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    18 Oktober 2017
    #1

    SPON-Artikel zu Helikoptereltern

    Hallo Leute,

    auf SPON gibt es einen Artikel zum Thema Helikopterleltern:

    Absurdes von Helikoptereltern: "Sie haben jeden Tag an der Kita-Tür gelauscht" - SPIEGEL ONLINE - Leben und Lernen

    Was haltet ihr davon?

    Mir fallen spontan mehrere interessante Aspekte ein bzw. auf:
    1. Das immer weiter ins Groteske abgleitende Streben nach Selbstoptimierung und Perfektion. Früher hatten die meisten Menschen überhaupt nicht den Anspruch, perfekte Eltern zu sein.
    2. Der überbordende Individualismus, der Eltern dazu verleitet, Extrawürste für ihre Kinder durchsetzen zu wollen, anstatt ein gesundes Maß an Subordination und Konformität von ihnen einzufordern.
    3. Die erstaunliche Bereitschaft heutiger Eltern, sich zum vermeintlichen Wohle ihrer Kinder selbst zum Affen zu machen. Früher wären Eltern im Traum nicht darauf gekommen, sich mit ihren Kindern an der Uni in Vorlesungen zu setzen und für diese mitzuschreiben. Allein schon deshalb nicht, weil ihnen das peinlich gewesen wäre.
     
  • Nicht die richtige Frage? Hier gibt es ähnliche Themen:
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  • User 71015
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    18 Oktober 2017
    #2
    Ich sehe darin eigentlich keine allgemeine Entwicklung. Die allermeisten Eltern fänden so ein Verhalten auch heutzutage unpassend. Ein paar Spinner gab es schon immer. Was sich ändert, ist nur die Art und Weise, wie sich das äußert.
     
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    18 Oktober 2017
    #3
    Nun ja: Laut Aussage von Erzieherinnen und Lehrern scheinen mancherorts ja 80% der Eltern Helikoptereltern zu sein.
     
  • User 114808
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    18 Oktober 2017
    #4
    Wie viele Punkte muss ich für den Untertitel "Helikopter-Eltern" denn erfüllen? :tongue: Ich sehe da ganz neue Karrierechancen für mich.
     
    • Witzig Witzig x 1
  • User 164526
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    18 Oktober 2017
    #5
    Keine Ahnung. Musst Du mal bei den Erzieherinnen im Kindergarten nachfragen.
     
  • User 64981
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    18 Oktober 2017
    #6
    Hm. Schwierig.
    Ich würde einen Teil unserer Eltern auch als helikopteriös beschreiben - trotz Kinderlosigkeit habe ich aber für vieles Verständnis und zeige das auch. Gerade unsere Erstis werden betüddelt wo es nur geht. Die Umstellung von Kita auf Schule + Hort ist aber auch ein großer Schritt und oft mit vielen Tränen verbunden, und das nicht nur bei den Kindern :zwinker:

    Ich erkläre den Eltern sehr gerne, dass sie erstaunt wären, wenn sie wüssten, wie ihr Kind bei uns auftritt. Da wird aus dem kleinen, schüchternen Mädchen auf einmal die freche, die dir nen Spruch drückt dass du kurz mal nach Luft schnappen musst. Es gibt aber auch die starke, die auf einmal anfängt zu weinen, weil sie ihren großen Bruder nicht mehr sieht. All das melde ich zurück und bleibe mit den Eltern da im Austausch.

    Das Problem der Übergriffigkeit liegt oft in der Schule. Die Lehrer sind oft überfordert mit manchen (anerzogenen) Eigenarten der Kinder. Ich meine, Sprüche wie "Ich sag das meiner Mama, die ist Anwältin" oder auch zu uns: "Meine Mama zahlt für's Essen, du darfst nicht bestimmen, wie viel ich bekomme!" (oO!) Hier ist eher mal angebracht, das Kind als Kind zu sehen und zu behandeln. Dazu gehört auch, dem Kind Fehler, Strafen und Konsequenzen jeglicher Form als normalen Teil des Lebens klar zu machen und sich vor allen Dingen mal BEIDE Seiten anzuhören. Oftmals wird nur auf das reagiert, was das Kind zu Hause erzählt. Davon kann ich ein Lied singen. Das macht ein Kind - bei mir - genau ein Mal. Dann steht / sitzt es mit der Mutter am Tisch und darf noch mal erklären, was WIRKLICH los war. Somit lassen sich evtl. Missverständnisse klären, aber eben auch so mancher Versuch des gegeneinander ausspielen aufdecken.

