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Morgengrauen

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von 2000mm, 16 Juli 2006.

  1. 2000mm
    2000mm (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Das hat zwar im Grunde rein gar nichts mit Liebe und Beziehung zu tun, aber jeder der schonmal eine Trennung durchlebt hat, wird sicherlich zu mindest ansatzweise die Überlegungen kennen. Aber lest selbst. :zwinker:



    Es war früh am Morgen. In wenigen Minuten würde die Sonne aufgehen. Doch die tief schwarzen Wolken, die den Himmel dominierten, ließen noch keinen Lichtstrahl durch. Lediglich am Horizont, durchbrach ein tiefes Morgenrot an einigen Stellen die Wolkendecke. Der heulende Wind peitschte eindrucksvoll über die raue See. Er schob immer wieder hohe Wellen gegen das Kliff, welches sich der gewaltigen Kraft unbeeindruckt wiedersetzte.

    Von der Kante des Kliffs aus blickte ich in die tosende See direkt unter mir. Inmitten dieser Naturgewalten kam ich mir noch kleiner und unbedeutender vor, als sonst. Ich ging einen Schritt weiter, so dass ich am äußersten Rand stand. Ich hatte keine Angst. Der Wind zerrte an meiner Kleidung, als wolle er mich halten. Doch ich ließ mich nicht mehr umstimmen.

    Ich schloss meine Augen, atmete tief ein und streckte meine Arme aus. Gleich würde ich frei sein. So frei, wie ich mich in diesem Moment bereits fühlte. Nur noch ein Schritt und ich würde eins werden, mit der weiten See. Ich ging etwas in die Knie, ließ mich leicht nach vorne Kippen und sprang. Jetzt hatte ich es nicht mehr in der Hand.

    Die Zeit war wie stehen geblieben. Die Wellen die gegen das Cliff schlugen, ließen nach. Der Wind klang wie in weiter Ferne. Ich hatte das Gefühl in der Luft zu stehen. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Mir gingen Erinnerungen wie Filmfetzen durch den Kopf. Mehr und mehr positive Dinge, die ich längst vergessen hatte, kamen wieder hervor. Nun war ich mir nicht mehr sicher. Hatte ich die richtige Entscheidung getroffen?

    Ein Ruck fuhr durch meinen Körper. Ich war irgendwo aufgeschlagen. Ein Schmerz breitete sich langsam in mir aus. Etwas stimmte nicht, denn ich hörte wieder das Rauschen der Wellen. Spürte wie der Wind über mich fegte. Vorsichtig öffnete ich die Augen und starrte in den wolkenverhangenen Himmel. Ich drehte den Kopf zur Seite und erkannte den Boden, auf dem ich zuvor noch gestanden hatte. Der Wind musste mich zurück gedrückt haben. Ich schloss die Augen wieder, um noch einige Zeit dem Wind zu lauschen, bevor ich mich zurück nach Hause schleppte.
     
    #1
    2000mm, 16 Juli 2006
  2. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher
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    Verlobt
    Klasse, ganz einfach klasse! Richtig gut!

    Ja, mehr bleibt da gar nicht zu sagen! Ich kenne das Gefühl, aber du hast eine richtig klasse Gedankenskizze draus gemacht. Einfach gut.
     
    #2
    Shiny Flame, 16 Juli 2006

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