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Persönlichkeit(-sentwicklung) und Fortschritt

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von VersatileGuy, 6 Oktober 2017.

  1. VersatileGuy
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    Vorweg: Jetzt, wo der Thread fertig geschrieben ist, warne ich den potenziellen Leser lieber. Der text ist ziemlich lang, persönlich, und in sich nicht wirklich geschlossen. Auch habe ich keine richtige Fragestellung dazu im Moment. Es ist lediglich eine Sammlung der Gedanken, die mich im Moment umtreiben.

    Mal wieder ein nachdenklicher Thread. Die entstehen spannenderweise immer dann, wenn ich meine "zu viel" Zeit für mich selbst zu haben.

    In diesem Jahr ist verdammt viel passiert. Ging los mit Planlosigkeit, weiter mit dem Abitur, einer Perspektive, meiner ersten wirklichen Liebe, dem, was ich für Freiheit gehalten habe, dem Zerbrechen der Beziehung, und das erste Mal die Erfahrung von für mich wirklicher Freiheit. Einher damit ging eine starke Veränderung meiner Selbst und meines Freundeskreises.

    Zum Anfang der Oberstufe im Gymnasium hat mir ein (damals zugegebenermaßen guter, aber von mir verabscheuter) Lehrer mal gesagt: "Es geht jetzt in der Oberstufe in Richtung Erwachsenwerden. Ich halte dich für einen sehr intellektuellen jungen Menschen, aber du bist einfach etwas zu jugendlich für dein Alter".
    Damals war ich 16, habe gerade Parties für mich entdeckt gehabt, und war generell etwas Risikofreudiger und kompromissloser unterwegs.
    Rückblickend hatte er damals recht. Ich habe mich aus heutiger Sicht teilweise dumm verhalten, hatte keine Erfahrung, und nicht wirklich eine Idee, was da in den nächsten Jahren auf mich zukommt. Aber erwachsen fand ich mich. Ich war ja schlau, hatte einige Freunde die bereits "arbeiteten" (also eine Ausbildung machten...), und der Führerschein war so langsam in Reichweite.

    Die Prioritäten im von Mitte 16 bis Mitte 17 waren bei mir klar: Erst Freunde, jedes Wochenende mindestens eine Party (und mindestens einen Rausch), und wenn es mal reingepasst hat, lernen. Damit bin ich sogar trotz sehr wenig Aufwand für die Schule sehr gut durch die Oberstufe gekommen. Mit mehr Engagement und etwas mehr Zeit dafür, hätte ich jedes Halbjahr locker 0,5 Noten besser sein können im Durchschnitt.

    Seit ca. Januar 2017 aber musste ich mich aber mehr und differenzierter mit meiner Zukunft auseinandersetzen (auch durch entsprechend Nachdruck von meinen Eltern, der mir echt gut tat). Das hat in mir ausgelöst, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben mir wirklich klar werden musste, was ich mir vom Leben erwarte. Ganz schön schwierig, sich seine Zukunft und Tage selbstständig zu planen, so ohne Stundenplan für jeden Tag.
    Also musste ich immer mehr (auch über mich) nachdenken. So langsam habe ich dadurch auch erkannt, wie verschwenderisch und Sinnlos es eigentlich ist, viel zu feiern. Hat dazu geführt, dass ich immer weniger Lust auf Parties und Alkohol bekommen habe. Obwohl ich doch immer der letzte war, der gegangen ist.

    Durch das Nachdenken bin ich auch und vor allem reifer geworden. Heute könnte mir mein damaliger Deutschlehrer nichtmehr vorwerfen, nicht erwachsen geworden zu sein.
    Das gewonnene neue Wissen über mich selbst hat dann auch zu Erfolg geführt.

    Ich habe mir selbstständig einen FSJ - Platz gesucht und organisiert, inklusive Bewerbungsgespräch. Ich hatte am Ende sogar zwei Zusagen von verschiedenen Organisationen. Wo ich doch immer dachte, das wäre so schwierig. Das gab mir Sicherheit, Vorfreude, und Selbstvertrauen. Insgesamt also ein richtiges Hoch für mich. Das neue Selbstvertrauen und meine anderen Erfahrungen führten dann dazu, dass ich allen Mut einmal zusammennahm, und das Mädchen, in das ich mich seit Ewigkeiten verguckt hatte, einfach gefragt, ob sie sich eine Beziehung vorstellen kann.

