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Peter Handke-Wunschloses Unglück--> Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von squibs, 3 Juni 2008.

  1. squibs
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    So ihr Lieben!

    Ich muss ein Referat für die Schule machen über Peter Handkes Wunschloses Unglück. Und zwar muss ich die Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter herausarbeiten. Ich hab jetzt schon ein bisschen, aber ich denke nicht genug. Außerdem hab ich noch keine Zitate.

    Hat vielleicht einer das Buch vor kurzem gelesen, und kann da was kurzes dazu sagen?


    Ich will NICHT, dass ihr mir meine gesamtes Referat schreibt, nur Anregungen :zwinker:
     
    #1
    squibs, 3 Juni 2008
  2. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Was hast Du denn bislang zusammengestellt?
    Oder stell uns den Text von Handke mal kurz vor, wirst Du im Referat ja auch tun. Kennen Deine Mitschüler den Text?

    Ich kenn das Buch nicht und kann daher inhaltlich nicht weiterhelfen. Hast Du schon mal geschaut, was Du in der Bibliothek zu dem Text findest?
     
    #2
    User 20976, 3 Juni 2008
  3. squibs
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Inhaltsangabe:


    In Wunschloses Unglück geht es um die Lebensgeschichte der Mutter von Peter Handke. Das Buch ist sehr unpersönlich geschrieben, lässt nicht durchblicken, dass es die Lebensgeschichte seiner Mutter ist. Diese ist am Land aufgewachsen, war in der Schule immer herausragend, und doch wollte ihr Vater sie keinen Beruf lernen lassen. Mit 16 Jahren ging sie von daheim weg, und wurde in einem feinen Hotel zuerst als Stubenmädchen eingestellt, sie arbeitete sich hoch zur Buchhaltung. Sie verliebte sich in einen NSDAP-Mitglied, der jedoch verheiratet und älter als sie war. Kurz vor Handkes Entbindung heiratete sie jedoch einen Unteroffizier, als Vaterersatz. Peter Handke sieht seinen leiblichen Vater erst nach dem Abitur das erste Mal. Während des zweiten Weltkrieges lebte Handke und seine Mutter allein am Land, danach reisten die beiden nach Berlin, um den Ehemann wieder zu finden. Die Mutter wurde zunehmends elegant, trug den Kopf hoch, und nichts konnte ihr etwas anhaben. Ohne das Wissen von ihrem Ehemann trieb sie sich mit einer Nadel ein Kind ab. Die kleine Familie zog zurück nach Kärnten, dort wurde der Ehemann immer wilder, und trank jeden Tag. Nach drei Abtreibungen brachte sie mit 40 Jahren ihr erstes Kind auf die Welt. Danach litt sie unter heftigen Migräneanfällen, ein Arzt diagnostizierte einen Nervenzusammenbruch, Am 18. November 1971 schrieb sie Abschiedsbriefe, besorgte sich 100 Schlaftabletten, schluckte diese gemischt mit Antidepressiva, legte sich bettfertig nieder, und schlief friedlich ein.


    Mein Teil ist jetzt eben, die Beziehung zwischen ihm, Peter Handke, und seiner Mutter zu 'entschlüsseln'.

    Bis jetzt hab ich:

    Peter Handke und seine Mutter hatten ein inniges Verhältnis zueinander. Er war ihr erstes Kind, unehelich geboren und hat das schwere Leben seiner Mutter am eigenen Leib miterlebt. In dem Buch kritisiert er die damaligen Gegebenheiten und die Unterdrückung der Frauen, besonders am Land. Dabei erkennt man seine tiefe Wut. Er versucht außerdem ihre politische Anpassung unter Hitler zu entschuldigen, indem er versucht es zu vertuschen.
    Sie stand mit Peter Handke, der inzwischen in Deutschland lebte, in Briefkontakt, und schilderte ihm immer wieder ihre Probleme und Sorgen, unter anderem dass sie jegliches Körpergefühl verliere, und in tiefe Depressionen fallen würde. Man kann davon ausgehen, dass er ihr ’Rettungsanker’ sein sollte, um ihr ihre Sorgen abzunehmen und zu helfen. Es ist jedoch gut möglich, dass er ihr nicht helfen konnte, und sie auch dadurch dem Selbstmord immer näher kam.
    Einerseits ist das Buch in einem sehr neutralen, Emotionen vermissenden Stil geschrieben, so als hätte Peter Handke nicht viele Gefühle für seine Mutter gehegt, andrerseits wird beim Lesen des Buches klar, dass die Mutter sehr wohl eine enge Bindung zu ihrem Sohn lebte. Andrerseits fällt es ihm schwer unkritisch zu bleiben, es scheint so, als würde ihn die Lebensgeschichte seiner Mutter sehr mitnehmen. Man erkennt nach und nach seinen Stolz auf diese Frau, die mit Leben freiwillig abschloss.


