Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Ohnmacht, dem Freund nicht helfen zu können

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Rosenmädchen, 11 Dezember 2008.

  1. Rosenmädchen
    Benutzer gesperrt
    401
    0
    5
    Verlobt
    Hey ihr.

    Ich bin nur ein wenig hilflos :frown: Ich weiß, daß man in solchen Situationen einfach für den Partner da sein muß, das ist das Wichtigste. Aber ich wünschte einfach, ich könnte etwas tun :geknickt:

    Der Vater meines Freundes ist gestorben, als er 14 war. Und er vermisst seinen Vater aus ganzen Herzen zutiefst.
    Als ich mit ihm zum ersten Mal vor dem Grab seines Vaters stand (was bei ihm selbst schon sehr lange her war), hat er furchtbar geweint, worauf ich ihn nur in den Arm nehmen konnte und selbst geweint habe.

    Mein Freund ist 21, und ich merke, wie sehr er noch heute darunter leidet.
    Er spricht mit mir auch nicht darüber.

    Eine Freundin sagte mir, daß er wohl nie mit mir darüber sprechen wird. Weil es eine einfach Sache zwischen ihm und seinem Vater ist.

    Das akzeptiere und respektiere ich absolut und vollkommen.

    Ich komme mir nur so hilflos vor, wenn ich sehe, wie sehr er darunter leidet. Ich weiß, daß ich ihm diese Schmerzen nicht nehmen kann, aber ich wünschte, ich könnte ihn trösten.
    Und daß ich ihm helfen, ihm einfach beistehen und für ihn da sein will.
    Er weiß das ja alles.
    Aber ich wünschte so sehr, ich könnte etwas für ihn tun.
    Es ist so diese Ohnmacht :frown:

    Naja, ich wollte es nur mal niederschreiben. Es ist so schlimm, wenn der Partner so furchtbar leidet und man ihm nicht helfen kann :geknickt:
     
    #1
    Rosenmädchen, 11 Dezember 2008
  2. Beelion
    Beelion (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    862
    103
    1
    Single
    war er denn damals in ner therapie oder sowas?
     
    #2
    Beelion, 11 Dezember 2008
  3. Vollkorn
    Vollkorn (26)
    Verbringt hier viel Zeit
    19
    86
    0
    nicht angegeben
    Hei du,

    Ich hoff ich kann dir ein wenig Aufschluss über die Gedanken und Gefühle deines Freundes geben.

    Mein eigener Vater starb vorletzten Sommer vom einen auf den anderen Tag,da war ich 16.
    Ich vermisse ihn jeden Tag-der schmerz wird nicht weniger aber man lernt mit der Zeit besser damit umzugehen.

    Mein Freund mit dem ich damals schon zusammen war ist und war mir die größte Stütze überhaupt aber trotzdem fällt es mir oft sehr schwer mit ihm darüber zu reden.
    Warum?-Weil mir bewusst ist das er ,so sehr er sich es auch wünscht nie auch nur ansatzweise verstehen können wird wie ich mich diesbezüglich fühle,weil er einfach keine Ahnung hat (über was ich auch froh bin ) was es heißt einen Elternteil ,ein Stück seiner eigenen Identität in einem so wichtigem Alter zu verlieren.
    Und weil ich obwohl ich es selbst nicht will total eifersüchtig bin auf seine beständige Familie...

    Was du für ihn tun kannst : Im Grunde garnichts,du wirst dieses "Loch" nie füllen können.
    Tu auch nicht so als würdest du verstehen wie er fühlt,das wirst du nie ...und bei jedem Satz der mit " Schatz,ich kann mir vorstellen wie du dich grad fühlen musst ..."anfängt wird er zwar dankbar sein aber im gleichen Moment " du hast doch keine Ahnung " denken.Nimm ihn in den arm und wenn er doch mit dir redet hör ihm aufmerksam zu -ohne Ratschläge zu geben.
    Begleite ihn wenn es für ihn okay ist auch weiterhin zum Friedhof,akzeptier es aber auch wenn er dort allein sein möchte um zu trauen.Es ist eine Sache zwischen ihm und seinem Vater wie du schon richtig erkannt hast.
    Lieb ihn einfach durch diese Momente der traurigkeit ohne diese runter zu spielen aber dramatisier sie auch nicht.
    Ich wünsch dir alles gute :zwinker:
     
    #3
    Vollkorn, 11 Dezember 2008
  4. bluesky
    bluesky (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    233
    103
    1
    Single
    Hey,

    das ist bestimmt nicht einfach für Dich.
    Aber ich bin mir sicher, dass es deinen Freund bestimmt schon sehr tröstet und es ihm gut tut wenn du ihn in dieser Situation einfach in den Arm nimmst und bei Ihm bist.
    Es kommt Dir dann vielleicht nicht so vor und du fühlst dich hilflos, weil nichts zurückkommt, aber muss es das?
    In einer passenden Situation würde ich ihn vielleicht mal darauf ansprechen (aber ohne dass er was dazu sagen muss, nur wenn er will). So in der Form:
    "Du, ich wollte Dir noch etwas sagen. Wegen heute Mittag... es hat mich sehr berührt und ich möchte, dass du weist, dass ich immer für Dich da bin und du mit mir über alles reden kannst, wenn du möchtest." Jetzt nimmst du ihn nochmal in den Arm, drückst ihn ganz zärtlich und er wird sich bestimmt erleichtert fühlen, so jemanden wie Dich hinter sich zu wissen.
    Und Du fühlst dich vielleicht auch nicht mehr so hilflos, wenn mehr als deine Hilfe bzw. ein offenes Ohr anzubieten kannst du wohl nicht tun.


