Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Sonderschule, Integration, Inklusion?!

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von Lenii, 2 August 2010.

  1. Lenii
    Lenii (33)
    Öfters im Forum
    894
    53
    61
    vergeben und glücklich
    Kinder u Jugendliche mit einer Behinderung - Hörschädigungen, Sehbehinderungen, Blindheit, Körperbehinderungen, Lernbehinderungen, geistigen Behinderungen - haben in Deutschland die Möglichkeit, an einer Sonderschule für die jeweilige Behinderungsart oder an einer Regelschule (mit Betreuung) unterrichtet zu werden.

    Schulische Integration wird gesetzlich geregelt und ist derzeit noch abhängig von den finanziellen, sächlichen u personellen Rahmenbedingungen der Schulen. Somit stehen Eltern und Kindern, die die schulische Integration wünschen, oft Hürden entgegen.
    Im Rahmen der Umsetzung der UN-Konvention "Rechte von Menschen mit Behinderung", die Deutschland unterzeichnet hat, soll das Bildungsystem zu einem inklusiven Bildungssystem weiter entwickelt werden. D.h. Barrieren im Bildungssystem sollen abgebaut werden, damit ALLE Kinder gemeinsam lernen und leben können (nichtbehinderte mit behinderten Kindern, deutsche Kinder mit Kindern mit Migrationshintergrund).

    Das Konzept der Inklusion wird derzeit in den Medien, der Politik, bei Lehrern u auf Hochschulebene kontrovers diskutiert.
    Mich als angehende Sonderpädagogin interessiert eure Meinung.
    Also schreibt mal fleissig, - egal ob Regelschullehrer, Sonderpädagogen, Eltern, Schüler oder Fachfremde!

    Was haltet ihr davon?
    Wie seht ihr die Idee der Inklusion "eine Schule für alle"?
    Wie denkt ihr über Sonderschulen? Wie über schulische Integration?
     
    #1
    Lenii, 2 August 2010
  2. Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit
    5.921
    398
    2.211
    Verheiratet
    Ich glaube einfach nicht, dass das so einfach funktionieren kann.

    Es gibt nun mal Menschen, die in der Schule besser sind, aus welchen Gründen auch immer. Wie soll ich denn z.B. einen fairen Deutsch-Unterricht gestalten, wenn ich dem schlechtesten in der Klasse einzelne Wörter erst erklären muss, weil er halt einfach noch nicht gut Deutsch kann, während der beste in der Klasse schon an seinem ersten Roman schreibt?

    Da müsste sich das System an sich erst einmal grundlegend ändern. Mit fast 30 Schülern in der Klasse kann eine einzelne Lehrkraft nicht auf jeden Schüler individuell eingehen, das geht jetzt schon nicht. Wenn sich dann noch durch eine "Schule für alle" das Leistungsdelta zwischen dem schlechtesten Schüler zum besten Schüler dramatisch ändern, dann sehe ich die Förderung des einzelnen noch mehr in Gefahr.
     
    #2
    Subway, 2 August 2010
  3. User 77547
    Beiträge füllen Bücher
    2.288
    248
    1.642
    Verheiratet
    Im Prinzip halte ich Inklusion für gut und auch machbar. Aber dafür müsste sich "Schule" grundlegend ändern und hätte nur noch wenig mit dem zu tun, was wir als "Schule" kennen. Das wird aber - unter anderem aus finanziellen Gründen - nie geschehen. Also nach meiner Ansicht: Schöne Utopie.
     
    #3
    User 77547, 2 August 2010
  4. User 91095
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    7.271
    598
    8.050
    nicht angegeben
    Grundsätzlich finde ich die Idee gut, jedoch stelle ich mir gewisse Dinge recht schwierig in der Umsetzung vor. Ich kenn mich jetzt nur ein bisschen mit der Hörbehinderung aus und je nach Schweregrad sind die Kinder ja dann wirklich richtig gehörlos. Sollen die dann einen zweisprachigen Unterricht haben? Soll es zusätzliche Fächer nur in Gebärdensprache geben? Ich weiß wirklich nicht, wie das funktionieren soll, zumal es ja in den letzten Jahren meines Wissens Tendenzen in der Gehörlosen-Pädagogik gab, dass gehörlose Kinder vermehrt auch von gehörlosen Menschen unterrichtet werden sollen.

