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Sehnsucht, Trauer, Kummer, Einsamkeit...Hoffnung???

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von paranoid85, 18 März 2004.

  1. paranoid85
    Gast
    0
    Ich bin bald 19 jahre alt und hatte noch nie eine Freundin, und es hatte bisher noch keine einzige an mir interesse. Vor gut 2-3 Jahren kam ich damit viel besser zurecht, damals hatte ich zwar auch Sehnsucht nach Liebe allerdings wuchs diese mit der Zeit bis sie unerträglich wurde, ich weiß einfach nicht mehr weiter. Damals fragte ich mich "na gut, hab ich mich jemals bemüht etwas zu unternehmen? bin ich bereit für die Liebe?" Bis zu diesem Zeitpunkt war das alles nur nebensächlich, etwas, dass sich einfach so ergibt, wofür man nichts tun kann.

    Und dann hab ich begonnen hellhöriger zu werden und mir gedanken darüber zu machen, was ich alles falsch mache, und ich muss sagen, ich habe sehr viel falsch gemacht und hab große Fortschritte gemacht.
    Ich hab meine Schüchternheit beseitig, bin selbstbewusst, meine Körpersprache ist inzwischen offen und nicht so wie früher total abweißend. Ich hab mit Krafttraining angefangen und sogar einige überschüssigen Pfunde beseitig. Ich bin in die Disko gegangen, hab sogar hin und wieder mit dem einen oder anderen Mädchen geflirtet, wobei ich eigentlich immer Körbe bekam. Und die ganze Zeit hatte ich noch Hoffnung, ich dachte mir "das wird schon, lass dich nicht untergriegen, du hattest halt einfach pech..."(der Meinung waren meine besten Freund/inen/e auch, als ich mal mit ihnen drüber sprach, was ich jetzt auch nicht mehr kann, da sie meine ständig depressive stimmung nicht mehr ertragen...)

    Aber die ganze Zeit wächst diese Sehnsucht nach Liebe in mir, ich kann kaum noch einen glücklichen Moment genießen, ohne dass sie an mir nagt, und mich wieder runter zieht. Früher war Liebe nicht das wichtigste in meinem Leben, aber wenn ich nun zurückdenke, stell ich fest, dass dieses Verlangen immer mehr in den Vordergrund geraten ist und mich inzwischen total auffrisst. Ich kann auch nicht aufhören daran zu denken, wie sollte ich auch, man wird schließlich überall daran erinnert, wie schön die Liebe doch ist. Man braucht nur den Fernseh an zu schalten und schon sieht man ein knutschendes päärchen, oder talkshows, bei denen es größtenteils um nichts anderes als um Liebe geht. Auf Parties sieht man auch nur die ganzen Päärchen, und in der Schule? Ja selbst da ließt man im Unterricht Texte, bei denen es um Liebesbeziehungen und Sex geht. spekulationen darüber wer am wochenende was mit wem hatte...

    Ich kann so einfach nicht mehr weitermachen, ich hab nicht mehr die Kraft dazu Morgens auf zu stehen, für die Schule zu lernen, an mir zu arbeiten, meine Pflichten zu erfüllen und das alles nur, um dann sowieso wieder enttäuscht zu werden und den ganzen Tag über die Last von Kummer und Trauer auf meinen Schultern zu tragen.

    Wieso sollte ich noch Abends weg gehen? Um mich zu betrinken? oder zu bek*****. Oder um den Augenblick zu genießen, welcher mich, sobald er vorüber ist, meine Einsamkeit nur um so deutlicher spüren lässt? Flirten ist sinnlos, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass jeglicher Versuch zu einer Enttäuschung führt, und Enttäuschungen immer verdammt weh tun. Ich bin es so leid Enttäuscht zu werden, nicht geliebt zu werden, außer eben freundschaftlich, aber mehr eben nicht, und selbst das nicht so, wie ich es tue, wenn ich jemand freundschaftlich liebe, bzw. einfach lieb habe. Es gab niemals mehr interesse von einer Frau an mir, als freundschaftliche und ich fürchte es wird niemals mehr geben.

