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Mohammedkarikatur in dänischen Zeitungen: Meinungsfreiheit oder Provokation?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von Theresamaus, 21 Oktober 2008.

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  1. Theresamaus
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    nicht angegeben
    Eine dänische Zeitung hat vor einiger Zeit eine Mohammedkarikatur abgedruckt. Darauf kam es in der islamischen Welt zu Boykott dänischer Produkte und Gewalt gegen dänische Einrichtungen. Findet ihr es richtig, dass eine Zeitung sowas abdruckt, wohl wissend, dass das im Islam verboten ist?
     
    #1
    Theresamaus, 21 Oktober 2008
  2. BABY_TARZAN_90
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    Es war eine Provokation, das steht inzwischen längst fest.

    Zuerst gab es nämlich keine Reaktion auf die Karikatur, dann wurde sie von der Zeitung extra einzelnen Muslimen "angedient", von denen man sich dachte, sie würden die zunächst "leider" ausgebliebene Reaktion doch noch in Gang bringen.

    Wenn eine Zeitung in einem freien Land die Pressefreiheit derart missbraucht und dabei politische Verwicklungen und den Tod von Menschen in Kauf nimmt, ist das zum :kotz_alt:
     
    #2
    BABY_TARZAN_90, 21 Oktober 2008
  3. squarepusher
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    findest du? fest steht, dass hier die usancen der meinungsfreiheit so sehr als provokation aufgefasst wurden, bomben, leute kamen zu tode, dass man inzwischen meint: ja, es war provokation. natürlich ist es provokation, politische karikaturen tun genau das: provozieren.

    also das hör ich zum ersten mal. und selbst wenn: die karikatur selbst war perfectly fine. man kann dann das verhalten dieser zeitungsmacher provokativ nennen, aber der karikaturist und seine arbeit werden dadurch nicht geschmälert.

    es kann nicht sein, dass sich etwas grundsätzlich der karikatur entzieht, indem einfach leute umgebracht werden. das ist islamismus erster güte.
     
    #3
    squarepusher, 21 Oktober 2008
  4. BABY_TARZAN_90
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    Die Meinungsfreiheit ist manchmal auch eine praktische Frage.
    Wenn man von Dänemark aus am Schreibtisch sitzend die Islamisten aufstachelt, zahlen andere die Zeche.

    Bei meiner Aussage, dass die Provokation sozusagen "organisiert" wurde, bleibe ich. Ich kann nur jetzt (nach so langer Zeit) nicht mehr die Quellen angeben. Ich tippe auf den TagesAnzeiger, möglicherweise auch Radio DRS.
     
    #4
    BABY_TARZAN_90, 21 Oktober 2008
  5. squarepusher
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    damit kann man alles und nichts rechtfertigen.

    etwas, das ich nur gelten lasse, wenn der autor der karikatur selbst an den aufstachelungspraktiken beteiligt war. sonst bleibt es für mich eine normale karikatur, deren akzeptanz eingefordert gehört. eigentlich: selbst wenn er beteiligt war, bleibt die karikatur fine, IMO.

    ich finde, dass relativ wenig hinter den kultur-"clashes" islam-christlich geprägte länder steckt, nur ist das ein punkt, an dem ich schweren anstoß nehme. wenn man sich zu seinem recht verhilft, indem man leute totbombt, dann ist alles reden, argumentieren, aller toleranz in meinen augen vorbei. zumal mir kein namhafter vertreter des islams erinnerlich wäre, der diese anschläge damals verdammt hätte.
     
    #5
    squarepusher, 21 Oktober 2008
  6. Süßejana
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    na was soll man dazu noch groß sagen? in islamischen ländern werden christen verfolgt und dann regen die sich über ein paar zeichnungen auf? hat man hier moslemsverfolgt als in indonesien christliche kirchen abgebrand wurden?
     
    #6
    Süßejana, 21 Oktober 2008
  7. BABY_TARZAN_90
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    Darum hab ich von einer praktischen Frage geschrieben: da gibt es kein Alles oder nichts.

    Ich habe nichts gegen den Karikaturisten oder gegen die Qualität der Karikatur gesagt - ich halte der Zeitung bloss vor, dass sie keine Ruhe gab, bist "etwas passierte", und dass dies eine bewusste Provokation war mit Folgen, welche die Zeitung nicht trafen, über die sie bloss anschliessend berichten durfte.
     
    #7
    BABY_TARZAN_90, 21 Oktober 2008
  8. User 67771
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    Dein Beitrag strotzt mal wieder so vor Polemik und Pauschalisierungen.:rolleyes:
     
    #8
    User 67771, 21 Oktober 2008
  9. many--
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    Nun, die große Krise der Mohammed-Karikaturen ist ja nun nicht durch die Veröffentlichung dieser Bilder in dieser dänischen Bauernzeitung ausgelöst worden, sondern, und das weiß man, dadurch, dass gewisse an einer Eskalation der Dinge interessierte Kräfte die Bilder nach Islamien eingeführt, mit weiteren, so in Dänemark nicht erschienenen Mohammed-Darstellungen verbunden und das ganze in aufrührerischer Manier dem Volk präsentiert haben.

    Mit anderen Worten: das ganze wurde von einheimischen Provokateuren ganz gezielt hochgepusht, um Stimmung gegen den Westen zu machen. Man muss sich nur mal die in diesem Zusammenhang so lustige Frage stellen: woher kamen eigentlich die ganzen Dänemark-Fahnen, die da so "spontan" verbrannt wurden? - Ja ne, ist klar, in Islamabad liegen immer ein paar tausend davon auf Lager.

