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Noch einer mit großen Problemen... (lang)

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von hüpfburg, 10 Oktober 2006.

  1. hüpfburg
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallo,

    Mir ist bewusst, dass ich mehr oder weniger große psychische Probleme habe und ich vielleicht auch eine professionelle Behandlung benötige. In erster Linie geht es mir hier einfach darum, alles von der Seele zu schreiben und mir so im großen und Ganzen im Klaren über meine Gedanken zu werden.

    Erst noch etwas zu meiner Person: Ich bin 18 Jahre alt, gehe in Bayern aufs Gymnasium und schreibe nächstes Jahr mein Abitur. Ich bin seit 1,5 Jahren vergeben und werde dies hoffentlich auch noch eine ganze Weile sein. Ich lebe mit meiner Mutter und meinem Zwillingsbruder zusammen in einer kleinen Stadt und habe eine kleine Handvoll guter Freunde, verstehe mich aber mit so gut wie Jedem. Ich beschäftige mich viel mit der Kunst, Gestaltung und Design und verbringe viel Zeit vor dem Computer. Ich bin also, sagen wir mal ein ganz normaler junger Mann.

    Allerdings war ich noch nie einhundert prozentig glücklich. Das heißt, ich war noch nie ganz zufrieden mit der Welt. Immer gab es irgend etwas, was mein Glück dämpfte und mich so zwar für einen kurzen Augenblick die Möglichkeit gab zu sagen, dass ich zufrieden wäre, aber langfristig und tiefblickend gesehen, war das immer eine Notlüge. Beispielsweise habe ich vor 2 Jahren einen Urlaub mit meiner Mutter und meinem Bruder in Agypten gemacht. Das war eine wirklich klasse Woche, aber dummerweise konnte mein Vater nicht mitkommen, weil er sich gerade eine Behandlung im Krankenhaus unterziehen musste, was mich natürlich nicht ganz glücklich machte.

    Und da muss ich gleich weiter ansetzen: Mein Vater ist im März diesen Jahres an einer Krebserkrankung verstorben. Das kam für die ganze Familie ziemlich plötzlich. Noch bis Februar war er auf den Beinen, bereitete sich auf eine neue Behandlung (Chemo) vor und alle waren zuversichtlich, dass er auch dieses mal keine Probleme haben würde. Dummerweise verschlechterte sich sein Zustand rapide und von einer Woche auf die andere standen wir ohne ihn da. Mit anderen Worten: Ich habe völlig unvorbereitet meinen Vater beim sterben zusehen müssen, auch wenn ich beim eigentlichen Eintritt des Todes nicht dabei sein konnte.

    Meine restliche Familie wohnt entweder in England, oder weiter entfernt in Deutschland. Das bedeuted, dass meine Mutter, mein Bruder und ich nun zu einem gewissen Grad auf uns alleine gestellt sind.

    Unter diesen Umständen, also nie wirkliches Glück erlebt zu haben, ist es nicht leicht mit Unglücken zurecht zu kommen. Und die haben sich in letzter Zeit gehäuft. Zwar geht es seit dem Tod meines Vaters nicht wie erwartet in der Schule bergab, sondern bergauf und auch andere Projekte scheinen ganz gut voran zu kommen, aber wie gesagt, das ist alles nur oberflächlich. Tief da drinnen, schlummert irgendetwas und will nicht raus. Ich habe seit dem Tod meines Vaters nur 2 mal wirkliche Gefühle zeigen können. Einmal heute Abend, nur für mich alleine, das andere mal bei meiner Freundin. Und genau dies eine mal war so heftig und gewaltig, dass ich mir wünsche, ich könnte noch einmal solche Gefühle entwickeln.

    Zweifelslos sind diese Gefühle vorhanden. Sie sind da! Aber ich hab es bis jetzt, außer die eben erwähnten zwei Ausnahmen, nicht geschafft, sie wirklich zuzulassen und zu zeigen. Auf der einen Seite fühle ich mich schuldig und schäme mich dafür, dass ich es nicht auf die Reihe bekomme die erwarteten Gefühle für den Tod meines Vaters zu zeigen, auf der anderen Seite bin ich doch froh, das alles so "locker" weggesteckt zu haben. Allerdings glaube ich, dass ich mir das auch nur einreden will.

