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Schizophrenie

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Glückskätzchen, 17 August 2006.

  1. Glückskätzchen
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Okay. Ich muss mich jetzt äußern, das geht nicht mehr. Ich wurde von meiner Psychologin zum Psychiater überwiesen und bekomme seit einigen Tagen Medikamente. Eine Tagesklinik habe ich abgelehnt. Fest steht: ich bin schizophren, habe schizophrene Manien, wie auch immer.

    Seroquel heißt das tolle Zeug, das mich halb umbringt. Ich nehme es vorläufig nur abends. Nach der Einnahme kann ich mich darauf gefasst machen einzuschlafen. Ich kann es nicht verhindern, das liegt nicht in meiner Macht. Wenn ich mich wehre und weiterhin irgendwas mache und hier rumrenn, kipp ich weg. Auf jeden Fall schlafe ich dann mindestens 12 Stunden.
    Mein Arm (linker) fühlt sich an, als würden bei jeder Sekunde elektrische Impulse mir einen Schlag versetzen. Bei jedem Tippen auf der Tastatur oder Sonstiges. Ich fühle mich müde, antriebslos, unmotiviert und nicht so, als würde ich mich wirklich unter Kontrolle haben. Ich werde schnell aggressiv, mein Puls ist dauernd zu hoch, mir wird schwarz vor Augen. Habe gestern aus heiterem Himmel Kopfschmerzen bekommen. Es folgen noch unzählige weitere Merkmale - alles Nebenwirkungen. Und ab Samstag 2 am Tag - früh (!) und abends. Was soll das werden, soll ich dann den ganzen Tag schlafen? Ich muss sogar die Fahrschule abbrechen... hatte gerade erst meine erste Fahrstunde letzte Woche.

    Und sowas nur, um Schizophrenie zu bekämpfen? Im Ernst? Was ist, wenn das nicht weggeht und es über 3 Monate dauert? Das ist doch ein Witz, oder? Was soll ich denn noch tun? Ich fühle mich nicht besser, sondern wie zum Tode verurteilt! Wenn ich könnte, würde ich mir sofort meinen linken Arm absägen, würde meinen Kopf gegen die Wand schlagen oder sonste was tun. Hat damit jemand Erfahrungen? Bitte...!
     
    #1
    Glückskätzchen, 17 August 2006
  2. ericstar
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    ich weiß nur dass das eigenmächtige absetzen solcher psychopharmaka fatale folgen haben kann, in heilanstalten versuchen das die erkrankten aufgrund der von dir beschriebenen nebenwirkungen fast immer, was ein grund ist, warum man sie so stark beobachten muss.
    wenn man geisteskrankheiten früh erkennt und behandelt, sind sie oft heilbar, wenn man zu lange wartet, nimmt die heilungschance rapide ab.

    ich würde aber an deiner stelle brav die medikamente nehmen
    gute besserung, eric
     
    #2
    ericstar, 17 August 2006
  3. Codein
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    nicht angegeben
    Die Krankheit wird nicht von den Tabletten weggehn. *meine Meinung*
    Es ist auch nicht normal, dass du so stark mit den Nebenwirkungen zu kämpfen hast, weil ich hab darüber nur Gegenteiliges gehört. Allerdings nimmst du das ja erst seit ein paat Tagen, es kann also sein, dass sich der Körper erst drauf einstellen muss. Wenn das allerdings nicht besser wird solltest du nochmal zum Arzt gehen. Eigenmächtiges Absetzen der Tabletten würde ich dir nicht empfehlen. Hmm was gibts noch? Interessant wär noch zu wissen in welcher Dosis du das Zeug nimmst.
     
    #3
    Codein, 17 August 2006
  4. Sunny2010
    Sunny2010 (31)
    Klein,aber fein!
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    Single
    Mh...bei dem Schlagwort Schizophrenie fällt mir der Film "A beautiful Mind" ein....ein grandioser,aber auch sehr trauriger Film... :cry:

    Äußern sich deine Krankheitsmerkmale ähnlich?

