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Schuldkomplexe in Bezug auf Sexualität

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von v69m, 6 Juli 2004.

  1. v69m
    Gast
    0
    Hallo,

    ich hatte heute Nacht einen Traum, den so ähnlich vielleicht manche schon mal hatten. Ich saß bei meinen Eltern am Esstisch und habe in der Print-Ausgabe des Liebesforums geblättert, meine Eltern kommen und ich lese weiter. Ich tue so, als ob das eine seriöse Zeitschrift wäre, und die aufgeschlagene Seite ist ist auch grade seriös, ich traue mich umzublättern und habe Glück, auf der nächsten Seite gehts um Aids, das ist auch seriös. Meine Mutter kann aus der Entfernung gerade noch die Überschriften erkennen, wenn überhaupt. Ich blättere wieder um, und in der Überschrift steht was von Liebesstellungen. - Ich wache auf. (Wohl deswegen, weil ich den Gedanken daran, erwischt zu werden nicht ertrage.)

    Das Problem ist jetzt: Ich bin 35 und träume sowas. Obwohl ich meine Eltern schon lange nicht mehr gesehen habe. Ich habe anscheinend ein Problem damit, dass andere erfahren, dass ich auch sexuell interessiert bin. Im wirklichen Leben hab ich mein Interesse an Sexualität noch nie geäussert, für andere bin ich so eine Art Heiliger. Ich hatte gedacht, dass das besser wird, wenn ich mich zumindest theoretisch besser mit Sexualität auskenne. Aber auch nach einem halben Jahr Liebesforum hat sich im wirklichen Leben nichts gebessert. Ich kenn mich zwar jetzt einigermassen aus, wenn andere über das Thema reden sollten, aber in meiner Gegenwart vermeiden sie das. Auch neue Bekannte checken das übrigens schnell, dass ich ein Heiliger bin. Anscheinend hab ich eine starke Ausstrahlung.

    Ich sollte vielleicht noch dazusagen, dass ich überhaupt nicht an einen Gott glaube. Und mein Lebenswandel ist alles andere als der eines Spießbürgers, zumindest äußerlich.

    Was würdet ihr mir raten? Wie werde ich diese Schuldkomplexe in Bezug auf Sexualität, die es in meinem Unterbewußten anscheinend noch gibt, los?

    Danke,

    v69m (männl. Jungfrau, 35)
     
    #1
    v69m, 6 Juli 2004
  2. Chicy
    Gast
    0
    :confused: Welche Schuldkomplexe hast du konkret? Dass du an was sexuelles denkst bzw. liest :ratlos:
     
    #2
    Chicy, 6 Juli 2004
  3. AustrianGirl
    0
    Bist du denn ein Mönch?
     
    #3
    AustrianGirl, 6 Juli 2004
  4. lin
    lin
    Gast
    0
    wieso sollte er ein mönch sein???


    ich verstehe schon was du meinst. aber meine frage an dich, ist das selbstgewählt?? dass du noch jungfrau bist?
    möchtest du praktische erfahrungen?

    denkst du, du bist selbstbewusst? kannst du auf andere menschen zugehen?

    wovor hast du angst, wenn du über sex sprichst? dass du unerfahren klingst, oder dass es irgendwie nicht richtig ist?

    wie waren deine eltern? eher verklemmt sozusagen? wer hat dich aufgeklärt?
    warum hattest du früher gar kein interesse an sex? auch auf theoretischer basis nicht?

    hast du (hat auch mit der frage der eltern einen zusammenhang) schon nackte menschen, bes. frauen gesehen?


    alles in der annahme dass du auf frauen stehst...


    wenn dir fragen zu persönlcih sind lass sie aus, ich möcht einfach dadurch versuchen dich zu verstehen!
     
    #4
    lin, 6 Juli 2004
  5. AustrianGirl
    0
    ich frag ja nur! ich mein, klingt ein wenig so!

    weil, wenn er keiner ist, dann muss er wirklich keine komplexe haben! jeder darf an sex denken oder ähn.

    und wenn er ein mönch wäre, dürfte er das auch....


    ach, aus mir bekommt man heut nichts gescheites heraus.
    (bin vernebelt, haben heute in der schule mit spraydosen gearbeitet ^^)
     
    #5
    AustrianGirl, 6 Juli 2004
  6. lin
    lin
    Gast
    0
    ich mein nur, er ist sicher keiner, weil er ja gesagt hat dass er überhaupt nicht an einen gott glaubt und so :smile:
     
    #6
    lin, 6 Juli 2004
  7. CassieBurns
    Verbringt hier viel Zeit
    1.002
    121
    1
    Verheiratet
    *hüstel* Möchtest du jetzt ne ehrliche Antwort oder ne höfliche? :zwinker:

    Nein, ernsthaft, dann versuch doch mal dieses "Heiligen"-image zu durchbrechen... Überhaupt, wie äußert sich denn das? Wenn du da ein bisschen mehr nachgräbst, wie sich das äußert, kannst du es vielleicht auch durchbrechen und mal bei den Frauen anders ankommen als ein geschlechtsloses Wesen (?)

