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Nozicks Erfahrungsmaschine - Matrix

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von User 10015, 28 November 2008.

  1. User 10015
    User 10015 (28)
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    Hallo,

    angesichts eines Philosophieseminars wollte ich eine Umfrage über Nozicks Erfahrungsmaschine machen. Ich stelle das Gedankenexperiment grade vor und wüsste von euch gerne, wie ihr euch entscheiden würdet und warum (wenn möglich).

    Also:

    Ihr habt die Wahl, ein Neurologe bietet euch an, euch in einen Tank mit Flüssigkeit zu stecken und euch dort mit Impulsen so zu stimilieren, dass ihr alles erleben würdet, was ihr wollt. Ich würdet in dieser Erfahrungsmachine unbeschreiblich glücklich sein, könntet alles machen, alles haben und sobald ihr angeschlossen werdet, wüsstet ihr nicht mehr, dass ihr angeschlossen seid. Eine perfekte Simulation des wahren Lebens, aber eben nicht echt. Das wirkliche Leben könnt ihr nicht beeinflussen, hier seid vielleicht oft traurig, habt viel Stress und findet evt. keine Arbeit, alles ist zufällig und mühsam.
    Wählt ihr nun lieber das echte Leben oder die Erfahrunsmaschine. Seid ehrlich und denkt gut darüber nach.
    Filme wie Matrix (in der Anfangsszene steht wohl Nozicks Buch in Neos Regal) und die Truman Show bauen auf diesem Gedankenexperiment auf. Das hilft vielleicht um sich das besser vorzustellen. Rote oder blaue Pille?

    Danke und viel Spaß beim nachdenken.:grin:

    evil
     
    #1
    User 10015, 28 November 2008
  2. Kiya_17
    Kiya_17 (27)
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    vergeben und glücklich
    Der Reiz so einer Erfahrungsmaschine ist durchaus gegeben. Ich kann die Welt steuern in der ich lebe, kann reich sein, darf tun und lassen was ich will, ich hab endlich mal Erfolg... etc.
    Ja ich würde wahrscheinlich dem Reiz verfallen soetwas mit mir machen zu lassen.

    Allerdings... wer schaltet diese Maschine dann für mich aus? Wo ist die Grenze? Wer "überwacht" mich in diesen Schritten? Welche Person schaut das ich da wieder hinauskomme? Wem überlasse ich diese Macht über mich?
    Darin sehe ich das größere Problem..
     
    #2
    Kiya_17, 28 November 2008
  3. xoxo
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    Ich entscheide mich für die wirkliche Welt, da ich es mit meinem eigenen Gedankengut und meiner Phantasie schaffe, täglich für ein paar Minuten in die Erfahrungsmachine abzurutschen.
     
    #3
    xoxo, 28 November 2008
  4. capricorn84
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    Würde mich für die Wirkliche Welt entscheiden!
     
    #4
    capricorn84, 28 November 2008
  5. Dr-Love
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    nicht angegeben
    Nein Danke. Für mich gibt es nur das reale, harte Leben. Warum soll ich in eine andere Welt flüchten.

    Dafür gibt es doch schon Drogen (die ich nicht nehme) und man braucht kein Blubberbad dafür.

    Go hard or go home :zwinker:
     
    #5
    Dr-Love, 28 November 2008
  6. Subway
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    Wenn ich den Unterschied eh nicht merke, dann wäre es für mich ja eine wirkliche Welt. Für mich wäre es also die Wahl zwischen einem guten Leben und einem verdammt guten Leben.

    Real ist was man für Real hält. :smile:

    Wenn ich aber natürlich wüsste, dass ich mich gerade in einer Traumwelt befinde, dann würde das anders aussehen.
     
    #6
    Subway, 28 November 2008
  7. User 10015
    User 10015 (28)
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    Das finde ich auch einen interessanten Punkt. Die Frage fragt ja letztlich nach der Theorie des Lebens, die man für sich aufgestellt hat.
    Wenn man die Erfahrunsgmaschine wählt (ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden würde) ist man Hedonist. Ganz eindeutig, legitim und verständlich.

