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Muss einfach mal alles niederschreiben...

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Party_Girl, 23 Dezember 2009.

  1. Party_Girl
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    vergeben und glücklich
    Hallo ihr

    Ich bin 20 Jahre alt und meine Eltern trinken. Beide. Meine Mutter seit ca. 10 Jahren bei meinem Vater weiß ich es nicht so genau, aber richtig aufgefallen ist es mir vor ca 2 - 3 Jahren.

    Ich hatte schon etliche Gespräche mit meiner Mutter wegen Therapie etc. ich war mit ihr auch schon bei einer Beratungsstelle. Aber zu dem Schritt in eine Klinik zu gehen ist es noch nicht gekommen. Sie meinte zwar nach Neujahr, aber das glaube ich ihr nicht da sie das selbe schon letztes Jahr sagte.

    Sie gibt aber auch zu das sie ein Alkoholproblem hat. Ganz im Gegenteil zu meinem Vater. Der sagt selbst das meine Mutter kein Alkoholproblem hat, sie trinkt ja "nur" Wein...

    Er trinkt Bier. Und das nicht wenig. Er ist des öfteren angetrunken. Er ist dann nicht aggressiv oder so, aber naja schön und gut ist es trotzdem nicht. Meine Mutter wird immer sehr sehr aggressiv wenn sie angetrunken ist. Besoffen sind beide eigentlich nie aber eben angetrunken.

    Es ging schon so weit das sie schon 2 mal mit dem Messer auf mich losgegangen ist. Naja bei dem einem mal war ich ca. 14 und da ging mein Bruder dazwischen. Das letzte mal war vor 2 Monaten oder so, da ging mein Vater dazwischen. Mittlerweile bestreitet er aber das meine Mutter das getan hat und er dazwischen gegangen ist. Naja.

    Meinen Vater werde ich NIE zu einer Therapie überreden können das weiß ich. Er denkt man kann durch Bier und Wein kein Alki sein:rolleyes:.

    Er arbeitet schon lange auf Montage. Mittlerweile ist er jedes Wochenende zu Hause früher war er manchmal 3 - 5 Monate durchgehend weg. Ich denke daran könnte sein Alkoholkonsum liegen. Der Alk ersetzt uns. Die Familie.

    Bei meiner Mutter weiß ich es nicht. Sie meinte als ihre Oma vor ca. 15 Jahren gestorben ist, hat das angefangen. Und jetzt ist sie eben süchtig. Bei meiner Mutter habe ich wie gesagt noch hoffnung das sie etwas dagegen macht. Aber bei meinem Vater eben nicht.

    Ich schreibe hierrein weil das einfach raus muss. Ich frage mich immer wieder: " Wieso ich?" Warum müssen meine Eltern Alkis sein?

    Wenn ich wenigstens bei beiden etwas machen könnte...Aber bei meinem Vater werde ich NIE ne Chance haben. Und das macht mir Angst. Ich habe Angst das er mal plötzlich stirbt weil seine Leber versagt.

    Bei meiner Mutter die selbe Angst wenn sie nicht bald etwas tut. Aber was kann ich tun? Nichts wenn sie es nicht will....Ja, ich könnte selbst zu einer Selbsthilfegruppe gehen aber glaubt mir, mich kann man nicht mit diesen Psychogelaber glücklich machen. Es ist trotzdem so, meine Eltern sind trotzdem Alkis auch wenn mir jemand alles schön reden will es wird sich nichts an der Situation ändern.

    Meine Eltern verlassen? Nein. Ich liebe sie. Sie sind meine Eltern. Ich möchte eine Familie haben. Auch wenn beide Alkis sind. Wenn meine Mutter nüchtern ist, was sie die ganze Zeit eigentlich ist bis auf Abends manchmal eben, dann ist sie ein Schatz. So eine liebe, nette Person, die nie niemals ihren Kindern was antun würde.

    Nur sobald zu viel Alkohol im Spiel ist, wird sie zu einem Monster. Einem grässlichem Monster. Und mein Vater? Naja entweder er ist total gut gelaunt oder er beleidigt mich.

