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Nach fast 10 Jahren Trauer und Schmerz größer denn je!

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von StolzesHerz, 5 Mai 2007.

  1. StolzesHerz
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    nicht angegeben
    Hallo!

    Eigentlich hab ich mich im Forum immer versucht zurückzuhalten was meine inneren und tiefsten Gefühle angeht, aber momentan kann ich einfach nicht mehr. Ich muss irgendwie, irgendwo, irgendwem erzählen was in mir vorgeht und mich nicht mehr loslässt.

    Zur Vorgeschichte…
    Meine Mama ist im Oktober 1997, 6 Wochen nach der Diagnose, für mich völlig unerwartet an Krebs gestorben. Für mich unerwartet, weil ich damals nicht 1 Sekunde einen Gedanken daran verschwendet habe sie könnte daran sterben. Keinen Augenblick habe ich diesen Gedanken gehabt. Ich war mir sicher, dass sie wieder gesund wird. Immerhin war es doch meine Mama, die ich immer so vergöttert habe, weil sie so war wie sie war. Sie war nicht „nur“ meine Mama. Sie war für mich Alles! Mama, beste Freundin, Vorbild….mit Abstand der wichtigste Mensch in meinem Leben.
    Als mein Papa mir damals die Nachricht überbracht hat, war es als hätte man mir bei lebendigem Leib das Herz rausgerissen. Ich stand einfach nur noch unter Schock. Es war so unwirklich. Der Gedanke ich könnte sie nie wieder in den Arm nehmen oder ihr sagen wie sehr ich sie liebe, war unerträglich.

    Die Jahre vergingen…auch ohne sie! Vermisst habe ich sie natürlich JEDEN einzelnen Tag seit Oktober 1997, doch so schlimm wie es zurzeit ist war es noch nie. Ich vermisse sie mehr denn je, muss ständig an sie denken. :cry:
    Es ist völlig absurd, aber egal, ob ich was im Fernsehen gucke, lese oder höre was vor Oktober 1997 war, muss ich sofort an meine Mama denken und frage mich dann erstmal was sie wohl damals genau zu dem Zeitpunkt (als z.B. die Serie die gerade läuft gedreht worden ist) gemacht hat und im zweiten Zug wünsche ich mir dann genau in diese Zeit zurückversetzt zu werden. Egal wann es ist. Ob vor oder nach meiner Geburt.
    An manchen Tagen ertrage ich es auch nicht einmal mir im Fernsehen irgendeine Serie/Film anzuschauen, die/der vor ihrem Tod gedreht worden ist.
    Mir passiert so was sogar, wenn ich z.B. im Stau stehe und in Gedanken schwelge, vor mir ein Auto fährt und ich mich frage ob genau das Auto was vor oder neben mir fährt schon zu Lebzeiten meiner Mama existiert hat.
    Das hört sich alles irgendwie total verrückt an, aber ich kann dagegen rein gar nichts machen.
    In letzter Zeit hatte ich auch immer wieder Begegnungen mit Menschen aus meiner Vergangenheit, die mir dann von meiner Mama erzählt haben und wie sie sie immer gesehen haben und wie sehr sie sie heute noch vermissen und immer noch nicht glauben können, dass es ausgerechnet „unsere Jutta“ getroffen hat.
    Ende letzten Jahres war eine sehr gute Bekannte mit ihrer Tochter bei mir zu Besuch und als sie mir den Moment beschrieb als sie das letzte Mal meine Mama außerhalb des Krankenhauses gesehen hat, wie sie angezogen war, wie sie sich gab, war das exakt genau die Mama, wie ich sie immer in Erinnerung hatte und habe.

