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Mobbing

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von Carry, 17 Juni 2010.

  1. Carry
    Carry (29)
    Benutzer gesperrt
    106
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    5
    Verlobt
    Hallo.
    Mir ist letztens was durch den Kopf gegangen und das wollte ich gerne mal hier umfragen.

    Gab es zu eurer Schulzeit damals in der Klasse oder Parallelklasse Schüler, die gemobbt worden? Welche, die in der Klasse ausgegrenzt und ignoriert wurden?
    Oder welche, die man wirklich gemobbt hatte, Ärgern, Bemerkungen, Beschimpfen, Schikane?

    Wie habt ihr über diese Schüler gedacht?
    Hattet ihr Mitleid?
    Habt ihr gedacht, die seien "selber schuld", weil sie ein komisches Verhalten hatten?
    Habt ihr sogar mitgemacht, indem ihr ihn auch gemieden habt, weil ihr ihn komisch fandet?
    Oder habt euch auch richtig über ihn lustig gemacht?
    Findet ihr das heute immernoch richtig? Tut euch das im Nachhinein leid?
    Oder habt ihr versucht, die "Aussätzigen" zu integrieren? Und habt zu ihnen gehalten, egal, was die Klasse gesagt hatte?

    Meldet sich heute ein schlechtes Gewissen, nicht zu jemanden gehalten zu haben oder ihn nicht normal behandelt zu haben?
     
    #1
    Carry, 17 Juni 2010
  2. User 91095
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    8.050
    nicht angegeben
    Hey,

    ich bin damals in eine Klasse gekommen, wo ein Großteil der Schüler sich schon von der Grundschule her kannten. Die hatten da schon eine "Außenseiterin", die gemobbt wurde und ich habe es komplett nicht nachvollziehen können. Da ich auch früher nichts von solchen Gruppenbewegungen gehalten hab, hab ich mich über die Jahre ein wenig mit ihr angefreundet, jedoch musste ich feststellen, dass dieses Mädchen aufgrund des jahrelangen Mobbings total an Selbstbewusstsein verloren hat und damit für mich sehr anstrengend war. Klar hab ich sie verteidigt, wenn die anderen grundlos auf sie losgegangen sind, aber ich kann's echt nicht aushalten, wenn jemand dann auch noch ständig sich selbst runtermacht und von mir Bestätigung hören will.

    Das hat dazu geführt, dass ich später immer weniger mit ihr zu tun hatte. Selbst gemobbt habe ich nie. Das war mir zu blöd.

    Im Nachhinein denke ich, dass es von Lehrerseiten klug gewesen wäre, dieses Mobbing anzusprechen und mit der ganzen Klasse zu diskutieren. In meinen Augen war das nämlich vollkommen grundlos und ich wundere mich nicht, dass das Selbstbewusstsein von dem Mädel gelitten hat. Ich werfe mir persönlich aber nicht vor, dass ich mich später von ihr abgewendet habe (wir waren nie beste Freunde, nur gute Schulkollegen). Ich kann nämlich mit diesem Charakterzug wirklich nicht umgehen. Der macht mich rasend...


    edit: Komische Vögel gab es in meiner Klasse übrigens mehrere, aber die wurden nie gemobbt, weil sie es irgendwie auch nicht zugelassen haben.
     
    #2
    User 91095, 17 Juni 2010
  3. User 92211
    Sehr bekannt hier
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    168
    322
    Verlobt
    Mitgemacht habe ich nie. Ich habe mich aber auch nie getraut, jemandem zu helfen, der gemobbt wurde - aus Selbstschutz. Klingt vielleicht feige. Aber ich wäre selbst eigentlich eine sehr geeignete Zielscheibe gewesen (gute Noten, "uncoole" Klamotten) und war deshalb selbst lieber vorsichtig. Komischerweise wurde ich aber auch immer in Ruhe gelassen bzw. akzeptiert.
     