    Ich würde gerne mal Studieren. Molekulare Medizin. Mein Ziel. Er ist Lackierer für Flugzeuge. Nichts schlechtes. Aber er macht mich total runter dann. Komm von deinem hohem Ross runter, das schaffst du eh nicht. Im Moment hole ich meinen Realschulabschluss nach per Fernschule.

    Das kostet Geld. ABER ich habe ihm hoch und heilig versprochen, das ich ihm das wieder zurückgebe. Danach möchte ich Abi machen, Studieren und dann arbeiten. Das ist mein Wunsch, mein Traum und er stellt mich als total verblöded hin wenn er ANGETRUNKEN ist. Nicht im nüchternen Zustand.

    Naja wie auch immer. Es tut gut das niedergeschrieben zu haben. Danke an alle die das ganze hier durchgelesen haben.

    Lg. Party_Girl
     
    #1
    Party_Girl, 23 Dezember 2009
  2. User 52655
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Nun, es ändert vielleicht nichts an der Situation, aber es kann dir vielleicht helfen, zu lernen damit umzugehen und dich nicht mehr für deine Eltern verantwortlich zu fühlen.
    Denn das bist du nicht. Es ist ihr Leben und so traurig das klingt, wirst du nichts daran ändern können, dass sie es wegwerfen, solange sie das nicht selber einsehen. Gerade Alkoholabhängige sehen oftmals erst ein, dass sie etwas tun müssen, wenn sie ganz unten angekommen sind. Und solange immernoch jemand für sie da ist, wird das nicht passieren. Da deine Eltern immernoch einander haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie einfach so weiter machen.
    Du kannst also absolut nichts ändern. Deine einzige Möglichkeit ist, Strategien zu entwickeln, damit umzugehen (und dabei kann ggf ein Therapuet helfen) und dich soweit wie möglich von den schlechten Einflüssen fern zu halten und dich auf dein eigenes Leben und deine eigenen Ziele zu konzentrieren.
     
    #2
    User 52655, 23 Dezember 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 2
  3. Party_Girl
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    vergeben und glücklich
    Ich fühle mich nicht direkt verantwortlich für meine Eltern. Das war mal. Ich lasse sie einfach tun was sie wollen. Dennoch verletzt es mich. Ich könnte natürlich zu einem Therapeut gehen. Aber ich werde trotzdem weiterhin traurig sein. Das weiß ich einfach ich kenne mich. Ganz einfach, weil meine Eltern trotzdem "krank" sind.
     
    #3
    Party_Girl, 23 Dezember 2009
  4. ülpentülp
    0
    ich gebe nubecula recht: eine änderung können nur deine eltern selbst erreichen. so sie dies wollten.

    andererseits klingt aus deinem text sehr hervor, das du deine eltern magst und dir sorgen machst, statt sie einfach abzustempeln und abzuhaken.
    nun - es gibt auch beratungsangebote für "co-abhängige" , also familienmitglieder, die zwar nicht trinken und dennoch betroffen sind.
    vielleicht solltest du dich mal dahingehend schlau machen.

    noch etwas: lass deine mutter nicht merken, das du ihr nicht glaubst. das wäre für sie nur ein grund mehr nichts zu ändern.

    mehr gern per PN.

    bleib dran. nicht viele "alkis" haben solche sich sorgende kids :zwinker:.

    gruß
     
    #4
    ülpentülp, 23 Dezember 2009
  5. User 52655
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    vergeben und glücklich
    Natürlich tut das weh. Das ist auch ganz normal, wenn man zusehen muss, wie geliebte Menschen sich zugrunde richten.
    Nur ist es, wenn man daran nichts ändern kann, eben besser, einen gewissen Abstand zu gewinnen. Da das räumlich (wenn ich mich recht erinnere ging es in einem anderen Thread darum) anscheinend zur Zeit nicht möglich ist, musst du versuchen, das zumindest psychisch zu schaffen. Denn es beeinträchtigt dich ja offensichtlich. Du hoffst, dass du deine Mutter doch noch zur Therapie bewegen kannst, du nimmst dir die Launen und Aussagen deiner Eltern sehr zu Herzen... Und dabei kann eine Therapie eben helfen.
     
