztendlich doch alles gut ausgegangen
    ist. Mach' dir jedoch keine Vorwürfe, du hast alles richtig gemacht. Bei
    solchen Vorfällen müssen sich die Nahestehenden damit abfinden,
    dass sie lediglich als Statisten in diesem Trubel da stehen und mit
    unverzüglichem Verständigen professioneller Hilfe schon längst ihren
    Dienst getan haben. Und bei einem Fahrradunfall würde niemand mit
    seinem Kind sofort einen Arzt aufsuchen, also, auch hier, mach' dir da
    keine Vorwürfe, es ist schlichtweg nicht angebracht.
     
    #3
    wildchild, 9 Mai 2007
  4. lillakuh
    lillakuh (32)
    Verbringt hier viel Zeit
    1.551
    121
    0
    Single
    krasse geschichte.
    gib deiner kleinen n bussi von mir!



    (ich bin schon seit neun jahren sehr intensiv mit meinem örtlichen krankenhaus in kontakt um "meine leiden" [dazu muß jetz ned mehr verloren werden] zu überwachen)

    sucht euch ein krankenhaus, "in dem ihr euch wohl fühlt".
     
    #4
    lillakuh, 9 Mai 2007
  5. wow :knuddel: sehr bewegende geschichte hab mich echt schwer getan das so durchzulesen, deiner tocher alles gut dir natürlich auch.

    Ich find du hast alles super gemacht und natürlich auch alle anderen beteiligten schön das man sich immernoch auf alle verlassen kann wenn es drauf ankommt :smile:
     
    #5
    DoNtKnOwWhOiAm, 9 Mai 2007
  6. tomas
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    Verheiratet
    als vater von zwei kindern ( die allerdings schon volljährig sind ) ,
    sind mir gerade die tränen der rührung ins auge geschossen.
    wenn seinem kind so etwas passiert, merkt man erst das im leben alles vergänglich sein kann.
    nichts ist selbstverständlich und normal.
    ich freue mich für dich und deine tochter, das alles für euch ein gutes ende hatte.
    ab jetzt, wirst du mit ihr zweimal im jahr geburtstag feiern.
    das mache ich seit 1 jahr auch.

    alles gute


    thomas
     
    #6
    tomas, 9 Mai 2007
  7. Jamie1987
    Jamie1987 (29)
    Benutzer gesperrt
    569
    0
    0
    vergeben und glücklich
    Wäre deine Überschrift nicht: " Heute wurde meiner Tochter das Leben gerettet gewesen" hätte ich diesen Text wahrscheinlich garnicht lesen können.

    Du hast dich gefragt ob es richtig gewesen wäre direkt zum nächsten Krankenhaus zu fahren und nicht direkt zu einer Kinderklinik. Ich hätte es genauso gemacht, vielleicht hat es deiner Tochter sogar das Leben gerettet. Da ja das eigentlich Krankenhaus noch weitere 15 km von dem anderen entfernt war.
    Und das natürlich noch mehr Zeit bis zur Erstbehandlung gewesen wäre.

    Es freut mich sehr und das schreibe ich nicht nur so sondern ist auch so, das es dir und deiner Tochter wieder und vor allem deiner Tochter wieder gut geht.

    Das sie einen Fahrradunfall hatte, ist schlimm genug aber das sie einen Fahrradunfall hatte wo der Verursacher bzw. der Fahrradfahrer einfach weitergefahren ist und es fast das Leben deiner Tochter gekostet hätte finde ich verantwortungslos.

    Ich an deiner Stelle würde Anzeige gegen Anonym erstatten, WENN nicht dass dann würde ich wenigstens zur Presse gehen und dieses schildern, damit wenn er das liest weiss dass wenn so etwas noch mal vorkommt er nicht weiterzufahren hat nur um sich damit vor den Kosten zu drücken die er dann tragen müsste.

    Ich hatte damals als ich klein war meinen Arm gebrochen gehabt, dieses geschah durch meine damalige Freundin. Meine Mutter hatte das im Krankenhaus damals geschildert gehabt und die Eltern dieser Freundin mussten die Kosten dafür tragen, ich weiss nicht ob nur vorläufig oder komplett.
    Ich weiss auch nicht ob wir damals Privat oder Kassenpatienten waren, dafür war ich auch zu jung.