    Insofern bleibt zu bemerken: wenn jede noch so dumme, kleine, islamkritische Aktion in Europa ohnehin von an Stunk interessierten Mullahs benutzt werden kann, dann muss man entweder jede Kritik am Islam aus Sicherheitsgründen verbieten oder die ganze Scheiße ignorieren und das tun, wozu uns unsere Verfassungen zum Glück berechtigen: sagen, was man zu sagen hat. Und ich bin gazn stark dafür, genau das zu tun, denn es ist mir relativ egal, ob meine Meinung Abdallah Ibn`Islam oder meinetwegen Adolf Nazi oder Benedikt Katholus gegen den Strich geht: ich werde sie äußern, denn es ist mein gutes Recht. Wer das nicht ab kann, der mag meinetwegen heulend in den Schmollwinkel gehen. Wer das zum Anlass nimmt, Fahnen meines Heimatlandes zu verbrennen und Menschen zu töten, hat sich damit aus jedem qualifizierten Dialog herausgenommen und wird so schnell nicht wieder in diesen aufgenommen, und genau das ist, meiner Meinung nach, momentan die Position des nahöstlichen radikalen Islams: nicht diskussionsfähig, keine tragbare politische und kulturelle Größe.
    Damit werte ich nicht den Islam als Religionsgemeinschaft oder den individuellen Moslem von umme Ecke ab (und ich bin auch kein Gegner des Kölner Moscheebaus, im Gegenteil...), aber ich bin schon der Meinung, das der politische Islam des Nahen Ostens nicht erst seit der Dänemark-Situation kein Partner der freien, demokratischen Welt sein kann und sollte.
    Das politisch arbeitende ultraorthodoxe Judentum Israels übrigens, beispielsweise, auch nicht. Aber das gehört nicht hierher.
     
    #9
    many--, 21 Oktober 2008
  10. xoxo
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    Meinungsfreiheit.
     
    #10
    xoxo, 22 Oktober 2008
  11. YaMo
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    Für mich besteht Meinungsfreiheit nicht darin, jederzeit und überall zu sagen, was mir gerade einfällt.

    Es gibt mutige Menschen, die bezahlen ihre freie Meinungsäusserung mit der Freiheit oder gar mit dem Leben.

    Dann gibt es Menschen, die lassen sich ihre Meinungsfreiheit bezahlen. Mit Geld, und mit dem Leben Anderer.
     
    #11
    YaMo, 22 Oktober 2008
  12. xoxo
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    "Menschenrechte zu verstehen und selbst zu erfahren ist ein wesentliches Element in der Vorbereitung aller jungen Menschen auf das Leben in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft. Es ist Teil der sozialen und politischen Bildung und involviert interkulturelles und internationales Verständnis."

    (Aus: Empfehlung No. R (85) 7 des Ministerkomitees des Europarates an die Mitgliedstaaten über das Lehren und Lernen der Menschenrechte in der Schule)

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist eines der elementaren Grundrechte in der Demokratie. Es ist im Artikel 10 der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten festgelegt:

    Artikel 10 – Freiheit der Meinungsäußerung

    1. Jede Person hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Dieses Recht schließt die Meinungsfreiheit und die Freiheit ein, Informationen und Ideen ohne behördliche Eingriffe und ohne Rücksicht auf Staatsgrenzen zu empfangen und weiterzugeben. Dieser Artikel hindert die Staaten nicht, für Radio-, Fernseh- oder Kinounternehmen eine Genehmigung vorzuschreiben.

    2. Die Ausübung dieser Freiheiten ist mit Pflichten und Verantwortung verbunden; sie kann daher Formvorschriften, Bedingungen, Einschränkungen oder Strafdrohungen unterworfen werden, die gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig sind für die nationale Sicherheit, die territoriale Unversehrtheit oder die öffentliche Sicherheit, zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral, zum Schutz des guten Rufes oder der Rechte anderer, zur Verhinderung der Verbreitung vertraulicher Informationen oder zur Wahrung der Autorität und der Unparteilichkeit der Rechtsprechung.

    (Quelle: Europarat: Konvention zum Schutze der Menschenrechte und der Grundfreiheiten in der Fassung des Protokolls Nr. 11. Bereinigte Übersetzung zwischen Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz abgestimmte Fassung.)

    2. ist für mich in diesem Fall nicht eingetreten. Ich glaube, mehr ist dazu nicht zu sagen.
     
    #12
    xoxo, 22 Oktober 2008
  13. BABY_TARZAN_90
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    Im Prinzip hast du Recht, und die Meinungsfreiheit ist ein Prinzip. Das macht es schwer, vielleicht sogar gefährlich, ihre vernünftige Anwendung im Einzelfall zu diskutieren.

    Trotzdem kann ich mir Fälle denken, in denen die Meinungsfreiheit missbraucht wird, z.B. durch bewusste Reizung einer hoch aggressiven fundamentalistischen Gesellschaft, und zwar nicht zur Information, sondern zur Provokation von Gewalt. (Aber da haben wir zu den Ereignissen um die Mohammed-Karikaturen unterschiedliche Informationen.)

    Übrigens bin ich erstaunt, ja erschüttert, dass die Meinungsfreiheit ihre Grenze bereits an der nationalen Sicherheit, an der Aufrecherhaltung der Ordnung usw. findet. Mit einem solchen Paragraphen kann sich der übelste Diktator noch einverstanden erklären...
     
    #13
    BABY_TARZAN_90, 22 Oktober 2008

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