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Psychotherapie?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von SeVuoi, 7 November 2007.

  1. SeVuoi
    SeVuoi (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo,

    ich überlege, eine Therapie bei einem Psychotherapeuten zu beginnen und hoffe, dass mir vielleicht einige von euch weiterhelfen können, die damit schon Erfahrungen gemacht haben.

    Ich war schon immer ein Mensch, der sich sehr viele Gedanken gemacht hat. Ich kann mich nicht darn erinnern, jemals wirklich glücklich gewesen zu sein. Die Depressionen schwanken manchmal, es gab Zeiten, in denen ich mich besser gefühlt habe, aber wirklich frei von Depressionen war ich selten/nie und im Moment geht es mir wieder sehr schlecht. Das hat viele verschiedene Ursachen (Zukunftsängste, schlechtes Verhältnis zu meiner Familie, Sexulstörungen, Bindungängste, Selbsthass).

    Ich bin ein sehr verschlossener Mensch und habe bis vor ca. einem Jahr mit niemanden gesprochen. Dann lernte ich meinen Freund kennen. Es war mein erster richtger Freund. Inzwischen sind wir nicht mehr zusammen, vor allem wegen den oben genannten Gründen. Er wollte unsere Beziehung trotzdem weiterführen, auch ohne Sex etc. aber ich konnte das nicht. Trotzdem verstehen wir uns noch sehr gut und er weiß fast alles über mich. Auch, wie schlecht es mir geht und er sagt, ich soll eine Therapie machen, weil wir das alleine nicht schaffen.

    Ich habe aber wahnsinnig Angst vor einer Therapie. Mit einem anderen Menschen will/kann ich einfach nicht über diese Dinge reden, ich kann mich nicht öffnen und habe auch Angst dass dann alles noch schlimmer wird. Die Vorstellung, vor einem fremden Menschen zu sitzen, ihn anzuschweigen und zu weinen ist einfach Horror für mich :ratlos: .

    Auf der anderen Seite sehe ich, dass es so nicht besser wird und ich keine Lust mehr habe zu leben. Deswegen spiele ich eben doch mit dem Gedanken einer Therapie.

    Gibt es vllt jemanden, dem es genau so ging?
    Da ich kein gutes Verhältnis zu meinen Eltern habe, möchte ich nicht, dass sie etwas von der Therapie erfahren. Da ich aber über meine Eltern krankenversichert bin ist das wohl unmöglich oder?

    Für Tipps und aufmunternde Worte wär ich euch echt dankbar..

    Lg, SeVuoi
     
    #1
    SeVuoi, 7 November 2007
  2. jonny´G
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    mir ging es zwar nicht so oder so ähnlich aber die (professionellen) Tipps und Ratschläge wie du das meistern kannst, wirst du wohl nur bei einer Therapie bekommen. Es ist schließlich deren Job, Leute wie dir zu helfen und ihnen bei der Überwindung ihrer probleme zu helfen. Bei denen musst du dich für nix schämen...

    Wünsche dir viel Glück und das du das richtige für dich tust.
     
    #2
    jonny´G, 7 November 2007
  3. schokobonbon
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Also erstmal :gruppe:

    Ich kenne das etwas von der anderen Seite, mein Exfreund war oder ist ernsthaft depressiv. Es ist allerdings erst nach unserer Zeit schlimmer geworden, deswegen kann ich zur Therapie nicht sehr viel sagen.

    Ich denke aber, ein guter Psychologe sollte einfühlsam genug sein, dass du dich nach und nach öffnen kannst. Es wird ganz sicher keiner verlangen, dass du in der ersten Sitzung alles auspackst. Wenn du dich auch mit einer Person nicht wohlfühlst, würde ich auch gleich zur nächsten gehen. Vielleicht kann dich ja auch erstmal dein Exfreund zum Arzt begleiten, damit du nicht so alleine bist? :smile:
    Wenn du jedenfalls das Gefühl hast, eine Therapie machen zu müssen, dann versuche dich zu überwinden, auch wenn es schwer ist! :knuddel: Schlimmstenfalls hast du nichts verloren (der Arzt darf sowieso nichts von dem erzählen, was gesagt wird) aber vielleicht viel gewonnen. :smile:
    Mein Exfreund war in stationärer Behandlung und hat sich über die Zeit positiv geäußert. Er hat sich dort wohl gefühlt denke ich, und sogar Kontakte geknüpft, was für ihn leider nicht (mehr) selbstverständlich ist. Wenn der Arzt dir das also empfehlen sollte, würde ich es auf jeden Fall probieren.
    Zu ihm kann ich noch sagen, dass er es heute fast bereut, nicht eher gegangen zu sein... Denn in der Zwischenzeit sind die Probleme auch größer geworden, und es kostet mehr Kraft, da rauszukommen. Damals wollte er es nicht einsehen, als ich es vorgeschlagen habe... Vielleicht hilft dir das bei der Entscheidung ja ein Stück weiter. Manchmal ist es ja auch einfach so, dass man es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen kann, und da können diese Leute helfen.