    Ein Leben ohne Liebe halte ich für nicht lebenswert. Und aufgrund dessen, dass ich nun meine Lebensfreude verloren habe, senken sich meine sowieso schon minimalen chancen eine Freundin zu finden noch weiter. "Saures Bier verkäuft sich schlecht." Oder würdet ihr eine Bier wollen, von dem der Verkäufer sagt, dass es minderwertig ist, und es besser wäre, es wäre nie zur Welt gekommen?
    Ich finde einfach keinen Ausweg aus dieser Situation, das einzige was mich glücklich machen könnte bleibt mir verwehrt und es mir aus dem Kopf schlagen kann ich nicht, da es für mich das wichtigste im Leben ist.


    tut mir leid, dass ich jetzt doch mehr geschrieben hab, als ich wollte...
    wahscheinlich stößt das jetzt alles auf unverständnis, aber vielleicht befindet sich ja eine/r unter den foren-usern, der/dem es mal ähnlich ging und die das Licht am Ende des Tunnels gefunden, und sich aus der Dunkelheit befreit hat.

    Und wenn nicht, was solls, es tat ganz gut mir das alles mal von der Seele zu schreiben.

    danke fürs zuhören​
     
    #1
    paranoid85, 18 März 2004
  2. forgiven
    Gast
    0
    Ich kann dir da leider keine wirklichen Ratschläge geben, ausser das du dich nich so hängen lassen solltest. Erstens bringt es dir nichts im Selbstmitleid zu zerfliessen, andererseits wirkt es auch nich gerade attraktiv auf das andere Geschlecht. Mir ging es bis vor einiger Zeit ähnlich wie dir. Hatte nie eine Freundinn, der einzige körperliche Kontakt war noch zu Grundschulzeiten beim Flaschendrehen. Insgeheim sehnte ich mich nach einer Beziehung, weil ich das Gefühl hatte irgendwas würde fehlen. Aber wie kann man etwas vermissen, dass man noch nie erlebt hat?
    Dann kam sie in mein Leben, stellte es auf den Kopf. Und ich wurde blind vor Liebe. Nach 6 Wochen hat sie Schluss gemacht, für mich brach eine Welt zusammen. Jetzt weiss ich was mir gefehlt hat und diese Erkenntnis macht es wirklich unerträglich.
    Was ich damit sagen will, lass es langsam angehen. Die große Liebe findet man nicht, sie findet dich. Und selbst wenn du meinst sie endlich gefunden zu haben, fixier dich nicht zu sehr, auch wenns leichter gesagt ist als getan.
     
    #2
    forgiven, 18 März 2004
  3. kEvii
    Gast
    0
    Hmm, also eigentlich kann ich dich ziemlich gut verstehen!
    Ich kenne diese Sitaution! Irgendwie scheint alles sinnlos, wie du schon gesagt hast...man hat keine lust morgens aufzustehen, den Kopf nicht mehr Frei für die Dinge die man erledigen muss...wie z.B. arbeit, Schule...eigentlich hat man immer nur den einen Gedanken und irgendwann weiss man nicht mehr wie es weiter gehen soll! Naja...ich hab so eine Sitaution zwar erlebt als meine Freundin sich nach 2 Jahren von mir getrennt hat und nicht weil ich merkte das wohl keine Frau Intresse zeigt, trotzdem war und ist der Wunsch und die Sehnsucht nach Liebe die gleiche, kann keinen klaren gedanken mehr fassen, überall ist nur sie... und irgendwie ist es leicht zu sagen das man sich nicht hängen lassen soll...aber das hinzu kriegen ist schon ziemlich schwer!
    ...
    Naja hmmm...also wirkliche Ratschläge kann ich dir auch nicht geben, da ich bis jetzt nichts gefunden habe was wirklich hilft...Ablenkung ok, aber meist bringt das auf Dauer auch nichts, da man egal wo man ist, was man macht, dran erinnert wird ( so ists zumindest bei mir :/ )! Eigentlich gibts nur eins...du musst irgendwie drauf hoffen das es besser wird, das DIE Frau für dich kommt, darfst dich nie ganz aufgeben :zwinker: irgendwann wird das schon!
     