    Es ist ein Miteinander und phasenweise ein echter Kampf. Ich bin der Meinung, man muss sich da klar positionieren, den Eltern auf einer Ebene entgegen kommen aber auch klarstellen, welche Aufgaben übernommen werden können und welche nicht. In der Schule wird das noch ein viel krasseres Thema sein...
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Oktober 2017
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    18 Oktober 2017
    #7
    Grade Whatsapp ist ein Dämon... wie sich Eltern in WA-Gruppen gegenseitig hochschießen, weil ja vielleicht möglicherweise zwei Aufgaben Mathe zuviel aufgegeben wurden. Puuuuuh. Da bilden sich bei uns richtige virtuelle Mobs von Eltern, die sich in etwas reinsteigern.

    (... Ich hatte noch einiges geschrieben, das mir dann aber doch zu sehr ins Detail ging...)

    Es gibt Eltern, mit denen kann man sich an einen Tisch setzen. Aber leider hab ich auch immer mehr Eltern, da kann ich nur so :what: gucken. Die auch auf nichts eingehen, was man ihnen mitteilt. Die den Hort nur als reinen Dienstleister und damit Wunscherfüller sehen, gleichzeitig ihr Kind in Watte packen und es mit 200 Förderungmöglichkeiten (Kinder-Debattierkurs, Capoeira, Tennis...) überfordern. Und die dann einfach völlig überzogene Ansprüche an eine Einrichtung stellen, die wir schlicht nicht erfüllen können - halt auch in einem Tonfall und mit einer Art, dass ich echt keinen Nerv mehr drauf habe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Oktober 2017
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    18 Oktober 2017
    #8
    Vorgestern so eine Doku über Eltern aus Singapur gesehen. Da ist es wohl weitgehend normal, wenn Vorschulkinder eine 40h+ Woche an diversen Förderaktivitäten haben :eek:

    Das ging von Gedächtnistraining über Golf bis hin zu einer Art CrossFit für Kleinkinder. Verrückte Welt :ninja:
     
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    18 Oktober 2017
    #9
    Wir sind ja fast nur deshalb in der Klasseneltern-Whatsapp-Gruppe vom Junior, weil wir da so einen Spaß dran haben, worüber sich die Mamis so aufregen können.
    Aktuell: gestohlene Pausenbrote. Und Radiergummis.
     
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    18 Oktober 2017
    #10
    Solche Eltern erlebe ich immer häufiger.
    Ich, mit meinen Erzeugern, die sich praktisch gar nicht um uns Kinder gekümmert haben, rassele dann auch mit großer regelmäßigkeit mit den extremeren Beispielen solcher Eltern gerne mal aneinander.

    Ich denke beide Extreme sind wenig förderlich für die Kinder...ja schlichtweg schädlich.
    Aber in unserer heutigen Zeit fällt es wohl auch immer schwerer...einfach nur entspannte Eltern zu sein.

    Die Angst, daß aus dem Kind möglicherweise mal nichts wird, wiegt da schwer....und endet dann auch in völlig überforderten und überbeanspruchten jungen Kindern.
     
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    18 Oktober 2017
    #11
    Also ich arbeite in einer Kita und habe dadurch natürlich viel Kontakt zu Eltern und es gibt wirklich solche Exemplare die das Leben ihrer Kinder durchtakten bis zum geht nicht mehr. Das sind dann die die in Elterngesprächen verzweifelt sind weil das Kind alles verweigert und (zu recht) rumbockt. Bei uns gibt es ein Programm das heißt Schatzsuche. Dort wird gezielt ein andere Blick aufs Kind vermittelt um zu zeigen es braucht nicht viel um sie glücklich und resilient zu machen.
     
  • Tahini
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    18 Oktober 2017
    #12
    Irgendwie ist das alles komplett falschrum.
    Eltern ueberwachen Organisationen, so dass ihre Kinder richtig erzogen werden?
    Sollte das nicht, wenn ueberhaupt, andersrum sein?