    Ich bräuchte halt ein paar Zitate, oder noch Ideen, wie das ganze etwas strukturierter wird.
     
    #3
    squibs, 3 Juni 2008
  4. User 4590
    User 4590 (33)
    Planet-Liebe ist Startseite
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    nicht angegeben
    Zum Thema Struktur würde mir spontan einfallen, dass man ja grundsätzlich zwischen zwei Peter Handkes unterscheiden muss: Den 'früheren' Handke, der als Figur in der Geschichte der Mutter vorkommt, und den 'heutigen' Handke, den Erzähler/Autor. D.h. man kann auch in der Beziehung Handkes zur Mutter untersuchen, wie das Verhältnis Handkes früher zu ihr war, als sie gelebt hat, und wie es aus heutiger Sicht und nach ihrem Tod ist, und was der Prozess des Aufschreibens dabei für eine Rolle spielt.

    Ich hab zufällig grade Sekundärliteratur hier, in der "Wunschloses Unglück" als Beispiel kurz vorkommt, und da wird behauptet, dass die Literatur für Handke anfangs eine Art Heilung in Bezug auf das Verhältnis zur Mutter darstellt (Zitat: "Wenn ich schreibe, schreibe ich notwendig von früher, von etwas Ausgestandenem, zumindest für die Zeit des Schreibens. Ich beschäftige mich literarisch, wie auch sonst, veräußerlicht und versachlicht zu einer Erinnerungs- und Formulierungsmaschine" [S. 9]). Am Ende des Textes wird aber klar, dass diese Heilung nicht existiert und er die Geschichte von sich und der Mutter noch nicht bewältigt hat (Zitat: "Es stimmt nicht, daß mir das Schreiben genützt hat. In den Wochen, in denen ich mich mit der Geschichte beschäftigte, hörte auch die Geschichte nicht auf, mich zu beschäftigen. Das Schreiben war nicht, wie ich am Anfang noch glaubte, eine Erinnerung an eine abgeschlossene Periode meines Lebens, sondern nur ein ständiges Gehabe von Erinnerungen in der Form von Sätzen, die ein Abstandnehmen bloß behaupteten" [S. 92]).

    Die Seitenangaben beziehen sich auf die Ausgabe von 1972, erschienen im Residenz Verlag in Salzburg. Wenn du die Zitate verwenden willst, musst du dir halt in deiner Ausgabe die entsprechenden Seiten suchen.
     
    #4
    User 4590, 3 Juni 2008
  5. Kaya3
    Kaya3 (33)
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    nicht angegeben
    Hallo,

    kommt das nur mir so vor, oder ist die Inhaltsangabe etwas wild?
    Nach der Geburt von Peter, führt sie mehrere Abtreibungen durch und bekommt dann ihr erstes Kind? Hö?
    Ist es nicht auch die Mutter, die entbindet und nicht Handke? (Zumal ich hier von "ihrem Sohn" oder "Peter" sprechen würde, wenns um Mutter und Sohn geht und nicht von "Mutter und Handke". Da hat ILAW schon recht, wenn sie sagt, dass man die Figur vom Autor trennen muss).
    Heißt das nicht "auf dem Land"?
    "Trug den Kopf hoch und nicht konnte ihr etwas anhaben" würd ich auch umschreiben, denn das klingt ja eher wertend und wie der Text. Vielleicht "unnahbar"?

    LG,
    Kaya
     
    #5
    Kaya3, 3 Juni 2008
  6. Das Ich-Viech
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    Was mir da sofort aufgefallen ist: Der Autor sollte - so hab ich das gelernt - im Einleitungssatz auf jeden Fall genannt werden. Hier wird nicht ersichtlich, dass Handke der Autor ist.

    Ich würde das folgendermaßen machen:

    In Peter Handkes "Wunschloses Unglück" geht es um die Lebensgeschichte der Mutter des Autors.
    bzw.
    In "Wunschloses Unglück" beschreibt Peter Handke die Lebensgeschichte seiner Mutter.

    "Es geht um..." halte ich für umgangssprachlich - bin ich der einzige? Klingt etwas salopp und locker. Mag ich nicht.
    Außerdem kommt "die Lebensgeschichte der Mutter _von_ Peter Handke" doch schon recht nahe an den berühmten Dativ als Tod des Genitivs heran.

    Ich hab' grad nicht die Muse, mir den ganzen Text vorzunehmen, aber der Einleitungssatz sprang mir gleich so ins Auge :zwinker:
     
    #6
    Das Ich-Viech, 5 Juni 2008

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