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Sie bringt ein behindertes Kind mit in die Beziehung!

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Knackfrosch, 1 September 2008.

  1. Knackfrosch
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Ich habe ein Problem. Ich habe bei meinem Beruf, ich fahre stundenweise für einen Busbetrieb Schulklassen zum Schwimmen und hole sie danach wieder ab, eine Sportlehrerin kennengelernt. Mit der Habe ich mich super verstanden und nun sind wir auch seit ungefähr vier Monaten Fest zusammen.

    Am Anfang habe ich mich gewundert, weil sie immer zu mir wollte und irgendwann habe ich gefragt, ob wir nicht Mal zu ihr wollen? Am Anfang hat sie immer Ausreden gegeben, jetzt sagt sie sie bereut es, aber sie wollte erstmal prüfen ob aus uns überhaupt was wird bevor sie mir von ihrer Tochter erzählt. Das fand ich schon komisch aber irgendwie kann ich es auch verstehen weil sie es nicht leicht hat.

    Die Tochter ist behindert und an den Rollstuhl "gefesselt" und ist mitten in der Pubertät und kommt mit ihrem Leben nicht klar. Sie war gerade drei Monate in der Psychatrie, weil sie so Schwierigkeiten hat mit der Mutter und eigentlich mit allen, auch mit gleich Altriegen.

    Für mich war das ein Schock, aber eigentlich nur, weil ich nicht wusste, wie ich mit ihr umgehen soll. Aber eigentlich muss ich mich gar nicht dadrum kümmern, das macht meine Freundin alles. Sie will es auch nicht anders, ich dürfte ihr nichts abnehmen, ich könnte ja was falsch machen. Da ist sie ganz eigen!

    Das Problem ist aber, ich sehe ja, was sie kann und was nicht. Also versuch ich ganz locker zu sein. Nur für meine Begriffe verarscht das Mädchen ihre Mutter ganz gewaltig. Wenn das nicht nach ihrer Nase geht, tickt die richtig aus. Die Mutter springt den ganzen Tag um sie Rum und Prinzessin auf der Erbse lässt sich bedienen. Immer wenn die Mutter Druck machen will, findet die Tochter einen Ausweg um gegenanzureden und alles läuft ins leere.

    Beispiel: Sie soll Hausaufgaben machen. Dann sagt die Tochter: Nein ich muss mich erstmal hinlegen mir tut der Rücken weh. Dann liegt sie auf dem Bett und hört mp3 und telefoniert mit Freundinnen und schreibt SMS und guckt fern. Und abends bringt die Mutter ihr noch das Essen ans Bett! Danach hat sie angeblich immernoch Schmerzen und geht in die Badewanne, danach will sie schlafen und die Mutter schreibt ihr eine Entschuldigung, dass sie ihre Hausaufgaben nicht machen konnte!

    Beispiel: Wir wollen uns treffen. Ich frage ob wir irgendwo Spazieren gehen. Dann muss die Tochter aber mitkommen, sie soll nicht alleine bleiben. Dann sagt die Tochter: Nein geht nicht, sie muss heute abend auf die Toilette! (Kein Scherz!) Es ist aber erst 14 Uhr. Dann sagt die Mutter: Stimmt dann können wir jetzt nicht los. Ich möchte das verstehen und Frage genauer bei der Mutter, sie will es nicht erklären, weil Das ist zu intim. Dann frage ich, ob wir nicht nach dem "Klotermin" einen Abendspaziergang machen können. Ja. Ich freue mich. Dann sitzt die Tochter Stunden vor dem PC (dann hätten wir auch Spazieren gehen können) und wird von der Mutter 5 Mal erinnert, dass sie doch auf Klo wollte und dann kommt sie abends an und es ist "zu spät". Und sie muss gebadet werden und die ganze Wohnung stinkt und in der Wanne dauert es dann auch noch Mal und dann kommt sie nicht alleine wieder raus und wird noch eingecremt etc. Dann ist es 22 Uhr und wir gehen nicht mehr spazieren. Sie soll gerne ihre Betreuung kriegen!!! Aber sie geht auch alleine mit Freundinnen ins Freibad und badet dort und zwar ohne die Mutter. Nur mal so eine kleine Anmerkung, das darf ich aber nicht laut sagen, dann gibt es Streit.

