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Roadman

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von xuan, 4 Februar 2008.

  1. xuan
    xuan (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich fuhr einfach die Strasse runter - immer weiter, weiter, ohne aufzuhören. Ich rollte und rollte, neben mir nur die heisse Luft, unter mir der Asphalt und über mir die Ewigkeit. Hinter mir liess ich alles zurück was es zurückzulassen gab. Die Eintönigkeit, die immer gleichen Predigten, die gleichen Leute. Nun fuhr ich alleine mit mir, und ich war glücklich. Mein Pferdchen brummte und ich grinste. Einfach so.

    Schliesslich durfte ich das nun, einfach so grinsen. Das Leder fühlte sich warm an, der Wind kühlte es ein bisschen. Mein Nacken war braun und das Lenkrad lag gut in meinen Händen. Ich kurbelte am Radio herum, der schwarze Knopf lud mich ein, das Knistern zu finden. Und ich fand es, liess den Blues laufen und liess mich tragen. Ich erblickte links ein Tal, rechts einen Berg, vor mir die Wüste. Endlos. Um darin etwas Neues zu erschaffen. Und ich fuhr weiter. Und ich sah im Rückspiegel, dass es gut war.

    Wer kann schon Freiheit erklären? Braucht es nicht. Du spürst sie, wenn sie dich umfliesst. Deine Brust zerspringt fast und du spürst, dass du dich selber kaum mehr Ernst nehmen kannst. Und das ist das Geheimnis. Ich hatte mein weisses Hemd an, es flatterte ein bisschen. Meine Füsse steckten in braunen Sandalen, sie fühlten sich gesund an. Da auf dem Gaspedal. Ich hatte endlich Zeit. Genug Zeit, die Welt zu betrachten. Zeit, mich in dieser Welt zu betrachten. Ich glaubte es war gut, dass es mich gab. Ich hatte meine Schulden beglichen.

    Und ich sah den Horizont, er war weit entfernt und ich wollte dahin. Ich wollte auf ewig dahinfahren, wer will schon am Horizont ankommen. Wir sind alle auf diesem Weg. Und wer eine Panne hat, sollte den Reifen wechseln und weiterfahren. Der Beifahrersitz neben mir war leer, aber es spielte keine Rolle. Bald würde jemand darin sitzen, sein Haar flattern lassen und herzhaft lachen. Jemand würde mich schelmisch anschauen, grinsen, vielleicht sogar küssen und sich den Hut festhalten. Ich wischte mir über den Mund, es tat gut ein bisschen Bart stehen zu lassen, in der Wildnis brauchst du Bart. Es weht ein rauer Wind.

    Schweissperlen sind das Salz in deinen Bemühungen, der tiefe Schluck aus der Flasche belohnt deine Ausdauer und deinen Durst. Es duftete nach Hitze, Blech und Leder. Und es lebte. Ich lebte.
     
    #1
    xuan, 4 Februar 2008
  2. matze8474
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Super Gedicht/Geschichte, einfach klasse, genau so stell ich mir die grenzenlose Freiheit vor, welche man aber leider immer seltener so beschrieben findet:smile:
     
    #2
    matze8474, 6 Februar 2008

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