    #3
    User 92211, 17 Juni 2010
  4. Tessi
    Verbringt hier viel Zeit
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    8
    vergeben und glücklich
    Gab es zu eurer Schulzeit damals in der Klasse oder Parallelklasse Schüler, die gemobbt worden?

    Ja, einige
    Welche, die in der Klasse ausgegrenzt und ignoriert wurden?
    nicht von allem aber schon von dem größten Teil. Die die ausgeschlossen wurden haben sich meist zusammen getan.
    Oder welche, die man wirklich gemobbt hatte, Ärgern, Bemerkungen, Beschimpfen, Schikane?
    Ja, kam auch vor. Hauptsächlich Bemerkungen über haare/Kleidungsstil oder Handlungen.

    Wie habt ihr über diese Schüler gedacht?
    Ich bin normal mit ihnen umgeganen, hatte aber kaum etwas mit ihnen zu tun. Über sie gelästert habe ich auch, muss ich zu geben. Aber ich versteh es immer noch nicht, wieso jemand sich so bewusst unbeliebt macht und komisch verhält.
    Hattet ihr Mitleid?
    Nein, auch wenns hart klingt.
    Habt ihr gedacht, die seien "selber schuld", weil sie ein komisches Verhalten hatten?
    Definitiv. Es ist schwer zu erklären, die eine über die ich gerade nachdenke war so eine 'Öko'. ^^' (Tschuldigung für den Ausdruck). Ich hatte nichts gegen sie, aber wie sie aussah und wie sie gesprochen hat. Es hat einen einfach aufgeregt und sie kam schon ziemlich blöd rüber. (vom Kopf her). Sie war nicht behindert oder so, aber komische Ticks hatte sie. Ich weiß auch nicht. Jedenfalls mochte ich sie auch nicht wirklich.
    Habt ihr sogar mitgemacht, indem ihr ihn auch gemieden habt, weil ihr ihn komisch fandet?
    Gemieden direkt nicht, habe mich auch mal mit ihr unterhalten. Aber nur kurz. Viel zu tun hatte ich nicht mir ihr.
    Oder euch auch richtig über ihn lustig gemacht?
    Man hat schonmal eine Bemerkung zu anderen gemacht, was sie denn ehute schon wieder an hat etc. Aber nicht da sie es hören konnte.
    Findet ihr das heute immernoch richtig? Tut euch das im Nachhinein leid?
    Richtig ist es auf keinen Fall. Jeder soll so sein wie er will, aber mitleid habe ich immer noch nicht.
    Oder habt ihr versucht, die "Aussätzigen" zu integrieren? Und habt zu ihnen gehalten, egal, was die Klasse gesagt hatte?
    Nein

    Meldet sich heute ein schlechtes Gewissen, nicht zu jemanden gehalten zu haben oder ihn normal behandelt zu haben?
    Nein
     
    #4
    Tessi, 17 Juni 2010
  5. User 85918
    Meistens hier zu finden
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    90
    nicht angegeben
    Gemobbt wurde ich nie, schief angeguckt eigentlich immer.

    Man sollte dazu vielleicht sagen, dass ich mich selbst immer zum Außenseiter gemacht habe, bzw ich in der Klasse meine beiden besten Freunde hatte und meine restlichen Kontakte in andere Klassen (Parallelklassen und höhere Klassen) verliefen.

    Grundsätzlich hatte ich Freunde außerhalb der Schule, was auch daran lag, dass ich durch meine Faulheit sagenhafte zwei Mal sitzen geblieben bin und man den Altersunterschied von zwei, teilweise drei Jahren schon irgendwie gemerkt hat.

    Auch auf meiner Schulabschlussfeier war ich ganze 30Minuten, bis ich dann von meinen Freunden abgeholt wurde und wir unsere eigene Party gefeiert haben - ich war damit glücklich und ich denke auch nicht, dass mich meine ehemaligen Klassenkameraden vermisst hatten. Dafür war ich mit meinen 17 Jahren schon ein wenig anders drauf als sie, was vielleicht auch an meiner frühen Schwangerschaft lag.