    Den Gedanken der Inklusion finde ich dennoch gut, weil ich mir für die Schüler vorstellen könnte, dass einfach massenhaft Vorurteile abgebaut werden bzw. diese gar nicht erst entstehen können. Ideal wäre es vermutlich, wenn die Schüler sowohl in zusammengehörigen Gruppen Kurse haben als auch, wenn sie gemeinschaftliche Fächer haben. Wie die Gewichtung dann sein sollte, weiß ich nicht. Umsetzbar ist es jedenfalls sowieso nicht.
     
    #4
    User 91095, 2 August 2010
  5. MsThreepwood
    2.424
    Kommt darauf an: Gibt es getrennte Klassen? Dann ist es sicherlich eine gute Idee.

    Aber: ALLE in einer Klasse, das geht meiner Meinung nach nicht gut. Ich habe auch aus dem Grund meine Schule gewechselt, weil das Lernniveau der Einzelnen so extrem unterschiedlich war, dass wir überhaupt nicht voran kamen. Die Schnellen haben sich gelangweilt, die Langsamen waren verzweifelt, die Kinder von Ausländern haben nichts verstanden... Das war der pure Horror und ich war froh, dass ich dort weg war.

    Verschiedene Kinder haben verschiedene Bedürfnisse und wenn man dann noch alle in einen Topf wirft, kann das in den seltensten Fällen gut gehen.
     
    #5
    MsThreepwood, 2 August 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  6. MrShelby
    Sehr bekannt hier
    1.393
    198
    813
    Single
    Insbesondere viele Eltern dürften da nicht mitmachen...der Trend geht ja -wenn man es sich leisten kann- eher in die Richtung, sein Kind auf eine (vermeintlich) elitäre Privaschule zu schicken, damit aus dem Kleinen gefälligst ein Globalisierungsgewinner wird. "Gleichmacherei", wie solche Konzepte gerne genannt werden, lehnen doch viele Eltern ab. Offiziell will man natürlich, dass auch behinderte Kinder eine Chance haben...aber doch bitte nicht an der Schule des eigenen Kindes.

    Es sollte allerdings klar sein, dass die Idee der Sonderschule eine reine Sackgasse ist...wenn ich an das Wort Sonderschule denke, denke ich an "Lebenslang Hartz IV", aber bestimmt nicht an gute Jobchancen. Von daher muss dort etwas passieren, damit mehr Schüler/innen "normale" und nicht stignatisierte Abschlüsse machen können, die ihnen auch Chancen bieten - jenseits von 1-Euro-Jobs.
     
    #6
    MrShelby, 2 August 2010
  7. Clocks
    Clocks (30)
    Meistens hier zu finden
    543
    128
    92
    in einer Beziehung
    Jeder Förderschullehrer würde dir für diesen Beitrag ins Gesicht springen. Nirgendwo haben Kinder mit Behinderungen ein so angenehmes Lernklima, nirgendswo können sie so effektiv und individuell von Fachpersonal gefördert werden.
    Im normalen Schulbetrieb würden die meisten einfach untergehen – abgesehen davon, dass das "Gesunde" auch schon tun.

    Ich möchte an keiner Schule unterrichten, wo alle "gleich" sind (was sie eben NICHT sind).
    Da bleiben nämlich nur 2 Optionen:
    – das Tempo so herunterfahren, dass es dem Schwächsten angepasst ist (was dann so viel bedeuten würde, wie Abi nach 17 Jahren)

    oder

    – wenn die "durchschnittlichen Schüler ohne körperliche oder geistige Einschränkungen" in angemessenen Tempo lernen sollen, dann werden die Schwächeren wieder hinten rausfallen.

