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Sozial Talentfrei und Fremdsprache Smalltalk

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Gravity, 24 Juni 2006.

  1. Gravity
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ich habe oft das Gefühl gehabt ein Alien zu sein. Ich kam mir schon so oft total fremd vor. Lange habe ich diese Empfindungen auf mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zurück geführt. Und jetzt bin ich jedoch wieder bei dem Punkt, wo ich sage, ich bin von einem anderen Stern.

    Vielleicht stimmt das auch. Zumindest im übertragenden Sinne. Die Vorgeschichte ist, dass ich über zehn Jahre heftig an sozialer Phobie litt. Das bestimmte quasi mein Leben während meiner Jugend und in der ersten Hälfte meiner Zwanziger. Erst mit 25 wurde es besser. Seit dem merke ich immer wieder, wie sehr mich das im Vergleich zu anderen verändert hat.

    Durch die ständige Flucht vor anderen und allen sozialen Situationen habe ich mir noch etwas zusätzliches eingefangen: Soziale Defizite. Ich stehe auf Kriegsfuß mit Dingen wie Smalltalk oder sozialem Umgang. Ich bin sehr unsicher in Gesprächen oder im Umgang mit anderen. Das fällt mir auch immer wieder insbesondere mit Frauen auf. Ich habe keine wirkliche Ahnung, was angebracht ist und was nicht. Wie weit ich gehen kann oder was zu viel ist. Es ist nicht so extrem, dass es auffällt oder ich mich assozial verhalte. Es ist so wie extreme Schüchternheit, Kontaktscheuheit oder zurückhaltendes Verhalten.
    Ich brauche etwas länger als andere, um meine Hemmungen zu überwinden. Es braucht ein klein wenig mehr Zeit um jemanden zu Grüßen. Oder Danke zu sagen. Oder was zu fragen. Oder ein Gespräch zu beginnen.
    Und damit hört das Drama nicht auf. Bin ich dann ans Reden gekommen, fängt meine Tonlage an hell zu werden - was ich irgendwie nicht mehr wirklich männlich finde, sondern eher kindhaft; wenn wohl auch nicht so extrem, wie von mir empfunden. Ich verhaspel mich in der Grammatik oder bekomme eine undeutliche Aussprache, weil sich mein Mund nicht mehr synkron mit meinem Kehlkopf bewegt. Geschweige denn, dass sich mein gesamter Sprechapparat mit meinem Sprachzentrum im Hirn synkron verhält. Ich werde hektisch und nervös. Und ich kann nur vermuten, dass es für den anderen unangenehm und unanstrengend wird, mir zu folgen; was zu Folge hat, dass er sich dann einem anderen Gesprächspartner zuwendet. Und weil ich genau davor Angst habe, werde ich noch unsicherer in meiner Kommunikation.

    Das ist wie ein Teufelskreis. Ich hab schon oft versucht dort auszubrechen. Manchmal habe ich auch gute Ansätze. Doch ich bin sehr schnell wieder so mit dem Gespräch beschäftigt, dass ich über mein Sprechen die Kontrolle verliere und die selben Fehler wieder begehe.

    Zusätzlich fürchte ich auch, dass ich mir unbewusst genau die Gesprächspartner raussuche, die meine Ängste erfüllen.


    Und dann sehe ich andere, vor allem in meinem Kumpelkreis, wie sie eine neue Bekanntschaft nach der anderen schließen. Wie sie sich sofort gut verstehen. Wie sie reden und tun und machen.
    Ich brech mir schon mit dem Anreden einen ab. Was dann auch danach munter weiter geht.

    Sowas wie eine "Wellenlänge" habe ich nie mit jemanden gehabt. Ich habe sowas noch bei keinem Menschen verspürt. Das einzigste, was ich bei Gesprächen mit anderen spüre ist Stress, Angst und Unsicherheit. Ich hab Angst, direkt wieder abzublitzen, weil ich mal wieder irgendwelche Dinge nicht gebacken kriege. Weil ich ich wieder unmöglich rede. Oder einfach mit dem Smalltalk komisch rüberkomme.