    Ich würde auch die Medikamente nehmen,denn was sollst du denn sonst machen?!Nehm sie ne Weile und schließe dich,wenn du es nich mehr aushälst,am besten mit deinem Arzt kurz und frage ihn,was ihr sonst machen könnt...!
     
    #4
    Sunny2010, 17 August 2006
  5. Reason
    Reason (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich denke du solltest mit deinem behandelnden Arzt über deine Nebenwirkungen sprechen. Wenn dich das Medikament eher benachteiligt als dir zu helfen, dann kann das eigentlich nicht Sinn der Sache sein.

    Vielleicht verträgst du dieses spezielle Medikament nicht oder die Dosis nicht.Vielleicht ist eine geringere Dosis hilfreicher und ich denke es gibt mehr als nur ein Medikament (wie das ja bei vielen Medikamenten ist) was dir gegen deine schizophrenen Symptome helfen kann. Sprich aber auf jeden mit deinem Psychiater bevor die Dosis veränderst oder das Medikament absetzt, er kann aufgrund seiner Erfahrung am besten entscheiden wie weiter zu verfahren ist.

    Viel Glück.

    LG Reason
     
    #5
    Reason, 17 August 2006
  6. metamorphosen
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Kann mich den anderen nur anschließen: Niemals eigenständig etwas an der Medikation ändern.

    Mit einer ganzen Reihe von Nebenwirkungen wirst Du vorerst leben müssen, egal ob jetzt mit diesem Medikament oder einem anderen.

    Einem Freund von mir hat die Behandlung mit Neuroleptika sehr gut geholfen, sowohl als Akutmaßnahme als auch als Rezidivprophylaxe. Die Nebenwirkungen waren natürlich erstmal sehr unangenehm, aber es zählt im Endeffekt der Behandlungserfolg. Natürlich solltest Du mit dem behandelnden Arzt über die Nebenwirkungen sprechen, damit er abklären kann, ob irgendetwas in einem ungewöhlichen Bereich ist. Irgendwelche Leberschädigungen sind natürlich keine hinzunehmenden Nebenwirkungen, aber das der Führerschein erstmal nicht machbar ist, sollte ein geringes Problem sein.

    Eine ganze Menge Leute werden Dir natürlich erzählen, das Psychopharmaka Teufelszeug sind, man Patienten nur ruhigstellen und abschieben will und das sie solche Probleme sowieso nicht lösen können etc.

    Ich denke man sollte solche Dinge etwas sachlicher betrachten.

    Begleitende Therapiemöglichkeiten in einer Tagesklinik sind aber sicherlich zu empfehlen, warum hast Du das denn abgelehnt?
     
    #6
    metamorphosen, 17 August 2006
  7. Glückskätzchen
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Ich habe heute ja mit meiner Psychologin gesprochen, allerdings empfand ich ihren Kommentar mit "Dann klappen Sie in den nächsten Tagen halt öfter mal ab" nicht sehr hilfreich. Sie meint auch, eine Tagesklinik wäre für mich nicht geeignet. Meine Schübe beziehen sich auf bestimmte Situationen, ich kann das selbst nicht genau einschätzen. Und eine Tagesklinik wäre ihrer Meinung nach nicht hilfreich. Sie meinte zwar, dass die Nebenwirkungen recht normal sind an den ersten beiden Tagen (ca) und ich die Dosis am Wochenende nicht erhöhen sollte, wenn es nicht besser wird... ich soll dann Montag / Dienstag lieber zum Psychiater.
    Ich nehme eine am Tag, abends, ab Samstag dann eine früh und abends und fünf Tage später 1 früh und 2 abends. So meinte das der liebe Herr, bei dem ich dann in über 1 Monat erst wieder einen Termin habe. Ich glaub nicht, dass das weg geht, ich hab nen viel zu starken Willen, der dagegen ankämpft. Ich will eigentlich so bleiben wie ich bin, aber ich glaube, ich werde mich drastisch verändern.

    @ Sunny2010: Was ist das bitte für ein Film? Hab mal davon gehört... was passiert denn da, hab keinen blassen Schimmer.
     