    So und jetzt steh ich hier und bin eigentlich im Augenblick recht zufrieden mit Gott und der Welt. Im Ernst, ich glaube wirklich, dass es eigentlich garnicht mal so schlimm ist und dass es anderen Leuten noch viel viel schlimmer geht. Nun gut, lassen wir das mal... anderes Thema.

    Ich komme zu früh! Ich bin einer von den 20% Männer, die ihren Orgasmus einfach nicht unter Kontrolle bekommen. Ich habe schon einiges Versucht. Momentan versuche ich es gerade mit aktverlängernden Kondomen, solche mit betäubenden Gel und solche mit Ring. Ich bin aber noch in der Anfangsphase der Versuchsreihe mit diesen Hilfsmitteln und kann also noch kein Fazit zur Wirksamkeit abgeben. Nicht nur versuche ich mich hier selbst zu heilen, ich habe auch schon eine Theorie warum das ausgerechnet bei mir so ist.

    Meine Freundin ist nicht so der Sexfreak; sie findet die durchschnittlichen 14 mal pro Monat wären einiges zu viel ("wann soll man denn so oft?") und um ehrlich zu sein, kann ich das auch verstehen. Schlieslich kann der Sex mit mir nicht viel Spaß machen. Ich bemühe mich zwar es ihr anderweitig schmackhaft zu machen, indem ich sie mit Massagen, Kuscheln, Petting oder Oralsex verwöhne, aber irgendwie ist sie noch nicht so wirklich auf den Geschmack gekommen.

    Ich bin also ziemlich unsicher was, wann und wie ich es mit ihr machen soll. Eigentlich bin ich sowieso unsicher, weil ich ja weiß, dass ich beim eigentlichen Sex sowieso nicht lange durchhalte. Ich bin also unsicher, nervös. Ein guter Grund zu früh zu kommen. Also versuche ich alles zu unternehmen nicht nervös zu sein. Dummweise hat das bis jetzt noch nicht geklappt.

    Dazu kommt, dass ich mit meiner Freundin nicht wirklich darüber reden kann. Klar versteht sie mein Problem und akzeptiert das, aber wie soll sich denn bitte was ändern, wenn sie mir an den Kopf wirft, ich wäre "unnormal", wenn ich jeden 2. Abend wenn sie bei mir im Bett liegt Lust versprüre.

    Aber gut, jeder Mensch ist anderst. Sie steht eben mehr auf Kuscheln, Zärtlichkeiten und nicht auf puren Sex. Manchmal ist sie selbst ein wenig versaut, manchmal prüde wie die Queen. Gut, kann ich mit leben. Aber irgendwie will ich ja auch mein Problem mit dem Zufrühkommen in den Griff kriegen. Nur woher die benötigte Unterstützung nehmen?

    Damit will ich nicht sagen, dass meine Freundin mich vollkommen alleine lässt mit meinen Problemen, aber irgendwie hat sie einfach Hemmungen, die nicht unbedingt zur Bewältigung von psychischen sexuellen Problemen förderlich sind. Ich werde also weiter wie gewohnt ab und an mal mit ihr schlafen und mich jedesmal ein klein wenig mehr in Richtung Heilung schlafen. Ja, richtig, ich glaube noch an Heilung. Schlieslich ist mein erstes Mal erst 1 Jahr her und ich kann sicherlich noch einiges ändern.

    Manchmal frage ich mich, ob das nur bei ihr so ist, also ob ich nur bei ihr so unsicher bin. Ich stelle mir manchmal vor, wie ich mit einer anderen Frau schlafe und alles ist super-duper wunderbar. Lieber nicht weiter drüber nachdenken!

    Also wie Ihr seht, hab ich zwei große Probleme, die ich gerne in den Griff kriegen würde. Alles ist irgendwie doch tiefgründiger, als ich das hier beschrieben habe und sicherlich bedeutet der Tod meines Vaters einiges mehr und hat sicherlich auch etwas mit meinem Sex-Stress zu tun. Alles sehr sehr kompliziert.

    Wer es bis hier hin durchgehalten hat und bis hier hin gelesen hat, dem traue ich auch eine aussagekräftige Antwort zu. Ich würde gerne von euch wissen, ob ihr Bekanntes wiedererkennt, gleiche Probleme habt oder hattet und wie ihr damit umgegangen seid. Würde mich alles schrecklich interessieren. Mein Leben ist noch nicht zuende, es fängt gerade erst an! Also wie gehts eurer Meinung nach weiter?

