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motorradunfall

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von dk85, 19 Januar 2007.

  1. dk85
    dk85 (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    guten tag,

    ich hatte am 27.9.06 einen relativ schweren motorradunfall. infolge dessen bin ich jetzt in einem gerichtsprozess drin, indem ich an einem punkt angekommen bin, an dem ich gerne ein paar andere meinungen gehört hätte.

    also um den thread nicht nur nur juristisch spannend zu gestalten sondern auch ein bisschen action reinzubringen, schilder ich zunächst einmal den unfallhergang:

    am 27.9 fuhr ich also mit meiner freundin als sozia los, um meine lieblingsstrecke durch die voreifel zu befahren. kurz vor ende meines wohnortes, also am ortausgang, bemerkte ich einen radfahrer auf der rechten seite meiner fahrbahn, in meiner richtung vor mir fahrend. ich näherte mich von hinten, mit der absicht ihn zu überholen, da er weder unsicher fuhr, noch irgendwie abbiegen zu wollen schien. kurz bevor ich ihn überholen konnte, er war mittlerweile auf der höhe einer verkehrsinsel, die sich in der mitte der strasse befand, zog er dann plötzlich und ohne vorwarnung, also handzeichen gegeben zu haben oder sonstige ausfallerscheinungen gemacht zu haben, nach links rüber in meine fahrspur. ich vollzog eine vollbremsung in folge derer mein vorderreifen blockierte und nach rechts wegglitt. ich schlug mit der linken seite meines körpers auf die verkehrsinsel auf und brach mir den linken arm 3 mal, 2 mal davon offen. meine freundin kam mit einer schürfwunde am knie davon, den fahrradfahrer habe ich am lenker seines fahrrades gestreift, er prellte sich wohl unwesentlich die hand.

    so das ist der unfallhergang ziemlich detailliert geschildert aus der sicht, wie ich den unfall erlebt habe.

    ok strafverfahren gegen mich wegen fahrlässiger körperverletzung wurde bereits eingestellt, sodass es im moment nur um das zivilrechtliche geht. und da stehe ich im moment vor einem ziemlichen dilemma.

    für mich spricht: der fahrradfahrer hat seine abbiege absicht nicht erkänntlich gemacht, sowie seine umschaupflicht vernachlässigt. außerdem befand sich neben der strasse ein ausgeschilderter fahrradweg, den er verpflichtet war zu benutzen.

    gegen mich spricht: ich war wohl zu schnell. ich kann mich daran nicht mehr erinnern aber auf grund der unfall spuren würde ein gutachter wohl auf ~70km/h kommen. ich durfte aber nur 50km/h, da das ortsende schild 30m nach der unfallstelle steht. zudem kommt dazu, dass ich wohl den unfall hätte verhindern können, wenn ich 50km/h gefahren wäre, also rein rechnerisch betrachtet.

    die gegner versicherung spricht mir 2/3 der schuld zu, ich sehe mich aber nur zu 1/3 schuldig an dem unfall. da ich aber keine rechtsschutzversicherung habe, bin ich unschlüssig ob ich dort einen rechtsstreit anfangen soll... ich werde wohl bleibende einschränkungen in der bewegung meines armes durch den unfall zurückbehalten (das schultergelenk war gebrochen) und ich möchte nicht mit 40 totale probleme im arm haben und jetzt nicht vernünftig geklagt zu haben. ich bin student, meine eltern unterstützen mich zwar wo sie können dennoch bin ich unschlüssig...

    was würdet ihr in der situation machen?
     
    #1
    dk85, 19 Januar 2007
  2. LaPerla
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    vergeben und glücklich
    Ich würde mich erstmal absichern über jemanden der spezialisiert ist das es sinn macht den rechtsstreit einzugehen.

    Generell ist es so, dass man bei Fahradfahrern und Fußgängern immer eine Teilschuld hat, egal ob man den Unfall verursacht hat oder nicht.

    Ich denke nicht dass es sich lohnt das drittel das du forderst einzuklagen. Es kommen eine Menge Papierkram und Kosten auf dich zu. Ich kann mir gut vorstellen, dass du es als ungerecht empfindest, aber ich denke nicht das man da noch viel machen kann.