    Ich wünsch Dir und Ihm viel Kraft!
    bluesky
     
    #4
    bluesky, 11 Dezember 2008
  5. Rosenmädchen
    Benutzer gesperrt Themenstarter
    401
    0
    5
    Verlobt
    Okay, ihr habt wirklich sehr aufschlussreiche Antwort geschrieben. Vielen Dank :smile:
     
    #5
    Rosenmädchen, 11 Dezember 2008
  6. Dandy77
    Meistens hier zu finden
    1.501
    133
    56
    nicht angegeben
    Hallo,

    ist sicher nicht einfach für dich und ind den vorangegangenen Posts wurde schon hilfreiches gesagt. Jeder hat ein Recht zu trauern und jeder macht das wohl auf eine andere Art. Der eine mehr, der andere weniger, einer offen und der andere ehre still im Inneren. Wenn man mit 14 seinen Vater verloren hat, ist es vielleicht auch normal, noch nach sieben Jahren stärker zu trauern. In jungen Jahren verdrängt man so ein Ereignis oft und arbeitet es erst später auf. Du hilfst deinem Freund dabei sehr, einfach indem du da bist. Mehr brauchst du - und mehr solltest du nicht machen. Er muss den Tod selber aufarbeiten. sollten sich also bei ihm nicht noch außergewöhnliche "Nebenwirkungen" zeigen, musst du dir keine Sorgen machen.
     
    #6
    Dandy77, 11 Dezember 2008
  7. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.093
    348
    2.105
    Single
    Schon allein die Tatsache, dass jemand für einen da ist, mit einem mitfühlt und einem zuhören würde, kann durchaus hilfreich sein.
    (Da muss man noch nicht mal wirklich darüber reden... schon alleine das Gefühl von "Geborgenheit" kann einem etwas bringen.)

    Du wirst wohl wirklich nicht so viel für ihn tun können.
    Mehr als ein Angebot, ihm beizustehen, zuzuhören, usw. kannst du ihm nicht machen. - Er muss selbst wissen, ob er darauf eingeht oder nicht.
    Aber schon dass wissen, dass dieses Angebot steht, kann sehr gut tun.

    Sei für ihn da, wenn er will, dass du für ihn da bist... und zeige ihm, dass du so etwas "gerne" (ja... das Wort ist hier unpassend... aber ich weiß nicht, wie man es besser sagen kann) und von ganzem Herzen und nicht nur aus irgendwelchem Pflichtgefühl heraus tust.
    Aber zwinge dich ihm bei dieser Sache nicht auf, wenn er eben lieber alleine trauert oder mit Anderen besser darüber reden kann.

    Auch wenn es nicht ganz genau zur Situation passt: Obwohl ich einige sehr gute Freunde habe, konnte und wollte ich eigentlich nur mit einer sehr guten Freundin länger und intensiver über den Tod meines Opas reden - und diese Gespräche waren sehr gut und hilfreich für mich.
    Und obwohl ich genau wusste, dass ich auch mit allen anderen guten Freunden darüber reden hätte können und sie mir nicht nur aus Pflichtgefühl zugehört hätten, wollte ich nur mit dieser einen Person darüber reden. - Dafür hatte ich damals spontan auch noch ein etwas längeres Gespräch mit einer Bekannten, bei der ich vorher niemals auf die Idee gekommen wäre, dass ich bei dieser Person mehr viel darüber reden könnte, als ein Danke nach der Beileidsbekundung... aber irgendwie hat es sich einfach so ergeben und war dann auch ein sehr hilfreiches Gespräch.

    Was ich dir damit sagen will: Sei nicht beleidigt und zweifle nicht an der Liebe und dem Vertrauen deines Freundes, wenn er mit dir nicht oder nicht viel über die Sache reden kann und will und evtl. trotzdem mit einer (oder mehreren) anderen Person darüber redet.
     
    #7
    User 44981, 11 Dezember 2008
  8. User 18780
    User 18780 (33)
    Meistens hier zu finden
    2.327
    133
    22
    Verheiratet
    Oft tut man schon allein damit, still zu sein und jemanden einfach nur im Arm zu halten, genau das, was derjenige braucht.


    Es ist jedenfalls keine gute Idee, gutgemeinte Ratschläge zu erteilen oder sätze wie "alles wird gut" einzubringen, wenn man sich nicht sicher ist, dass es der situation hilft.

    Ich denke, du hast das schon sehr gut gemacht, ihn einfach nur zu halten.
    Du kannst ihm bei Gelegenheit ja mal mündlich das Angebot machen, dass er jederzeit mit dir darüber reden kann, wenn er möchte.
    Mehr würde ich nciht tun, und ihm dabei auch klar zeigen, dass das keine Aufforderung von dir ist, er solle dir doch näheres erzählen.
     
    #8
    User 18780, 12 Dezember 2008
  9. fornix
    fornix (37)
    Verbringt hier viel Zeit
    208
    103
    16
    nicht angegeben
    Ich denke auch, dass was du getan hast war absolut das richtige. Sei einfach für ihn da, nimm ihn in den Arm.
    Wenn er es möchte, dann sprich mit ihm darüber.
    Den Schmerz kannst du ihm nicht abnehmen, den muss er selbst verarbeiten.
     
    #9
    fornix, 12 Dezember 2008

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - Ohnmacht Freund helfen
azarel250
Beziehung & Partnerschaft Forum
6 Dezember 2016 um 13:12
7 Antworten
blondi445
Beziehung & Partnerschaft Forum
18 August 2007
12 Antworten