    Und dann ist da noch was. Jedesmal wenn ich mit anderen rede, sei es mit Fremden oder mit bekannten Menschen, habe ich das Gefühl getrieben zu sein. Getrieben, den anderen zu Unterhalten und bei Laune zu halten. Ich versuche irgendwas witziges zu sagen, was unterhaltsames zu erzählen oder sonst was zu erzählen. Vor dem Schweigen habe ich Angst. Ich fühle mich, als wenn ich unbedingt etwas sagen MUSS. Als wenn ich dafür verantwortlich bin.

    Das sind alles alte Programme in meinem Hirn. Die laufen alle sofort automatisch ab sowie ich einmal nicht aufpasse. Hin und wieder ertappe ich mich dabei, wieder diese alten Programme zu fahren und versuche mich dann entsprechend zu bremsen. Von außen kann man das, glaub ich, daran erkennen, dass meine Stimme sofort tiefer und langsamer wird. Ich komme mir mit diesem Zwang und dem ungeschickten Reden manchmal richtig krank vor.
     
    #1
    Gravity, 24 Juni 2006
  2. 21:31
    21:31 (29)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hey, ich kann dir jetzt nicht unbedingt helfen, aber die Sachen, die du in deinem vorletzten Absatzt beschrieben hast, kenne ich von mir selber auch! Wirklich schlimm...vorallem dieses "witzig-sein-müssen".

    Mir ist aber auch aufgefallen, dass ich dieses Verhalten aber nur in ganz bestimmten Personenkreisen habe. Bei meinen alten Freunden, die ich schon länger kenne, die mich einfach 100% akzeptieren und mit denen ich über alles sprechen kann, tritt das Verhalten nicht auf.
    Bei nem anderen Freundeskreis, den ich zumeist nur zum "Party-machen" aufsuche dafür umsohäufiger...wenn ich dann mit fremden Mädls rede ists völlig aus!
    Hinzu kommt noch meine unterirdisch schlechte Schlagfertigkeit...

    greetz, 21:31
     
    #2
    21:31, 24 Juni 2006
  3. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
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    vergeben und glücklich
    Gerade am Ende des Threads merkt man, dass du einfach noch die gewisse Angst hast dich mit anderen Leuten zu unterhalten, in dir baut sich ein Druck auf den du gegenüber anderen Leuten hast. Das mit den Sprachproblemen habe ich allerdings nicht ganz verstanden...inwiefern redest du dann verwirrt oder? kannst du das nicht noch etwas genauer erklären?

    Ich denke mir oftmals, dass man nicht selbst die Schuld daran hat, du baust dir Druck auf, da du Angst hast einen Korb zu bekommen und das sich niemand mit dir unterhalten will. Wären die Leute toleranter und kontaktfreudiger, dann wäre das doch überhaupt kein Problem. Ich habe auch schon die Feststellung gemacht, dass viele Menschen auch einfach nicht richtig auf einen eingehen und wenn man sich nicht gleich mit ihnen über bestimmte Themen unterhält, dann ist man sowieso untendurch!
     
    #3
    User 37284, 24 Juni 2006
  4. zartbitter
    zartbitter (28)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hai Gravity.

    Vorweg:
    Ich denke dein Problem haben zumindest in Ansätzen viele Menschen, das geht schon bei Schüchternheit los.

    Ich vermute, dass dir nicht viel mehr übrig bleiben wird als zu "trainieren". Warscheinlich ist das auch für dich kein neuer Gedanke... :zwinker:
    Das Problem mit den "sozialen Kompetenzen" ist halt das man sie kaum durch Theorie "erlernen" kann, sondern eigentlich nur die Praxis wirklich hilft.