    Mobbing war und ist immernoch ein sehr großes Thema, auch bei uns in der Familie, wenn ich sehe, dass mein Cousin (10) gemobbt wird, weil er 5kg mehr wiegt (und er ist echt nicht extremst übergewichtig wie manch andere Kinder) und stottert, dann wird mir echt schlecht. Da helfen sogar Gespräche mit den Lehrern nichts, die übergehen das.. "Kinder sind eben so.." aha!
     
    #5
    User 85918, 17 Juni 2010
  6. MsThreepwood
    2.424
    Nö, ich hab bei sowas nie mitgemacht, weil es außer mir niemanden gab, der ausgegrenzt wurde. Von der 7. bis zur 10. war ich immer das Mädchen, was außen vor war. Zu intelligent, zu hässlich, zu dick. Falscher Musikgeschmack, falsche Klamotten, falsche Noten. Das übliche Schema eben.

    Ich hatte in dem Sinne auch kein Mitleid mit mir selbst, ich wollte ja nicht mit solchen Leuten befreundet sein. Selbst Schuld war ich ebenso nicht. Es gab keinen Grund sich der blonden Blödchen-Fraktion anzupassen für mich.

    Nach der 10. Klasse hab ich die Schule gewechselt und -oh Wunder- war eine der beliebtesten Schülerinnen der Jahrgangsstufe. In der neuen Schule (kirchlich) gab es übrigens keinerlei Mobbing und Ausgrenzung. Da war es egal, ob du dick oder dünn warst, Metal oder HipHop gehört hast usw.

    Wär da jemand gemobbt worden hätte ich aber alles andere als mitgemacht.

    Und zum Thema: "Selbst Schuld sein" bzw "Mobbing zulassen" möchte ich mal sagen, dass nicht jeder, der gemobbt wird, automatisch jemand ohne Selbstbewusstsein ist. Nur wenn 25 Leute sich gegen dich stellen, dich erniedrigen, ausgrenzen und schlagen - und das sogar von Lehrern geduldet wird - dann kann man als Einzelperson nicht viel ausrichten.
     
    #6
    MsThreepwood, 17 Juni 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  7. User 50283
    Sehr bekannt hier
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    441
    nicht angegeben
    Ja, gab es.
    Hing vom Schüler ab.
    Kam auf den Schüler und die Situation an.
    Richtiges Mobbing oder typische Hänseleien? Alles, was wirklich gemein ist hat einfach keiner verdient, den Rest... eigentlich auch nicht, aber einige bieten fantastische Zielscheiben...
    Ja. Ich habe grundsätzlich freiwillig nichts mit Menschen zu tun, die mir nicht sympathisch sind.
    Nein.
    Ich habe Mitleid mit Leuten, die ohne eigenes Zutun in blöde Situationen geraten. Der Rest tut mir vielleicht leid, aber richtiges Mitleid empfinde ich nicht.
    Nur einem Mädchen gegenüber tut es mir heute wahnsinnig leid. Wir waren mal befreundet, bis sie sich aufgrund von Veränderungen im Elternhaus sehr veränderte und ich sie nicht mehr mochte. Irgendwann wurde sie von der Klasse gehänselt. Ich habe zwar nicht mitgemacht, aber es total schade, dass es so gekommen ist. Wir waren vielleicht 12 Jahre alt und haben das noch nicht so richtig verstanden.
    Wenn ich sie mochte, ja. Dann aber nicht, weil sie gemobbt wurden, sondern weil mir an ihnen als Menschen etwas lag.
    Nein.
     
    #7
    User 50283, 17 Juni 2010
  8. Dunja
    Dunja (23)
    Öfters im Forum
    133
    53
    35
    vergeben und glücklich
    Sowas hab ich zum Glück noch nie erlebt. Wir haben schon immer eine tolle Klassengemeinschaft gehabt, wo auch Aussenseiter integriert wurden. Es gab zwar auch schon mal Streit und Beleidigungen unter der Gürtellinie, aber es wurde nie jemand von allen systematisch runtergemacht, ausgegrenzt oder sogar geschlagen. Dass es immer beliebte und eher weniger beliebte Menschen gibt ist glaub ich normal.

