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Prioritäten im Leben?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von User 16351, 9 November 2004.

  1. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Das wird wahrscheinlich ein etwas längerer Text:

    Seit 7 Monaten bin ich jetzt mit meiner Freundin zusammen, und völlig ohne rosarote Brille kann ich sagen, dass ich nie jemanden geliebt habe wie sie. Dies beruht auf Gegenseitigkeit. Da ich eher sehr nachdenklich und absolut rational bin (ich handle immer überlegt und würde nie das was meiner Ansicht nach richtig ist in irgendeinem emotionalen Rausch vergessen - selbst nach 5 Litern Bier, was zum Glück selten passiert :kotz: , schwimmt mein Verstand noch oben, auch wenn ich es nicht mehr schaffe, die Türklinke zu greifen...), reflektiere ich dauernd über einfach alles. Und ich kann nicht sagen, dass ich damit schlecht lebe, auch wenn weniger rational handelnde Menschen irgendwie häufiger glücklich scheinen, aber ich kann, WILL und werde meinen Verstand einfach nie ausschalten, weil mich triebhaftes und "dummes" Verhalten mehr anwidert als alles, was ich mir sonst denken kann. Man könnte mir boshaft vorwerfen, dass ich das Menschsein verachte; aber glaubt mir, ich habe mehr als genug Spaß mit Freunden und Hobbies.
    Ich habe mein ganzes Leben lang Extremsport gemacht und in nichts eine größere Erfüllung gefunden; wenn ich nicht mindestens 2 Tage in der Woche Klettern oder Mountainbiken gehe, raste ich aus. D.h. ich werde SEHR unangenehm für meine Mitmenschen.
    So viel zu mir.

    Nun ist es so, dass das Leben, das sich mir abzeichnet, Wendungen nimmt, die mich wütend machen. Mein Studium ist nie gut gelaufen, das liegt daran, dass ich nie gelernt habe zu lernen. (Abi mit 1,1 nach einer Woche Vorbereitung, 2 Klassen in der Grundschule übersprungen, für vielleicht 10 Klausuren in der Schule mehr als 1 Stunde gelernt...dann kommt das Studium mit Tonnen an Klausuren von denen jede Umfangreicher ist, als das, was man in den letzten 13 (bzw.11 Jahren) insgesamt gelernt hat und man merkt, dass man sich nicht 6 Stunden am Stück täglich hinsetzen KANN, weil die Aufmerksamkeit immer bei anderen Sachen ist.

    Ich bin vor 6 Jahren nach Freiburg gezogen, um dort näher an den Bergen zu sein. Studium begonnen, eher wenig Leute kennengelernt (Süd und Nordlichter passen nicht wirklich zusammen), habe mich immer nach meinen Freunden zu Hause gesehnt, keine Freundin gehabt. Das EINZIGE, was immer perfekt war, war der Sport. Allerdings wurde nach ein paar Jahren das Leben dort so einsam (Was der Hauptgrund für den Umzug war) und ich lernte meine jetzige Freundin kennen, so dass ich wieder nach Hause gezogen bin. 800 Km weg von den Bergen...

    Meine Eltern haben sich immer Sorgen wegen meines Soziallebens gemacht, mehr aber wegen meines Studiums: "Du brauchst doch mal jemanden der dich liebt....Dann wird alles besser...dann klappts auch mit dem Lernen...du musst mal raus unter Leute damit es dir besser geht...etc."

    Ich habe die große Liebe meines Lebens (was ich aus meiner jetzigen Perspektive durchaus zu behaupten wage) getroffen, führe eine harmonische und glückliche Beziehung....unternehme viel mit wirklich guten Freunden...mache andere Sportarten...

