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Ritzerei

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Ya25, 21 November 2007.

  1. Ya25
    Ya25 (34)
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    Hi,

    meine Freundin ritzt sich in die Arme und ich kann sie weder dazu bewegen zu nem Psychologen zu gehen, noch mit mir darüber zu reden obwohl wir eigentlich sehr offen über alles sprechen was so anfällt bis auf diese eine Sache..
    Bin ratlos, einerseits will ich sie zu nix drängen und andererseits kann ich da ja nicht tatenlos zusehen, hat irgendwer nen Vorschlag was ich tun könnte?
     
    #1
    Ya25, 21 November 2007
  2. klatschmohn
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    Ich kann dir nur sagen, was mein Freund mit mir gemacht hat. Er ist mir mit sehr viel Verständnis engegen gekommen, hat mich nie zum reden gedrängt- war aber da, wenn ich reden wollte. Er hat mir aber auch zu verstehen gegeben, dass er nicht dabei zusehen wird, wie ich mich kaputt mache.

    In welchen Situationen ritzt sie sich denn? Wie lange schon? Hat es plötzlich angefangen? Gab es ein auslösendes Ereignis? Wie lange seid ihr denn schon zusammen? Fragen über Fragen :schuechte
     
    #2
    klatschmohn, 21 November 2007
  3. Ya25
    Ya25 (34)
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    Wir sind 1 1/2 Jahre zusammen, sie hats schon vorher getan seit wann weis ich nicht.
    Wenn wir uns wegen irgendwas gestritten haben ist es mir Tage später aufgefallen dass sie sich geschnitten hat, aber auch schon ohne besonderen Anlass (zumindest aus meiner Sicht)

    Vor paar Jahren ist ihre Großmutter gestorben an der hat sie sehr gehangen aber ansonsten hab ich keinen Schimmer was sie dazu gebracht hat sowas zu machen, ich hab den Eindruck dass sie nicht im geringsten daran denkt anders mit ihren Problemen umzugehen xD.
     
    #3
    Ya25, 22 November 2007
  4. _chris_
    _chris_ (31)
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    vergeben und glücklich
    Ich kann dir jetzt nicht helfen LEIDER.
    Meine Freundin hat vor paar Jahren auch geritzt...
    Da waren wir aber noch nicht zusammen.

    Sie hat dann lück auf einmal damit aufgehört....

    Ich drück dir echt die Daumen, dass ihr das irgendwie hinbekommt !!!
     
    #4
    _chris_, 22 November 2007
  5. klatschmohn
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    Das Problem ist in der Tat, dass es in diesem Moment keine andere Möglichkeit gibt, zumindest keine, die man wahrnimmt. Bei mir ist das eine Art Kurzuschlußreaktion. Es ist für mich, und ich denke auch für viele andere, der schnellste Weg sich "besser" zu fühlen, auch wenn das für viele nicht nachvollziehbar ist.

    Ich nehme das so wahr, dass meine Gefühle und Emotionen aufgrund vieler Ereignisse in meiner Kindheit tief in mir verborgen liegen und ich sie nicht mehr wahnehmen kann, weil das für mich als Kind lebensnotwendig wahr. Nun ist es immer noch so und durch das Schneiden habe ich das Gefühl, meine Gefühle wahrzunehmen und sie intensiver zu erleben. Letzendlich ist es auch eine Reaktion zu zeigen, dass mein Körper mir gehört und ich mit ihm machen kann was ich will.

    Natürlich ist es bei deiner Freundin ganz anders aber ich wollte dir nur aufzeigen, dass diese Reaktion des ritzens nicht viel mit Willen zu tun hat oder mit "Nicht anders handeln wollen" ...es ist vielmehr eine Kurzschlußreaktion.... bei mir hat es früher stellenweise gereicht wenn mich jemand auf der Straße scheinbar "böse" angesehen hat....

    Es könnte sein dass deine Freundin igrendwann "gelernt" hat, dass das für sie eine (wenn auch absurde) Möglichkeit ist ihre Konflikte zu lösen...... . Dass es eine ziemlich ungesunde Methode ist, muss man sich erstmal für sich selbst bewusst machen und selbst dann ist es immer noch ein langer Weg andere Methoden zu finden mit Konflikten umzugehen. Und das können Dinge sein, die andere niemals als Konflikte wahrnehmen würden.

    Es ist ziemlich schwer sich da hinein versetzen zu können. Vielleicht hat sie den Tod ihrer Oma wirklich nie verarbeitet oder es gibt noch andere Probleme von denen du nichts weißt?

    Ich habe mich früher auch regelmäßig nach irgendwelchen Auseinandersetzungen geschnitten... und es hat mir tatsächlich geholfen mich, zumindets in diesem Moment, besser zu fühlen... es hat etwas mit Autonomie zu tun, wenn auch auf eine kranke Weise.

    Wie reagierst du denn, wenn du es siehst? Ich weiß von meinem EX freund, dass es für ihn enorm schwer war damit umzugehen, wir waren über 2 Jahre zusammen und irgendwann hat er es einfach ausgeblendet. Am Anfang war er besorgt und hat ständig nachgefragt und irgendwann hat er angefangen es zu ignorieren,m weil er, verständlicherweise, nicht damit umgehen konnte.

