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Morgen Beerdigung

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von drusilla, 1 November 2007.

  1. drusilla
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Morgen Nachmittag wird mein Großonkel beerdigt... er ist ganz überraschend verstorben, plötzlich ins Krankenhaus, am nächsten Abend tot...

    Ich hatte eigentlich nie viel mit ihm zu tun, ich hab ihn ewig nicht mehr gesehen... hab, wenn ich ehrlich bin, auch nicht wirklich getrauert, als ich's erfahren hab...

    Aber als mir meine Mutter eben erklärt hat, wie das alles dann morgen abläuft, hätte ich heulen können... könnte ich jetzt auch...

    Und dazu kommt: Ich hab keine Ahnung, was von mir erwartet wird, ich kann nicht gut mit anderen Menschen umgehen, erst recht nicht mit trauernden... wie soll ich mich denn da verhalten? Meine Tante hat ihren Mann verloren, meine Oma ihren Bruder, meine Cousine und mein Cousin ihren Großvater... die trauern wirklich, wie geh ich damit um? Und warum fühl ich mich so verdammt gefühlskalt, weil ich nicht wirklich trauere?
    Gott...

    Weiß auch nicht, warum ich das hier schreibe...
     
    #1
    drusilla, 1 November 2007
  2. Gucky
    Gucky (35)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Wenn man jemanden nicht wirklich gekannt hat, ist es ja keine Schande, wenn man nicht in tiefster Trauer versinkt, aber du kannst den anderen Angehörigen, die ihm nahe standen, dein Mitgefühl ihnen gegenüber zeigen und mehr wird da sicher auch nicht von dir verlangt.
     
    #2
    Gucky, 1 November 2007
  3. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Das denke ich auch - Du musst da nicht in Tränen ausbrechen, wenn Du nicht persönlich traurig bist. Falls am Grab kondoliert wird, dann drück den Leuten die Hand sag "Mein Beileid", persönliche Worte KANNSTE später noch an sie richten.

    Ich war im Alter von elf Jahren bei der Beerdigung meines Großvaters VORHER gar nicht wirklich traurig, wir Enkel standen ihm nicht so nah, er war jetzt nicht der fürsorgliche "nahe" Opa. Bei der Beerdigung habe ich dann aber trotzdem ziemlich weinen müssen, einfach die Stimmung, der Sarg, die getragene Musik, langsam das Kapieren, dass meine Mutter nun "Halbwaise" ist :zwinker:.

    Es wäre unpassend, groß herumzugackern oder superfröhlich zu sein, was Dir ja auch klar ist - aber keiner erwartet eine Trauermiene oder Tränen von Dir. Du musst nicht viel reden, hör zu, sei zurückhaltend, fertig.
     
    #3
    User 20976, 1 November 2007
  4. User 63857
    User 63857 (52)
    Sehr bekannt hier
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    178
    515
    Single
    Hmmmm..... In einem solchen Fall würde ich wohl gar nichts sagen. Ich würde an die nächsten Verwandten herantreten, ihnen die Hand geben und ihnen stumm zunicken. Würde ich etwas sagen, dann würde es sicherlich nur falsch ankommen können und die wirklich trauernden eventuell nur verletzen. Also so würde ich es halt machen.
     
    #4
    User 63857, 1 November 2007
  5. Karry87
    Verbringt hier viel Zeit
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    4
    nicht angegeben
    Hallo drusilla,

    vor wenigen Monaten ist mein Cousin gestorben. Auch überraschend, an einem Autounfall. Es hat alle ziemlich hart getroffen. Und für mich war es auch die erste Beerdigung.

    Ich hatte auch ein wenig bange vor dieser ganzen Sache, wusste nicht was zu tun ist. Ich kannte Beerdigungen nur aus dem Fernsehen und das kann man wohl auch nicht mit dem realen Leben vergleichen.

