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Sexualität vs. Medien

Dieses Thema im Forum "Liebe & Sex Umfragen" wurde erstellt von ProxySurfer, 4 September 2008.

?

Stimmt das: Mehr Sex in Medien = weniger Sex im Bett?

  1. stimmt

    22 Stimme(n)
    29,3%
  2. stimmt nicht

    27 Stimme(n)
    36,0%
  3. keine Ahnung

    26 Stimme(n)
    34,7%
  1. ProxySurfer
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    Neulich sagte mein Vater mir: "In der DDR war das Thema Sex in den Medien tabu - mit Ausnahme von ein paar Aufklärungsbüchern. Sex war für uns etwas Geheimnisvolles. Darum gab es auch ein flottes Liebesleben bei Lehrgängen, beim Studium, bei Festivals usw., die große Mehrheit der Leute machte FKK u.a.
    Heute ist Sex in den Medien, in der Werbung, im Internet ständig präsent. Ich glaube, daß das vielen unangenehm ist, Versagensängste vorhanden sind, besonders Frauen Medien-Sex und Pornografie abstoßend finden. Dadurch findet nicht mehr so viel Sex statt. Übrigens bestätigen Umfragen in Ost und West-Deutschland, dass früher mehr Sex stattfand."

    Was sagt ihr zu dieser Meinung? Stimmt es, dass mehr Sex in den Medien bedeutet, dass weniger Sex in den Schlafzimmern stattfindet?
     
    #1
    ProxySurfer, 4 September 2008
  2. Lou
    Lou
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    vergeben und glücklich
    keine ahnung. in meinem schlafzimmer findet genug statt. fühle mich ausgefüllt und befriedigt.

    allerdings baller ich mich auch nicht stark mit medialem sex zu. gerade so zum anregen und manchmal staunen.

    hat wohl alles seine beiden seiten: die aufklärerische seite und der abbau von hemmungen sind ja wiederum was positives. den umgang mit dem angebot muß halt jeder selbstverantwortlich für sich gestalten. reizen aber nicht abstumpfen. also klug dosieren.

    deine frage kann aber wohl nur von sozialwissenschaftlern beantwortet werden, die dazu langzeitstudien betrieben haben :tongue: . und wenn die das so sagen, dann ist es wohl so. puh, bin ich aber erleichtert, daß ich nicht zum längsschnitt gehöre *g*.
     
    #2
    Lou, 4 September 2008
  3. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Ich habe auch eine Studie darüber gelesen, warum die Menschen vor wenigen Jahrzehnten sexuell aktiver waren und eine Statistik belegte dies.
     
    #3
    xoxo, 4 September 2008
  4. waschbär2
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    vergeben und glücklich
    Ich denke schon, dass es einen Einfluss hat.

    Gerade bei jüngeren, unsicheren Personen wird durch die Medien eine "Messlatte" suggeriert, die eigentlich kein normaler Mensch erfüllen kann.

    Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich weiß, dass die Medien ein Bild vorgeben, das nicht wirklich real ist.

    Ich schaue es mir gerne an, aber ich weiß genau, dass das eigentlich "Märchen für Erwachsene" sind.

    Auf meine Sexualität hat das keinen Einfluss.

    Aber es gibt - leider - auch Menschen, die sich davon beeinflussen lassen.
     
    #4
    waschbär2, 4 September 2008
  5. Neptun
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    Single
    Naja, ich denke, es gibt nicht nur den Punkt des Leistungsdrucks, sondern auch eine gewisse "Abstumpfung".

    Zumindest ist das, was man in den Medien sieht, wohl nur für die wenigsten noch etwas besonderes.
    Ich zumindest kenne es an einigen Tagen, dass mich das Thema langweilt, wenn ich zum 100. Mal im Radio höre "Ruft an, wie oft habt ihr Sex?", im Fernsehen sieht man eine geile Frau nach der anderen...:schnarch_alt:
     
    #5
    Neptun, 5 September 2008
  6. Mithrandir
    Mithrandir (32)
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    Ich meine, dass die Medien (dazu gehören auch Foren wie diese) zu einem unrealistischen Leistungsdenken in der Sexualität beitragen können. Ich meine damit z.B. die Themen hier im Forum, in denen 17- oder 20jährige hier verzweifelt schreiben, was sie denn im Bett noch tun sollen, weil sie ja schon alles getrieben haben: vaginal, oral, anal, zu dritt, im Swingerclub,... Ich orte hier einfach ein gewisses "Listendenken" ("Hmmm..., was muss ich denn noch abhaken?")

