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Sie verweigert Psychologen

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von no-name, 29 Juni 2008.

  1. no-name
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hey
    Ich finds toll das es über das Internet eine Möglichkeit wie diese gibt sich irgendwie Beistand zu besorgen.
    Naja...ich fang einfach mal an.
    Meine Freundin ist ein einziges Problem. Klingt sehr gemein, ich weiß. Sie ist allerdings nicht "mein" Problem, sondern sie ist ihr eigenes.
    Sie hat über die Jahre hinweg viel durch ihre Familie erlebt was nicht hätte unbedingt sein müssen; sie hat Bulimie, was sie aber relativ gut im Griff hat. Sie hat seit 1 Jahr nicht mehr erbrochen (meint sie). Nur der dauernde Heißhunger und die Attacken...
    Zusätzlich hat sie Multiple Sklero se; habe sie zu einer Zeit kennengelernt wo sie etwas Probleme mit ihrem Fuß hatte. Wie es bei ihr in 10-20 Jahren aussieht weiß keiner.
    Und im Alter von 16 war sie schwanger; ich glaube das ist eins ihrer größten Sorgen. DAmals war sie sich bewusst nicht aufkommen zu können da sie noch jung war. Sie hat abgetrieben und ist sehr oft in Gedanken bei ihrem Kind...sie verkraftet es nur wenig; zeigt aber nach aussen hin oft die Starke.
    Da ich selber ein Typ Mensch bin der sich wahnsinnig viele Gedanken macht, ist so ein Fall in meiner Partnerschaft auch für mich sehr schwer. Ich denke ihr sehr viel Halt geben zu können; ich versuch´ sie aufzubauen und ich meine es gelingt mir auch stück für stück.
    Allerdings bin ich der Meinung das sie sich professionelle Hilfe suchen sollte...ich habe es auch schon mal angesprochen aber da blockt sie ab. Sie meint sie kennt ihre Probleme und das würde nichts bringen (sagen Leute, die so etwas nötig haben, immer). Ihr würde es auch unglaublich schwer fallen dem Psychologen, einem fremden Menschen, ihre Probleme zu erzählen. Dadurch entständen mit Sicherheit Emotionen...das will sie nicht.
    Ich als ihr Freund will ihr helfen; aber was kann ich tun? Sie ist mittlerweile 24. Keine leichte Situation für mich; ich kann sie ja nicht zwingen.
    So viel erhoff´ ich mir auch nicht davon das ich es hier reinschreib´. Aber wenn es unter euch nur einen gibt der so etwas ähnliches mal erlebt hat und es nachvollziehen kann, dann ist mir schon geholfen. Allerdings geht es hier doch um sie und nicht um mich.
    Was kann ich tun? :geknickt:
     
    #1
    no-name, 29 Juni 2008
  2. black_despair
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Naja, wenn sie nicht will dann kannst du sie auch nicht zwingen.
    Es ist auch so, dass sie, solange sie selbst nicht findet, dass sie ernsthafte Probleme hat, die Therapie kaum anschlagen wird.
    Denn wenn man selbst nicht will, dann kann einem auch niemand helfen.

    Ich würde ihr vielleicht einfach nochmal verdeutlichen, dass sie dir wahnisinnig viel bedeutet und dich überfordert fühlst mit den Problemen. Dass du es gut fändest, ihr zu Liebe!
     
    #2
    black_despair, 29 Juni 2008
  3. User 70315
    User 70315 (28)
    Beiträge füllen Bücher
    3.571
    248
    1.122
    Verheiratet
    hallo!

    nun "zwingen" kannst du deine freundin zum psychologen tatsächlich nicht. aber ich kann dich super verstehen. habe etwas ähnliches acuh grad durch. meine freundin hat auch MS und auch psychisch einige probleme, die aber zum glück nicht so groß sind, als dass sie sie nicht mehr im griff hätte.

    lege deiner freundin dar, dass du dir sehr große sorgen um sie machst.du kannst ihr seelischen beistand bieten, aber du kannst keine fachmännische ausgebildete kraft ersetzen.
    versuche doch einen kompromiss zu finden: ich weiß nicht inwiefern das möglich ist(sollte es aber) dass sie mal ne art "schnupperkurs" in richtung psychologe unternimmt. eine woche, ein paar stunden, wenn irgendwie möglich.

    lg
     
    #3
    User 70315, 29 Juni 2008
  4. Fuchs
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    5.488
    398
    3.290
    Single
    Hallo!