    Hinterher kann ich dir sagen: Es wird nichts erwartet. Niemand erwartet etwas von irgendjemandem.
    Die Beerdigung ist da, um Abschied zu nehmen. Und jeder tut das auf seine Weise. Gib dich so wie du bist. Es gibt welche, die die ganze Zeit unerbittlich weinen werden und andere (wie du vielleicht) werden einfach nur da sitzen und schweigen. Es ist jedem selbst überlassen, auf welche Art er Abschied nimmt und niemandem ist irgendetwas vorgeschrieben. Geh unbefangen an die Situation und lass es auf dich zukommen.

    Du brauchst vor nichts Angst zu haben oder nervös zu sein. Alle Menschen die da sind, trauern und alle sind mit ihren eigenen Gedanken und Gefühlen beschäftigt.

    Alles Gute und mein Beileid.
     
    #5
    Karry87, 1 November 2007
  6. davinci
    davinci (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Dass du da bist. Um mehr geht es doch auch nicht.
    Man sieht, dass die Freunde und Familie den Versotbenen nicht vergessen haben und die Trauernden fühlen sich nicht so einsam.

    Keine knallbunte Kleidung anziehen, keine Lieder singen und möglichst nicht unpassend lachen.
    Mehr kann man wohl kaum falsch machen.

    Weil es dich trotzdem beschäftigt?

    Die wirkliche Trauer kommt meist sowieso viel später, wenn man den Verlust realisiert hat.
     
    #6
    davinci, 1 November 2007
  7. drusilla
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Na klasse... alle verlassen sich auf mich, dass ich mich um meine Cousine kümmere und ansonsten zur Auflockerung den Alleinunterhalter spiele... :ratlos:
     
    #7
    drusilla, 2 November 2007
  8. ~Lady~
    ~Lady~ (30)
    Meistens hier zu finden
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    Verheiratet
    Oh je, wer verlangt das von dir?
    Deiner Familie muss doch aber klar sein, dass du dich nicht automatisch um die kümmern kannst, die mehr unter dem Verlust leiden als du.
    Das macht man freiwillig, wie man es eben schafft.
    Aber es ist zuviel, davon auszugehen, dass du alle anderen trösten kannst. Auflockerung klingt da auch nicht so berauschend. Auf einer Beerdigung ist das eine heikle Sache. Die Stimmung ergibt sich da von selbst; wer Trost braucht, wird ihn auch bekommen. Aber man sollte da nichts erzwingen.
    Da wird dir irgendwie zu viel aufgebürdet, denke ich.
     
    #8
    ~Lady~, 2 November 2007
  9. User 35148
    User 35148 (43)
    Beiträge füllen Bücher
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    nicht angegeben
    :knuddel:

    Niemand erwartet irgendwas von Dir.
    An so einem Tag denkt man sehr an die verstorbene Person,
    tröstet sich gegenseitig, erzählt sich alte und neue geschichten,
    egal, ob sie von der gewissen Person handeln oder nicht.
    Man ist einfach als Familie und auch mit Freunden zusammen.

    Selbst wenn man Dich darum bittet, Dich um Deine Cousine zu kümmern, heisst das doch nur, dass Du sie z.B. an die Hand nehmen könntest.
    Wenn sie Ablenkung braucht, wird sie Dich das schon wissen lassen.

    Du musst sie keinesfalls unterhalten und sie "mit aller Gewalt" von der Trauer fernhalten.
    Denn sie muss das auch irgendwie verarbeiten.
    Vielleicht wird sie Dich morgen gar nicht brauchen, vielleicht erst später. Biete ihr an, dass sie zu Dir kommen darf, wenn ihr danach ist. Mehr nicht.
    Du hast keinerlei Verpflichtungen!

    Und die Trauer, die Tränen, werden von alleine kommen! :cry:

    Ich dachte früher auch so... "der oder die is gestorben, aber wieso fühl ich nichts!?". Du wirst es spüren, wenn Du dabei bist!