    Außerdem vermitteln die Medien (auch und gerade ganz normale Filme und Serien) generell ein verzerrtes Körperbild - den Eindruck, dass alle Menschen pickellos und makellos schlank und immer mit tollen Haaren und top gestylt herumrennen sollen. Auch das kann sich - als Unwohlsein mit dem eigenen Körper - aufs Sexleben auswirken.

    Drittens wird man u.U. heute schon so überschwemmt von Sinneseindrücken (dauernd Musik, Plakate, Fernseher in der Straßenbahn...), dass man irgendwie selten zur Ruhe kommt. Auch das kann sich auf die Lust auswirken.
     
    #6
    Mithrandir, 5 September 2008
  7. glashaus
    Gast
    0
    Der Zusammenhang zwischen Medien und Sexualität ist sehr komplex und außerdem abhängig von vielen anderen Faktoren und daher ist es schwierig, empirisch nachzuweisen, ob und welcher Einfluss vorliegt.

    Ich hatte erst im vergangenen Semester ein Seminar zur sexuellen Entwicklung Jugendlicher und dem Einfluss der Medien darauf. Es lassen sich in verschiedenen Untersuchungsanlagen mannigfaltige Ergebnisse festhalten: Mehr Sex, früher Sex, später Sex, weniger Sex.... - aber durchaus gab es auch Studien, die keinen Einfluss festgestellt haben. Je nachdem welche Drittvariablen erhoben wurden, welche kulturellen Prädispositionen etc.

    Sicher scheint jedoch zu sein, dass nicht die Medien allein irgendetwas signifikant bewirken, sondern dass dies immer in Zusammenhang mit bestimmten Konstellationen anderer Faktoen geschieht, z.B. dem Elternhaus, den Peers, dem Körperempfinden, der biologischen Entwicklung, etc.
     
    #7
    glashaus, 5 September 2008
  8. BenNation
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    vergeben und glücklich
    Ich hab auch das Gefühl, dass wir heute oversexed sind und dadurch eher weniger los ist. Ich glaube, Tabus machen Themen erst interessant, heute wird viel ent-tabuisiert, daher wird es mehr zu Alltag und weniger reizvoll. Glaube ich zumindest.
    Man sagt ja, die Amis wären auch prüde. Naja, zumindest der Gesetzgeber, aber da reiten auch nackte Frauen durch die Wüste.

    Vielleicht entstanden auch Fetische aus diesem Grund. Da wir uns vor normalem Sex kaum retten können, suchen wir (also einige) unterbewusst nach neuen Erfahrungen. Wenn der normale Sex nicht mehr "schmutzig" genug ist, weil er ständig im TV und Co zelebriert wird, muss es eben eine Stufe weitergehen... wenn ihr wisst, was ich meine.
    Also alles reine Theorie, ich versteh eh nix davon.
     
    #8
    BenNation, 5 September 2008
  9. many--
    many-- (32)
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    ...allerdings ist die Oversextheit von heute, finde ich, eine direkte Folge der Prüderie der Elterngeneration. Was früher verboten war, ist es heute nur noch ein bisschen; ergo wird der Rahmen des Erlaubten bis zum Geht-nicht-mehr ausgereizt: Sexualität ist immer noch ein wenig Tabu, etwas verrucht, aber gleichzeitig so akzeptiert, dass man ohne große Probleme damit Spielen, es Präsentieren kann.
    Offenbar besteht oder bestand doch in den letzten Jahren ein gewaltiges Bedürfnis nach Medien oder Inhalten sexueller Art; dieses wurde durch das Internet und die boomende Pornoindustrie sowie die Verwendung von Sexualität in Mainstream-Medien und der Werbung fast schon übererfüllt. Sexualität war also noch verboten genug, dass alle es (heimlich) haben wollten; heute kann es jeder im Überfluss haben, und wir wissen nicht mehr, was wir damit anfangen sollen: weil wir uns im Prinzip immer noch für unsere Sexualität schämen, weil wir unseren Umgang damit aus pornographischen Medien gelernt haben und nicht durch einen gesunden Lernprozess in der Familie - denn unsere Eltern waren ja ach so sexuell aktiv, aber zumeist so aufgeklärt wie die Töchter der Vizekandidatin von John McCain.