    Vielen Dank für eure Mühen

    Hüpfburg
     
    #1
    hüpfburg, 10 Oktober 2006
  2. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
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    474
    vergeben und glücklich
    Guten abend erstmal! :zwinker:
    Der Text war wirklich toll geschrieben, hat sehr Spaß gemacht ihn zu lesen.

    Ich kann dir allerdings auch nicht wirklich große Tipps geben, dein erstes Problem ist ja, dass du nicht ganz zufrieden mit dir und der Welt bist und keine Gefühle zeigen kannst. Wie meinst du das denn, im Bezug auf den Tod deines Vater oder auch allgemein? Weinst du, kannst du nicht lachen, das Leben nicht genießen oder wie hat man sich das vorzustellen?

    Ich denke, dass der Tod deines Vaters für dich ein tiefer Schlag war und jeder verarbeitet Trauer anders. Manche lassen ihren Gefühlen freien Lauf und andere fressen alles in sich hinein, beides ist im Prinzip richtig! Wenn du so besser damit umgehen kannst, dann lass dich doch und rede dir nicht ein, dass dir der Tod deines Vaters egal ist, denn ich denke schon, dass es dich sicher sehr berührt. Wahrscheinlich hast du es auch einfach noch nicht richtig realisiert.

    Du sagtest, dass du dich in psychologische Behandlung begeben willst, denkst du denn, dass du Depressionen oder so etwas hast oder wie kommst du denn darauf? Vielleicht bist du einfach tief geschockt von den Unglücksfällen, die sich bei dir zu häufen scheinen?

    Zu der anderen Sache würde ich mal sagen, dass du mit deiner Freundin drüber reden solltest! Ihr seid jetzt schon eine ganze Weile zusammen und vertraut euch, also sollte sie schon verstehen, dass für dich das Zufrühkommen ein größeres Problem ist! Da könnt ihr ja gemeinsam dran arbeiten und wenn du Angst hast, sie so eben nicht genügend befriedigen zu können, gibt es ja noch andere Möglichkeiten außer Gv :zwinker: Aber sags ihr, sonst wird sich dein Druck noch mehr aufbauen und besser wird es dann ganz bestimmt nicht.

    Das sie nicht so oft Sex will, muss ja nichts ungewöhnliches sein. Das solltest du akzeptieren, oftmals gibt es ja eine Flaute in der Beziehung, in der man eben nicht soviel Sex hat. Du kannst sie ja auch einfach mal mit nem romantischen Abend überraschen, wenn sie denn der Typ dazu ist, oder baut einfach mal einen only-massageabend ein, ganz ohne Hintergedanken, dann bekommt sie vielleicht auch mal mehr Lust. Evtl. denkt sie wohl, dass du immernur das Eine willst, wenn ihr kuschelt und das sollte man dann schon ändern können :zwinker:
     
    #2
    User 37284, 11 Oktober 2006
  3. Jugger
    Jugger (37)
    Verbringt hier viel Zeit
    230
    101
    0
    nicht angegeben
    Hallo!

    Echt guter Text!
    Du sagst

    Warum auch nicht, das wird bei einem Psychologen nicht anders sein, Du redest, er/sie hört zu. Und dann müßt ihr eine Lösung für das finden, was mit dem Du nicht zufrieden bist.

    Das Deine Gefühlswelt momentan sehr durcheinander ist, ist absolut legitim, und Du solltest selber auch Verständnis für Dich haben. Geb Dir Zeit!


    "Heilung" ist sehr komisch. Du bist nicht krank, oder? (Manche Menschen werden nicht gesund, weil sie auf so eine Heilung ihr Leben lang warten.) Wenn Du sagst, daß der Sex mit Deiner Freundin "Ihr keinen Spaß machen kann" (wegen Dir), und Du deswegen zu früh kommst, dann glaube ich nicht, daß Du krank bist, da steckt was anderes dahinter.
    Vielleicht ist Sie nicht die Richtige für Dich? Bist Du eventuell nur aus Gewohnheit mit ihr zusammen?