    Beispiel: Die Tochter hat einen Freund. Der ist zwei Jahre älter (16) und auch behindert. Die Tochter ist eigentlich klar im Kopf, aber der Freund ist eben sehr primitiv und steht auf Playboy. Hat Playboyaufkleber auf seinem Rollstuhl und eine Playboy-Halskette und macht auf Macho. Den liebt sie über alles Freund hier, Freund da. Ich habe das Gefühl Er will nur F***en. Sie sieht auch wie 16 aus, nicht wie 14. Sie ziehen zusammen los, er kauft Bier und gibt es ihr ab zum Trinken. Er wird beim Rauchen erwischt und von der Polizei gefilzt und dann sagt sie: Sie hat die Zigaretten bei sich unterm Hintern versteckt und die Polizei hat sich nicht getraut sie zu fragen ob sie mal aufstehen kann aus dem Rollstuhl zur Durchsuchung. Und dann prahlt sie damit sodass es Unerträglich ist Und die Mutter duldet das und sagt hinterher Wir waren auch mal jung. Wenigstens raucht die Tochter nicht selber. Sie sagt das ist gesundheits Schädlich und sie will Leistungssport machen wenn sie älter ist.

    Die Tochter bestimmt das ganze Leben und es gibt keine möglichkeit da mal ein bißchen was selbst zu machen. In den ersten Wochen hat sie immer jemanden gefragt als ich noch nicht von der Tochter wusste aber sie sagt jetzt Das ging am Anfang mal aber das Geht nicht auf Ewig.

    Weiß jemand Was ich dabei tun kann?
     
    #1
    Knackfrosch, 1 September 2008
  2. Hase2008
    Hase2008 (33)
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    vergeben und glücklich
    Extrem schwierige Situation. Kennst du Freundinnen/ Schwester ect von deiner Partnerin? Bekommen die das auch mit? Wie sehen die das?
    Hat von der Seite aus schon mal jemand versucht mit ihr zu reden?
    In wieweit hast du es selbst schon versucht? Und wie hat sie reagiert?
    Wenn die Tochter alleine ins Freibad kann, braucht sie ja scheinbar keine 24h Betreuung...
    Ja was kann man da machen? Eigentlich nur versuchen mit ihr darüber zu reden.. Und ihr deine Meinung dazu sagen..
    Oder wenns geht dabei Unterstützung holen von Verwandten/ Bekannten, die das selbst auch so sehen. Mal unabhängig davon, dass ihr euch so nciht so oft sehen könnt ect.. macht sie sich so total kaputt. Über Jahre eine so intensive Betreuung ist extrem anstrengend...
     
    #2
    Hase2008, 1 September 2008
  3. waschbär2
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    vergeben und glücklich
    Nichts.

    Denn die Frau hat keine behinderte Tochter, sondern einen kleinen Diktator, der die Mutter terrorisiert. Und vor lauter Schuldgefühle (was zwar falsch ist, aber sich nicht ändern lässt) stellt sie ihr Leben hinter dem ihrer Tochter an.

    Solange sie nicht erkennt, dass ein behinderter Mensch kein Anrecht darauf hat, das Leben eines Anderen zu zerstören, solange kannst du gar nichts machen.

    Behinderte sind auch nur Menschen. Und ab und zu darf man sie auch in den A**** treten. Man muss es manchmal auch (natürlich im Rahmen der Gegebenheiten).

    Aber das muss diese Frau erst einmal verstehen. Das ist die erste Stufe. Die zweite Stufe (das Umsetzen) wird viel schwieriger ...

    Sage ihr das mal so ...

    Viel Glück !!!
     
    #3
    waschbär2, 1 September 2008
  4. User 83901
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    nicht angegeben
    Puh, das ist wirklich harter Stoff. Da einen Rat zu geben, ist entsprechend auch nicht so einfach.

    Zunächst einmal: meine Mutter arbeitet seit über 10 Jahren mit Behinderten, ich selbst habe leider auch eine leichte Körperbehinderung, und ich arbeite ehrenamtlich auch seit einigen Jahren immer mal wieder mit Behinderten.

    Da die Tochter deiner Freundin gerade in der Pubertät ist, zickt und biestert sie gewiss gerne herum und nutzt vielleicht ein bisschen ihre Behinderung aus, um häufiger mildere Umstände zu erfahren als "normale" Jugendliche.
    Fair ist das allerdings nicht, und wenn sie, wie du schreibst, einen Freund hat und mit Freundinnen allein ins Freibad geht, ist sie ganz bestimmt nicht so hilflos, wie man annehmen könnte. Natürlich hat sie Einschränkungen, natürlich braucht sie Betreuung, aber sie muss dennoch eine angemessene Erziehung genießen (können).