    Das tat sie, und ich war wie beflügelt. Erste Freundin, sonst auch tolle Freunde, (im Gegensatz zu vielen anderen) eine Perspektive nach dem Abitur. Ich war im siebten Himmel, mir ging es einfach super. Es "lief" so richtig.
    Und dann ging es los. Nach und nach habe ich Probleme in der Beziehung erkannt, die mich alarmiert haben. Sinnhafte, klärende Gespräche waren nicht richtig möglich. Ich unterstelle ihr da einfach mal, noch nicht reflektiert und reif genug zu sein, um auf so einer subjektiven und emotionalen Ebene Gespräche zu führen. Für mich war das unglaublich belastend. Sie konnte sich nicht in meine Gefühlslage hineinversetzen, verhielt sich sehr kaltherzig gegenüber mir. Das wollte ich nicht. Ich habe zwei Wochen lang jeden Tag höchstens drei bis fünf Stunden geschlafen, da mich das richtig zerrissen hat. Einerseits wollte ich die Beziehung nicht so führen. Andererseits nicht alles einfach so hinschmeissen.

    Letztendlich habe ich dann für mich erkannt, dass mich nur eine klare Entscheidung von meinem Schmerz befreit. Und ab da ging die Zeit los, in der ich meine wahren Freunde erkannt habe.

    Die Trennung schien ihr recht wenig auszumachen. Meine drei besten Freunde haben mal wieder bewiesen, warum sie diese auch sind. Im Gegensatz zu meiner damaligen Liebe oder anderen "Freunden" haben sie sich auch unter der Woche die Zeit genommen, sich mit mir (und sich unter sich) zu treffen, da sie eben auch wussten, dass das bei mir anders einfach nur noch sehr schwer möglich ist. Den größten Teil meines FSJ leiste ich nämlich im Rettungsdienst ab. Und der ist auch an Feiertagen oder dem Wochenende nonstop unterwegs.

    Ich war zu der Zeit wirklich gerührt, zu sehen, dass meine Eltern und meine mir teuersten Freunde mich wirklich von Anfang an unterstützt haben. Das tat mir sehr gut.

    Allerdings habe ich auch eine Abneigung gegen einen recht großen Teil meines Freundeskreises entwickelt. Das mag auch damit zusammenhängen, dass meine Exfreundin, so wie ich, quasi zum Kern des Kreises gehörten. Aber auch deren Verhalten hat mich teilweise verletzt. Das Ergebnis davon ist, dass ich seit längerer Zeit nicht mehr wirklich Lust habe, etwas in der "alten", ursprünglichen Konstellation zu unternehmen. Lieber unternehme ich da etwas exklusiv mit meinen engsten Freunden, oder meinen Eltern.

    Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich den Anspruch an mich, das was ich dieses Jahr gelernt habe, für mich zu nutzen. Ich will mich weiterentwickeln. Schon recht lange wollte ich gezielt zunehmen. Seit kurzem gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio, merke, wie schwer es für mich ist, so viel zu essen, dass ich wirklich zunehme.

    Auch bin ich auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle oder einem Studiengang, die meiner jetzigen Tätigkeit nahe kommt. Das weiss ich auch schon nach nur einem Monat meines FSJ bereits: es ist für mich genau richtig. Die "Arbeit" kommt mir nicht als solche vor, und gibt meiner Zeit einen Sinn. Das ist so ausgeprägt, dass sich Tage an denen ich frei habe so anfühlen, als fehlt etwas. Allerdings befinde ich mich trotzdem in einer Art Schwebe. Noch vor zwei Monaten war ich bei jeder gemeinsamen Tätigkeit im Freundeskreis dabei, habe die meisten davon initiiert.
    Daran habe ich aber irgendwie Lust verloren.

    Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt auf die Zukunft, und suche gerade nach neuen Herausforderungen für mich. Klar ist die Arbeit im Rettungsdienst eine Herausforderung für sich. Ich suche aber nach neuem. Neue Möglichkeiten sich zu verlieben, Menschen kennenzulernen, gute Zeiten zu verbringen, sich zu entwickeln.
     