    Das deine Tochter das so locker genommen hat kann ich verstehen, ich selber war einfach fasziniert gewesen von dem ganzem Licht damals, die Krankenwagen und und und das ich einfach garkeine Zeit hatte mich über Schmerzen oder was gerade passiert Gedanken zu machen.

    Das gleiche war damals bei meinem kleinen Bruder der die Treppe runter gefallen ist, da war er 5 oder so. Er hatte ein Riesen Loch was richtig Tief war auf dem Kopf und es war nur mein Vater da. Mein Vater war fix und fertig gewesen hat den Krankenwagen angerufen und rannte mit meinem kleinen Bruder dann nach draussen und dort stand ein Riesen Krankenwagen, sowas habe ich noch nie gesehen gehabt und mein kleiner Bruder schrie nur so vor Freude als er das gesehen hat. Da denkt man manchmal als erwachsender bzw. damals Jugendliche was denn da los sei? Wieso heult der nun nicht?

    Kinder nehmen das denke ich alles ein wenig lockrer. Auch ich wurde damals von einem Auto angefahren, habe meiner Mutter nichts davon erzählt weil es mir gut ging und ich keinerlei Wunden hatte, habe es aber leider mit meiner besten Freundin erlebt gehabt, die hat es ihrer Mutter erzählt und diese hat dann meine Mutter angerufen, ich weiss nur noch das meine Mutter rasend schnell mitten in der Nacht in mein Zimmer reingekommen ist und mich ausgezogen hatte und untersucht hatte, was ich alles hatte. Wobei man sagen muss das diese auch in der Pharmazie arbeitete!

    Ich denke das Kinder so alle reagieren.
    Ich finde dein Verhalten in dieser Situation einfach lobenswert und ich bin echt erstaunt. Ich weiss nicht wie ich in dieser Situation handeln würde, ich glaube ich würde mich falsch verhalten. Ich würde umkippen und bewusstlos werden vor lauter Stress und Angst um mein Kind und das wäre vollkommen falsch weil ich so auch noch zum Patienten geworden wäre. Ich habe aber keine Kinder und kann es dir also nicht mit 100% Gewissheit sagen aber ich habe vollen Respekt vor deiner Leistung und wünsche dir und vor allem deinem Kind alles alles Gute und Gute Besserung. Ich glaube das man sich nach so einem Vorfall erstmal ein wenig Ruhe gönnen sollte und glücklich sein sollte das nicht mehr passiert ist.

    Was mich wundert ist, das normalerweise die Ärzte vor Op`s ja immer Unterschriften verlangen. Möchte dir damit aber nichts unterstellen, frage mich nur ob es immer so ist oder es auch Ausnahmen gibt
     
    #7
    Jamie1987, 9 Mai 2007
  8. Nice__guy
    Verbringt hier viel Zeit
    97
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    0
    Single
    Eine wirklich herzzerreissende Geschichte... Alles Gute für Dich und deine Tochter!
     
    #8
    Nice__guy, 9 Mai 2007
  9. loveli
    Verbringt hier viel Zeit
    66
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    0
    vergeben und glücklich
    Tat Mich Schwer Die Geschichte Zu Lesen Ich Hab Selbst 2kinder (tochter 9 Jahre Und Meine Sohn 4 Jahre) Und Ich Wüsste Nicht Was Ich In Der Situation Tun Würde Man Steht Nur Hilflos Nebenan Und Kann Nichts Tun Und meistens Ist Es Für Die Kinder Nicht So Wild Und Deshalb Tut Ein Lächeln Dann Unheimlich Gut!!!

    Wünsch Euch Alles Gute Und Das Ihr Bald Wieder Glücklich Zu Hause Seit.........
     
    #9
    loveli, 9 Mai 2007
  10. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
    9.405
    248
    657
    nicht angegeben
    Die Geschichte hat mich tief bewegt - hab ja selbst zwei Kinder. Ich weiss nicht, wie ich in solchen Situationen reagieren würde, aber ich finde, Du hast alles richtig gemacht. Welches Krankenhaus es ist, ist ja erst mal völlig egal, Hauptsache man bekommt geholfen.

