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Sind Kassenwechsler auch Solidaritätsverweigerer?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von Theresamaus, 9 Juni 2010.

Status des Themas:
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  1. Theresamaus
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    nicht angegeben
    Gesundheitsminister Rösler gerät momentan immer wieder in Kritik wegen der Kopfprämie, die er durchboxen will. Vor allem die CSU stellt sich quer, weil eine solche Prämie entweder unsozial oder unfinanzierbar sei.
    Nun sind es nicht nur Pharmakonzerne, die an das eigene Profit denken. Auch Krankenversicherte versuchen, durch Kassenwechsel weniger auszugeben. Die Frage, die sich stellt ist, ob solche Kassenwechsler auch eine Art Solidaritätsverweigerer sind, weil sie anstatt andere, arme Versicherte in der gleichen Krankenkasse unter die Arme zu greifen flüchten, und zwar in eine Kasse, deren Versichertenstruktur gesünder (im medizinischen Sinne) ist, also überwiegend junge Versicherte haben? Was denkt ihr darüber?
     
    #1
    Theresamaus, 9 Juni 2010
  2. User 77547
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    Ja, das denke ich. Bevor ich aus D nach Ö gezogen bin (hier ist das Gesundheitswesen etwas anders organisiert) hatte ich die Einkommensgrenze überschritten und hätte in eine PRIVATE Krankenkasse wechseln können. Ich habe das aber bewusst nicht getan, obwohl ich damit einiges an Geld hätte sparen können.

    Innerhalb der gesetzlichen KVs zu wechseln finde ich aber nicht so schlimm.
     
    #2
    User 77547, 9 Juni 2010
  3. Theresamaus
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    nicht angegeben
    Ich bin der Meinung, dass Kassenwechsel ein Ausdruck des Egoismus ist.
     
    #3
    Theresamaus, 9 Juni 2010
  4. krava
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    Aber hat nicht jeder das Recht, an sich zu denken?
    Und wer ist schon scharf drauf, mehr zu zahlen als unbedingt nötig? Und wer denkt an mich?

    Off-Topic:
    Grade Nichtraucher zahlen ohnehin schon genug für die Raucher mit...
     
    #4
    krava, 9 Juni 2010
  5. squarepusher
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    so einfach ist das alles nicht. wer so denkt greift die schimpfwortkeule zu schnell an. aber hey, wir sind ja nicht an einem ort, wo meinungen hand und fuß haben, sondern in theresamaus' unterforum. :zwinker:
     
    #5
    squarepusher, 9 Juni 2010
  6. Theresamaus
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    nicht angegeben
    Wenn man so argumentiert, könnte man genauso sagen: Hat nicht jede Firma das Recht, zuerst an den Börsenwert, dann an die Gehälter der Vorstandsmitglieder und drittens an den Ruf der Firma zu denken, bevor sie über ihre Mitarbeiter nachdenken?
    Natürlich ist das nicht verboten, aber dagegen kämpfen ja Gewerkschaften und Betriebsräte. Ich bin der Meinung, dass auch Krankenversicherte mehr an das Gemeinwohl denken sollten, an die Gesundheit älterer Mitbürger, die noch weniger verdienen als die, die gerade ihre Krankenkasse wechseln wollen.
     
    #6
    Theresamaus, 9 Juni 2010
  7. krava
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    woher willst du wissen, dass alle Kassenwechsler im Geld schwimmen?
     
    #7
    krava, 9 Juni 2010
  8. squarepusher
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    ja. gewerkschaften und betriebsräte haben erklärte, sinnvolle ziele, genauso wie "das kapital" erklärte, sinnvolle ziele hat. keines der beiden extreme sollte jemals wahr werden (bevor wir eine gänzlich neue gesellschaftsform gefunden haben), sondern es muss sich ein kompromiss finden, in dem beide seiten herausschlagen, was sie können. niemand hat die wahrheit gepachtet.