    Aber mein Leben ist SCHEISSE; alles ausser dieser Beziehung ist ein einziger großer Haufen Scheisse.
    Und es zeichnet sich ab, dass ich ALLES hier aufgeben werde um schlussendlich irgendwo in die Schweiz oder nach Österreich ziehe um dort als Bergführer oder Ähnliches zu arbeiten. Die Ansprüche, die die Außenwelt!! an mein Leben stellt und die für viele wohl die totale Erfüllung darstellen -und für mich mehr als greifbar wären-(eine tolle Frau, Abschluss, toller Beruf :kotz:, Familie, etc) haben im Vergleich zu dem Bedürfnis in den Bergen unterwegs zu sein nur den Wert von ...Dreck. All dies bedeutet mir im Vergleich zu der Möglichkeit meinen Sport zu machen NICHTS. Bis auf meine Freundin...die niemals in die Berge ziehen würde und mit ihrem Studium auch noch die nächsten 4-5 Jahre beschäftigt ist...
    Mir wird schlecht und ich werde wütend, wenn ich an eine Zukunft mit Abschluss, Beruf, Familie etc aber eben weg von den Orten und Momenten beim Sport, die für mich die totale Erfüllung darstellen (das mag sich komisch anhören, aber von Sex habe ich noch nie die nächsten 2 Wochen grinsen müssen; an eine FreeSkitour im Gelände denke ich oft noch 6 Monate später und bekomme Gänsehaut...Aber ich weiß, dass ich niemanden so lieben könnte, wie meine Freundin...

    Habe ich eine Entscheidung schon innerlich getroffen und brauche nur noch die notwendige Stärke, meinen !!Selbstbetrug!! zu beenden?
    Welche Priorität hätte bei euch euer Partner?

    Schreibt einfach mal, was euch zu der Geschichte einfällt.
     
    #1
    User 16351, 9 November 2004
  2. illina
    illina (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    schwer zu sagen .. einerseits bist du so unglücklich mit deinem Leben andereseits möchtest du aber auch nciht von deiner Freundin weg .. ich denke da kann dir niemand helfen da musst du für dich wissen was das richtige ist .. ich kann nur sagen das ich auch das gefühl habe endlich einen Menschen gefunden zu haben der in allen lebenslagen zu mir passt den ich wirklich liebe und mit dem ich glücklich bin . ich würde für nichts in der welt dieses glück aufgeben wollen .. aber ich stecke auch nciht in so einer sizuation wie du .... sorry aber ich würde michfür die liebe entscheiden . aber bei dir scheint der ander Teil also der Sport und die sehnsucht nach den Bergen wohl zu überwiegen ..
     
    #2
    illina, 9 November 2004
  3. madison
    madison (45)
    Verbringt hier viel Zeit
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    5
    Verheiratet
    ui, sehr schwierig. Aber ultimativ würde ich sagen, dass erstmal DU glücklich sein musst. Was deine Familie oder die sonstige Umwelt an Ansprüchen bezüglich deiner Lebensgestaltung (Beruf, Karriere, Ansehen etc) hat, sollten zweitrangig sein. DU musst in deinem Körper und deinem Kopf leben, nicht sie. Gut, was das betrifft, scheinst du ja auch klar zu wissen was du willst, nämlich das tun, was für dich richtig ist.

    Die Freundin, tja, mal ganz ekelhaft nüchtern betrachtet: wenn sie deinen so grundlegenden Bedürfnissen nicht folgen kann, dann ist sie vielleicht doch nicht die richtige?
    Wie wäre es, wenn die Situation bei euch genau umgekehrt wäre und sie diejenige wäre, die aus dieser ganzen Sache ausbrechen wollte. Würdest du sie unterstützen und alles aufgeben, um mit ihr in die Schweiz zu ziehen?
    Mal ganz davon abgesehen, sie kann doch ihr Studium fertig machen und dann auch in die Schweiz oder nach Österreich gehen. Schliesslich gibt es dort ja wohl auch Arbeit, oder?
    Was meint denn deine Freundin zu der ganzen Lage?