    #7
    Glückskätzchen, 17 August 2006
  8. Sunny2010
    Sunny2010 (31)
    Klein,aber fein!
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    Single
    Um was es in dem Film geht is schwer zusammenzufassen. Außerdem möchte ich dir den Film ja nich vorweg nehmen.
    Ein Tipp an dich:
    Geh in die Videothek und leih ihn dir aus :zwinker: (er ist echt sehr sehenswert!)

    Wie äußern sich denn deine Schübe bzw. deine Erkrankung?(Habe gehört,dass es bei jedem Patienten anders ist.kenne mich damit aber nich sonderlich aus)
     
    #8
    Sunny2010, 17 August 2006
  9. SexySellerie
    Sehr bekannt hier
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    8
    Single
    Du hast das richtige gemacht und deine Fachärzte aufgesucht. Bitte, ändere niemals eigentständig irgendwas an deiner Medikation. Nebenwirkungen auch solcher starken Art sind teilweise wirklich leider normal! Ich selber nehme keine Psychopharmaka, habe aber bei Bekannten solche Nebenwirkungssymptome miterlebt. Wenn es dir in Zukunft auch weiterhin oder mal wieder so schlecht geht, dann frage am besten wieder deine Ärzte. Die wissen Bescheid.
     
    #9
    SexySellerie, 17 August 2006
  10. Sternensonne
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ohje das tut mir echt leid... :kopfschue

    ich hab mal in so einer Tagesklinik ein Praktikum gemacht und hab daher einiges erfahren.

    Nee also das mit dem erwähnten Film kannste vergessen, so isses ja nicht.

    Es ist halt so dass Schizophrenie bis jetzt kaum/gar nicht richtig zu behandeln ist, eben nur mit solchen Medikamenten wie du sie nimmst und diese haben tatsächlich schwere Nebenwirkungen, das ist quasi da "normal". Sei froh dass es nur mit dem Schlafen ist, bei meinem Praktikum habe ich andere Nebenwirkungen gesehen.

    Versuch auf jedenfall durchzuhalten und lass den Kopf oben, vielleicht ist es bei dir ja nicht zu schwer und es gibt sich irgendwie!
     
    #10
    Sternensonne, 17 August 2006
  11. Donnie_Darko
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hi,

    ich war auch seit April wegen Schizophrenie, Depressionen und posttraumatischen Stresssyndrom 12 Wochen in stationärer Behandlung. Die ganze Zeit über habe ich mehrere Medikamente ausprobiert um das beste Verhältniss gewünschte Wirkung zu Nebenwirkung herauszufinden. Mit den ersteren Medikamenten trat auch eine starke Müdikkeit bei mir auf, begleitet mit starker Antriebslosigkeit. Zum Ende hin wurde dann auch glücklicherweise was gefunden mit eher nebensächlichen Nebenwirkungen. Zur Zeit bin ich also auch zufrieden damit. Ich hoffe, dass dir meine Worte Mut machen - Auch wenn Schizophrenie unheilbar ist....

    Könntest Du dir z.Z. vorstellen, dich in stationäre Behandlung zu begeben? Mit hat der Aufenthalt in der Klinik gut getan!
    Wann wurde bei dir Schizophrenie diagnostiziert?

    Grüsse
    DD
     
    #11
    Donnie_Darko, 17 August 2006
  12. wundergibtes
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    vergeben und glücklich
    Das ist schon ne harte Diagnose...
    Wie alt bist du?

    Darf ich fragen, wie man auf die Idee kam bei dir Schizophrenie zu diagnostizieren?
    Ich meine, um dir Medikamente geben zu können, musste man ja erst herausfinden was du hast. War das stationär, oder hat dich dein Hausarzt weiter geschickt?