    genausowenig haben selbstgerechte leute, die meinen es wäre dies und das und jenes, wenn jemand aus kostengründen die krankenkasse wechselt, die wahrheit gepachtet. wir alle sind player, wohlstandsmaximierer, kostenoptimierer - so ist es gedacht, so will es das system. wir sind nicht für die krankenkassen und deren wohlergehen zuständig, sondern nur für unser eigenes. wir leisten uns einen "dachverband", unsere politik, die sich um dinge kümmert, die zu groß sind, als das sie einzelne überblicken und beeinflussen könnten.
    wenn nun gemeinsam beschlossen wird: "das wechseln der krankenkasse unter diesen und jenen umständen ist schädlich für das gemeinwesen und soll daher nicht erlaubt sein", dann ist das so. dann hat das in unserer gesellschaft für solche einschätzungen zuständige organ eine augenscheinlich mehrheitsfähige entscheidung getroffen.
    solange das nicht so ist, brauchen einzelne sich nicht zu weltverbesserern aufschwingen, die sie sowieso nicht sind. alles, was aus dieser richtung kommt, ist die selbstgerechtigkeit des bornierten mittelständlers, der naive vorstellungen von solidarität hat und oft genug einfach zu wenig horizont hat, um weiter zu schauen.

    mit gutem grund heißt es: "alles, was nicht verboten ist, ist erlaubt", und mit gutem grund ist der einzige ansprechpartner für menschen, die glauben, person X gerade bei einer verwaltungsübertretung zu beobachten, die polizei (anstelle von selbstjustiz): was du, ich oder sonstjemand vom verhalten seines nächsten hält, ist völlig egal, du, ich oder sonstjemand, es geht uns schlicht nichts an und wir haben nicht das recht, auf das verhalten unseres nächsten einzuwirken.
    wenn ich deiner anischt nach falsch parke, kannst du mich anzeigen, und wenn der staat der meinung ist, dass ich tatsächlich falsch parke, wird er tätig werden. solange er das nicht tut, hast du einfach pech. es gibt so viele dümmliche volksansichten über solidarität, wirtschaft, gemeinschaft, ..., gehegt von leuten, die über solidarität, wirtschaft, gemeinschaft und whatnot nichts wissen, aber einfach trotzdem eine total, total wichtige meinung haben, die auf jeden fall zu respektieren ist...

    so funktioniert, gottseidank, unsere gesellschaft nicht.
     
    #8
    squarepusher, 9 Juni 2010
  9. Fridge86
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    Es ist kompliziert
    Ich bin selbständig und habe somit auch die Wahl Privat/Gesetzlich. Für das was ich in der gesetzlichen zahlen würde, bekomm ich in der privaten um einiges mehr und mit meinem derzeitigen PKV Tarif bin sogar noch rund 50Eur/Mon billiger dran UND hab WESENTLICH mehr Leistunegn also warum sollte ich in der GKV bleiben :zwinker:
     
    #9
    Fridge86, 9 Juni 2010
  10. krava
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    Der einzige Grund, der mir einfällt, ist der, dass du aus der privaten nicht einfach so wieder in die gesetzliche zurück kannst. Und das kann unter Umständen ja mal nötig werden...
     
    #10
    krava, 9 Juni 2010
  11. User 77547
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    Ich habe ja oben geschrieben, dass ich damals, als ich noch in D lebte, bewusst nicht in die private Kasse gewechselt bin, sondern in der gesetztlichen geblieben.

    Aber gabs nicht seitdem eine Gesundheitsreform in D? Ist es im Moment nicht so, dass sowieso alles in diesen Gesundheitsfond geht und es sowas wie einen sozialen Ausgleich zwischen den Kassen gibt? Sorry, bin da gerade nicht ganz auf dem Laufenden.

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 17:33 -----------

    Soweit ich weiß, ist es gerade umgekehrt. Raucher sparen den Kassen Geld, weil sie früher (und nach kürzerer Krankheit) sterben.
     
    #11
    User 77547, 9 Juni 2010
  12. krava
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    Off-Topic:
    Manche sicherlich, aber nicht alle. Wann jemand stirbt, ist eben nicht immer davon abhängig, ob er raucht oder nicht. Ist aber ein anderes Thema...
     
    #12
    krava, 9 Juni 2010
  13. Theresamaus
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    nicht angegeben

    Momentan noch ja, aber Rösler will ja alles umkrempeln. Niemand weiß, was in ein, zwei Jahren sein wird :cry:
     
    #13
    Theresamaus, 9 Juni 2010
  14. krava
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    Das ist ja nicht neu.
     
