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Organspendepflicht?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von whitewolf, 2 Mai 2008.

?

Organspende per Gesetz ohne Widerruf zwangsweise?

  1. dafuer

    15 Stimme(n)
    31,9%
  2. dafuer, aber nur, wenn darueber aufgeklaert wird (Medicare Beispiel)

    17 Stimme(n)
    36,2%
  3. dagegen

    13 Stimme(n)
    27,7%
  4. keine Ahnung/egal

    2 Stimme(n)
    4,3%
  1. whitewolf
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Ich gebe zu, der Titel ist etwas reisserisch gewaehlt.

    Vor der Abstimmung bitte zumindest das das Blaue lesen!

    Aus aktuellem Anlass:

    Hier in Queensland (Bundesstaat von Australien) wird gerade ein Gesetz vorbereitet, das vorsieht, dass jeder Bewohner automarisch Organspender ist, es sei denn er widerspricht schriftlich.

    Man koennte sagen: Die Beweislast wird quasi umgedreht.


    Die Intention ist recht offensichtlich. Da sich relativ wenige um das Thema kuemmern, geht man davon aus, dass auch wenige widersprechen. Damit hat man auf einen Schub viele Organspender.

    Was haltet Ihr davon?

    Wuerde so ein Gesetz in Deutschland vor dem Verfassungsgericht stand halten?

    ---------------------

    Meine Meinung:

    Ich bin strikt dagegen!

    Auch wenn ich tot bin gehoert mein Koerper immer noch mir. Ich will darueber entscheiden, was mit meinen Ueberresten passiert, und das soll sich nicht der Staat anmassen.

    Fuer mich ist das eine plumpe Ueberrumpelungstaktik des Staates.

    Was ist,wenn eine Familie, die aus religioesen oder ethischen Gruenden Organspende ablehnt, ploetzlich erfaehrt, dass ihr verstorbener Verwandter bereits zwangsweise "gespendet" hat?

    Wenn jemand aus anderen Bundesstaten oder aus Uebersee nach Queensland zieht, ist es wahrscheinlich das Letzte, an was er denkt: Widerspruch einzulegen. Die meisten werden gar nicht wissen, dass dann solch ein Gesetz exitiert. Sobald sie eine Wohnung hier mieten, sind sie auch gleichzeitig Organspender.

    ---------------------------

    Im Prinzip ist es moeglich, dass man bei einem Zuzug/Einwanderung nach Queensland bei der An- oder Umeldung bei Medicare (staatliche Krankenkasse) ein entsprechendes Widerrufsformular automatisch zugeschickt bekommt (mit frankiertem Rueckumschlag).


    Wenn das so geplant ist, wuerde ich meine Meinung leicht revidieren, aber daran habe ich grosse Zweifel.


    Ich bin uebrigens selbst Organspender. Als ich vor zwei Jahren den Antrag ausgefuellt habe, lag ein Begleitschreiben bei:

    Sinngemaess:
    Haben sie sich das reiflich ueberlegt und in ausfuehrlichen Gespraechen mit ihren Angehoehrigen eroertert?. Bla Bla...

    Vor dem Hintergrund des neuen Gesetzesentwurfs sind solche Phrasen der blanke Hohn!

    Die kann man gleich in das Begleitschreiben zum Widerspruch woertlich uebernehmen!

    Ich fuer meinen Fall habe beschlossen, dass wenn die Regierung der Meinung ist, dass man so ein Gesetz einfuehren muss, weil die meisten ihren Arsch nicht hoch kriegen um ein Spenderformular auszufeullen, werde ich nach der Einfuehrung zum 2ten Mal meinen Arsch hochkriegen und das entsprechende Nichtspender-Formular ausfuellen.

    Sorry fuer die, die vielleicht mein Herz bekommen haetten.

    Aber hier gehts mir ums Prinzip!

    Happy discussion!
     
    #1
    whitewolf, 2 Mai 2008
  2. User 72148
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    Mit dem Zusatz, dass man darüber immer informiert wird um Einspruch zu erheben wäre es mir egal.
    Wenn es diesen Hinweis aber nicht sofort gibt wenn man dort hinzieht bzw wenn die Bevölkerung das nur einmal gesagt bekommt und dann müsste man sich von sich aus infos suchen bin ich dagegen.

    Ich möchte auf jeden Fall immer selbst entscheiden dürfen, was mit meinen Organen passiert und ich will auch nicht, dass ich durch Unwissenheit plötzlich Organspender werde obwohl ich das nicht möchte.
     
    #2
    User 72148, 2 Mai 2008
  3. GreenEyedSoul
    0
    Ich finde auch, dass jeder selbst bestimmen sollte, was nach dem Tod mit seinem Körper passiert.
    Die Regelung hier in Deutschland, dass die Organspende freiwillig ist, finde ich total in Ordnung.