    Danke. Beides shice.

    Das Problem ist nicht die Föderschule, sondern deren Ansehen in der Öffentlichkeit, was man an dir sehr schön sieht. Es handelt sich FS aus pädagogischer und didaktischer Sicht qualitativ um hochwertige Einrichtungen.

    Ach nochwas: wenn man alle in einen Topf wirft, rate mal was dann mit dem Ansehen des Schulabschlusses passiert...
     
    #7
    Clocks, 2 August 2010
  8. MrShelby
    Sehr bekannt hier
    1.393
    198
    813
    Single
    Da schaut jemand nicht oft den WDR, oder? Genau dort gab es eine Reportage über eine Förderschule aus Bochum-Wattenscheid, und die faktische Perspektivlosigkeit, mit der man Schüler/innen ins Leben entlässt.


    Siehe

    BILDUNG: Abschluss in Hartz IV - Deutschland - FOCUS Online

    oder auch

    http://www.welt.de/politik/deutschl...der-fuer-ein-Leben-mit-wenig-Geld-lernen.html

    Es mag ja sein, dass man sich in vielen Schulen Mühe gibt...aber mal ehrlich: Wenn die Quote der Abiturienten Jahr für Jahr steigt, kann man sich leicht ausrechen, welche Zukunftschanchen man als Absolvent einer Förderschule so hat - oder auch nicht.
     
    #8
    MrShelby, 2 August 2010
  9. Lenii
    Lenii (33)
    Öfters im Forum Themenstarter
    894
    53
    61
    vergeben und glücklich
    Ja, stimme dir zu. Viele Leute haben einfach falsche und vorurteilsbehaftete Vorstellungen von Förderschulen. Manche wissen mit dem Begriff nichts anzufangen; kennen den Begriff "Sonderschule" und setzen ihn mit "Schule für Doofe, Minderbgegabte,geitig Behinderte" gleich und sehen die Schüler, die Sonderschulen besuchen als Verlierer an. Natürlich darf man nichts verharmlosen, denn es gibt das Problem der Abschlüsse u Ausbildungsplatzsuche für Förderschüler (gerade im Bereich Lern, Erziehungsschwierige, geistig Behinderte).. ein gesellschaftliches Problem, das angegangen werden müste.. aber es gibt eben auch die Förderschüler (zum Bsp. Blinde, Sehbehinderte, Hörgeschädigte, Körperbehinderte), die einen guten Förder-, Hauptschul-, Realschulabschluss oder Abi an einer Förderschule machen und genau wie jeder andere nichtbehinderte einen ausbildungs- oder studienplatz findet. Also man darf eben nicht pauschalisieren.

    [war auch so eine Intention der Umfrage, also herauszuhören, was die Leute so über Förderschulen wissen u wie ihre Vorstellungen sind]

    Meine persönliche Meinung ist, dass es beides geben sollte, also die Wahlmöglichkeit zwischen Förderschule und Integration. Im Rahmen der Inklusionsdebatte wird vieles hochgekocht u schwarz-weiß gemalt u verabsolutiert. Was ich jedcoh gut finde ist, dass die Allgemeine Schule/ das Bildungssystem mehr in die Pflicht genomen werden soll, Barrieren abzubauen und somit mehr Integration zu ermöglichen. Damit eben für u mit jedem Kind die individuell beste Wahl getroffen werden kann.
    Sonderpädagogen arbeiten ja gegenwärtig sowohl in den Förderschulen als auch in der Regelschulbetreuung.
     
    #9
    Lenii, 2 August 2010
  10. Clocks
    Clocks (30)
    Meistens hier zu finden
    543
    128
    92
    in einer Beziehung
    Einen Artikel, über Schulen in denen es gut läuft würde auch niemand lesen :zwinker:

    richtig

    Und die Konsequenz daraus soll sein, dass alle den selben Schulabschluss machen (bzw. eine Art gemeinsame mittlere Reife)?
    Welchen Wer hätte dieser Schulabschluss? Abgesehen davon, dass es immernoch kein Abitur wäre...
     