    Allerdings würde ich mich an deiner Stelle nicht direkt an sie wenden, sprich doch lieber mal ganz in Ruhe mit deiner Freundin. Versuche dich nicht einzumischen oder ihr hereinzureden, aber mache ihr bewusst, dass sie selbst (und du durch die Beziehung ja auch) auch noch ein Leben hat.

    Hat denn die Tochter explizit etwas gegen dich? Vielleicht befürchtet sie auch, sie könnte zu kurz kommen, dadurch dass du mehr Zeit mit ihrer Mutter verbringen möchtest.

    Das ist wirklich sehr schwierig, vielleicht wäre da auch psychologische Hilfe angebracht, aber zumindest solltest du mit deiner Freundin sprechen.
     
    #4
    User 83901, 1 September 2008
  5. Knackfrosch
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Ich habe einfach verdammt Muffe weil ich nicht weiß was gespielt ist und was nicht. Ich will der Tochter kein unrecht antun. Ich kann es absolut nicht beurteilen was gespielt ist und was sie wirklich nicht kann Oder ob überhaupt was gespielt ist.

    Sie war eine Woche auf einer Freizeit. Das hat ihr super gefallen der Freund war auch mit. Ich frage sie was ihr am besten gefallen hat? BOA. Ich so Was ist denn BOA? Bedürfnis Orientierte Anwendung. HÄH?! Ja. Und was heißt das? Jeder macht was er will und der Betreuer kriegt dafür bezahlt. Die sind wirklich und wahrhaftig mit 8 Jugendlichen und 5 Betreuern zur Freizeit, jeder Betreuer verdient 1000 Euro und muss alles machen was die Kinder wollen. Der Tochter hat es gefallen WEIL: Die mussten ja alles machen was wir von ihnen wollten denn die wurden ja da für bezahlt.

    Die können eigentlich alles alleine weil wenn der Freund da ist dann ist sie den ganzen Tag mit dem weg und braucht Niemand. Sie geht sogar bei ihrem Freund alleine aufs Klo aber zu Hause muss Mama ihr helfen. Das geht sogar so weit dass die Tochter nach der Schule mit der S-Bahn zum Bahnhof fährt, Mama dort hin kommt und mit ihr aufs Klo geht und Mama dann wieder nach Hause fährt und die Tochter weiter zum sport oder zu Freunden.

    Aber warum ist meine Partnerin da so Blind? Hat es nicht doch manchmal einen Ernsten Hintergrund den man auf den Ersten Blick nicht sieht? Kann man das aus schließen!
     
    #5
    Knackfrosch, 1 September 2008
  6. Evelina
    Evelina (30)
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    nicht angegeben
    klingt für mich aus der ferne so als hätte die tochter angst, dass die mutti sich nicht nur noch ausschließlich um sie kümmert, sondern nun auch mal an sich denken und sich um ihren freund kümmern könnte....sie ist die 100%ige selbstaufgabe und 24h betreuung ihrer mutter gewohnt und möchte diese vermutlich nur ungern aufgeben. da kommst du ihr gerade nicht so gelegen...
    an deiner stelle würde ich mal einen schritt auf die junge dame zugehen und mich mit ihr anfreunden. nimmst du ihr "den wind aus den segeln" und gewinnst ihr vertrauen, wird sie vielleicht sehen, dass du ihr die mutter ganz sicher nicht wegnehmen willst und ihre mutter auch ein anrecht auf ein eigenes leben hat.
    ich will der tochter kein unrecht tun, aber so hört sich das zumindest deinem post nach an.
    ach ja: du brauchst die tochter nicht mit samthandschuhen anpacken. dass du ihr verständnis entgegenbringst ist ja selbstverständlich, aber sie ist ne normale person wie jeder andere auch....sie sitzt doch nur im rollstuhl, also übertriebene rücksichtnahme ist fehl am platz...ich würd mal ganz vernünftig mit ihr reden,.
     
    #6
    Evelina, 1 September 2008
  7. User 83901
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    nicht angegeben
    Genau das. Sie steht sicherlich auch gern im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, weil sie es so gewohnt ist.

    Nur dass du vielleicht erst noch einmal vernünftig mit deiner Partnerin reden solltest, ehe du versuchst dich der Tochter anzunähern.

