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Offenheit und Vertrauen in Beziehungen

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Grinsekater1968, 7 November 2004.

  1. Grinsekater1968
    Chauvinist
    3.701
    0
    1
    nicht angegeben
    Tja, wo fange ich an.... :cry:

    Also, ich hatte noch nicht so viele Beziehungen, dafür waren sie jedoch alle relativ lang, meine Kürzeste - bis auf diesen Sommer - 2 Jahre, meine längste knappe zehn Jahre. Ich hatte noch nie eine Partnerin, die persönliche Grenzen nicht respektieren konnte.
    Das hat sich in diesem Sommer geändert. Meine Freundin wurde in der Beziehung vor mir von ihrem Typen nach Strich und Faden laufend betrogen.

    Ich war mit ihr vier Monate zusammen, - das Ende ist knapp vier Wochen her - und es tut immer noch unheimlich weh, weil ich glaube, daß es vielleicht hätte besser laufen können. Aber vorbei ist vorbei.

    Ich bin ein eher introvertierter, etwas verträumter Mann, der seit dem 5. Lebensjahr regelmäßig Tagebuch schreibt (das fing wirklich mit Zeichnungen an!) und auch heute noch 2 - 3 mal die Woche persönliche Aufzeichnungen für sich selbst alleine führt.
    Meine Freundin vertrat (habe ich erst später herausgekriegt) die Theorie, daß im Tagebuch das drin steht, was der Mensch WIRKLICH über den Anderen denkt. Also ist sie, wenn sie bei mir schlief, heimlich in der Nacht aufgestanden, hat sich mein Tagebuch gegriffen und darin herumgelesen ... und natürlich auch viele Dinge entdeckt, die ich ihr nie offen sagen würde, eben weil sie sie verletzen würden, aber die ich empfinde und die ich durch die Art, es nieder zu schreiben, eben für mich selbst verarbeite.
    Hinzu kommt noch, daß sie heimlich im Kopf eine Art "Strichliste" führte für alles, was ihr nicht paßte in der Beziehung - und irgendwann vor vier Wochen machte es dann den großen PLATSCH, bei dem Alles auf einmal mir vor den Kopf geknallt wurde.

    Ich bin unsicher geworden. Möglichweise habe ich tatsächlich widersprüchliche Signale gesendet, - ich bin ohnehin nicht allzu sehr mit Selbstbewußtsein gesegnet :zwinker: und daher sowieso etwas unsicher.

    FRAGE

    Wie geht ihr damit um, wenn Euer Partner unsicher ist, oder uneindeutig ?

    Wie beurteilt ihr den Umgang mit dem Tagebuch des Partners in meinem Fall, generell, und was steht im Tagebuch, Eurer Ansicht nach, drin : Dinge, die innerlich verarbeitet werden für den, der schreibt, alleine - oder doch eher "die volle Wahrheit, was er wirklich über den Anderen denkt" ?

    Würd mich wirklich sehr interessieren, denn ich kann es nur in soweit besser machen, wie ich verstehen kann, daß etwas nicht in Ordnung war.
     
    #1
    Grinsekater1968, 7 November 2004
  2. DieDa
    DieDa (29)
    Verbringt hier viel Zeit
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    121
    0
    vergeben und glücklich
    Unsicher und uneindeutig bin ich manchmal auch, mag aber am Alter liegen. Ich bemüh mich aber schon, offen und ehrlich zu sein. Wenn ich einen Freund hätte, der Tagebuch führt, wär das sicher seine Sache, und egal wie neugierig ich wär, ich würd niemals drin rumwühlen. Schließlich gibt es auch Dinge, bei denen ich es auch nicht tolerieren würd, dass jemand drin rumwühlt. Wenn du sagst, du schreibst alles nieder, um es zu verarbeiten, dann wird das wohl auch stimmen, jeder, der ein Tagebuch führt, mag das ja aus unterschiedlichen Gründen tun.
    Vielleicht hat deine Freundin die Sache mit ihrem Ex nicht richtig verarbeitet, und hat mehr oder weniger nach Beweisen gesucht, dass es mit dir genauso aussieht..
     
    #2
    DieDa, 7 November 2004
  3. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
    6.884
    0
    2
    Single
    Ich denke, es war absolut nicht in Ordnung, was sie gemacht hat. Mitten in der Nacht aufzustehen und in den Sachen des anderen rumzuschnüffeln, das macht man einfach nicht.

    Ich schreibe auch Tagebuch (teils mit der Hand, teils am Rechner, teils quasi in emails), mehr oder weniger regelmäßig, und ich mache das auch meistens dann, wenn irgend etwas passiert ist, an das ich mich später erinnern möchte oder worüber ich mir klarwerden möchte, das geht beim Schreiben einfach besser manchmal. Und ich würde auch nicht wollen, daß mein Freund das alles liest. Nicht weil es mir darum gehen würde, irgendwas vor ihm zu verheimlichen, was ich "in Wirklichkeit" über ihn denke. Sondern einfach deshalb, weil das Gedanken sind, die nur für mich bestimmt sind.

    Es könnte schon sein, daß ihm vielleicht nicht alles gefällt, was ich über ihn geschrieben hab, vielleicht war auch mal was dabei, wo ich mich über ihn aufgeregt hab, wo mich was geärgert hat etc... Aber das war IN DEM MOMENT so und ist keine unumstößliche Wahrheit, die für immer gilt.