    #5
    User 52655, 23 Dezember 2009
  6. Party_Girl
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    vergeben und glücklich
    Das kann gut sein Nubecula. Ich merke schon das ich psychisch etwas angeschlagen bin durch diese geschichten. Aber ich versuche all das zu verdrängen. All das was bisher in meiner Kindheit und meiner Jugend mit meiner alten Schule passiert ist. Ich verdränge das und denke nicht dran. Deswegen denke ich, ich kann das ohne Therapie schaffen. Ich verdränge einfach alles was geht...
     
    #6
    Party_Girl, 23 Dezember 2009
  7. User 52655
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Verdrängung mag für den Moment hilfreich erscheinen, auf Dauer kann das aber böse nach hinten losgehen, denn es nagt unbewusst immer weiter an einem.
    Und wie gesagt, es scheint dich ja auch jetzt schon zu beeinträchtigen.
     
    #7
    User 52655, 23 Dezember 2009
  8. User 10802
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    nicht angegeben
    Man kann nicht alles verdrängen... nicht dauerhaft. Irgendwo bleibt das hängen. Ich finde die Vorschläge von Nubecula und Ülpentülp sehr gut. An Deiner Stelle würde ich mich mal weiter in die Richtung informieren, es mal wagen einen dieser Schritte zu gehen. Das alles ganz allein zu stemmen und dabei alles was schmerzt in Dich hineinzufressen ist auf Dauer nicht gut für Dich, fürchte ich... Trotzdem find ich's toll dass Du so kämpfst, zu deinen Eltern stehst und doch trotzdem Deinen Weg gehen willst. Lass Dir den von niemandem nehmen. Dein Wohl, Dein Glück geht vor.

    lg,
    brainie
     
    #8
    User 10802, 23 Dezember 2009
  9. Vixen
    Vixen (28)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    Hallo Partygirl,
    ich kenne Deine Situation. Mein Vater ist Alki und meine Mutter war es bis vor 2 Jahren. Da ist Sie Nachts im Suff von der Treppe gestürzt und auf dem Weg ins KH an ihren schweren Schädelverletzungen gestorben. Sie wurde 46 Jahre alt!:frown:
    Mein Vater trinkt seitdem noch mehr als vorher. Früher war es mal ne Flasche Schnaps zum Fernsehen und nun sind daraus eine Pulle Schnaps und eine halbe Kiste Bier geworden!
    Er ist Chemiker und nicht dumm oder so, aber er erkennt seine Situation nicht ganz. in der Arbeit ist er deshalb schon mehrfach negativ auffällig geworden.
    Ich habe, als Mama noch lebte, mehrmals versucht mit Ihnen über Ihr "Problem" zu sprechen. Die einzige Antwort und die kam in Stereo war das sie kein Problem mit Alkohol hätten.
    Du wirst irgendwann erkennen müssen das deine Eltern sich nur selbst helfen können indem sie einsehen das sie krank sind!
     
    #9
    Vixen, 23 Dezember 2009
  10. ülpentülp
    0
    Off-Topic:
    @vixen,
    thx für deinen beitrag. leider ist es immer noch so, das viele alkoholismus für ein problem der "unterschicht" (boah!), der assis halten. am lautesten schreien die, die der sogenannten "besseren schicht" angehören - und selber saufen.

    aber auf arbeits- und obdachlosen herumzutrampeln hilft ja erstmal , vom eigenen problem abzulenken. vor allem sich selbst.

    tut mir leid für dich wegen deiner mama.
     
    #10
    ülpentülp, 24 Dezember 2009
  11. Vixen
    Vixen (28)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    @ ülpentülp,

    genau das Gegenteil ist der Fall. Mir kommt es oft so vor als ob Angehörige der "besseren" Schicht mehr Probleme "ohne" Alkohol haben!