    Naja, ist ein bisschen wenig Info, um da wirklich weiterzuhelfen.
     
    #7
    CassieBurns, 6 Juli 2004
  8. v69m
    Gast
    0
    Mönch bin ich keiner, allerdings lebe ich mitunter sehr zurückgezogen.

    Ja, das ist selbstgewählt. Ich rede mir zwar immer wieder etwas anderes ein, aber wenn ich ehrlich bin, ist es meistens schon eine bewußte Entscheidung von mir. An eine Situation, als ich etwa halb so alt war wie jetzt, erinnere ich mich noch genau. Ich saß im Wartezimmer während meine Mutter drin beim Arzt war. Der Arzt war auch kurz im Wartezimmer und hatte gefragt, ob ich denn eine Freundin hätte. Meine Mutter hat für mich geantwortet:nein. Daraufhin der Arzt: "Das wird schon noch." Damals habe ich beschlossen, das nicht mitzumachen. Ich habe mir gesagt: Ich werde auch mit 18 keine Freundin haben, und auch nicht, wenn ich doppelt so alt bin. Der Arzt war für mich Repräsentant einer Gesellschaft, die meint, mein Leben vorausberechnen zu können. - Mein Leben war seitdem anders als das der meisten und ich möchte es auch nicht in einer gutbürgerlichen (eheähnlichen) Beziehung verbringen. - Aber warum hatte ich dann keinen Sex ohne Beziehung? Das liegt an meiner feministischen Einstellung. Ich möchte Frauen nicht ausnutzen. Das muss die Frau nichtmal selber merken, dass sie ausgenutzt wird, und trotzdem kann es so sein. Ich will also weder bloßen Sex, noch eine eheähnlich Beziehung, sondern freie Liebe. Da werde ich wohl noch lange drauf warten können, weil es freie Liebe nur in einer freien Gesellschaft gibt. Mein Selbstbewußtsein ist übrigens ziemlich stark, vor allem wenn es darum geht, dass ich irgendwo nicht mitmache. Auf andere Menschen zugehen kann ich, wenn es um was Wichtiges geht, aber Liebe oder Sex sind für mich Begleiterscheinungen einer wichtigeren Sache, oder wie es so oft heisst, eine schöne oder die schönste Nebensache.

    Meine Haltung nach außen ist: Wenn andere das machen wollen, dann bitte. Ich hatte immer und habe Wichtigeres vor. Ein Problem mit der Unerfahrenheit hab ich nicht, weil ich ja immer über Wichtigeres spreche. (Und wer könnte allen Ernstes behaupten, ich sei ein 35jähriger Mann ohne sexuelle Erfahrung? Erst recht bei meiner Vergangenheit...)

    Aufgeklärt hab ich mich mit dem Lexikon und einem Ehe-Ratgeber aus den 60ern im Bücherregal meiner Eltern. Später dann aus dem Internet. Ich habe im wirklichen Leben nie mit jemand mehr als ein paar Sätze über Sexualität im weiteren Sinne geredet. Eine krasses Beispiel: Ich habe erst hier im Forum erfahren, was petting alles bedeuten kann. Ich weiss noch, dass mein Onkel mal zu meinen Eltern sagte, er hätte damals nur petting gemacht. Ich hatte das durch die Tür gehört. Das Gespräch ging kurz um Sexualität (war äusserst selten Thema, und wenn dann haben nie meine Eltern damit angefangen), ich wusste also, dass petting etwas mit Sex zu hatte und habe wohl im Lexikon nachgesehen, aber das war auch ziemlich verklemmt. "Bravo" gab es damals auch, näher als 50cm ist mir aber so ein Exemplar nie gekommen. Sowas war schliesslich Kinderkram und nichts für mich.