    Und diese Freizeit... also dazu fällt mir nichts mehr ein. Sowas ist wirklich ungeheuerlich. :ratlos:
     
    #7
    User 83901, 1 September 2008
  8. User 44981
    User 44981 (29)
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    Single
    Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen, dass es ziemlich schlecht ist, wenn sich die Mutter von ihrer behinderten Tochter rumkommandieren lässt und ihr bei allem hilft, obwohl sie es auch problemlos selbst könnte.

    In meinem Umfeld gibt es auch eine behinderte Person. Sie wurde immer von den Eltern verhätschelt, bedient und wird bis heute als das kleine, unselbstständige Kind angesehen (sie ist inzwischen über 40 Jahre alt!). Und ich bin mir 100%ig sicher, dass sie ohne diese zu intensive Betreuung durch die Eltern deutlich selbstständiger wäre, als sie es ist.
    Sie müsste wohl kaum in einer Wohneinrichtung wohnen, in der tagsüber immer Betreuer anwesend sind, sondern könnte gut in einer betreuten WG, o.ä. leben, wenn sie denn mal gelernt hätte, selbstständig zu leben.
    Zwar ist dieser Fall nicht direkt mit deinem Fall vergleichbar (völlig andere und nicht nur körperliche Behinderung), aber trotzdem sehe ich auch hier die Gefahr, dass die Tochter später nicht so selbstständig leben kann, wie sie es bei einer passenden Erziehung könnte. - Und nicht zu vergessen die deutlich geringere Belastung der Mutter.
    Allerdings müssen das die Eltern selbst einsehen (oder in diesem Fall die Mutter) - Mehr als darauf hinweisen kannst du sie wohl kaum.
     
    #8
    User 44981, 2 September 2008
  9. Dandelion
    Gast
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    ich war ne ganze weile in der pflege tätig und hab gelernt, dass leute manchmal die komischsten angewohnheiten und ängste haben. vielleicht traut sie sich in ungewohnter umgebung nicht alleine auf toilette zu gehen. nicht alles muss reine eigensucht sein :zwinker:
    aber vieles klingt ziemlich danach.
    wenn die tochter mit ihrem freund unterwegs ist, sprich den ganzen tag beschäftigt, dann hätte ihre mutter immerhin zeit was zu unternehmen ..... aber ne dauerhafte lösung wäre das nicht.
    wenn du schüler zum schwimmen fährst, vielleicht kannst du dich ja auch mal mit dem einen oder anderen lehrer unterhalten. lehrer sind ja untereinander auch befreundet und du würdest so jemanden finden, der ihr vielleicht mal ein wenig ins gewissen reden könnte.
     
    #9
    Dandelion, 2 September 2008
  10. User 82687
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    vergeben und glücklich
    Hi,

    also ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht mit Klassenkameradinnen.
    De eine saß im Rollstuhl und die andere war mit ihr gut befreundet und hatte selbst Rheuma. Die im rollstuhl wurde genauso wie du beschreibst von der Mutter verhätschelt. Die Mutter hatte keine eigenes Leben mehr, sie ist ihr nachgefahren, hat alles für sie getan. Was ich da gehört habe ich hab gedacht ich spinne. So ab der 10. wollte keiner aus der klasse der mit dem Rollstuhl mehr helfen, da sie sich nie! bedankte und selber nichts machte aber von den Lehrern wegen ihrer Behinderung trotzdem gute noten bekam.
    Die mit dem Rheuma die es bis dato immer gemacht hat hatte selber starke probleme und konnte auch nicht mehr soviel machen. Also übernahm ich den job, ich schrieb ihr die tafelabschriebe mit ab, furh sie überall rum, half ihr bei den Hausaufgaben. Ich hörte nicht einmal ein Danke, eher wurd ich noch angemotzt weil es nicht so war wie sie es sich vorstellte. Irgendwann wurde es mir auch zu blöd und ich sagte, sie solle doch mal was alleine machen, so unselbständig wie sie tut war sie nämlich gar nicht, wenn man sie mal richtig beobachtet hat. Sie konnte nämlich selber gut schreibe und konnte selber durchs schulhaus fahren, nur war sie zu faul. sie hätte sogar mit einem wagen selber gehen können! Aber auch dazu war sie einfach zu faul und wollte bedient werden.