    Danke
     
    #11
    Vixen, 24 Dezember 2009
  12. ülpentülp
    0
    genauso wars gemeint und geschrieben :zwinker:
     
    #12
    ülpentülp, 24 Dezember 2009
  13. Beastie
    Beastialische Beiträge
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    Single
    du redest es dir übrigens auch selber schön

    ''meine mutter is ein alki... [...]... aber eigentlich is sie nur abends angetrunken.. und auch nur manchmal...''

    eine selbsthilfegruppe soll dich gar nich glücklich machen.
    sie soll dir helfen, besser mit der situation umzugehen

    warst du schon mal beim therapeuten?
     
    #13
    Beastie, 24 Dezember 2009
  14. User 67523
    User 67523 (39)
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    vergeben und glücklich
    ist eine schwierige Situation. Ich denke, sie ist zu erdrückend, um damit alleine fertig zu werden.
    So hart es tönt, doch ich denke, Du musst Dir Abstand verschaffen. Wenn Du ausziehst, kannst Du sie ja trotzdem noch besuchen und hast eine Familie, doch Du hast diese Kräfte zehrenden Situationen nicht andauernd, und einen "Kampf" gehen ihre Sucht wirst Du nicht gewinnen.

    Der Vater meiner Freundin ist Alkoholiker seit etwa 20 Jahren, mein Vater ist durch eine schwere Behinderung stark tablettenabhängig (Schmerzmittel und Antidepressiva) - was will man tun?

    Letztendlich...an allererster Stelle...schütz Dich selbst!
     
    #14
    User 67523, 24 Dezember 2009
  15. aiks
    Gast
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    Spätestens wie mein Vater sich regelämßig angepinkelt hat, meiner Mutter vor mir besonders viel Zuneigung gezeigt hat und zu mir gesagt hat, dass ich eh die ganze Stadt ficke hat es mich nicht mehr sonderlich gekümmert wieviel er von dem Zeug in sich hineinschüttet.
    Soll er sich selber umbringen.
     
    #15
    aiks, 24 Dezember 2009
  16. Party_Girl
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    vergeben und glücklich
    Danke erst mal für eure lieben Antworten :smile:. Ich rede mir nichts selbst schön Beastie, ich sage wirklich nur wie es ist. Es wird JEDEN Tag getrunken. Aber dann sind beide nicht aggressiv oder sonst was. Dann sind sie sehr nette, liebevolle Eltern. Das geht alles erst los sobald sie angetrunken sind und dann sind sie eben nicht immer.

    Natürlich ist das nicht gut und das soll auch keine Ausrede für meine Eltern sein. Belasten tut es mich nämlich trotzdem. Ich denke, ihr habt recht und ich werde mal mit einer Beratungsstelle reden.

    Von meinen Eltern möchte ich mich nicht entfernen. Das liegt nicht an meiner Co Abhängigkeit, sondern an dem das meine Eltern, nüchtern total liebe Menschen sind...

    Warum sollte ich sie verlassen wenn ich mich mit Ihnen verstehe? Bis sie eben zu viel getrunken haben?

    @ Vixen: Das tut mir wirklich wahnsinnig leid was mit deiner Mutter passiert ist. Ich hoffe dass du das gut verarbeiten kannst und du liebe Menschen um dich rum hast, die dir helfen.

    Ich denke wie bereits gesagt das Ihr recht habt, und ich etwas für mich tun muss. Auch wenn ich noch etwas skeptisch bin, aber naja wer weiß vielleicht tut das ja ganz gut.

    Ich wünsche euch allen noch frohe Weihnachten :smile:.
     
    #16
    Party_Girl, 24 Dezember 2009
  17. Orgasmusmaus
    Öfters im Forum
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    vergeben und glücklich
    :winkwink:

    Dir auch schöne Weihnachten !

    Das mit der Beratungsstelle ist der nächste, richtige Schritt, bei dem Du 100%ig weiterkommen wirst. Viel Glück !
     
    #17
    Orgasmusmaus, 24 Dezember 2009
  18. Party_Girl
    Meistens hier zu finden Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Ja, das hoffe ich auch...
     
    #18
    Party_Girl, 24 Dezember 2009
  19. donmartin
    Gast
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    Ja, Frohe Weihnachten!

    Lasse mich dir sagen, dass du früher oder später eine Beratung und eventuell auch "psychologisches Gelaber" brauchen wirst.