    Bis Anfang 20 hatte ich ein heimliches Interesse an Sex (Hauptquelle: Lexikon), dann hatte ich viele Jahre Wichtigeres zu tun und war sogar ein bisschen stolz darauf, meine Zeit nicht mit so langweiligen Sachen wie ins Kino gehen u.ä. zu verplempern. In letzter Zeit habe ich mich dann eingehender mit Sexualität beschäftigt. Früher hatten sich ja die Feministinnen in meinem Bekanntenkreis um dieses Thema gekümmert, und die hatten schliesslich mehr Ahnung.

    Nackte Menschen nicht zu sehen, sei es am Strand, oder im Fernsehen, oder im Internet, ist ja heute kaum noch möglich. Ich finde nackte Menschen weder anziehend noch abstoßend, da zählt für mich das Äußere nur wenig, die Augen sagen da übrigens viel mehr. Von mir aus könnten alle nackt rumlaufen, wenn dann nicht alle nach ihrem Äußeren bewertet würden (was aber unter den gegenwärtigen Bedingungen automatisch der Fall wäre).

    Ja. Frauen sind intelligenter, sensibler und fangen keine großen Kriege an. Dass ich aber sexuell an Frauen an sich interessiert bin, stimmt so nicht, da kommt für mich erst die Persönlichkeit, und die Übereinstimmung mit meinen Zielen, und dann das nette Lächeln, und dann Äußerlichkeiten.

    Soweit ich mir das alles bewußt mache, ist da kein Problem, außer dass ich in meinem Leben vielleicht nie Sex haben werde, aber das ist schließlich Nebensache. - Was mich aber beunruhigt, ist der Traum, der ja offenbar bedeutet, dass ich Schuldgefühle habe, wenn ich mich zu meinem Interesse an Sexualität bekenne. Vielleicht liegt es daran, dass ich so eine Art moralischer Autorität war/bin.
     
    #8
    v69m, 7 Juli 2004
  9. v69m
    Gast
    0
    Ich will ja gar nicht "ankommen", und das geschlecht sollte auch keine so große Rolle spielen. Ich denke mir oft, dass die anderen ein Problem haben, wenn sie meine unverwässerten Ideale mit Asexualität in Verbindung bringen.
     
    #9
    v69m, 7 Juli 2004
  10. orbitohnezucker
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    Also wenn ich das jetzt alles richtig verstehe, dann hast du ja eigentlich kein Problem! Du hast eben eine andere Einstellung als andere, aber du bist zufrieden damit. Leb dein Leben so wie es dir gefällt, und wenn du Sex dabei keine Bedeutung zukommen lassen willst - wen störts denn ?
     
    #10
    orbitohnezucker, 7 Juli 2004
  11. v69m
    Gast
    0
    Soweit ist ja alles klar. (Ich muss auch ein wenig schmunzeln, dass dieser Thread im Kummerkasten gelandet ist.)

    Sex hat für mich schon Bedeutung, ist mir auch wichtig, aber es gibt Wichtigeres. Z.B. könnte ich nicht lustvoll mit einer Frau schlafen, die an Gott glaubt. Und wenn ich vorher nicht weiss, wie sie über dieses Thema (und eine Reihe anderer) denkt, würde ich es auch nicht tun.

    Trozdem ich mein Leben anders lebe, habe ich aber diese Schuldgefühle, die sich nur im Traum zeigen. Wenn ihr mir sagt, dass ihr die auch alle habt, dann bin ich ja beruhigt. Aber ich schätze mit 35 ist das ziemlich selten...
     
    #11
    v69m, 7 Juli 2004
  12. SottoVoce
    SottoVoce (34)
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    Äh - hä? Hat jetzt zwar nicht direkt was mit dem Thema zu tun, aber rein interessehalber: Wieso nicht??? :ratlos:

    Zu Deinem "Problem": Also, ich hab das nicht... (so viel dazu, dass wir das alle hätten... *g*)

    Ich möcht jetzt nix unterstellen, aber kann es sein, dass Du so gut wie alle Entscheidungen, die Du triffst, vom Kopf her entscheidest? Und selten einfach nur auf Deine "Bauchgefühl" achtest? (Ich mein das alles hier sexuell und beziehungstechnisch gesehen.) Und wenn ich mit diesem Gefühl Recht habe, dann könnte es doch sein, dass Dein Unterbewusstsein was ganz anderes denkt, und dass das eigentlich sehr gerne mal Sex hätte und ihm das ganze drumherum (gläubig oder nicht zum Beispiel) völlig egal ist. Und dass Du mit Deiner eigenen Vernunft Dir die Schuldkomplexe somit sozusagen selbst "einredest" und das Ganze im Traum nur auf Deine Eltern projeziert wurde...

