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Sie wollte sterben...

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von SaveMe, 21 Juni 2007.

  1. SaveMe
    Gast
    0
    Hallöchen....

    Weiß garnicht, wo ich anfangen soll...
    Bei uns wohnt seit etwa einem jahr eine ältere Frau (83), als sie hier eingezogen ist, war sie noch top fit, ist jeden tag spazieren gegangen, hat den garten gemacht etc...
    dann weihnachten hat man bei ihr herzrhytmusstörungen festgestellt und von da an ging es bergab...sie lag oft im krankenhaus, war geistig nicht mehr voll da, der berg an medikamenten setzte ihr extrem zu...

    In den letzten 2,3 wochen wurde sie dann eigenartig, hat gesagt, wie gerne sie hier wohnt, hat uns immer in den arm genommen etc...haben gedacht, sie ist eben froh, dass es ihr wieder einigermassen besser geht, will sich bedanken, dass sie immer zu uns kommen kann etc...

    Und dann heute morgen halb 4 kommt meine mum in mein zimmer und sagt, dass die frau versucht hat sich umzubringen...meine mutter war mitm drk unterwegs und als sie gegn halb 3 zu hause war, hat sie einen brief auf der treppe gefunden...einen abschiedsbrief....die frau lag in ihrer wohnung halb auf dem bett...hat tabletten geschluckt...

    Meine mutter meinte, überall in der wohnung lägen briefe, die miete für den nächsten monat, testament und geld für ihre beerdigung...war vorhin mal kurz mit meiner mutter da...war so schlimm...

    Überall die Briefe, geld, ihr schmuck...
    ich mach mir solche vorwürfe...die frau war/ist so einsam, hat sich so allein und überflüssig gefühlt, dass sie sterben wollte...meine mutter meinte vorhin zu mir, vielleichthätte sie keinen notarzt rufen sollen...

    ich weiß nicht, warum mich das so mitnimmt...wenn meine mutter nicht so spät nach hause gekommen wäre, wer weiß, was dann jetzt wäre...eine stunde später und die frau hätte nicht mehr gelebt...und ohne diesen brief-wann hätten wir es bemerkt ?!
    nach 2, 3 tagen?? wenn es anfängt, nach tod zu riechen ??
    ich darf garnicht dran denken...

    sie hatte das sicherlich schon länger geplant, alles war bereit gelegt, sämtliche urkunden, wie gesagt, das testament, das, was in ihrer trauerrede stehen soll...weiß nicht, warum mich das so mitnimmt, ich komm mir so dreckig vor...


    musste mir das von der seele schreiben...
    danke fürs lesen..
     
    #1
    SaveMe, 21 Juni 2007
  2. kleiner Eisbär
    Verbringt hier viel Zeit
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    103
    5
    Verliebt
    Oje des is ja echt schlimm!!!
    Kann verstehen dass es dich so mitnimmt denn schließlich wohnst du ja schon eine Zeit lang neben dieser Person.
    Hat sie denn keine Kinder oder Verwandte? Seit froh dass deine Mama zu dem Zeitpunkt gekommen ist und dass nochmal alles gut ging. Vielleicht ist es für die alte Frau ja gut, wenn sie in eine Art betreutes Wohnen käme. Da leben ältere Menschen zusammen und sind nicht so einsam, obwohl jeder eine eigene Wohnung hat und wenn sie Hilfe brauchen ist immer Personal da. So etwas gibt es in jeder Stadt, denn ich denke dass es nicht so gut wäre, wenn sie in ein Altenheim kommen würde aber soetwas ist echt gut. Hat eine Bekannte von meinen Eltern auch gemacht. Sind ca. 50 Wohnung, ist eine rießen Anlage mit Schwimmbad...
    lg
     
    #2
    kleiner Eisbär, 21 Juni 2007
  3. Ikiru
    Ikiru (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    125
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Vielleicht wäre es für die Frau besser gewesen, wenn die Mutter der Threadöffnerin eben doch später gekommen wäre.
    Vielleicht wäre genau dann "alles gut gegangen", vielleicht wäre für die Frau dann "alles gut" geworden.

    Warum fällt es den Menschen so schwer zu akzeptieren, dass das Leben nun mal endlich ist?

    Im "betreuten Wohnen" ständig von Medikamenten halb betäubt auf den Tod zu warten und um einen herum nur Demenz und Dahinsiechen zu sehen ist keine Aussicht, die ich jemandem wünschen wollte. Dahingehend kann ich die Frau verstehen. Stünde ich vor der Wahl (dahinsiechen oder sterben), ich würde mich auch für den Freitod entscheiden.
    Ausserdem scheint sie alles vorbereitet, geregelt und organisiert zu haben, eine Kurzschlusshandlung war das also nicht.

    Was hält euch davon ab zu akzeptieren, dass sie für sich nun mal den Tod gewählt hat? Und was bewegt euch dazu nun zu jammern: "Oh, die arme Frau!" Das ist doch bloßer "Unsere-Kleine-Heile-Welt-Egoismus."
     