    Was ich sagen will: klar sind wir oversexed, aber zu sagen: "Das liegt nur an den Pornos!" - das ist mir zu einfach. Wir können mit dem zweifelsohne übermäßig vorhandenen Material nicht richtig umgehen, das ist das Problem - und das können wir nicht, weil wir es nie gelernt haben, weil es niemanden gab, der da Erfahrungen gemacht hätte, von denen wir profitieren könnten.
    Es liegt also an uns, der Generation Internet, einen gesunden Umgang mit Sexualität und Pornographie zu entwickeln, und diesen dann unseren Kindern nahezubringen. Tja, das ist halt der Fluch einer Innovationsgeneration.
     
    #9
    many--, 5 September 2008
  10. User 76250
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    Oversexed, but underfucked.
     
    #10
    User 76250, 5 September 2008
  11. BenNation
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    vergeben und glücklich
    Verzieh mir, wenn ich da etwas lachen muss^^

    Und heute: Der Familienkurs zum Thema "Gesunder Umgang mit Pornographie" - Kapitel 1: "So wichst man richtig!"


    Ich würde sagen, die Erfahrung WURDE schon gemacht. Vor 30 Jahren gab es auch schon Pornos (wenn auch schwerer zugänglich). Der Punkt ist: Das gehört nicht zu den Sachen, die man seinen Kindern mal so eben beibringt (siehe oben^^), sondern Sexualität an sich muss jeder selbst lernen und erfahren. Sicher, es gibt viele Tips im Umgang mit Verhütung und dergleichen, aber im Endeffekt sieht jeder Jugendliche irgendwann zum ersten mal einen Sexfilm - ohne grossartig darauf vorbereitet zu sein. Wie schwer fällt manchen Eltern schon die Antwort auf die Frage "Wo kommen eigentlich die Babies her?"
    Daheim ist man behütet und schmutzfrei - in der Werbelandschaft wird man überschwemmt. Daher stimmt die Aussage mit dem "damit umgehen" schon, nur, es ist an sich immer wieder dasselbe Problem. Nur das damals die Titten-Schwemme der Medien nicht ganz so gross war.
    Das Fazit wäre:
    Die Erfahrungen damit muss jeder erneut machen und von 0 anfangen, nur heute sind Kids oft überfordert, weil sie glauben, wesentlich schneller von 0 auf 100 kommen zu müssen.
     
    #11
    BenNation, 5 September 2008
  12. User 77547
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    Verheiratet
    Also ich glaube, der Vater des TS hat ansatzweise schon Recht. Heute wird mehr Sex in den Medien gezeigt, mehr darüber geredet, mehr "zur Schau gestellt" usw....und weniger "praktiziert".

    Insbesondere wenn ich mit Leuten rede, die NOCH etwas älter sind als ich und die dann von ihren Jugenderlebnissen berichten....wow, da bekommt man schon was zu hören.

    Ich gehöre ja zu der Generation, deren "sexuelles Erwachen" mitten in die Zeit gefallen ist, in der sich AIDS so rasant verbreitete. Das hat neben diesem medialen Overkill sicher auch zu einer gewissen "Verunsicherung" damals beigetragen. Die Generation vor mir war da noch total "unbeschwert".