    Ich persönlich habe Erfahrungen mit Schizophrenie aus meinem Berufsfeld (ich arbeite in einem FKH für Psychiatrie) und mein Onkel hat Schizophrenie.
    Bei ihm habe ich z.B. auch schon sehr viele Schübe mitbekommen.
    Genauso wie du, hat auch er immer über die Medikamente geklagt und meinte auch, die würden ihn total müde machen. Leider ist das mit Mediänderung und rumprobieren selten besser geworden :ratlos:

    Ich bitte dich auch, nichts an der Medikation zu ändern!
    Die ersten Tage sind die schlimmsten, danach "gewöhnt" sich dein Körper an die Medis. Halte durch...
    Es gibt auch Medizin, um die Nebenwirkungen bekämpfne zu können...Frag deinen Arzt mal.
     
    #12
    wundergibtes, 17 August 2006
  13. Glückskätzchen
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Danke für die vielen Antworten. Wie ist das - ich habe nächste Woche Samstag erneut Fahrschule. Kann ich die denn machen?

    Ich bin 18 Jahre... Und komme jetzt in die 13. Klasse, um mein Abi zu schreiben... Ich möchte definitiv nicht in stationärer Behandlung sein, ich möchte nicht meinen Alltag unterbrechen. Wenn mein Alltag abbricht, weiß ich nicht mehr, was ich tun soll. Ich habe bis jetzt so viel erreicht, was dadurch alles wieder so schnell zerbröckeln kann. Und dann? Ich seh das ehrlich gesagt als total sinnlos an.

    Meine Hausärztin hat mich im vorigen Jahr aufgrund gewisser Symptome (Antriebslosigkeit, ständige Müdigkeit, absolut null Konzentration, andauernde Migräne usw) aufgrund von "Depressionen" des Öfteren krank geschrieben. Sie hat mir eine Psychologin empfohlen. Leider sind meine Eltern da nicht so auf der Schiene, man bräuchte sowas, deshalb habe ich es erst beim dritten, wirklich scharfen Hinweis endlich hinzugehen, wargenommen. Einen Termin habe ich allerdings erst im Januar 06 bekommen. Die Psychologin hat mich mit autogenem Training versorgt und als ich mich endlich mal ein Stück geöffnet habe, ist sie mit meiner Wahrnehmung der Umgebung nicht ganz klar gekommen. Sie hat es zwar so versucht, aber mitbekommen, dass das ohne Medikamente nichts wird. Mir wurde immer nur gesagt, sie würden mich abschirmen, es sei harmlos, ich würde mich einfach sicherer fühlen und ihrer Meinung nach nicht mehr so viel Druck empfinden. Überweisung zum Psychiater.
    Psychiater erkennt zwei Möglichkeiten: vorerst Tagesklinik oder Medikamente. Meine Psychologin war für Medis, ich auch - daraufhin gabs Seroquel. Mir wurde nichts, wirklich nichts gesagt, trotz nachfragen, wie das Medikament auf mich einwirken wird. Erst mit der Verpackungsbeilage habe ich gelesen, was das Medikament überhaupt bewirkt und besonders - wogegen es ist. Sehr erfreulich, echt. Meine Psychologin meinte immer "Es ist nicht notwendig, es mit Namen zu benennen, das macht es nur schwieriger" usw. Mal ehrlich: sich plötzlich wirklich eingestehen zu müssen, psychisch krank zu sein, ist nicht meine Schiene.

    Ich verändere nichts an der Dosis, sondern ich gehe nächste Woche zu dem Psychiater. Kann man das nicht auch so schaffen? Trotz Gewöhnung an dem Medikament: was wird sich denn an mir verändern? Was denn genau? Sehe ich plötzlich normal? Höre ich normal? Fühle ich normal? Und? Mehr nicht? Keine Nebenwirkungen bzw. andere Folgen? Meines Erachtens nach unglaubwürdig.
     