    Also: Reden, reden, reden, selbst wenns anfangs schwer fällt oder total schief läuft (bzgl. Nervosität uvm.). Du schreibst, dass du dich hin und wieder mal bremsen kannst, du hast also grundsätzlich die Möglichkeit aus deinen Verhaltensmustern (und damit deinen Problemen) auszubrechen.
    Versuch dich in den nächsten Gesprächen ganz bewusst öfter zu "bremsen" ( aber immer nur so viel wie gut möglich, nicht das dein nächstes Problem ist "bremsen" und das ohnehin nicht ganz einfache sprechen zu koordinieren um dann total den Faden zu verlieren... :zwinker: )
    Ich bin mir sicher das klappt im Laufe der Gespräche immer besser, und irgendwann gehst du in Unterhaltungen schon "gebremst" rein und brauchst dich auch zwischendurch nichtmehr bewusst kontrollieren, dass läuft dann "einfach so".


    Es geht einfach darum durch Erfahrung und Übung eine Art "Routine" (das ist dann schon soziale Kompetenz :zwinker: ) zu erreichen und so lockerer in die Unterhaltung einsteigen zu können.


    Bzgl. dem "Unter Druck stehen etwas sagen zu müssen" oder "witzig zu sein" uvm.:


    Ist gibt wohl kaum jmd. dem ein "betretenes Schweigen" nicht irgendwie unangenehm ist. Grundsätzlich gilt da wohl: Schweigen sich 2 Personen an, dann sind auch 2 Personen dran "Schuld". Schweigen sich 3 Personen an, dann sind auch 3 Personen dran "Schuld", und so weiter....
    (Schuld steht in Anführungszeichen weils eigentlich kein passender Ausdruck für die Situation ist...)

    Jetzt kann man auf verschiedene Weise mit so einer Situation umgehen. Sich allein dafür verantwortlich zu fühlen die Situation zu "entschärfen" ist wahrscheinlich die ungünstigste, weil man sich eben wieder selbst unter Druck setzt (wie du auch schon beschreibst).
    Vllt. solltest du dir in solchen Situationen nochmal klar machen, das niemand dein Gegenüber zwingt ruhig zu sein, und dich niemand zwingt zu sprechen.
    Hat dein Gegenüber nen Problem mit der Situation hat er genau 2 Möglichkeiten:
    1) Er spricht mit dir
    2) Er geht
    Und genau die Möglichkeiten hast du auch...
    Desweiteren... endet ein Gespräch im schweigen ist das auch kein Beinbruch, that's live, das passiert nicht nur dir...



    So wenn du dich aber entscheidest etwas zu sagen, dann kommt es beim "Smalltalk" eigentlich erstmal kaum drauf an WAS du eigentlich erzählst. Wenn es nur im Ansatz in die Situation passt kannkst du auch erzählen wie du heut morge nen belegtes Brötchen beim Bäcker gekaufst hast.
    Der Trick liegt dann darin WIE du es erzählst. Wenn du mit "ich war heut morgen beim Bäcker und hab mir nen Brötchen gekauft" kommst, dann hast du genau einen (trockenen) Satz geschafft.

    Verpack deinen Satz ein wenig anekdotisch, stopf ihn mit völlig unwichtigen Details und Kleinigkeiten voll. Wenn dein Gegenüber über die ein oder andere Bemerkung lächelt/lacht hast du schon gewonnen.
    Du kannst z.B. schon auf den Weg zum Bäcker beginnen. War das Wetter klasse? Bist total durchgeweicht in den Bäcker rein weils (wie immer) am schütten war? Hat dir irgend ein Idiot auf dem Weg die Vorfahrt genommen/dich angehubt (hier kannst gleich weiter machen: Was für ein AUto? Wie sah der Typ/die Frau aus? wie hat er gestikulier? Wie hast du reagiert? Was hast du gedacht?....... Erzähl was dir einfällt).
    War es voll im Bäcker? WAr die Bäckerin nett/unfreundlich? WArum? Wie hast du dich verhalten/reagiert? Washast du gedacht?


    Wenn dein Gesprächpartner sich hin und wieder nur im Ansatz amüsiert wird er sich hinterher kaum fragen "über was hab ich mcih eigenlich stunden unterhalten?? (auch wenn die Frage häufig gar nicht so unberechtigt wäre :grin: ).
    DAS ist Smalltalk.