    Jetzt habe ich einige Therapien hinter mir und habe im Gegensatz zu früher nur noch selten das Bedürfnis mir weh zu tun. Wenn es so ist kann ich mit meinem Freund darüber reden und er fragt mich: Was könntest du stattdessen tun? Das bringt mich dazu nachzudenken, anstatt schnell und in einer "Kurzschlußreaktion" zu reagieren. Und in dem Moment, wo ich darüber nachdenke ist schon mal der erste Impuls weg. Aber ich denke das hat auch viel mit meinen Therapien zu tun.

    Du musst natürlich für dich abschätzen, was du bereit bist zu "geben" und gut auf dich selbst achten und darauf, wann es dir zu viel wird.
     
    #5
    klatschmohn, 22 November 2007
  6. Ya25
    Ya25 (34)
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    nicht angegeben
    Tja keine Ahnung wie ich damit umgehen soll, was besseres als abwarten fällt mir momentan nicht ein. Früher oder später muss sich aber was ändern ich hab nämlich keine Lust so zu tun als sei alles in Ordnung während sie sich die Arme aufschlitzt - da mach ich mir Vorwürfe und sehe mich verpflichtet zu handeln, das wird sich dann sicher negativ auf Beziehung auswirken oder sogar zum Ende führen -_-
     
    #6
    Ya25, 24 November 2007
  7. Nikitalina
    Nikitalina (29)
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    hallo Ya25

    dein Kummer hat mich sehr berührt und ich kann dich auch sehr gut verstehen. Einerseits war ich selbst in der ähnlichen Situation wie deine Freundin, habe mich früher auch selbst geritzt. Und andererseits bin ich auch in einer ähnlichen Situation wie du, musste auch schon zusehen wie Menschen sich geritzt haben die ich liebe und selbst es hasste, zusehen zu müssen, wie genau diese Person, welcher ich nur das Schönste und schmerzfreiste wünschte sich selbst in den Körper schneidet (meine Schwester, und eine sehr gute Freundin) ...

    nun ich habe mit Psychiater über dies geredet, hab Texte darüber gelesen, hab mich informiert. Um überhaupt selbst zu wissen warum genau ich das tue.

    Das Schneiden in seinen eigenen Körper, dies ist eine psychische Erkrankung, wie sich feststellte. Man nennt es Borderline. Wenn es dich interessiert kannst du mehr darüber informieren unter diesem Namen.

    Nun ganz kurz für jetzt:
    es ist nicht so einfach aus diesem "Tun" rauszukommen, weil die Ursprünge der "Erkrankung" liegt schon Jahre zurück. Oft schon in der Kindheit. Menschen die das tun, sind meist sehr stark verletzt worden. Entweder sexuell belästigt, bedroht, oder man hat sie sehr stark gedemütigt. Ich stelle mir es immer so vor, egal was auch passierte, meist hat man ihnen sozusagen die Seele, das eigene Recht, das eigene Ich, die eigene Meinung und das eigene Handeln aus dem Körper gerissen, in dem man mit ihnen machte was man wollte. In dem sie nicht selbst entscheiden durfte, was für ihren eigenen Körper und Seele gut ist.

    Das tut sehr weh.

    Deshalb ritzen sie sich auch. Um den eigenen Körper wahrzunehmen. "Bin ich im Körper?" "Bin ich ein Phantom?" "Bin ich Wirklichkeit?" "Bin ich ein Geist?" "Bin ich ein Mensch?" "Kann ich bluten, dann bin ich am Leben"

    "wer bin ich?"

    das: Du bist Du

    müssen sie lernen, dann werden sie geheilt. Das habe ich gelernt.
    aber wie lernt man das?
    Das ist nehme ich mal an bei jedem anders ...

    Ich habe es gelernt, in dem ich sehr oft zur Massage ging. Alle zwei Wochen, von einem Masseur eine medizinische Massage. Lernen wie es sich anfühlt, wenn man total entspannt im Körper ist. Lernen wie sein eigenen Körper sich anfühlt. Es half mir enorm weiter.

    Dann lernen wie ich sagen kann was ich will. Lernen Geschenke annehmen, ohne mich ständig zu fragen "darf ich etwas annehmen? Ist es nicht zu gut für mich?"

    Lernen dass die Zeit einen heilt, das heisst, das kann Monate um Monate bis Jahre dauern.

    Lernen dass Ich eine eigene Persönlichkeit habe. Dass ich das machen darf was ich will. Dass ich das sagen darf was ich gut finde. Das ich eine eigene Meinung habe.

    Selbstbewusst werden ... Zufrieden werden ...

    ...

    Lieber Ya25 ich verstehe dich, wenn es dir weh tut wenn sie sich ritzt...

