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Menschliche Dramen [Alkohol und Erinnerungen]

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Jeff02, 19 Dezember 2004.

  1. Jeff02
    Jeff02 (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Oh man.. Ich komm seit letzter Nacht nicht zur Ruhe.. Im Moment bin ich einfach aufgewühlt, hab viel Stress zur Zeit etc, aber im Moment beschäftigt mich eher etwas von letzter Nacht..:

    Wir hatten Gestern Abend Klassentreffen von der Oberstufe.. Man kennt sich Lange genug etc.. Mhmm nunja, ein guter Freund aus der alten Klasse hatte seine Freundin mit, mit Ihr ist er jetzt 2 1/2 Jahre zusammmen, ich kenn sie auch etwas mit der Zeit. Sie hat schlechte Erinnerungen an Ihre Kindheit, weil ihr Vater ihre Mutter (und vermutlich auch sie) im besoffenen Zustand schlug.
    Ihr Freund ist seit knapp einem Jahr arbeitslos, beide bewohnen in einer ruhigen Siedlung eine 1-Zimmerwohnung. Er hat mit der Zeit angefangen öfters einen zu trinken, über den Durst hinaus. Nicht jeden Tag, aber doch regelmässig genug, dass man es wohl als Alkoholismus bezeichnen könnte.
    Zur Eskalation kam es Gestern, als er seinen besten Freund anpöbelte und die beiden sich umherschubsten. Seine Freundin hatte vorher immer wieder mit Ihm geredet, dass er nichts mehr trinkt an dem Abend, wir mussten letztendlich der Kellnerin nen Trinkgeld geben, damit sie Ihm nix mehr gibt.
    Seine Freundin rannte plötzlich raus, nachdem man ihn vor die Tür gesetzt hatte. Sie wollte mit ihm reden, aber er gab kaum ein normales Wort von sich und machte sie dumm an. Er ging dann ziellos durch die Gegend, als er nach ca 15 Minuten weider auftauchte, ging er auf sie zu, wollte sich scheinbar bei ihr Entschuldigen. Sie schritt dabei immer weiter zurück, je näher er ihr kam.
    Plötzlich fing sie an wegzurennen, ich bin ihr hinterher gerannt. Als ich sie eingeholt hatte, war sie gerade dabei den halt zu verlieren. Ich konnte sie noch auffangen, hielt sie dann ca 20 Minuten im Arm, wobei sie mehrfach wieder kurz vor dem Zusammenklappen war. Sie zitterte am ganzen Körper..
    Es kamen dann einige Leute aus der alten Klasse, auch unser Alter Lehrer.. Alle redeten mehr oder weniger auf sie ein, um eine Lösung zu finden. Da sie Angst vor der Situation mit ihrem besoffenen Freund hat, aber eigentlich nach Hause will - weil es der einzige Mensch für sie ist, der ihr wirklich Nah steht.
    Zwischendurch fing Ihr Freund wieder an, sich mit seinem besten Freund zu prügeln, ich war kurz davor die Polizei zu rufen, einfach damit die beiden in ne Zelle kommen und Ihren Rausch ausschlafen können. Sie hatte mich jedoch davon abgehalten..
    Ich begleitete sie knapp 2h, bis ihr Freund wieder einigermassen Anwesend war, die beiden hatten sich ausgesprochen(es schien jedenfalls so).

    Ich werd mir ihren Freund, den ich ja nun schon länger kenne als sie, Morgen oder Übermorgen beiseite nehmen und mit Ihm reden. Aber ich weiss nicht, was vlt der beste Weg sein könnte.. Mhmmm. Ich mach mir echt Sorgen um die Kleine, aber sicher auch um meinen Kumpel..
    Ich hab fast garnicht geschlafen letzte Nacht, ich spüre immernoch ihr Zittern :frown: Irgendwie geht mir das sehr sehr Nah.. :frown:

    Es wäre schön, wenn jemand einen Sinnvollen Vorschlag hat, wie man mit Ihr und/bzw. ihrem Freund reden könnte, bzw anderweitige Tipps..

    Lieben Gruß,
    Chris
     
    #1
    Jeff02, 19 Dezember 2004
  2. matthes
    matthes (34)
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    Hmm, ist eine schwierige Sache, aber ich denke, dass du einfach den Mut zusammen nehmen musst, ihn direkt auf den Vorfall anzusprechen und klar machen, dass du dich um ihn und um sie sorgst und das es sehr schwer anzuschauen war, was vorgefallen ist. Wenn er das versteht, solltet ihr etwas vereinbaren (vll auch zusammen mit der Freundin), wie es weiter geht, was er tagsüber tun kann (die Arbeitslosigkeit frisst ihn auf). Sie sollte ganz klar sagen, dass sie Angst hat, wenn er sich betrinkt, dass es sehr schlechte Erinnerungen aufkommen lässt, dass sie so nicht mit ihm leben wird!

    Ansonsten verlass dich auf dein Feingefühl und die Empathie!