    Wenn du willst bekommst du die 900m von der Haustür zum Bäcker innen halben Roman, wie du siehst. Das da oben sind ja nur Ansätze. Man kann das ewig fortführen für jede Situation.

    Schmeiß nen paar Details mit rein über die man schmunzeln kann, sprich auch über dich (dein Verhalten/denkn in der Situation usw.) und mit der Zeit wird es immer einfacher/besser werden....


    Naja, ich hab jetzt uach schon nen halben Roman geschriebne, drum mach ich erstmal Schluss hier...

    zartbitter.

    PS: Ich sprech immer nur davon was DU sagen sollst, aber natürlich geht es in nem vernünftigen Gespräch auch darum den anderen sprechen zu lassen... aber ich denke der Hinweis ist überlflüssig :tongue:
     
    #4
    zartbitter, 24 Juni 2006
  5. Gravity
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Das Sprachproblem sieht so aus, dass ich den Satz mitten im Sprechen umbaue. Da passt dann das Ende nicht zum Anfang. Beispiele kann ich da schlecht nennen, weil es eigentlich nur beim Sprechen mit anderen passiert. Es ist irgendwie so, dass mir noch beim sprechen noch irgendwas weiteres zum Thema einfällt und es dann von allein anfängt sich in diesen Satz zu integrieren. Da ändert sich dann irgendwie der grammatikalische Fall weil ich von Dativ auf Genetiv umbaue oder den Satzbau umstelle - und dann passt es einfach nicht mehr zusammen. Das ist wie stolpern, weil meine Gedanken schneller fließen als mein Mundwerk und mein Sprachzentrum unkontrolliert versucht meine Gedanken zu verbalisieren. Begünstigt wird das wohl auch, weil ich aus lauter Hektik mit dem Reden immer schneller werde und irgendwann anfange im Satz zu springen. Wenn ich nicht sogar anfange ganze Sätze zu überspringen, so dass es keinen Sinn mehr macht.
    Wenn ich mich aber bremse, hab ich schnell das Gefühl eine lahme Schnecke zu sein und krieg Angst das mein Gegenüber irgendwie gleich einschläft - wenn er nicht weg geht.


    Ich übe und übe. Allerdings versuche ich jetzt dem ganzen noch mehr Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Ich versuche, dass langsamere Reden zur Gewohntheit werden zu lassen. Dabei verbinde ich das auch gleich damit zu üben meine Stimme eine Oktave tiefer zu lassen - da wo sie eigentlich hingehört. Also wie ein Sprachtraining.
    Ich hab bereits auch so das ein oder andere über soziale Kompetenzen und Smalltalk gelesen. Auch insgesamt über das Thema "mit anderen Reden und ins Gespräch kommen". Theorie ist eine Sache - ich muss es jetzt anwenden.

    Die Sache mit Smalltalk ist auch: Ich kann es eigentlich. Ich weiß wie es geht. Nur wende ich es nicht an. Ich verlier mich direkt in dieser Panik und komm da nur sehr schlecht wieder raus. Ich merke das auch meist erst später, sonst würde ich mich sofort einbremsen. An diesem Merken, dass ich gerade wieder abdrehe, arbeite ich jetzt auf verstärkt.
    Wie schon geschrieben habe, behindert wohl auch meine Einstellung zu Smalltalk ein wenig die Sache: Ich messe dem so keinen Wert bei. Zumindest war das früher so. Ich habe mich gerne auf die reine informelle Kommunikation beschränkt und tendiere auch heute noch dazu. Alles was keine für mich wichtige Information trägt, lasse ich direkt wieder aus dem anderen Ohr raus.
    Inzwischen habe ich aber andere beobachtet, weil ich einfach in der sozialen Gruppe nicht ankam, während anderen das recht leicht zu fallen scheint. Und da hab ich dann Smalltalk gesehen. Jene Art von Gesprächen die ich so gerne als "belanglos" abgetan habe. Eine meiner Strategien besteht darin, dass ich genau das Verhalten von anderen abschaue und kopiere. Ich höre mit einem Ohr hin, worüber sie so reden und merk mir das für später.