    #14
    krava, 9 Juni 2010
  15. User 77547
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    :ROFLMAO: Hola, ist der Rösler nicht der Anführer von Leuten, die der Generalsekretär der CSU als "Gesundheitspolitische Gurkentruppe" bezeichnet hat, was wiederum aus der FDP gekontert wurde durch den "Hinweis", dass sich die CSU "aufführe wie Wildsau"? :grin:

    Nein, so lange der Seehofer die CSU anführt, wird es keinen grundlegenden Umbau des Gesundheitswesens geben. Da war und bleibt er stur. Das ist nämlich SEIN Thema.

    Apropos: Mit dieser Regierung könnte man in D eigentlich alle Kabarettisten in den Ruhestand schicken. Die Realität können die sowieso nicht mehr toppen.
     
    #15
    User 77547, 9 Juni 2010
  16. Theresamaus
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    nicht angegeben
    Ich mache mal eine Wildsau-Umfrage :ROFLMAO:
     
    #16
    Theresamaus, 9 Juni 2010
  17. Fridge86
    Fridge86 (30)
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    Es ist kompliziert
    Warum sollte das nicht gehen?

    Sobald Du arbeitslos wirst, wirst Du wieder zurück in die gesetzliche geschickt, da die PKV nix von Dir wissen will. Wie genau das mit dem wieder unterschreiten der Versicherungspflichtgrenze ist weiß ich nicht, aber sobald man arbeitslos wird ist das wie gesagt kein Ding.
     
    #17
    Fridge86, 9 Juni 2010
  18. User 38570
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    offene Beziehung
    Nein, Solidaritätsverweigerer sind die Kassenwechsler sicher nicht, sie sind einfach nur vernünftig. Irgendwie scheint man immer so solidarisch mit alles und jedem sein zu müssen, wer einen gesunden Egoismus an den Tag legt, wird schief angeschaut.

    Das System der GKV ist ohnehin eines der merkwürdigsten und zu teuer. Aus welchem Grund sollte ich also in ein derart ungerechtes System einzahlen? Das mag vielleicht egoistisch sein.
     
    #18
    User 38570, 9 Juni 2010
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  19. User 77547
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    Das sehe ich anders. Warum ist die gesetzliche KV merkwürdig? Warum ist sie ungerecht?

    Bei dieser Ansicht solltest Du froh sein, dass Du nicht in Österreich lebst. Da MUSS jeder (inkl. Selbständige, Unternehmer, Manager etc.) in der gesetzlichen Versicherung sein. Man kann sich höchstens privat zusatzversichern.

    Ich bin gerade der entgegengesetzten Meinung: die private KV ist unsolidarisch, merkwürdig und gehört verboten. Eine KV, die Menschen als Versicherte ablehnen kann, hat m.E. keine Existenzberechtigung.
     
    #19
    User 77547, 9 Juni 2010
  20. User 38570
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    Die fehlende Kostentransparenz ist einer meiner Hauptkritikpunkte. Welcher GKVler weiß, welche Leistungen die Ärzte dort abrechnen? In jedem Fall sind da ein Großteil entweder versehentlich oder bewusst falsch. Ich sehe nicht ein, den Betrug zahlreicher Ärzte und Krankenhäuser zu unterstützen.

    Das nächste ist der Leistungsumfang. Da wird nicht differenziert. Das wirkt sich zum einen so aus, dass individuelle Entscheidungen fast nicht mehr möglich sind und zum anderen aber auch, dass da Geld verpulvert wird, weil ja ein Anspruch darauf besteht - ob gerechtfertigt oder nicht.

    Nunja, das sehe ich etwas anders. Die privaten bieten einem einfach mehr und betreibenm wengistens sowas wie eine Risikoeinschätzung. Und wenn man ein gewissen Leistungsniveau halten will, muss so eine KV auch die Möglichkeit haben, die "passenden" Kunden auswählen zu dürfen. Das ist vielleicht nicht solidarisch, aber letztlich in meinen Augen gerechter.
     
    #20
    User 38570, 9 Juni 2010
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