    Sorry, wenn ich was überlesen habe, war so lang :grin:


    Gruß Jan
     
    #3
    Jugger, 11 Oktober 2006
  4. Stonic
    Stonic (41)
    Grillkünstler
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    1.764
    Verheiratet
    Ich enke du hast nur ein Problem und das ist das du zuviel denkst anstatt zu leben.
    Ich meine aus deinem Text liest man heraus das du ein intelligenter junger Mann bist der sehr viel hinterfragt und sehr viel in Theorien kleidet.
    Ich war auch mal so und hab immer überlegt was wäre wenn etc pp.
    Das hab ich mir abgewöhnt und bin zu einem reinen Bauchmenschen geworden.
    Was ich damit sagen will denk nicht drüber nach was du machen sollst und was die Konsequenz davon ist sondern mach es einfach mal ohne darüber nachzudenken.
    Das läßt sich auch auf dein Sexproblem anwenden. Wenn du mit deiner Freundin anfaengst und du weißt es kommt gleich zum Akt denkst du wahrscheinlich schon an deine vorzeitige Ejakulation die du als Krankheit ansiehst da du ja von Heilung sprichst.
    Es ist aber keine Krankheit sondern in deinem Alter denk ich mal recht normal aufgestaute Geilheit.
    Also mach dir mal nicht um alles so einen Kopf sondern lebe einfach mal.
     
    #4
    Stonic, 11 Oktober 2006
  5. hüpfburg
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    29
    86
    0
    vergeben und glücklich
    Hallo,

    erstmal vielen Dank für eure Antwort. Freut mich, wenn euch mein Text gefällt. Ich bemühe mich immer sehr um ein ordentliches Erscheinungsbild und korrekte Sprache. Ich kann nichts mit dieser "alles klein schreib"- und "abk.*g*"-Mentalität im Internet anfangen.

    Wie gesagt, glaube ich, dass meine ganzen Probleme irgend eine große Quelle haben, die ich finden möchte. Auch wenn ich mitlerweile immer ausgereiftere Theorien für meine Gefühlslage entwickel, glaube ich, dass ich mit professionelle Hilfe wirklich dahinter kommen kann. Um ehrlich zu sein, werde ich darauf wohl nicht in naher Zukunft bauen, denn das ist momentan nur die absolute Notlösung falls wirklich keine Besserung in Sicht ist.

    Mit Heilung meinte ich nicht, dass ich mich als krank sehe und damit das Zufrühkommen auch keine Krankheit ist, sondern eher, dass ich an einer Lösung arbeite, also einer Beseitigung dieser doch, sagen wir mal lästigen Sache.

    Jugger, du schreibst, dass meine Freundin vielleicht nicht die Richtige für mich ist und wir vielleicht nur aus Gewohnheit zusammen sind. Dummerweise muss ich leider zugeben, dass mir der Gedanke auch schon einmal gekommen ist. Ich könnte jetzt unmöglich mit Ihr schluss machen, egal was passiert und so muss es ihr auch gehen. Trotzdem "liebe" ich sie und verbringe gerne Zeit mit ihr, auch wenn ich nicht wirklich glücklich mit der Beziehung bin. Aber vielleicht wird das ja noch.

    Und San-dee, du schreibst, dass es vielleicht so ist, dass meine Freundin meint, ich will immer nur das Eine. Das ist wirklich so. Wie gesagt, sie ist da im großen und ganzen etwas verklemmt und hält mich mit meiner "normalen aufgestauten Geilheit" für etwas "abnormal".

    Auch deiner Antwort, Stonic muss ich zustimmen. Ich bin der typische Denker. Derjenige, der ständig alles logisch analysieren muss, Strategien entwickelt alles hinterfrägt und ein Mathe-Ass ist. Ich soll also einfach mal leben. Nun gut, wäre natürlich eine Möglichkeit. Das werd ich mal überdenken müssen. :smile:

    Erstmal vielen Dank für all eure Antworten. Ich bin gespannt was ich später noch lesen darf.

    Hüpfburg
     
    #5
    hüpfburg, 11 Oktober 2006
  6. dummdidumm
    dummdidumm (53)
    Verbringt hier viel Zeit
    726
    101
    0
    nicht angegeben
    Hallo erstmal,

    zunächst einmal muß ich Dich enttäuschen: Du bist wahrscheinlich viel normaler, als Du denkst. In all dem, was Du beschreibst, sehe ich überhaupt nichts unnormales - auch nicht in der Zurückhaltung Deiner Freundin. Vielleicht kann Dir ein Psychater/Psychologe helfen, aber eine Notwendigkeit sehe ich da wirklich nicht.