    Ich wünsch deiner Tochter alles Gute :knuddel:
     
    #10
    User 48403, 9 Mai 2007
  11. SottoVoce
    SottoVoce (34)
    Sehr bekannt hier
    6.476
    183
    26
    Verheiratet
    Ich sitze grad hier, hab das gelesen, und mir sind auch die Tränen gekommen... :cry:

    Ich bin auch Mutter eines 6-jährigen Rabauken. Wenn ich bedenke, wie schnell es gehen kann, dass so ein zerbrechliches Leben auf dem Spiel stehen kann, dann wird mir ganz anders...

    Mein Freund ist Rettungsassistent. Er rettet jeden Tag Leben. Für ihn ist das ganz normale Arbeit, ich glaube, ihm ist längst nicht mehr klar, wieviel den Eltern oder Angehörigen oder sogar Betroffenen das bedeutet, was er tagein, tagaus leistet... Manchmal hat er auch Kindernotfälle, das sind dann oft die Geschehenisse, die er mir dann auch erzählt, um sie zu verarbeiten. Neulich hat er einen kleinen Jungen ins Krankenhaus gefahren mit Kopfverletzung, den er reanimieren musste. Danach musste er erstmal mit meinem Kleinen telefonieren, nur um zu hören, dass es ihm gut geht, weil er auf einmal solche Angst hatte. Und er hat sich dann auch aus dem Krankenhaus Bescheid geben lassen, ob der Junge, den er abgeliefert hat, das übersteht. Er hat es überlebt, vermutlich sogar ohne größere Folgeschäden. Wir haben uns gefreut, als gings um ein bekanntes Kind, nicht um ein ganz fremdes, als das Krankenhaus angerufen hat... Besonders mein Freund ist glaub sowas von befreit gewesen, als er das gehört hatte...

    Die Rettungsdienste leisten wirklich jeden Tag viel Arbeit. Zumal ich mitbekomme, wie es meinem Freund manchmal geht - manchmal auch körperlich. Eine Nacht durchzufahren, ist wirklich hart, den Tag danach ist er reizbar, übermüdet und wirklich fertig. Und dann gibts auch noch Patienten die wirklich SCHWER sind, die muss man dann tragen - er hat oft Rückenschmerzen, die ihn halb umbringen. Und trotzdem liebt er seine Arbeit. Ich finde, man sollte diesen Menschen / diesem Berufsstand viel mehr Anerkennung zukommen lassen!!!

    Und für dich und vor allem für Deine Tochter wünsche ich alles, alles gute, und dass es ab jetzt ohne weitere Komplikationen verläuft und sie schnell wieder gesund wird und nach Hause darf!!!

    bei lebensnotwendigen Operationen nicht. Nur bei anderen. Alle OPs, die lebensrettend sind, dürfen die komplett ohne Unterschrift machen, da wäre es völlig egal, ob die Eltern einwilligen oder nicht! Wenn die OP lebensnotwendig ist, darf der Arzt alles alleine entscheiden - gerade weils ja auch oft um Minuten geht und man nicht erst noch mit widerspenstigen Eltern herumdiskutieren kann / will.
     
    #11
    SottoVoce, 9 Mai 2007
  12. ~Lady~
    ~Lady~ (30)
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    2.061
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    163
    Verheiratet
    O jeh, da kommen einem ja wirklich fast die Tränen!
    Du hast gut und schnell reagiert und ich hoffe, dass es deiner Tochter schon besser geht und auch du dich etwas erholt hast.
    Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass alles gut wird! :knuddel:
     
    #12
    ~Lady~, 9 Mai 2007
  13. NettesPaar83
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    Verlobt
    wir wünschen deiner kleinem Wurm gute besserung und das sie schnell wieder Gesund ist.

    Und dir und deiner Family wünschen wir alles gut und viel Kraft die braucht ihr jetzt.
     
    #13
    NettesPaar83, 9 Mai 2007
  14. Golden_Dawn
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Ich wünsch deiner Tocher erst mal gute Besserung :knuddel: und auch für dich und deine Familie alles Gute.
    Du brauchst wirklich nicht darüber nachzudenken, ob du deine Tochter besser gleich ins Kinderkrankenhaus gebracht hättest. In so einer Situation wäre wahrscheinlich jeder ins nächste Krankenhaus gefahren, zumal man ja auch nicht mit so etwas Schlimmen rechnen kann.
    Wenn ich so was lese, dann denk ich auch immer, was manche Menschen leisten und mit welchen im Vergleich banalen Aktivitäten ich mein Geld verdiene/ verdienen werde. Ich selbst kann kaum eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus betreten, ohne dass mir flau im Magen wird. Vor der Arbeit hab ich auch einen Heidenrespekt.
     