    #3
    kEvii, 18 März 2004
  4. paranoid85
    Gast
    0
    erstmal danke für die antworten :zwinker:

    Ich bin sogar zur Zeit wegen Depressionen in Therapie... meine Therapeuten meinten ich würde mich zu sehr über andere definieren und sollte zu mir selbst finden und einfach so sein, wie ich eben bin. Nur wenn ich das tue werde ich nicht geliebt, und eine Fasade auf zu setzen nützt auch nichts, da wir Menschen sofort spüren, wenn sich jemand verstellt und dadurch wirkt man uninteressant und falsch... Da beides zu nichts führt und es keine alternativen gibt weiß ich einfach nicht mehr weiter.


    Ich fürchte du hast recht, allerdings weiß ich auch nicht, was ich dagegen tun könnte, denn sobald ich mich mit jemand anfreunde, den ich sexuell attraktiv finde könnte ich sowas nie ausschließen.



    Ich habe viele Freunde, einmal solche, eher oberflächlichere Freundschaften, bei denen das größte Problem das angesprochen werden darf, die Frage, wo man auf die schnelle nen Kasten Bier her bekommt, ist.
    Aber ich hab auch Freunde, naja eigentlich hauptsächlich Freundinnen, mit denen ich über Gott und die Welt reden kann und auch über ernste Probleme. Wenn ich ehrlich bin, bin ich nicht auf der Suche nach neuen Freundschaften, höchstens oberflächliche, denn wirkliche Freundschaften benötigen Zeit und Interesse und deshalb genügen mir die meinen und ich bin sehr froh, dass ich sie habe. Nur leider bin ich dennoch unglücklich.



    Glaub mir, man kann!!!! Vielleicht muss man auch, sollte man menschlich sein und eine gewissen reife erlangt haben, dies zu erkennen. Erich Fromm (Schriftsteller, Philosoph und Psychologe) hat das so begründet, und ich denke, dem kann ich nur zustimmen. (ist ziemlich lang, aber wirklich lesenswert):



    Jede Theorie der Liebe muss mit einer Theorie des Menschen, der menschlichen Existenz beginnen. Der Mensch ist mit Vernunft ausgestattet; er besitzt ein Bewusstsein seiner selbst, seiner Mitmenschen, seiner Vergangenheit und der Möglichkeiten seiner Zukunft. Dieses Bewusstsein seiner selbst als einer eigenständigen Grösse, das Gewahrwerden des Abgetrenntseins erregt Angst, ja sie ist tatsächlich die Quelle aller Angst.

    Das tiefste Bedürfnis des Menschen ist, seine Abgetrenntheit zu überwinden und aus dem Gefängnis seiner Einsamkeit herauszukommen. Er sieht sich - zu allen Zeiten und in allen Kulturen - vor das Problem der Lösung der einen und immer gleichen Frage gestellt: wie er sein Abgetrenntsein überwinden, wie er zur Vereinigung gelangen, wie er sein eigenes einzelnes Leben transzendieren und das Einswerden erreichen kann.

    Eine Möglichkeit hierzu sind orgiastische Zustände der verschiedensten Art. Solange diese orgiastischen Zustände in einem Stamm gemeinsam erlebt werden, erzeugen sie keine Angst und keine Schuldgefühle. Alle Formen der orgiastischen Vereinigung besitzen drei Merkmale: Sie sind intensiv, ja sogar gewalttätig; sie erfassen die Gesamtpersönlichkeit, Geist und Körper; und sie sind vorübergehend und müssen regelmässig wiederholt werden.

    Genau das Gegenteil gilt für jene Form der Vereinigung, welche bei weitem die häufigste Lösung ist, für die sich der Mensch in der Vergangenheit wie in der Gegenwart entschieden hat: die Vereinigung, die auf der Konformität mit der Gruppe beruht, mit ihren Sitten, Praktiken und Überzeugungen. Vereinigung durch Konformität vollzieht sich weder intensiv noch heftig; sie erfolgt ruhig, routinemässig und bringt es eben deshalb oft nicht fertig, die Angst vor dem Abgetrenntsein zu mildern. Die Häufigkeit von Alkoholismus, Drogen, zwanghafter Sexualität und Selbstmord in der heutigen westlichen Gesellschaft sind Symptome für dieses relative Versagen der Herdenkonformität. Ausserdem betrifft auch diese Lösung hauptsächlich den Geist und nicht den Körper und ist auch deshalb im Vergleich zu den orgiastischen Lösungen im Nachteil. Die Herdenkonformität besitzt nur den Vorteil, dass sie permanent und nicht nur kurzfristig ist.