    Wegen deinen Eltern, wenn du keinen Eigenbeitrag zahlen musst (was ich nicht glaube), sollten sie nichts davon erfahren. Bei den gesetzlichen KKs gibt es keine Einzelabrechnungen, glaube ich...

    Ich wünsche dir viel Mut und Erfolg, wie auch immer du dich entscheidest! :smile:
     
    #3
    schokobonbon, 7 November 2007
  4. smithers
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ärzte sowie die Kassen stehen unter Schweigepflicht. Wenn sie ohne dein Einverständnis Daten weitergeben sollten – dann kann das für diese Stellen ernsthafte Konsequenzen haben. Du mußt also nicht befürchten, dass deine Eltern was von der Behandlung mitbekommen.

    Ich möchte Dir ein paar Tipps geben, wie Du Dich der ganzen Sache nähern kannst. Ich würde Dir dringend empfehlen die Therapie NICHT beim Hausarzt zu machen – er soll Dich zu einem Neurologen / Psychologen überweisen und nicht anfangen selbst „herumzudoktorn“ In der Regeln fehlen den Hausärzten die Kompetenz für so eine Behandlung. Sie versuchen oftmals mal mit dem einen und mit dem anderen Medikament herumexperimentieren. Wenn die Medikamente dann zu teuer werden und ihr Budget belasten, lassen sie die Patienten fallen wie eine heiße Kartoffel. Es wäre nicht der erste Fall, der so an meinen Ohren herangetragen worden ist.

    Die Krankenkassen führen in der Regel Listen von den Spezialisten die sie für „gut“ im Bereich Psychotherapie / Verhaltenstherapie halten. Mache Dich auch da schlau – so kommst Du in der Regel um eine eventuelle Zuzahlung. Wenn ein Arzt von Dir Geld sehen will – einfach nur anlachen und mit der Aussage: „Na, da will ich doch noch mal meine Krankenkasse fragen“ die Praxis verlassen. Es wäre nicht der erste Arzt der versucht sich auf diese art und Weise zu bereichern! [Und nein – das sind nicht haltlose Anschuldigungen]

    Zur Therapie selbst: Es gehört schon eine Menge Disziplin dazu, eine Psychotherapie durchzuführen. Jede Woche eine Stunde zum Doc und das innere nach außen drehen. Es werden viele schmerzliche Dinge herausgegraben – aber man muß sich auf dieses Spiel einlassen um mit der Therapie erfolg zu haben. Auch sollte man sich nicht vor der Einnahme von Medikamenten sträuben – oftmals haben die Therapien nur in der Kombination richtigen erfolg. Ein guter Psychologe wird dich niemals über seine Schritte im Dunkeln lassen. Er wird Dir erklären welche Medikamente helfen können und was man tun sollte. Eine Psychotherapie ist nicht einfach aber wenn man am Ball bleibt, dann wird man die Depression auch überwinden können.

    Nochwas – mit einer Depression ist nicht zu spaßen. Wer sich mit diesem Thema auseinander gesetzt hat, weis welche Mechanismen da im Hirn zusammen kommen. Die Mortalitätsrate bei Depressiven liegt bei ca. 30% (bei gesicherten Fällen). Und wenn jemand eine Depression hat, dann sind gerade die Anfänge einer Psychotherapie die „gefährlichen Sekunden“ für einen Patienten. Daher nehme deine Feststellungen ernst und vertraue Dich ersten den Hausarzt, dann einem richtigen Spezialisten an. Du wirst schnell feststellen, dass der Antrieb dieser Leute das „Hilfe leisten“ ist - sie wollen niemanden für „verrückt“ erklären oder ähnliches. Auch werden sie dich niemals „auslachen“ – sie werden deine Probleme ernst nehmen und Dir helfen.

