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Papa tot - Familienzwist

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von karlhugo, 8 März 2009.

  1. karlhugo
    karlhugo (35)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Hallo zusammen,

    vor ein paar Wochen ist mein Vater leider nach einem Jahr schwerer Krankheit gestorben:geknickt: . Sein Tod war zwar nicht unvorhersehbar, aber dennoch plötzlich und unvorbereitet. Teilweise sind daran die Ärzte schuld, die nie mit offenen Karten gespielt und uns immer nur beschwichtigt haben, teilweise aber auch meine Eltern, da sie nie über das zu befürchtende Ende sprechen wollten. Gerade bei meinem Vater war es schwer zu durchschauen, wie er die Sache sieht, einerseits hat er ziemlich zu Beginn der Krankheit gesagt, daß es auch ok für ihn ist, wenn es zuende ist, später aber, als ihm die Krankheit mehr zusetzte, wollte er doch lieber Bestätigung und Unterstützung, wenn dann jemand angefangen hätte, über seinen möglichen Tod zu sprechen, hätte ihm das womöglich nicht gut getan.

    Andererseits bin ich jemand, der gerne mit offenen Karten spielt und anderen nichts vormachen will. So war ich immer in der Zwickmühle, soll ich die Tatsachen offen ansprechen oder sollte ich so tun, als ob nichts wäre und ihn lieber bestätigen und unterstützen. Irgendwann bin ich dann dazu übergegangen, seine Krankheit und seinen Gesundheitszustand möglichst wenig zu thematisieren und hoffte halt, daß es irgendwie immer so weiter geht und habe versucht über ganz andere Dinge zu sprechen, um ihn abzulenken.

    Einige Wochen vor seinem Tod, als ihm wohl selbst bewusst wurde, daß er möglicherweise nicht mehr lange hat, hat er ein- oder zweimal versucht das Thema anzusprechen, seinen Tod, und er wollte möglicherweise auch Bilanz ziehen mit mir und meiner Erziehung. Leider war ich zu diesen Zeitpunkten nicht bereit für solche Gespräche, da ich das Thema auch für mich selbst zur Seite geschoben hatte und außerdem war ich auch nie sicher, ob seine Andeutungen in diese Richtung nicht auch eine Prüfung waren, um zu sehen, wie sehr ich hinter ihm stehe.

    Auf seinem Sterbebett hatten wir dann leider nicht mehr die Möglichkeit uns auszusprechen, da er bereits zu geschwächt war, das wäre ohnehin wieder ein Thema für sich.

    Hinzu kommt noch eine weitere Thematik: schon in den Jahren zuvor, war das Verhältnis zwischen meinem Vater und seiner Mutter (also meiner Oma) etwas abgekühlt. Sie ist in gewissem Maße ein egozentrischer Mensch, d.h. sie erzählt gerne von sich und denkt auch sonst gerne zuerst an sich und was ganz besonders meine Mutter seit jeher stört: sie hebt auch ihr Geld am liebsten für sich auf. In wieweit das alters (sie ist immerhin über 80)- oder biographiebedingt (sie war die meiste Zeit ihres Lebens auf sich gestellt, da ihr Mann früh gestorben war) ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Mein Vater kam dann oft etwas kürzer, auch weil sein jüngerer Bruder immer schon Mamas Liebling war.

    Eigentlich hatte das alles meinen Vater dann auch nie weiter gestört, als er aber zu seinem 60. Geburtstag, kurz zuvor hatte er seine Diagnose erhalten, von ihr mit einem wirklich mickrigen Geschenk abgespeist wurde und sie auch sonst wenig Verständnis für seine Krankheit aufbrachte, war es ihm endgültig genug. Bei ihm kam es vermutlich so an: 'Was soll ich dir noch groß schenken, du hast ja eh nicht mehr viel davon'. Ich allerdings nicht, daß sie das wirklich so gemeint hat.

    Er beschränkte dann den Kontakt auf ein Minimum und meine Mutter, die seit jeher ihre Schweigermutter nicht mochte, haute dann auch ständig in die Kerbe und hetzte alles und jeden gegen meine Oma auf. So stand ich dann mal wieder zwischen den Stühlen, ich kannte sie eigentlich als 'liebe Oma' und mochte sie, obgleich mir schon aufgefallen war, daß sie den einen oder anderen Fehler hatte. Ich hatte dann von meiner Mutter aus quasi 'Kontaktverbot' zu meiner Oma und hätte sie allenfalls zusammenstauchen dürfen. Mein Vater hatte das Thema, soweit ich beurteilen konnte, eigentlich abgehakt und hegte keinen großen Groll gegen seine Mutter. Zu Weihnachten wollte er dann überraschend noch mal zu ihr und bekam dann auch ein angemessenes Geschenk, obleich er diesmal wirklich nicht mehr viel davon hatte:geknickt:.