    Erschwert wird es wohl auch durch mein Naturell: Ich bin introvertiert und neige dazu passiv zu sein. Ich für mich selber, habe kein Problem damit, einfach nur dabei zu sein und mir das ganze wie einen Film anzuschauen. Zum Problem wird es aber, wenn ich dann was von anderen möchte, aber durch den ausgebliebenden Kontakt keinen wirklichen Draht zu anderen entwickelt habe. Das habe ich als das Problem erkannt und das ist auch der Punkt, wo ich dann meine passive Haltung verlasse und aktiv werde. Das gehört auch zu mir: Ich werde erst aktiv, wenn es nötig ist. Und in diesem Fall halte ich es jetzt für nötig.

    So bleibt für alle Erschwernisse und Probleme nur das Üben und machen. Die theoretischen Stunden habe ich bereits alle. Ich denke aber auch, dass ich im Vorfeld schon üben muss. Mir für mich eine langsamere Art des Redens angewöhnen muss. Und ich muss mir vorher schon vornehmen zu merken, wenn ich anfange hektisch zu werden.
     
    #5
    Gravity, 24 Juni 2006
  6. Henk2004
    Henk2004 (33)
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    vergeben und glücklich
    Ich bin auch son Experte, der Smalltalk für überflüssig hält. Wenn ich mit meinen Kommilitonen rumstehe, dann tauscht man 5 min Informationen aus und Rest der Zeit schweigt man sich an (gut übertrieben dargestellt aber in etwa ist das so)

    Das Komische daran ist, dass mich das nichtmal großartig stört.

    Ich bewunder immer Leute, die mit allen und jedem reden können.

    Wenn ich jemanden aufgrund des 1. Eindrucks für dämlich halte, dann hab ich auch keinen Bedarf überhaupt mit dem zu reden.

    Passiert mir viel zu oft. Hinzu kommt, dass viele Leute meine Anspielungen nicht verstehen. Sei es weil Allgemeinwissen fehlt oder weil deren Rechenleistung nicht ausreicht.

    Wenn ich mit guten Freunden zusammen bin, dann sprudelt es aber nur so aus mir raus, vor allem kann ich dann alles sagen was mir einfällt und muss nicht sortieren, was der Gesprächspartner eh nicht raffen würde.

    Ich hab mir auch diverse Bücher reingezogen, wirklich gebracht hat es bisher noch nichts, da ich momentan keine Zeit habe zu üben.

    Was hilft ist es chatten zu gehen.

    Einfach mal wahllos alles anschreiben was da drin ist und dann gucken was sich ergibt.

    Mit der Zeit kriegt man auch raus über was alle Menschen so reden, nur man selber nicht.

    Dann sprech mit der Brotverkäuferin übers Brot, mit dem Fernsehverkäufer übers Fernsehen und guck wie die das so machen.

    Wimmel Haustürvertreter nicht sofort ab sondern guck erstmal was die so sagen.

    Die Kunst beim Reden ist auf sein Gegenüber einzugehen. Also immer Fragen zum Gesprochenen stellen.

    Rede über das, was dir so passiert. Dass dein PC kaputt war, dein Teppich nen Flecken hat, deine Katze Zahnstein hat.

    Halt alles, was du für belanglos hälst zu nem Gesprächsthema verwurschteln.

    Erweiter dein Allgemeinwissen, guck Nachrichten, lies Zeitungen etc.

    und dann üben üben üben.

    Man kann alles lernen.
     
    #6
    Henk2004, 24 Juni 2006
  7. compichief
    Verbringt hier viel Zeit
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    Jetzt hab ich grad überlegt, ob ich nicht meine Mutter anrufen soll, ob sich sich ganz sicher ist, dass sie damals keine Zwillinge bekommen hat. Kommt mir alles sehr bekannt vor. Lass mich raten: Je größer die Gruppe ist, desto eher ist es so, dass du alles nur als Film erlebst.

    OK. Übers Wetter könnte man ja immer mitreden. Aber was soll da groß das Ergebnis der Diskussion sein. Dann gibts da immer das Thema Fussball. Ja da hab ich Grundkenntnisse, die ich selten mal zum Einsatz bringen. Bei schönen Themen wie Päarchenreisen, gemeinsam kochen usw. hab ich dann halt auch garnix zu sagen.