    Als meine Mutter vor wenigen Monaten gestorben ist... da hat es mich innerlich zerrissen.
    Von wegen gefühlskalt. Du hättest sehen müssen, wie ich geheult hab :flennen:
    Nicht nur am Morgen, als sie so friedlich in ihrem Bett lag,
    sondern auch auf der Beerdigung... vor dem Sarg.
    Ich hatte das letzte schöne Bild von ihr vergrößern und dort hinstellen lassen.
    Soviel geweint hab ich in meinem bisherigen Leben noch nicht,
    ausser vielleicht einmal als ich mal (berechtigterweise) eine Tracht Prügel bekommen hatte :schuechte

    Denk bitte nicht zuviel über morgen nach!
    Konzentrier Dich lieber auf das jetzt.. und auf übermorgen ;-)

    :engel_alt:
     
    #9
    User 35148, 2 November 2007
  10. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.092
    348
    2.105
    Single
    Auf einer Beerdigung werden eigentlich nur 2 Dinge von einem erwartet:
    1. anwesend sein
    2. nicht negativ auffallen (z.B. knallbunte Kleidung, übermäßig fröhlich und lustig sein, Witze oder negative Dinge über den Verstorbenen erzählen, etc. - Aber das sagt einem eigentlich alles der gesunde Menschenverstand, dass man so etwas nicht tun sollte).

    Ansonsten: Jeder trauert anders und auf seine Art. Dem einen geht der Tod dieser Person sehr nahe, dem anderen eher nicht. Der eine zeigt seine Trauer nach außen hin (Weinen, etc.), der andere zeigt seine Trauer nicht so, bleibt eher kühl, was aber nicht heißt, dass er weniger trauern würde.
    Genau das wird bei einer Beerdigung auch respektiert.
     
    #10
    User 44981, 2 November 2007
  11. drusilla
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.074
    123
    14
    vergeben und glücklich
    Vielen Dank für eure Antworten! Das hat mir doch sehr geholfen...

    Also, Ablauf des Ganzen:

    Wir sind zu meinen Großeltern gefahren (meine Oma = Schwester d. Verstorbenen). Dann von dort aus zum Friedhof, wo wir auch bald auf den Rest der Verwandtschaft trafen und nach einer kurzen Begrüßung in die Kapelle gingen.

    Dort haben wir dann nach dem Ablegen der Blumen sehr lange bei Musik von CD gesessen, jeder hing seinen Gedanken nach.
    Später kamen dann die weiteren Trauergäste. Und schließlich die Rednerin.

    Zur Rede sag ich nur soviel: Unpassend, gefühllos, grausam, unpersönlich, stilistisch katastrophal, inhaltlich sich widersprechend... :kopfschue Meine Mutter meinte später, die Rede sei ihr regelrecht sauer aufgestoßen, hätte sie regelrecht aus den Gedanken gerissen und gestört. Naja...

    Ich hatte einfach nur Mitleid mit meiner Cousine und meinem Cousin. Ansonsten habe ich nunmal nicht getrauert, aber sie taten mir so leid... ich saß da und wünschte, sie müssten nicht so leiden...

    Richtig schlimm war dann die Beisetzung. Als meine Tante am Grab endgültig die Fassung verlor... Gott... aber helfen kann man in dem Moment ja auch nicht...

    Dann verabschiedete sich die Rednerin mit drohendem Blick, äußerst festem Händedruck und einem bestimmten: "Auf Wiedersehen!!"

    Aber das, wovor ich am meisten Angst hatte, das Kaffee trinken danach, war längst nicht so dramatisch wie befürchtet. Alle hatten sich mehr oder weniger wieder gefangen, und als meine Kousine neben mir zu kichern anfing, weil mein Magen knurrte, war das Eis gebrochen.

    Das Gespräch drehte sich dann wirklich vorwiegend um die Ausbildung meines Cousins und mein Studium, die Stimmung war relativ positiv für den Anlass. Eben ein "sich wieder dem Leben zuwenden"...
    Ich hatte eben Angst davor, dass alle schluchzend am Tisch sitzen und man zwanghaft von irgendwas Positivem reden muss, aber dem war absolut nicht so.

    Ich hoffe nur, das meine Oma mit dem Ganzen klar kommt, sie hatte heute wirklich schlimme Herzbeschwerden vor Stress und Kummer... hoffentlich steht sie das durch...
     
    #11
    drusilla, 2 November 2007

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