    #10
    Clocks, 2 August 2010
  11. MrShelby
    Sehr bekannt hier
    1.393
    198
    813
    Single
    Alleine durch die Stigmatisierung hat sich die Förderschule überlebt...auch die bewusste Umbenennung in der Öffentlichkeit (von "Sonderschule" zu "Förderschule") hat ja nicht viel gebracht. Ich bin durchaus dafür, dass man auf der Förderschule die Kinder und Jugendlichen so weit ausbildet, wie es geht (wenn es dann auch länger dauern sollte). Aber das ändert ja nix daran, dass die harte Realität auf dem Arbeitsmarkt jemanden mit einem Abschluss an einer Förderschule härter treffen wird, als andere Schulabgänger.

    Es ist ja schön, wenn die Konzepte toll sind...40 Absagen bei 40 Bewerbungen sehen dadurch aber nicht besser aus.
     
    #11
    MrShelby, 2 August 2010
  12. User 87573
    User 87573 (28)
    Sehr bekannt hier
    2.023
    168
    412
    nicht angegeben
    Ich halte das an und für sich für eine gute Idee, würde eventuell die Aus- und Abgrenzung von Menschen mit Behinderung oder mit Migrantenhintergrund etwas abschwächen.
    Allerdings halte ich es für keine gute Idee, einfach alle in einer Schule zusammenzuschmeißen und an der schulischen Ausbildung nichts zu verändern. Es funktioniert einfach nicht, 1 Lehrer mit 33 Schülern total unterschiedlicher Voraussetzungen zusammenzuwürfeln und dann von allen zu verlangen, das gleiche in der gleichen Geschwindigkeit zu lernen.

    Ich selbst war in einer Grundschulklasse mit nur 1-2 Ausländern, und die konnten eigentlich gut Deutsch, daher war das Lerntempo nicht so langsam. Trotzdem war ich dort total unterfordert, mir war ständig langweilig und ich hab deshalb ständig nur Blödsinn gemacht. Das ging später am Gymnasium genauso weiter. Ich musste immer auf die 25 Leute warten, die auch nach dem 5ten mal Erklären nicht kapierten wie irgendwas funktioniert. Wenn ich dann mal jemandem was erklärt hab, der mich gefragt hat, bekam ich dafür vom Lehrer noch eins auf den Deckel weil man sich ja nicht unterhalten und den Unterricht stören sollte.

    Man müsste die besseren Schüler in den Unterricht mit einbeziehen, zum Beispiel so, dass immer ein guter Schüler einen "Schlechten" zugeteilt bekommt, dem er dann hilft und erklärt worum es geht. Das hätte den positiven Nebeneffekt, dass die guten Schüler sich nicht langweilen und die Schlechten eben mehr Unterstützung in der Schule erfahren. So lernen sich außerdem Kinder aus unterschiedlichen Hintergründen besser kennen und es entwickeln sich vielleicht mehr Freundschaften, die sonst gar nicht zustande gekommen wären. Außerdem lernt man durch gegenseitiges Erklären meiner Erfahrung nach sehr viel.
     
    #12
    User 87573, 2 August 2010
  13. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.093
    348
    2.105
    Single
    Generell finde ich es sehr gut, wenn auch behinderten Kindern der Besuch einer normalen Schule ermöglicht wird...
    und meiner Erfahrung mit behinderten Menschen nach gehen derzeit viel zu viele behinderte Kinder unnötigerweise auf eine Sonderschule, obwohl sie mit etwas Unterstützung auch ohne große Probleme auf eine normale Schule gehen könnten. (Gleiches gilt ebenso für die Arbeit in Behindertenwerkstätten, das Wohnen in speziellen Behinderten-Wohneinrichtungen, usw.)