    #14
    Golden_Dawn, 9 Mai 2007
  15. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
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    248
    474
    vergeben und glücklich
    wow, die Geschichte ist ja wirklich herzzereißend :cry: ich hab jetzt totale Gänsehaut!

    Erstmal muss ich sagen, dass ich dir und deiner Tochter alles Gute wünsche, ihr werdet das schon gemeinsam durchstehen und schaffen! Man kann doch immer wieder sagen, dass es ohne Ärzte nicht ging und ich habe vor solchen Leuten auch riesigen Respekt, es wird soviel getan um Menschen zu helfen und sie zu retten!

    Allerdings ist mir unbegreiflich, wie der Radfahrer weiterfahren konnte, obwohl er deine Tochter angefahren hat.

    Ich wünsch deiner kleinen Maus alles Gute und gute Besserung!
     
    #15
    User 37284, 9 Mai 2007
  16. Gucky
    Gucky (35)
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    0
    Single
    Habs auch gerade ganz durch gelesen und hoffe einfach, dass es deiner Tocher schnell wieder gut geht!
     
    #16
    Gucky, 9 Mai 2007
  17. flubbi
    flubbi (28)
    Verbringt hier viel Zeit
    219
    101
    0
    Single
    oh ja, mich hat auch mehrfach die gänsehaut gepackt *schauder*
    bin sehr erleichtert, dass alles gut gegangen ist. und natürlich war es richtig, direkt zum nächstgelegenen krankenhaus zu fahren - immerhin konnten sie da schon anfangen, zu helfen!
    lieben gruß, flubbi
     
    #17
    flubbi, 9 Mai 2007
  18. tierchen
    tierchen (31)
    Verbringt hier viel Zeit
    3.814
    121
    0
    vergeben und glücklich
    Ich habe zwar selber (noch) keine Kinder, aber die Geschichte hat mich wirklich mitgenommen, mir standen Tränen in den Augen beim Durchlesen!
    Ich hoffe dass deine Kleine bald wieder ganz gesund ist! Sag ihr gute Besserung!:knuddel: Sie hat ja einiges mitgemacht (du als Mutter natürlich auch...)

    Aber du hast absolut richtig gehandelt! Ich glaub jeder an deiner Stelle würde so handeln. Mach dir bloß keine Vorwürfe! Hauptsache, der Kleinen gehts nun gut.

    Aber, wie jemand schon vorgeschlagen hat. Der Radfahrer soll nicht ungestraft davon kommen. Du musst zumindest versuchen, was gegen ihn einzuleiten. Bestimmt gabs Zeugen von dem Unfall? Geh zur Polizei und zu eurer lokalen Zeitung und schildere die ganze Geschichte. Ich weiß ja nicht in welcher Gegend ihr wohnt (ländlich oder Großstadt) aber zumindest auf dem Land steht sowas ganz gerne groß in der Zeitung (weil die ja sonst eh nix zum Schreiben haben *g*), vllt liest es ja dann einer der den Unfall beobachtet hat? Deine Tochter soll den Radfahrer beschreiben, sobald sie dazu in der Lage ist, vllt erkennt ihn jemand wieder? Auch wenn dabei nix rauskommt, aber ihr habts versucht und vllt liest dieser Radfahrer-A*** das selber und bekommt vllt ein paar Gewissensbisse...
     
    #18
    tierchen, 9 Mai 2007
  19. ~Lady~
    ~Lady~ (30)
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    Verheiratet
    Ist deine Kleine denn jetzt über den Berg oder sieht's noch schlimm aus? :cry:
    *hoffdassallesgutwird*
     
    #19
    ~Lady~, 9 Mai 2007
  20. NickiMD
    NickiMD (27)
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    584
    101
    1
    vergeben und glücklich
    Drücke der Kleinen beide Daumen.

    Muss mir auch das Weinen verkneifen. Gott...
     
    #20
    NickiMD, 9 Mai 2007

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