    Ich denke, das hat deine Freundin vielleicht auch übersehen. Sie hat irgendwas gelesen und gedacht: "AHA! Das hält er also in Wirklichkeit von mir!" - dabei war das, was sie gelesen hatte, vielleicht nur etwas, was du dir in dem Moment "von der Seele schreiben" mußtest. Außerdem stehen bei mir auch Dinge drin, wo nur ich weiß, wie genau sie gemeint waren, wie ich mich in dem Moment gefühlt hab, als ich das aufgeschrieben hab. Das könnte kein anderer so ohne weiteres nachvollziehen und würde vielleicht vieles mißverstehen.

    Das ist bei mir genauso. Nur - bei wirklich wichtigen Dingen rede ich mit ihm dann natürlich trotzdem darüber. Es gab aber auch schon Fälle, wo ich mit einer Situatino sehr unzufrieden war und trotzdem nichts gesagt habe, weil ich vielleicht auch nicht wußte wie oder weil ich ihm noch etwas mehr Zeit lassen wollte, vielleicht selbst drauf zu kommen. Ich finde einfach, ein Tagebuch ist sowas wie Gedanken - eben sehr privat und nicht für jemand anderen bestimmt. Nur weil es aufgeschrieben ist, heißt das noch lange nicht, daß IRGENDEIN anderer das Recht hätte, es zu lesen.

    Ich finde nicht, daß du etwas falschgemacht hast. Letztendlich war es wohl ihre eigene Unsicherheit und ihr Mißtrauen, das eure Beziehung kaputtgemacht hast. Aber das ist etwas, was von ihr SELBST kommen muß - Vertrauen kannst du nicht bei ihr herzaubern. Und wenn jemand in fremden Sachen stöbert, muß er auch in Kauf nehmen, vielleicht etwas Unangenehmes über sich zu erfahren. Gibt da ein altes Sprichwort: "Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand'" :rolleyes2. Solange du keine Beleidigungen oder Dinge wie "Ich liebe sie gar nicht und mache ihr die ganze Zeit nur was vor!" geschrieben hast, hast du dir im Grunde nichts vorzuwerfen. Außerdem hast du bestimmt auch schöne Erlebnisse oder liebe Dinge über sie reingeschrieben - bloß hat sie die wahrscheinlich ignoriert... :schuechte :grrr:

    Sternschnuppe
     
    #3
    Sternschnuppe_x, 7 November 2004
  4. Camouflage
    Verbringt hier viel Zeit
    383
    101
    0
    nicht angegeben
    Zu deiner 1. Frage:

    Das kenne ich so nicht, aber ich denke wenn ich einen Partner hätte, der sich zB meiner unsicher fühlt (weil er seiner selber unsicher ist, das ist ja meist der Zusammenhang), würde ich versuchen, mich ihm gegenüber besonders stringent und wenig widersprüchlich zu verhalten. Ich glaube aber auch, dass ich da nicht besonders viel Geduld hätte, ehrlich gesagt (deswegen geraten solche Männer vielleicht auch nicht an mich, weil man das spürt), denn ich hätte keine Lust, einem anderen ständig zu erklären wieso irgendein Verhalten von mir nicht bedeutet dass ich ihn nicht liebe usw.

    Zu deiner 2. Frage:

    Ich finde es ist ein absolut unzulässiges Mittel, seine eigene Unsicherheit dadurch abzustellen indem man in den persönlichen Sachen des Anderen schnüffelt. Wenn ich einen Partner bei sowas erwischen würde, wär es aus und vorbei, ohne jede Diskussion. Es gibt immer eine Intimsphäre die nicht mal den Partner was angeht, jedenfalls für mich. Und natürlich respektiere ich das auch bei ihm.
    Was das Tagebuch beeinhaltet - interessante Frage. Momentaufnahmen jedenfalls. Da legst du nicht alles auf die Goldwaage, schreibst auch mal unfertige Gedanken und Gefühle hinein. Wie du sagst: Tagebuchschreiben kann auch, wenn man sich wegen etwas unwohl fühlt, eine Arbeit sein, um herauszufinden was es ist und wie man damit umgehen soll. Und wenn es den Partner betrifft würde man nicht jeden einzelnen Denkschritt ihm mitteilen - das braucht man ja auch gar nicht, wenn man selber zu einem Ergebnis kommt mit dem man leben kann. Wahrscheinlich trittst du damit wieder die Diskussion "wieviel Wahrheit muss/kann man dem Partner zumuten" los, aber ich denke, manchmal reicht es auch wenn man sich in seinem Tagebuch abreagiert, dann ist es wieder gut, man braucht nicht zB jeden kleinen Ärger dem Partner brühwarm aufzutischen.
     
    #4
    Camouflage, 7 November 2004
  5. 0x2B|~0x2B
    Gast
    0
    darf ich fragen was so schlimmes du über sie geschrieben hast????
     
    #5
    0x2B|~0x2B, 7 November 2004
  6. Grinsekater1968
    Chauvinist Themenstarter
    3.701
    0
    1
    nicht angegeben
    Im Tagebuch stehen immer nur Momentaufnahmen, die für den einen Augenblick gelten - Augenblicke, wo sie mir vielleicht auf die Nerven ging weil etwas kam, das mir bis dahin noch nicht vertraut war ; aber was generell gilt, sage ich prinzipiell auch ganz offen. Welchen Grund sollte ich haben, die "blanke Wahrheit" in meinem Tagebuch geheim zu halten ? Mein Tagebuch ist so eine Art Abstellkammer für alles Mögliche, was mir durch den Kopf geht, - nicht die "Domschatzkammer" meines Herzens.
     
    #6
    Grinsekater1968, 7 November 2004

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