    Alles gute und gute Besserung
     
    #2
    LaPerla, 19 Januar 2007
  3. Immortality
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    Single
    Wie sieht die Strafe für dich denn aus, wenn es bei einer 2/3-Schuld bleibt? Also wie schlimm wär das für dich? Und wie groß der Unterschied bei einer 1/3-Schuld?

    Zum eigentlichen Thema würde ich mich einfach mal mit jemandem in Verbindung setzen, der davon wirklich Ahnung hat. Alles andere bringt dir nicht viel, und auch hier werden die meisten nur mutmaßen können.
     
    #3
    Immortality, 19 Januar 2007
  4. brainforce
    brainforce (33)
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    nicht angegeben
    im Normalfall bleibt dir da nur ein Rechtsanwalt der sich damit auskennt - und da kostet auch die Beratung!
    Glaube wenn du bzw. deine Eltern beim ADAC sind bekommt man dort ne kostenlose anwaltliche Beratung:ratlos:

    ansonsten würd ich mal das Stichwort "Prozesskostenhilfe" in den Raum werfen?:ratlos:

    Welche Vorteile erhoffst du dir den von einem Rechtsstreit?

    weiß nicht aber evtl. ist es möglich dir einen gewissen Behinderungsgrad anzuerkennen - kann nur Vorteile für dich haben. Ärtze sind da die besten Ansprechpartner.
     
    #4
    brainforce, 19 Januar 2007
  5. Tinkerbellw
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    nicht angegeben
    die kostenlose ADAC Beratung na ja , sovie geholfen, hat die bei uns nicht!

    Du kannst Klagen aber so wie du den Fall schilderst sieht es nciht so aus, als ob du viel ereichen würdest
    1. warst du zu schnell
    2. wolltest du in einer Engstelle überholen

    das ist aber nur meine meinung, frei von jedem juristischen know-how!
     
    #5
    Tinkerbellw, 19 Januar 2007
  6. dk85
    dk85 (31)
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    einen anwalt habe ich schon 2 wochen nach dem unfall konsultiert um das juristisch klar zu kriegen. der meint, aufgrund der sachlage wie sie im moment besteht sieht es so aus:

    gegnerische versicherung: 66% ich schuld
    mein anwalt: 20% ich schuld (wenn ich nicht zu schnell war)

    da ich nicht wusste wie schnell ich war hab ich mir das grob, also für den schlechtesten fall ausgerechnet, da komm ich auf 72km/h, das wird auch sicherlich ein gutachter der gegnerversicherung ausrechnen, da er ja eine möglichst grosse teilschuld für mich erreichen will.

    dennoch sind mir, auch wenn ich zu schnell war, 66% einfach zu viel.

    ok um mal zu klären was diese 66% bedeuten: würde ich 3000€ schmerzensgeld fordern (hab ich bis jetzt vorerst gemacht) kriege ich, da ich zu 1/3 nicht schuld bin 1/3 * 3000€ = 1000€ . das 1/3 als faktor bezieht sich dabei auf alles, also schmerzensgeld, beschädigungen am motorrad etc...
    gehe ich vor gericht und sage, ich bin nur 25% schuld, also 75% der andere sieht es so aus:

    der richter schaut halt inwieweit er dem zustimmen kann. kriege ich 25% schuld zugesprochen, bzw mein gegner 75% der schuld, habe ich "gewonnen" also der faktor mit dem alles multipliziert wird wird auf 75% = 3/4 hochgesetzt und mein gegner muss den prozess bezahlen!

    kriegt mein gegner dagegen nur beispielsweise 50%, von den geforderten 75% der schuld, wirds kompliziert. ich habe 75% für meinen gegner verlangt aber nur 50% gekriegt, d.h. de facto bin ich mit meiner schuld von 66% auf 50% gefallen also 16%punkte. das problem dabei: er hat 25%punkte nicht gekriegt!!!!!! jetzt wird wieder prozentual geschaut wieviel ich "gewonnen" habe (berechnet für meinen gegner):