    Das hört sich nach einer ziemlich schlimmen Geschichte an :-(
    Ich bin kein Psychologe und kenne auch nichts vergleichbares, kann hier also nur amateurhaft meine Meinung zum besten geben. Ich denke, um die ganze Situation zu bewältigen, verdrängt deine Freundin alles, was damit zu tun hat. Damit meine ich nicht, dass sie ihre Probleme ignoriert: sie ist sich ihrer Situation stark bewußt. Aber wie du (bzw. sie) es selbst sagst: sie will keine Emotionen hochkommen lassen, nicht zusammenbrechen, nicht die Kontrolle verlieren.

    Forderst du jetzt von ihr, sie solle sich professionelle Unterstützung besorgen, suggerierst du ihr, dass sie keine Kontrolle mehr über die Situation hat. Das ist aber das schlimmste für sie - deswegen schaltet sie automatisch auf stur.

    Je mehr du sie unter Druck setzt, umso stärker wird für sie die Angst, soetwas wirklich einmal zu machen.

    Ausweg? Nun - du hast nicht angedeutet, dass sie mit irgendwelchen Dingen nicht klar kommt. Psychisch zusammenbricht, launisch ist oder sonstige "krankhafte" Anzeichen zeigt. Vielleicht kommt sie besser klar, als du denkst?

    Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, und professionelle Hilfe ist wirklich nötig, dann würde ich an deiner Stelle selbst zum Psychologen gehen und ihn fragen, was du in dieser Situation tun sollst. Denn das ist wirklich ein schwieriges Problem. Selbst wenn sie die Einsicht gewinnt, dass ihr soetwas helfen könnte, muss sie noch immer "in gewisser Hinsicht" Kontrolle aufgeben - und das ist von einer Person in so einer Situation viel verlangt.

    Vielleicht kann man es erreichen, dass sie es nicht mehr so negativ behaftet sieht. Das sie erkennt, dass sie dort nicht hin soll um auf der Couch weinend zusammenzubrechen, sondern insgesamt in einer positiven Lebenseinstellung bestärkt werden soll. Aber dieses und ähnliches solltest du dir in so einem Forum nicht raten lassen (es sei denn, die ratende Person spricht aus Erfahrung, was ich nicht tue).

    Ich hoffe, ihr findet eine der Situation angemessene Lösung.
     
    #4
    Fuchs, 29 Juni 2008
  5. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher
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    1.627
    Verlobt
    Weißt du, ich selber war auch mal bei einem Psychologen, wegen verschiedener Problem (mag ich grad auch nicht drüber sprechen) und weil Freunde mir geraten hatten und so.

    Am Ende, nach drei Monaten, gab mir der Psycho-Heini den Rat "Sie sind viel stärker und gesünder, als sie glauben, sie kommen doch im Leben zurecht, können Ihre Arbeit machen und haben soziale Kontakte. Eine Psychoanalyse wäre eine Möglichkeit, Tieferliegendes aufzuarbeiten, aber so etwas ist gar nicht immer und unbedingt gut. Es ist ein sehr schmerzhafter Prozess, und so etwas sollte man nur machen, wenn der Leidensdruck entsprechend stark ist. Und damit erreichen Sie auch nicht, dass es Ihnen immer und permanent gut geht."

    Inzwischen habe ich bei mir akzeptiert, dass bei mir manchmal Angstattacken hochkommen, wenn ich mich von unbekannten oder stressigen Situationen überfordert fühle. Ich weiß, dass es an meiner Vergangenheit liegt, ich weiß, dass die Attacken irgendwann vorbeigehen werden, ich weiß, dass ich stark genug bin, sie auszuhalten und hinterher wieder weiter zu machen.