    Wie kann das sein, dass ein Staat über die Körper der Bevölkerung entscheidet?
    Und warum setzen sich dagegen keine Menschen ein? Wie kann sowas einfach beschlossen werden?
    Schon komisch. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sowas in Deutschland vor dem Bundesverfassungsgericht durchgesetzt werden könnte, schon alleine aus moralischen Gründen.
     
    #3
    GreenEyedSoul, 2 Mai 2008
  4. Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    Es darf natürlich nicht "heimlich" gemacht werden und das "Abmeldeverfahren" muss einfach und unkompliziert sein.

    Dann seh ich eigentlich keine Nachteile für mich, bin dann ja eh tot! :engel:
     
    #4
    Subway, 2 Mai 2008
  5. User 505
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    In der Schweiz (oder wars Österreich?) gibts diese Lösung schon lange - und ich finds klasse. Wer wirklich partout nicht will, dass Organe entnommen werden, kann sich drum kümmern und das ausschließen und wem es völlig egal ist, wird nicht, wie momentan, Madenfutter, sondern spendet seine Organe dem guten Zweck.


    Off-Topic:
    Aber whitewolf, wenn du eine Vernünftige DIskussion wünschst, solltest du bei der Themenerstellung auf deine Wortwahl achten - ich gehe jede Wette ein, dass schon der erste gepostet hat, ohne den Text vernünftig zu lesen..
     
    #5
    User 505, 2 Mai 2008
  6. User 76373
    Verbringt hier viel Zeit
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    in einer Beziehung
    Sehe ich auch so.
     
    #6
    User 76373, 2 Mai 2008
  7. User 38494
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    ich halte das für sinnvoll. :smile:
    selbstverständlich würde so ein gesetz vor dem verfassungsgericht stand halten.

    du musst ja gar nicht bis nach australien gucken. :grin:
    belgien und österreich haben doch diese widerspruchsregelung. :smile:

    in der ddr war übrigens auch jeder organspender, der nicht widerrufen hat. :zwinker:

    dein körper ist selbstverständlich immer noch deiner und du kannst IMMER entscheiden, was nach deinem tod damit passiert ... ganz gleich ob mir oder ohne widerspruchsregelung.
    nur bist du halt erstmal gezwungen dich mit der thematik auseinander zu setzen, statt die hände in den schoß zu legen und zu sagen: joa ... eigentlich würde ich ja spenden, aber bin zu faul mir einen organspendeausweis zu besorgen.

    ich glaube das die meisten eigentlich spenden würden und eben NICHT widerrufen würden.

    aber so ein gesetzesentwurf ist ja (leider) bereits vor 2 jahren in deutschland schon gescheitert.
     
    #7
    User 38494, 2 Mai 2008
  8. Ginny
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    Genau, in Österreich läuft das so. Ich fänds gut, wenns auch hier so wäre. Ich kenne leider Leute, die gar nicht wussten, wie einfach es ist, sich einen Ausweis zu besorgen (die dachten, man müsse extra zu nem Amt gehen und sich anmelden etc) und deswegen keine Spender waren, nicht weil sie es nicht wollten.
     
    #8
    Ginny, 2 Mai 2008
  9. many--
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    Ich wüsste nicht, was dem Staat ein Recht darauf gibt, auf meinen Körper zugreifen zu dürfen, sei er tot oder lebendig.

    Organspende (oder Spende des ganzen Körpers für die Wissenschaft) sollte, finde ich, eine freiwillige Entscheidung des Einzelnen sein, nicht die Norm, von der man sich entschuldigen muss.

    Ich stehe dem Verfahren der Organspende sehr kritisch gegenüber. Der menschliche Körper als, sozusagen, geschützter Raum, sollte m.E. nicht bedenkenlos angegriffen werden... die Schutzsphäre sollte nicht ohne Not verkleinert werden, denn wenn man erst mal sagt: Organspende ist Pflicht!... dann ist es nicht mehr weit, und es wird gefragt, inwieweit man nicht generell im Falle größerer Notwendigkeit Menschen das Recht auf körperliche Unversehrtheit absprechen kann (Pflicht zur Blutspende, Pflicht zur Eizellen/Samenspende, Pflicht zur Knochenmarksspende...).

    Der Körper ist keine Verfügungsmasse! Der Körper ist der absolute und letztendlich einzige Besitz des Individuums, und man sollte diesen Besitz absolut respektieren, auch über den Tod hinaus.
     
    #9
    many--, 2 Mai 2008
  10. whitewolf
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    nicht angegeben
    War mir nicht bekannt. Interessant zu wissen.
     