    Trotzdem hat Alles irgendwo gewisse Grenzen... So kann ich mir z.B. beim besten Willen nicht vorstellen, wie manche schwer geistig behinderte Menschen sinnvoll auf eine normale Schule gehen sollten, weil sie einerseits die anderen Schüler massiv beim Lernen stören würden und weil andererseits eine normale Schule ihren besonderen Bedürfnissen nicht gerecht werden kann.
    Aber auch bei solchen Extremfällen fände ich es besser, wenn es statt getrennter Sonderschulen nur Sonder-Klassen an Regelschulen gäbe, so dass es trotz oftmals getrenntem Unterricht noch mehr Kontakt zwischen behinderten und nicht behinderten Schülern (in den Pausen, bei irgendwelchen Projekten, Schulausflügen, usw.) geben kann. - Das würde sicherlich sowohl den behinderten, als auch den nicht behinderten Kindern gut tun.

    Wenn es sich aber nur um eine körperliche Behinderung handelt, sehe ich kaum einen Grund, warum ein solches Kind keine normale Schule besuchen könnte. Ich habe z.B. einen spastisch gelähmten jungen Mann kennen gelernt, der erwiesenermaßen sehr intelligent ist und der ein ganz normales Gymnasium besucht hat, was dank einiger Sonderregeln für ihn (mehr Zeit bei Klausuren, weil er nur langsam schreiben kann) überhaupt kein Problem war. In seiner Klasse war er voll integriert und durfte z.B. bei keiner Geburtstagsfeier seiner Klassenkameraden fehlen. Wenn er irgendwelche Hilfe benötigte, bekam er diese auch immer völlig selbstverständlich von seinen Klassenkameraden.

    Insgesamt sehe ich in der größtmöglichen Integration behinderter Kinder in normale Kindergärten und Schulen eine sehr große Chance, um die in unserer Gesellschaft vorhandenen Vorurteile und Berührungsängste gegenüber behinderten Menschen nicht in die nächsten Generationen weiterzugeben, was nicht nur für das leben der behinderten Menschen, sondern auch für das Leben aller nicht behinderten Menschen eine große Bereicherung und ein großer Vorteil wäre.

    Die ganze Sache wird aber nur dann richtig gut funktionieren, wenn das gesamte Schulsystem so umgebaut wird, dass man viel individueller auf die Schüler eingehen kann, wozu ganz andere pädagogische Konzepte und viel kleinere Klassen notwendig sind.

    Eine Person in meiner Verwandtschaft ist körperlich und geistig behindert und auch sonst kenne ich (teilweise über diese Person) recht viele behinderte Menschen, sowie zusätzlich auch einige Leute, die mit behinderten Menschen gearbeitet haben. Von daher bin ich der Meinung, dass ich doch recht gut über die Probleme behinderter Menschen bescheid weiß, die es oftmals nur gibt, weil ein großer Teil der nicht behinderten Menschen in Deutschland behinderten Menschen mit großen Berührungsängsten und Vorurteilen begegnet, weil ihnen einfach die Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen fehlt.
    Und ich bin überzeugt davon, dass das Leben für viele behinderte Menschen deutlich besser und schöner sein könnte, wenn es diese Berührungsängste nicht in diesem Ausmaß gäbe.
     
    #13
    User 44981, 2 August 2010
  14. Hilfiger
    Verbringt hier viel Zeit
    268
    113
    28
    offene Beziehung
    Ich kann mir nicht vorstellen wie das funktionieren soll. Natürlich hängt es von der Art und Schwere der Behinderung ab, aber ab einem gewissen Grad kann einfach kein halbwegs normaler Unterricht stattfinden. So wie es Begabtenschulen gibt, so gibt es eben auch Sonderschulen.
     
    #14
    Hilfiger, 2 August 2010
  15. User 32843
    User 32843 (29)
    Meistens hier zu finden
    1.401
    148
    220
    nicht angegeben
    Ich weiss nicht wirklich was ich davon halten soll.

    Es kann natürlich für behinderte Kinder von Vorteil sein wenn sie integriert werden, soweit das ihre Behinderung zulässt.