    #13
    Glückskätzchen, 17 August 2006
  14. enge!chen
    enge!chen (35)
    Verbringt hier viel Zeit
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    86
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    nicht angegeben
    hallo:smile: Ich bin noch ganz neu hier und das ist auch die erste Antwort die ich verfasse also bin noch ein wenig unbeholfen. Ich bin Krankenschwester und arbeite in der Psychatrie mit Schizophrenen zusammen.
    Deswegen bin ich auch auf deine Nachricht aufmerksam geworden. Also die Nebenwirkungen sollten auf keinen Fall dein Leben so stark beeinflussen ich würde auf jeden den Artzt nochmals deswegen aufsuchen. Man hat schon leichte Nebenwirkungen aber nicht in diesem Ausmaß. Was für eine Schizophrenie haben sie denn bei dir diagnostiziert? Wäre schön wenn du dich mal meldest würde dir da gerne weiter helfen:smile:
     
    #14
    enge!chen, 18 August 2006
  15. Kuri
    Kuri (26)
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    vergeben und glücklich
    Dazu müsstest du vielleicht erklären, wie sich deine Schizophrenie äußert... es gibt verschiedene Arten, so hebephrene Schizophrenie (der Antrieb, die Affekte sowie die Gedankenabläufe sind gestört), katatone Schizophrenie (v.a. motorische Störungen, charakteristisch ist auch, dass der Patient sein Äußeres vernachlässigt usw.), paranoide Schizophrenie (v.a. Wahnvorstellungen und Halluzinationen) und andere Formen wie die der schizoaffektiven Psychose. Die beschriebenen Symptome, die deine Ärztin als Depression abgeschrieben haben, klingen nach ersterer Form, aber ich habe ja keine Ausbildung, um so etwas genau sagen zu können :smile: Leidest du denn auch unter Halluzinationen (akustisch, optisch, ...) und Wahnvorstellungen?

    Denn momentan klingst du ja noch so, als ob du den Alltag noch einigermaßen bewältigen könntest. Es gibt natürlich auch ganz andere Fälle. Ich will dir keine Angst machen, aber es kommt durchaus vor, dass schizophrene Patienten irgendwann soweit innerlich "verfallen" (das ist ziemlich schlecht ausgedrückt, entschuldigung), dass sie nur noch in einer Klinik behandelt werden können, da sie alleine ihr Leben nicht mehr in der Lage zu führen sind. Es ist rein theoretisch möglich, dass sich deine Erkrankung noch verschlimmert, muss aber natürlich nicht. Den Einsatz von Medikamenten finde ich in dem Falle durchaus richtig, um dem Schlimmsten sozusagen vorzubeugen und bereits bestehende Symptome zu lindern. Ich persönlich halte einen Aufenthalt in einer Tagesklinik allerdings für sinnvoll (auch wenn du das nicht möchtest, was verständlich ist)... denn so kann man das Bild deiner Erkrankung näher und eindringlicher betrachten und auch herausfinden, auf welche Medikamente du ansprichst. Dennoch bist du nicht völlig "eingeschlossen", sondern kannst einen Teil deines alltäglichen Lebens weiterführen.
     
    #15
    Kuri, 18 August 2006
  16. Reason
    Reason (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich denke du mußt entscheiden ob du in eine Klinik möchtest, da du dich dagegen entschieden hast ist das richtig für dich. Helfen wird dir das wenig wenn du nur mit Widerwillen dort hingehst. Abneigung gegen etwas impliziert auch immer eine gewisse Abwehrhaltung, als hilfreich sehe ich das nicht an bei einer Therapie.

    Warum dir deine Psychologin nicht gesagt hat was es ist, kann ich nicht nachvollziehen. Im Endeffekt hast du es ja doch herausgefunden (was eigentlich absehbar ist wenn man Medikamente gegen etwas bestimmtes bekommt) und ich denke mit 18 darf man erfahren was los ist.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass dich das geägert hat, mir wäre es nicht anders gegangen. Sprich mal mit deiner Psychologin darüber.

    Darüber solltest du auch mit ihr sprechen, wenn dich das beschäftigt, vielleicht kann sie dir mehr Gründe dafür geben warum es besser mit Medikamenten als ohne geht. Du machst die Therapie ja, weil du etwas damit erreichen willst, also die Besserung der Symptome wegen der du zum Psychologen gegangen bist.
     