    Ihre beste Freundin, die mit dem Rheuma griff mich aber ständig wenn ich mit dem Thema ankam an. Sie könne das nicht und ich würde nicht verstehen wie es ist im Rollstuhl zu sein, sie bräuchte die Hilfe.. Da half, genauso wie bei deiner Freundin alles reden rein gar nichts. Sie muss die Erkenntnis selber haben. Da hilft alles reden nichts, wenn sie es nicht von selbst einsieht.
    Auch die Mutter wollte es nicht einsehen. Aber ich finde du solltest sie so behandeln wie jeden anderen auch, denn so wird sie niemals ein eigenes leben führen können und niemals die realität sehen. Das Mädel war dermaßen realitätsfremd, durch die leute die sie so verhätschelt haben, sie hat zwar so alleine gar nichts auf die reihe bekommen, meinte aber sie könne den Führerschein machen (hat sie im endeffkt nie gemacht, NACHDEM ihre eltern für keine ahnung wieviel geld ein Auto für sie umbauen haben lassen). Und ein großteil der unselbständigkeit war definitiv gespielt!

    Aber sowas müssen die leute leider selber einsehen, dass es für ihre kinder nicht gut ist so verhätschelt zu werden. Ich habe auch menschen im rollstuhl mit schwererer Behinderung gesehen/kennengelernt, die versucht haben so gut es geht alleine zurecht zu kommen. Klar brauchen sie Betreuung und Hilfe, aber alles nach Maßen.

    Ich hoffe sie sieht es irgendwann ein, das mädel mit dem Rheuma hat ca. 7 jahre dafür gebraucht, danach haben wir uns sehr gut verstanden.

    Ich wünsch dir jedenfalls alles gute.
     
    #10
    User 82687, 2 September 2008
  11. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    nicht angegeben
    Schwierige Sachlage, in der Du Dich befindest. Es scheint da wohl beide Extreme zu geben bei Behinderten: Die, die so gut wie möglich selbstständig ihr Leben führen wollen bzw. sich in die Gesellschaft integrieren, andere machen gar keine Anstrengung, um in irgendeiner Weise selbstständig zu werden. In diesem Fall gehört die Tochter Deiner Freundin zur letzteren Spezie.
    Im Grunde kannst Du gar nichts machen, denn sie ist nicht Deine Tochter. Wenn ihre Mutter sich selbst aufgibt und sich nur von ihr diktieren lässt, ist es ihre Sache. Ob sie irgendwann die Augen öffnet und einsieht, dass sie auch ein Recht auf ihr eigenes Leben, sei mal dahingestellt.
    Im Übrigen solltest Du Dich mal mit dem Gedanken auseinandersetzen, ob Eure Beziehung unter diesen Umständen lange Bestand hat. Das hat nix damit zu tun, dass es zw. Dir und ihrer Mutter Probleme gibt, sondern eher damit, ob Du diesen Zustand noch länger mit ansehen kannst. Ausserdem werdet Ihr beide sehr in Eurer Freizeit und Unternehmungen eingeschränkt, wenn ihre Tochter stets im Mittelpunkt stehen will.
    Aber Du könntest mal ihre Mutter vorsichtig darauf ansprechen, auch wenn da wahrscheinlich nix dabei rauskommt.
    Ich wünsch Dir viel Kraft!
     
    #11
    User 48403, 2 September 2008
  12. User 20579
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    Verheiratet
    Genau deshalb solltest du sehr sehr vorsichtig sein, was du sagst.

    Im Bezug auf ihren Freund würde ich mir jeden Kommentar sparen, das geht dich nämlich eigentlich nichts an.

    Was dich was angeht, ist jedenfalls, was mit deiner Partnerin passiert. Und ich denke, da wäre ein ruhiges Gespräch mal angebracht, ohne die Tochter in der Nähe (hinterher bekommt sie was mit und dann bist du für immer der Buhmann).

    Ich würde in so einem Gespräch viele Ich-Sätze benutzen, und vielleicht auch Sätze damit einleiten "Ich kenne mich damit zwar nicht aus, aber mich wundert doch dass deine Tochter bei ihrem Freund alleine zur Toilette kann und hier deine Hilfe braucht" Du kannst ja auch fragen, ob es unterschiedliche "Tage" und "Phasen" gibt, vielleicht ist die Tochter mal hilfebedürftiger und mal nicht? Das sind alles Dinge, die du erstmal klären musst.

    Persönliche Dinge wie "Deine Tochter ist ein Dikator / egoistisch etc" würde ich da komplett rauslassen.