    Viele haben immer den Gedanken im Kopf „wenn ich zu einem Psychologen gehe, dann halten mich alle für verrückt“. Dieses Vorurteil hat leider ein historischen Hintergrund, entbehrt aber jeglicher Grundlage. Also nur Mut und vertraue Dich einem Spezialisten an.

    Mut und Kraft für deine Entscheidungen!
     
    #4
    smithers, 8 November 2007
  5. SeVuoi
    SeVuoi (28)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Danke für eure lieben Antworten :smile: .

    Ein Psychtherapeut darf mir doch gar keine Medikamente verschreiben oder? Und beim Hausarzt werde ich das bestimmt nicht machen, wenn dann schon eine professionelle Verhaltens- oder tiefenpsychologische Therapie, ich weiß nicht, was da besser für mich wäre. Aber das klärt man dann ja mit dem Thera, denke ich.

    Ich trau mich immer noch nicht so ganz, bin halt einfach ein sehr introvertierter Mensch. Aber ihr habt mir auf jeden Fall etwas Mut gemacht, danke.
     
    #5
    SeVuoi, 9 November 2007
  6. i_need_sunshine
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ich würde Dir sehr dazu raten.

    Normal ist ohnehin, dass man sich erstmal beschnuppern kann, es gibt also quasi Probestunden. Es muss schon auf einer persönlichen Ebene passen, zudem haben verschiedene Therapeuten auch ganz unterschiedlichen Stil. Du solltest Dich, so weit es geht, wohlfühlen und auch deutlich sagen, wenn Du meinst, dass es nicht passt. Das nehmen Therapeuten ganz professionell bzw. sagen es auch von sich aus. Die natürlichen Hemmschwellen, die bestehen, wenn man sich jemand Fremden offebaren soll, hilft der Therapeut abzubauen, das ist selbstverständlich sein Handwerk.

    Du musst nur ein wenig aufpassen, dass Du Dich nicht zu sehr vom Therapeuten abhängig machst. Das kann ein unbeabsichtigter Nebeneffekt von solch einer Therapie sein. Auch ist eine Therapie keine Wundertüte in dem Sinne, dass man ein paar Mal hingeht und dann alles besser ist.

    Was die Medikamente betrifft, bin ich mir nicht sicher. Viele Psychotherapeuten sind von Hause aus zugelassener Mediziner, die auch verordnen dürfen.
     
    #6
    i_need_sunshine, 9 November 2007
  7. Starla
    Gast
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    Nur ein Arzt darf Medikamente verschreiben. Du kannst aber parallel eine Therapie machen und in neurologischer Behandlung sein.
     
    #7
    Starla, 9 November 2007
  8. SnakePlisken
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    also aus meiner Erfahrung:

    Ich bin nun seit knapp 3 Monaten in einer ambulanten Psychotheraphie, da ich einen "kleineren" Zusammenbruch hatte, nachdem ich in allen Prüfungen meines Semester durchgefallen war. Hinzu kam Streß mit der Freundin, Familie und im Nebenjob. Ein Freund hat mir eine entsprechende Einrichtung empfohlen wo er selbst in Theraphie ist.

    Ich bekam ein Vorgespräch und dort wurde mal grob angeschnitten wie es mir geht/ging. Danach musste ich zum Hausarzt ne Überweisung abholen (war ein kleines Gespräch) und mit der Kasse auch nochmal alles klären. Und dann kamen noch einige andere Vorgespräche um zu sehen ob ich mit meienr Therapheutin klar kam und umgekehrt.Das war meiner Meinung nach schonmal ein sehr wichtiger Punkt, denn was bringt es jemanden wenn man sich net wohl und missverstanden fühlt beim Therapheuten.

    Auch muss man den Willen haben das man diese Hilfe haben will und auch die Ratschläge versucht zu akzeptieren/umzusetzen.

    In meinen wöchentlichen Sitzung ist viel rausgekommen, wieso es mir so schlecht ging. Ich Versuche nun die Tipps und Ratschläge so gut es geht anzunehmen und umzu setzen. Und es klappt wirklich das sich in kleinen Etappen erste Erfolge zeigen, ab und an hab ich auch einen Dämpfer schon gehabt,aber lies mich dadurch nicht entmutigen und hab es weiter versucht. Der Streß mit meiner Freundin ist sehr stark zurück gegangen, mit meinen Eltern komm ich besser klar und die Arbeit im Nebenjob stresst mich net mehr so wie vorher. Studium läuft momentan auch wieder im grünen Bereich. Trotzdem werd ich noch mindestens 9 Monate weiter in Theraphie bleiben, damit ich keinen starken Rückfall erleide, falls mal wieder was sehr Grosses kommen sollte.