    Ich wollte noch eine Analyse machen, um wirklich alles aus der Vergangenheit aufzuarbeiten - aber der Therapeut hat mir gesagt, dass ich viel mehr als den Zustand, den ich jetzt habe, auch nicht erreichen werde. Eine komplette "Heilung" von allem "Bösen" gibt es nicht, schmerzliche Dinge hinterlassen Narben. Man kann lernen, zu erkennen, wo die eigentliche Ursache für psychische Schmerzen sind, damit man nicht irgendwelchen Menschen in der Gegenwart dafür Vorwürfe macht. Man kann lernen, die Vergangenheit zu akzeptieren und hinter sich zu lassen und sich mit dem zu beschäftigen, was ist.

    Du sagst, deine Freundin hat Bulimie und hat das im Moment halbwegs im Griff - mein Respekt für sie! Anscheinend ist ihr innerer Drang zum Leben doch sehr stark. Du sagst, deine Freundin denkt viel an das Kind, das sie abgetrieben hat - auch das ist ein Zeichen für psychische Gesundheit! Eine Abtreibung ist ein traumatischer Prozess. Wenn sie ihren Schmerz verleugnen würde und sich dieser dann Jahre später in völlig anderer Form Bahn brechen würde, würde eine Therapie ihr helfen können, zu erkennen, dass es in Wahrheit der Schmerz wegen der Abtreibung ist, der sie quält.

    So durchlebt sie diesen Trauerprozess jetzt bewusst. Traurigkeit ist eben auch ein Teil des Lebens. Nur, weil jemand nicht ständig der Spaßgesellschaft folgen und permanent "glücklich" sein will, ist er nicht psychisch krank. Im Gegenteil. Wenn sie auf schmerzhafte Erfahrungen so reagiert, dass sie trauert und darüber redet, ist das ein Zeichen dafür, dass sie psychisch gesund ist.

    ***

    Soweit zu ihr. Lieber TS, ich glaube, das Problem hier ist noch ein etwas anderes: Sie hat Probleme, die sie belasten, und sie erzählt dir davon. Das ist eine vergleichsweise gesunde Reaktion von ihr.

    Aber ich glaube, das belastet dich. Du machst hier einen Fehler vieler Männer: Du erfährst von einem Problem auf ihrer Seite und fühlst dich dafür verantwortlich, ihr zu helfen, dass es ihr besser geht. Und das kannst du nicht. Punkt. Musst du auch gar nicht.

    Du bist ein sensibler Mensch, du spürst, dass es ihr nicht gut geht. Das ehrt dich. Das zeigt mir, dass du wirklich ein wunderbarer Partner für sie bist. Daher gebe ich dir den Rat: Akzeptiere, dass es Dinge im Leben gibt, die einfach wehtun und wo man den Schmerz akzeptieren muss, wo es hilft, über den Schmerz zu reden. Daran ist nichts krankhaftes.

    Aber... DU bist auch wichtig! Genau, ganz richtig, DU!

    Denn du fühlst dich durch die Probleme deiner Freundin auch belastet. Du trägst die Last ihrer Probleme und die Last deiner Probleme ganz alleine. Du glaubst, du musst für sie stark sein und sie mit deinen Problemen verschonen - und zusätzlich glaubst du auch noch, du musst ihr helfen, ihre Probleme zu lösen, es ist deine "Verantwortung", sie glücklich zu machen.

    Aus psychologischer Sicht absolut nachvollziehbar, dein Verhalten. Und trotzdem ist ein Fehler darin, der deine Beziehung belastet und meine frühere Beziehung auch belastet hat. Denn du übernimmst hier die Verantwortung für euch beide und entbindest sie unbewusst von der Verantwortung für ihr Leben. Und so etwas ist Schwachsinn! Von ihr überhaupt nicht so gewollt!

    Und um dich selbst davor zu schützen (absolut richtiger Impuls von dir!) möchtest du diese Verantwortung nicht länger alleine tragen. Ist richtig so. Ist ja auch überhaupt nicht möglich, so was längere Zeit zu tun, und so was zerstört auch jede Partnerschaft.