    #3
    Ikiru, 21 Juni 2007
  4. User 22358
    User 22358 (28)
    Meistens hier zu finden
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    Single
    ich kann die Frau verstehen auch wenn es als nachbarn oder als unmittelbar betroffene sicher hart ist. Ich habe eine Uroma, welche im Altenheim wohnt, sie leidet an Demenz. Ich war seitdem nicht bei ihr, weil sie mich nicht erkennt, aber meine Mutter ist oft da und ich kann dir eines sagen: Lieber freiwillig gehen solange man noch ein bisschen klar denken kann als so vor sich hin zu dämmern. Und wenn man sein Leben lang seinen Garten in Ordnung hatte, Kinder groß gezogen hat, nebenbei vielleicht noch gearbeitet hat, dann ist es schwer zu aktzeptieren, dass man es auf einmal nicht mehr kann.
    Vielleicht hätte man sie gehen lassen sollen vielleicht aber auch nicht. Die Frage ist, ob sie sich wieder erholen kann und wie es dann weiter geht.
     
    #4
    User 22358, 21 Juni 2007
  5. Sonata Arctica
    Beiträge füllen Bücher
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    620
    vergeben und glücklich
    sie hatte doch ein erfülltes leben.ich denke nach all der zeit, die sie glücklich gelebt hat weiß sie schon wann es für sie genug ist.nur schade, dass es keine möglichkeit gibt sowas würdevoller zu machen.man hat ja keine andere wahl als zu versuchen sich selbst umzubringen.
    ist natürlich schlimm, wenn man sowas miterleben muss, aber in erster linie sollte man sich nicht zu sehr einmischen.
     
    #5
    Sonata Arctica, 21 Juni 2007
  6. the_last_answer
    Verbringt hier viel Zeit
    79
    91
    0
    Verlobt
    ......

    hey..lass dich davon nicht fertigmachen...

    geh einfach mal zu ihr und sag ihr was wirklich nettes...besuch sie im krankenhaus...halt mal ihre hand oder streichel ihr über die wange...es kommt ja von herzen...


    :smile:
     
    #6
    the_last_answer, 21 Juni 2007
  7. Numina
    Numina (29)
    ...!
    8.784
    198
    96
    Verheiratet
    Achje, das ist wirklich nicht einfach.
    Eigentlich hätte sie den Weg gehen sollen dürfen, den sie selbst gewählt hat, das zeigt deutlich, dass sie eben in kein Heim wollte und "gerettet" werden wollte sie sicherlich auch nicht.
    Aber wenn man einen Brief findet, dann kann man leider nicht anders als zu handeln.
    Sterben möchte sie jetzt allerdings sicher immer noch. Dieser Selbstmordversuch war kein Hilfeschrei, sie wollte ihr Leben beenden, als sich abzeichnete, dass es bald nicht mehr lebenswert sein würde. Und an dem Zustand ist nichts mehr zu ändern.
     
    #7
    Numina, 21 Juni 2007
  8. fractured
    fractured (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    121
    1
    Single
    vielleicht wollte sie ihr leben beenden, solange sie es noch selbstbestimmt kann...
    diese situation ist natürlich nicht einfach, der (versuchte) selbstmord von menschen, die wir zu kennen meinen geht einem immer ans herz...
    aber letzten endes heißt das nicht, dass die frau ein unglückliches leben gehabt haben muss...

    du schreibst ja, dass ihr euch ein bisschen um sie gekümmert habt, und darüber hat sie sich sicher sehr gefreut. ihr wart sicher sehr warmherzig und sie hat die zeit genossen. aber ich kann mir vorstellen, dass sie euch nicht zur last fallen wollte und einfach in ruhe sterben wollte....

    jedenfalls ist jetzt geschehen, was geschehen ist, die frau wurde gerettet. das kann man nicht mehr ändern. also geh sie doch vielleicht wirklich mal besuchen und rede mit ihr, halte ihr die hand... auch wenn so etwas schwer fällt, ich kann auch verstehen, wenn du das nich schaffst...
    aber vielleicht geht es dir dann besser.... und sie freut sich vielleicht über deinen besuch....
     
    #8
    fractured, 22 Juni 2007
  9. Elphie
    Verbringt hier viel Zeit
    176
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    0
    nicht angegeben
    habe mal eine ähnliche situation erlebt.
    und kann dich verstehen ,denn es wird einem bewusst wie wenig man seine mitmenschen kennt und man hat angst ,dass es nicht nur bei dieser person so ist/war.
    aber seh die erfahrung die du gewonnen hast, dass man offenere ohren,arme und augen für jeden haben sollte. versuch nicht an das "hätte,würde ,sollte" zu denken sondern schau vorwärts.
    deine gedanken gehen finde ich in die absolut richtige richtung!
     
    #9
    Elphie, 23 Juni 2007

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