    Ich muss aber von mir sagen dass ich bis kurz vor die Matur in der Schule recht unterfordert war. Ich kann mir nicht vorstellen dass die Integration von allen behinderten, förderungsbedürftigen, ausländischen oder sonstwie benachteiligten Kinder a) für diese selbst sinnvoll ist, wenn sie mit dem Tempo nicht mitkommen und b) für die "besseren" Kinder sinnvoll ist, wenn das Tempo in der Schule noch weiter verlangsamt wird. Ich glaube ich hätte mich dann zu Tode gelangweilt.
     
    #15
    User 32843, 2 August 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  16. User 50283
    Sehr bekannt hier
    3.089
    168
    441
    nicht angegeben
    Um sowas zu vermeiden gäbe es ja die Möglichkeit, mehr eigenverantwortliches Lernen zu unterstützen. Dann eignest du dir in deinem Tempo den Stoff an, hast Lehrer, die dir mit Rat und Tat zur Seite stehen und kannst trotzdem von der sozialen Komponente profitieren.
    Natürlich kann man nicht einfach ein paar Regelschüler durch Förderschüler ersetzen und weitermachen wie zuvor. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand ernsthaft in Betracht zieht.
     
    #16
    User 50283, 4 August 2010
  17. JackoHDL
    Gast
    0
    Liebe TS,
    ich bin für den 2ten Punkt in deiner Umfrage.
    Ich war sollst 10 Jahre auf einer Sonderschule (heute heißt es Föderschule).
    Ich hatte und habe keine Lernbehinderung und bin ganz normal.
    Damals hatte ich nur einen Sprachfehler und deshlab bin ich dahin gekommen. War noch auf ner Haupt danach und mache ist Real.

    Ich finde, dass diese Kinder sollten noch mehr gefördert werden, weil manche es immer noch richtig schwierig haben. Mehr gefördert in Allgemeinbildung und sprachlichen Ausdruck.

    Bei mir auf der Schule war es so: Das die Schüler alleine gelernt haben. Durch Freiarbeit. Freiarbeit ist, ein Thema sich aussuchen, das zu beabeiten und hinterher zu Präsetieren.
    In dem Fachunterricht haben unsere Lehrer nicht konsequent mit uns gelernt.
    Ich und noch viele andere Schüler haben dadurch sehr viele divizite. Zum Beispiel Thema Geschichte. Keiner kann eine konkrete zahl nennen.

    Ich sehe als Schwierigkeit, das man mit einer anderen Stufe mit in einer Klasse ist. So war es bei mir immer. Die in der
    6ten Klasse sind machen den Stoff von den 5er mit. Was nicht gut ist. Weil den 6er ein Jahr immer fehlen wird.
     
    #17
    JackoHDL, 6 August 2010
  18. Lenii
    Lenii (33)
    Öfters im Forum Themenstarter
    894
    53
    61
    vergeben und glücklich
    Wahrscheinlich ist es bei vielen in den Köpfen drin, dass Kinder mit Behinderungen in Förderschulen am besten gefördert werden können. das hängt sicher auch damit zusammen, dass unser dreigliedriges Schulsystem eben so integrations-resistent ist und viele eben die erfahrunge machen müssen, dass in der allgemeinen schule wenig auf die verschiedenen behinderungen eingegangen wird (da mögen sicher von seiten der schulämter und lehrer sowohl nichtwollen als auch nichtkönnen und nichtwissen eine rolle spielen).
    die ersetzung des begriffs "sonderschulbedürftigkeit" durch den begriff "sonderpädagogischen förderbedarf" macht ja eigentlich das ziel deutlich, nämlich abkopplung der förderung vom förderort. d.h. ein kind mit einer behinderung soll unterstützung u förderung bekommen in den bereichen, in denen es einen förderbedarf hat, unabhängig davon ob es auf eine förderschule oder eine allgemeine schule geht. dafür sind ja die sonderpädagogen in den ambulanten betreuungs- und beratungsdiensten zuständig.die kommen in die schulen und beraten und unterstützen das behinderte kind, seine lehrer, seine mitschüler, die eltern usw. in vielen fällen funktioniert das ja auch mittlerweile prima.
    Denke nur, dass sich die allgemeine schule noch stärker beteiligen muss, d.h. sich verändern muss.. hin zu mehr offenem unterricht (weg vom lernen im gleichschritt und von der strikten steuerung durch dne lehrer).
    Integration meint eben veränderungsbereitschaft von beiden seiten. von dem, der integriert werden sol und von dem, der integriert.
     