    Für meine Mutter war das aber natürlich kein Anlass ihre Abneigung gegen ihr Schwiegermutter aufzugeben. Seit der Beerdigung meines Vater herrscht eisiges Schweigen von beiden Seiten.

    Demnächst hat meine Oma Geburtstag und ich würde eigentlich gerne noch mal was mit ihr unternehmen, so wie früher, wenn ich als Kind in den Ferien bei ihr war. Schließlich ist sie mit die einzige, die etwas von früher über meinen Vater erzählen kann, außerdem bricht meine Vergangenheit immer mehr auseinander und ich würde gerne nochmal etwas 'zurückreisen'.

    Allerdings hat mir meine Mutter schon 'Besuchsverbot' erteilt und wenn sie herausbekommt, daß ich dort war, wird sie wieder mal 'Terror' machen.

    Dabei bin ich auf sie momentan eigentlich auch nicht gut zu sprechen, sie hat selten ein gutes Haar an meinem Vater gelassen und hat ihn auch während seiner Krankheit nicht wirklich gut unterstützt. Sie hat ihn zwar immer versorgt und ins KH und zu den Ärzten gefahren usw., aber wenn mal wichtige Entscheidungen anstanden hat sie die immer blockiert oder den (m.M.n. miserablen) Ärzten zugestimmt, auch wenn sie eigentlich selbst nicht überzeugt von deren Vorgehen war. Hinzu kam der ständige Psychoterror wg. meiner Oma oder anderer Dinge/Personen, der meinen Vater auch belastet hat.

    Außerdem hat sie, kaum daß mein Vater kalt war, ein paar Dinge (obgleich von geringem Wert oder Bedeutung) von ihm wegwarf, während sie ihren eigenen Müll seit Jahren hortet:mad:.

    Dann jammert sie ständig, daß sie zu wenig Geld hat und daß alles so teuer ist und blablabla, dabei könnte es ihr echt viel schlechter gehen. Sie hat sich ohnehin schon alles unter den Nagel gerissen, was mein Vater eigentlich mal erarbeitet und bezahlt hat.

    Und zu guter letzt hat sie eine Sterbeanzeige verfasst, die weder im Sinne meines Vaters noch in meinem war.

    So, ist etwas länger geworden. Ich erwarte eigentlich keine hilfreichen Beiträge, aber vielleicht hat es schon geholfen, das mal aufzuschreiben.

    Grüße,
    karlhugo
     
    #1
    karlhugo, 8 März 2009
  2. Beastie
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    hallo,

    tut mir leid, dass dein vater gestorben ist.

    redest du jetzt von deiner mutter oder deiner oma?
    das ist mir jetzt nicht ganz klar (ich denke aber von deiner mutter oder?)

    was ist denn deine eigentlich frage? waswir machen würden?
    ich würde mit oma meine zeit verbringen, wenn ich das möchte und muddern terror schieben lassen, so lange es ihr spass macht.

    sind wir mal ehrlich, hat deine oma möglicherweise auch nicht mehr so viel zeit und wenn sie das zeitliche gesegnet hat, wirst du dich vll (ähnlich wie bei deinem vater) darüber ärgern, nicht doch mehr zeit mit ihr verbracht zu haben.
     
    #2
    Beastie, 8 März 2009
  3. brainforce
    brainforce (33)
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    Erstmal tut mir das ganze leid auch wenn ich dich und deinen Vater nicht kenne:geknickt: - als ich den Thread gelesen hab fiel mir aber auf das ich vor längerer Zeit schonmal etwas in einem Thread von dir gepostet hab in dem du die Krankheit deines Vater zum Thema gemacht hast - den hier meine ich: Mein Papa ist todkrank und keiner außer mir weiß es

    Das es nun so gekommen ist ist natürlich traurig insbesondere wenn man die anderen Umstände mitbetrachtet.

    Ich bin mir nicht sicher um was es dir in diesem Thread genau geht - ich vermute mal hauptsächlich um das Verhältnis zwischen dir/deiner Mutter und deiner Oma.

    Meiner Meinung nach solltest du sie treffen wenn du das Bedürfnis danach hast und dich nicht von deiner Mutter abhalten lassen! Da du dich von deinem Vater nicht schon 100% verabschieden konntest ist deine Oma die einzige Anlaufstellen um "etwas mehr" zu erfahren - auch wenn euer Verhältnis "schwierig" ist/war.
    Könntest du evtl. auch mit dem Bruder deines Vaters d.h. deinen Onkel sprechen?