    Und jetzt kommt für mich das unbegreiflichste und schmerzlichste Erlebnis was ich seit ihrem Tod erlebt habe.
    Der Freund meiner besten Freundin hat unsere Videos aus unserer Kindheit alle digitalisiert. Ich habe meine Mama seit ihrem Tod nie wieder „in Bewegung“ in Verbindung mit ihrer Stimme gesehen. Außer Fotos habe ich nichts an mich rankommen lassen.
    Als die DVDs dann endlich fertig waren, sie auf meinem Schreibtisch lagen, hab ich es wochenlang nicht übers Herz gebracht mir all die Erinnerungsvideos, die alle vor 1997 entstanden sind, anzuschauen. Ich hatte einfach Angst. Angst daran zu zerbrechen sie nach soooo langer Zeit wieder „lebendig“ zu sehen.
    Vor einer Woche dann hab ich all meinen Mut zusammengenommen und mir die DVD´s angeschaut. Schon bevor ich sie das erste mal auf dem Bildschirm sah, brach ich in Tränen aus. Dann kam der Moment….der Moment vor dem ich eine so große Angst hatte… Da kam sie auf einmal mit meiner Schwester und mir in der linken und rechten Hand im Urlaub auf die Kamera zugelaufen. In diesem Moment brach der Schmerz der letzten knapp 10 Jahre aus mir raus. Ich weinte um sie wie ich noch nie um sie weinte. Es tat höllisch weh. Doch sie sagte nichts….aber ich wollte doch ihre Stimme hören. Die Stimme, die mich fast 14 Jahre meines Lebens begleitete und mir in den letzten 10 Jahren so sehr fehlte. Also schaute ich weiter. Ständig hörte ich von allen in den DVDs beteiligten Personen die Stimmen, nur ihre hörte ich irgendwie nie. Bis….ja bis sie auf einmal sprach ohne das man noch andere Stimme um sie herum mithörte. Schock…absoluter Schock….ich erstarrte… Wem zum Teufel gehört diese Stimme? Ich erkenne sie nicht…wieso zum Teufel erkenne ich die Stimme meiner Mama nicht wieder?
    In diesem Augenblick spürte ich eine unbeschreibliche Leere in mir. Es fühlte sich alles so falsch an, so fremd. Von allen Personen hätte ich die Stimme mit geschlossenen Augen erkannt, auch von Menschen, die ich mehr als 10 Jahre nicht mehr gesehen habe. Nur die Stimme meiner Mama war mir so fremd, dass es unheimlich war.
    Ich kann es bis heute nicht verstehen und verkraften. Es macht mir Angst, dass mir meine Mama offensichtlich in den letzten fast 10 Jahren so fremd geworden ist, dass ich nicht mal mehr ihre Stimme erkenne.
    Es tut so sehr weh, als hätte ich sie ein zweites Mal verloren und das obwohl ich sie jeden Tag fest in meinem Herzen trage.

    Wie um Himmels Willen kann es passieren, dass man die Stimme des wichtigsten Menschen in seinem Leben vergisst und nicht wieder erkennt??? :cry:

    Und was mir zusätzlich noch Angst macht, ist die Tatsache, dass ich keine Angst mehr vor dem Tod habe. Ganz im Gegenteil. Ich freue mich auf den Augenblick in dem ich sie wieder sehen kann. Zumindest halte ich an der Hoffnung fest, dass man sich nach dem Tode wieder sieht.
    Nicht dass ich sterben will, ich habe nur einfach keine Angst mehr davor, weil ich sie so unendlich vermisse.



    Liebe Grüße von einem momentan nicht sehr stolzen aber gebrochenem Herzen! :cry:
     
    #1
    StolzesHerz, 5 Mai 2007
  2. I$che
    I$che (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verliebt
    ich denke nicht, dass du sie in irgendeiner weise vergessen hast.
    bedenke, dass stimmaufnahmen selten so klingen wie in real. das kennt man doch schon vor hörkasetten etc und die kameras vor 10 jahren hatten da sicher auch noch ihre mängel was tonaufnahmen betrifft.