    Ich bin der Meinung, was wir hier sehen, ist ein die-Hände-in-Unschuld-waschen der Eltern.
    Es ist einfacher, mal kurz an einer Schule rumzumäkeln, als sich dauerhaft im Privatleben fuer seine Kinder bereitzuhalten und ihnen dort das Privatleben zu geben, das sie brauchen, waehrend man professionelle Einrichtungen ihre Arbeit machen lässt (so sie die denn tun - auch da gibt's schliesslich Murkser).

    In meiner Funktion als Dekan einer franzoesischen Universitaet in China hatte ich pausenlos mit Helikoptereltern aus Frankreich zu tun, die auf Biegen und Brechen Fernstasi spielten, und zwar nicht so sehr mit dem Zweck, sicherzustellen, dass ihre "Kinder" (ahem, die waren 25-35 Jahre alte Masterstudenten!) ein gutes Studium hinlegen, sondern regelrecht, um Konzessionen zu erpressen:
    • "Wenn nicht bis naechstes Semester eine Pingpongplatte und eine Kueche mit acht Mikrowellen installiert sind in Ihrem Saftladen, mache ich mich beim Hochschulleiter in Frankreich stark und hänge Sie hin!"
    • "Wenn Sie nicht den Stundenplan ändern, so dass mein kleiner Fabrice anfangen kann, zu zivilisierter Zeit morgens anzufangen, dann schreibe ich eine Beschwerde, dass bei Euch Schikanen gefahren werden, zum Ministerium!"
    • Bla! Bla! Bla!
    Unfassbar.
    Was Trottel mit Keyboards und einem ueberhoehten Anspruchsdenken alles anrichten köennen. Es war eine Parade der kindischen Ansuchen, und man rang die Hände angesichts der Perspektive, dass das nun die Elite der Zukunft sein sollte.
    :nope:
    Gruss aus Schweden.
    Habe ruebergemacht.
    Uff.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Oktober 2017
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  • MrShelby
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    18 Oktober 2017
    #13
    Ich bin hochgradig irritiert darüber, dass es an Schulen in der Umgebung mehr Eltern-Parkplätze geben soll, da viele besorgte Eltern den Malte-Sören mit dem Porsche Cayenne am liebsten direkt bis in die Klasse fahren möchten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Oktober 2017
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  • User 137391
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    18 Oktober 2017
    #14
    ich war gestern beim 2. elternabend gymi innerhalb 7 tage..
    mir reicht es nun wieder für jahre.. :rolleyes:

    da treffen welten aufeinander und ich schau mehr als 1x am abend so :what:
    ich mag nimmer..leider hab ich noch einige jahre "elternabende" vor mir :ichsagnichts:
     
  • User 155728
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    18 Oktober 2017
    #15
    DAS ist ja ein riesiger Vorteil, wenn die Kinder bei der Mutter leben. :ninja:
    Ich muss mich erfreulicherweise gar nicht mit dieser Art Eltern rumschlagen, die leider anscheinend immer mehr werden und mir gepflegt auf die Nerven gehen. Reicht mir schon immer, wenn ich mit meinen Kindern an Orten unterwegs bin, wo es viele andere Familien gibt.

    Edit: Ah doch, beim Schnuppertag im zukünftigen Gymnasium meiner Tochter, konnten leider immer nur wenige Kinder am Probeunterricht teilnehmen, weil Omma, Oppa, Papi, Mami und Schwester natürlich auch mit Emma-Sophie in die Klasse mussten. Ein anderer Vater und ich haben uns echt fassungslos angeschaut, als die wie die Irren in den Unterrichtsraum drängten, sobald sich die Türen öffneten.:eek:
     
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    18 Oktober 2017
    #16
    was ich nicht verstehe: wenn die eltern eh der meinung sind, dass niemand ihr kind korrekt behandelt wenn sie nicht permanent aufpassen und anweisungen geben, warum zur hölle machen sie es dann nicht selber?!? das wäre ja wohl die naheliegende konsequenz (also mal davon ab, dass ich persönlich es ohnehin nicht erwägen würde mein kind in fremde hände zu geben vor der schulpflicht, wenn es das nicht explizit wünscht - ich würds vielleicht motivieren mal zu gucken obs ihm gefällt, aber wenn nicht, dann nicht).

    ne, hab ich null verständnis für, für solches verhalten. halte ich für inkonsequent bis dämlich bis machtgierig - und vor allem: kontraproduktiv. wenn sich übertrieben gesagt der 16jährige noch von mama die windeln wechseln lässt... ja geil, vorausgesetzt so jemand wird trotzdem wirklich erwachsen wird er sich nachher auch schön bedanken.