    Warst du da schon offen mit deiner Freundin zusammen? Ich mein, weil es eine kirchliche Schule war. :hmm:

    Ich glaub da bricht mit der Zeit selbst das stärkste Selbstvertrauen, wenn alle gegen einen sind und einem jeden Tag zur Hölle machen.

    Kann es auch verstehen, wenn man sich nicht traut sich dann gegen die Klasse zu stellen um dem Mobbing-Opfer zu helfen, vorallem wenn man selbst etwas "anders" ist und viel Angriffsfläche für die anderen bietet. Und aus Angst aufzufallen und so selbst in die Schusslinie zu geraten schweigt man dann lieber oder mobbt sogar mit, in der Hoffnung dadurch von den anderen etwas mehr Anerkennung zu bekommen, wenn man sich ihnen anschliesst. Das ist das so eine schlechte Gruppendynamik. :frown:
     
    #8
    Dunja, 17 Juni 2010
  9. MsThreepwood
    2.424
    Ja, war ich. Allein schulintern gab es in meiner Jahrgangsstufe 3 Homo-Pärchen. Viele waren homo oder bi. Das war alles andere als ein Problem sondern schlichtweg normal. :smile:
     
    #9
    MsThreepwood, 17 Juni 2010
  10. Liaison
    Gast
    0
    Ich bin aus der Stadt in ein Dorf gezogen (wegen Arbeit der Eltern) und bin in die 4 Klasse gegangen. In der Stadt haben wir eigentlich fast nur Hochdeutsch gesprochen. Im Dort wurde ein Dialekt gesprochen.
    Alle Schüler kannten sich noch aus dem Kindergarten und dann kam ich..
    Vom ersten Tag an habe ich diese Schule gehasst, denn da habe ich zum ersten mal erfahren, wie grausam Kinder sein können.
    Ich bin jeden Tag heulend nach Hause gekommen und mit der Zeit etwickelte ich auch noch Selbstmordgedanken. Die haben mich jahrelang fertig gemacht, obwohl ich nur ein wenig anders gesprochen habe als die.
    Gott sei dank ist diese Zeit vorbei..
     
    #10
    Liaison, 17 Juni 2010
  11. User 77547
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    Verheiratet
    Nein, ich habe überhaupt keine Erfahrung mit Mobbing, weder passiv, noch aktiv noch als "Zuschauer". In unserer Schulklasse wurde keiner systematisch gemobbt. In meinen Parallklassen eigentlich auch nicht. Klar, es gab schon auch Konflikte und bisweilen haben sich zwei Leute auch dauerhaft gefetzt und waren sowas wie "verfeindet" und es gab natürlch auch Lästereien und "Gruppendruck". Aber es war nie jemand vollständig isoliert oder ausgegrenzt oder dauerhaft terrorisiert.

    Meine Schulzeit ist ja schon relativ lange her (80er Jahre). Glaubt Ihr, dass heute häufiger gemobbt wird als früher?
     
    #11
    User 77547, 17 Juni 2010
  12. User 29904
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    nicht angegeben
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    #12
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 17 Juni 2010
  13. User 18889
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    1.104
    nicht angegeben
    So ging's einem Jungen in unserer Klasse auch. Woran es lag, weiß ich aber. Er kam von weiter weg, hatte einen Dialekt, seine Mutter war lesbisch und er trug seltsame Kleidung.

    Ich habe ihn nicht geschlagen oder beleidigt, aber auch nichts dagegen gesagt. Ich habe friedlich mit meinen Freundinnen vor mich hin gelebt.
     