    vielleicht war der schock auch so groß für dich weil du dich in den 10 jahren nicht unbedingt mit ihrer stimme beschäftigt hast, sondern deine erinnerungen eher auf ihr verhalten, ihre ausstrahlung und bestimmte situationen ausgerichtet sind.

    es tut mir seihr, sehr leid für dich dass du deine mama verloren hast und so sehr darunter leidest :cry:
    ich wünsche dir alles gute und dass du es schaffst, mit ihrem verlust eines tages klarzukommen :geknickt:
     
    #2
    I$che, 5 Mai 2007
  3. Tinkerbellw
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    ich selber habe die Erfahrung nicht gemacht, aber ich denke es ist sehr schwer, wenn nicht unmöglich den Tot eines Elterteils während der Kindheit zu verarbeiten!
    Zudem warst du damals in einem LAter in dem man sich sehr wohl später daran erinnern kann, was passiert ist und fast schon alles mitbekommt!

    Erinnerungen werden in unserem Gehirn nicht einfach gespeichert sie werden immer und wieder verabreitet(du hast dich ja auch immer viel mit ihr beschäftigt) und unsere Gedanken und Gefühlevermischen sich dann mit unsere Erinnerinugen, färben sie und verändern die Realität manchmal auch ein bißchen. Aber was ist wichtig, das reale Bild von deiner Mutter zu haben, oder das Bild von ihr zu haben, wie sie für dich war,was sie für dich ausgemacht hat? ich denke es war DEINE Mutter, deine gefühle ihr gegenüber etc färben deine Wahrnehmung, aber ich denke es gibt halt viel über sie, was diese Aufnahmen nicht zeigen können, daher ist esnicht so schlimm, wenn sie dir daruaf etwas anders vorkommt, als du sie im gedächtnis hast!
     
    #3
    Tinkerbellw, 5 Mai 2007
  4. StolzesHerz
    Benutzer gesperrt Themenstarter
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    nicht angegeben
    Das würde ich mir ja gerne auch einreden. Die meisten Aufnahmen sind um die 15 Jahre alt. Problem ist aber, dass die Stimmen aller anderen exakt so sind wie ich sie kenne. Also deren Stimme durch die alten Tonaufnahmen alles andere als verzerrt sind.
    Ich finde einfach keine plausible Lösung, wieso ich ihre Stimme nicht mehr erkenne! :cry:

    Klar ist mir das wundervolle Bild was ich von ihr in meinem Herzen seit fast 10 Jahren halte VIEL wichtiger, als die Tatsache, dass mir ihre Stimme völlig fremd geworden ist. Dennoch hat es mich so sehr schockiert, das es eben so ist, dass mich dieser Gedanke nicht mehr loslässt.
    Gerade, weil sie für mich das wichtigste im Leben war, wir fast 14 Jahre unser Leben gemeinsam bestritten haben. Und da frage ich mich natürlich warum ich ausgerechnet ihre Stimme aus meiner Erinnerung verloren habe. Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet. Ich war fest davon überzeugt, dass wenn ich ihre Stimme wieder höre, ihre Bewegung sehe sie mir näher denn je sein wird. Alle Erinnerungen noch viel stärker wieder kommen. Die Erinnerungen sind jetzt auch viel stärker. Es waren wundervolle Momente auf den DVDs drauf....
     
    #4
    StolzesHerz, 5 Mai 2007
  5. Nice__guy
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    @StolzesHerz:
    Ich habe meinen Vater vor etwa 10 Jahren verloren und da war ich Anfang zwanzig, also etwa in deinem jetzigen Alter. Auch für mich war kein richtiger Abschied möglich, da er dann nach langer Krankheit (2 Jahre) doch recht plötzlich gestorben ist. Ich hatte leider keine besonders gute Beziehung zu ihm, und das macht es für mich besonders schwierig. Mich verfolgt die Trauer über seinen Tod auch so gut wie täglich und ich weine dann auch häufig einfach so. Ich hab deswegen auch eine Psychotherapie angefangen, damit ich mit dem Thema irgendwann mal abschliessen kann.