    Du bist echt in einer Scheisssituation und wirst wohl auf jeden Fall etwas aufgeben müssen. Die Frage ist eben was. Ich könnte jetzt ganz philosophisch sagen, dass das Leben und die Zeit dir schon zeigen wird, was es sich lohnt aufzugeben und was nicht, aber das hilft auch nicht wirklich. Tja, leider wirst du eine Entscheidung treffen müssen.
     
    #3
    madison, 9 November 2004
  4. Grinsekater1968
    Chauvinist
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    nicht angegeben
    Ich glaube Dir irgendwo nicht, daß Dein Glück wirklich in den Bergen liegt. Es mag sicher sein, daß Du, wenn Du in den Bergen unterwegs bist, richtig auflebst und so etwas wie Glück empfindest, aber die Freiheit von allem was nervt, findet man letzten Endes nicht in der Flucht vor der Welt.
    Ich sage das aus eigener Erfahrung, denn vieles, was Du so beschreibst, kommt mir doch sehr vertraut vor.

    Du hast nach der Priorität des Partners gefragt. Wenn Du mit ihr zusammen bleiben willst, weil sie Dich liebt, wird sie Dich auf kurz oder lang verlassen.
    Da bin ich ziemlich sicher. Wenn Du mit ihr zusammen bleiben willst, weil Du sie liebst, sieht die Sache schon anders aus ; und noch besser ist es, wenn sie und Du gemeinsame Wege geht. Wenn Du Dein Glück nicht im 08/15 Job mit Reihenhaus und Hund sehen möchtest, sollte Dich das nicht hindern, es eben woanders zu finden. Es gibt viele schöne Möglichkeiten, eine Lebenssituation herzustellen, die Dich glücklich macht, - es gibt eben nur keine allgemeingültigen, die auf alle Menschen gleich gut passen.
    Was für Dich das Beste ist, mußt Du allein herausfinden, denn niemand sonst kann Dir die Antwort darauf geben. Aber ich habe für mich selbst entdeckt, daß die Welt in gewisser Weise nach einem physikalischen Kräfteverhältnis läuft - je mehr Liebe Du gibst, desto mehr fällt davon auf Dich zurück.
    Je mehr Menschen Du zum Lachen bringen kannst, oder ihnen ein Lächeln entlocken kannst, oder ihnen helfen kannst, zu finden, was sie suchen, desto eher könnte es Dir gelingen, eine Antwort auf die eigene Not zu finden.
    Ich wünsch Dir alles Gute !
     
    #4
    Grinsekater1968, 9 November 2004
  5. Sicherlich musst du selber wissen, welche Prioritäten du dir selber setzt. Aber ich finde du gehst falsch an die Sache ran. Du versteifst dich ein wenig zu sehr auf die Tatsache mit den Bergen. Es kommt mir so vor als ob du dem Flachland die objektive Schuld gibst, dass du schlechte Noten im Studium bekommst! Das kann aber nicht sein.
    Du kannst hohe Prioritäten auf Sport setzen, auch im Flachland. Und vorallem kannst du da auch noch eine hohe Priorität auf deine dich liebende Freundin und das Studium legen.
    Ich kann mich sicherlich nicht mit dir vergleichen, da meine Prioritäten schon immer bei einer liebenden Freundin und später bei der Gründung einer Familie lagen und liegen. Dies kam sicherlich nicht mit meinem Leben in der Drogen- und Partyscene überein, wo ich jeden Samstag eine andere gebumst hab und am nächsten, sofern ich mich noch errinnern konnte, mich selbst dafür gehasst hab. Doch auch ich musste erst noch recht lieben lernen, was ich bei meiner jetzigen Freundin geschafft, und das seit über 1,5 Jahren. Ich möchte ja schliesslich, das sie meine Freundin für die nächsten 50 Jahre wird, oder eben meine Frau!