    Off-Topic:
    ich wurde nicht in die kinderkrippe abgeschoben, nicht in den kindergarten gezwungen und das erste jahr vorschule hab ich mich weigern dürfen... aber trotzdem haben meine eltern mich immer motiviert, selber den arsch hochzukriegen und meinen kram zu bewältigen. sie standen mir immer mit rat und tat zur seite wenn nötig, aber sie haben mir nicht die verantwortung für mein eigenes leben weggenommen... und so halte ich es für richtig.
     
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    18 Oktober 2017
    #17
    Zu der Prozentzahl behaupte ich mal, einzelne Lehrer übertreiben ebenso wie einzelne Eltern. Manchmal sind sich Eltern einfach nur ihrer Rechte bewusst und fordern sie für ein Kind ein und dem einen oder anderen Lehrer geht das schon gegen den Strich.
    Klar ist sicherlich, dass es regionale und vom Einzugsgebiet abhängige Unterschiede gibt. Mancherorts gibt es mehr Übereltern und anderenorts würde man sich freuen, wenn sich die Eltern überhaupt mal kümmern würden. Der überwiegende Teil der Eltern schüttelt bei beidem den Kopf.

    Da versteh ich aber auch die Schule nicht, wenn sie die Erwachsenen nicht rausbittet, sobald der Unterricht beginnt.

    Das tun diese Leute ja gerade übermäßig. Sie setzen sich sogar bis in die Uni neben das arme Kindlein und führen den Stift. Wohlmöglich wischen sie ihm noch den Hintern ab.

    Off-Topic:
    Was deine Meinung zu Kindergärten angeht, muss ich aber ehrlich gesagt auch den Kopf schütteln. Ich war ja so ein armes, armes Institutionskind aus dem Osten, bei dem beide Eltern gearbeitet haben, sogar geschieden waren. Glaub mal, mir ging es dabei nicht schlecht. Ein Kind darf auch ruhig ein paar Sozialkontakte zu Gleichaltrigen entwickeln. Es darf lernen, sich durchzusetzen und Kompromisse zu finden und dass nicht die ganze Welt nur für ein Kind da ist. Ich sage nicht, dass es das zwangsläufig nicht lernen würde, wenn es keinen Kindergarten besucht, aber schädlich ist es definitiv nicht, wenn man dafür vorhandene Strukturen nutzt. Es soll jeder am Ende mit seinen Kindern so machen, wie er es für besser/schöner/hilfreicher hält, aber dieses Abschiebe-Gerede ist wirklich enorm übertrieben. Man muss das Kind doch auch nicht bis zur Schließzeit im Kindergarten lassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Oktober 2017
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    #18
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    Meine Eltern haben mich geliebt, deswegen haben sich mich in den Kindergarten geschickt (Abenteuer Busfahrt). Einmischung auch später in der Schule minimal.
    Eltern, die ihre Kinder im gleichen Dorf 1km zum Kindergarten fahren, gibt es aber schon, seitdem es diesen Kindergarten gibt. Und gab es davor sicher auch.
     
  • User 77547
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    18 Oktober 2017
    #19
    Also ich bin bei diesem Thema immer hin- und hergerissen. Einerseits habe ich die Vermutung, dass da auch ein medialer Hype dahinter steckt. Dass ca. 80% der Eltern "Helikoptereltern" sein sollen, die in der Kita durchs Schlüsselloch spähen, das Mitfahren auf Klassenfahrten vor Gericht einklagen wollen, die Kinder rund um die Uhr "überwachen" und ihre älteren Sprößlinge an die Uni begleiten, halte ich schlichtweg für ein Märchen. Da ich selbst drei Kinder habe und noch dazu an einer Uni arbeite, kann ich das einfach aus meiner Erfahrung definitiv nicht bestätigen.