    Warum Du die Stimme deiner Mutter nicht wiedererkannt hast, kann ich Dir ausser der naheliegenden Vermutung, dass die Tonaufnahme anders klingt als die reale Stimme deiner Mutter und Du sie daher nicht wiedererkannt hast, nicht wirklich erklären. Ich kann aber nachvollziehen, dass es sehr, sehr verwirrend sein muss, wenn man die Stimme so einer wichtigen Person nicht wiedererkennt. Wenn das Thema Dich nicht los lässt, dann denk doch auch mal drüber nach, eine Psychotherapie anzufangen.

    Ich wünsch Dir alles gute!

    Sascha
     
    #5
    Nice__guy, 7 Mai 2007
  6. sternschnuppe83
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    ......
     
    #6
    sternschnuppe83, 7 Mai 2007
  7. a fungal fiend
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    nicht angegeben
    goethe hat mal gesagt: "die gegenwart ist eine mächt'ge göttin."

    entfernung oder lange abwesenheit tun jeder freundschaft oder Beziehung zu anderen menschen ungut, so ungern man es sich gesteht. denn menschen, die wir nicht sehen, wären sie auch die geliebtesten freunde oder verwandte, trocknen im laufe der jahre allmälig zu abstrakten begriffen aus, wodurch unsere teilnahme an ihnen vielmehr nur noch eine blos vernünftige, ja traditionelle wird. die lebhafte und tiefgefühlte bleibt denen vorbehalten, dir wir oft vor augen haben. so sinnlich ist die menschliche natur.

    man sollte beständig die wirkung der zeit und die wandelbarkeit der dinge vor auge behalten. der wechsel allein ist das beständige.

    also mach dir nicht zuviel zum vorwurf.
     
    #7
    a fungal fiend, 7 Mai 2007
  8. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    nicht angegeben
    Mein Vater war vor 11 Jahren nach kurzer Krankheit plötzlich verstorben, so dass kein Abschied möglich war. Ich hatte sehr darunter gelitten, und denke auch heut nach manchmal daran.

    Ich wüsst nicht, was ich machen würde, wenn meine Mutter auch mal so plötzlich dahinscheidet, ich glaub, ich würd das nie überwinden, denn sie war in meinem ganzen Leben immer für mich da gewesen, und ich hab nur noch sie.....

    Ich wünsch Dir alles Gute und viel Kraft:smile:
     
    #8
    User 48403, 7 Mai 2007
  9. Jolle
    Jolle (29)
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    vergeben und glücklich
    Ich kann da gar nicht viel zu sagen. Dein Text hat mich total berührt und ich gebe dir mein tiefstes Beileid. Einen so geliebten Menschen zu verlieren muss das Schlimmste sein, was einem passieren kann. Es tut mir sehr sehr leid für dich und ich hoffe, dass es dir bald besser geht. Ich bin mir ganz sicher, dass deine Mama dich in deinem ganzen Leben begleiten wird und du sie irgendwann wiedersiehst und dann wieder alles gut wird :smile:

    Mein einziger Vorschlag wäre, dass du anfängst ihr Briefe zu schreiben. Schreib deine Gedanken auf, wenns die schlecht geht genauso wie wenn es dir gut geht. Schreib ihr von deinem Tag, was du so gemacht hast, schreib von deinen Gefühlen usw.. Oft hilft sowas und befreit ein wenig.

    Hast du schon mal daran Gedacht eine Therapie zu machen? Oder machst du schon eine? Drüber reden hilft.