    Uns hat das damals schon beschäftigt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es damals eine Sonderveranstaltung an der Schule gab, an der alle aus der Mittel- und Oberstufe in der Aula teilnehmen mussten, bei der Ärzte über AIDS informierten....puh das war "shocking". Die Wissenschaft war sich zu diesem Zeitpunkt ja selbst noch nicht ganz sicher, wie HIV übertragen wird und die anwesenden Ärzte haben halt ganz "wissenschaftlich" geantwortet.

    z.B. auf unsere Frage, ob AIDS auch durch Zungenküsse übertragen wird, haben sie damals gesagt: Es ist bisher kein Fall bekannt, bei dem AIDS nur durch Zugenküsse übertragen worden sei, ABER AUSSCHLIESSEN könne man das nach dem (damaligen) Stand der Wissenschaft nicht.......sehr ermutigend für 14-19 jährige SchülerInnen.

    In der Generation meiner älteren Schwester, war AIDS hingegen noch kein Thema....die haben durch die Weltgeschichte gevögelt...solange verhütet wurde, null Problem.

    Neben dieser Mediengeschichte scheint mir AIDS tatsächlich sowas wie eine Zäsur darzustellen.
     
    #12
    User 77547, 5 September 2008
  13. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    nicht angegeben
    Sehe ich auch so. Es entsteht allgemein bei den Jugendlichen der Zwang, möglichst viele und auch gute sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Oft ist das in der Realität ganz anders, es ist ja heute so, dass man, wenn man mit 16 noch keinen Sex hatte bzw. noch nicht den ganzen Kamasutra durch hat, als Aussenseiter dasteht. Ist auch so ne Art von Gruppenzwang. Wer da bei sexuellen Erfahrungen nicht mitreden kann, hat schon schlechte Karten. Hinzu kommen noch Versagensängste. Einmal da drin gefangen, zieht sich das noch über viele Jahre hin und man wird womöglich zum AB. Man sieht ja heute so viele - vor allem männliche Singles, die noch keine Erfahrungen haben und insbesondere Probleme beim Kennenlernen einer Partnerin hat, wenn diese gewisse Erfahrungen beim Mann schon voraussetzt.
    Klingt sicher etwas pauschalisiert und bin mir jetzt auch nicht sicher, ob da zu heute und früher ein gravierender Unterschied ist, aber der Eindruck kommt mir so rüber.
    Ausserdem erscheint mir, als sei der Sex so sehr in den Medien präsent, dass er total überbewertet wird und somit der eigentliche Zweck, nämlich die Liebe zueinander, in den Hintergrund gedrängt wird. Wenn ich mich so umschaue, scheint es heute üblich zu sein, dass man die Partner wie die Unterhose wechselt. Zu meiner Zeit vor 20-25 Jahren war das noch anders - es sei denn, ich hab es nicht mitbekommen. Jedenfalls wurde da nicht mit sexuellen Erfahrungen in der Clique rumgeprahlt.
     
    #13
    User 48403, 5 September 2008
  14. BenNation
    BenNation (33)
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    vergeben und glücklich
    Tja, nur der alltägliche Wahnsinn einer leistungsorientierten Gesellschaft... Wundern kann ich mich da über nichts.

    Vielleicht Zeit, selbst mal einen Gang runter zu schalten und einfach mal langsam zu machen...
     
    #14
    BenNation, 5 September 2008
  15. Klinchen
    Klinchen (33)
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    vergeben und glücklich
    Ich kann mir schon vorstellen das durch eine "Reizüberflutung" bei manchen das Liebensleben zurückgeht.
     
    #15
    Klinchen, 5 September 2008
  16. simon1986
    simon1986 (30)
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    Wir sehen mehr Sex als wir selber haben.

    Die Medien selber berichten darüber -> so zu sagen als Zweitverwertung der Mediensexualität.
    Und wenn dann künstlich sexualisierte Kinderpornografen erwischt werden, kommt für die Medien noch die Drittverwertung.

    Echter Sex verbunden mit Liebe (für mich gehört das zusammen, also nicht blosse Sexualgymnastik zu zweit) ist nicht mediengerecht, er kann nur erlebt werden. Und ohne Vorgaben und Standards.
     
    #16
    simon1986, 5 September 2008
  17. Ich denke schon, dass es stimmt.