    Andererseits geht es aber schon häufig in diese Richtung (ohne, dass es so krass ausgeprägt ist, wie es in diesen Medienberichten beschrieben wird)....aber eben schon irgendwie.
    Mir fällt es z.B. bei meinen eigenen Kindern (10, 12, 14 Jahren) auf. Bei manchen Eltern der KlassenkameradInnen z.B. meiner mittleren Tochter (aber auch meines Ältesten) habe ich bisweilen den Eindruck, dass sie einfach nicht "loslassen" können und akzeptieren, dass ihre Kinder jetzt in der Pubertät sind, eigene Autonomiebestrebungen haben, Dinge auch mal selbst regeln müssen und auch wollen und eben nicht mehr die süßen, hilflosen Kleinkinder sind, die man andauernd betütteln und vor allem "beschützen" muss.

    Dann kommt dann noch so eine gewisse Selbstbezogenheit mancher Eltern dazu: Alles muss genau nach IHREM Kopf verlaufen. Die können (z.B. vor Klassenfahrten etc.) nicht einfach mal "locker" sein und die Sache dem Lehrer/der Lehrerin überlassen. Die müssen sich dann bis ins kleinste Detail einmischen, wollen ALLES vorher genau wissen etc. pp. und alles wird irgendwie zum Problem hochstilisiert. Das ist mir irgendwie fremd. Solange ich keinen Grund dafür geliefert bekommen habe, dass es anders wäre, hat bei mir erstmal jeder Lehrer Vertrauensvorschuss... Mir reicht zu wissen, wann sie wo hinfahren und was sie mitnehmen sollen und wieviel das ganze kostet. Alles andere wird schon irgendwie werden...bzw. das sollen Lehrer/Schüler miteinander selbst klären:zwinker:. Am Ende erfährt man dann ja wie es war....und bisher war es bei meinen Kindern IMMER insgesamt mehr oder weniger gut, jedenfalls sind sie immer lebend zurückgekehrt. Was manche Eltern da vorher für einen Bohai veranstalten....rätselhaft.



    Das würde mich jetzt wirklich interessieren. Um was gings denn da?
     
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  • Nevery
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    18 Oktober 2017
    #20
    ja, nee: also jetzt mal ab von der uni, sie geben ihre kinder in fremdbetreuung und meinen trotzdem, dass es keiner gut genug macht, wenn sie nicht aufpassen. ich beziehe mich da speziell auf kindergärten und drumherum - also alles vor der schulpflicht - und wenn man da kein vertrauen in die menschen hat denen man das eigene kind überreicht, dann verstehe ich nicht, warum man es überhaupt macht. wie kann man sein eigenes kind menschen überreichen, in die man kein vertrauen hat? - denn genau das ists ja, was sie ausdrücken: ich muss selber aufpassen, ihr macht das nicht gut genug. das finde ich so absurd.

    Off-Topic:
    *soifz* nicht schon wieder... :tongue:

    schau: ich war kein kind für kindergarten usw. und ich habe mich absolut geweigert direkt in die vorschule zu gehen, man hätte mich hinprügeln müssen. solche menschen gibt es, und das ist nicht selten familiär gehäuft - war bei meinen vorfahren nicht anders, da waren auch immer solche menschen in der familie. ich würde also zumindest mit der option rechnen, dass ein kind von mir genauso tickt - genauso könnte es aber auch anders sein.

    deswegen schrieb ich: ich würde es motivieren, das zumindest mal auszuprobieren, denn vielleicht würde es ihm ja gefallen. ich würde es aber nicht gegen seinen willen zwingen - hätte man mich gezwungen, ich hätte schlicht jedes vertrauen in meine eltern verloren, und ich habe sehr genaue erinnerungen an diese zeit. meine halbschwester war da anders, die war gerne im kindergarten.
    für mich wäre es ein abschieben gewesen, und ich erlaube mir durchaus, meine meinung dazu auch klar zu formulieren.

    ich wollte damit nicht sagen, dass kindergarten grundsätzlich schlecht oder schädlich ist, auf keinen fall - aber genausowenig sehe ich sowas grundsätzlich als positiv an.

    btw: meine umwelt war definitiv nicht "nur für mich da" - im gegenteil, so eine wildtierpflegestation verlangt viel, und ich habe schlicht früh mitgeholfen und verantwortung übernommen. chilliger wäre sicher der kindergarten gewesen, aber das wollte ich einfach nicht.
     
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