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute :knuddel_alt:
     
    #9
    Jolle, 7 Mai 2007
  10. Nice__guy
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Die Möglichkeit hat meine Therapeutin auch mal im Nebensatz erwähnt. Allerdings sprach sie eher von einem Abschiedsbrief als über regelmässige Briefe. Dazu muss ich sagen, dass wir noch garnicht so recht angefangen haben mit der Therapie da die Beantragung noch läuft. Daher kann ich leider noch nicht viel berichten. Ausser vielleicht, dass ich einmal die Aufgabe hatte, für die nächste Sitzung einige Gemeinsamkeiten meines Vaters mit mir aufzuschreiben. Als wir über die von mir aufgelisteten Gemeinsamkeiten gesprochen haben meinte sie, dass ich ihn nicht so sehr vermissen brauche, da ich ihn in meinen Genen mit mir herumtrage und er daher immer bei mir ist. Naja, das ist schon irgendwie ein kleiner Trost. Sicherlich keine "Heilung" oder so, aber immerhin. Aber wie gesagt - richtig in Therapie bin ich noch garnicht :smile:
     
    #10
    Nice__guy, 7 Mai 2007
  11. User 41772
    User 41772 (29)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    ich hätte eine idee wegen der stimme deiner mutter...
    die anderen leute auf den dvds kennst du ja jetz immernoch, oder? auch wenn ihre stimmen jetzt anders klingen, als vor 15 jahren, bist du immer noch daran "gewöhnt", bzw du weißt, wie die stimmen klingen... die stimme deiner mutter hast du nun seit 10 jahren nicht mehr gehört... vllt liegts daran, dass du dich einfach nicht mehr genau daran erinnern kannst, wie ihre stimme geklungen hat... vllt hast du sie deswegen nicht erkannt...

    stolzes herz, du hast mein volles beileid... hab zwar noch keinen so schweren verlust erleiden müssen, hab jedoch schon 3 omas verloren, teils unerwartet, teils mit dem wissen, dass sie nicht mehr lange leben... mir gehts manchmal auch noch so, dass ich einfach heulen muss, wenn ich an meine omas denke... mir würds auch nicht besser gehen, wenn ich videos von ihnen sehen würde (zum glück gibts keine aufnahmen von ihnen...)
    :knuddel:
     
    #11
    User 41772, 7 Mai 2007
  12. laura19at
    laura19at (31)
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    vergeben und glücklich
    StolzesHerz, ich hab meine Mutter vor zwei Jahren auch verloren. Ich konnte mich auch nicht verabschieden und mein Vater hat es mir nach der Schule gesagt. Dein Text hat mich so berührt, bei mir ist alles genauso, ich konnte beim Lesen alles mitfühlen.
    Als ich es erfahren habe, hatte ich das Gefühl, den Boden unter meinen Füßen zu verlieren, es war das schrecklichste Gefühl in meinem Leben.
    Ich hab auch Videos von meiner Mutter und ich trau mich bis heute nicht, sie anzuschauen. Ich glaube, danach würden mich alle Gefühle überfallen, ich könnt damit nicht umgehen.
    Vielleicht hast du ihre Stimme nicht erkannt, weil es dein Gehirn bewusst verdrängt hat. Manchmal ist der Schmerz so groß, dass man ohne Verdrängung verrückt werden würde.
    Ehrlich gesagt wirds bei mir auch immer schlimmer, je mehr Zeit vergeht. Ich hab auch Angst sie zu vergessen, ich hab Angst, dass noch weitere zehn Jahre vergehen und meine Mutter mir wie eine Traumfigur vorkommt.
    Ich kann dich also sehr gut verstehen und einen Rat hab ich leider nicht. Die einzige Hoffnung ist, dass man sich nach dem Tod wiedersieht.
     
    #12
    laura19at, 7 Mai 2007
  13. Limi
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hallo?!? :ratlos:
     
    #13
    Limi, 8 Mai 2007
  14. sternschnuppe83
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    Wieso "Hallo?"

    Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass ich die TS verstehen kann, aber es nicht 100%ig nachvollziehen kann, da meine Eltern zum Glück noch leben.

    Ich wollte niemanden hier verletzen.
     