    Aber das Problem liegt nicht bei den Medien, sondern bei den Leuten die zu unsicher sind.

    Nur weil die Messlatte hoch ist, heisst das nicht, dass man diese nicht erreichen kann oder einem diese egal ist.

    Solche Leute brauchen einfach mehr Sicherheit.

    Anscheinend schaffen es aber die wenigsten, sich diese selbst zu erarbeiten.
     
    #17
    Chosylämmchen, 5 September 2008
  18. User 70315
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    hm.. dass sich das geändert hat, kann ich mir gut vorstellen.

    man ist ja praktisch "übersättigt". und das thema "sex" hängt mir manchmal wirklcih zum halse raus, weil man heutzutage von menschen nicht mehr das Alter sondern nur noch die sexgewohnheit kennt.
    ->überspitzt gesagt.

    ich weiß auch nicht warum das motto "sex sells" sich überhaupt noch so gut hält.

    sex haben reicht heut vermutlcih nicht mehr, heut muss man sex leben.
     
    #18
    User 70315, 5 September 2008
  19. many--
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    Verheiratet
    Sehe ich nicht ganz so. Der Knackpunkt ist der: wir müssen sozusagen eine Gesellschaft herausbilden, in die Sexualität als etwas natürliches, akzeptiertes integriert ist. Wenn das geschafft ist, besteht auch kein oder nur verringerter Bedarf nach den Unmengen an Pornographie, die heutige Jugendliche so verunsichert.
    Momentan ist es einfach so, dass junge Menschen mit ihrer Sexualität und dem Konsum von Pornographie immer noch sehr alleine gelassen werden ("Jaja, ist ja ganz natürlich, dass der Junge sich da was anschaut und sich mal einen runterholt, aber da mach ich mal als weiser Vater schlau die Augen zu und lasse ihn machen."), weil es halt irgendwie "pfui" ist. Das war vielleicht vor 20 Jahren ok, aber heutzutage braucht es halt eben eine Art "Anleitung", um den ganzen Scheiß, der so umläuft, in den Griff zu bekommen.
    Aber diese Anleitung gibt halt niemand, weil niemand so selbstsicher im Umgang mit seiner Sexualität und Medien mit sexuellem Inhalt ist, dass er sagen kann: "Passt mal auf, Leute, jeder fickt und jeder wichst. Also lasst uns mal offen an die Sache rangehen und Pornographie aus der Schmuddelecke holen, auf dass sie die Aura von Unwirklichkeit verliert, die bewirkt, dass unsere Kinder unaufgeklärt an die heran gehen und sie am Ende noch für bare Münze nehmen."

    Also muss halt unsere Generation diejenige sein, die diese Einstellung entwickelt und an die nächste weitergibt.
     
    #19
    many--, 5 September 2008
  20. Schweinebacke
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    Moderator
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    nicht angegeben
    Naja, es mag vielleicht eine kurze Zeit gegeben haben, auf die dieses "weniger Medien -> mehr Sex" zutrifft (80er), aber wenn man weiter zurück schaut, sieht es ganz düster aus, da hat sich dann anstatt der Medien Kirche und Staat mehr oder weniger offensichtlich in das Sexleben der Menschen gedrängt bzw. durch diese war es kaum vorhanden.
    Spass für die Frau beim Sex war für viele ein Fremdwort, bei Vielen bestand der Sex wirklich nur aus der guten alten Missionarsstellung, Vergewaltigung in der Ehe war ein Kavaliersdelikt, Homosexualität wurde totgeschwiegen oder verteufelt etc.
    Was wir heute vielleicht zuviel haben, gab es vor gar nicht allzu langer Zeit zuwenig. Man sollte auf jeden Fall die "gute alte Zeit" nicht allzu verklärt sehen, es war auch nicht alles Gold was glänzt, die DDR war auf eine Art viel freizügiger als heute, auf eine andere Art aber auch um Welten spießiger und kleinbürgerlicher.
    Früher wurde das Thema auch einfach ziemlich verschwiegen, von daher ist ein Vergleich mit heute kaum möglich.
     
    #20
    Schweinebacke, 5 September 2008

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