    Sehr kompliziert, und ich glaub, ich kann das auch net erklären, was ich mein... :zwinker:
     
    #12
    SottoVoce, 7 Juli 2004
  13. v69m
    Gast
    0
    Für mich ist Sex Ausdruck von etwas Tieferem, Liebe ist ein vielbenutzter und eher ncihtssagender Begriff, für mich zählt Vertrauen, und dafür ist eine innere Übereinstimmung ganz wichtig. Bei Leuten, die an Gott, oder Sternzeichen, oder was auch immer glauben, fehlt mir diese innere Übereinstimmung. Ich hab das mit der Glaubens-(Gretchen)-Frage nur als Beispiel gemeint, es gibt da noch andere wichtige Punkte.

    Danke für die Info. Wär noch interessant, ob Du das früher mal hattest?

    Ja, die Eltern waren ja nur in diesem Traum dabei, sonst sind auch andere dabei.
    Ich versuche, die Dualität von Verstand und Gefühl zu überwinden. Wo der Verstand sagt "Du musst zurückschlagen", "Du musst egoistisch sein", da bin ich dumm. Und wo das Gefühl sagt, "hasse Deine Feinde", da bin ich gefühllos. Mit anderen Worten, nicht der Gegensatz von Verstand und Gefühl, der stark auf der christlichen Tradition beruht, ist entscheidend, sondern der Gegensatz zwischen Menschlichem (z.B. Frieden) und Unmenschlichem (z.B. Krieg). Schematisch wäre im folgenden Diagramm nicht der Unterschied zwischen links und rechts, sondern zwischen oben und unten wichtig.

    Verstand ----------------- Gefühl
    (menschlich) --------- (menschlich)

    Verstand ----------------- Gefühl
    (unmenschlich) --------- (unmenschlich)

    (Ich sage bewußt menschlich und unmenschlich und nicht gut und böse.) Die meisten Gefühle sind nicht naturgegeben, sondern anerzogen. Hunger ist naturgegeben, aber Liebe ist anerzogen. Gefühle sind nicht einfach nur da, sondern sie werden gemacht. Und diejenigen, die sie machen (müssen nicht Personen sein, können auch Institutionen sein), bedienen sich dazu des Verstandes. Ebenso wie ich den Gefühlen misstraue, misstraue ich auch dem Verstand... (das wäre jetzt ein längerer Vortrag).
    Um Verstand UND Gefühl in Einklang zu bringen, brauche ich in erster Linie den Verstand, das Gefühl nützt mir da wenig. Insofern ist der Verstand dominant. (Kurz gesagt, der Verstand ist ein Mittel, das erlaubt, sich selbst zu hinterfragen, das Gefühl kann sich nur selbst bestätigen, also nicht auf den Verstand zugehen.)

    Tatsächlich bin ich tagsüber in diesem Sinne ein "Verstandesmensch". Nach dem dualistischen Muster von Mr. Jackill und Mr. Hyde wäre ich dann nachts ein "Gefühlsmensch". Ich will aber beides zusammenbringen (übrigens ohne faule Kompromisse) und interessiere mich deshalb für mein Unterbewußtes. Es ist deswegen nicht so einfach, dass das Bewusstsein Sex verweigert und das Unterbewußsein Sex fordert. Das Bewusstsein kann den Wunsch nach Sex als menschliches Bedürfnis erkennen, aber stellt Bedingungen. Das Unterbewußtsein kann dazu nicht viel sagen, ausser "ich will Sex". Deshalb ist das Bewusstsein zurecht dominant. (Das Bewußtsein findet andere Kriterien für das Zustandekommen von Sex als der Sexualtrieb (etwa Körbchengröße des 'Zielobjekts').)

    Deine Theorie läuft hingegen auf die These hinaus, dass sich das Gefühl vom Verstand nicht immer kontrollieren lässt.
     
    #13
    v69m, 7 Juli 2004
  14. Camouflage
    Verbringt hier viel Zeit
    383
    101
    0
    nicht angegeben
    Ich sehe noch nicht das "Schuldgefühl" bei dir.