    #13
    User 18889, 17 Juni 2010
  14. DerJens
    DerJens (24)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    26
    0
    vergeben und glücklich
    Ich würde sagen, die meissten Jungs/Mädchen sind selber schuld wenn sie gemobbt werden. Meine Erfahrung:
    Bin vor drei Jahren in eine andere Stadt gezogen und auf einer neuen Schule gekommen. Logischerweise kannten die sich da schon alles und ich war der "neue". Von Anfang an haben ein paar von ihnen versucht mich zu mobben. Ein paar Tage später, haben sie es dann übertrieben. Die standen zu fünft vor mir und haben mich mit irgendeinem Teil abgeworfen. Dann bin ich zu einem von ihnen hingegangen, hab ihm in die Augen geschaut, und meinte wenn sie denken sie könnten mich so beleidigen wie andere (es gab schon welche in der Klasse die gemobbt wurden) dann haben sie sich geschnitten. Dann hab ich halt damit gedroht dass ich denen mal eine verpassen. Mir war klar, dass das nach hinten losgehen konnte, weil sie zu fünft waren und ich alleine. Aber komischerweise war es dann so dass sie etwas Respekt vor mir bekommen haben, und haben mich ab den Zeitpunkt in Ruhe gelassen. Einer von ihnen kam dann ein paar Tage später zu mir und hat sich mit mir angefreunden (wir waren auch gar nicht so unterschiedlich :grin:), da war ich auch ziemlich glücklich dass ich nicht mehr alleine da hängen muss. Als ich damals noch in meiner alten Stadt gewohnt habe, hab ich selbst oft welche gemobbt, was mir jetzt Leid tut. Früher wusste ich gar nicht wie böd es eigentlich ist wenn man gemobbt. Zu denen, die andere fertig machen, kann ich nur sagen: Irgendwann kann der Tag kommen an dem ihr selbst fertig gemacht werdet.
    Und zu denen die fertig gemacht werden: Wehrt euch dagegen, wenn ihr euch alles gefallen lasst dann seid ihr selbst Schuld. (Wäre bei mir wohl auch so gewesen: hätte ich mich nicht sofort gewehrt, wäre jetzt wahrscheinlich alles ganz anders für mich)
     
    #14
    DerJens, 17 Juni 2010
  15. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.093
    348
    2.105
    Single
    Gab es zu eurer Schulzeit damals in der Klasse oder Parallelklasse Schüler, die gemobbt worden? Welche, die in der Klasse ausgegrenzt und ignoriert wurden?
    Oder welche, die man wirklich gemobbt hatte, Ärgern, Bemerkungen, Beschimpfen, Schikane?

    Ich selbst wurde von meinen Mitschülern schon teilweise ziemlich heftig gehänselt und von Manchen auch ausgegrenzt... Heutzutage würde man das sicherlich schon als Mobbing bezeichnen, auch wenn ich diesen Begriff dafür nicht verwenden würde.
    Einigen meiner Mitschüler ging es auch ähnlich.

    Wie habt ihr über diese Schüler gedacht?
    Keine Ahnung, was ich über mich selbst und meine wenigen "Leidensgenossen" gedacht habe...

    Hattet ihr Mitleid?
    Mit den Anderen teilweise schon... mit mir selbst kann ich schlecht Mitleid haben.

    Habt ihr gedacht, die seien "selber schuld", weil sie ein komisches Verhalten hatten?
    Ich habe im Laufe eines recht langen Prozesses der Selbsterkenntnis und Verhaltensänderung festgestellt, dass mein Verhalten (unkontrollierte Wutausbrüche) natürlich einen großen Unterhaltungswert für meine Mitschüler hatte, so dass sie mich entsprechend provoziert haben. Durch das Mobbing haben meine Mitschüler den nötigen Leidensdruck aufgebaut, der mich dazu bewegt hat, mein Verhalten zu ändern. Das war ein langer, unangenehmer, aber letztendlich erfolgreicher Prozess.

    Auch bei vielen meiner Mitschüler, die gehänselt oder ausgegrenzt wurden, gab es irgendwelche Gründe dafür. - Trotzdem würde ich das alles nicht als "selber schuld" bezeichnen.