    #14
    sternschnuppe83, 8 Mai 2007
  15. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
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    vergeben und glücklich
    Ich musste jetzt auch erstmal schlucken, als ich deinen Text gelesen habe und du fragst dich auch sicherlich, wieso du ausgerechnet jetzt, 10 Jahre nach ihrem Tod so sehr trauerst. Ich kann mir nur vorstellen, dass du damals die Trauer und den Tod nicht richtig weggesteckt hast, womöglich hast du einfach versucht dein Leben ganz normal weiterzuführen, es war vielleicht so eine Art Selbstschutz, was anderes kann ich mir nicht vorstellen. Abgesehen davon ist es ja gerade jetzt in unserem Alter so, dass man oftmals viel mit seiner Mama zu tun hat, man lästert, quatscht und redet über alles.

    Das alles kannst du leider nicht erleben, weil deine Mama gestorben ist aber ich würde deine Gedanken gar nicht als negatives Zeichen sehen, vielleicht wird dir erst jetzt "richtig" bewusst, wie schlimm der Verlust damals für dich war und wie sehr er heute noch für dich ist.

    Kannst du dich denn mit anderen austauschen, z.b. mit deinem Dad oder Geschwistern und geht es ihnen genauso?

    Was deine innere Angst betrifft wegen der Stimmen: Klar denkst du jetzt, du hättest sie im Stich gelassen weil du ihre Stimme vergessen hast aber ich glaube, dass du vor 10 Jahren einfach ganz andere Empfindungen hattest, auch was das Gehör betrifft. Ich kenne das auch visuell, umso länger ich Menschen nicht gesehen habe, umso schlechte kann ich sie mir bildlich in Gedanken vorstellen. Das war bei dir nicht so, da du ja viele Fotos von deiner Mama hattest, aber gehört hast du sie eben die ganze Zeit nicht, deshalb kommt dir ihre Stimme wahrscheinlich so anders und fremd vor. Es ist aber keineswegs so, dass du sie vergessen hast, du nimmst das jetzt in deinem Alter einfach anders wahr, mach dir da keine Gedanken drüber, ich bin mir sicher, du warst für deine Mutter in ihrer schwierigen Zeit da, sie hat dich geliebt und du hast sie geliebt.

    Irgendwie ist es doch immer erschreckend, wenn man an Vergangenes zurückdenkt, gerade was den Tod betrifft. Das ist jetzt überhaupt nicht vergleichbar aber wenn ich mir überlege, dass mein Opa jetzt auch "schon" 2 Jahre tot ist, es ist komisch und irgendwie auch wieder ganz normal, dass er nicht mehr da ist. Meine Oma hat auch immer wieder gute und schlechte Phasen, an denen sie manchmal einfach viel an ihn denkt.

    Wie wärs denn, wenn du dir einfach mal alle Gedanken in Zusammenhang mit deiner Mama aufschreibst? Manchmal geht es einem dann viel viel besser, wenn das nichts bringt, dann sag ihr das am Grab, sprich deine Ängste aus, das kann ganz sicher helfen!

    Mach dich selbst nicht schlecht, du hast sie nicht vergessen und das wirst du auch nicht, vielleicht steigerst du dich im Moment auch einfach zu sehr rein.

    fühl dich gedrückt!:knuddel:
     
    #15
    User 37284, 8 Mai 2007
  16. Asti
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Das tut mir so Leid für dich :cry: Meine Oma ist vor 9 Jahren gestorben, auch an Krebs und ich denke heute noch jeden Tag an sie. Ich heule jedes Mal (auch jetzt) bei dem Gedanken, dass es so vieles gibt, dass sie nicht mehr mitbekommt, die Geburt von meiner Schwester, wie wir groß, bzw. erwachsen werden, usw. Ich muss sogar sagen, dass ich heute vielmehr trauere, als ich es damals getan habe :cry:
     
    #16
    Asti, 8 Mai 2007

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