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  • User 28689
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    7 Dezember 2007
    #1

    Recht zu leben = Pflicht zu leben?

    Hidiho,
    mich würde mal der juristische Hintergrund hierzu interessieren.
    Das Recht zu leben ist ja im GG verankert, bedeutet das aber im Umkehrschluss dann auch die Pflicht zu leben?

    Mord ist ja strafbar nach § 211 StGB, klar. Aber ist der Mord an sich selbst denn überhaupt Mord nach § 211 Satz 2?

    Dazu habe ich im Strafgesetzbuch nichts gefunden. Verhält es sich da etwa wie beim Drogenkonsum, der meines Wissens ja auch nicht strafbar ist: der Täter kann ja aus ganz praktischen Gründen nichtmehr belangt werden.

    edit: Wenn also jmd einen Selbstmordversuch unternimmt, der aber misslingt kann derjenige dann wg. versuchten Mordes belangt werden?
    Und wie verhält es sich bei multiplen Persönlichkeiten?
     
  • waschbär2
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    vergeben und glücklich
    7 Dezember 2007
    #2
    Kurz:

    Nein.
     
  • User 28689
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    7 Dezember 2007
    #3
    Auf welche Frage bezieht sich dieses Nein jetzt?
     
  • Mìa Culpa
    Gast
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    7 Dezember 2007
    #4
    ....
     
  • User 28689
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    7 Dezember 2007
    #5
    aha.

    Aber wie ist das denn jetzt im StGb geregelt, garnicht, weils (mutmaßlich) nicht vorkommt?
     
  • waschbär2
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    vergeben und glücklich
    7 Dezember 2007
    #6
    Auch nicht.

    Aber ich will jetzt nicht die juristische Auslegung zitieren. Da gibt es seitenweise Ausführungen zu.

    Ooooops... ich nehme an, du meinst in D.
     
  • User 28689
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    7 Dezember 2007
    #7
    ja, was dachtest du denn, aufm Mond? :tongue:
     
  • TheRapie
    TheRapie (35)
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    7 Dezember 2007
    #8
    samson und bringewat (ich bin mir sicher, dass ich mindestens einen namen falsch geschrieben habe, aber die wahren juristen kommen sicher noch und verbessern das und googlen kann ja jeder :zwinker: ) vertreten tatsächlich die (Minder-)meinung, dass Selbstmord strafbar ist.
    Begründung habe ich vergessen, weis das nur noch aus ner Vorlesung. :grin:
     
  • SexySarah
    SexySarah (32)
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    7 Dezember 2007
    #9
    soviel wie ich weiß ist versuchter suizid nur strafbar, wenn man seine mitmenschen gefährdet. also von haus springen will (man kan ja auf einen fallen) oder vom gasherd gas laufen lässt um zu ersticken.
     
  • User 28689
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    7 Dezember 2007
    #10
    Ausm Ethikunterricht habe ich auchnoch in Erinnerung, dass Kant den Selbstmord rechtfertigt, aber der is ja Philosoph und kein Jurist.
     
  • TheRapie
    TheRapie (35)
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    7 Dezember 2007
    #11
    ja, wie gesagt, ich habe eigentlich alles dazu vergessen. wir haben den fall nur mal in einer vorlesung durch genommen. es ging irgendwie um ein junges paar, das sich umbringen wollte. er ha sie angestiftet und irgendwie hat einer überlebt und... ach keine ahnung mehr, wenns dich interessiert such mal nach :smile:
    die beiden typen sind irgendwelche juristen, müsste man gut im inet finden.
     
  • User 28689
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    7 Dezember 2007
    #12
    Das bringt mich auf ne andere Idee: Wenn man ne Überdosis Tabletten schluckt und sich aufs Bett legt um zu sterben, dann der Notarzt einem aber den Magen auspumppt. Kann man den Notarzt dann verklagen, weil er einen ja an der Ausübung seines freien Willen gehindert hat?

    Mmh, da gibts dann Probleme mit dem hypogratischen Eid des Notarztes. Oder geht der in einem solchen Fall dann vor die Willensfreiheit?
     
  • User 505
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    7 Dezember 2007
    #13
    Solange du sagst: "Ich will das nicht", kann der Notarzt nichts machen. Sobald du bewusstlos bist, gilt für den Notarzt, dass er davon ausgehen muss, dass du gerettet werden willst und damit kann und muss er helfen.
     
  • waschbär2
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    7 Dezember 2007
    #14
    Es gibt noch andere Länder auf dieser Welt.
    :tongue:

    Und da habe ich nur wenig Ahnung in deren Rechtsystem.

    @Sere
    Das stimmt so nicht ganz ...
     
  • User 28689
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    7 Dezember 2007
    #15
    Und wie ist es dann, wenn man sich einen Zettel in die Hand klemmt Ich will keinne Reanimation oder sonstige lebenserhaltenden bzw. -rettenden Maßnahmen. Datum, Unterschrift

    edit: sorry, hippokratischer Eid.
     
  • User 505
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    7 Dezember 2007
    #16
    Vermutlich hättest du mehr Erfolg mit einem Zettel auf dem steht: "Alle Notärzte sind doof und Rettungsassistenten poppen Eichhörnchen."

    Niemand weiß wer diesen Zettel in welchem Zustand geschrieben hat, folglich wird der Notarzt diesen Zettel höchstwahrscheinlich ignorieren. Das macht Patientenverfügungen auch so schwierig.


    @Waschbär
    Solange keiner eine Einweisung nach §10 anleiert (und das kann der Notarzt allein nun mal nicht), ist das meines Wissens der aktuelle Stand.
     
  • User 38570
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    7 Dezember 2007
    #17
    Da der vollendete Suizid nicht strafbar ist (wen sollte man dann noch wie bestrafen?) ist auch der Versuch straffrei. Außer man gefährdet dabei eben andere Menschen. Da wird aber nicht der versuchte Suizid strafrechtlich relevant, sondern eben andere Straftaten wie Körperverletzung, Totschlag etc.

    Nein, einen Arzt kann man auch nicht verklagen. Also man kann schon, das wird aber keinen Erfolg haben. Man geht grundsätzlich davon aus, dass ein Suizid-Versuch aus einer psychischen Störung heraus folgt, soll heißen, dass sich niemand bei gesundem Menschenverstand selbst töten will. Soweit ich weiß folgt deshalb grundsätzlich auf einen mißlungenen Versuch eine psychiatrische Untersuchung.
     
  • waschbär2
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    7 Dezember 2007
    #18
    Das ist das gleiche, wie du einem Polizisten einen Zettel in die Hand drücken würdest:
    "Sorry, ich will jetzt vom Hochhaus springen, bitte hindern Sie mich nicht daran".

    Hat mit dem Schlangeneid nichts zu tun.

    @Sere
    Wir haben noch den "alten" Stand.
     
  • User 28689
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    7 Dezember 2007
    #19
    Aber das ist doch der Knackpunkt: Wenn es dann noch einen Schuldigen gäbe, würde der dann bestraft oder läßt der Gesetzgeber einen solchen Fall "unter den Tisch fallen"?

    stimmt, ist 'n überflüssiger Gedankengang. Bleiben wir lieber bei dem hippokratischen Eid :tongue:
     
  • User 38570
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    7 Dezember 2007
    #20
    Richtig, ist Quatsch. Einen lupenreinen Suizid verursacht der Suizidale selbst. Wenn jemand anderes ins Spiel kommt, ist es kein Suizid mehr, sondern Mord, Totschlag etc...
     

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