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Psyche und die Zukunft

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von kaiserschmarren, 2 August 2010.

  1. kaiserschmarren
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    nicht angegeben
    Hallo,

    im Moment mache ich mir um meine Zukunft große Gedanken.
    Es ist so: Ich habe seit ich 15 Jahre alt bin, psychische Probleme - genauer gesagt eine Essstörung (Bulimie).
    Die Schulzeit war für mich ziemlich hart. Ich wurde gemobbt, hatte Schlafstörungen und meine Essprobleme haben mir stark zugesetzt. Mein Abi habe ich zum Glück trotzdem gepackt.

    Eigentlich wollte ich letztes Jahr ein Studium beginnen, habe mich dann aber doch dagegen entschieden. Ich wollte erst mal richtig gesund werden und habe deshalb eine ambulante Therapie begonnen.
    Ich hatte bisher schon 22 Stunden (5 davon waren die "Schnupperstunden") und gehe schon seit Oktober 09 einmal die Woche zu einem Psychotherapeuten.

    Tzja, jetzt beginnt bald das neue Wintersemester und ich habe wieder fleißig Bewerbungen los geschickt, um dieses Jahr endlich ein Studium zu beginnen.

    Doch nun hat mich ein Gespräch mit meiner Mutter ziemlich aus der Bahn geworfen:

    Sie: "Du gehst aber nicht JEDEN Freitag zur Therapie, oder?"
    Ich: "Doch - wieso?"
    Sie: "Seit wann gehst du da hin? Seit einem Jahr, oder? Da tut sich doch nicht wirklich was. Hast du den Psychologen nicht mal nach einem stationären Aufenthalt gefragt? Wie willst du denn das ganze Essen bezahlen?"

    Denn sie hat recht! Meine Essstörung hat sich nicht wirklich gebessert. Ich habe mehr Selbstbewusstsein erlangt, aber ich glaube, dass diese Besserung auch auf einen Auslandsaufenthalt zurück zu führen ist, den ich dieses Jahr gemacht habe.

    Soll ich jetzt überhaupt studieren?
    Oder wäre eine Klinik besser?
    Oder soll ich es mit dem Studium mal probieren und neben her weiter zur Therapie gehen? Ich habe nur unheimlich Angst, dass ich BEIDES nicht packe. Ein Studium kostet ja unheimlich viel Kraft.
    Oder sollte ich mir einen neuen Therapeuten suchen? (Was ich wahrscheinlich sowieso muss, weil ich für das Studium umziehen werde.)



    Ich habe nämlich das Gefühl, es liegt ganz allein an mir, dass nichts klappt. Ich esse und esse und kämpfe nicht. Irgendwie fehlt's mir an Kraft und Motivation - an Willen.
    Während meines Auslandaufenthaltes kannte ich jemanden, der seit ein paar Monaten geraucht hat. Ich habe ihn gefragt, weshalb er nicht aufhört, schließlich sei es ungesund und ginge ins Geld. Seine Antwort war: "Es macht mir einfach noch viel zu viel Spaß - ich genieße es noch zu sehr." Und manchmal habe ich das Gefühl, mir geht's mit der Bulimie genauso.
    Ich bin noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem ich sage: ICH und mein Leben sind mir wichtiger als das Essen.
    Ich habe Angst, dass mein Therapeut denkt, ich würde IHM Vorwürfe für meinen Nicht-Erfolg machen.
    Gleichzeitig merke ich auch, dass er mit mir nicht weiter weiß. Er hat schon mal den Spruch "Wir drehen uns im Kreis und kommen nicht weiter." fallen lassen.

    Gleichzeitig will ich aber auch in keine Klinik. So "krank" fühle ich mich gar nicht.

    Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit einer Sucht und der Kombination Studium? Oder Klinikerfahrungen?

    Ich dachte, ich frag einfach mal in die Runde. Vielleicht kann mir ja jemand helfen.

    Liebe Grüße
     
    #1
    kaiserschmarren, 2 August 2010
  2. krava
    krava (35)
    Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
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    9.083
    Verliebt
    Also ich würde zur Klinik raten, denn wenn du schon so lange zur Therapie gehst, sich aber nichts gebessert hat, dann ist die Frage, wann sich was bessern soll. Ein Studium alleine wird da nichts bringen.
    In einer Klinik wirst du mehr überwacht, wobei ich das nicht negativ meine. Da liefert man dir sozusagen Motivation, dein Tagesablauf ist geordnet und was ich v.a. wichtig finde ist der Kontakt mit anderen Betroffenen zum Austausch.
    Und so ein KLinikaufenthalt dauert ja auch nicht ewig.

    Du musst das Essen und alles, was damit zu tun hat wohl richtig neu lernen und das schaffst du alleine nicht. Das ist gar keine Schande!
    Also werde wirklcih erstmal gesund, dann kannst du dich mit aller Kraft in ein Studium stürzen.
     