    Wenn man verneint, vertritt man eine andere Form der Lebenstheorie und eigentlich müsste man dann auch alle Formen von Drogen ablehnen oder? Letztlich ist sowas dann nichts anderes, eine Flucht in eine irreale Welt (es sei denn man betrachtet Wirklichkeit als so subjektiv, die nur das darstellt, was man zu erleben glaubt), die den Bezug zum Wahren verliert. Ich will die Wahrheit, also verzichte ich auf die "Scheinwelt" der Drogen.
    Die beiden Punkte sind doch miteinander verbunden oder?

    @Kiya_17: Du entscheidest alles. Der Überwacher ist dir gegenüber loyal und macht das, was du willst. Oder du hast es vorher vereinbart. Jedenfalls stellt das bei dem Experiment kein Problem dar.

    @Subway: Ja, wenn man es wüsste, dass es nur Schein ist, wäre die Antwort klar. Ich glaub, dann würde keine diese Welt wählen.
     
    #7
    User 10015, 28 November 2008
  8. Subway
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    Wo steht jetzt diese Maschine? Wann muss ich da sein? :grin:

    Da gibt es doch auch einen Roman darüber. hmmm... kann mich nicht an den Namen erinnern. In dem Buch geht es auch darum, dass die reichen Menschen sich an solche Maschinen anschließen lassen und dann eben Personal haben, die die realen Körper pflegen.
     
    #8
    Subway, 28 November 2008
  9. CCFly
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    nee, das will ich wenn schon real erleben.
     
    #9
    CCFly, 28 November 2008
  10. Nevery
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    wäre interessant. aber nur, wenn ich bis zu meinem tode darin bin, also nie wieder ins echte leben käme.
     
    #10
    Nevery, 28 November 2008
  11. happy&sad
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    nicht angegeben
    Die Erfahrungsmaschine.
    Immerhin weiss ich nicht, dass ich in einer Maschine stecke sobald ich drin bin. Meine Freude würde also nicht getrübt.
    Wenn ich es dagegen wissen würde, würde ich die wahre Welt vorziehen, da allein das Wissen in einer falschen Welt zu leben es mir unmöglich machen würde glücklich zu sein.
     
    #11
    happy&sad, 28 November 2008
  12. Kierke
    Kierke (36)
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    vergeben und glücklich
    Die wirkliche Welt.

    Ich sehe bei der Erfahrungsmaschine neben meinem Gefühl, dass es einfach falsch wäre, folgendes rationales Problem:

    Da ich nicht mehr weiß, dass ich in einer Illusion stecke, sobald ich angeschlossen wurde, kann ich ab dem Zeitpunkt auch nicht mehr steuern. Das bedeutet ich habe eine Welt erschaffen, von der ich glaube (!), dass sie mir über viele Jahre gefallen würde.
    Ich müsste also jetzt entscheiden, wie ich diese Welt aufbaue und strukturiere und letztlich würde sie auf meinem Wissens- und Gefühlsstand heute basieren, ohne spontane Einflüsse von aussen (es sei denn ich räume sie ein, dann allerdings hat mein verbündeter Konstrukteur mehr Macht, als ich ihm zugestehen wollen würde und ich wäre ebenfalls dem Zufall ausgeliefert, wie in der wirklichen Welt - wieso sollte ich dann etwas künstliches wählen?).
    Das Leben aber spielt anders, Wünsche und Gefühle ändern sich im Laufe des Lebens, negative Ereignisse ziehen nicht selten auch positives mit sich, der Mensch reflektiert und ändert sein Wesen. Einstellungen werden überdacht, Irrtümer entdeckt und wir stellen immer wieder fest, dass unsere Wünsche vielleicht gar nicht so wünschenswert waren, wie wir es dachten.
    Manche dieser Einstellungen der künstlichen Welt mag ich dann in ihr ändern können - beispielsweise kann ich mein Geld abgeben, wenn ich es mir gewünscht habe und die Erkenntnis gewinne in der künstlichen Welt, dass es meinem Wesen doch mehr schadet als nützt. Ich würde es aber kaum durch einen Schicksalsschlag verlieren, der vielleicht (!) wichtig für meine Entwicklung wäre. Ich könnte ihn im Vorfeld einprogrammieren, aber möchte ich das? Ich kann schließlich nicht wissen, ob ich das dann in der Situation tatsächlich brauche und daran wachsen würde. Vielleicht zerstört mich dieser Schicksalsschlag auch.
    Kurz gefasst also: ich kann zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben entscheiden, was mit absoluter Sicherheit richtig für mich wäre - die Gefahr mir eine "schöne Hölle" zu erschaffen ist groß und dazu würde ich mich in einer unechten Welt befinden. Allein da ich nicht allwissend bin, kann ich nicht mit Sicherheit die richtige Wahl treffen.
    Richtig, das kann ich in der realen Welt ebenfalls nicht, aber hier zumindest bekomme ich Impulse von außen, ich kämpfe und freue mich durch mein Leben, ich stelle mich Widrigkeiten und versuche daran zu wachsen - diese Welt macht mich zu meiner Person.