    Habt ihr sogar mitgemacht, indem ihr ihn auch gemieden habt, weil ihr ihn komisch fandet?
    Manche meiner Mitschüler, die von Vielen gemieden und teilweise auch gehänselt wurden, fand ich auch ziemlich seltsam und hatte dementsprechend auch nicht viel mit ihnen zu tun.
    Mit einigen anderen Außenseitern war ich aber befreundet. Mein damals bester Freund, der damals ein ähnlicher kleiner Nerd war wie ich, war auch ein ziemlicher Außenseiter (eben weil er so ein Nerd war).

    Oder habt euch auch richtig über ihn lustig gemacht?
    Nein.

    Findet ihr das heute immernoch richtig? Tut euch das im Nachhinein leid?
    Ich weiß nicht, in wiefern man bei diesen Hänseleien nun von "richtig" oder "falsch" sprechen kann...
    Natürlich ist so etwas für die Opfer eine extrem unangenehme Sache und teilweise wird es auch so übertrieben, dass es wirklich "falsch" ist, da dem Opfer ein langfristiger Schaden zugefügt wird (und genau das würde ich auch als Mobbing bezeichnen). Daran sieht man einfach, dass Kinder und Jugendliche untereinander sehr gemein sein können.
    Oftmals haben diese Hänseleien und Ausgrenzereien aber durchaus einen Sinn:
    - Bei den Opfern wird ein Leidensdruck aufgebaut, der sie dazu bewegen kann, Verhaltensweisen, die im Umgang mit anderen Menschen sehr problematisch sein können (wie z.B. meine Wutausbrüche), abzulegen. - Ohne diese Hänseleien hätte ich es vielleicht bis heute nicht geschafft, meine Wut unter Kontrolle zu bringen, womit ich heute immer noch große Probleme im Umgang mit anderen Menschen hätte.
    - Und auch bei den Tätern kann diese Sache in sofern sinnvoll sein, dass sie sich im Nachhinein überlegen, was sie in dieser Zeit eigentlich getan haben und wie unangenehm die Sache für die Opfer war, so dass sie ein solches Verhalten in Zukunft evtl. nicht wieder an den Tag legen. - Denn auch dieses Hänsln und Ausgrenzen ist eine Verhaltensweise, die im Umgang mit anderen Menschen problematisch ist...

    Deshalb sehe ich solche Hänseleien, Streitereien, Ausgrenzereien, usw. als einen Mechanismus an, der Kindern und Jugendlichen Verahltenseisen abgewöhnt, die im Umgang mit anderen Menschen störend oder problematisch sind.
    Deshalb bin ich auch der Meinung, dass man erst dann bei diesen Hänseleien, Streitereien, usw. eingreifen sollte, wenn man sieht, dass es zu weit geht und dass das Opfer stark darunter leidet. - Und so lange es nicht zu extrem wird, sollte man den Kindern und Jugendlichen erst mal selbst zutrauen, mit diesen Dingen umzugehen, sich damit weiterzuentwickeln und daraus zu lernen.

    So etwas ist in gewissen Grenzen einfach auch ein gutes Training für die Zukunft... denn auch als Erwachsener muss man mit Konflikten, Provokationen, Ausgrenzungen, usw. umgehen können (z.B. im Berufsleben). - Und es ist sicherlich

    Oder habt ihr versucht, die "Aussätzigen" zu integrieren? Und habt zu ihnen gehalten, egal, was die Klasse gesagt hatte?
    Da ich selbst einer der "Aussätzigen" war, hatte ich prinzipiell auch kein Problem damit, Kontakt mit anderen "Aussätzigen" zu haben. - Aber nicht Jeder der "Aussätzigen" war mir sympathisch.

    Meldet sich heute ein schlechtes Gewissen, nicht zu jemanden gehalten zu haben oder ihn nicht normal behandelt zu haben?
    Nein. Da habe ich mir nichts vorzuwerfen.