    Du hast sehr strikte und sehr theoretische Ansichten darüber, unter welchen Voraussetzungen es in Ordnung wäre, Sex zu haben. Du misst dem Sex eine stark überhöhte (spirituell anmutende, und das obwohl du Religiosität ablehnst!) Bedeutung bei - in der Theorie. Trotzdem ist tief in dir wie wahrscheinlich in jedem Menschen ein Bedürfnis, einem anderen Menschen so nahe zu sein wie man es eben durch Sex sein kann. Dieses Bedürfnis hast du wohl "als solches", also erst mal unabhängig davon, ob du dann eine bestimmte Frau findest, die (um dein Beispiel aufzugreifen) nicht an Gott glaubt bzw sonst mit dir 100%ig auf einer Wellenlänge liegt. (Eine solche Frau wirst du auch nie finden, denn der einzige Mensch mit dem du 100% übereinstimmst bist du selber.) Das passt aber nicht zu deinem theoretisch entwickelten heeren Bild von Frau+Liebe+Sex. Für diese Unstimmigkeit schämst du dich offenbar - anstatt dass du mal drüber nachdenkst, ob nicht vielleicht an deinem Ansatz irgendwas nicht stimmt. Besonders peinlich scheint dir zu sein, dass du anscheinend in deiner Umgebung als asketischer Heiliger rüberkommst, der du so 100% in dir drin (was die anderen aber nicht wissen, sondern höchstens ahnen) aber gar nicht bist.

    Aber wo solltest du hier irgendeine "Schuld" auf dich geladen haben? Du bringst verschiedenes, was in dir vorgeht, doch nicht so ganz auf die Reihe, aber was soll das mit einer "Schuld" zu tun haben? Auch "Schuld" ist etwas Überhöhtes, für sowas scheinst du ein gewisses Faible zu haben. Dabei ist es für einen Außenstehenden ganz einfach, du hast dich bloß in einem verkorksten Gedankengebäude verfangen, weiter gar nichts. Mit sowas Dramatischem wie "Schuld" hat das für mich nichts zu tun.
     
    #14
    Camouflage, 7 Juli 2004
  15. v69m
    Gast
    0
    Hihi, ich und spirituell. An der überhöhten Bedeutung ist wohl was dran. Auch wenn ich mir wünsche, Sex als etwas Ähnliches wie Essen und Trinken anzusehen, gelingt es mir nicht, weil die Gesellschaft Sex gleichzeitig tabuisiert und glorifiziert.

    Angenommen, es gäbe eine Frau, mit der ich das Bedürfnis hätte zu schlafen, sie aber nicht mit mir. Dann müsste ich mein Bedürfnis unterdrücken. Nach meiner Theorie enststeht das Bedürfnis nur wechselseitig, ich will erst dann mit ihr schlafen, wenn sie es auch will, und umgekehrt.

    Da triffst Du den Nagel auf den Kopf. Die Frage ist bloss wieso ist mir das peinlich? Wenn die anderen nicht daran glauben, dass ich in der Lage bin (sexuelle) Lust zu empfinden, dann ist das ja ihr Problem. Für mich selber habe ich ein Erklärung, warum ich meinen Idealen nicht entsprechen kann: die Bedingungen sind objektiv zu zu hinderlich.

    Schuld ist eine Kategorie, die ich schon lange aus meinem Denken gestrichen habe. Besser als "Schuldgefühle" wäre der Begriff "Peinlichkeit", der trifft es genauer.

    Danke übrigens für die wiederholte Unterstützung.
     
    #15
    v69m, 8 Juli 2004
  16. CreamPeach
    Gast
    0
    Ich hab mir das alles jetzt mal durchgelesen und erinnere mich auch an andere Beiträge von Dir.
    So zusammenfassend bin ich der Meinung, daß Du einfach nur Angst hast, verletzt zu werden, indem Du Dir diese ganzen Theorien und Regeln aufstellst, die Dein Leben planen bzw. auch verplanen.

    Theorie und Regeln sind aber gerade in Sachen Liebe&Sexualität ziemlich unangebracht, denn Gefühle lassen sich nicht regeln und planen. Man hat sie oder man hat sie nicht. Selbst sie zu unterdrücken, ist sehr schwer.
    Daß Du davon träumst, ist meiner Meinung nach ein Versuch des "Ausbruchs" aus deiner theoretischen Planung....der Traum zeigt Dir, daß man (wie SottoVoce schon schrieb) auch mal mit "Bauchgefühlen" handeln sollte.

    Wäre das Leben so strikt planbar, hätte keiner Liebeskummer, Beziehungsstreit oder andere zw.menschliche Probleme.

    Daraus resultiert für mich Deine Angst, verletzt zu werden.
     
    #16
    CreamPeach, 8 Juli 2004
  17. SottoVoce
    SottoVoce (34)
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    Verheiratet
    Ich sehe das wie CreamPeach. Naja, nicht ganz, aber fast.