    Es ist für eine Frau mit behindertem Kind so schon schwer genug - wo ist der Vater, kümmert der sich? - weil im Zweifel alles an ihr hängen bleibt. Ich kann mir vorstellen, sie hätte auch gerne schöne Dates und würde die Kennenlernphase auch gerne richtig genießen, ohne sich den kompletten Tag um Toilettengänge zu kümmern und ein schlechtes Gewissen zu haben, weil sie vielleicht meint, ihre Tochter zu vernachlässigen!

    Das ist für alle eine extrem schwierige Situation. Umso wichtiger, dass du zu der Tochter immer nett bist und deine Freundin da unterstützt - auch wenn es schwer ist. Du musst dir natürlich auch überlegen, ob du damit auf Dauer klarkommst, deine Freundin zu teilen. Im Zweifel ist ihr Tochter immer ihr Kind und hat ältere Rechte. Das ist eine Gradwanderung, um die ich niemanden beneide.

    Also ich würde das Gespräch mit ähnlichen Formulierungen, wie ich sie oben schrieb, suchen.

    Vielleicht sieht deine Freundin auch schon, dass was falsch läuft und braucht ein bisschen Unterstützung bei der Umsetzung. Man tut den Kindern, egal wie schwer sie es haben, keinen Gefallen damit, indem man sie NUR verhätschelt.

    Indem sie aber ein behindertes Kind alleine großzieht, muss sie alle moralischen und erzieherischen Konflikte alleine lösen - vielleicht könnte man auch darüber nachdenken, Hilfe von außerhalb zu holen, die sie ein bisschen unterstützt, die da mal "von außen" reinschaut und Tipps bei der Betreuung geben kann.

    Soviel zu meinen Ideen :zwinker:
     
    #12
    User 20579, 2 September 2008
  13. Knackfrosch
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Da sind viele gute Ideen dazwischen und so wie es aussieht ist die Tochter nicht einmalig sondern es gibt sowas öfters. Ich will mich in die Erziehung nicht wirklich einmischen. Aber mich nervt es, wenn meiner Partnerin (und mir auch!) das Einzige was wir am Tag uns mal vornehmen kaputt gemacht wird.

    Wenn das was wichtiges ist was dazwischen kommt dann bin ich Der Letzte der sich nicht hinten anstellt. Ich kann mich gut zurück nehmen Aber wenn ich mitkriege, dass das darum geht wer stärker ist und wer hier die Macht hat dann finde ich das Ungeheuerlich.

    Da sind so viele Ungeheuerliche geschichten dabei ich verstehe nicht wieso die Mutter das alles so mit sich machen lässt.

    Das ist das Problem. Wenn ich jetzt sag Wieso geht sie nicht alleine auf Klo wie beim Freund und da ist was was ich nicht weiß oder beim Freund hilft die andere Mutter auch (was ich nicht weiß, aber mir auch nicht vorstellen kann) und im Schwimmbad helfen ihr die Mitschüler (was ich auch nicht weiß, aber mir auch nicht vorstellen kann), dann habe ich ein für alle mal verspielt. Ich will ihr aber auch nicht nachspionieren.

    Meint ihr ich soll sie einfach mal ganz strunzdumm fragen wer ihr im Schwimmbad hilft wenn Mama nicht da ist? Oder könnte die frage unverschämt sein?

    PS: Der richtige Vater ist auf nimmer Wiedersehn verschwunden. und hat auch keinen Kontakt zum Kind.
     
    #13
    Knackfrosch, 2 September 2008
  14. User 18780
    User 18780 (33)
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    Verheiratet
    Schwierige Situation.
    Das meiste wurde schon gesagt, das ich hätte sagen können.

    Was ich noch hinzufügen will:
    Bisher scheinst du mir aus rücksicht auf die Behinderung der Tochter und die Situation deiner Freundin ein klärendes Gespräch noch nicht geführt zu haben.
    Ich denke aber, dass du trotz aller umstände ein recht darauf hast, bedürfnisse zu haben. Und ebenso ein recht diese zumindest in einem gewissen umfang einzufordern.
    Deshalb würde ich dir raten mit deiner freundin darüber zu sprechen und ihr zu sagen, wie du die situation siehst und dass du darunter leidest.

    Es ist auch wichtig, dass sie das weiß. Vielleicht ist ihr das nicht so sehr bewusst. Schließlich scheint sie nichtmal zeit zu haben richtig über euch nachzudenken.

    Du kannst ja ein behutsames Gespräch führen. Nicht "voll drauf", sondern auch verständniss für ihre situation zeigen und vorschläge machen wie man etwas verändern könnte.