    Um auf den ersten Teil einzugehen: Trauer ist etwas viel komplexeres, als die meisten denken. Und Trauer ist nicht an erwarteten Reaktionen zu messen. Das gemeine an Trauer ist, daß sie oft unberechenbar ist und unerwartet zuschlägt. Da wird bei der Beerdigung noch gelacht (schließlich ist ja die ganze puckelige Verwandtschaft anwesend, da gibt es immer was zu lachen) und man wundert und entsetzt sich auch über sich selber, wie sachlich man vieles sieht und man wundert sich, daß man Hunger und Appetit hat und dann nach Wochen hört man einen Satz, den der Vater auch gesagt hat und man kann plötzlich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Oder man erlebt eine Situation, vielleicht ganz banal, und plötzlich fehlt der Vater. Er sitzt nicht im Auto neben einem, genau jetzt in der Situation hätte er so oder so gelächelt, man kommt ins Zimmer und - genau da hat er immer gesessen. Lauter Banalitäten, aber da passieren oft erst die kleinen harten Abschiede. Das braucht viel Zeit und ist sehr unberechenbar. Dafür wünsche ich Dir viel Kraft und viel Gelassenheit, diese kleinen bitteren Momente einfach geschehen zu lassen.

    Auch was Dein Problem mit dem "frühen Kommen" angeht und auch die Zurückhaltung Deiner Freundin, solltest Du es vielleicht gelassener sehen. Es passt doch hervorragend zusammen. Stell Dir vor, es wäre umgekehrt: Deine Freundin könnte nicht genug bekommen und würde Dich dann auch noch dauernd unter Druck setzen, weil Du da ein Problem hast. Genieße doch einfach das, was Du hast: das Zusammensein mit einem Menschen, den Du liebst! Und dann genieße einfach auch das, was Ihr miteinander macht. Und es ist dann einfach egal, wann Du kommst oder nicht. Du mußt keinen Erwartungen entsprechen. Es sollte lediglich Euch beiden Spaß machen. Also brauchst Du auch nur das zu tun, was Dir Spaß machst, solange es ihr auch Spaß macht. Je mehr Du es genießen kannst, desto eher wird das Problem zunächst keins mehr sein und ich bin überzeugt, daß Du dann, wenn die Anspannung weg ist, Du auch "mehr Zeit" haben wirst. Und wenn Du als Mann häufiger willst, als die Frau, so ist auch das ganz normal, kommt in den besten Familien vor und manchmal ist es auch umgekehrt. Ihr seid nun einmal zwei Individuen mit unterschiedlichen jeweils eigenen Bedürfnissen. Da muß man eben nur offen sein und darüber reden oder ein nachspüren, was gemeinsam okay ist.

    Insofern spricht mir Stonic aus dem Herzen:
    Lebe! Genieße! Einfach so!
    Alles Gute dabei

    Gregor
     
    #6
    dummdidumm, 11 Oktober 2006
  7. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    657
    nicht angegeben
    Zu Deinem Beitrag ist schon alles gesagt geworden. Übrigens bin ich beeindruckt von Deiner gewählten Ausdrucksweise, man merkt, dass Du einen gewissen Intellekt hast.:smile:
    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Du eigentlich viel normaler bist als Du selbst glaubst. In Deinem Text finden sich Parallelen aus meiner Vergangenheit, ich bin auch einer, der sehr viel nachdenkt und vieles hinterfragt. Aber das ist eher Charaktersache als dass es was mit Abnormalem zu tun hätte.
    Deshalb bin ich der Meinung, dass Du keineswegs eine psychologische Therapie nötig hast. Die Probleme, die Du nennst, damit stehst Du keineswegs alleine da, viele Leute machen dasselbe durch, und ich hatte das auch schon alles hinter mir, ich war aber dennoch kein Fall für den Psychologen, jedenfalls hatte ich nicht im entferntesten daran gedacht, über eine Therapie Gedanken zu machen.
    Todesfälle innerhalb der Familie erlebt jeder, und jeder geht auch anders damit um. Beim Sex zu früh zu kommen, das Problem haben so viele Männer - aber das legt sich irgendwann. Hatte ja auch bei mir geklappt:zwinker:

    Ich find, Du bist gut so, wie Du bist:smile:
     
    #7
    User 48403, 11 Oktober 2006
  8. ToreadorDaniel
    Verbringt hier viel Zeit
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    123
    20
    Single
    Hallo, dann möchte ich auch mal was dazu schreiben. Zum einen bekommst du jetzt von mir auch noch Lob für den Beitrag, normalerweise lese ich so lange Beiträge nicht aber deiner war ziemlich kurzweilig. Top!!