    #2
    krava, 2 August 2010
  3. Aily
    Benutzer gesperrt
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    108
    345
    Verliebt
    Hm, mal ein ganz anderer Ansatz: du wohnt noch zuhause, oder? Hast du mal überlegt, wieso es dir essensmäßig besser ging als du im Ausland warst? Meinst du es könnte zusammenhängen mit der Tatsache, dass du da eben in einer anderen Umgebunbg, also nicht zuhause warst?
    Und wie kommst du denn all. mit der Situation zurecht, hast du das Gefühl, psychisch stabil zu sein für noch mehr Aufregung und evtl. Stress, den ein Studium mit sich bringen würde? Wie sieht es mit allg. Unterstützung aus, fühlst du dich mit deinem Problem allein gelassen oder eher weniger?
    (Sind etwas persönliche Fragen; es ist wichtiger, dass du sie für dich beantwortest und nicht für das Forum hier) :smile:
     
    #3
    Aily, 2 August 2010
  4. squarepusher
    Sehr bekannt hier
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    Single
    psychotherapien ändern kaum ein leben von heute auf morgen. besonders wenn es um vergleichsweise schwerwiegende störungen geht, die seit der frühen jugend bestehen, braucht es einfach seine zeit, bis was weitergeht.

    und wenn dein therapeut sagt "wir drehen uns im kreis", kann das so manches bedeuten. deine interpretation, dass es heißt "ich kann ihnen nicht mehr helfen, sie sind zu krank für mich, bitte gehen sie in eine klinik", ist vergleichsweise pessimistisch, aber nicht notwendigerweise das, was er gemeint hat. er könnte genauso gemeint haben "wir haben einen punkt erreicht, an dem wir unsere taktik ändern müssen." oder "merken sie, wie ihr verhalten sie immer wieder zum selben punkt führt?" oder er will dir suggerieren, dass du dich jetzt anstrengen musst, zu verstehen, was genau dich im kreis gehen lässt und dich daran hindert, weiterzumachen. oder er wollte dich einfach nur darauf hinweisen, dass ihr euch im kreis bewegt. das kann auch eine neutrale, interessante, verräterische, nützliche einsicht sein.
    letztlich hat der therapeut deine erscheinung und was du ihm erzählst, er kann nicht in dich hineinschauen. tritt nun der fall auf, dass ihr an einem gewissen punkt nicht weiterkommt, kann es therapeutisch sehr nützlich sein, sich damit zu beschäftigen, "warum gerade hier und nicht woanders?" und "warum gelange ich immer wieder hierher?". in gewisser hinsicht kann auch gerade jetzt die problemorientierte therapie beginnen. alle menschen, die psychische probleme haben, drehen sich irgendwo im kreis. erst, wenn der therapeut einen solchen zyklus von vorne bis hinten miterlebt hat, hat sich das problem echt offenbart.

    sprich mal mit deinem therapeuten konkret über klinikaufenthalt und euren therapiefortschritt und seine sicht der dinge, anstatt in sein verhalten und seine sätze hineinzuinterpretieren, sonst tust du dir unrecht.
     
    #4
    squarepusher, 2 August 2010
  5. User 10015
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    Ich würde auch zu der Klinik raten. Eine Freundin von mir hatte das auch und hat nach dem Abitur letztlich auch keine Kraft mehr gehabt. Sie hat dann auch die Klinik gewählt und das hat ihr wirklich geholfen. Du wirst halt regelmäßig betreut und nicht nur einmal die Woche. Ich glaube, dass kann sehr hilfreich sein, wenn man so große Probleme hat.
    Außerdem kostet ein Studium auch oft viel Kraft. Ich bin oft auch etwas kränklich und mir macht das dann auch zu schaffen. Wenn man richtig gesund ist, kann man einfach mehr leisten und es wird dir wahrscheinlich mehr bringen als wenn du jetzt nur mit halber Kraft dabei bist.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall gute Besserung und hoffe, dass du es schaffst daraus zu kommen. Die Freundin hat es geschafft, hat mittlerweile ihr Studium als eine der besten abgeschlossen und fängt jetzt an zu arbeiten. Es geht und du schaffst das auch!
     
    #5
    User 10015, 2 August 2010
  6. User 87573
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    nicht angegeben
    Ich würde dir auch dazu raten wenn dann vor dem Studium in eine stationäre Behandlung zu gehen.
    Ein Studium ist oft tierisch anstrengend und wie Dr.evil schon sagte wenn man da kränklich ist hat man meist schon genug Probleme. Psychische Sachen können durch den ganzen Lernstress ja noch schlimmer werden und dich tierisch weit zurückwerfen (und das sage ich jetzt aus eigener, leidvoller Erfahrung :zwinker:). Hätte ich die Chance gehabt hätte ich auch vor dem Studium schon meine Sachen geregelt.
     
    #6
    User 87573, 2 August 2010
  7. LiLaLotta
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    vergeben und glücklich
    Ich würde dir zur Klinik raten. Ich war mal in einer, wo auch sehr viele Essgestörte waren. Da wird halt richtig auf einen eingegangen und das nicht bloß eine Stunde die Woche, sondern jeden Tag. Da hast du viele Gleichgesinnte und siehst vielleicht auch, wohin das alles führen kann. Ich zumindest war schockiert von einem Mädchen dort, es hat mich richtig traurig gemacht, dass man sich selbst soweit herunterwirtschaften kann. Ich weiß nicht, ob diese Theraoie einem wirklich hilft, ich vermute, dass man es selber wollen muss. Solange du die Hilfe nicht willst oder nicht wirklich etwas ändern willst, solange wird dir auch eine stationäre Therapie nicht helfen. Aber versuchen könntest du es zumindest. Es ist gar nicht so schlimm, wie man denkt. Man hat immer noch viel Freiraum, kann außerhalb der Klinik rumlaufen bis 22 Uhr abends, machen, was man möchte. Man ist kein Gefangener und wird auch nicht wie ein Bekloppter behandelt. Die meisten waren ganz normale Menschen. Und nebenbei haben da viele auch Freunde fürs Leben gefunden...
    Wenn du willst, kann ich dir ne gute Klinik ampfehlen...Für mich war das wie Urlaub da...
     
    #7
    LiLaLotta, 3 August 2010

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