    Grüße,
    matthes
     
    #2
    matthes, 19 Dezember 2004
  3. ~°Lolle°~
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    hmm...ja...wirklich schwierige sache...

    also je nachdem wie gut ihr euch versteht/wie eure Beziehung zueinander ist, würde ich auch mit ihm darüber reden...
    ich denk er sollte wissen, dass es jemanden gibt, der sich um ihn und seine freundin sorgen macht...
    ist aber auch sicher schwierig ihn auf das thema alkoholkonsum anzusprechen, da weiß man nie, wie derjenige reagieren wird...

    wie sieht's denn jobmäßig bei ihm aus? bemüht er sich was zu finden?!

    ich denke, dass ihm einfach ne sinnvolle beschäftigung gut tun würde, damit ihn, wie matthes bereits sagte, die arbeitslosigkeit nicht auffrisst...
     
    #3
    ~°Lolle°~, 20 Dezember 2004
  4. Jeff02
    Jeff02 (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Verheiratet
    So, ich war heute bei den beiden... Hab ihm erstmal ne ordentliche Bewerbung fertig gemacht und mal schaun, werd ihn nen bissl unterstützen was zu finden..

    Mit ihr konnte ich leider nich viele Worte in Ruhe wechseln, aber sie hat sich - schonwieder - für ihr Verhalten entschuldigt... Mhmm ich hab ihr wieder gesagt, dass sie sich nicht entschuldigen muss..

    Mhmm.. Ich werd Morgen mal hin, schauen ob er auch die Bewerbung abgeschickt hat...

    Jemand noch ne weitere Idee?

    Lieben Gruß,

    Christopher
     
    #4
    Jeff02, 21 Dezember 2004
  5. Chris84
    Chris84 (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    11
    vergeben und glücklich
    Ich finde es sehr bemerkenswert wie du dich in deinem noch recht jungen Alter so für deine Freunde stark machst.
    Kenne die Situation in abgewandelter Form leider auch. Das Problem bei mir war, das mein Freund nicht realisiert hat, das der ein Problem hat. Er hat alles klein geredet. Aber Alkohol ist ein Problem... ein nicht zu vernachlässigendes. Ich fürchte dein Freund steckt da in einem Teufelskreis. Die Arbeitslosigkeit macht ihn fertig => er trinkt => Freunde wenden sich ab, Job bekommt er so eh nicht => trinkt mehr... und schon dreht sich die Schraube... immer schneller.

    Wenn da seine Freundin nicht noch im Spiel wäre, würde ich ihm klipp und klar sagen, dass er machen soll was er will, aber ohne dich.

    Hat bei meinem Freund gewirkt. Kann aber auch ein voller Schuss in den Ofen werden. Seine Freundin sollte vor allem klar stellung beziehen. Wenn sie das Spiel weiter mit macht, wird sie sich selber auch daran aufreiben.
     
    #5
    Chris84, 21 Dezember 2004
  6. User 10541
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Hallo Jeff02.

    Schwierig wird es für seine Freundin, weil sie nun nicht mehr mit ihrem Partner zusammen wohnt, sondern hin und wieder mit ihrem Vater.
    Sie sieht den kontrolllosen Ausdruck in seinen Augen, merkt seine Aggressivität und fällt "automatisch" in ihre damaligen Angstzustände zurück.
    Ich weiß ja nicht, wie sie von zu Hause rausgekommen ist, aber es ist für sie dann leider Gottes wahrscheinlich nicht so leicht, eine klare Stellung gegenüber ihrem Freund zu beziehen. Da sie so panisch reagiert hat während des Treffens, nehme ich an, dass sie dem noch nicht gewachsen ist.

    Ich finde es gut, dass du helfen willst und die Bewerbung war wirklich ein guter Anfang - einen, den man wirklich sehen konnte. Ich hoffe, dass er sie abgeschickt hat.
    Hat er sich denn die Zeit über auch selbstständig um einen neuen Job bemüht?
    Weißt du denn, wie regelmäßig er sich betrinkt? Also: Mehrmals pro Woche?

    Es wär schön, wenn du den Thread auf dem Laufenden hältst.

    Gruß
    Tres
     
    #6
    User 10541, 22 Dezember 2004
  7. q:
    q: (37)
    Verbringt hier viel Zeit
    1.757
    123
    1
    Verheiratet
    Tragisch is ja, dass man vom Alkoholismus nicht geheilt wird. Man kann nur trocken werden. Und je nach stärke der Sucht, reicht dann etwas Schnaps im Zuckerguss des Kuches aus, um einen Rückfall zu produzieren.


    Mach im das klar! Und versuche ihn auf Beschäftigungen hinzuweisen. Kannst dich ja auch mal bei der Suchtberatung informieren. Bei beginnender Sucht, kann man mit Ablenkung und Beschäftigung oftmals noch was erreichen.

    Ihm muss einfach klar sein, was er alles verlieren kann! Zu allererst seine Freundin, ganz zu schweigen, von sich selbst. Ich denke Schönfärberei gegenüber deinem Kollegen ist fehl am Platz. Das macht er bereits selbst. Was ihm fehlt ist der Realitätsbezug.
     
    #7
    q:, 22 Dezember 2004

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