    Ich hab auch keine Ahnung, wie man da weiterkommen kann. Ich hab auch schon probiert mich da selbst zu analysieren: Wo liegt das Hauptproblem? Hab ich ne Sozialphobie, die sich dann eben bei Kontakt zu Frauen noch potenziert, so dass garkein Smalltalk mehr möglich ist und somit die erste Kontaktaufnahme einfach unmöglich ist? Oder liegts an der Erziehung? Ok, die war jetzt nicht gerade freizügig, kann aber das Problem nicht erklären. Also frühpubertäre Probleme. Wahrscheinlich liegts auch daran. Da hab ich einfach zu schnell den Anschluss verloren und es niemehr geschafft das wettzumachen.

    Wie löst man jetzt alle Probleme? Ich probier ja öfters den Smalltalk der anderen zu analysieren und komm zum Ergebnis, dass nicht jeder Satz den man sagt staatstragend Bedeutung haben muss. Manchmal zwing ich mich dann auch mal was belangloses von mir zu geben. Aber ich merke dann, dass mich das irgendwie extrem viel Kraft und Überwindung kostet (hört sich jetzt extrem blöd an) aber irgendwie merke ich dann schnell, dass das dann auch nichts bring und ich lass "den Film weiter vor mir ablaufen" und träume eben weiter von einer Freundin, die zu mir passt... Vielleicht klingelt sie ja doch gleich an der Tür...
     
    #7
    compichief, 24 Juni 2006
  8. Gravity
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    641
    101
    0
    nicht angegeben
    Oh ja, zugucken kann ich sehr gut. Mich einbringen, Gespräche führen wird hingegen schnell zur Anstrengung. Das kommt mir sehr bekannt vor. Was soll man groß drüber schreiben, wer es kennt, weiß wovon ich da schreibe. Wer es nicht kennt, kann es sich kaum vorstellen.

    Ich komme mir immer so vor, als wenn da irgendwie ein Teil fehlt. Irgendwas, was ich wissen sollte, aber nicht mitbekommen habe. Ein kleines Detail, was dann kriegsentscheidend ist.

    Bei mir kann ich die Erziehung definitiv ausschließen und ich bin überzeugt, dass es bei mir die Probleme mit den Gleichaltrigen in der Schule waren. Dadurch ging an mir einiges vorbei. Vor allem mit Frauen hatte ich keinen normalen Kontakt, alle Kontakte waren entweder direkt abweisend oder einfach nur desinteressiert. Das prägte in den nachfolgenden Jahren mein Welt- und Frauenbild und gestaltete die Kontakte doch recht abnormal. Ich hab zwar an dem Weltbild gearbeitet, aber ich hab bis heute keine Ahnung vom richtigen Kontakt. Paradoxer Weise gelingt es mir jedoch das Vertrauen vieler Frauen für mich zu gewinnen, was aber auch stets in die falsche Richtung führt und mich nicht dahin bringt, wo ich hin will.

    Aber auch andere Kontakte als mit Frauen gestalten sich für mich irgendwie sehr surreal. Grüßen ist für mich irgendwie seltsam, weil für mich die anderen einfach nur da sind oder nicht da sind. Ich hab da keinen Übergang des Kommens und des Gehens. Aber inzwischen bin ich so auf Grüßen geeicht, dass ich auch nicht mehr ohne auskomme - zumal es zu den nötigen sozialen Kompetenzen gehört.
    Kumpels sind irgendwie komisch. Nicht sie, sondern meine Sichtweise. Es ist wieder dieser Film, an dem man einfach nur passiv teilnimmt und zuschaut. Sie sind da, reden und machen irgendwas. Ich komme mir schnell unbeteiligt vor, wie ein Zuschauer. Es ist auch ein Gefühl von Distanz. Ich fühle mich von anderen entfernt und distanziert - obwohl ich es nicht sein möchte.
     
    #8
    Gravity, 24 Juni 2006

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