    Halte dir jedenfalls vor Augen das deine Oma auch schon recht betagt ist - wenn du etwas aus der Vergangenheit deines Vaters wissen willst bzw. über die Umstände wird deine Oma so ziemlich der einzige Anprechpartner sein!
     
    #3
    brainforce, 8 März 2009
  4. karlhugo
    karlhugo (35)
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    @beastie: ich meinte in dem Absatz meine Mutter

    Ich weiß auch noch nicht so recht, wie ich mich meiner Oma gegenüber verhalten soll, sie hat sich in dem Jahr nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, andererseits ist halt schon ziemlich alt, was hätte sie schon großartig tun können. Und ob ich ihr sagen soll, daß mein Papa zuletzt von ihr enttäuscht war und weswegen? Würde ich ihr damit ein schlechtes Gewissen machen oder hätte sie dieses dann auch verdient? Oder wäre ich enttäuscht wenn sie dann keines hätte? Bei seiner Beerdigung war sie doch sehr gefasst, ich hätte gedacht, daß eine Mutter mehr um ihr Kind trauert, andererseits hat man in dem Alter vielleicht sowieso ein anderes Verhältnis zum Tod, mein Vater war ja nicht der erste nahe Verwandte, den sie überlebt hat.

    Mein Onkel hat sich auch nicht gerade vorbildlich verhalten, sicher, er hatte in diesem Jahr selbst genug Probelme, dennoch hätte er sich mehr für seinen Bruder engagieren können, zumal er auch Zeit dafür gehabt hätte. Zuletzt wollte er zwar dann noch mal was für meinen Vater herausfinden, das hat aber ziemlich lange gedauert, und aus meinen Gesprächen mit ihm wurde mir klar, daß er sich nicht wirklich mit der Materie auseinander gesetzt hat.

    Andererseits hat meine Mutter mir ihrem ablehnendem und aggressiven Verhalten natürlich auch nicht gerade zum Zusammenhalt der Familie beigetragen.
     
    #4
    karlhugo, 8 März 2009
  5. brainforce
    brainforce (33)
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    ich will dir nicht zu nahe treten aber ich denke man sollte mit Vorwürfen vorsichtig sein - sicher war das auch für deinen Onkel/Oma etc. eine "unbekannte" Situation die sie so nicht kannten. Menschen neigen dazu Fehler zu begehen, auch welche die man nicht mehr rückgängig machen kann...

    Meiner Meinung nach solltest du in jeder Hinsicht zu deiner Oma ehrlich sein - ihr sagen was du denkst ohne große Rücksicht. Nur so kannst du erreichen das deine Oma auch ehrlich zu dir ist ohne übertriebene Vorsicht etwas falsches zu sagen! Gleichzeitig solltest du dich aber damit abfinden das nicht alles schön sein wird was deine Oma sage - d.h. das du vielleicht von ihr enttäuscht bist oder sauer auf sie...
     
    #5
    brainforce, 8 März 2009
  6. minzblatt
    minzblatt (31)
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    vergeben und glücklich
    Du bist 27, alt genug um allfällige Besuchsverbote der Mutter nicht mehr ernst nehmen zu müssen. Aber setze dich nicht stillschweigend darüber hinweg, sondern sag ihr einmal klipp und klar deine Meinung.

    Mutter, ich weiß dass du mit der Oma nicht kannst, aber das hat mit MIR nichts zu tun. Sie ist eine alte Frau, die sicher ihre Fehler hat und die vielleicht auch jetzt im Alter immer stärker zum Vorschein kommen, aber ich möchte mich gerne mit ihr unterhalten. Sie hat gerade ihren Sohn verloren, das ist sicher auch für sie nicht leicht. Ich will gerne für unsere Familie da sein, und zwar für alle, für dich aber auch für Papas Seite. Ich bin sicher, dass du, wenn du mal alt und schrullig bist, auch froh bist wenn ich mich nicht völlig von dir distanziere. Ich will dir nicht weh tun, aber meine Beziehung zu meiner Oma geht dich nichts, aber auch gar nichts, an!
     
    #6
    minzblatt, 11 März 2009
  7. diskuswerfer85
    Sehr bekannt hier
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    in einer Beziehung
    Tut mir Leid für dich.
    Du bist 27 Jahre alt, auf ein Besuchsverbot deiner Mutter kannst du getrost Sch....
    Ob du zu deiner Oma willst musst du entscheiden, jede entscheidung die du triffst ist OK. Es ist dein Leben. Wenn du sie sehen willst geh hin, wenn du das noch nicht verwunden hast lass es.
     
    #7
    diskuswerfer85, 11 März 2009

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