    #10
    whitewolf, 2 Mai 2008
  11. User 38494
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    vor dem urlaub sollte man sich mal informieren. :zwinker:

    aber es ist ja auch jedem bekannt, das man die gesetze des jeweiligen landes einzuhalten hat. :tongue:
     
    #11
    User 38494, 2 Mai 2008
  12. glashaus
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    Ich finds gut. Wer darauf besteht nicht als Organspender in Anspruch genommen zu werden kann dem ja widersprechen.

    Alle, denen es total egal ist und die sich aber gleichzeitig einfach nie um einen Ausweis gekümmert haben, werden als Organspender gewonnen...und können dadurch anderen Menschen zu einem neuen Leben verhelfen.
     
    #12
    glashaus, 2 Mai 2008
  13. whitewolf
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    nicht angegeben
    Mit Urlaubern hat das jetzt nix zu tun. Der Rest waere ein eigenes Thema.
     
    #13
    whitewolf, 2 Mai 2008
  14. User 38494
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    naja, du fragst ja was man davon hält was in australien gemacht werden soll ... dabei hat man das ganze ja direkt vor der haustür und ich denke mal, fast jeder war schon in einem land wo die widerspruchsregelung gilt und war somit ... gewollt oder nicht ... ein potentieller organspender, wäre er dort gestorben. :zwinker:

    abgesehen davon war dem system die eingabe zu kurz mit meinem zitat und ich musste noch was schreiben. :grin:
     
    #14
    User 38494, 2 Mai 2008
  15. waschbär2
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    vergeben und glücklich
    Ja, es würde auch vor dem BVerfG stand halten.

    Weil es keinen Artikel im GG gibt, dem es widersprechen würde.

    "Die Würde des Menschen ist unantastbar" gilt zwar über den Tod hinaus, aber wenn ein dementsprechendes Gesetz erlassen werden würde, hätte jeder die Möglichkeit zu Lebzeiten dem zu widersprechen.

    Insofern finde ich so eine Regelung gut.
     
    #15
    waschbär2, 2 Mai 2008
  16. whitewolf
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    nicht angegeben
    Australien war nur der Aufhaenger fuer die Umfrage -- mir gings eigentlich ums Priinzip.

    Scheinbar gibt es mehr Laender, die entsprechende Gesetze haben, als mir bewusst war. Da muss ich mich jetzt mal informieren.
     
    #16
    whitewolf, 2 Mai 2008
  17. krava
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    Würde ich befürworten.

    Widersprechen kann man ja, von daher ist es kein Zwang im eigentlichen Sinne.
     
    #17
    krava, 2 Mai 2008
  18. Sheilyn
    Sheilyn (31)
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    ich wüsste nicht ob ich das gut fände....

    evt wenn man genug gut vorher aufgeklärt wird... ok.

    dann soll man noch genug zeit haben um sich so einen ausweis zu besorgen, das man NICHT spenden will.

    die frage ist dann wohl eher, ob dies dann auch wirklich berücksichtigt wird.
    ich meine steht das nur in dem ausweis drin, oder ist das noch irgendwo anderst festgehalten?

    nur im ausweis wäre mir eindeutig zu unsicher. dann wär ich wohl dagegen.

    da kann ja jeder kommen und sagen, die frau hatte keinen ausweis (nachweis), dass sie NICHT spenden will.
    oder sie finden ihn "perzufall" nicht. oder was weiss ich.

    das wär mir zu ungeheuerlich.

    entweder ausweis UND noch wo registriert, oder ich würde es ablehnen.


    ich wäre eher dafür, das man die leute besser übers organspenden aufklärt.
    somit spenden dann sicher auch mehr leute.
    wär mir echt lieber zuerst so rum, als gleich anders.
     
    #18
    Sheilyn, 2 Mai 2008
  19. User 67771
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    vergeben und glücklich
    Genau meine Meinung.
     
    #19
    User 67771, 2 Mai 2008
  20. unbekannte
    unbekannte (33)
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    Single
    inwieweit kann den zb die familie nach dem tot noch einspruch erheben? weil du ja zb religion ins spiel brachtest

    ich glaub juden dürfen nicht aufgeschnitten werden wenn sie tot sind als beispiel

    wenn der patient nun jude war un stirbt, hat die familie zeit zu sagen wir wollen nicht das die organe entnommen werden?

    eigentlich geht das ja nicht weil die organe dann selbst absterben?



    ich denke wenn die australische regierung bisher von organspendern eine überlegte entscheidung wollte und jetzt quasi viele unüberlegte haben wollen ist das ein starker kurswechsel

    da müssten sie zumindest aufklärungskampanien starten und zwar nicht eine sondern in gewissen abständen damit folgende generationen auch was von mitbekommen
     
    #20
    unbekannte, 2 Mai 2008

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