    #1
    VersatileGuy, 6 Oktober 2017
  2. User 135804
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    all das ergibt sich mMn von allein,gerade dann,wenn man so wie du darauf fokussiert ist und sich wünscht,an neuen erfahrungen zu wachsen und herausforderungen zu meistern.mit jeder neuen erfahrung,die du machst und vllt wider erwarten gut bewältigst,ergeben sich mEn weitere optionen,die es in der form so vorher nicht gab.
    beispiel dazu:nur weil ich vor etlichen jahren bei einer lesebühne und einem poetry slam mitgemacht habe,um meine angst,vor leuten zu sprechen,abzulegen,konnte ich in der uni top referate liefern,was zu meiner super abschlussnote beitrug.zugleich gab es mir noch mehr selbstbewusstsein,als ich eh schon hatte,so dass ich widerum ein paar jahre später eine info-tour begleitete und tag für tag mit vielen fremden menschen sprach.und diese beiden erfahrungen und weitere führten nun dazu,dass ich mich jetzt selbstständig machte und sogar lust habe,eine vortragsreihe zu halten.was widerum die möglichkeit bietet,vllt auch mal vorträge gegen geld zu halten irgendwann.
    das beispiel ist nur zur illustration gedacht und ich will damit nur verdeutlichen,was ich weiter oben meinte:wenn du auf bestimmte dinge fokussiert bist und diese auch umsetzt,kommen weitere herausforderungen von ganz alleine,an denen du weiter wachsen kannst.:smile:
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 6 Oktober 2017 ---
    ach ja und natürlich kann man sich auch gezielt herausforderungen suchen (so wie ich in meinen beispielen).zb schauen:was traue ich mir derzeit so gar nicht zu und hab regelrecht angst davor-und es dann erst recht ganz bewusst zu tun.
    ich steh total auf sowas,denn sonst kann man sich mMn gar nicht im großen maße weiterentwickeln.
     
    #2
    User 135804, 6 Oktober 2017
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  3. User 164664
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Willkommen im Leben :grin:
     
    #3
    User 164664, 6 Oktober 2017
    • Witzig Witzig x 2
  4. VersatileGuy
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    Mein Ansatz ist eher: Was gibt es, das ich mir bis jetzt noch nicht zugetraut habe? Und was davon ist für mich umsetzbar?
     
    #4
    VersatileGuy, 6 Oktober 2017
  5. User 135804
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    schon klar.
    ich hab halt so viele baustellen,dass ich da nicht lang überlegen muss!ist ne umfangreiche liste...ich arbeite mich nach und nach durch.:grin:aber hab schon ne menge erfolge zu verzeichnen - und jetzt gehts bei mir erst richtig los wegen selbstständigkeit.es bleibt spannend!xD
    ich denk mir halt immer,mehr als versagen kann man nicht - das ist aber besser, als es nie versucht zu haben und sich zu fragen:"was wäre gewesen,wenn ich´s gewagt hätte...?!" also bei bestimmten zielen,die man nur um ihrer selbst willen erreichen will jetzt.damit könnt ich auch schlicht nicht leben.lieber risiken eingehen und mutig sein,sonst kommt man nicht voran...

    ist auch grad ein großes thema für mich,schaue auch videos zur persönlichkeitsbildung und trainings.
     
    #5
    User 135804, 6 Oktober 2017
  6. xOverlordx
    xOverlordx (19)
    Ist noch neu hier
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    Single
    Feiern macht auch nur Spaß, wenn gute Freunde mit dabei sind. :grin:

    NAch welcher Herausforderung suchst du denn? :zwinker:
     
    #6
    xOverlordx, 6 Oktober 2017
  7. VersatileGuy
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    Nach welcher Herausforderung ich suche? Hm. Weiss ich selbst auch nicht so genau. Hauptsächlich aber etwas, das mir etwas abverlangt, und mich längerfristig weiterbringt. Physisch als auch kognitiv. :smile:
     
    #7
    VersatileGuy, 6 Oktober 2017
  8. User 116134
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    nicht angegeben
    Ich finde – gar nicht abwertend gemeint, ich bin selbst ja nicht sooo viel älter als du – irgendwie total niedlich: Jetzt hast du dein Abi und dein FSJ gemacht und eine schwere Beziehungsentscheidung getroffen und hast schon das Gefühl, dass du dich total viel weiterentwickelt hast und unbedingt neue Herausforderungen brauchst. :grin:
    Es gibt doch noch so viel und da kommt auch ganz automatisch noch viel! Sei es Ausbildung, Uni, der erste richtige Job, neue Freundeskreise usw.
    Warum nicht den Flow des Momentes nutzen und neue Hobbys ausprobieren? Einen "ich flieg mal in Stadt X und guck was dann passiert"-Urlaub machen? Raus aus der Komfortzone, bevor es da zu gemütlich wird. :smile:
     
    #8
    User 116134, 6 Oktober 2017
    • Zustimmung Zustimmung x 2
  9. VersatileGuy
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    Single
    Ich verstehe, dass man das so verstehen kann. :grin: Das ganze geht aber tiefer als nur das. Es hat sich schon sehr viel getan. Das hätte aber alles den Thread gesprengt.
     
    #9
    VersatileGuy, 6 Oktober 2017

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