    Ich kann deine Gefühle und vorallem deine innere Zerissenheit verstehen. Auch ich musste meine Weg finden. Und ich bin mir sicher, dass DU das auch machen wirst. Du kannst deine Wünsche Freundin und Berge arrangieren. Aber wenn es dein höchstes Glück sein sollte den Daniel Boon der Alpen zu spielen, dann solltest du das machen. Aber überlege vorher gut. Im allgemeinen stellt eine lange und glückliche Bindung für ein Exemplar der Gattung Mensch das höchste Glück und Lebensziel dar.
     
    #5
    Mister Nice Guy, 10 November 2004
  6. User 16351
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    418
    101
    0
    vergeben und glücklich
    hi, erstmal danke für eure Antworten!

    @madison:

    Das mit der Zeit, die es zeigen wird ist so eine Sache; das Gefühl das irgendetwas mies läuft, wächst schon seit ich 19 bin. Kurzfristige Besserung hatte ich nach dem Umzug weg von zu Hause.
    Meine Freundin weiß selber nicht so recht wohin im Leben, allerdings wäre sie nicht bereit einen so extremen Schritt zu tun, wie ich ihn vielleicht vorhabe.

    @Grinsekater1968:

    Das mit der Freiheit und der Flucht vor der Welt ist eine sehr interessante Überlegung. Momentan gibt es in meinem Kopf aber nur die Alternativen Weitermachen und immer unglücklicher werden oder mit Allem abbrechen und versuchen an einem anderen Ort das zu tun, was mich erfüllt. Ich schaffe es nicht, eine sinnvolle Zwischenstufe zu erdenken....

    @Mister Nice Guy:
    Ich kann nur im Flachland keine Priorität auf die Sportarten legen, die mich erfüllen. Es macht schon einen Unterschied, ob ich durch den Park jogge, oder eine Woche mit dem Bike in den Alpen unterwegs bin, oder einen Monat mit den Ski durch Kanada toure. Das hat für mich halt nichts mit Urlaub oder Freizeitbeschäftigung zu tun, sondern ich fühle in diesen Momenten ... eine völlige Selbstzufriedenheit, häufig völlig isoliert von jeglicher Zivilisation, nur mit ein paar gleichgesinnten unterwegs. So starke Momente der Klarheit habe ich sonst nie.
    Ich gebe dem Flachland keien Schuld an den schlechten Noten; SChuld ist hier der falsche Begriff, es hat kein Verbrechen stattgefunden. Die schlechten Noten sind resultat meiner Unzufriedenheit und Unfähigkeit mich dazu zu prügeln mich an den Schreibtisch zu setzen - weil ich es eigentlich gar nicht will. Ich will -für mich persönlich- nicht gut in Sachen sein, die mir nichts bedeuten; ich will vor allem nciht für andere gut in diesen Dingen sein. Ich schaffe es anscheinend nur nicht, meinen Selbstbetrug zu beenden.

    Mein Erwachen nach dem Samstagabend dauert jetzt schon 5 Jahre, und es ist kein Ende in Sicht, wenn ich nicht etwas grundlegendes ändere...

    Ich habe auch gedacht, dass eine glückliche Beziehung mich ändern würde, meine Ansichten ändern könnte, und kann mir keine glücklichere Beziehung als meine vorstellen. Der Gedanke, mich von meiner Freundin irgendwann mal zu trennen, zerreißt mich...aber ich fühle dennoch eine unglaubliche Leere, den völligen Mangel an Zufriedenheit, da mich das Zwischenmenschliche nicht annähernd so erfüllt, wie meine sportlichen Aktivitäten und die Erlebnisse "draussen"...Liebe scheint für mich seltsamerweise nicht das höchste der Gefühle zu sein....
     
    #6
    User 16351, 10 November 2004
  7. hardclocker
    0
    Hey..

    man, hört sich irgendwie wie ein tolles leben an, bloss verstehe ich dein problem nicht... Liebst du deine freundin nicht mehr oder willst du dich entscheiden ob du sie aufgibst wegen dern bergen??

    du solltest mit ihr ausführlich drüber reden und ihr klar machen was für dich abslut wichtig ist...

    gruß Alex
     
    #7
    hardclocker, 10 November 2004

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