    Erstens, ist dir bewusst, dass Sucht und Alkoholismus eine Krankheit ist.
    Sie schlummert genauso in Dir, wie in deinen Eltern. Sie bricht bei einigen aus, bei vielen hat es keine Auswirkungen, das sie eine Veranlagung dazu haben. Dadurch dass deine Eltern beide Trinken bist du gefährdet, es eines Tages auch zu tun. Auch wenn du jetzt rot anläufst und sagst: "Dieser Idiot, wie kann er mir soetwas unterstellen?"

    Alkoholismus und Sucht ist ein psychische Erkrankung. Stoffwechselstörung, Veranlagung durch ein vererbtes Gen und durch verschiedene Faktoren begünstigt wie das soziale Umfeld, Neurosen, Erziehung oder Erlebnisse die nicht verarbeitet wurden.

    Das, was wir sehen, wenn wir vom Alki sprechen, sind die Folgen des Saufens und die körperliche Abhängigkeit.

    Ich bitte Dich, tu das nicht alles mit einem Handwischen ab, sage nicht du schaffest das alleine.
    Trinken oder Sucht ist auch Verdrängung. Das funktioniert bis zu einem gewissen Grad, irgendwann schaffst du es nicht mehr, es wird alles zurückkommen und du wirst keine Zeit haben, dann zu reagieren. Es ist ein schleichender Prozess. Erst wird Verdrängt, anschließend die Einsicht und der Schmerz betäubt, der entsteht, wenn einem bewusst wird, dass man verdrängt.
    Mache nicht den Gleichen Fehler wie Deine Eltern. Saufen ist Verdrängen! Du schreibst es schon selber. Deine Seele, dein Hirn wird früher oder später nach einer Methode suchen, das Verdrängte zu betäuben, es nicht wieder hervorholen zu wollen.
    Somit gehörst du zu den Risikogruppen, solltest du dir nicht bewusst werden und dir Hilfe holen.

    Das muss ja keine Therapie sein, es gibt sehr gute Gesprächsgruppen für Angehörige. Es reicht, wenn man sich damit auseinander setzt und weiß, was geschehen kann und wie man es erkennt. Und wie man mit den Süchtigen umgehen kann, und muss.

    Es werden Dir Dinge gesagt, die dir nicht gefallen werden. Weil es eben, wie ülpentülp schon schrieb, ein Tabu ist und wir uns für den Süchtigen und als Angehörige schämen, das Bild des Assis, dem Penner, der morgens vor dem Supermarkt liegt als Synonym für Alkoholismus und Sucht vor Augen schwebt.

    Denke einmal weiter, das werden sie Dir auch in solchen Gesprächen sagen: Du liebst deine Eltern. Das ist natürlich. Weil sie deine Eltern sind, NICHT weil sie lieb sind obwohl sie saufen.
    Aber - es ist so und das tut sehr weh soetwas zu hören! : Deine Eltern lieben dich auch, in "Ihrer" Welt als Trinker - sofern sie es wirklich sind - interessiert es sie absolut NICHT, was du machst und wie es dir geht! Glaube mir, sie möchten am liebsten ihre Ruhe haben, oder haben nur einen GEdanken: VErdrängen durch das Trinken. NAch dem Trinken meldet sich das schlechte Gewissen WEIL sie Trinken. Das geht nur wieder weg, wenn sie mehr Trinken. Werden sie Nüchtern, meldet sich wieder ihr schlechtes Gewissen und die körperlichen Folgen werden sichtbar. Das können Sie nicht ertragen, ihr Körper verlangt nach Beruhigung, Ruhe, die Seele, das "Suchtgedächtnis" verlangt nach VErdrängung.

    DU musst auch handeln. Für DICH, den Absprung schaffen und wenn sie weiter trinken, ihnen den Rücken kehren.
    Deine Eltern müssen selber tun, was sie tun müssen. Selber Erkennen in welcher Lage sie sind. SOnst gehst DU irgendeinmal vor die Hunde oder wirst selber abhängig - zumindest wird sich irgendeine psychische Störung ausbilden - das kann von Sucht bis zur Beziehungsunfähigkeit vieles sein.