    Ich wünsch dir viel kraft
     
    #14
    User 18780, 2 September 2008
  15. User 20579
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    Ja, genau. Aber nicht so fragen, dass die Augen funkeln oder die Mundwinkel zucken :zwinker: Man muss sich schon clever doof stellen können.

    Vielleicht in dem man fragt "Du, ich hab jetzt aber nicht verstanden, wie sie zurecht kommt, wenn sie unterwegs ist? Helfen ihr da die anderen?" oder so.

    Ich finde das bewundernswert, wie du versuchst, damit klarzukommen. Viele wären vielleicht gleich abgehauen, genau wie der Vater. Als Frau steht man eben im Zweifel mit dem behinderten Kind alleine da - und sie hat ja dann keinen Ausgleich, der ihr mal hilft, der vielleicht dort einschreitet, wo das Kind zu weit geht - wäre sie gleich mit dem Vater da gewesen, hätte man die Erziehung besser aufteilen können und dann wären bestimmte Dinge vielleicht gar nicht erst eingerissen.

    Es kann ja auch sein, dass sie ein schlechtes Gewissen dem Kind gegenüber hat ("Sie hat es ja so schwer" "Durch die neue Beziehung habe ich noch weniger Zeit" "Ich kann ihr alleinerziehend eh nicht genug bieten" etc.) und ihm deshalb erst recht alles nachträgt.

    Da könntest du sie natürlich auch noch ein bisschen aufbauen, indem du sie z.B. bewunderst, wie toll sie das alles macht und wieviel Zeit sie ihrem Kind schenkt, dass andere Kinder sowas heutzutage ja nicht haben und ihre Tochter sich freuen kann - aber auch eben darauf bestehen, dass man gemeinsame Termine dann auch einhält.
     
    #15
    User 20579, 2 September 2008
  16. Patrima
    Gast
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    wie ja viele andre schon gesagt haben, ist das sicher eine schwierige situatione für dich, ohne frage.

    ich würde dir raten, dich in die mutter-tochter-beziehung nicht einzumischen. das einzige, was du erreichen würdest, ist, dass eure beziehung schaden nimmt.

    warte ab, ob deine freundin dich mal mit einbeziehen möchte, von selber, ansonsten versuch zu akzeptieren, dass sie das jetzt eben (noch) nicht möchte und die dinge auch so handzuhaben!

    alles gute
    patrima
     
    #16
    Patrima, 3 September 2008
  17. Evelina
    Evelina (30)
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    nicht angegeben
    NEIN! das sehe ich ganz klar anders!!! er MUSS mit ihr reden, sonst wird sich gar nichts ändern. ich glaube evt merkt die freundin gar nicht, dass ihre völlige selbstaufgabe nicht richtig ist (also falls es wirklich so ist...).
    wenn der TS nicht jetzt das gespräch sucht, wird die beziehung 100%ig den bach runtergehen. und er soll seiner freundin ja gar keine vorwürfe machen, sondern sich erstmal ein klares bild von der situation und ihrer perspektive machen, die sachen hinterfragen, kompromisse finden:smile:
    am ende soll ja keiner benachteiligt werden und alle glücklich mit der situation werden (und ich glaube, dass diese beziehugn für die mutter eine echt chance sein könnte....) das könnte allerdings nur funktionieren wenn alle miteinander KOMMUNIZIEREN:smile:
     
    #17
    Evelina, 3 September 2008
  18. Knackfrosch
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Angeknüpft an dieses Problem habe ich mich heute mit der (behinderten) Tochter meiner Partnerin unterhalten, während meine Partnerin für einige Stunden nicht da war, weil sie etwas erledigen musste.

    Das Gespräch war zum Teil äußerst erfolgreich, denn sie sagte: Es ist mir nicht bewusst, dass ich euch mit meiner Behinderung einschränke. Ich werde mich besser zurückhalten und meine Mutter nicht mehr um Dinge bitten, die ich mit etwas Mühe auch alleine hinbekomme. Mit Hilfe der Mutter brauche ich für den Transfer vom Rollstuhl in die Badewanne 2 Minuten, ohne 10. Aber für die acht Minuten müsst ihr künftig nicht mehr auf euren Spaziergang verzichten.