    Ich glaube, dass Du einer von diesen "Anti"-Menschen bist (ohne das jetzt böse oder als Angriff zu meinen). Du möchtest nicht dem entsprechen, was der Rest der Welt ist, weil Du das Gefühl hast (siehste, Du hast schon Gefühle, denn das weißt nicht vom Verstand her!), dass da was verkehrt läuft. In soweit gebe ich Dir noch Recht. Es läuft auf diesem Planeten eine Menge schief und jeder hat eine andere Art, das zu bewältigen (ich beispielsweise verlasse mich fast ausschließlich auf mein Bauchgefühl). Du hast Dich eben entschieden, alles vom Kopf her zu entscheiden. Auch eine Lösung. ABER ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass man dann keine Gefühle mehr haben sollte. Du kannst sie höchstens meisterlich unterdrücken.

    Und von daher kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass Dein Unterbewusstsein zufrieden ist, wenn (oder wie) Dein Bewusstsein handelt. Und ich weiß nicht - aber Glücklichsein, das ist doch was vom Gefühl her???
     
    #17
    SottoVoce, 8 Juli 2004
  18. v69m
    Gast
    0
    Hallo CreamPeach und SottoVoce,

    ich hätte Angst davor, nur "auf meinen Bauch zu hören", oder anders gesagt, mein Gehirn abzuschalten. Da wäre ich ziemlich hilflos und hätte Angst. Der Verstand ist mein Rettungsanker. Wenn ich mir diese Welt gefühlsmäßig pur geben würde... da will ich lieber gar nicht erst drüber nachdenken (nicht mal denken!). Ja, ich bin einer von diesen "Anti-Menschen" bzw. Utopisten.

    Emotional wirklich schlecht geht es mir so gut wie nie. Und dennoch habe ich Gefühle, aber die korrespondieren mit dem Verstand. Oder sollte ich besser Empfindungen oder Reize sagen? Ich hab z.B. ein schlechtes Gefühl, wenn ich Menschen in Uniform sehe, aber nur die schlechten Gefühle an den Verstand zu delegieren und den Bauch die guten geniessen lassen geht auch nicht, weil der Bauch dann z.B. auf die Werbung reinfallen würde. Der Kopf ist also immer an. Auch als ich einmal sturzbetrunken war, hat sich der nicht abgeschaltet. Mitunter kann ich vor lauter Nachdenken nicht einschlafen. Glücklichsein will ich ehrlich gesagt nur, wenn ich krank im Bett liege, Glück bedeutet für mich Stillstand, da schlaf ich lieber etwas länger :smile:
    (Vielleicht freut sich darüber auch mein unterbewußtes Alter ego, weil es dann mehr träumen kann :smile: )

    Die Frage, ob Gefühle rauslassen oder unterdrücken stellt sich nur selten, weil der Verstand sehr sensibel auf Gefühlsregungen reagiert und sie gleich zerlegt. Weshalb sich ärgern, oder weshalb sich freuen? Ich bin so gut wie nie schlecht gelaunt, freue mich aber auch nur selten. Der Verstand erkennt gleich, dass die Freude grundlos ist, und der Ärger nichts bringt.

    Mein Gefühl hat mir früher gesagt, dass etwas gewaltig verkehrt läuft auf dieser Welt, aber inzwischen hat mein Verstand alles Wesentliche analysiert und ich bin ziemlich 'abgeklärt'. Der Verstand sagt mir z.B., dass das Gefühl des Mitleids mit verhungernden Menschen auf diesem Planeten den Verhungernden nicht im geringsten hilft, sondern nur den Wohlhabenden, die dieses Gefühl als Ventil benutzen, um Schuldgefühle loszuwerden.
     
    #18
    v69m, 8 Juli 2004
  19. SottoVoce
    SottoVoce (34)
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    Verheiratet
    Gefühle machen Dich aber zu dem, was Du bist - nämlich ein Mensch.

    Jemand ohne Gefühle und nur mit Verstand wäre ein Roboter. Das wollte ich auf keinen Fall sein!
     
    #19
    SottoVoce, 8 Juli 2004
  20. CassieBurns
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    Verheiratet
    Mal ne blöde Frage: Du bist Informatiker oder Techniker? :grin: Dann wärst du kein atypischer Mensch, sondern ein typischer Vertreter dieser Spezies. :bandit:
     
    #20
    CassieBurns, 8 Juli 2004

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