    So. Dein Problem ist also, dass du dich so fühlst, als ob du für deine Freundin komplett verantwortlich bist, das belastet dich. Intuitiv spürst du, dass da in eurer Beziehung etwas nicht stimmt, intuitiv suchst du nach einer Lösung, nach einer Veränderung der Situation, nach einem Impuls von außen, der diese Veränderung bewirken kann und dir diese Verantwortung abnimmt. Du möchtest sie zu einem Psychologen schicken. Und wenn sie nicht will - nun, dann habt ihr ein neues Problem, was eigentlich viel einfacher ist!

    Sie davon zu überzeugen, doch hingehen zu müssen, ist viel einfacher, als weiter diese überflüssige Last der Verantwortung für ihr Leben zu tragen. Und im Grunde machst du damit intuitiv noch etwas richtig: Du gibst ihr die Verantwortung für ihr eigenes Leben zurück.

    ***

    Ich biete dir hier noch eine andere Lösung an, die vielleicht zuerst völlig paradox erscheint, aber zumindest den Vorteil hat, dass du ihr den Respekt als Mensch erweist, den du ihr intuitiv eigentlich erweisen möchtest. Und gleichzeitig wird diese Lösung dir auch noch helfen, in deiner Partnerschaft auch so etwas wie Geborgenheit zu empfinden.

    Du glaubst, so etwas ist völlig unmöglich?

    Nun, von außen sieht man die Dinge tatsächlich etwas anders.

    Meine Lösung sieht so aus: Zunächst wirst du für dich akzeptieren müssen, dass es manchmal einfach Dinge gibt, die deine Freundin belasten, und dass sie tatsächlich ein starker, belastbarer Mensch ist. Sie ist sogar stark genug, dir gegenüber ihre Schwäche zuzugeben, sie traut dir zu, auch stark zu sein und sie in den Arm nehmen und trösten zu können.

    Was jetzt kommt, ist sehr, sehr schwer: Du musst die gleiche Stärke besitzen. Du musst ihr auch von deinen Sorgen, Schwächen und Problemen erzählen. Du musst ihr zeigen, dass du auch bei ihr einen Anker und Unterstützung für deine Probleme finden willst - gerade, weil du (wie du geschrieben hast) ein sehr sensibler Mensch bist, der sich viele Dinge sehr zu Herzen nimmt.

    Es ist schwer für dich, möchte ich wetten. Du erlebst sie als zerbrechlich und empfindlich - wie kannst du ihr dann auch noch deine Probleme aufhalsen?

    Verrückterweise wirst du feststellen, dass sie in dem Moment, wo du ihre Hilfe brauchst, ihre Stärke, ihre Schulter zum Anlehnen - dass sie in dem Moment das ganze auch besitzt. Es hängt damit zusammen, wie Frauen untereinander agieren: "Ich erzähle dir von meiner Schwäche, damit sage ich dir, wie sehr ich dir vertraue. Und du erzählst mir von deiner und sagst mir damit, wie du mir vertraust. Und beiden geht es besser dadurch, dass wir nicht alleine sind. Wenn es nötig ist, werden wir auch nach Lösungen suchen - aber manche Dinge muss man einfach aushalten, es geht nicht anders, und da hilft es auch, einfach mal drüber zu reden."

    Ich könnte mir sogar vorstellen, dass deine Freundin sich etwas zurückgestoßen und in eine Kleinmädchenrolle gedrängt fühlt, wenn du ihr nie von deinen Problemen erzählst. Während du damit eher deine Liebe zeigen willst, indem du sie beschützt.

    ***

    So. Soweit mein vorläufiger Beitrag zu diesem Problem. Vielleicht würde es dir tatsächlich einfach mal gut tun, dich von deiner Freundin auffangen und trösten zu lassen? Und vielleicht würdest du dann tatsächlich erstaunt feststellen, dass sie trotz all ihrer Problemchen tatsächlich mit dem Leben zurecht kommt und glücklich ist, wenn sie all die Liebe, die du ihr schon geschenkt hast, in gleicher Münze zurückzahlen kann?

    Denn auch du brauchst manchmal jemanden, der dich einfach in den Arm nimmt und dir beisteht! Denn es geht nämlich hier und jetzt eben doch um dich!
     
    #5
    Shiny Flame, 29 Juni 2008

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