    Aber in einer Sache hat sie überhaupt nicht zugelassen, dass irgendjemand (ich) einen Kommentar abgibt: Sie sagt, was für sie gut und schlecht ist, bestimmt sie ganz alleine. Wenn sie meint, wegen Rückenschmerzen den ganzen Nachmittag im Bett liegen zu müssen und Fernsehen gucken zu müssen, dann duldet sie keine Widerrede. (Das hat sie wörtlich so gesagt!) Sonst könnten wir ja gerne mal tauschen und ich habe die Schmerzen und sie gibt gute Tipps.

    Das war noch nicht alles, sie legte noch nach (wörtlich!): "Wenn ich Sonntagmorgen um 7 keinen Bock habe auf die Toilette zu gehen und um 8 ist das Bett nass, dann ist das ganz alleine mein Problem und nicht deins." Ich habe dann gesagt: Aber deine Mutter bezieht das Bett neu und bringt dich hinterher in die Badewanne. Dann sagt sie: "Wenn sie das nicht mehr möchte, soll sie das sagen, dann beantrage ich einen Pflegedienst bei der Krankenkasse."

    Das Mädel ist gerade mal in der Pubertät. Was sagt man zu einer so aus- und unverschämten Einstellung? Mir fehlen nur noch die Worte.
     
    #18
    Knackfrosch, 11 September 2008
  19. User 32843
    User 32843 (29)
    Meistens hier zu finden
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    220
    nicht angegeben
    Das hier verstehe ich. Wirklich. Ich habe eine Hautkrankheit, es gibt viele Leute die mir Tipps geben, wie "wasch deine Haare öfter", etc.pp. Da muss ich dann aber auch sagen, dass ich schlicht und einfach besser weiss was mir gut tut und was die Krankheit stärker werden lässt und was dagegen hilft. Ich denke, da könnte sie wirklich Recht haben. Nicht alles was sie sagt ist unverschämt und pubertäres Gelabere.

    Dass sie allerdings ihre Mutter die Arbeit machen lässt, weil sie zu faul ist um aufs Klo zu gehen ist wirklich ziemlich unverschämt, aber da hat wohl auch ihre Mutter einen Anteil daran.

    Wenn ich du wäre, würde ich mich jetzt erst einmal darüber freuen, dass sie zum grossen Teil so einsichtig war und jetzt bereit ist auch Rücksicht zu nehmen. Das ist doch ein grosser Schritt, freu dich drüber, anstatt gleich schon wieder die nächsten Fehler zu suchen, das ist sowohl für dich wie auch für sie schlecht. Wenn du gleich wieder an ihr herummäkelst wird sie sich nämlich über kurz oder lang gar nicht mehr kompromissbereit zeigen. Bedanke dich besser dann einmal bei ihr, wenn sie wirklich alleine badet und Dinge selbstständig erledigt, so dass ihr Zeit für euch habt.
     
    #19
    User 32843, 11 September 2008
  20. User 50283
    Sehr bekannt hier
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    441
    nicht angegeben
    Ehrlich gesagt finde ich das nicht so unglaublich unverschämt sondern verständlich, dass sie sich trotz Behinderung soviel Autonomie wie möglich bewahren möchte (und sicherlich auch durch die Einschränkungen Vorteile für sich erwirken), das möchte doch jede 14-jährige. ;-)
    Außerdem verstehe ich nicht, wieso DU etwas von ihr forderst, obwohl das doch eigentlich die Aufgabe der Mutter ist.

    Dein Beitrag wirkt auf mich hart, wenn du dich ihr gegenüber genauso verhältst überrascht es mich nicht sonderlich, dass sie dir mit Ablehnung und vermutlich einem Teil Provokation (du kannst mir gar nix) begegnet.

    An deiner Stelle würde ich ihre Meinung ernst nehmen und mich, wenn überhaupt, nur im Beisein der Mutter über irgendwelche Erziehungsvorstellungen unterhalten.
    Behinderung (Einschränkung), Pubertät, nicht leiblicher Vater... schwierig.

    Was man dazu sagen soll? Lass sie, warte auf eine ruhige Minute und bring ihr erstmal Verständnis entgegen, auch wenn ihr Verhalten für dich unverständlich ist. Fronten aufzubauen ist für keinen von euch hilfreich.
    Ihr jetzt Druck zu geben, halte ich für kontraproduktiv und falsch. Respektiere, dass sie über sich selbst bestimmen möchte (mehr, als du es ihr zugestehen würdest und vermutlch ebenfalls mehr, als es der Mutter passt) und unterhalte dich nicht so von oben herab mit ihr, wie du hier über sie schreibst.
     
    #20
    User 50283, 11 September 2008

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