    #18
    Lenii, 6 August 2010
  19. Tinkerbellw
    Meistens hier zu finden
    2.998
    148
    94
    nicht angegeben
    Ich sehe die Situation in meiner Stadt. Wir entlassen Kinder aus dem dem integrativen Kindergarten und manchmal ist es schweirig, für die Kinder die dafür geeigenet sind einen integrativen Platz in einer normalen Klassen zu bekommen, da diese Plätze nicht so zahlreich sind. Ich würde mir wünschen, das jede Grundschule mindestens eine Klasse pro Jahrgang hat, die integrative Plätze zur Verfügung stellt. Allerdings sehe ich auch, dass lange nicht jedes Kind das bei uns aus der Kita kommt in eine Regelschule gehört.
    Dieses Jahr haben wir zwei Kinder entlassen, die meiner Ansicht nach auf eine Förderschule gehören: Kind 1: ist sechs aber geistig behindert und von der Entwicklung auf dem Stand einer zweijährigen. Sie kann sich nicht längere als zweisilbige Wörter merken, ganz einfache Aufforderungen und reagiert teilweise recht agressiv wenn sie überfordert wird. Dieses Kind ist meiner Ansicht nach auf der Förderschule für geistig behinderte wo sie jetzt hinkommt sehr gut aufgehoben- ich denke ihr wird es dort gutgehen!
    Kind 2 war jetzt ein Jahr in unserer Kita Diagnose ADHS und Überbegabung. Dafür fast keinerlei Kompetenzen im sozialen Bereich, aggressiv schlug andere Kinder und Erzieher, hatte schon starke Tendenezn sich alles zu nehmen was er haben wollte heißt stehlen und hat einfach keine größere Kreissituation oder einen Ausflug überstehen können ohne extremst auszuticken. Dieser Knirps bekommt nun einen integrativen Platz in einer Regelklasse und es tut mir sehr leid für ihn. Es werden Monate sein bis er scheitert, da er sich in so eine Gemeinschaft nicht einfügen kann! Er gehört auf eine Spezialschule mit Miniklassenin dem man sowohl seiner riesigen intelligenz aber auch seinen wenig vorhandenen sozialen Fähgkeiten gerecht werden kann. In der Schule in die er jetzt kommt wird er wohl leider nur negative Erfahrungen machen und einen weiteren Knick abbekommen.

    Also gerne Ausbau von intergation, Inklusion halte ich für alle Kinder nicht durchführbar aber auch nicht unbedingt wünschenswert!
     
    #19
    Tinkerbellw, 7 August 2010
  20. sososo
    Verbringt hier viel Zeit
    353
    113
    34
    vergeben und glücklich
    mal davon abgesehen, dass ich nicht finde, dass man alles integrieren muss, nur weil "integration" so ein schönes wort ist und so toll klingt....
    ich habe mal neben einer sonderschule gewohnt und habe so auch mitbekommen, wie die kinder da so drauf waren... mein eindruck war eher nicht, dass da viele kinder sind, die wirklich geistig behindert sind (wie auch immer man das definieren will), sondern eher, dass da viele einfach richtig "asi" sind.
    bzw. halt so kinder, die nur scheisse machen und keine anderen wörter als "hurensohn" oder "schlampe" kennen.

    ist vielleicht ja nur mein subjektiver eindruck von sonderschulen... aber ich fänds jedenfalls nicht so geil, wenn meine kinder mit denen in eine klasse oder schule gehen würden.
     
    #20
    sososo, 7 August 2010

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Test