    Eine dritte Möglichkeit, zu neuer Einheit zu gelangen, liegt in schöpferischem Tätigsein, sei es das eines Künstlers oder das eines Handwerkers. Bei jeder Art von schöpferischer Arbeit vereinigt sich der schöpferische Mensch mit seinem Material, das für ihn die Welt ausserhalb seiner selbst repräsentiert. Dies gilt jedoch nur für die produktive Arbeit, für eine Arbeit also, bei der ich es bin, der plant, wirkt und bei der ich das Resultat meiner Arbeit sehe. Beim modernen Arbeitsprozess des Büroangestellten oder des Arbeiters am Fliessband ist von dieser einenden Qualität der Arbeit nur noch wenig übriggeblieben. Der Arbeiter ist zu einem Anhängsel der Maschine oder der Organisation geworden. Er hat aufgehört, er selbst zu sein - daher gibt es für ihn keine Einheit mehr, sondern nur noch Konformität.

    Die bei einer produktiven Arbeit erreichte Einheit ist nicht zwischenmenschlicher Art; die bei einer orgiastischen Vereinigung erreichte Einheit ist nur vorübergehend; die durch Konformität erreichte Einheit ist eine Pseudoeinheit. Daher sind alle diese Lösungen nur Teillösungen für das Problem der Existenz. Eine volle befriedigende Antwort findet man nur in der zwischenmenschlichen Einheit, in der Verreinigung mit einem anderen Menschen, in der Liebe. Im Gegensatz zur symbiotischen Vereinigung ist die reife Liebe eine Vereinigung, bei der die eigene Integrität und Individualität bewahrt bleibt. Liebe ist eine aktive Kraft im Menschen. Sie ist eine Kraft, welche die Wände niederreisst, die den Menschen von seinen Mitmenschen trennt, eine Kraft , die ihn mit anderen vereinigt. Die Liebe lässt ihn das Gefühl der Isolation und Abgetrenntheit überwinden und erlaubt ihm trotzdem er selbst zu sein und seine Integrität zu behalten. In der Liebe kommt es zu dem Paradoxon, dass zwei Wesen eins werden und trotzdem zwei bleiben.
     
    #4
    paranoid85, 18 März 2004
  5. Matzakane
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    vergeben und glücklich
    also ich hab mir das mal durchgelesen und denke, dass der Mann durchaus recht haben könnte.
    Ich persönlich wache jeden Morgen auf und sehn mich nach Nähe und Geborgenheit, da geht's mir nicht anders als dir. Ich bin auch oft ziemlich down, aber das ist ja nur im Bett, weils da so kuschelig ist und ich einmal in den Genuss von bissl rumkuscheln kommen durfte :gluecklic

    Ich denk, dass daher vordergründig meine Sehnsucht danach kommt, weil ein Mensch einfach abundzu jemanden zum liebhaben braucht. Ich spreche nicht von Sex sondern einfach davon sich anlehnen zu können und Arm in Arm zu sitzen und ganz offen über alles reden und seinen Gefühlen mal ausdruck verleihen kann.

    Das ist im Prinzip die "Sucht" nach der Liebe, wie das der Erich Fromm beschreibt.
    Depressionen hab ich allerdings nicht, ich hab nur die nüchterne Erkenntnis, dass das Leben nicht so ist wie ich mal dachte, und dass das scheinbar selbstverständliche in Wahrheit der größte Luxus der Welt ist.

    Ich weiß nicht, ob dir das weiter hilft *auf die Schulter klopf* du bist aber nicht der einzige :zwinker: :clown:
     
    #5
    Matzakane, 18 März 2004

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