    #16
    Reason, 18 August 2006
  17. Kuri
    Kuri (26)
    Verbringt hier viel Zeit
    4.774
    123
    2
    vergeben und glücklich
    Ich vermute mal, ihre Psychologin ist eine von der Sorte, die glaubt, dass die Benennung einer psychischen Krankheit, an der ein Patient leidet, zu stigmatisierend ist. Bei bestimmten Arten (wie beispielsweise Borderline) ist es tatsächlich so, dass manchmal Patienten mit derselben Störung (die ja trotzdem ganz unterschiedlich sein kann) einfach in einen Topf geworfen werden. Vielleicht wollte sie das vermeiden, oder einfach, dass sich die Threadstarterin so fühlt, als hätte man sie in eine Schublade gesteckt.
    Allerdings war es natürlich nicht sehr klug, es zu verschweigen, obwohl sie es ja ohne weiteres selbst herausfinden konnte. Ich stimme dir zu, sie sollte mal mit ihrer Psychologin darüber sprechen, dass das nicht in Ordnung war. Zudem wäre es gut, über die Wirkungen des Medikaments zu sprechen, gerade bei so Hammern wie Neuroleptika, wo eben doch teilweise heftige Nebenwirkungen auftreten (können)...
     
    #17
    Kuri, 18 August 2006
  18. Glückskätzchen
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Um das mal klar zu stellen: Ich führe definitiv einen recht normalen Alltag. Sagen wir, ich führte ihn. Durch die dauernde Müdigkeit ist das ein wenig schwer, meinen linken Arm kann ich vergessen, habe eben schon gedacht, ich hab Entzugserscheinungen (letzte Einnahme ist über 24h hergewesen).

    Ich glaube selbst, dass ich so sauer bin, weil ich nicht wusste, worauf ich mich einlasse. Habe aber auch ehrlich gesagt schon 'nen schlechtes Gewissen, ein Medikament für 160 Euro hier stehen zu haben und es nicht zu nutzen.

    Ich werde es nicht ohne Absprache mit meinem Psychiater tun, aber bitte: Was passiert, wenn ich das Zeug absetze? Die Dosis erhöhen, wie mir der Psychiater verordnet hat, werde ich morgen nicht (das habe ich durch Nebenwirkungen mit meiner Psychologin abgesprochen). Aber ich würde gern mein normales Leben zurückhaben. Ich fühle mich nicht besser durch das Zeug, sondern eingeschränkt und das ist für mich kein Leben. Da nehme ich lieber die Krankheitsmerkmale in Kauf. Es handelt sich übrigens um Wahnvorstellungen.
     
    #18
    Glückskätzchen, 18 August 2006
  19. wundergibtes
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Du hast dir deine Frage eigentlich schon selbst beantwortet...

    Die Wahnvorstellungen kommen wieder. Das passiert nach Absetzen der Medi.
     
    #19
    wundergibtes, 19 August 2006
  20. ~Vienna~
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Wieso erwartest du, dass du nach zwei Tagen der Einnahme schon "geheilt" bist? Gerade bei Psychopharmaka muss man eine gewisse Zeitspanne einrechnen, bis diese ihre Wirkung zeigen. Ich kenne einige Personen, die Tabletten schlucken (allerdings nicht dein Krankheitsbild besitzen) und die meisten beschrieben es so, dass die Medikamente erst nach einigen Tagen/Wochen anfingen, zu helfen und sie vorher nur die auch von dir erwähnten Nebenwirkungen wie Müdikkeit und Antriebslosigkeit verspürten.

    Ich würde an deiner Stelle die Dosis erst erhöhen, wenn die Nebenwirkungen nicht schlimmer, bzw. vielleicht sogar etwas besser werden. Und auf jeden Fall solltest du mit deinem Psychater sprechen. Die Kommunikation zwischen euch Dreien (Psychologin, Psychater und dir) scheint ja nicht so hervorragend zu sein was das Medikament betrifft.

    Und ich kann verstehen, dass du eine stationäte Therapie ablehnst, aber vielleicht wirst du irgendwann einsehen, dass sie dir mehr helfen kann, als du denkst.

    Die Frage ist, wie du dein Abi machen willst, wenn du dauernd unter diesen Mitteln stehst?! Hat der Psychater dazu auch etwas gesagt?
     
    #20
    ~Vienna~, 19 August 2006

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