    In Deinem Hirn, tief vergraben gehen Mechanismen vor, das ist ein gefährlicher Cocktail aus LIEBE, ENTSETZEN, ABSCHEU und TRAUER.

    Du sagst selber du willst sie nicht fallen lassen. Das ist ihnen egal. Sie haben schon damit begonnen Dich fallen zu lassen. Irgendwann kommt dein Hirn auf den Trichter und sagt:
    "Sie sind so liebe Eltern. Sie Trinken. Aber sie sind Lieb. Also funktioniert es doch. Ich kann auch lieb sein, VErdrängen. Trinken. VErgessen"

    Das ist nun sehr, sehr einfach - aber was bei deinen Eltern "funktioniert", (so sagt sich dein Hirn) funktioniert auch bei mir". Dann sind mit einem Mal ALLE Schuldgefühle weg. Welch' befreiendes Gefühl! Verdrängen, Schuldgefühle weg, Liebe über Alles - Überforderung, Depressionen - Trinken.

    Deine Eltern haben schon solch einen Einfluß auf dich und dein Unterbewusstsein ausgeübt, das sind sie sich nicht bewusst aber sie ziehen dich immer weiter in IHRE SUCHT, in IHR VERDERBEN. Und gerade WEIL du sie liebst, ist es so verdammt schwer, jemanden im Stich zu lassen und zuzusehen, wie sie in ihr Verderben rennen. Aber nur so, nur so werden sie vielleicht "wach" und erkennen, dass SIE ein Problem haben. Und wofür es sich lohnt, das Problem anzugehen.

    Sollte EINER der beiden das erkennen, Hilfe annehmen und mit dieser Hilfe eine ZEit nüchtern bleiben wird etwas geschehen, dass Dir mit Sicherheit wieder wie ein Schlag vor den Kopf vorkommen muss. Sie werden NICHT mehr miteinander leben können. Auch nicht, wenn sie beide dauerhaft nüchtern bleiben! Das ist so.
    Bleibt einer dauerhaft nüchtern, wird sich die Sucht bei dem anderen Verstärken: ER wird nach Gründen suchen und DIR die Schuld dafür geben. Der PArtner hat aufgehört und er kennt ihn nicht wieder. Da wird ein Schuldiger gesucht, da der "nüchterne" Partner eingesehen hat, woran es liegt wird der nicht mehr empfänglich sein für Gründe und Schuldzuweisungen. Dann wirst du dran glauben müssen.
    Oder es Trinken irgendwann wieder beide. UNd dann wird es heftiger, und Du wirst leiden und noch weiter verdrängen?!

    Glaube mir, es WIRD eines Tages alles zusammenbrechen. Entweder
    sie trinken sich beide um den VErstand, oder hören beide ganz auf (was glaubst du, was das für ein Schock ist, in der Realität ohne Alk zu leben? Du wirst sie nicht wiedererkennen!Und das wird nicht schön sein.Für Dich.) oder einer hört auf was unweigerlich die Trennung bedeutet (mit Dauerhaftem Verzicht bleibt ihnen nichts anderes übrig, man muss das Leben komplett umkrempeln bis hin zu allen sozialen Kontakten usw. Der Mensch besitzt dieses Suchtgedächtnis, dort werden Vorgänge, Zeremonien und VErhalten in Zusammenhang mit dem Trinken gespeichert). Es reicht ein Schlüsselerlebnis und dieses Suchtgedächtnis holt alles hervor.

    Wie du lesen kannst, werden Dir einige Belastungen bevorstehen, psychisch. Alles das wirst du (willst du?) auf dich laden und zu dem packen, was sie dir schon "aufgebürdet" haben und es ohne Hilfe, Selbsthilfegruppe für Angehörige erfolgreich "Verdrängen"?