    Das ist eine sehr schwierige Frage...
    Erst mal bin ich mir ziemlich sicher, dass heute schon alle mögliche Dinge als Mobbing gelten, die früher einfach als ganz normales kindliches oder jugendliches Verhalten angesehen wurde, mit dem die Kinder, bzw. Jugendlichen selbst fertig werden sollen.

    Dann glaube ich auch, dass Kinder zu wenig lernen, mit derartigen Problemen und Konflikten umzugehen (und zwar sowohl Opfer, als auch Täter), da sie schon bei Kleinigkeiten von ihren Eltern, Lehrern, usw. in Schutz genommen werden. Und ohne diesen erfolgten Lernprozess können solche Konflikte, Hänseleien, usw. überall dort, wo die schützenden Eltern und Lehrer nicht hinsehen, viel schneller eskalieren. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass es durch diese Sache heute mehr extreme, eskalierende Mobbing-Fälle gibt als früher.
    Das ist ähnlich wie die Sache, dass es Kindern nicht schadet, auch mal ein wenig Dreck zu fressen, weil das ihr Immunsystem stärkt... bzw. anders herum, dass Kinder, die in einer nahezu sterilen Umgebung aufgesachsen sind, wegen fehlendem "Training" ein sehr schwaches Immunsystem haben und damit sehr anfällig für alle möglichen Krankheiten sind.

    Auch gesellschaftliche Probleme wie die immer weiter aufgehende Schere zwischen Arm und Reich, nicht oder nur unzureichend erfolgte Integration von Ausländern, usw. begünstigen Mobbing.
     
    #15
    User 44981, 17 Juni 2010
  16. User 29904
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    248
    780
    nicht angegeben
    x
     
    #16
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 17 Juni 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  17. Hilfiger
    Verbringt hier viel Zeit
    268
    113
    28
    offene Beziehung
    Die gibt es fast in jeder Klasse, so auch in meiner.

    Es gab 2 Opfer. Der eine war einfach selber schuld und der andere hätte einfach etwas contra geben müssen und dann hätte sich das aufgehört.

    Über den ersten habe ich mich auch selber lustig gemacht. Der andere war mir egal.

    In Ordnung war das natürlich nicht, aber ich würde wohl wieder so handeln, wenn ich 14-15 wäre.

    Nein.
     
    #17
    Hilfiger, 17 Juni 2010
  18. DerJens
    DerJens (24)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    5
    26
    0
    vergeben und glücklich
    @Darkbluesmile, Stimmt da hast du Recht. Aber man kann sich ja auch anders wehren. Einfach mal mit denen reden ist wohl die beste Idee, aber meistens wird das nichts bringen. Aber vielleicht selbst mal versuchen sich mit ihnen anzufreunden. Oft ist es ja so, dass die Gruppe nicht immer zusammen ist, und einer von ihnen mal alleine ist. Vielleicht kann man versuchen mit demjenigen ein Gespräch aufzubauen, denn meistens sind die Leute, alleine nicht so gemein als wenn sie zusammen mit anderen sind. Wenn man dann im Gespräch mit ihm ist, wird er merken dass du eigentlich ganz cool/nett bist. Man sollte auf jeden Fall seine Chance nutzen wenn man eine hat.
     
    #18
    DerJens, 17 Juni 2010
  19. User 29904
    Beiträge füllen Bücher
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    #19
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 17 Juni 2010
  20. User 77547
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    248
    1.642
    Verheiratet
    Wieso würdest Du wieder so handeln?

    Wie gesagt, ich habe keine Erfahrung mit Mobbing. Weder in meiner Klasse noch in den Parallklassen wurden Leute systematisch gemobbt. Das ist aber auch schon mehr als 20 Jahre her.....vielleicht hab ichs auch einfach vergessen. Außerdem kannten wir damals noch nicht mal den Begriff "Mobbing".

    Ich stelle mir jetzt mal einfach die Frage, was eigentlich die "Tätermotive" sind.
     
    #20
    User 77547, 17 Juni 2010

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