    Aber solchen Menschen kann man nur helfen, wenn man Ihnen lernt, dass sie das Recht wie alle anderen haben, das tun, egal was es auch ist, was sie wollen!! D.h. eben nun auch, dass man sie vorerst mal sich ritzen lassen sollte. Denn wenn man es ihnen in irgendeiner Form verbietet, sei es in dem man sie bedroht (indirekt oder direkt) in dem man ihnen irgenwie bewusst macht: "wenn du nicht aufhörst bin ich weg!" Dann tut man eben genau wieder das selbe, man nimmt ihnen die eigene Meinung über das was sie tun weg ... solche Menschen sind enorm empfindlich ... so leid es mir tut es zu sagen ... man sollte sie in keinster weise bedrängen ... sonst könnten sie brechen wie eine Porzellanfigur ... Denn die Hülle selbst ist nicht stark, das was wirklich stark ist an einem Menschen, ist die Innere Stärke, die Innere Seele, das Innere leben, das Innere Sein ... und das haben sie meist fast ganz verloren, meist teilweise, meist spielen sie etwas anderes vor ... Die Hülle ist zerbrechlich wie Porzellan, vergiss das nicht ...

    Als ich mich ritzte, spürte ich keinen Schmerz des Schnittes. Der grösste Schmerz war in meiner Seele. Der grösste Schmerz war, dass ich in einem Körper lebte, aber nicht wusste wer ich war und was ich wollte, weil ich es verloren habe, zu wissen wer und was ich will ...
     
    #7
    Nikitalina, 24 November 2007
  8. Baby_Love³
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    also ich kann nur dazu sagen sei für sie da dräng sie aber zu nichts! es wird der zeitpunkz kommrn wo sie sich dir gegenüber öffnet!

    ich hatte mich bis vor ca. einem jahr auch gerizt habe mit kaum einen gesprochen! keiner wusste übermich bescheid war für jeden da und habe meine probleme verdrängt!

    mein damalieger freund war immer für mich da hat mir das gefühl gegeben ja mit ihm kann ich sprechen er ist immer für mich da egal was passiert! und so war es auch nach etwar 6 monaten wo wir zusammen waren habe ich mich ihm gegenüber geöffnet und mcih ausgesprochen und da kam die erkenntnis wieso ritze ich mich überhaupt....! und seit dem ist es weniger geworden und nun sogar ncihts mehr mit ritzen!

    ich bin zwar nicht mehr mit ihm zusammen aber er ist mein bester freund und ist immer für mich da so wie er damals immer gesagt hatte !
     
    #8
    Baby_Love³, 24 November 2007
  9. Ya25
    Ya25 (34)
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    nicht angegeben
    Danke dass ihr euch für meinen Kram interessiert
    Ich hab nicht vor sie zu bedrängen, ich befürchte nur dass sich nix dran ändert - wenn das ohne Psychologe nicht geht, weis ich nicht wie lange ich das mitmachen kann. Was solls, könnt ihr mir natürlich auch nicht sagen.
    Das Leben kann einem echt aufn Sack gehen :angryfire_alt:
     
    #9
    Ya25, 25 November 2007
  10. klatschmohn
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    Single
    Was sind denn ihre Bedenken? Wieso möchte sie nicht zu einem Therapeuten?
     
    #10
    klatschmohn, 25 November 2007
  11. Traumkrähe
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    nicht angegeben
    Hast du schon überlegt, selber in Therapie zu gehen, um deine Erlebnisse mit deiner Freundin zu verarbeiten?
    Vielleicht traut sie sich auch eher in eine Therapie zu gehen, wenn du auch eine machst. Zumindest mich hat es zuerst völlig fertig gemacht, dass ich da hinging. Einfach weil ich dachte, dass ich jetzt komplett gestört sei (verzeihung für den Ausdruck) Und nachdem eine Freundin, die selber Probleme hatte, mich zur Anmeldung mitgenommen hat, ab da gings.

    Ausserdem hatte ich Angst, da ich nicht wusste, wie soetwas abläuft. Ich war allerdings nicht beim Psychologen, sondern in einer Caritas Hilfsstelle für Jugendliche, bei einer Phädagogien. Aber auch das ist ein Fortschritt. :smile:

    Ich beschreibe dir mal, wie das ganze in dieser Beratungsstelle abgelaufen ist:
    Erstens einmal, ist dort alles kostenlos und anonym. Du musst zwar einen Zettel ausfüllen, der deine Geburtsdaten, Namen und Addresse beinhaltet, aber die Informationen werden nicht weitergegeben. Das beinhaltet auch, ob deine Eltern etwas wissen sollen, oder nicht. Du kannst auch angeben, ob du nur über dem Handy erreichbar bist. als nächstes wird ein Termin ausgemacht und ein Phädagoge/Psychologe wird dir zugeteilt. Falls du mit diesem nicht zurecht kommst, kannst du den jederzeit wechseln. Niemand ist da böse etc.
    In diesen Terminen sprichst du. Über Probleme die du zur Zeit hast, ob dich irgendetwas besorgt, was dir in letzter Zeit gefallen hat etc. Manchmal bekommt man auch eine Hausaufgabe auf. Je nach Betreuer.
    Mehr fällt mir gerade nicht ein. Aber falls du fragen hast, kannst du mir jederzeit eine pn schicken.
     
    #11
    Traumkrähe, 25 November 2007

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