    Das war/ist meine momentane Erfahrung mit Psychotheraphie und ich bin froh das ich eine begonnen habe.

    Viel Erfolg wünsch ich dir mit deiner, wenn du deine anfangen solltest.

    Bei Fragen schreib mir ne PN

    Snake
     
    #8
    SnakePlisken, 13 November 2007
  9. smithers
    Verbringt hier viel Zeit
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    121
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    nicht angegeben
    Allgemein:

    Die Bezeichnung Psychotherapeut/in ist in Deutschland seit dem Jahre 1999 gesetzlich geschützt. So dürfen sich nur noch Ärzte mit Psychotherapie – Weiterbildung nennen. Diese Leute dürfen selbstverständlich Medikamente verschreiben.

    Aber genau vor diesen Leuten kann ich nur zur großer Vorsicht mahnen. Sie verschreiben oftmals Medikamente ohne genau zu wissen wie das Medikament dosiert wird, wo die Vorteile liegen, welches Medikament mit welchen kombiniert werden kann etcpp.

    Mein eindringlicher Tipp kann aus meiner Sicht hier nur lauten: Begebe Dich zu einem Neurologen / Psychologen – sie kennen i.d.R. das gesamte Spektrum der Medikamente und können viel besser differenzieren.
     
    #9
    smithers, 13 November 2007
  10. Nightaffair
    Verbringt hier viel Zeit
    250
    101
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    nicht angegeben
    An der Stelle muss ich Dich korrigieren. Psychologen dürfen keine Medikamente verschreiben, sondern nur Ärzt (wie Du schon vorher richtig bemerkt hast). Psychotherapeuten sind zudem entweder Psychologen mit Zusatzausbildung oder Mediziner mit Zusatzausbildung (die dann auch Medikamente verschreiben können). Ansonsten schließe ich mich an. Persönlich würde ich auch einen Psychologen bevorzugen, weil da meines Erachtens der psychologische Faktor deiner Probleme mehr im Vordergrund einer Therapie steht und nicht gleich mit einer Pille geworfen wird. Bei Notwendigkeit kann dich der Psychologe auch an einen Mediziner zwecks Medikation vermitteln.

    Aus meinem persönlichen Umfeld kenne ich zwei Leute, die in Therapie waren/sind. Und beiden geht es besser als zuvor.
    Ich drücke die Daumen, dass du den Schritt wagst :smile:
     
    #10
    Nightaffair, 13 November 2007
  11. smithers
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Oh Schreck - das ist wirklich ein fetter Bock, den ich da geschossen habe. Richtig erkannt ein Psychologe darf nicht geleich Medikamente verschreiben - vollkommen korrekt und von mir falsch wiedergegeben.
    Wenn ich Psychologe meine, dann habe ich gleich den Neurologen im Hinterkopf. Es gibt aber durchaus auch Psychologen ohne medizinische Vorbildung.

    Mein Fehler!
     
    #11
    smithers, 14 November 2007
  12. Nightaffair
    Verbringt hier viel Zeit
    250
    101
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    nicht angegeben
    Halb so wild! Wir haben doch die Kurve gekriegt :smile:
     
    #12
    Nightaffair, 15 November 2007
  13. SeVuoi
    SeVuoi (28)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Ich denke auch, ich werde erstmal eine Therapie beginnen, ohne mich gleich medikamentös behandeln zu lassen.

    Ich werde am Montag auf jeden Fall mal bei meiner Krankenkasse anrufen und nach einer Liste aller Therapeuten bei mir in der Gegend fragen.

    Mal sehen wies dann weitergeht, falls ich noch Fragen hab meld ich mich einfach wieder :smile:

    Lieben Dank an euch alle!
     
    #13
    SeVuoi, 18 November 2007
  14. brainforce
    brainforce (33)
    Beiträge füllen Bücher
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    nicht angegeben
    @SeVuoi:
    finde ich toll das du deine Probleme so offensiv angehst! wünsch dir viel Erfolg.:smile:
     
    #14
    brainforce, 18 November 2007

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