    Das wirst du nicht schaffen. Es ist keine Schande, Du solltest Dir nicht zu Schade sein, Hilfe in Anspruch zu nehmen! Und Dir um DEIN Leben Gedanken machen.
    Ein Alkoholiker der trinkt, der wird dir ALLES nehmen. Er wird dich verletzen, dein Selbstbewusstsein rauben, dein Geld, dein Haus, Dein Auto verkaufen und dir die Schuld in die Schuhe an Allem schieben und du wirst der Grund des Problems sein. Wenn er nur seine Ruhe hat und trinken kann.


    Off-Topic:
    Ich muss erwähnen, dass ich Alkoholiker bin und seit fast 8 Jahren - nach meiner Selbsteinweisung und anschließender Therapie und 2 jähriger Ambulanter Psychotherapie sowie langer Jahre in Selbsthilfegruppen - nichts mehr getrunken habe. Nicht weil ich nicht dürfte, ich bin alt genug, ich darf, sondern WEIL ICH NICHT WILL. ABER: Ich schäme mich noch heute dafür, was ich meiner damaligen Frau, meinen Freunden und vor Allem meiner Tochter angetan habe. Keine körperliche oder verbale Gewalt oder "Vernachlässigung", sondern die Lügerei, das Verstecken und den Gestank, die Unfähigkeit einzusehen, dass es eine Krankheit ist und ich nicht in der LAge war, ehrlich zu mir zu sein und immer und immer weiter in ihren Seelen Spuren hinterlassen habe. Ich bin froh - und ich behalte meine Tochter im Auge - dass ich mit ihr viele hundert Stunden geredet und etliche Seiten geschrieben habe - darüber, über die Krankheit und deren Folgen, dass sie Alkohol nicht als Mittel zur Verdrängung sieht. Trotzdem kann ich NICHTS wieder gut machen, irgendwann bin ich nicht mehr - ich weiß nicht, was ich ihr "mitgegeben" habe.


    Weil Weihnachten ist....:zwinker: ich verschenke die Schreibfehler und die fürchterliche Grammatik.....Biddeschöööön....:grin:
     
    #19
    donmartin, 24 Dezember 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 2
  20. Party_Girl
    Meistens hier zu finden Themenstarter
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    28
    vergeben und glücklich
    Wow viele Worte. Ich finde es super von dir und habe sehr viel Respekt dafür das du es geschafft hast mit dem trinken aufzuhören. Das tut deiner Tochter sicher gut und sie muss keine Angst mehr um ihren Vater haben :smile:. Naja ich kann mir jetzt im Moment noch nicht vorstellen dass das , was du geschrieben hast, wirklich passieren wird.

    Das ich selbst mal trinken werde? Nein...ich verabscheue Alkohol mir wird schlecht davon ich denke nicht das mir sowas mal passieren wird. Auserdem bin ich vernünftig was sowas angeht. Egal wie traurig ich bin, egal wieviel leiden ich tragen muss, Drogen, werde ich NIE verfallen das weiß ich ganz genau. Ich habe schon so viel mitgemacht in meinem Leben und das hat nicht alles mit dem Alkoholismus meiner Eltern zu tun.

    Ich wurde Jahrelang gemobbt, hatte keine Freunde etc. etc. etc.. Ich habe mit meinen 20 Jahren Sachen erlebt, die andere nicht mal in ihrem ganzen Leben erleben werden...und ich nehme immernoch keine Drogen. Ich habe sogar vor 2 Jahren aufgehört zu rauchen.

    Seit 10 Jahren das mit meiner Mutter. Ich habe in den 10 Jahren so viel Sch** erlebt, glaube mir wenn ich jetzt noch keine Drogen nehme, oder Alki bin, werde ich es auch nie. Aber ich werde mir Hilfe suchen. Schaden wird das bestimmt nicht. Auch wenn ich nicht dran glaube, dass mir das etwas helfen wird, ich versuche es.

    Ich werde nach Neujahr gleich bei der Beratung anrufen bzw. bei der Suchtberaterin meiner Mutter. Ich glaube, sie kann sich denken das es mir nicht so gut geht. Sie sieht mir das an.

    Ich mache das donmartin grade mal nach, ich schenke euch auch alle Rechtschreibfehler :grin::grin:.
     
    #20
    Party_Girl, 24 Dezember 2009

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