    Die Aussage ein Mensch der die künstliche Welt wählen würde sei Hedonist ist nur zulässig, wenn es eine Garantie auf ein glückliches Leben durch diese Entscheidung geben würde.

    Selbst wenn ich wüsste, dass mein Leben dort schöner wäre und ich tatsächlich mich auch besser entwickeln würde, zu größerer Erkenntnis gelangen könnte und all meine Entscheidungen im Vorfeld richtig gewesen wären, würde ich mich nicht für die künstliche Welt entscheiden. Der Drang Erkenntnis zu gewinnen ist in mir tief verankert, es ist für mich unablässig und wichtig, dass meine Gefühle soweit wie irgend möglich auf der Realität basieren und auch die Menschen um mich echt und wahrhaftig sind.
    Die Vorstellung einer so umfassenden Illusion schreckt mich komplett ab, ich halte Illusionen für etwas schlechtes (Achtung, ein Traum ist für mich etwas ganz anderes als eine Illusion, er impliziert die Möglichkeit der Erfüllung und das Wissen darum, dass er nicht Realität ist). Ich würde niemals freiwillig einen so umfassenden Selbstbetrug eingehen, zumindest nicht nach meinem jetzigen Wissensstand und meinem heutigen ich, ebenso hätte ich es in der Vergangenheit nicht getan.

    Wenn man mich mit 9 Jahren vor so eine Maschine gestellt hätte und ich sie hätte benutzen wollen, säße ich heute mit fast 28 Jahren wahrscheinlich inmitten von unglaublich viel Spielzeug und überglücklichen Spielgenossen. *grusel*
    Ich hoffe man kann herauslesen, was ich meine.

    Liebe Grüße,

    Kierke

    PS: Ach ja, es gibt einen Unterschied zu Drogen, sofern sie nicht permanent genommen werden - es gibt Phasen der Klarheit, in denen die reale Welt gesehen werden kann. Bei der Maschine wäre das nicht der Fall.
     
    #12
    Kierke, 28 November 2008
  13. User 44981
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    In so eine Maschine würde ich mich nur dann begeben, wenn ich mich auch jederzeit wieder zu einer Rückkehr in die Wirklichkeit entscheiden kann.
    Ansonsten: Niemals!

    (Irgendwie erinnert mich das auch an die Buchreihe "Otherland" von Tad Williams - übrigens sehr empfehlenswert, aber nicht ganz leicht zu lesen)
     
    #13
    User 44981, 28 November 2008
  14. User 77547
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    Verheiratet
    Ich würde in jedem Fall die reale Welt wählen.
    In dieser Erfahrungswelt, in der alles passiert, was ich will, kann man m.E. gar nicht glücklich sein. Da einem alles in den Schoß fällt, hätte man keinerlei wirkliche Erfolgserlebnisse....das Schöne wird erst schön, weil es auch das Hässliche gibt.
    Wohlgefühl kann es nur geben, wenn es auch Nicht-Wohlgefühl gibt usw., Glück nur wenn es auch Leid gibt. Ansonsten ergeben diese Begriffe keinerlei Sinn.
    Insofern würde dieser Blubbertank einfach überhaupt nicht funktionieren.....und wäre letztlich eine Riesenenttäuschung, was ich aber per definition auch nicht mitkriegen würde. Man würde in diesem Blubbertank einfach ÜBERHAUPT NICHTS fühlen.
     
    #14
    User 77547, 28 November 2008

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