    75% gefordert 50% gekriegt also ist er um 17%punkte "mehr schuld" als vorher(vorher war er 1/3 = 33% schuld, ich 2/3 = 66%).
    ich hatte aber gefordert das er von 33% der schuld auf 75% der schuld steigt, also um 42%punkte
    17 von 42 sind 40%. also ich habe vom geforderten nur 40% recht gekriegt und 60% der andere.

    damit ergibt sich: mein faktor wird von 33% = 1/3 auf die 50% = 1/2 hochgesetzt, die der richter mir zugestanden hat... das wäre nicht schlecht, das problem jedoch:

    um das zu erreichen musste er und ich unsere anwälte bemühen, nen richter bezahlen, nen gerichtssaal mieten etc. diese kosten werden nun jedoch danach aufgeteilt, wieviel "prozent recht" ich erwirken konnte, d.h. ich muss, da ich nur 40% recht gekriegt habe 60% der kosten zahlen, er muss 40% der kosten zahlen.

    d.h. da ist ne menge risiko dabei aber auch einiges zu holen. ich will einfach nicht später dastehen und mir denken: "man hätteste mal geklagt!"
     
    #6
    dk85, 19 Januar 2007
  7. brainforce
    brainforce (33)
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    nicht angegeben
    das ist ne wirklich komplizierte Sachlage und wirklich was sinnvolles raten kann dir nur ein Anwalt sonst niemand - allerdings ist der auch auf sein eigenes Wohl bedacht.

    Dir nutzt es nichts wenn du 1500 Euro mehr rausholst und gleichzeitig Prozesskosten von 2000 Euro hast.
     
    #7
    brainforce, 19 Januar 2007
  8. wassernixe41
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    Verheiratet
    Frag mal bei www.verkehrsportal.de nach. Das ist auch ein Forum und da wird man Dir vielleicht eher helfen können, was nicht heissen sollen, das es hier nicht auch Leute gibt, die Dir bei Deinem Problem weiterhelfen können :tongue:
     
    #8
    wassernixe41, 19 Januar 2007
  9. dk85
    dk85 (31)
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    richtig, genau das ist das problem. das einzige was mir bleibt ist selber abzuschätzen wieviel schuld ich mir selber geben muss, um möglichst "viel recht" zu kriegen und möglichst wenig der prozesskosten tragen zu müssen aber dennoch eine verbesserung zu erreichen.

    das mit der prozesskosten hilfe werde ich mal nachsehen, ich hatte das zwar schonmal beantragt aber es aus anderen gründen nicht gekriegt. mal sehen wies jetzt aussieht!

    @wassernixe41: ok danke, ich werde mich dort mal umsehen!
     
    #9
    dk85, 19 Januar 2007
  10. Mr. Sim
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    Hi!

    Mal kurz eine Nebenfrage:

    Hattest du Schutzkleidung an? Hose, Jacke, Motorradstiefel?

    Das sind ja echt ein paar ernste Verletzungen! Bin auch Motorradfahrer und habe gerade etwas geschluckt als ich gelesen habe was dir mit 70 km/h so alles passiert ist.

    Mich hat es im Herbst mit 40 km/h zerlegt und da bin ich mit einem blauen Zeh und einer ganz leichten Schulterprellung rausgekommen. Allerdings mit hochwertiger Schutzkleidung, Handschuhe und Motorradstiefel.

    Grüße,

    Mr. Sim
     
    #10
    Mr. Sim, 19 Januar 2007
  11. dk85
    dk85 (31)
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    Single
    ich hatte einen helm, eine ersatzjacke (meine dicke gepolsterte motorradjacke hatte meine freundin an), stiefel und handschuhe an.

    die verletzungen kommen wohl daher, dass ich einmal mit meinem arm genau auf die kante vom bordstein der verkehrsinsel geprallt bin und wahrscheinlich meine freundin von hinten auf mich drauf gefallen ist.. das hat dann der arm nicht gehalten.. bin aber eigentlich ganz froh, dass es so gelaufen ist. hätte auch weit aus schlimmer ausgehen können.
     
    #11
    dk85, 20 Januar 2007

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