    Hast du denn schonmal mit deinen Freunden darüber gesprochen, was du fühlst oder auch nicht fühlst? Ich denke jeder hat schonmal erlebt, dass ein geliebter Mensch stirbt bzw. wird es jeder einmal erleben. Es hilft, wenn man von anderen hört, dass sie ähnliches erlebt haben.
    Wie läuft es denn ansonsten in deiner Familie, wurde da auch mal drüber gesprochen oder wird das Thema eher totgeschwiegen? Gerade dann sollte darüber gesprochen werden um das erlebte zu verarbeiten, gerade weil man ja viele identische Erinnerungen hat und gemeinsames weinen hilft.

    Was mich ein wenig stutzig macht ist, was du hier geschrieben hast:
    Hast du mit deiner Freundin mal darüber richtig gesprochen bzw. wenn du nicht glücklich bist, warum hälst du dann an der Beziehung fest? Sie scheint ja auch nicht gerade glücklich zu sein und dann aus Zweck zusammenzubleiben ist glaube ich nicht das richtige. So wirst du auch nicht glücklich werden. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein schrecken ohne Ende.
    Damit hätte sich dann auch erstmal das Problem mit dem Sex erledigt, was dich ja augenscheinlich auch sehr mitnimmt. Sie ist ja auch nicht gerade feinfühlig in ihren äußerungen. Jemanden zu sagen er sei nicht normal, weil er gerne öfters Sex hat etc. ist nicht sehr förderlich die Ängste abzubauen.
    Überleg dir wirklich ob es Sinn macht so weiterzumachen wie bisher oder es lieber zu beenden und dann die Chance zu bekommen ein neues Glück zu finden. Abwarten, dass es irgendwann mal besser wird bringt nichts, vorallem nicht wenn nicht beide daran arbeiten wollen.
     
    #8
    ToreadorDaniel, 11 Oktober 2006
  9. hüpfburg
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    86
    0
    vergeben und glücklich
    Hallo,

    erstmal vielen Dank für die doch sehr aufmunternden Worte, dann ein paar Antworten auf euer Geschriebenes.

    Dummdidumm, du hast vollkommen Recht, was meine Trauer anbelangt. Mir ist etwas ähnliches auch schon passiert. Wir haben im Deutschunterricht einen Auszug aus "Schimmelreiter" von Theodor Storm, ein poetisch realistisches Werk, gelesen. In diesem Auszug ging es um den Tod der Trin Jans. Storm hat eindrucksvoll die letzten Augenblicke in ihrem Leben und den toten Leichnahm beschrieben. Auch wenn mich sowas nicht im geringsten interessiert (ich meine wer liest schon poetisch realistische Werke freiwillig?), hat mich das irgendwie berührt und an meinen Vater denken lassen. Das ist ziemlich komisch, aber wohl auch ganz normal.

    radl_django: Ich habe eigentlich nicht wirklich vor zum Psychologen zu gehen, vielleicht noch eher zum Urologen, aber auch das werd ich höchstwahrscheinlich nicht tun.

    ToreadorDaniel: "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein schrecken ohne Ende. " Was soll ich dazu sagen? Es ist ganz und garnicht schrecklich mit ihr zusammen zu sein, nein eigentlich bin ich relativ glücklich mit ihr. Um deine Frage, wie es bei mir in der Familie läuft, zu beantworten: Meine Mutter hat ziemliche Zukunftsängste, nicht nur, weil ihre Eltern und zwei weitere Verwandten in England gestorben sind und sie jetzt kein Zuhause dort drüben mehr hat, aber auch der Tod ihres Mannes, also meines Vaters lassen sie an der Welt zweifeln. Auch die Tatsache, dass ich noch zwei Halbschwestern habe (die ich persönlich nie kennengelernt habe), denen ein Pflichteil des Erbes zusteht macht ihr schwer zu schaffen. Es geht ihr also nicht gut. Mein Bruder und ich versuchen so gut wie möglich ihr zu helfen und haben sie jetzt zu einem zweiwöchigem Urlaub auf Teneriffa überredet, wo sie momentan ist.

    Wie gesagt, vielen Dank für eure Antworten. Ich bin schonmal gespannt, was ihr noch so schreibt.

    Hüpfburg
     
    #9
    hüpfburg, 11 Oktober 2006

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